Eine Gruppe von Teenagern, unter anderem Dax (Robbie Kay), Krill (Jacob Batalon) und Sam (Seychelle Gabriel), will sich eine wohlverdiente Auszeit gönnen und besucht das Gruselfestival "Blood Fest", auf dem den Besuchern mit verschiedenen Horror-Figuren aus Film und Literatur ein Schrecken eingejagt werden soll. Zunächst scheint das Ganze auf ein tolles Gruselvergnügen mit Kunstblut und bezahlten Schauspielern hinauszulaufen. Doch dann stellt die Gruppe fest, dass die Ansammlung an Monstern und Serienkillern tatsächlich auf die zahlende Kundschaft losgeht, denn der Festivaldirektor Walsh (Owen Egerton) hat sie mit seinen diabolischen Machenschaften offenbar zum Leben erweckt. Die Teenager versuchen, den Ansturm an Horrorgestalten zu überleben - und lassen sich dabei insbesondere von ihrem Wissen um Gruselstreifen leiten...
"Eine Gruppe von Teenagern..." - so beginnt fast ausnahmslos jeder - und ich meine wirklich jeder - Horrorfilm, der in den letzten Jahrzehnten herauskam. Und bei vielen dieser Filme wird schnell klar, dass dies einem ähnlichen Konzept folgen und es sich damit um einen zynischen und wenig ambitionierten Versuch handelt, kurz Kasse zu machen. Die Plots sind alle gleich, die Figuren sowieso, nur nicht auffallen und anstrengen heißt die Devise, denn dann sind die Gewinnmargen hoch. Wer nichts investiert, kann auch nichts verlieren. "Blood Fest" hingegen merkt man an, dass hier neben Kunstblut noch jede Menge Herzblut geflossen ist. Denn das, was Regisseur und Drehbuchautor Owen Egerton da vorgelegt hat, ist ein Film von Fans für Fans.

Der Humor besteht beispielsweise nur darin, besagte Klischees einfach aufzuzählen, in der Erwartung, dass die Fans etwas damit anfangen können. Die werden sich dann auch bestimmt freuen, dass hier unter der Hand weitergereicht wird - Anspielungen zu verstehen ist schon ein tolles Gefühl. Damit aber anderthalb Stunden füllen zu wollen, ist dann doch etwas wenig. Egerton verpasst es, aus seinem Film mehr zu machen als eine Zitate-Sammlung, wirklich witzige Situationen damit zu kreieren. Allenfalls der Auftritt von Chris Doubek als desillusionierter Horrordarsteller sticht da etwas hervor, zumal dessen Filmhintergrund mal erarbeitet wurde und nicht einfach nur zusammengeklaut.
"Blood Fest" ist zweifelsfrei ein netter Film. Sympathischer ist er auch, getragen von einigen gut gelaunten Mini-Nerds. Er ist jedoch kaum lustig genug, von spannend ganz zu schweigen, irgendwie versandet die Geschichte viel zu schnell. Selbst das Ende kann da nicht mehr viel herausreißen, zu schnell dämmert dem Genre-affinen Publikum, was einen da erwartet. Es ist ausreichend, um mit Gleichgesinnten 90 Minuten totzuschlagen, sei es bei einem Festival oder einem Videoabend. Wer das nicht tut, hat aber auch nicht wirklich viel verpasst.
6/10
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