http://www.imdb.com/title/tt1659343/
In seinem früheren Leben war John (Scott Adkins)
liebender Ehemann und Vater. Doch das war sein altes Ich und es ist
tot. Tatsächlich war John mehr tot als lebendig, nachdem maskierte
Einbrecher unter der Führung von Luc Deveraux (Jean-Claude Van Damme) mit ihm fertig waren. Seine Familie hatte den brutalen Überfall nicht überlebt. So treibt John nur noch der Gedanke an Rache an. Was er erst später
erfährt: Luc Deveraux ist ein Relikt des sogenannten
Universal-Soldiers-Programmes.
Doch die Universal Soldiers proben den Aufstand: Unter Führung eines anderen alten Bekannten, Andrew Scott (Dolph Lundgren), sollen die Soldaten befreit werden und eine neue Weltordnung schaffen. Auf seiner Suche nach Deveraux erfährt John mehr über sich und die
Universal Soldiers, als ihm lieb ist. Alles, woran er glaubte, muss er
nun in Frage stellen.
Man denkt, das Thema "Universal Soldier" ist ausgelutscht, da kommt da
Scott Adkins daher und beweist mit teilweise extrem schmerzhaft-fiesen
Moves gegen Dolph Lundgren und Jean-Claude van Damme das Gegenteil.
Obwohl die Story nicht gerade aus der Feder der besten
Hollywood-Autoren kommt, sorgen einige spannende Momente und viele gut
durch-choreografierte Action-Szenen für Kurzweil. Der Film ist grob in 3 Teile gegliedert: Die erste Phase des Films
überrascht mit einem wirklich abgründigen und packenden
Psycho-Thrlller-Part, der schonungslos und fast schon verstörend ist.
Recht eindrucksvoll wird aus der Ich-Perspektive der ganze Horror des
Hauptdarstellers inszeniert. Das Trauma und die Verwirrung werden
gezielt mit dem Zuschauer geteilt, man könnte fast meinen, dass der
Regisseur bewusst auch den Zuschauer mit-traumatisieren will, was auch
insofern gelingt, dass man stimmungstechnisch voll in das Loch fällt,
dass Scott Adkins seinem Charakter erstaunlich überzeugend aufdrückt. Es
stellen sich viele Fragen und schon früh wird klar, dass diese
untereinander im Widerspruch stehen. Leider baut sich hier auch eine
hohe Erwartungshaltung bezüglich der Auflösung auf, die das Ende dann
leider nicht bedienen kann, nicht mal im Ansatz.
Der zweite Part ist dafür immer noch gelungen, wobei hier dann gekonnt
und pointiert filmische Zitate enthalten sind, und der Schritt vom
atmosphärischen zum action-reichen Thriller gemacht wird. Besonders eine
Sequenz hat annähernd das Zeug an die Intensität aus "Terminator" heranzureichen: eine erbarmungslose Hatz und Jagd findet statt, und der
abschließenede Kampf ist gnadenlos wie energiegeladen. Der abschließende
Teil verpufft dann storytechnisch leider geradezu und ergeht sich in
einer stumpfen, wenn auch beeindruckenden Gewaltorgie. Der Gewaltgrad ist auch ausgesprochen hoch, sehr trocken und ernst wird ein
Großteil der Darsteller recht graphisch dahingerafft. Der Film will nicht überzeichnen, und das sehe ich dabei
als größtes Problem, es gibt kein Augenzwinkern, keine gewollte
Groteske. Dieser Film will optisch weh tun, selbst dem Zuschauer, und in
der ersten Hälfte will man das sogar interessiert mit sich machen
lassen.

Leider geht die durchaus gute Darstellung von Scott Adkins durch die
letztlich schwache Auflösung der Story ziemlich baden. Ansonsten liefert
er eine durchaus glaubwürdige Rolle ab. Zudem wird recht geschickt auch
seine körperliche Transformation zur Kampfmaschine
inszeniert. Er zeigt beachtliches kämpferisches Talent, dies liegt
vorallem daran, dass man ihm dies zunächst gar nicht zutraut. Besonders
zu Anfang glaubt man nicht den Darsteller der Kampfmaschine Yuri Boyka
vor sich zu haben, dafür wirkt er fast schon schmächtig.
Was sich dann ab der zweiten Hälfte ändert. Lundgren und van Damme spielen hierbei nur noch die Endgegner, soviel
sei fairerweise verraten. Dies ist theoretisch auch gar nicht schlimm,
und wäre mit dem ungewöhnlichen Ansatz der anfänglichen Story sogar gut
verträglich. Allerdings kommen sie während eines Großteils der Story
nicht nennenswert vor noch tragen sie zur Story bei, beide tauchen nur
zu Anfang und Ende auf, und man möchte meinen, dass dies nur dem
Branding geschuldet ist. Am Ende ein überraschender, verstörender aber wiederum auch
enttäuschender Film abgeliefert worden. Trotzallem bietet er gerade in der
ersten Hälfte heftige Momente, die beeindrucken, aus einem Guss ist er
jedoch so gar nicht. Ein Film für Kerle, die eine gute Ladung Gewalt mal
in einem etwas anderen Gewand präsentiert haben wollen.
6,5/10
Quellen:
Inhaltsangabe: Studiocanal
In Deutschland wurde übrigens weltweit die längste Fassung auf den
Markt gebracht. In Amerika gabs für den Streifen das berüchtigte
NC-17-Rating.
Getragen wird die gesamte Geschichte von den gegenseitigen Verwirrungen der Handlungsstränge um Eric Bana, der Trojas Hektor mimt und Brad Pitt, der den schwierigen Achilles gibt. Die renommierten Schauspieler überzeugen, neben Pitt auch Brendan Gleeson als Menelaus, sowie Orlando Bloom als Paris, Prinz von Troja und Entführer der Helena (sehr blass und beinahe uninteressant wäre da nicht eine Nacktszene: Diane Kruger). Ein sehr gutes Gespür zeigte Wolfgang Petersen mit der Entscheidung Sean Bean als Odysseus immer wieder zu Wort kommen zu lassen, denn er übernimmt den Part eines gelungenen Nebencharakters und bekommt auch zum Glück die letzten Worte des Films, den er damit unglaublich gut abschließt…
"Erzählt man jemals meine Geschichte, soll man sagen ich ging meinen Weg mit Giganten. Menschen vergehen wie des Winters Weizen, doch diese Namen vergehen nie. Man soll sagen ich lebte zu Zeiten Hektors des Pferdebezwingers. Man soll sagen, ich lebte zu Zeiten Achilles."
Doch die ohnehin schon karge Handlung kommt durch die immer wieder eingeschobenen, dialoglastigen Herzschmerz-Sequenzen zu oft zum Stillstand und verhindert das Aufkommen eines packenden Flusses oder Spannung in diesem Geschichts-Drama der Bronzezeit. Daran können auch die gut inszenierten Schlachten nichts ändern. Wie immer ist so etwas Geschmackssache - diese Mischung aus Schmalz und Schlachtengetümmel mag manchem vorzüglich munden, während anderen wiederum entscheidende Elemente eines packenden Historien-Epos fehlen. Immerhin ist die bildgewaltige Inszenierung gelungen, und Homers Geschichte ist sowieso über jeden Zweifel erhaben, so dass noch ordentliche Unterhaltung dabei herauskommt. Letztlich überzeugt einen Geschichtsinteressierten auch ein kleines Detail: Petersens Schwerter und Dolche sind tatsächlich aus Bronze, nicht aus Stahl.
Neben dem reichlichen Pathos des Krieges, werden natürlich auch eine Menge Kampfszenen gezeigt, die großen Namen werden ausgiebig zelebriert und doch wird stets deutlich gemacht, dass all dies den Ruhm nicht wert ist. Am Ende bleiben also viele Namen, die beinahe alle zu Staub zerfallen sind und doch, so muss man den Worten von Achilles recht geben, die Jahrtausende überdauert haben.