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Der schlaue Mr. Fox (Stimme: George Clooney) hat seine Passion zum Beruf gemacht: Die wilde Hühnerjagd auf fremdem Besitzgrund! Das behagt seiner besorgten Gattin (Meryl Streep) allerdings gar nicht, auch wenn sie gemeinsam schon so manch romantische Hühnerhatz bestritten haben. Nein, diese Tage ist das Diebeshandwerk einfach zu gefährlich, die fiesen Großbauern Grimm, Gräulich und Grob liegen nahezu rund um die Uhr auf der Lauer. Im Interesse von Frau und Söhnchen Ash gibt Mr. Fox die nächtlichen Raubzüge auf und verdingt sich als Zeitungskolumnist. Das ruhige Leben hat ein Ende, als Mr. Fox beschließt, die Großbauern in drei perfekten Raubzügen zu überfallen. Er führt sie zusammen mit seinem Freund Kylie (Wallace Wolodarsky), einem furchtsamen, aber treuen Opossum, durch. Nur macht er sich die drei gierigen Bauern damit zu Todfeinden, die das Heim der Familie Fox unter Beschuss nehmen…
Ein Fuchs, drei skrupellose Bauern und eine ziemlich ausgeprägte Schwäche für Hühner: Was nach einer simplen Kindergeschichte klingt, wird unter der Regie von Wes Anderson zu einem ebenso charmanten wie eigenwilligen Animationsfilm. "Der fantastische Mr. Fox" basiert auf dem Kinderbuch von Roald Dahl und erzählt von Mr. Fox (George Clooney), der seiner kriminellen Vergangenheit eigentlich abgeschworen hat. Doch der Wunsch nach einem größeren Zuhause und der Reiz eines letzten Coups führen dazu, dass er die Bauern Boggis, Bunce und Bean bestiehlt. Die reagieren mit brutaler Entschlossenheit und zwingen Fox, nicht nur um sein eigenes Überleben, sondern auch um das seiner Familie und der gesamten Tiergemeinschaft zu kämpfen. Schon die Ausgangslage zeigt, wie gut Andersons Handschrift zu Dahls schwarzem Humor passt. Mr. Fox ist ein charismatischer Angeber, clever und charmant, aber auch egoistisch und erstaunlich unreif. Seine Abenteuerlust bringt die Familie in Gefahr, während sein Sohn Ash (Jason Schwartzman) mit eigenen Unsicherheiten und dem vermeintlich überlegenen Cousin Kristofferson zurechtkommen muss. Hinter den Überfällen und Verfolgungsjagden steckt damit auch eine Geschichte über Verantwortung, Selbstbild und die schwierige Balance zwischen Individualität und Familie. Die Figuren sind herrlich verschroben, ohne ihre Schwächen zu verlieren. Der Film nimmt Kinder ernst, erklärt nicht alles bis ins Detail und erlaubt sich einen trockenen, manchmal erstaunlich düsteren Humor.
Ganz ohne Schwächen ist das Abenteuer allerdings nicht. Andersons unverwechselbarer Stil kann mitunter etwas selbstverliebt wirken, und die vielen Details, Nebenfiguren und Dialogideen lenken gelegentlich vom eigentlichen Konflikt ab. Wer eine geradlinige, emotional stark zugespitzte Familiengeschichte erwartet, könnte sich an der episodischen Erzählweise und der demonstrativen Schrulligkeit stoßen. Auch die Erweiterungen gegenüber Dahls Vorlage machen die Geschichte komplexer, aber nicht in jeder Hinsicht zwingender. Die eigenständige, ungewöhnliche Welt des Films ist grandios und sein selbstbewusstes Vertrauen darauf, dass auch jüngere Zuschauer mit dunkleren Untertönen und nicht sofort verständlichen Details umgehen können ist sicher eine seiner großen Stärken, verlangen dem (gerade jüngeren) Publikum aber auch etwas Geduld ab. Thematisch ist "Der fantastische Mr. Fox" mehr als ein tierisches Abenteuer. Der Film handelt davon, wie schwierig es ist, die eigene Natur zu verleugnen, ohne dabei die Menschen zu verletzen, die einem am nächsten stehen. Mr. Fox will sich einerseits als verantwortungsvoller Familienvater beweisen, andererseits kann er seine Lust am Risiko kaum unterdrücken. Seine Entwicklung ist deshalb keine klassische Läuterung, sondern ein Versuch, Individualität und Verantwortung miteinander zu vereinbaren. Gleichzeitig richtet der Film einen bissigen Blick auf die rücksichtslose Ausbeutung der Natur und den Konflikt zwischen menschlichen Besitzansprüchen und tierischem Überlebenswillen. Die drei Bauern sind dabei bewusst überzeichnete Gegenspieler, deren Gier und Brutalität dem anarchischen Humor eine angenehm böse Note verleihen.
Unterm Strich ist "Der fantastische Mr. Fox" ein außergewöhnlicher Animationsfilm, der handwerkliche Präzision, schwarzen Humor und eine eigenständige Bildsprache zu einem wunderbar verschrobenen Gesamterlebnis verbindet. Die Stop-Motion-Animation ist ein echtes Highlight, die Sprecherbesetzung hervorragend und Wes Andersons unverkennbare Handschrift passt erstaunlich gut zu Roald Dahls bissiger Fantasie. Dass die Handlung gelegentlich etwas zerfasert und der Stil nicht jeden Geschmack treffen dürfte, fällt angesichts des Einfallsreichtums kaum ins Gewicht. Ein intelligenter, warmherziger und herrlich eigenwilliger Film, der Kinder unterhält und Erwachsenen genug Stoff zum Schmunzeln und Nachdenken bietet.

















