Sonntag, 8. März 2026

GOAT - G.O.A.T.: Bock auf große Sprünge (2026)

https://www.imdb.com/de/title/tt27613895/

Will (Stimme im englischen Original: Caleb McLaughlin) träumt davon, mehr zu sein als nur ein gewöhnlicher Ziegenbock. Als sich ihm die Gelegenheit bietet, Teil eines Profiteams im Roarball zu werden – einem schnellen, körperbetonten Sport, der von starken und furchteinflößenden Tieren beherrscht wird – steht er plötzlich vor seiner größten Herausforderung. Im Team trifft er auf skeptische Mitspieler, die sich schwer damit tun, ausgerechnet einem kleinen Neuling wie ihm zu vertrauen. Doch Will lässt sich nicht entmutigen. Mit Mut, Ausdauer und einer ordentlichen Portion Ehrgeiz will er zeigen, dass wahre Größe nicht von der Statur abhängt.

"G.O.A.T.: Bock auf große Sprünge" ist der neueste Animationsfilm von Sony Pictures Animation, der sich als energiegeladener Sportfilm entpuppt, in dem ein kleiner Ziegenbock namens Will Harris gegen die Eliten eines brutalen Basketball-ähnlichen Sports namens Roarball antritt. Regie führte Tyree Dillihay, mit Stimmen von Caleb McLaughlin als Will, Gabrielle Union und anderen, in einer Laufzeit von rund 100 Minuten, die sich wie eine Trainingsmontage anfühlt: schnell, schweißtreibend, aber letztlich vorhersehbar. Es ist ein Film, der seine Zuschauer - vor allem die Jüngeren - mit rohem Tempo und tierischem Humor bei der Stange halten will, doch ihm fehlen jene Momente der Stille, die eine echte emotionale Bindung schaffen könnten.


Die Story folgt dem klassischen Underdog-Muster: Der schmächtige Ziegenbock Will schließt sich einem Profiteam aus den viel mächtigeren Giraffen, Komodowaranen und Sträußen an, die ihn zunächst verachten, bis er durch Cleverness und Teamgeist siegt. Wie in vielen Sportfilmen gibt es Trainingssequenzen, Konflikte und einen Showdown, doch die Dramaturgie bleibt formelhaft, ohne echte Überraschungen oder nuancierte Motivationen. Die Figuren aber sind das Herzstück des Films: überzogene, spleenige Typen wie der großspurige Komodowaran oder der stoische Trainer sorgen für Lacher und emotionale Anker, auch wenn ihr Humor oft auf Körperkomik und Tierklischees setzt. 


Sony Pictures Animation glänzt hier erneut mit einem mutigen, dreckigen Stil, der bewusst von Disney/Pixars glatter Perfektion abweicht: verwaschene Texturen, unruhige Kamerafahrten, Split-Screens und Zeitlupen in Actionsequenzen erzeugen eine rohe, live-action-ähnliche Energie, die beispielsweise Verfolgungsjagden atemberaubend macht. Die Tierwelt fühlt sich lebendig an - Größenunterschiede, Fellstrukturen und urbane Settings vermitteln Regeln intuitiv, ohne weitere Exposition. "G.O.A.T.: Bock auf große Sprünge" erinnert in Teilen an "Spider-Man: Into The Spider-Verse", wo Innovation die Form vorantreibt. Leider ermüdet das sehr hohe Tempo auf Dauer, da wirkliche Ruhephasen fehlen.


"G.O.A.T.: Bock auf große Sprünge" leiht sich ganz offensichtlich von Disneys "Zoomania" die anthropomorphe Tierwelt mit Hierarchien zwischen kleinen und großen Tieren, inklusive des Außenseiters, der das etablierte System herausfordert - dort ein Hasen-Polizist gegen Vorurteile, hier eine Ziege gegen Sporteliten. Während aber "Zoomania" satirisch Vorurteile dekonstruiert und mit cleverem Plot-Twist glänzt, bleibt "G.O.A.T.: Bock auf große Sprünge" bei oberflächlichen Botschaften zu Teamwork und Selbstvertrauen, ohne wirklichen Biss. Die Stärken liegen eindeutig auf dem Figurenensemble und der hohen Gagdichte;  der Film opfert dafür emotionalen Tiefgang und verlässt sich eben auf die altbewährte Formel. Ist das schade? Ja. Macht des trotzdem Spaß? Auch ja. Der Film ist nämlich definitiv unterhaltsam (vor allem für Kids), aber kein Meilenstein.


Insgesamt verdient "G.O.A.T.: Bock auf große Sprünge" aber ein positives Ergebnis: Es überzeugt durch visuelle Wucht und Charme, scheitert aber an mangelnder Substanz. Für Familien ein Hit, für Erwachsene ein netter Zeitvertreib - doch wer bereits "Zoomania" (und dessen Sequel, sowie das darin enthalten Worldbuilding und die Vielfalt an quietschbunten Figuren und Charakteren liebt, vermisst vielleicht den letzten Kick, findet sich aber dennoch schnell in dieser unterhaltsamen, wenngleich altbekannten Geschichte wieder.

7/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: Sony

Samstag, 7. März 2026

The Bride! - The Bride!: Es lebe die Braut (2026)

https://www.imdb.com/de/title/tt30851137/

Chicago in den 1930er-Jahren: Frankensteins Monster (Christian Bale), stets von schier unendlicher Einsamkeit gequält, sucht die Hilfe der rätselhaften Dr. Euphronius (Annette Bening). Der innigste Wunsch des Monsters: eine Gefährtin, die an seiner Seite steht. Gemeinsam machen sich die beiden also an ein düsteres Werk - sie wählen eine Frau als Opfer aus und bringen ihren Leichnam (Jessie Buckley) mit wissenschaftlicher Raffinesse zurück ins Leben. Was zunächst als grausames Experiment beginnt, verwandelt sich schon bald in eine leidenschaftliche Liebesgeschichte zwischen dem Monster und seiner wiedergängerischen Braut. Doch die ungewöhnliche Romanze bleibt nicht unentdeckt: Schon bald setzt die Polizei alles daran, das ungleiche Paar zu jagen - und ihre Liebe muss sich einer gefährlichen Bewährungsprobe stellen...

Das Remake des Monsterfilmklassikers "Frankensteins Braut" aus dem Jahre 1935 ist weniger ein Remake als eine Art kommentierende Antwort auf "Frankensteins Braut" - und stellt die Figur, die 1935 kaum drei Minuten sprechen durfte, radikal in den Mittelpunkt. Regisseurin Maggie Gyllenhaal inszeniert ein lautes, exzessives Horror-Musical, das James Whales elegantes Gothic-Märchen nicht nur erneuern oder gar ersetzen, sondern hinterfragen will: Was wäre, wenn die Braut sich weigert, Projektionsfläche zu bleiben? "The Bride!: Es lebe die Braut" verlegt die Geschichte in die 1930er Jahre, zwischen Speakeasies, Großstadtneon und Monster-Mythos: Frank - ein von Doktor Frankenstein erschaffenes, lustvolles Monster - sucht in New York die Wissenschaftlerin Doktor Euphronious auf, um eine Gefährtin zu finden. Durch einen Zufall exhumieren sie Ida, eine junge Frau, die zuvor in einem Chicagoer Nachtclub die Aufmerksamkeit von Mary Shelley selbst auf sich zog - als Geistfigur, die "noch so viel mehr hätte sagen wollen" als in ihrem Roman. Ida wird zur Braut, und zwischen ihr und Frank entspinnt sich eine wilde, anarchische Romanze, während Polizei und Öffentlichkeit auf dieses "unmögliche" Liebespaar reagieren und ein radikaler sozialer Aufruhr entsteht. 

Formell baut Gyllenhaal auf opulente Ausstattung, IMAX-Bilder von Kameramann Lawrence Sher und große Musicalnummern - ein bewusst großes Studioprojekt mit einem Budget um 80 Millionen Dollar.  Hildur Guðnadóttir komponiert die Musik, unterstützt von Fever Ray, was den Film klar in eine zeitgenössische, experimentell-poppige Klangwelt versetzt, weit entfernt von den klassisch-romantischen Horror-Scores der 1930er. James Whales "Frankensteins Braut" war schon 1935 weniger simples Sequel als makaber-ironischer Kommentar auf die Figur des Monsters und auf religiöse wie gesellschaftliche Moralvorstellungen seiner Zeit. Elsa Lanchesters Braut erscheint erst am Schluss, ist visuell ikonisch - die ikonische, hochstehende Frisur mit dem weißen seitlichen "Blitz", der bandagierte Körper - aber dramatisch fast stumm, ein Geschöpf, das sich vor dem Monster entsetzt und im Finale gemeinsam mit ihm vernichtet wird.  Die eigentliche Hauptfigur ist das Monster selbst, tragisch und kindlich, während die Braut zur Pointe einer tragischen Groteske wird.   

Gyllenhaal knüpft genau hier an: Sie nimmt eine Figur, die in der Filmgeschichte als Bild existiert, aber nie als Subjekt, und fragt: Was geht in dieser Kreatur vor, wenn sie nicht sofort "Nein" sagt und im Labor explodiert - sondern lebt, liebt, denkt? Gyllenhaal macht damit das, was man locker als "Punkrock-Horror-Story" beschreiben könnte: Sie dreht die Blickrichtung um, von der Frage "Bekommt das Monster seine Frau?" hin zu "Was, wenn diese Frau das System zerlegt, das sie erschaffen hat?"  Wo Whale noch tief im Produktionskodex, in Zensur und in heteronormativen Konventionen verankert war, erlaubt sich "The Bride!: Es lebe die Braut" offene Sexualität, queere und feministische Untertöne und einen expliziten politischen Gestus - inklusive der Entscheidung, Gewaltspitzen in der Postproduktion wieder zurückzunehmen, weil der Film nicht zum reinen Schockkino werden soll.

Jessie Buckley trägt den neuen Film mit einer Dreifachrolle: als Ida, als reanimierte Braut und als Mary Shelley - eine Entscheidung, die die Autorin selbst als Figur in das Geflecht von Schöpferin, Kreatur und Legende einbindet. Christian Bale spielt Frank, das Monster, diesmal weniger stumm-tragisch als charismatischer, aber gefährlicher Außenseiter, dessen Wunsch nach Liebe immer wieder in Besitzanspruch kippt. Annette Bening als Dr. Euphronious und Penélope Cruz als Myrna Mallow geben dem Ensemble zusätzliche Gravitation; Jake Gyllenhaal und Peter Sarsgaard ergänzen das Panorama derjenigen, die von der "neuen Frau" fasziniert, verängstigt oder bedroht sind. Im Originalfilm von 1935 war Elsa Lanchester gleichzeitig Mary Shelley und die Braut - aber die Mary-Shelley-Szene diente hauptsächlich dazu, den Film literarisch zu rahmen. Gyllenhaal greift diese Doppeldeutigkeit sichtbar auf und radikalisiert ihn: Wenn Buckley wiederum Mary Shelley spielt, wird die Autorin zur inneren Stimme der Braut - eine Art Selbstkorrektur der eigenen Geschichte, die damals unausgesprochen blieb. 

"The Bride!: Es lebe die Braut" ist weniger daran zu messen, ob sie dem Original gerecht wird, sondern daran, ob sie eine eigene moralische und emotionale Wahrheit findet. Der Film versucht nicht, Whales Meisterwerk zu übertreffen; er versucht, mit ihm zu sprechen. Er nimmt die ikonische Stummheit der Braut, füllt sie mit Gesang, Wut und Humor - und riskiert damit Überladung, Kitsch, vielleicht sogar den Vorwurf der Radikalität auf Bestellung. Aber genau dieses Risiko gehört immer auch zum lebendigen Kino: Wenn ein Film mit einem so kanonischen Text ringt, kann er abstürzen oder etwas Neues freilegen. "Frankensteins Braut" bleibt das fein geschnitzte, ironisch-melancholische Kleinod der Universal-Ära. "The Bride!: Es lebe die Braut" ist nun seine laute Enkelin, die mit Neonlicht, Choreografien und wütenden Liebesliedern in denselben Saal stürmt und schreit: "Ich war damals nur eine Pointe. Jetzt erzähle ich meinen eigenen Film!"

7/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/ArtworkWarner Bros./First Love Films/In The Current Company

Donnerstag, 5. März 2026

Possession (1981)

https://www.imdb.com/de/title/tt0082933/

Der Agent Mark (Sam Neill) erledigt für die Regierung verschiedene, diskrete Angelegenheiten, die ihn oft mit einem Koffer voller Geld für einige Tage an weit entfernte Orte führen. Als er eines Tages von einem Auftrag zurückkehrt, bittet ihn seine Frau Anna (Isabelle Adjani) ohne Angabe von Gründen um die Scheidung. Obwohl Mark die Ehe lieber retten würde, stimmt er der Scheidung zu und überlässt Anna das Sorgerecht für ihren gemeinsamen Sohn Bob (Michael Hogben) und das Apartment. Doch er kann nicht loslassen. Er entwickelt eine Sehnsucht nach ihr, die bald in eine Obsession umschlägt. Als er Annas Apartment aufsucht, findet er nur den vernachlässigten Sohn vor. Von einer Freundin Annas erfährt er schließlich, dass diese sich schon seit Längerem sehr merkwürdig verhält und des Öfteren für einige Zeit unauffindbar ist. Nach und nach dämmert Mark, dass mit Anna etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist...

"Possession" ist kein Horrorfilm im üblichen Sinn, sondern ein fiebriger Albtraum aus einer Ehe, die buchstäblich auseinanderfetzt - ein Werk, das so roh und überwältigend ist, dass man sich fühlt, als würde man ein privates Inferno belauschen. Regisseur Andrzej Żuławskis radikales Meisterwerk aus dem geteilten Berlin fühlt sich an wie ein Nervenzusammenbruch, den man miterlebt - ein Film, der Ehekrisen nicht psychologisiert, sondern in pure, körperliche Agonie verwandelt. Ein Film, der erst nach zwei Stunden endet, aber tagelang nachhallt; es ist das Kino als Schreikabine, in dem Isabelle Adjani und Sam Neill eine Beziehung auseinandernehmen, bis nur noch Schleim und Doppelgänger übrigbleiben.  

Mark (Sam Neill), ein Spion, kehrt nach langem Auslandaufenthalt in seine Berliner Wohnung zurück und findet seine Frau Anna (Isabelle Adjani) verändert: Sie will sich scheiden lassen, schläft mit dem esoterischen Heinrich (Heinz Bennent) und zieht schließlich in eine schimmlige Sublet-Wohnung um die Ecke, wo sie etwas Unaussprechliches verbirgt.  Was als banales Beziehungsdrama beginnt - endlose Streitereien, Schuldzuweisungen, das Kind Bob als stummer Zeuge -, eskaliert rasch in Body Horror: Anna erleidet in einer U-Bahn-Station eine blutige Ekstase, tanzt wie von Furien besessen, und aus ihrer Wohnung kriecht ein tentakelbewehrtes Geschöpf, das sie nährt und liebt. Was als Scheidungskrise beginnt, eskaliert in Hysterie, Tentakelungeheuer und Doppelgänger, bis die gesamte Realität zerbricht. 

Żuławski filmt die erste Stunde wie einen Krieg der Geschlechter: er dreht mit Handkamera durch enge Berliner Treppenhäuser und U-Bahnen, schafft Klaustrophobie ohne Effekte - nur mit Schauspielern, die explodieren und Schreien, die durch graue Treppenhäuser hallen. Bruno Nuyttens Licht fängt Schatten wie lebende Wesen ein, Andrzej Korzyńskis Score mischt dissonante Streicher mit sakralen Chören, und die berüchtigte U-Bahn-Szene mit Adjani wird zur Achse des Films: Sie spuckt Blut, verliert eine Fehlgeburt und tanzt sich in Trance - ein Moment purer physischer Katharsis, der an die Ekstase-Filme von Pasolini erinnert. Carlo Rambaldis Tentakelmonster, ein schlaffer Phallus aus Schleim und Tentakeln, ist keine CGI-Farce, sondern eine greifbare Metapher für unterdrückte Triebe, die ausbrechen. Isabelle Adjani gewann für ihre Anna den César als beste Darstellerin - und das völlig zu Recht: Sie ist Raserei, Verführung und Wahnsinn in einem, eine Frau, die ihre Besessenheit nicht nur spielt, sondern lebt; ihre Schreie durchschneiden den Zuschauer wie Glasscherben. Sam Neill kontert als Mark mit unterdrückter Wut, die in Paranoia kippt; sein langsamer Zerfall, vom kontrollierten Spion zum zitternden Wrack, ist ebenso fesselnd. Adjani und Neill spielen mit einer nie dagewesenen Intensität; ihre Szenen sind so körperlich, dass man die Erschöpfung spürt. Heinz Bennent und Margit Carstensen ergänzen als Heinrich und Helen, die voyeuristische Umwelt, die das Chaos beobachtet.

"Possession" ist keine Allegorie mit Lösung, sondern ein fiebriger Blick auf das Scheitern: Die Ehe als Labor, in dem Menschen mutieren, Besessenheit als Flucht vor der Langeweile des Alltags, Berlin als Kulisse kalter Teilung. Ein Film, der nicht erklärt, sondern überwältigt, und dadurch tiefer ins Bewusstsein sickert als rationale Analysen. In Zeiten von Paartherapie wirkt er radikaler denn je: Was, wenn Liebe nicht heilt, sondern zerstört? "Possession" ist definitiv kein gemütlicher Horrorabend, sondern ein Trauma auf Zelluloid - 127 Minuten, die man erleidet und nie vergisst. 

8/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/ArtworkGaumont/Oliane Productions/Marianne Productions/Soma Film Produktion

The Beauty (2026)

https://www.imdb.com/title/tt33517752/

Als in der Welt der internationalen Supermodels plötzlich rätselhafte Todesfälle auftreten, werden die FBI-Agenten Cooper Madsen (Evan Peters) und Jordan Bennett (Rebecca Hall) nach Paris entsandt, um die Hintergründe zu untersuchen. Schon bald entdecken sie, dass hinter dem Glamour und der Perfektion ein gefährliches Geheimnis lauert. Ein mysteriöser Virus verwandelt Menschen äußerlich in scheinbar perfekte Versionen ihrer selbst, doch bringt auch tödliche Nebenwirkungen mit sich. Im Zentrum dieser globalen Bedrohung steht "The Corporation" und ihr undurchsichtiger Anführer, der die mächtige Wunderdroge "The Beauty" entwickelt hat und alles daran setzt, seine Macht zu sichern. Während die Ermittler zwischen europäischen Metropolen agieren, wird der Außenseiter Jeremy (Jeremy Pope) unversehens in den Strudel aus Gier, Machtspielen und genetischer Manipulation gezogen.

https://www.imdb.com/title/tt33520107/
1. Beautiful Pilot
Mitten in einer Balenciaga-Modenschau in Paris randaliert Supermodel Ruby Rossdale plötzlich durch die Stadt. Sie zeigt unberechenbares, gewalttätiges Verhalten, übermenschliche Kräfte und Widerstandsfähigkeit sowie eine Fixierung auf Wasser, bevor sie sich selbst entzündet und explodiert. Bei ihren Ermittlungen entdecken die FBI-Agenten Cooper Madsen und Jordan Bennett, dass Rossdale - wie auch andere Models, die unter ähnlichen Umständen starben - ihre Karrieren zwei Jahre zuvor begonnen hatten, vorher keine Präsenz in den sozialen Medien hatten und alle positiv auf ein hochvirulentes, sexuell übertragbares Virus getestet wurden. Zur gleichen Zeit versucht ein einsamer und zielloser junger Mann namens Jeremy, attraktiver zu werden. Er folgt der Empfehlung eines Internet-Chatrooms für eine mysteriöse "Lösung" und begibt sich in ein Schönheitszentrum namens ANUU ("A New You"), wo ihm ein Spezialist namens Dr. Dilegre eine neue Gesichtsstruktur verpasst. Nachdem Jeremy in einer Bar von drei attraktiven Frauen hereingelegt wird, die ihm vorgaukeln, ihn anziehend zu finden, damit er ihre Rechnung bezahlt, kehrt er wütend zur ANUU zurück und erschießt mehrere Angestellte, bis Dilegre ihm eine experimentelle Behandlung zustimmt. In einem Hotel angekommen, hat Jeremy Geschlechtsverkehr mit einer mysteriösen Frau namens Claire. Anschließend durchläuft er eine Art forcierte Verpuppung und schlüpft aus dem damit entstehenden Kokon mit einem neuen Körper. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt35115562/
2. Beautiful Jordan
Cooper und Jordan reisen nach Venedig, um einen Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus zu untersuchen. Dort finden sie die ägyptische Hieroglyphe "Nefer", was "Schönheit" oder auch "Vollkommenheit" bedeutet, mit Blut an eine Wand in der Nähe des Opfers gemalt. Sie vermuten, dass das Opfer im Rahmen einer organisierten Operation getötet wurde. Später entdecken sie ein Video, das von einem früheren Opfer veröffentlicht wurde und in dem sie wiederholt "Tu es nicht!" sagt, bevor sie erfahren, dass eine Redaktionsassistentin der Vogue in New York in Flammen aufgegangen ist. In ihrer letzten Nacht in Italien sprechen die beiden über ihre sexuelle Beziehung. Jordan betont ihren Wunsch nach einer unverbindlichen Affäre, während Cooper seine nihilistische Überzeugung äußert, dass alles menschliche Verhalten von Sex getrieben sei und er kein Interesse an traditioneller Monogamie oder Bindung habe - was sie verletzt. Später am Abend hat Jordan eine sexuelle Begegnung mit einem mysteriösen Mann. Anschließend durchläuft sie eine ähnliche Transformation wie Jeremy und schlüpft mit einen neuen Körper. Cooper bereitet sich derweil auf seine Abreise nach New York vor. Obwohl er von zwei unbekannten Angreifern attackiert wird, kann er beide schließlich töten. In Rom eliminiert ein Attentäter im Auftrag des milliardenschweren Tech-Moguls Byron "The Corporation" Forst Menschen. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt35115563/
3. Beautiful Christopher Cross
In New York City randaliert Harper Rose, eine Assistenzredakteurin der Vogue, bei Condé Nast und infiziert dabei zahlreiche Umstehende, bevor sie in Flammen aufgeht. In Venedig wird Cooper von der italienischen Polizei festgenommen und verhört, bevor FBI-Supervisor Meyer Williams ihn freilässt und nach New York schickt, nachdem sein Virustest negativ ausgefallen ist. In Rom foltert der Assassine einen "Läufer", der das Virus ohne Genehmigung verbreitet hat. Anschließend beauftragt Byron ihn, Dr. Dilegre zu töten, weil dieser einen infizierten Klienten behandelt hat. Franny, Byrons von ihm getrennt lebende Frau, informiert ihn, dass ihr Sohn Tig einen Rückfall erlitten hat und sich in einer Methadon-Klinik befindet. Byron weigert sich jedoch, ihn zu besuchen. Als der Assassine Dr. Dilegre erreicht, zwingt er ihn, ihm bei der Suche nach Jeremy zu helfen, bevor er ihn tötet. Der Assassine nimmt Jeremy gefangen und zwingt ihn, ihm bei der Suche nach Marcy zu helfen, einem Dienstmädchen, das Jeremy infiziert hatte. Während der Fahrt zu ihrem Haus erklärt der Assassine Jeremy seine Überzeugung, dass die Welt grausam zu denen sei, die nicht schön sind. Dann enthüllt er, dass er von Byron angeheuert wurde, um Menschen zu töten, die das Virus vor dem Börsengang seines Unternehmens verbreitet haben. Nach ihrer Ankunft überwältigen die beiden Marcy, bevor der Assassine sich darauf vorbereitet, Jeremy zu töten. Da der Letztere sich unterwürfig verhält, beschließt der Assassine, ihn stattdessen als Lehrling anzuwerben. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt35115564/
4. Beautiful Chimp Face
In einer Rückblende sieht man Cooper und Jordan bei einem Date in Rom, bei dem sie andeuten, romantische Gefühle füreinander zu hegen. In der Gegenwart befragt Cooper zwei Überlebende von Harpers Amoklauf: ihren Freund Ashley Sanders, der vermutlich zuvor ungeschützten Sex mit ihr hatte und möglicherweise infiziert ist, und Manny, den Ashley als Sexualstraftäter bezeichnet. Manny interessiert sich für Cooper, bevor er selbst Amok läuft. Cooper verfolgt ihn in einen Hochsicherheitsraum mit menschlichen Häuten, die von "schönen" Menschen vor ihrem Tod gespendet wurden. Dort verwandelt sich Manny und greift Cooper an, dem er die Schuld an den Geschehnissen gibt. Cooper erhält Verstärkung und überwältigt Manny. Einige Zeit später trifft die "neue" Jordan wieder auf Cooper und versucht sich ihm zu erkennen zu geben. Gleichzeitig trainiert der Attentäter den eifrigen Jeremy, während Byron sich Auffrischungsspritzen gibt, um seinen Körper stabil zu halten. Er verkündet, dass der "Welttag der Schönheit" der offizielle öffentliche Startschuss für sein neues Medikament sein wird, ignoriert die Bedenken des Wissenschaftlers Dr. Ray Lee bezüglich mangelnder Tests und mutierter Varianten von Drittanbietern und ordnet eine Verdünnung des Mittels bei gleichzeitiger Verdopplung der Produktion an. - 8/10

https://m.imdb.com/de/title/tt35115565/
5. Beautiful Billionaires
In einer Rückblende trifft sich Byron mit anderen Milliardären zu einer exklusiven Studie einer von Ray entwickelten experimentellen Gentherapie. Nach seiner Verwandlung tötet Byron die anderen Milliardäre und Zeugen, bevor er Dr. Ray Lee entführt, um sicherzustellen, dass er alleiniger Inhaber seiner Arbeit wird. In der Gegenwart erkennt Cooper endlich Jordans Identität und umarmt sie. Nachdem er erfahren hat, was mit ihr geschehen ist, verspricht er ihr, ihr zu helfen, die Nebenwirkungen der Infektion abzuwenden, und besteht darauf, dass sie den Kontakt zu den Behörden meidet, um einer Quarantäne zu entgehen. Währenddessen foltern der Attentäter und Jeremy einen Mann namens Nate, der sich bei einer Prostituierten mit dem Virus infiziert und es an mehrere Personen weitergegeben hat, um Informationen zu erhalten. Anschließend befiehlt Byron dem Attentäter, Cooper zu eliminieren. Als Cooper und Jordan zu Coopers Wohnung zurückkehren, finden sie Nates Leiche und die Hieroglyphe "Nefer" an der Wand. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt35115567/
6. Beautiful Patient Zero
In einer Rückblende, kurz nach Dr. Rays Lees Entführung, bemerkt Byron Nebenwirkungen des Mittels und lässt ihn am Leben, damit dieser die Formel perfektionieren kann. Gleichzeitig will er alle Virusträger töten, um zu verhindern, dass das Virus zu einer Straßendroge wird. Später versucht Byron, Franny von der Einnahme der Droge zu überzeugen. Er erläutert ihr seinen Plan, sich selbst und die dadurch verliehene extreme kosmetische Wirkung zu nutzen, um Macht zu erlangen und die Gesetze der FDA zu umgehen. Sie lehnt jedoch ab und droht, ihn zu entlarven. Ray entdeckt, dass das Virus nach 855 Tagen eine "Zündketose" (eine Art beschleunigter Stoffwechselzustand, bei dem Fett statt Kohlehydrate als natürliche Energiequelle genutzt wird) auslöst und verspricht, ein Heilmittel zu finden, das Byron zusammen mit dem Virus verkaufen kann. Rays Kollegen Mike und Clara freunden sich unterdessen aufgrund ihrer Unsicherheiten bezüglich ihres Aussehens und ihres Selbstbewusstseins an. Nach einem Experiment mit einem Schimpansen stiehlt Mike zwei Ampullen und verabreicht sie sich und Clara. Zwei Jahre später exekutiert der Attentäter Mike in Rom, um zu verhindern, dass sich das Virus unkontrolliert ausbreitet. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt35115569/
7. Beautiful Living Rooms
Cooper bringt Jordan in ein sicheres Haus, wo sie ihm ihre Liebe gesteht. Byron besucht Meyer und seine Frau Juliana und bietet ihnen an, ihre Tochter Joey mit dem "Schönen" von ihrer Progerie zu heilen. Außerdem will er Dosen für sie und eine finanzielle Entschädigung erhalten, wenn sie im Gegenzug die FBI-Ermittlungen einstellen und Cooper ausliefern. Sie gehen auf Byrons Angebot ein. Anderswo drängt Jeremy den Attentäter, seine Vergangenheit und seinen Namen, Antonio, preiszugeben, und die beiden finden durch ähnliche Familientraumata zueinander. Meyer verschafft Cooper Zugang zum NIH, um eine DNA-Probe zu entnehmen, bevor der Attentäter und Jeremy ihn und Jordan im Krankenhaus überfallen. Der Attentäter zwingt Cooper zur Kapitulation, indem er Jordan bedroht, für die Cooper Gefühle hegt. Beide werden gefangen genommen. Anschließend unterziehen sich Meyer, Juliana und Joey der Schönheitsbehandlung und werden als neu verwandelte Familie wieder vereint, während Byron stolz zusieht. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt35115568/
8. Beautiful Brothers
Während Byron seine Präsentation für die bevorstehende Markteinführung von "Beauty" vorbereitet, kürzt er das Budget seines Unternehmens und löst die anderen Abteilungen auf, um in das Medikament zu reinvestieren. Später wendet er die "Beauty"-Prozedur an seinen entfremdeten Söhnen Tig und Gunther an, um sie vor einer Überdosis zu retten; Franny schwört Byron daraufhin Rache. Unterdessen wird der Assassine von Byron verraten, bevor er, Jeremy, Cooper und Jordan in eine Quarantäneeinrichtung der NIH gebracht werden, wo die Überlebenden des Condé-Nast-Vorfalls von Söldnern getötet wurden. Jeremy und der Assassine streiten sich über die Nebenwirkungen von "Beauty", bis Cooper sie trennt. Anschließend wird er von Meyer, inzwischen Vorgesetzter bei den NIH, vorgeladen und angewiesen, Befehle zu befolgen. Nach seiner Rückkehr beteiligt sich Cooper an einem Fluchtversuch der anderen. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt35115570/
9. Beautiful Evolution
Dr. Diana Sterling entpuppt sich als Drahtzieherin hinter Coopers, Jordans, des Attentäters und Jeremys Flucht. Sie erklärt die Geschichte der Deacons und bittet um Hilfe bei der Ermordung von Byron. Da Cooper bereits weiß, wie der Attentäter, Jeremy und Jordan aussehen, muss er sich "The Beauty" aneignen und sein neues Aussehen nutzen, um ihnen nahe genug zu kommen. Cooper willigt ein, solange er sich durch Geschlechtsverkehr mit Jordan infiziert, anstatt durch eine Injektion. Der Attentäter, Jeremy und Jordan sind alarmiert, da Coopers Verwandlung, anders als ihre eigene, länger und schmerzhafter verläuft, und sind schockiert, als Cooper als gesunder Jugendlicher wieder auftaucht. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt35115572/
10. Beautiful Beauty Day
Nach Coopers Verwandlung schmieden er, Jordan, der Assassine und Jeremy einen Plan, um Byron zu ermorden. Doch sie kommen zu spät, denn "The Beauty" wird plötzlich einen Tag früher als erwartet weltweit veröffentlicht. Eine Woche später ist die Highschool-Schülerin Bella Grant wie besessen von "The Beauty", nachdem ihre beste Freundin Ruthie, deren Nasen-OP misslungen ist, die Behandlung erfolgreich durchführt und von ihren Eltern mit einem luxuriösen Erlebnis verwöhnt wird. Da Bella sich die Behandlung offiziell nicht leisten kann und ihre Eltern dagegen sind, gibt Ruthie ihr einen Zettel mit einer Telefonnummer, unter der sie "The Beauty" kostenlos und auf inoffiziellem Weg erhalten kann. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt38262591/
11. Beautiful Betrayal
Tig und Gunther verabreichen Franny gegen ihren Willen "The Beauty", um Byron zu gefallen. Daraufhin versucht sie, sich das Leben zu nehmen, doch Byron lässt ihren Körper dank der regenerativen Eigenschaften des Mittels stabilisieren. Bella unterzieht sich derweil der Behandlung mit "The Beauty" durch Geschlechtsverkehr mit einem Mann namens Conor, der zuvor eine zweite Dosis eingenommen hat, um die Wirkung zu verstärken. Nach ihrer Verwandlung entdeckt Bellas Mutter entsetzt groteske Mutationen. Nachdem Byron erfährt, dass Öffentlichkeit und Regierung "The Beauty" aufgrund der weit verbreiteten Nebenwirkungen nicht mehr unterstützen, beschließt er, den Verkauf einzustellen und das Projekt einzustellen, um in Heilmittel und Verbesserungen zu investieren. Gleichzeitig bietet er kostenlose Booster an. Tig, der das Medikament weiterhin vertreiben und Byrons Vermögen erben will, heuert Diana, Cooper, Jordan, den Assassinen und Jeremy an, um ihn zu ermorden. Im Gegenzug erhält Cooper ein unerprobtes Medikament, um die Wirkung von "The Beauty" rückgängig zu machen, und die anderen sind verblüfft, als er nach seiner Verwandlung wieder auftaucht. - 8/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: FX/Hulu/Disney

Montag, 2. März 2026

La Regina dei Cannibali - Zombie 3 - Zombi Holocaust - Zombies unter Kannibalen (1980)

https://www.imdb.com/de/title/tt0079788/

Aus einem Krankenhaus in New York verschwinden immer wieder Leichenteile und sogar Organe. Die Ermittlungen führen zu einem Krankenpfleger, der aus Südostasien stammt. Doch groß Zeit zu einer Befragung gibt es nicht, da der Mann unter mysteriösen Umständen kurz darauf stirbt. Jedoch gibt er der Wissenschaftlerin Lori Ridgeway (Alexandra Delli Colli) noch einen Hinweis, dass alle Fragen auf der kleinen Insel Kito beantwortet werden können. Als sich auch in anderen Städten solche Vorfälle häufen, wird ein Einsatztrupp unter der Leitung von Peter Chandler (Ian McCulloch) zusammengestellt, der sich auf den Weg nach Kito macht. Dort angekommen, trifft die Gruppe auf einen Stamm voller Kannibalen. Nur unter größten Mühen und der Hilfe von menschenähnlichen Wesen gelingt es Lori und Peter den Menschenfressern zu entkommen. Doch das ist erst der Beginn eines Horror-Trips, der für die beiden noch ein schreckliches Geheimnis bereithält…

"Zombies unter Kannibalen" ist einer jener wilden italienischen Exploitation-Filme der 1980er, die Zombies und Kannibalen in einem tropischen Wahnsinn zusammenwerfen - eine Mischung aus Fulcis "Zombi 2" und den blutigen Kannibalen-Abenteuern wie "Cannibal Holocaust". Die Handlung beginnt in New York, wo ein Kannibale aus den Molukken-Inseln Leichen im Krankenhaus zerfleischt, was eine Expedition unter Leitung des Arztes Peter Chandler (Ian McCulloch) auslöst. Doch auf der Insel lauern  nicht nur Kannibalen und Zombies, sondern auch der wahnsinnige Doktor Obrero (Donald O’Brien), der Experimente an Toten und Lebenden durchführt. Regisseur Marino Girolami (unter Pseudonym Frank Martin) liefert 84 Minuten reines Splatter-Chaos, mit Gore-Effekten von Maurizio Trani, die Augäpfel herausreißen und Eingeweide fressen lassen, untermalt von Nico Fidencos treibendem Score. 

Girolami leiht sich hemmungslos Elemente von besseren Vorgängern: Die Zombies stolpern wie Fulcis Untote durch den Dschungel, während Kannibalen-Szenen rassistische Klischees bedienen - eine "primitiven Wilden"-Phantasie, die selbst für damalige Italo-Horror-Standards plump wirkt. McCulloch spielt den stoischen Helden wie immer (siehe "Zombie"), Alexandra Delli Colli als Anthropologin Lori wird Kannibalenkönigin, doch Dialoge und Schauspiel sind sichtbar holprig; Delli Colli glänzt vor allem in Nacktszenen, die exploitation-typisch obligatorisch sind. Die Effekte sind cartoonhaft übertrieben, was "so-bad-it’s-good"-Fans begeistern sollte, aber die Atmosphäre fast vollständig killt. 

Der Film kritisiert scheinbar Kolonialismus und Rassismus, verheddert sich aber in Xenophobie und reiner Gore-Lust. Am Ende ist "Zombies unter Kannibalen" wie ein Billig-Bier nach einer langen Nacht: erfrischend schockierend, aber ohne Tiefe oder Nachhall. Für Splatter-Enthusiasten ein Kult-Klassiker, für alle anderen ein Skip - es fehlt der Funke, der aus Trash Kunst macht.

5,5/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/ArtworkEurociné/Eurofilms

Sonntag, 1. März 2026

Saving Mr. Banks (2013)

https://www.imdb.com/title/tt2140373/

In den 1940er Jahren verspricht Walt Disney (Tom Hanks) seinen beiden Töchtern, dass er aus ihrem Lieblingsbuch "Mary Poppins" einen Film machen wird. Allerdings durchkreuzt die Autorin des Romans, P.L. Travers (Emma Thompson), seine Pläne und weigert sich, ihm die Filmrechte zu verkaufen. Erst nach jahrelangen Verhandlungen reist Travers 1961 schließlich von London nach Hollywood, um persönlich mit dem Produzenten über dessen Vorhaben zu sprechen. Doch sie ist weiterhin kaum bereit, Kompromisse bei der Adaption ihres Buchs einzugehen und lehnt Disneys Vorhaben, ein Musical aus "Mary Poppins" zu machen, strikt ab. Travers' Arbeitssitzungen mit dem Drehbuchautoren Don DaGradi (Bradley Whitford) und den Komponisten Richard (Jason Schwartzman) und Robert Sherman (B.J. Novak) sind von gegenseitigem Unverständnis geprägt. Bald zeigt sich, dass ihre Abwehrhaltung längst nicht nur rein künstlerische, sondern auch sehr persönliche Gründe hat, die mit ihren Erinnerungen an ihren Vater Travers Goff (Colin Farrell) zusammenhängen. Walt Disney ist aber nicht bereit, seinen eigenen Traum von "Mary Poppins" aufzugeben...

"Saving Mr. Banks" ist ein herzerwärmendes Drama über Kreativität, Verlust und die Magie hinter dem Disney-Spielfilm "Mary Poppins", das die Disney-Maschine auf gewisser Ebene als menschlich entlarvt - ein Duell zwischen Sturheit und Charme, gespickt mit Rückblenden in eine schmerzhafte Kindheit. Der titelgebende Name Mr. Banks bezieht dabei auf den Vater der Familie George Banks, der später im Realfilm von 1964 das Kindermädchen Mary Poppins, die mit aufgespanntem Regenschirm vom Himmel geschwebt kommt, anheuert. "Saving Mr. Banks" ist so weniger ein Biopic, als ein kurzer Ausschnitt im Leben von Walt Disney und der Disney Studios. Im Jahr 1961 reist die britische Autorin P. L. Travers (Emma Thompson, bissig und verletzlich) widerwillig nach Los Angeles, um Walt Disney (Tom Hanks, jovial mit verborgener Tiefe) die Rechte an ihrem Buch zu überlassen. Und während er mit Songs und Storyboards für den Film wirbt, enthüllen Flashbacks ihren trauernden Vater als Inspiration für Mr. Banks. 

Thompson verkörpert Travers als zimperliche Perfektionistin, deren Spitzen gegen Animationsfirmen und Animation "keine Magie, nur Tricks" sind - doch unter der Schale lauert Trauma: Ihr Vater, ein charmanter Bankangestellter in Australien, versinkt im Alkohol und stirbt jung, was Travers' Schreiben zu einer Art Rettung macht. Hanks' Disney ist kein Karikaturist, sondern ein hartnäckiger Enthusiast, der 20 Jahre wartete und nun mit Sherman-Brüdern-Liedern wie "Supercalifragilisticexpialigetisch" (im Original "Supercalifragilisticexpialidocious") lockt; die Probelesen-Szenen, wo Travers' Tränen fließen, sind pure Katharsis. Regisseur John Lee Hancock balanciert Humor (besonders mit Travers' Chauffeur Ralph, gespielt von Paul Giamatti) und Melancholie, ohne jemals in puren Kitsch abzugleiten. Die Chemie zwischen Hanks und Thompson passt hervorragend und Thomas Newmans Score, der Nostalgie webt, passt punktgenau. 

Jedoch trübt Travers' reale Ablehnung des fertigen "Mary Poppins" den Gesamteindruck. Laut belegter geschichtlicher Überlieferung war Travis mit dem Mary-Poppins-Film von Walt Disney aus dem Jahr 1964, an dessen Drehbuchkonzeption Travers überdies mitgewirkt hatte, in weiten Teilen nicht einverstanden. Sie fand die Musik der Sherman-Brüder unpassend, das Kindermädchen nicht streng genug und die Umsetzung insgesamt zu süßlich. Am meisten missfielen ihr jedoch die Animationen. Nach der Premiere bat sie Walt Disney persönlich, die Animationen vor der Veröffentlichung des Films restlos zu entfernen, eine Bitte, die Disney ihr prompt ausschlug. Deswegen weigerte sie sich auch, die Filmrechte an einem der anderen Bände zu veräußern, obwohl Disney danach fragte. Diese Tatsache wird im Film massiv verharmlost, Flashbacks wirken manipulativ und etwas klischeehaft. "Saving Mr. Banks" stellt sich damit auf eine Seite und ist damit kein neutrales Biopic, sondern ein reines Tribut an das Geschichtenerzählen - Travers "rettet" Mr. Banks, indem sie ihn idealisiert, und Disney rettet sie finanziell. Dennoch besitzt der Film auch eine gewisse, wenngleich hintergründige Authentizität: Das Schreibmaschinengeklapper und die Tonstudio-Sessions fühlen sich echt und lebendig an. Trotz der oben beschriebenen Ungenauigkeiten ist "Saving Mr. Banks" am Ende aber doch ein Film, der den Zuschauer lehrt, warum Geschichten heilen: Er nimmt ein Märchen auseinander und setzt es liebevoll wieder zusammen.

7,5/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: Disney

Samstag, 28. Februar 2026

Hoppers (2026)

https://www.imdb.com/de/title/tt26443616/

Wissenschaftler haben eine Technologie entwickelt, mit der menschliches Bewusstsein in lebensechte Robotertiere "gehüpft" werden kann, sodass Menschen als Tiere mit echten Tieren sprechen können. Die tiervernarrte Teenagerin Mabel nutzt diese Technik und übernimmt den Körper eines 3D‑gedruckten Robo-Bibers, um die Geheimnisse der Tierwelt zu erforschen. Dabei freundet sie sich mit dem echten Biberkönig George an und erkennt, dass ein gieriger Bürgermeister beziehungsweise Bauträger plant, den Lebensraum der Tiere zu zerstören. Gemeinsam mit den Tieren versucht Mabel, diesen Plan zu vereiteln, gerät aber zunehmend in einen Konflikt zwischen ihrem Eingreifen und dem natürlichen Gleichgewicht des Ökosystems.

"Hoppers" ist einer dieser Pixar-Filme, die auf dem Papier wie eine reine High-Concept-Spielerei  ohne wirkliche Relevanz wirken - und dann, Szene für Szene, zu etwas werden, das viel persönlicher ist, als die Prämisse vermuten lässt. Es ist eine Studie über Verantwortung, Macht und die Frage, was wir der Welt schulden, die wir bewohnen. Die Ausgangssituation ist bewusst überdreht: Wissenschaftler entdecken eine Technologie, mit der sich menschliches Bewusstsein in lebensechte Robo-Tiere "hoppen" lässt. Mabel Tanaka, 19, Tierliebhaberin und moralisch deutlich unnachgiebiger als die Erwachsenen um sie herum, nutzt diese Technik, um als Roboter-Biber undercover im Tierreich zu agieren und eine drohende Zerstörung des lokalen Habitats zu verhindern. Pixar und Regisseur Daniel Chong legen diese Welt als Doppelspiegel an: Auf der einen Seite die hyperregulierte Menschenwelt mit ihrem aalglatten Bürgermeister Jerry Generazzo (Stimme: Jon Hamm), auf der anderen ein chaotischer, politisch erstaunlich klar strukturierter Tierkosmos, angeführt vom regal auftretenden Biberkönig George (Bobby Moynihan). Die Science-Fiction-Idee ist hier weniger technischer Diskurs als moralisches Instrument: Wenn Menschen als Tiere auftreten können, wird jede menschliche Entscheidung buchstäblich zur Frage, wessen Körper, wessen Lebensraum sie in Mitleidenschaft zieht.


Mabel ist als Protagonistin ein klassischer Pixar-Charakter neuen Zuschnitts: jung, störrisch, überfordert - und in einer Welt, die sie darum bittet, ihre Prinzipien etwas biegsamer zu machen. Ihre Reise in den Robo-Körper ist weniger Flucht vor der Realität als verschärfte Konfrontation mit ihr: Als Biber kann sie sich der Tierwelt nicht mehr als sentimentale Beobachterin nähern, sie wird Mitverantwortliche. King George ist dabei mehr als Comic Relief; seine Mischung aus Majestät und neurotischer Unsicherheit gibt der Geschichte ein doppeltes Herz, das an die besten Nebenfiguren des Studios erinnert. Und Jerry Generazzo ist ein wirklich schleimiger, hassenswerter Antagonist, der aber nie ganz zur Karikatur verkommt, weil das Drehbuch sein Lächeln immer einen Tick zu lange stehen lässt. 


Dass "Hoppers" emotional funktioniert, liegt an seiner Herzlichkeit, mit der er Situationen und Interaktionen umgeht. Und er begreift die Verbundenheit des Menschen mit seiner Umwelt als Geflecht von Konsequenzen wie kaum ein anderer. Und das ist auch wichtig. Gerade heute. In der Tradition von "WALL·E" und "Alles steht Kopf" lässt Pixar Schmerz zu - hier sind es vor allem Familien- und Generationskonflikte - und nutzt ihn als Sprungbrett für Empathie, nicht für Zynismus.

Chong inszeniert "Hoppers" als ausgesprochen physische Komödie, in der der Robo-Biber-Körper selbst zur slapstickhaften Versuchsanordnung wird - ein Fremdkörper in beiden Welten, menschlich übersteuert, tierisch fehlkalibriert. Der Humor ist elektrisierend, teilweise herrlich düster und auch gewagt - eine Mischung, die mehr bei Erwacshenen als bei Kidnern ankommet. Aber "Hoppers" ist  auch voll von großen, teilweise absurden Einfällen, die dennoch erstaunlich zielsicher landen. Und dabei bleibt der Film auch tonal erstaunlich sicher: Das Etikett "Lustigster Pixar-Film bis jetzt", welches ihm angeheftet wird, steht nicht im Widerspruch zu der Ernsthaftigkeit, mit der er über Umweltzerstörung, politische Verharmlosung und jugendlichen Aktivismus spricht. Typisch für Pixar liegt der schärfste Witz oft im Subtext: in Nebensätzen, in kurzen Blicken der Tiere, in der Art, wie die Gruppe der "Hoppers" - jener, die die Technik nutzen - zwischen Faszination und moralischem Unbehagen schwankt.


Im Kern ist "Hoppers" ein Film über Stellvertretung: Wer spricht für wen, wer handelt für wen, und mit welchem Recht? Mabels Fähigkeit, sich in einen Tierkörper einzuloggen, ist Privileg und Übergriff zugleich; sie ermöglicht Kommunikation, aber sie kolonisiert auch eine Perspektive, die nicht ihre eigene ist. Gleichzeitig verhandelt der Film unsere ökologische Gegenwart mit einer Direktheit, die für einen Familienfilm bemerkenswert ist: Die Zerstörung des Habitats ist hier kein abstraktes oder gar konstruiertes Problem, sondern eine absehbare, geografisch konkrete Katastrophe, ausgelöst von genau benennbaren Interessen. Die Tiere, die sich gegen die Menschen erheben wollen, spiegeln den naheliegenden Impuls der Rache; Mabels Aufgabe ist es, einen anderen, verantwortlicheren Umgang zu finden - eine Ethik der Verbundenheit, nicht der Vergeltung.


Vermutlich ist "Hoppers", gerade wegen der niedrigen Erwartungshaltung einer der besten Filme, die Pixar jemals gemacht hat. Er fühlt sich wie ein klassischer Pixar-Film an und dies ist kein pures Schwelgen in verklärter Nostalgie, sondern eine ehrliche Anerkennung seiner thematischen Ambition. "Hoppers" fragt zielgenau, was passiert, wenn wir unsere Verbundenheit mit der Natur nicht nur rational anerkennen, sondern körperlich erfahren müssten - und zieht daraus überraschend radikale Konsequenzen. Und dies ist nicht nur für Kinder leicht verständlich, sondern gibt Erwachsenen einen kleinen Klaps in die Magengrube. 

In der Filmografie des Studios markiert "Hoppers" nach der (angekündigten) fünften Spielzeuggeschichte und dem Sequel auf Sequel auf Sequel die Rückkehr zu einem Originalstoff, der sein Genre - hier die Science-Fiction-Komödie mit Tierperspektive - nicht als Limit, sondern als Sprungbrett versteht. Dass der Film bereits vor seinem regulären Kinostart als "lustigster Film des Jahres" vermarktet wurde ist selbstredend eine Marketingformel - aber hier verweist sie auf etwas Entscheidendes: die Lust, wieder etwas zu riskieren.

Neben der technischen Cleverness ist der interessanteste Aspekt des Films der Moment, in dem Mabel begreift, dass das "Hoppen" kein Ausweg mehr ist, sondern ein Bekenntnis. In diesem Moment, in dem Verantwortung schwer wird und der Film trotzdem leicht bleibt, ist "Hoppers" am überzeugendsten - und genau dort verdient er seinen Platz im Kanon der Pixar-Geschichten, die mehr tun, als nur Welten zum Leuchten zu bringen. 

8/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: Disney/Pixar