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Nikki (Milla Jovovich) ist eine Kriegsheldin, will ihre gewaltvolle Vergangenheit aber nun endlich hinter sich lassen und sich ganz dem Familienleben mit ihrer Tochter Chloe widmen. Doch ein Leben in Frieden scheint ihr nicht vergönnt, denn eines Tages erwacht sie in einer verlassenen Fabrikhalle und stellt fest: Ihre Tochter wurde entführt! Nikki bleibt nichts anderes übrig, als sich auf ihre ausgeprägten kämpferischen Fähigkeiten zu besinnen, um ihre Tochter zurückzubekommen. Sie begibt sie in die Unterwelt der Stadt, um die Entführer aufzuspüren. Weil sie dabei aber ordentlich Staub aufwirbelt, sind ihr auch schon bald die Polizei und das Militär auf den Fersen.
Adrian Grünbergs "Protector" ist ein klassischer Rache- und Entführungsthriller, der Milla Jovovich einmal mehr als kompromisslose Actionheldin ins Zentrum stellt. Sie spielt Nikki, eine ehemalige Soldatin, die eigentlich mit ihrer gewalttätigen Vergangenheit abgeschlossen hat, bis ihre Tochter Chloe (Isabel Myers) entführt wird. Innerhalb von 72 Stunden muss sie das Mädchen finden und legt sich dabei nicht nur mit einem Menschenhändlerring, sondern auch mit Polizei und Militär an. Die Nähe zu "Taken" ist dabei kaum zu übersehen - bis hin zur klar definierten Zeitfrist und der "besonderen Fähigkeiten" der Hauptfigur. Milla Jovovich spielt Nikki nicht als unverwundbare Superfrau, sondern als körperlich und emotional angeschlagene Mutter, die ordentlich einstecken muss. Gerade die Härte ihrer Kämpfe funktioniert: Die Action ist brutal, direkt und erfreulich wenig glamourös. Auch Matthew Modine sorgt als ehemaliger Vorgesetzter für etwas Charakter, wobei seine Rolle auffällig an den klassischen Mentor aus "Rambo" erinnert. Leider kann das Drehbuch mit Jovovichs Einsatz kaum mithalten. Die Handlung hangelt sich durch bekannte Entführungs-, Menschenhandels- und Rachefilm-Motive, während die meisten Nebenfiguren kaum mehr als Funktionsträger bleiben. Besonders der Gegner bleibt erschreckend blass. Das eigentlich interessante Thema Menschenhandel wird dadurch eher als düstere Kulisse benutzt, statt ernsthaft ausgelotet zu werden.
Auch die Inszenierung ist zweischneidig. Grünberg, der bereits "Rambo: Last Blood" verantwortete, weiß durchaus, wie man körperliche Action mit Wucht inszeniert. Einige Kämpfe und Verfolgungen besitzen ordentlich Druck. Gleichzeitig ist die Choreografie nicht immer übersichtlich, und die Handlung wird regelmäßig durch erklärende Dialoge ausgebremst. RogerEbert.com kritisierte entsprechend sowohl die abgenutzten Genreklischees als auch die übererklärende Dialogführung. Am problematischsten ist jedoch der späte Twist. Ohne ihn vorwegzunehmen: Die Idee hätte durchaus Potenzial, kommt aber so spät, dass sie den zuvor erzählten Film kaum noch sinnvoll bereichert. Statt einer cleveren Neubewertung entsteht eher der Eindruck, dass ein Überraschungseffekt nachträglich Bedeutung erzeugen soll. Damit bleibt "Protector" vor allem ein Film für Zuschauer, die Milla Jovovich in einer ruppigen Actionrolle sehen möchten. Wer nach einem neuen "Taken" sucht, bekommt solide Genrekost, aber kaum etwas, das man nicht schon besser gesehen hätte. Die Diskrepanz zwischen Jovovichs überzeugender körperlicher Präsenz und dem formelhaften Drehbuch ist letztlich bezeichnend für den gesamten Film.5/10
















