Samstag, 1. August 2026

ゴールデンカムイ 北海道刺青囚人争奪編 - Gōruden Kamui 2: Hokkaidō - Golden Kamuy: The Hunt Of Prisoners In Hokkaido (2025)

https://www.imdb.com/title/tt31547882/

Nach dem Russisch-Japanischen Krieg im frühen 20. Jahrhundert begibt sich der Veteran Saichi Sugimoto (Kento Yamazaki), bekannt als „Sugimoto der Unsterbliche“, auf eine gefährliche Jagd nach einem geheimen Schatz. Das Gold der Ainu, einer indigenen Volksgruppe, wurde von Kriminellen gestohlen und versteckt – der Schlüssel zur Entschlüsselung des Verstecks liegt in den mysteriösen Tätowierungen, die auf den Körpern entkommener Gefangener angebracht wurden. In den eisigen Weiten Hokkaidōs trifft Sugimoto auf Asirpa (Anna Yamada), ein cleveres und tapferes Ainu-Mädchen, das ebenfalls nach dem Gold sucht, um das Vermächtnis ihrer verstorbenen Familie zu retten. Zusammen bilden sie ein ungleiches Team und müssen sich gegen tödliche Gegner zur Wehr setzen: rivalisierende Schatzjäger, Gesetzlose, Soldaten und das tückische Terrain der Wildnis. Doch ihre Jagd ist nicht nur von Gewalt geprägt – sie entdecken die tiefen Wurzeln und das kulturelle Erbe der Ainu, das inmitten des Chaos noch immer einen Platz hat.

https://www.imdb.com/title/tt32515478/
1. Der legendäre Bärenjäger (The Legendary Bear Hunter)
Die Suche nach den tätowierten Sträflingen geht weiter und führt die verschiedenen Gruppen auf neue Spuren durch die abgelegenen Regionen Hokkaidōs. Während Sugimoto und Asirpa ihre Reise fortsetzen, konzentriert sich diese Episode vor allem auf Tanigaki Yoshitake. Er trifft auf den erfahrenen Matagi-Jäger Tetsuzō Nihei, der seit langer Zeit einem legendären Ezo-Wolf nachstellt. Für Nihei ist die Jagd weit mehr als eine gewöhnliche Herausforderung, denn der Wolf gilt als außergewöhnlich klug und konnte sich bislang jeder Verfolgung entziehen. Tanigaki schließt sich der Suche an und lernt dabei die Lebensweise, Techniken und Traditionen der Matagi kennen. Gemeinsam folgen sie den Spuren des Tieres durch die dichten Wälder und schroffen Berglandschaften Hokkaidōs, wobei sie immer wieder auf Hinweise stoßen, die den Wolf nur knapp außer Reichweite erscheinen lassen. Währenddessen setzt Sugimotos Gruppe ihre Ermittlungen nach weiteren Trägern der tätowierten Hautkarten fort und versucht, den nächsten Schritt im Wettlauf um das verborgene Gold vorzubereiten. Gleichzeitig bleiben auch Hijikatas Gefolgsleute sowie die 7. Division aktiv und verfolgen ihre eigenen Pläne, wodurch deutlich wird, dass sich mehrere Parteien gleichzeitig auf denselben Spuren bewegen. Die Ereignisse der Episode erweitern die Handlung um neue Figuren, Hintergründe und Motive, ohne den übergeordneten Konflikt um den Schatz aus den Augen zu verlieren. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt32515479/
2. Angeln nach einem Killer (Fishing For A Killer)
Sugimoto und Asirpa setzen ihre Suche nach den tätowierten Sträflingen fort und folgen einer neuen Spur, die sie in die Küstenregion Hokkaidōs führt. Dort treffen sie auf die harte Arbeitswelt der Heringsfischerei, in der zahlreiche Arbeiter unter schwierigen Bedingungen ihren Lebensunterhalt verdienen. Die Suche nach einem weiteren Gefangenen bringt sie mit einer Reihe ungewöhnlicher Personen in Kontakt, darunter auch ein Mann, dessen Vergangenheit und Verhalten für Misstrauen sorgen. Parallel dazu taucht ein weiterer gefährlicher Gegner auf, der mit den Ereignissen rund um die tätowierten Häftlinge in Verbindung steht. Sugimoto und Asirpa müssen herausfinden, wem sie vertrauen können, während sie versuchen, die nächste Spur auf ihrer Suche nach dem verborgenen Ainu-Gold zu entschlüsseln. Dabei werden sie mit den Geschichten und Geheimnissen verschiedener Menschen konfrontiert, deren Wege sich mit dem großen Schatzsucher-Wettlauf überschneiden. Auch andere Gruppen, die nach den tätowierten Häuten suchen, bewegen sich weiter durch Hokkaidō und verfolgen ihre eigenen Ziele. Während sich die einzelnen Handlungsstränge zunehmend miteinander verbinden, geraten Sugimoto und seine Begleiter erneut in eine Situation, in der sie ihre Fähigkeiten und ihren Zusammenhalt unter Beweis stellen müssen. Die Episode führt neue Figuren ein, erweitert die Suche nach den Gefangenen und bringt die Beteiligten einer weiteren wichtigen Spur näher. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt32515480/
3. Weggefährte (Companion)
Sugimoto und Asirpa verfolgen weiterhin die Hinweise auf die tätowierten Sträflinge und kommen dabei mit Menschen in Kontakt, die mehr über die Vergangenheit des verschwundenen Ainu-Goldes und die Ereignisse rund um Asirpas Familie wissen könnten. Eine neue Begegnung führt dazu, dass alte Erinnerungen und bislang unbekannte Zusammenhänge zwischen verschiedenen Figuren der Geschichte ans Licht kommen. Während die Suche nach den tätowierten Häuten weitergeht, werden die Wege mehrerer Gruppen erneut miteinander verknüpft. Sugimoto und Asirpa müssen sich nicht nur mit den Gefahren der Wildnis Hokkaidōs auseinandersetzen, sondern auch mit den unterschiedlichen Interessen der Menschen, die ebenfalls hinter dem Schatz her sind. Jede Gruppe verfolgt dabei eigene Ziele, wodurch sich die Suche zunehmend komplizierter gestaltet. Im Mittelpunkt der Episode stehen außerdem die Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren und die Frage, welchen Menschen man auf der gefährlichen Reise tatsächlich vertrauen kann. Erinnerungen an frühere Ereignisse und persönliche Beweggründe spielen eine wichtige Rolle, während neue Informationen über die Vergangenheit von Asirpas Vater und die Hintergründe der Schatzsuche auftauchen. Parallel dazu setzen auch die Angehörigen der 7. Division und Hijikatas Gruppe ihre eigenen Nachforschungen fort. Während alle Beteiligten versuchen, die nächsten Hinweise zu entschlüsseln, rückt der Wettlauf um das Gold weiter in den Mittelpunkt. Die Episode verbindet neue Erkenntnisse über die Vergangenheit mit den aktuellen Entwicklungen der Schatzsuche und führt die verschiedenen Handlungsstränge weiter zusammen. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt34290142/
4. Alle Mann, auf zum Mörder-Hotel! (Let's All Stay At The Murder Hotel!)
Während die Suche nach den tätowierten Sträflingen weitergeht, bewegen sich die verschiedenen Gruppen weiterhin durch Hokkaidō und verfolgen ihre eigenen Spuren. In Barato trifft Hijikatas Gruppe auf einen unerwarteten Verbündeten, der neue Möglichkeiten für ihre Suche eröffnet und die bisherigen Machtverhältnisse innerhalb der Schatzsuche verändert. Gleichzeitig gelangen Sugimoto, Asirpa und Ushiyama nach Sapporo, wo sie in einem ungewöhnlichen Hotel Unterkunft finden. Das Hotel wird von Ienaga geführt, einer auffälligen und geheimnisvollen Gastgeberin, deren Vergangenheit und Motive zunächst im Verborgenen bleiben. Während die Gruppe dort unterkommt, beginnt sich die besondere Atmosphäre des Hauses immer stärker bemerkbar zu machen. Sugimoto und seine Begleiter müssen aufmerksam bleiben, denn hinter der scheinbaren Gastfreundschaft verbergen sich zahlreiche Geheimnisse. Parallel dazu entwickelt sich die Handlung um die Suche nach den tätowierten Häuten weiter. Die Begegnungen in Sapporo bringen neue Informationen und führen die Gruppe erneut näher an die Menschen heran, die mit dem Schatz und den geflohenen Gefangenen verbunden sind. Gleichzeitig zeigt die Episode, dass jede Begegnung auf ihrer Reise neue Risiken mit sich bringt und nicht jeder, der Hilfe anbietet, dieselben Ziele verfolgt. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt34659681/
5. Das Haus, in dem die Angst wohnt (The House Where Fear Dwells)
Sugimoto, Asirpa und ihre Begleiter setzen ihre Suche nach den tätowierten Sträflingen fort und gelangen auf ihrer Reise in eine neue Umgebung, in der sie auf weitere Hinweise im Zusammenhang mit der Schatzsuche stoßen. In einer Spielhalle beobachten sie Inkarmats besondere Fähigkeiten bei der Wahrsagerei, wodurch neue Informationen über mögliche Zusammenhänge und zukünftige Entwicklungen gewonnen werden. Ihre außergewöhnliche Art, Menschen und Situationen einzuschätzen, sorgt dabei für Aufmerksamkeit und bringt die Gruppe mit weiteren Personen in Kontakt. Im weiteren Verlauf der Episode führt die Suche die Gruppe zu einem Rancher, der mit einem gefährlichen Problem konfrontiert ist. Um ihre eigenen Ziele verfolgen zu können, gehen Sugimoto und seine Begleiter eine Vereinbarung mit ihm ein und unterstützen ihn bei der Jagd auf einen außergewöhnlich großen und gefürchteten Bären. Die Unternehmung führt sie tief in die Natur Hokkaidōs und stellt sie erneut vor eine körperliche Herausforderung. Während Sugimoto versucht, die nächsten Hinweise auf die tätowierten Gefangenen zu entschlüsseln, müssen er und seine Begleiter gleichzeitig mit den Gefahren der Wildnis umgehen. Neue Begegnungen liefern weitere Informationen über die verschiedenen Beteiligten der Schatzsuche und zeigen erneut, dass sich persönliche Schicksale, alte Konflikte und die Suche nach dem Gold immer stärker miteinander verbinden. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt31547882/
6. Ein beispielhafter Kunsthandwerker (An Exemplary Artisan)
Sugimoto und seine Begleiter erhalten durch Informationen von Dunn einen neuen Hinweis, der sie nach Yūbari führt. Dort setzen sie ihre Suche nach den tätowierten Sträflingen und den verborgenen Teilen der Schatzkarte fort. Die Reise führt sie in eine Region, die für ihre Kohlebergwerke bekannt ist und in der sie erneut auf Personen treffen, deren Vergangenheit und Wissen mit der Suche nach dem Ainu-Gold verbunden sind. Während Sugimotos Gruppe versucht, die neuen Informationen zu nutzen und den nächsten Schritt ihrer Suche vorzubereiten, verfolgt auch Lieutenant Tsurumi seine eigenen Pläne. Er trifft auf den talentierten Präparator Edogai, dessen außergewöhnliche Fähigkeiten bei der Bearbeitung von Tierhäuten und der Herstellung täuschend echter Präparate seine Aufmerksamkeit erregen. Tsurumi erkennt, dass Edogais besondere Begabung für seine eigenen Ziele von großer Bedeutung sein könnte, und entwickelt einen Plan, um diese Fähigkeiten für seine Suche nach den tätowierten Häuten einzusetzen. Parallel dazu bleibt der Wettlauf zwischen den verschiedenen Gruppen bestehen. Während Sugimoto und Asirpa weiteren Hinweisen nachgehen, arbeiten Tsurumi und die 7. Division daran, ihren Einfluss auszubauen. Die Episode führt neue Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Beteiligten der Schatzsuche ein und bringt die Suche nach den tätowierten Häuten durch neue Informationen und Begegnungen weiter voran. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt34659687/
7. Fälschung (Fake)
Sugimoto und seine Begleiter setzen ihre Suche nach den tätowierten Häuten der geflohenen Sträflinge fort und stehen vor einem neuen Problem: Unter den gesammelten Häuten befinden sich möglicherweise Fälschungen, die den gesamten Fortschritt der Schatzsuche gefährden könnten. Um herauszufinden, welche der Kartenfragmente echt sind und welche manipuliert wurden, müssen die verschiedenen Beteiligten einen Weg finden, die Echtheit der Hinweise zu überprüfen. Während Sugimotos Gruppe nach einer Möglichkeit sucht, die gefälschten Häute zu erkennen, verfolgt auch Hijikatas Gruppe ihre eigenen Ermittlungen. Die beiden Gruppen, die bislang unabhängig voneinander nach dem Ainu-Gold gesucht haben, sehen sich gezwungen, ihre Kräfte vorübergehend zu bündeln, als eine neue Gefahr auftaucht. Die 7. Division unter der Führung von Tsurumi greift ein und setzt ihre eigenen Interessen mit Nachdruck durch. Die Auseinandersetzung bringt die unterschiedlichen Parteien erneut zusammen und stellt die bisherigen Beziehungen zwischen den Schatzsuchern auf die Probe. Gleichzeitig werden weitere Informationen über die Methoden der 7. Division und ihre Vorgehensweise bei der Jagd nach den tätowierten Gefangenen bekannt. Während die Suche nach den echten Kartenfragmenten weitergeht, wird deutlich, dass nicht nur die Wildnis Hokkaidōs eine Gefahr darstellt, sondern auch die Menschen, die bereit sind, für das Gold alles zu riskieren. - 7,5/10

8. Das stille Kotan (Silent Kotan)
Sugimoto, Asirpa und ihre Begleiter erreichen auf ihrer Reise ein abgelegenes Ainu-Kotan, ein traditionelles Dorf der Ainu-Bevölkerung. Die Gruppe hofft, dort Informationen und Unterstützung auf ihrer Suche nach dem verborgenen Gold und den tätowierten Sträflingen zu erhalten. Für Asirpa ist die Begegnung mit den Bewohnern des Kotans besonders bedeutsam, da sie mit der Kultur und den Lebensweisen ihrer eigenen Herkunft verbunden ist. Doch schon bald bemerkt Asirpa, dass in dem Dorf etwas nicht stimmt. Obwohl die Bewohner zunächst freundlich auftreten, entstehen Zweifel an ihrer Identität und ihren tatsächlichen Absichten. Die ungewöhnlichen Umstände im Kotan veranlassen die Gruppe dazu, genauer hinzusehen und die Situation vorsichtig einzuschätzen. Besonders Ogata beginnt, die Bewohner zu beobachten und versucht herauszufinden, ob ihre Geschichten und ihr Verhalten glaubwürdig sind. Während Sugimoto und seine Begleiter versuchen, die Wahrheit über das Dorf herauszufinden, bleibt die Suche nach den tätowierten Häuten weiterhin ihr eigentliches Ziel. Gleichzeitig werden die unterschiedlichen Beziehungen innerhalb der Gruppe erneut auf die Probe gestellt, da jeder Beteiligte eigene Erfahrungen, Erinnerungen und Vorstellungen davon hat, wem vertraut werden kann. Die Ereignisse im Kotan bringen neue Erkenntnisse über die Menschen und Hintergründe der Schatzsuche und führen die Gruppe zu weiteren Entscheidungen auf ihrem Weg durch Hokkaidō. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt34659694/
9. Berg Taisetsu (Mount Taisetsu)
Tanigaki, Inkarmat und Cikapasi setzen ihre Reise durch Hokkaidō fort und folgen weiterhin den Spuren, die sie mit der Suche nach dem verborgenen Ainu-Gold verbinden. Während sie ihren eigenen Weg verfolgen, arbeiten Sugimoto und Hijikata daran, einen Plan zur Befreiung von Shiraishi zu entwickeln, der sich in der Gewalt der 7. Division befindet. Die Situation zwingt die beiden Gruppen, ihre bisherigen Differenzen vorübergehend zurückzustellen und gemeinsam vorzugehen. Während die Vorbereitungen für die Rettungsaktion laufen, bleiben die Bewegungen der verschiedenen Parteien innerhalb der Schatzsuche eng miteinander verbunden. Die 7. Division verfolgt weiterhin ihre eigenen Ziele und versucht, ihren Einfluss auf die Suche nach den tätowierten Gefangenen auszubauen. Gleichzeitig müssen Sugimoto und Hijikata ihre Vorgehensweise sorgfältig planen, um Shiraishi aus der bewachten Stellung zu befreien. Parallel dazu setzt sich Tanigakis Reise mit Inkarmat und Cikapasi fort, wodurch weitere Einblicke in ihre Situation und ihre Verbindung zu den Ereignissen rund um das Gold entstehen. Die verschiedenen Handlungsstränge nähern sich zunehmend an, während die Suche nach den tätowierten Häuten und die Auseinandersetzungen zwischen den rivalisierenden Gruppen weitergehen. Die Episode führt die Ereignisse der vorherigen Folgen zusammen und bereitet die nächsten Entwicklungen im Wettlauf um das Ainu-Gold vor. - 8/10







/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork

Freitag, 31. Juli 2026

The Devil’s Mouth - Der Teufelsschlund (2026)

https://www.imdb.com/de/title/tt36958312/
https://letterboxd.com/film/the-devils-mouth/

Bevor sie sich den Herausforderungen ihres Alltags stellen, brechen fünf Freunde zu einer letzten gemeinsamen Tour durch das Höhlensystem „The Devil's Mouth“ in Thailand auf. Unter der Wasseroberfläche geraten sie jedoch in Lebensgefahr, als eine unbekannte Bedrohung Jagd auf sie macht. In der engen und dunklen Umgebung wächst die Angst, das Vertrauen untereinander schwindet und jeder falsche Schritt kann über Leben und Tod entscheiden.

Haifilme gehören seit "Der weiße Hai" zu den verlässlichsten Spielwiesen des Genrefilms. Auch "The Devil's Mouth" versucht, dem bekannten Konzept eine neue Facette hinzuzufügen, indem er die Bedrohung in ein überflutetes Höhlensystem vor der Küste Thailands verlegt. Die klaustrophobische Umgebung bietet zweifellos Potenzial für intensive Spannung. Doch trotz interessanter Ansätze bleibt Regisseur Jeff Wadlows Survival-Thriller letztlich ein weitgehend austauschbarer Genrevertreter, der seine Möglichkeiten nur selten ausschöpft. Die Geschichte um eine Gruppe von College-Freunden, die in einem unterirdischen Höhlensystem von einem Raubtier eingeschlossen wird, beginnt durchaus vielversprechend. Die Kombination aus engen Tunneln, schwindendem Sauerstoff und einem unsichtbaren Jäger erzeugt zunächst eine spürbare Grundspannung. Leider verlässt sich das Drehbuch schon bald auf altbekannte Genremuster. Unlogische Entscheidungen der Figuren - warum zum Beispiel stach Sarah den festsitzenden Hai nicht einfach mit ihrem Messer, dass sie seit Beginn an mit sich führt, ab, anstatt dieses erst gegen Ende zum Kappen eines Seils zu nutzen? - , vorhersehbare Wendungen und bekannte Konflikte innerhalb der Gruppe sorgen dafür, dass die eigentliche Bedrohung immer wieder an Wirkung verliert.

Schauspielerisch hinterlässt "The Devil's Mouth" einen gemischten Eindruck. Kathryn Newton überzeugt mit einer engagierten und glaubwürdigen Leistung und verleiht ihrer Figur eine emotionale Bodenhaftung, die dem Film gut tut. Auch Lana Condor nutzt ihre Szenen effektiv und bringt mehr Persönlichkeit in ihre Rolle, als das Drehbuch eigentlich hergibt. Dem restlichen Ensemble fehlt dagegen häufig die nötige Tiefe, sodass viele Figuren eher als klassische Horrorfilm-Archetypen denn als glaubwürdige Menschen erscheinen. Dadurch fällt es schwer, wirklich mit ihnen mitzufiebern - und das ewige Gekreische hilft da auch nicht. Handwerklich bewegt sich der Film auf solidem Niveau. Die Unterwasseraufnahmen und die natürliche Kulisse Thailands sorgen für einige atmosphärisch dichte Bilder, und die engen Höhlengänge erzeugen immer wieder ein Gefühl von Beklemmung. Gleichzeitig wirkt die Inszenierung erstaunlich konventionell und die Gestaltung des CGI-Hais lassen wir mal lieber ganz außen vor. Die Schockmomente folgen bekannten Mustern, der Hai selbst bleibt visuell wenig beeindruckend und erreicht nie die Präsenz ikonischer Genrevertreter wie "Der weiße Hai", "The Shallows" oder "47 Meters Down". Zwar gelingen Jeff Wadlow einzelne spannende Sequenzen, insgesamt fehlt es dem Film jedoch an Eigenständigkeit. Hinzu kommt, dass der Film seine psychologischen Ansätze nur oberflächlich behandelt. Konflikte innerhalb der Freundesgruppe werden zwar angedeutet, entwickeln sich jedoch kaum weiter und dienen meist lediglich dazu, die nächste Gefahrensituation einzuleiten. Dadurch entsteht der Eindruck, dass "The Devil's Mouth" gleichzeitig Charakterdrama und Creature Feature sein möchte, aber in keiner der beiden Richtungen sein volles Potenzial erreicht. 

"The Devil's Mouth" bietet ein reizvolles Setting und zwei engagierte Hauptdarstellerinnen, scheitert jedoch an einem formelhaften Drehbuch und einer weitgehend ideenlosen Umsetzung. Die klaustrophobische Atmosphäre sorgt zwar für einige gelungene Spannungsmomente, doch flache Figuren, vorhersehbare Entwicklungen und fehlende Originalität verhindern, dass sich der Film von der Masse der modernen Haifilme abhebt. Für eingefleischte Fans des Genres ist er noch passable Unterhaltung - ein bleibender Eindruck stellt sich jedoch kaum ein.

3/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkAmazon MGM Studios/Thunder Road/Lionsgate

Donnerstag, 30. Juli 2026

Public Enemies (2009)

https://www.imdb.com/de/title/tt1152836/
https://letterboxd.com/film/public-enemies-2009/

Anfang der Dreißigerjahre leiden die USA unter der Großen Depression. Der charismatische Profi-Bankräuber John Dillinger (Johnny Depp) schafft es in diesem Klima zu medialem Ruhm, weil er sich mit seinen Banküberfällen die Bewunderung der einfachen Bürger sichert. Seine Gang um die schweren Jungs John „Red“ Hamilton (Jason Clarke) und Homer Van Meter (Stephen Dorff) lässt sich von nichts und niemanden stoppen, nicht einmal das Gefängnis hält die Verbrecher auf. Immer an Dillingers Seite: seine Geliebte Billie Frechette (Marion Cotillard), die dem draufgängerischen, aber deshalb nicht unklugen Charmeur verfällt. Die Regierung macht die Jagd auf Dillinger fortan zur Chefsache und setzt das Bureau Of Investigation auf die Bankräuber an.

Mit "Public Enemies" widmet sich Regisseur Michael Mann einer der bekanntesten Figuren der amerikanischen Kriminalgeschichte: dem legendären Bankräuber John Dillinger. Was auf den ersten Blick wie ein klassischer Gangsterfilm wirkt, entpuppt sich schnell als ungewöhnlich nüchternes Porträt einer Epoche im Wandel. Statt den Mythos Dillinger romantisch zu verklären, zeichnet Mann das Bild eines Mannes, dessen Zeit unaufhaltsam zu Ende geht - verdrängt von einer modernen Strafverfolgung und einer sich wandelnden Gesellschaft. Johnny Depp verkörpert Dillinger mit einer ruhigen, fast melancholischen Ausstrahlung. Sein Dillinger ist weder glorifizierter Volksheld noch skrupelloser Verbrecher, sondern eine charismatische Figur, die ihren eigenen Untergang früh zu erkennen scheint. Depp spielt ihn mit bemerkenswerter Zurückhaltung und verleiht ihm eine gewisse Würde, ohne seine kriminellen Taten zu beschönigen. Auf der Gegenseite überzeugt Christian Bale als FBI-Agent Melvin Purvis, dessen stoische Professionalität einen gelungenen Kontrast zum extrovertierteren Dillinger bildet. Marion Cotillard ergänzt das Ensemble als Billie Frechette mit einer sensiblen Darstellung, die der Liebesgeschichte emotionale Glaubwürdigkeit verleiht. 

Michael Mann bleibt seinem unverwechselbaren Stil treu. Statt nostalgischer Hochglanzbilder dominieren natürliche Lichtstimmungen und eine unmittelbare Bildsprache, die den Zuschauer mitten ins Geschehen versetzt. Gerade die Schießereien profitieren enorm von dieser Inszenierung. Sie gehören zu den realistischsten und intensivsten des modernen Gangsterkinos, weil Mann bewusst auf übertriebene Effekte verzichtet und Gewalt roh sowie ungeschönt darstellt. Auch die Ausstattung überzeugt auf ganzer Linie. Fahrzeuge, Kleidung, Waffen und Schauplätze vermitteln ein glaubwürdiges Bild der Vereinigten Staaten während der Großen Depression. Die historische Atmosphäre wirkt nie wie bloße Kulisse, sondern wird zum festen Bestandteil der Erzählung. Gleichzeitig verzichtet Mann darauf, Dillinger als überlebensgroße Legende zu inszenieren. Stattdessen interessiert ihn die Frage, wie sich das organisierte Verbrechen und die Arbeit des damals noch jungen FBI gegenseitig beeinflussten.

Das Drehbuch konzentriert sich leider zu stark auf die historischen Ereignisse und weniger auf die emotionale Entwicklung seiner Figuren. Dadurch entsteht eine gewisse Distanz, die verhindert, dass der Film die Intensität früherer Mann-Werke wie "Heat" oder "Collateral" erreicht. Besonders die Beziehung zwischen Dillinger und Billie Frechette hätte mehr Raum verdient. Im Vergleich zu Genreklassikern wie "Die Unbestechlichen" oder "Road To Perdition" wirkt "Public Enemies" deutlich weniger romantisiert. Michael Mann interessiert sich weniger für Legendenbildung als für die Mechanismen von Verbrechen und Strafverfolgung. Diese Herangehensweise macht den Film anspruchsvoller, verlangt aber auch mehr Aufmerksamkeit und Geduld.

"Public Enemies" ist am Ende ein hervorragend inszenierter Gangsterfilm mit starken Darstellern, außergewöhnlicher Kameraarbeit und beeindruckender historischer Authentizität. Michael Mann verzichtet bewusst auf die Verklärung seines berühmten Protagonisten und erzählt stattdessen ein nüchternes, beinahe dokumentarisches Kriminaldrama. Die emotionale Distanz zu den Figuren verhindert zwar den ganz großen Wurf, doch als stilistisch herausragender und intelligenter Vertreter des Genres gehört "Public Enemies" dennoch zu den sehenswerten Gangsterfilmen der 2000er-Jahre.

7/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkUniversal Pictures/Relativity Media/Misher Films

The Devil's Bath - Des Teufels Bad (2024)

https://www.imdb.com/title/tt29141112/
https://letterboxd.com/film/the-devils-bath/

Für Agnes (Anja Plaschg) ist das Leben in Oberösterreich Mitte des 18. Jahrhunderts eine Tortur. Gerade erst verheiratet mit Wolf (David Scheid) scheint das Glück so weit außer Reichweite wie noch nie. Für Agnes bedeutet diese Ehe Arbeit vor der Kulisse unerfüllbarer Erwartungen. Agnes ist gefangen – vor allem in sich selbst. Deshalb blickt sie zunehmend neiderfüllt auf den toten Körper einer Hingerichteten, der vom Henker auf einem Hügel einem Mahnmal gleich aufgestellt wurde. Diese Frau hat es hinter sich. Aber Agnes ist noch nicht am Ende ihrer Kräfte angekommen und schmiedet einen radikalen Plan…

Mit "Des Teufels Bad" setzen Veronika Franz und Severin Fiala ihren Weg fort, psychologischen Horror nicht über Schockeffekte, sondern über Atmosphäre und menschliche Abgründe zu definieren. Nach "Ich seh, Ich seh" und "The Lodge" widmet sich das Regie-Duo diesmal einem kaum bekannten historischen Phänomen des 18. Jahrhunderts und erschafft einen Film, der sich jeder einfachen Genrezuordnung entzieht. Das Ergebnis ist ein bedrückendes Historien- und Psychodrama mit Horrorelementen, das lange nach dem Abspann nachwirkt - auch wenn seine kompromisslos langsame Erzählweise nicht jeden Zuschauer mitnehmen dürfte. Im Mittelpunkt steht Agnes (Anja Plaschg), eine junge Frau, die nach ihrer Heirat in einer streng religiösen, von harter Arbeit und gesellschaftlichen Zwängen geprägten Welt zunehmend in eine tiefe seelische Krise gerät. Der Film interessiert sich dabei weniger für klassische Spannung als für den schleichenden Verlust von Hoffnung und Identität. Statt übernatürlichen Schrecken zu beschwören, zeigt "Des Teufels Bad" den Horror einer Gesellschaft, in der psychisches Leid weder verstanden noch benannt werden kann. Doch apropos verstanden: der österreichische Ton macht eben ein Verständnis des gesprochenen Wortes äußerst schwer. Vielleicht lieber mit Untertiteln schauen.

Anja Plaschgs minimale Mimik und große emotionale Intensität macht Agnes' innere Zerrissenheit greifbar, ohne jemals ins Melodramatische abzudriften. Ihre Darstellung trägt den Film nahezu allein und verleiht selbst den stillsten Szenen eine enorme emotionale Wucht. Unterstützt wird sie von einem hervorragend besetzten Ensemble, das die karge Lebenswelt des 18. Jahrhunderts glaubwürdig zum Leben erweckt. Visuell gehört "Des Teufels Bad" ohne Zweifel zu den beeindruckendsten europäischen Produktionen der letzten Jahre. Martin Gschlachts Kamera fängt die österreichischen Landschaften in kühlen, oft fast malerischen Bildern ein, die zugleich Schönheit und Trostlosigkeit ausstrahlen. Die detailverliebte Ausstattung, die authentischen Kostüme und der sparsame Einsatz von Musik erzeugen eine dichte Atmosphäre, in der selbst alltägliche Handlungen bedrückend wirken. Gerade diese Konsequenz bringt jedoch auch Schwächen mit sich. Mit einer Laufzeit von gut zwei Stunden entwickelt sich die Handlung äußerst langsam und verzichtet bewusst auf klassische dramaturgische Höhepunkte. Wer einen traditionellen Horrorfilm mit häufigen Schockmomenten erwartet, dürfte enttäuscht sein. Selbst wohlwollende Kritiken merkten an, dass die konsequent düstere Stimmung und das gemächliche Erzähltempo Geduld verlangen und emotional fordernd sein können. 

Inhaltlich erinnert "Des Teufels Bad" eher an Werke wie "The Witch", "Hagazussa" oder "Luizifer" als an klassische Horrorfilme. Wie diese Produktionen nutzt er historische Kulissen, um von Isolation, Aberglauben und gesellschaftlichem Druck zu erzählen. Franz und Fiala verzichten dabei fast vollständig auf Genrekonventionen und erschaffen stattdessen eine intensive Charakterstudie, deren Schrecken aus der Realität selbst entsteht. "Des Teufels Bad" ist ein außergewöhnlicher, mutiger und visuell überwältigender Film, der historische Realität mit psychologischem Horror verbindet. Die brillante Hauptdarstellerin, die meisterhafte Inszenierung und die beklemmende Atmosphäre machen ihn zu einem der interessantesten europäischen Genrefilme der letzten Jahre. Die sehr langsame Erzählweise und die kompromisslose Düsternis verhindern zwar den ganz großen Wurf für ein breiteres Publikum, doch wer sich auf dieses intensive Filmerlebnis einlässt, wird mit einem ebenso verstörenden wie faszinierenden Werk belohnt.

7/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkUlrich Seidl Filmproduktion/Heimatfilm/Coop99 Filmproduktion

Mayhem (2017)

https://www.imdb.com/de/title/tt4348012/
https://letterboxd.com/film/mayhem-2017/

Was für ein Tag: Derek Cho (Steven Yeun) wird von einem Kollegen verleumdet und daraufhin zu Unrecht von seinem Arbeitgeber gefeuert. Kurze Zeit später bricht im Gebäude ein gefährliches Virus aus, welches bewirkt, dass die Infizierten willenlos ihren niedersten Impulsen folgen und selbst eine kleine Streiterei in Mord und Totschlag enden kann. Da der Komplex rasch zur Quarantänezone erklärt wird, ist auch Cho in den Büroräumen gefangen und muss jetzt nicht mehr nur um seinen Job, sondern vor allem ums nackte Überleben kämpfen. Gemeinsam mit der in Verzug geratenen Kreditnehmerin Melanie Cross (Samara Weaving), die genauso wie er eine Stinkwut auf die Firma hat, greift er sich alles, was man irgendwie als Waffe benutzen kann und fängt an, zu metzeln…

Was passiert, wenn sämtliche gesellschaftlichen Hemmungen plötzlich wegfallen und aus einem gewöhnlichen Bürogebäude ein Schlachtfeld wird? Genau diese ebenso absurde wie reizvolle Prämisse verfolgt Regisseur Joe Lynch mit "Mayhem". Der Film verbindet Action, Horror, schwarze Komödie und bissige Gesellschaftssatire zu einem blutigen Genremix, der sich unverkennbar gegen die Auswüchse moderner Leistungsgesellschaft richtet. Das Ergebnis ist ebenso unterhaltsam wie chaotisch - allerdings nicht immer so clever, wie es seine Ausgangsidee vermuten lässt.

Steven Yeun beweist hier bereits sein Talent für die Mischung aus Sympathie, trockenem Humor und körperlicher Präsenz. Samara Weaving steht ihm in nichts nach und entwickelt gemeinsam mit Yeun eine Dynamik, die den Film auch in ruhigeren Momenten trägt. Gerade ihr Zusammenspiel gehört zu den größten Pluspunkten der Produktion. Joe Lynch inszeniert das Geschehen mit viel Energie. Die Action ist temporeich, die Gore-Effekte erfreulich handgemacht und die Kamera hält das Geschehen stets übersichtlich. Dabei erinnert "Mayhem" immer wieder an Filme wie "The Belko Experiment", "Crank" oder "The Conference" - allerdings mit deutlich mehr Blut und schwarzem Humor. Die Satire auf toxische Unternehmenskulturen, Ellenbogenmentalität und entfesselten Kapitalismus verleiht dem Film eine zusätzliche Ebene, die über den reinen Splatter hinausgeht. 

Doch seine Gesellschaftskritik ist oft plakativ und wird zugunsten der nächsten blutigen Auseinandersetzung nicht konsequent weiterentwickelt. Auch das Drehbuch setzt eher auf Tempo als auf Figurenentwicklung. Manche Dialoge wirken überzeichnet, und gegen Ende verliert die Geschichte etwas an Überraschung, weil das Grundprinzip bereits früh vollständig ausgespielt ist. Dennoch besitzt "Mayhem" eine ansteckende Energie, der man sich nur schwer entziehen kann. Die Mischung aus Horror, Action und bitterböser Arbeitsplatzsatire funktioniert über weite Strecken erstaunlich gut und sorgt dafür, dass die knapp 90 Minuten wie im Flug vergehen. Unterm Strich also ein wuchtiger, blutiger und herrlich überdrehter Genre-Mix, der mit Steven Yeun und Samara Weaving zwei hervorragend aufgelegte Hauptdarsteller bietet. Die clevere Grundidee, das hohe Erzähltempo und der anarchische Humor machen den Film zu einem kurzweiligen Vergnügen. Dass die Satire letztlich oberflächlich bleibt und das Drehbuch nicht jede Chance nutzt, verhindert zwar den ganz großen Wurf – als kompromissloses Horror-Action-Spektakel mit Biss funktioniert "Mayhem" jedoch ausgezeichnet.

6,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkCircle of Confusion/Royal Viking Entertainment/Avva Pictures/Shudder/RLJ Entertainment/RLJE Films

Mittwoch, 29. Juli 2026

J. Edgar (2011)

https://www.imdb.com/de/title/tt1616195/
https://letterboxd.com/film/j-edgar/

J. Edgar Hoover (Leonardo DiCaprio) war als Direktor und Begründer des FBI jahrzehntelang das Gesicht des Gesetzesvollzugs in Amerika und hat das Federal Bureau of Investigation zu dem gemacht, was es heute ist. Die 1908 gegründete Behörde rüstete Hoover zu einer schlagkräftigen Polizeitruppe auf, die mit einer gigantischen Sammlung von Fingerabdrücken ausgestattet und mit modernster Technik bewaffnet war. Edgars Männer konnten so die meistgesuchtesten Verbrecher Amerikas zu Fall bringen und mit der Festnahme Al Capones sowie Todesmeldungen bei der Jagd auf Bonny & Clyde oder John Dillinger auf sich aufmerksam machen. Bis zu seinem Tod 1972 stand Hoover permanent in der Öffentlichkeit mit den angesehensten Persönlichkeiten aus Politik und Showbiz. Dabei wusste er sich in Szene zu setzen. Ungeachtet der Tatsache, dass er eher zu den unpopulären Personen seines Wirkungskreises gehörte, hatte er Zugang zu einem großen Netzwerk von Informanten und wusste, wenn jemand Dreck am Stecken hatte. Aber auch der vermutlich mächtigste Mann seiner Zeit hatte Geheimnisse, die er versteckt hielt, weil sie seiner Karriere, seinem Image und seinem Leben hätten schaden oder diese gar zerstören können. Insbesondere seine angebliche homosexuelle Beziehung zu seinem engsten Stellvertreter Clyde Tolson (Armie Hammer) bleibt bis heute ungeklärt.

Mit "J. Edgar" widmet sich Clint Eastwood einer der schillerndsten und zugleich umstrittensten Persönlichkeiten der amerikanischen Geschichte. John Edgar Hoover prägte das FBI über nahezu fünf Jahrzehnte und hinterließ ein ebenso beeindruckendes wie kontroverses Erbe. Statt jedoch ein klassisches Biopic über den mächtigen Behördenchef zu erzählen, interessiert sich Eastwood jedoch vor allem für den Menschen hinter der öffentlichen Fassade. Das Ergebnis ist ein sorgfältig inszeniertes Charakterdrama mit herausragenden schauspielerischen Leistungen, das seine erzählerischen Ambitionen jedoch nicht immer einlösen kann. Leonardo DiCaprios Darstellung Hoovers ist vielschichtig und zeigt einen Mann, der zwischen Ehrgeiz, Kontrollzwang, Unsicherheit und Einsamkeit gefangen ist. DiCaprio vermeidet dabei die Versuchung, Hoover lediglich als Helden oder Schurken zu zeichnen. Stattdessen entsteht das Porträt einer komplizierten Persönlichkeit, deren Stärken und Schwächen eng miteinander verwoben sind. Auch Judi Dench überzeugt als Hoovers dominante Mutter Annie Hoover und verleiht ihren wenigen Szenen bemerkenswerte Intensität. Armie Hammer sorgt als langjähriger Vertrauter Clyde Tolson für die emotionalsten Momente des Films und bildet einen gelungenen Gegenpol zur verschlossenen Hauptfigur. 

Inszenatorisch bleibt Eastwood seinem gewohnt zurückhaltenden Stil treu. Die ruhige Kameraarbeit, die gedeckte Farbpalette und die unaufdringliche Filmmusik schaffen eine melancholische Atmosphäre, die gut zur Geschichte passt. Gleichzeitig gelingt es dem Film, die Entwicklung des FBI und die politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts glaubwürdig in die Handlung einzubinden, ohne sich in historischen Details zu verlieren. Das Drehbuch von Dustin Lance Black wählt eine nichtlineare Erzählstruktur, in der Hoover seine Lebensgeschichte rückblickend schildert. Dieser Ansatz ermöglicht interessante Perspektiven auf die Frage, wie Geschichte entsteht und wie sehr Macht auch die eigene Erinnerung beeinflusst. Allerdings führt die häufige Zeitspringerei dazu, dass der Film stellenweise an erzählerischem Fluss verliert. Manche Episoden wirken eher aneinandergereiht als organisch miteinander verbunden. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft das Make-up. Obwohl die Alterungseffekte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung technisch aufwendig waren, wirken sie aus heutiger Sicht häufig künstlich und lenken gerade in den späteren Lebensabschnitten der Figuren eher ab, als dass sie zur Glaubwürdigkeit beitragen. Inhaltlich gelingt "J. Edgar" jedoch eine interessante Gratwanderung. Der Film verklärt Hoover nicht, vermeidet aber ebenso eine einfache Verurteilung. Seine Erfolge beim Aufbau moderner Ermittlungsmethoden stehen neben den problematischen Seiten seiner Amtsführung, darunter Machtmissbrauch, Überwachung politischer Gegner und persönliche Obsessionen. Allerdings bleibt der Film bei einigen dieser kontroversen Themen überraschend zurückhaltend, wodurch das Porträt weniger scharf ausfällt, als es die historische Figur eigentlich verdient hätte.

Im Vergleich zu Eastwoods stärksten Regiearbeiten wie "Mystic River", "Million Dollar Baby" oder "Letters From Iwo Jima" fehlt "J. Edgar" aber letztlich die emotionale Wucht und erzählerische Präzision. Dennoch überzeugt der Film als sorgfältig gespielte Charakterstudie, die sich bewusst einfachen Antworten verweigert. Damit bleibt "J. Edgar" ist ein solides, intelligent inszeniertes Biopic, das vor allem von Leonardo DiCaprios beeindruckender Hauptrolle lebt. Clint Eastwood erzählt die Geschichte mit gewohnt ruhiger Hand, verliert sich dabei jedoch gelegentlich in seiner verschachtelten Struktur und bleibt bei einigen kontroversen Aspekten erstaunlich vorsichtig. So entsteht ein sehenswertes Porträt einer komplexen Persönlichkeit, das zwar nie ganz die Größe seiner Hauptfigur erreicht, aber dennoch viele nachdenkliche Momente bietet.

6/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkImagine Entertainment/Malpaso Productions/Wintergreen Productions/Warner Bros. Pictures

Spider-Man: Brand New Day (2026)

https://www.imdb.com/title/tt22084616/
https://letterboxd.com/leschroeck/film/spider-man-brand-new-day/

Nachdem Peter Parker (Tom Holland) seine große Liebe aufgab und einen Deal einging, der alle Welt vergessen ließ, dass er Spider-Man ist, ist er wieder auf sich allein gestellt. Seine Identität ist geheim, viele Entwicklungen sind rückgängig gemacht. Peter ist wieder der junge, sympathische Loser, der ständig Geldprobleme, keine Freunde und schon gar keine Freundin hat. Vor allem hat er auch nicht mehr den Support der Avengers, kann keine High-Tech-Verbesserungen an seinem Anzug erhalten. Er wird wieder mehr zu einem klassischen, straßennahen Superhelden, der mit kleinen wie großen Problemen kämpft. Doch dann tritt eine Bedrohung auf den Plan, die viel zu groß für eine freundliche Spinne aus der Nachbarschaft ist...

Nach dem emotionalen Ausnahmezustand von "Spider-Man: No Way Home" stand das Marvel Cinematic Universe vor einer schwierigen Aufgabe. Wie erzählt man Peter Parkers Geschichte weiter, nachdem die Welt ihn vergessen hat? "Spider-Man: Brand New Day" findet darauf eine überraschend bodenständige Antwort. Regisseur Destin Daniel Cretton verabschiedet sich weitgehend vom Multiversums-Spektakel und rückt wieder den Menschen hinter der Maske in den Mittelpunkt. Das Ergebnis ist ein Superheldenfilm, der zwar nicht die emotionale Wucht seines direkten Vorgängers erreicht, dafür aber frischen Wind in Tom Hollands "Spider-Man"-Reihe bringt. 

Im Zentrum steht hier ein Peter Parker, der vollkommen auf sich allein gestellt ist. Ohne die Unterstützung seiner engsten Vertrauten versucht er, als Spider-Man seinen Platz in einer Welt zu finden, die sich nicht mehr an ihn erinnert. Diese Ausgangslage verleiht dem Film eine ungewohnt melancholische Grundstimmung und erinnert stärker an die klassischen Comics, in denen Peter ständig zwischen persönlichem Glück und seiner Verantwortung als Held zerrieben wird. Und genau dieser Fokus auf Isolation, Identität und Selbstfindung ist, nach einer ähnlich, aber längst nicht so starken Geschichte in "Spider-Man 2", etwas Neues und die vermutlich größte Stärke des Films. Tom Holland liefert dabei seine bislang überzeugendste Vorstellung als Peter Parker ab. Sein Spider-Man wirkt reifer, verletzlicher und gleichzeitig entschlossener als in den vorherigen Filmen. Der Humor ist weiterhin präsent, entsteht aber organischer aus den Figuren und lockert die ernstere Atmosphäre auf, ohne sie zu untergraben. Zudem ist der Humor so sehr zurückgenommen, dass der Film zum Glück nie zu einer reinen aberwitzigen Angelegenheit wird.

Auch inszenatorisch setzt "Spider-Man: Brand New Day" neue Akzente. Regisseur Destin Daniel Cretton verbindet dynamische Action mit einer überraschend intimen Erzählweise. Die Schwingsequenzen durch New York besitzen wieder das comicartige Gefühl der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft, während die Kämpfe deutlich direkter und körperlicher wirken als zuletzt. Gleichzeitig verzichtet der Film erfreulicherweise auf übermäßigen Fanservice und konzentriert sich stattdessen auf seine eigene Geschichte. Aber apropos Fanservice: "Spider-Man: Brand New Day" lässt es sich nicht nehmen und rekreiert gleich mehrere berühmte Comicbuch-Cover im realen Film, unter anderem das Cover des ersten jemals erschienen Spider-Man Comics "Amazing Fanatasy". Doch davon ab trägt auch die Nebenbesetzung ihren Teil zum Gelingen bei. Zendaya und Jacob Batalon erhalten trotz der veränderten Ausgangslage wichtige emotionale Momente, während die neuen Figuren das Universum sinnvoll erweitern. Besonders die überraschende Konfrontation mit einem neuen, psychologisch geprägten Gegenspieler verleiht der Handlung zusätzliche Spannung und zwingt Peter, sich seinen eigenen Ängsten und Zweifeln zu stellen. Statt auf reine Zerstörungsspektakel setzt der Film stärker auf persönliche Konflikte - was ausdrücklich begrüßenswert ist. 

Dennoch bleibt "Spider-Man: Brand New Day" nicht frei von Schwächen. Im Vergleich zu "Spider-Man: No Way Home" fehlt der ganz große emotionale Ausnahmezustand, und einige Nebenfiguren bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück. Zudem merkt man dem Film an, dass er zugleich ein eigenständiges Abenteuer erzählen und die Weichen für kommende MCU-Ereignisse stellen möchte. Dadurch wirkt das letzte Drittel etwas überfrachtet und verliert einen Teil der erzählerischen Klarheit, die den Mittelteil so stark macht. Aber das ist, wie so oft, Meckern auf hohem Niveau und auch der vermutlich größte Kritikpunkt des ansonsten rundherum gelungenen Neustarts. Im Vergleich zu den drei vorherigen MCU-Soloabenteuern nimmt "Spider-Man: Brand New Day" eine interessante Stellung ein. "Spider-Man: Homecoming" lebte von seiner jugendlichen Leichtigkeit, "Spider-Man: Far From Home" vom europäischen Abenteuerflair und "Spider-Man: No Way Home" vom nostalgischen Multiversums-Ereignis. "Spider-Man: Brand New Day" schlägt bewusst leisere Töne an und erzählt die persönlichste Geschichte der Reihe. Dadurch fehlt zwar gelegentlich das große Staunen, gleichzeitig gewinnt die Figur Peter Parker aber wieder an Profil.

Unterm Strich ist "Spider-Man: Brand New Day" ein gelungener Neustart für Tom Hollands Spider-Man. Der Film überzeugt mit einer reiferen Geschichte, einer starken Hauptfigur und einer gelungenen Balance aus Action, Humor und emotionalen Momenten. Nicht jede Idee entfaltet ihr volles Potenzial, und das Finale wirkt etwas überladen, doch insgesamt gelingt Marvel eine überzeugende Rückbesinnung auf das, was Spider-Man seit jeher ausmacht: einen jungen Helden, dessen größte Kämpfe oft nicht gegen Superschurken, sondern gegen sich selbst stattfinden.

8,5/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork:  Marvel/Sony