Donnerstag, 2. Juli 2026

A Knight Of The Seven Kingdoms, Season 01 (2026)

https://www.imdb.com/title/tt27497448/

Etwa hundert Jahre vor der Serie zieht der unerfahrene, aber tapfere Ritter Ser Duncan der Große (Peter Claffey) durch Westeros. An seiner Seite reist Egg (Dexter Sol Ansell), ein kleiner Knappe, dessen wahre Herkunft er zunächst geheim hält. Die Targaryens herrschen weiterhin über den Eisernen Thron, und die Erinnerung an die letzten Drachen liegt noch nicht weit zurück. Inmitten politischer Spannungen und rivalisierender Adelshäuser geraten Dunk und Egg immer wieder zwischen die Interessen Mächtiger. Auf ihren Wegen durch das Reich stellen sich die ungleichen Gefährten großen Herausforderungen, treten neuen Verbündeten gegenüber und begegnen gefährlichen Gegnern.

https://www.imdb.com/title/tt27497823/
1.1 Der Heckenritter (The Hedge Knight)
Nachdem der Knappe Dunk seinen alten Herren Ser Arlan von Hellerbaum begraben hat, behält er dessen Schwert, Schild und Pferde. Er beschließt, sich auf den Weg nach Aschfurt zu machen, um an einem Turnier teilzunehmen. An einer Gaststätte auf dem Weg trifft er auf einen glatzköpfigen Jungen, der scheinbar Stallbursche ist, sowie auf einen Betrunkenen, der zu Dunks Verwunderung meint, von ihm geträumt zu haben. Der Stallbursche fleht Dunk an, ihn als seinen Knappen mitzunehmen, was er ablehnt. In Aschfurt erklärt der Turniermeister, den Dunk anlügt, Hellerbaum habe ihn ohne anwesende Zeugen zum Ritter geschlagen, er brauche einen Bürgen, um am Turnier teilnehmen zu dürfen. Ser Manfred Dondarrion, der Hellerbaum gekannt habe, ist aber nicht zu sprechen. Dunk lehnt darauf einen Trainingskampf mit dem versierten Ser Steffon Fossowey ab. Bei einem Drachen-Puppentheater sieht er die dornische Puppenspielerin Tanselle, in die er sich verguckt. Danach wird er von Steffon Fossoweys Cousin und Knappen Raymun Fossowey zum Festzelt des exzentrischen Lord Lyonel Baratheon eingeladen, der ihn speisen lässt, mit ihm tanzt und trinkt. Dunk findet schließlich Dondarrion, der ihn aber abweist, da er sich an ihn und seinen verstorbenen Ser nicht erinnern kann. In der Nacht begegnet er außerhalb der Stadt dem glatzköpfigen Jungen wieder, der ihm gefolgt ist und sich in der Zwischenzeit um seine Pferde gekümmert hat. Der Junge, der aus der Hauptstadt Königsmund kommt, nennt sich selbst Egg (englisch für Ei) und Dunk sich, um einen klanghaften Namen zu haben, aufgrund seiner Körpergröße fortan Ser Duncan der Große. Er akzeptiert Egg als seinen Knappen, klärt ihn aber auf, dass es ein entbehrungsreiches Leben ist. Unter einer Ulme rastend sehen sie eine glücksverheißende Sternschnuppe. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt32314131/
1.2 Das Vermächtnis (Hard Salt Beef)
Dunk beschreibt Hellerbaum zahlreichen Lords denen er zeitweise gedient hat, die sich aber alle nicht an ihn erinnern. Dunk beobachtet die Ankunft der Familie Targaryen, während Egg nervös wird und sich vor ihr verdrückt: Königssöhne Baelor und Maekar sowie dessen Sohn Aerion, dessen Pferd Dunk beruhigt, als er es stehenlässt und es austritt. Er begegnet auch den Königswachen Ser Roland Rallenhall und Ser Donnel von Dämmertal, der aus einer Krebsfischerfamilie zum Ritter aufgestiegen ist. Maekars Söhne Daeron und Aegon haben sich noch nicht eingefunden, worüber man besorgt ist. Dunk spricht auch bei den Königssöhnen vor und erhält Baelors Verbürgung, der sich an Hellerbaum erinnert, aber sagt, Dunk müsse ein eigenes Wappen gestalten und führen, da er nicht Hellerbaums Familie entstammt. Nach einer weiteren Vorstellung Tanselles bittet er sie, dieses zu malen. Als Motiv wählen er und Egg die Ulme und eine Sternschnuppe auf rotem Grund. Dunk hilft Lyonel Baratheon, ein Tauziehen zu gewinnen, und findet eine Rüstung bei dem Schmied Stählerner Pat, für die er schweren Herzens ein Pferd verkaufen muss. Dunk setzt alles auf eine Karte, um beim morgigen Turnier positiv aufzufallen und womöglich von einem anwesenden Lord in dessen Dienst aufgenommen zu werden. Von Egg erfährt er, dass Ser Donnel von Dämmertal gar nicht aus einfachen Verhältnissen stammt, sondern seine wohlhabende Familie eine riesige Krebsfischerflotte besitzt. Als das Turnier beginnt, schauen Dunk und Egg die ersten Tjoste an, an denen auch Lord Tully und Baelors Sohn Valarr teilnehmen. Der Anblick der Kämpfe und Verletzungen schüchtert Dunk ein. In der Nacht denkt er darüber nach, dass er des kinderlosen Hellerbaums einziges Vermächtnis sei. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt32314197/
1.3 Der Knappe (The Squire)
Am Morgen trainiert Egg eines der Pferde, wobei ihm der Augenklappe tragende Ser Robyn Rhysling begegnet, und Dunk bringt ihm Flickennähen bei. Da am ersten Tag nur Ritter von hohem Rang antreten dürfen, können sie erstmal nur zuschauen. Egg bittet, auch nach dem Turnier Dunks Knappe sein zu dürfen, aber Dunk bedenkt, dass er kein Ritter mehr sein werde, wenn er verlieren sollte. Unter vier Augen bittet der Turniermeister Plummer Dunk, gegen Lord Aschfurts Sohn anzutreten, um bei einem möglichen Sieg riesige Wettgewinne einzufahren, da alle gegen ihn wetten würden. Dunk will trotz seiner finanziellen Lage damit aber nichts zu schaffen haben. Im Tjost verletzt Prinz Aerion unehrenhafterweise das Pferd seines Gegners, worauf das aufgebrachte Publikum die Absperrungen stürmt und das Pferd erlöst werden muss. Eine Wahrsagerin prophezeit Dunk großen Erfolg und Reichtum, sowie Egg, dass er König werden, aber im Feuer sterben werde. Dunk betrinkt sich mit Raymun Fossowey, der sich über die Targaryens als inzestuöse fremde Invasoren auslässt und erzählt, Maekar sei seine vermissten Söhne suchen, darunter einen, der ständig betrunken ist. Derweil schaut Egg die nächste Vorstellung Tanselles an, in der sie die Tötung eines Drachen darstellt. Aerion fühlt sich dadurch beleidigt und geht sie an. Von Egg dazugerufen, kommt Dunk ihr zu Hilfe, als Aerion ihr gerade einen Finger bricht und wirft ihn zu Boden. Als dieser dafür eine härtere körperliche Strafe an Dunk fordert, greift Egg ein, indem er sich als Bruder Aerions enthüllt und die Wachen zurückruft. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt32314201/
1.4 Sieben (Seven)
Dunk wurde in eine Zelle der Burg Aschfurts gebracht. Egg, der eigentlich Aegon heißt, bittet ihn für seine Täuschung um Vergebung. Er hätte eigentlich der Knappe Daerons sein sollen, der aber nicht am Turnier teilnehmen wollte und stattdessen im Gasthaus blieb, wo sie aufeinander trafen. Dunk wird vor Prinz Baelor gebracht. Der berichtet, Maekar sei mit Daeron zurückgekehrt, der wiederum behauptet, Egg sei ihm entführt worden, um selbst einer Strafe zu entgehen, da er nicht auf ihn aufgepasst hat. Zusätzlich wirft Aerion Tanselle vor, das Puppenspiel sei eine versteckte Anstiftung zur Rebellion gegen die Targaryen gewesen. Dunk erklärt seinen Angriff mit dem Schwur der Ritter, alle Unschuldigen zu beschützen. Nach Baelors Vorschlag fordert Dunk vor Aerion einen Zweikampf als Gottesurteil. Aerion macht daraus aber ein "Urteil der Sieben", bei dem Sieben gegen Sieben antreten. Dunk muss also sechs weitere Ritter für sich gewinnen; mit weniger werde er auch ohne Kampf schuldig gesprochen. Raymun Fossowey bringt ihn für Speis in ihr Zelt. Dort erklärt Ser Steffon, er werde für Dunk kämpfen und könne Freunde überzeugen. Egg erscheint, um weiterhin sein Knappe zu sein, sowie Daeron, den Dunk für seine Notlüge sofort angeht. Um zu vermitteln verspricht Egg, er könne Männer für ihn finden, und beschreibt Aerions Grausamkeiten aus ihrer Kindheit. Daeron, der hellseherische "Drachenträume" hat, erzählt Dunk, er habe diesen in einem großen Feuer von einem Drachen beschützt gesehen. Nachdem Dunk das verlassene Puppenspielerzelt aufgesucht hat, übergibt der Stählerne Pat ihm seine neue Rüstung und den bemalten Schild. Pat erzählt ihm, dass Tanselle nach den Ereignissen nach Dorne weitergezogen sei. Vor der Schmiede erscheinen vier Männer, die Egg für Dunks Sache gewonnen hat: Ser Umfried Harding, dem Aerion im Tjost ein Bein gebrochen hat, und sein Schwager Ser Umfried Biengraben, Ser Robyn Rhysling und Lord Lyonel Baratheon. Die Arena betritt Aerion auch nur mit fünf weiteren: drei Ritter der Königswache, seinen Bruder Daeron und seinen Vater Maekar. Ser Steffon Fossowey hat für das Versprechen einer Lordschaft die Seiten gewechselt, worauf sich Raymun Fossowey von Lyonel Baratheon zum Ritter schlagen lässt, um an seiner statt für Dunk einzustehen. Immer noch einen zu wenig, appelliert Dunk an die Zuschauenden, ob es nicht unter ihnen noch einen wahren Ritter gebe. Darauf reitet Prinz Baelor in der Rüstung seines Sohnes ein und erklärt sich bereit, für Dunk und somit gegen seine Familie anzutreten. - 9,5/10

https://www.imdb.com/title/tt32314204/
1.5 Im Namen der Mutter (In The Name Of The Mother)
Baelor hält eine Motivationsrede an Dunks Team und geht mit ihnen die Taktik durch; er selbst werde sich um die Ritter der Königswache kümmern, da diese einen Prinzen nicht verletzen dürfen. Aus Nervosität reitet Dunk nach allen anderen verzögert in den Kampf. Er wird direkt von Aerion mit der Lanze schwer verletzt und mit einem Morgenstern vom Pferd gestoßen. Während die anderen um sie herum weiterhin zu Pferd kämpfen, duellieren sich die beiden nun erbittert zu Fuß und fügen sich schwere Wunden zu. Als Dunk zunächst zusammensackt, erklärt Aerion ihn für tot, aber Egg ruft aus dem Publikum, er solle wieder aufstehen, was Dunk schließlich tut. Darauf erlangt Dunk die Oberhand gegen Aerion, bis dieser sagt, er gebe auf. Dunk zerrt Aerion vor Lord Aschfurt und zwingt ihn, laut seine Anschuldigung zu widerrufen, womit der Kampf vorbei ist. Nachdem Raymun und Pat den schwerverletzten Dunk zur Erstversorgung vom Feld tragen, berichtet Raymun, dass Biengraben und Harding im Kampf gefallen sind. Baelor kommt hinzu und lobt Dunks Tapferkeit, worauf dieser ihn bittet, ihn in seine Dienste aufzunehmen. Als Pat Baelors Helm entfernt, sehen sie jedoch, dass sein Hinterkopf von Maekars Streitkolben eingeschlagen wurde. Baelor kippt um und stirbt in Dunks Armen und vor Eggs Augen. Dunks inständiger Wunsch, einem guten Lord zu dienen, stirbt mit ihm. Rückblenden zeigen Dunks Jugend als Waisenkind in Flohloch, dem Armenviertel der Hauptstadt Königsmund. Mit seiner Freundin Raff fleddert er ein nahes Schlachtfeld der niedergeschlagenen Schwarzfeuer-Rebellion und stiehlt, um Geld für eine Überfahrt in die freien Städte nach Essos zu sammeln, für ein besseres Leben. Als sie einer Stadtwache einen Dolch stiehlt, tötet diese Raff. Dunk wird aber von Ser Arlan gerettet, den er daraufhin auf seinen Reisen folgt, auch wenn Arlan schwertrunken nach dem Tod seines Neffen und zugleich Knappen Roger von Hellerbaum in der Schlacht auf dem Rotgrasfeld nahe Königsmund zunächst unterwegs den Jungen nicht bemerkt, bis er sich um ihn kümmert. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt32314212/
1.6 Der Morgen (The Morrow)
Lord Lyonel lädt Dunk zu sich nach Sturmkap ein, um gemeinsam Unternehmungen zu machen und weil er ihn in kommenden Kriegen gut gebrauchen kann. Dunk lehnt ab, er würde nur Unglück bringen. Er sieht von Weitem die feierliche Feuerbestattung von Prinz Baelor und spricht dort mit dessen Sohn Valarr. Dunk trifft auf Raymun, der nach dem Kampf geheiratet hat, ohne zu wissen, dass seine Frau Rowan eine Prostituierte war und ihm schwanger ein Kuckuckskind unterjubelt, in der Annahme, es sei seines. Dunk, der sie bereits kennt und es durchschaut, behält es für sich und sie tun so, als würden sie sich gerade erst kennenlernen. Dann wird Dunk zu Prinz Maekar gerufen, der ihm wie sich selbst Vorwürfe zum Tod seines Bruders Baelor macht und erklärt, er werde Aerion zur Buße für ein paar Jahre in die freien Städte nach Essos schicken. Maekar fragt ihn, ob er zur royalen Sommerresidenz Sommerhall kommen möchte, in seine Dienste eintritt und seinen Sohn offiziell als Knappen annimmt, da dieser nur Dunk dienen will. Auch würde dort Maekars Waffenmeister Dunks Ausbildung komplettieren. Dunk lehnt ab, da er nach den Geschehnissen genug von Prinzen hat, und trifft darauf auf den enttäuschten Egg, der sie belauscht hat. Als Dunk zu ihm meint, es würde nicht gehen, entgegnet dieser, dass er vielleicht nicht der Ritter ist, für den er ihn hielt. Dunk erinnert sich daran, wie er Ser Arlan Vorwürfe gemacht hat, warum er ihn nie zum Ritter geschlagen hat, während der die Geschichte über die wortwörtlichen Hellerbäume erklärt. In einem Festzelt, wo Umfried Biengrabens Sarg aufgebahrt wird, trifft er auf Daeron, den er fragt, ob er sich nicht schämen würde, da alles seine Schuld sei. Der fragt ihn wiederum, ob er Egg als Knappen annimmt. Egg nähert sich mit einem Messer Aerion im Krankenbett und will ihn töten, doch ist sein Vater zugegen und hält ihn ohne Worte ab, als sich Dunk ankündigen lässt. Während Dunk wartet, sagt ihm Lord Aschfurts Tochter Gwin, dass sein Handeln gerecht war und es schlimm ist, was man ihm angetan hat. Dunk sagt Maekar, dass er einwilligt Egg als Knappen zu nehmen, jedoch nicht in Sommerhall, sondern im Stil eines umherziehenden Heckenritters, da ein entbehrungsreiches Leben Egg zu einem besseren Menschen formen würde. Maekar lehnt dieses aber als Leben für einen Prinzen ab. Raymun kaufte Dunk sein Pferd Leichtfuß zurück und bringt es ihm. Dunk schenkt es jedoch ihm. Bevor Dunk weiterzieht, nagelt er an dem Baum, an dem er gelagert hat, einen Heller an, wie es Arlan immer erzählte. Egg taucht auf und meint, sein Vater hätte zugestimmt. Zusammen brechen sie auf und überlegen, nach Dorne zu reisen, während Maekar verzweifelt Egg sucht. - 9,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Warner Bros./HBO

Never Let Go - Never Let Go: Lass niemals los (2024)

https://www.imdb.com/de/title/tt14415204/

Die Apokalypse liegt längst hinter der Welt. Nun müssen die Menschen irgendwie klarkommen, um ihr Überleben Tag für Tag kämpfen. Momma (Halle Berry) hat sich zusammen mit ihren Zwillingssöhnen Samuel und Nolan in eine abgelegene Hütte im Wald zurückgezogen. Doch auch dort lebt es sich nicht ungefährlich. Momma stellt deshalb ein paar nicht verhandelbare Regeln auf. Eine davon besagt, dass sie nur aus der Hütte raus in den Wald dürfen, wenn sie an einen Strick gebunden sind. Alles andere würde mehr oder weniger den sicheren Tod bedeuten. Doch irgendwann glaubt einer der Jungs nicht mehr an Mommas Erzählung, will nicht mehr auf ihre Warnungen hören. Die im Wald lauernden Gefahren wittern natürlich ihre Chance, als die Verbindung zwischen Momma und ihren beiden Söhnen gekappt wird…

Mit dem Remake zu "The Hills Have Eyes", "Mirrors" und "High Tension" hat sich Alexandre Aja als Regisseur einen Namen gemacht, der Spannung und intensiven Survival-Horror gekonnt miteinander verbindet. Auch "Never Let Go" beginnt mit einer faszinierenden Prämisse: Eine Mutter lebt mit ihren beiden Söhnen abgeschottet in einer Hütte, während draußen ein mysteriöses Böses lauert. Um sich zu schützen, dürfen sie das Haus nur mit einem Seil verlassen, das sie jederzeit mit ihrem Zuhause verbindet. Aus dieser ungewöhnlichen Ausgangslage entwickelt sich zunächst ein atmosphärischer Mystery-Horror, der jedoch nicht alle seine Versprechen einlösen kann. Im Mittelpunkt steht Momma, gespielt von Halle Berry, die ihrer Figur eine glaubwürdige Mischung aus Fürsorge, Verzweiflung und zunehmender Besessenheit verleiht, die ihre beiden Söhne Samuel und Nolan mit strengen Regeln vor einer unsichtbaren Bedrohung beschützt. Doch je älter die Kinder werden, desto stärker wachsen Zweifel. Existiert das Böse außerhalb der Hütte tatsächlich oder ist die größte Gefahr längst Teil ihrer eigenen Familie? Gerade dieses Spiel mit Wahrnehmung und Realität sorgt dafür, dass der Film sein Publikum lange im Ungewissen lässt. Diese psychologische Komponente und der konsequente Spannungsaufbau, gepaart mit der Atmosphäre sind große Pluspunkte des Films. Aja versteht es hervorragend, den dichten Wald und die abgelegene Hütte zu einem bedrohlichen Schauplatz zu machen. Nebelschwaden, knarzende Bäume und die permanente Unsicherheit darüber, was sich tatsächlich außerhalb der sicheren vier Wände befindet, erzeugen eine konstante Anspannung. Der Film verzichtet dabei weitgehend auf billige Schockeffekte und setzt stattdessen auf unterschwelligen Horror und psychologischen Druck. Lange bleibt hier offen, ob Momma eine heldenhafte Mutter oder eine unzuverlässige Erzählerin ist. Auch Anthony B. Jenkins und Percy Daggs IV liefern als ihre Söhne überzeugende Leistungen ab und sorgen dafür, dass die familiären Konflikte jederzeit glaubwürdig wirken. Gerade das Zusammenspiel der drei Hauptfiguren gehört zu den stärksten Aspekten des Films. 

Leider verliert "Never Let Go" im letzten Drittel deutlich an Boden. Die Geschichte lebt zunächst von ihren offenen Fragen und ihrer geheimnisvollen Stimmung, doch je näher das Finale rückt, desto mehr gerät die Handlung ins Wanken. Einige Enthüllungen wirken überhastet, während andere Fragen bewusst unbeantwortet bleiben. Der Film hält schlicht seine selbst aufgestellten Regeln nicht konsequent ein und die Auflösung bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück. Hinzu kommt, dass das Drehbuch immer wieder bekannte Motive aus ähnlichen Horrorfilmen aufgreift. Erinnerungen an Werke wie "A Quiet Place" oder "Bird Box" lassen sich kaum vermeiden. Zwar gelingt es Aja, diesen bekannten Elementen mit seiner Inszenierung einen eigenen Anstrich zu verleihen, wirklich originell fühlt sich die Geschichte jedoch nicht durchgehend an. Dennoch bleibt "Never Let Go" ein sehenswerter Genrebeitrag. Die dichte Atmosphäre, die überzeugenden Darsteller und einige wirklich gelungene Spannungsmomente sorgen dafür, dass der Film auch dann interessant bleibt, wenn das Drehbuch kleinere Schwächen offenbart. Wer psychologischen Horror und langsamen Spannungsaufbau schätzt, wird hier durchaus auf seine Kosten kommen - sollte allerdings keine perfekte Auflösung erwarten.

5,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork21 Laps Entertainment/Media Capital Technologies/HalleHolly

Mittwoch, 1. Juli 2026

力王 - Lik Wong - Story Of Ricky (1991)

https://www.imdb.com/de/title/tt0102293/

Im Jahr 2001 wurden sämtliche staatlichen Einrichtungen privatisiert und die Haftanstalten werden von den Konzernen wie brutale Arbeitslager geführt. Ricky (Fan Siu Wong) wird für den Mord an seiner Freundin zu zehn Jahren Haft verurteilt. Obwohl er unschuldig ist, möchte er in Ruhe seine Strafe absitzen. Doch es kommt anders, Ricky kann den von Gewalt und Selbstjustiz geprägten Alltag in dem Hochsicherheitsgefängnis nicht tatenlos mit ansehen und geht bald gegen die Obrigkeit vor.

Manche Filme lassen sich nur schwer beschreiben, weil sie sich konsequent jeder Vernunft verweigern. "Story Of Ricky" ist genau so ein Film. Regisseur Lam Nai-Choi adaptierte den gleichnamigen Manga von Tetsuya Saruwatari und schuf dabei einen Martial-Arts-Film, der Action, Splatter, Gefängnisdrama und schwarzen Humor zu einer völlig durchgeknallten Mischung verbindet. Was dabei entsteht, ist weder subtil noch realistisch - dafür aber eines der kompromisslosesten und unterhaltsamsten Kultwerke des Hongkong-Kinos, sowie einer der ersten Filme in Hongkong, die außerhalb der Pornoindustrie mit der Kategorie-III-Wertung versehen wurden, was einem strengen Jugendverbot entspricht.

Schon nach wenigen Minuten wird klar, dass "Story Of Ricky" keinerlei Interesse daran hat, glaubwürdig zu wirken. Stattdessen setzt der Film auf maximale Übertreibung. Arme werden abgerissen, Schädel platzen, Körper explodieren und Gegner werden mit bloßen Händen förmlich auseinandergerissen. Die praktischen Splattereffekte sind aus heutiger Sicht zwar sichtbar künstlich, genau das macht jedoch einen großen Teil des Charmes aus. Die handgemachten Gore-Effekte wirken herrlich überzogen und erinnern eher an einen blutigen Comic als an einen klassischen Actionfilm. Aber genau diese kompromisslose Inszenierung wurde über die Jahre zum Markenzeichen des Films.  Dabei überrascht der Film sogar mit einigen gesellschaftskritischen Untertönen. Hinter der blutigen Fassade verbirgt sich eine deutliche Kritik an Korruption, Machtmissbrauch und der Privatisierung des Strafvollzugs. Das Gefängnis dient als Sinnbild eines Systems, in dem Gewalt und Unterdrückung zum Alltag gehören. Diese Themen bleiben zwar stets im Hintergrund, verleihen der ansonsten völlig überdrehten Handlung aber eine interessante zusätzliche Ebene. Auch Hauptdarsteller Fan Siu-wong trägt erheblich zum Gelingen bei. Als Ricky verkörpert er den klassischen stoischen Helden, dessen moralischer Kompass niemals ins Wanken gerät. Große Charakterentwicklung darf man zwar nicht erwarten, doch genau diese kompromisslose Geradlinigkeit passt hervorragend zum comichaften Ton des Films. Ricky ist weniger ein realistischer Mensch als vielmehr eine wandelnde Naturgewalt - und genau das macht seinen Reiz aus.

Trotz aller Begeisterung ist "Story Of Ricky" allerdings kein Film für jedermann. Die Handlung bleibt bewusst simpel und dient in erster Linie als Verbindung zwischen den zahlreichen Kämpfen. Viele Figuren sind kaum mehr als überzeichnete Karikaturen, Dialoge geraten häufig unfreiwillig komisch und die schauspielerischen Leistungen erreichen selten ein hohes Niveau. Der Film erzielt eben seine Wirkung vor allem durch seine kompromisslose Überzeichnung und weniger durch erzählerische Raffinesse. Doch gerade diese hemmungslose Lust am Exzess macht "Story Of Ricky" aber so einzigartig. Der Film kennt praktisch keine Grenzen und steigert jede Szene noch weiter, als man es für möglich hält. Was auf dem Papier völlig absurd klingt, entwickelt auf der Leinwand einen kaum erklärbaren Unterhaltungswert. Viele spätere Kultfilme haben versucht, ähnliche Extreme zu erreichen - nur wenige besitzen jedoch diese unverkrampfte Spielfreude.

"Story Of Ricky" ist laut, blutig, hemmungslos überdreht und gerade deshalb so faszinierend. Die einfache Geschichte, die teilweise hölzernen Dialoge und die bewusst comichafte Inszenierung verhindern zwar die Höchstwertung, doch als kompromissloses Kultkino funktioniert der Film hervorragend. Wer sich auf diese völlig verrückte Welt einlässt und bereit ist, jede Form von Realismus an der Gefängnispforte abzugeben, erlebt einen Film, den man so schnell garantiert nicht wieder vergisst.

7,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkDiagonal Pictures/Paragon Films/Orange Sky Golden Harvest

Little Brother (2026)

https://www.imdb.com/de/title/tt34888871/

Rudd (John Cena) ist ein erfolgreicher Immobilienmakler und glücklich mit seiner Frau Deirdre (Michelle Monaghan) verheiratet, obwohl es in ihrer Beziehung zuletzt aufgrund seiner Pedanterie immer mehr an Leidenschaft mangelt. Eines Tages erhält Rudd einen Anruf, dass sein Bruder nach einem Autounfall im Krankenhaus gelandet sei. Als er und Deirdre zu dem Verletzten eilen, stellen sie fest, dass es sich gar nicht um Rudds echten Bruder handelt, sondern um Marcus (Eric André), für den Rudd vor vielen Jahren im Rahmen eines Higschool-Programms lediglich der Einschulungs-Pate war. Weil Marcus aktuell nirgendwo anders unterkommen kann, nehmen Rudd und Deirdre ihn nach dem Krankenhausaufenthalt vorübergehend bei sich auf – und damit zieht das Chaos bei ihnen ein.

Buddy-Komödien leben von ihrer Chemie - und genau hier liegt die größte Stärke von "Little Brother". Regisseur Matt Spicer bringt mit John Cena und Eric André zwei völlig unterschiedliche Charaktere zusammen und schafft damit immer wieder unterhaltsame Momente. Leider reicht das allein nicht aus, um aus einer guten Grundidee eine rundum gelungene Komödie zu machen. Zwischen gelungenen Gags und ehrlichen Charaktermomenten verliert der Film immer wieder seinen Rhythmus und findet nie ganz die Balance zwischen Chaos und Herz. Dabei beweist John Cena einmal mehr sein gutes Gespür für trockenes Timing, während Eric André mit seiner gewohnt unberechenbaren Art für die meisten Lacher sorgt. Immer dann, wenn die beiden einfach miteinander spielen dürfen, entfaltet "Little Brother" seinen größten Charme. Auch die emotionaleren Szenen funktionieren überraschend gut und verhindern, dass der Film zur reinen Klamaukveranstaltung verkommt. 

Leider verliert sich das Drehbuch zu häufig in einer Mischung aus derbem Humor, vorhersehbaren Handlungswendungen und Figuren, die kaum über ihre Klischees hinauswachsen. Manche Gags zünden hervorragend, andere wirken bemüht oder unnötig aufgesetzt. Auch der Wechsel zwischen herzlicher Buddy-Komödie und schrägem Chaos gelingt nicht immer, wodurch der Film stellenweise etwas unausgegoren wirkt. Dabei steckt durchaus Potenzial in der Geschichte. Themen wie Freundschaft, Verantwortung und psychische Gesundheit werden angerissen, bleiben letztlich aber eher oberflächlich. Statt diese Ansätze konsequent zu vertiefen, setzt der Film immer wieder auf den nächsten schrägen Einfall. Das sorgt zwar für Unterhaltung, verhindert aber, dass "Little Brother" emotional wirklich nachhallt. Guckt man halt einfach so weg. 

5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Middle Child Films/Netflix

All The Boys Love Mandy Lane (2006)

https://www.imdb.com/title/tt0490076/

Mandy Lane (Amber Heard) ist traumhaft schön und das Objekt der Begierde jedes männlichen Mitschülers einer Highschool im tiefsten Texas. Jeder will sie für sich, doch niemand scheint auch nur den Hauch einer Chance bei der kühlen blonden Schönheit zu haben. Nur zu dem Außenseiter Emmet (Michael Welch) hält sie freundschaftlichen Kontakt. Auch den Mädchen dient die zurückhaltende, strebsame Augenweide als Vorbild. Die Faszination für Mandy eskaliert auf einer Party, bei der sich einer ihrer Verehrer (Adam Powell), von Emmet angestachelt, betrunken vom Dach seines Hauses in den Tod stürzt. Neun Monate später willigt Mandy ein, ein paar ihrer Mitschüler auf einen Wochenendausflug zu begleiten. Die drei männlichen Begleiter können ihr Glück kaum fassen und erhoffen sich alle bei Mandy zu landen, wobei die zwei weiblichen Begleiter schlicht die Nähe der Schönheit genießen. Am Ziel angekommen fließt schnell viel Alkohol, der Konsum von Cannabis steigt stündlich und auch vor dem Gebrauch von zerstampften ADS-Tabletten wird nicht halt gemacht. Die partywütigen Jugendlichen ahnen jedoch nicht, dass draußen auf den Feldern ein psychopathischer Killer nur auf sie wartet, um sie alle, einen nach dem anderen, zu töten...

Manche Filme entwickeln ihren Kultstatus nicht durch ihren Erfolg, sondern durch die ungewöhnlichen Umstände ihrer Veröffentlichung. "All The Boys Love Mandy Lane" gehört zweifellos in diese Kategorie. Obwohl Jonathan Levines Horrorfilm bereits 2006 auf Festivals gezeigt wurde, dauerte es Jahre, bis er in den USA regulär veröffentlicht wurde. Diese lange Verzögerung führte dazu, dass der Film beinahe mythische Züge annahm. Nach seiner verspäteten Veröffentlichung zeigte sich jedoch schnell, dass sich hinter dem Hype weder ein vergessenes Meisterwerk noch ein Totalausfall verbarg, sondern ein durchaus interessanter Slasher mit bemerkenswerten Stärken und ebenso offensichtlichen Schwächen. Eine der größten Stärken des Films ist seine Atmosphäre. Levine und Kameramann Darren Genet verleihen dem Geschehen einen staubigen, fast schon an die Horrorfilme der 1970er-Jahre erinnernden Look. Die ländliche Kulisse, die ausgebleichten Farben und die sommerliche Hitze erzeugen ein Gefühl permanenter Unruhe. 

Auch Amber Heard hinterlässt einen starken Eindruck in der Titelrolle. Mandy bleibt bewusst geheimnisvoll, wodurch sie sich von den üblichen Horrorfilm-Protagonistinnen unterscheidet. Gleichzeitig gelingt es Heard, die Figur weder zur reinen Projektionsfläche noch zum klassischen „Final Girl“ werden zu lassen. Unterstützt wird sie von einem jungen Ensemble, das die Dynamik einer Gruppe hormongetriebener Teenager erstaunlich glaubwürdig einfängt. Besonders die Darstellung von Gruppendruck, sexueller Unsicherheit und jugendlicher Oberflächlichkeit wirkt oftmals authentischer als in vielen Genrefilmen. Problematisch wird es allerdings beim Drehbuch. Zwar bemüht sich "All The Boys Love Mandy Lane" sichtbar darum, mehr zu sein als ein gewöhnlicher Slasher, doch nicht alle erzählerischen Ideen funktionieren. Einige Wendungen erscheinen eher konstruiert als organisch entwickelt. Auch das Erzähltempo erweist sich als zweischneidiges Schwert. Die ruhige erste Hälfte investiert viel Zeit in Stimmung und Figurenaufbau, was dem Film zwar Tiefe verleiht, gleichzeitig aber die Spannung ausbremst. Wer einen klassischen Slasher mit hohem Tempo erwartet, könnte die Entwicklung als etwas schleppend empfinden. Erst im letzten Drittel gewinnt die Geschichte deutlich an Intensität. 

Zwischen Konvention und Innovation besitzt der Film immerhin genug Eigenständigkeit, um sich von der Masse ähnlicher Produktionen abzuheben, erreicht jedoch nie ganz die erzählerische Raffinesse, die er anstrebt. Seine stilistische Sicherheit, die starke Atmosphäre und einige gelungene Ideen machen ihn dennoch zu einem mittelmäßig-sehenswerten Beitrag des modernen Slasherkinos. 

5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Occupant Films

Dienstag, 30. Juni 2026

John Carpenter's The Ward - The Ward: Die Station (2010)

https://www.imdb.com/de/title/tt1369706/

Kristen (Amber Heard), eine hübsche aber labile junge Frau, findet sich verletzt, unter Drogen und gegen ihren Willen festgehalten auf einer Station einer psychatrischen Anstalt in den 1960er-Jahren wieder. Sie ist komplett orientierungslos, weiß nicht, wer sie an diesen Ort gebracht hat und hat keine Erinnerung an ihr Leben vor der Einweisung. Aber ihr ist klar, dass sie sich nicht in Sicherheit befindet. Die anderen Patienten der Station, vier ebenso verstörte junge Frauen, helfen Kristen nicht weiter und bald stellt sie fest, dass nicht alles so ist wie es scheint. Nachts, wenn das Hospital dunkel und unheilvoll ist, hört sie seltsame und beängstigende Geräusche. Eine nach der anderen verschwinden die anderen Mädchen...

Nach fast einem Jahrzehnt Regiepause kehrte Horrorlegende John Carpenter mit "The Ward" auf die große Leinwand zurück und rein atmosphärisch gelingt Carpenter hier auch ein durchaus solider Horrorfilm. Die düsteren Flure der Klinik, das sterile Umfeld und die ständige Unsicherheit darüber, was real ist und was nicht, erzeugen immer wieder wirksame Spannungsmomente. Diese Inszenierung zeigt, dass Carpenter sein Handwerk nach wie vor beherrscht. Dennoch kommt man nicht umhin, gerade m direkten Vergleich mit seinen früheren Werken, den Gedanken festzuhalten, dass hier mehr drin gewesen wäre, da "The Ward" sich schon bald als vergleichsweise konventioneller Psychothriller entpuppt. Der Film besitzt durchaus Qualitäten, erreicht jedoch nur selten die Klasse seiner berühmten Vorgänger. Auch die Besetzung macht ihre Sache ordentlich. Amber Heard trägt den Film souverän und verleiht Kristen genügend Verletzlichkeit und Entschlossenheit, um das Interesse des Zuschauers aufrechtzuerhalten. Unterstützt wird sie von Danielle Panabaker, Mamie Gummer, Lyndsy Fonseca und Jared Harris, die ihren Figuren trotz begrenzter Tiefe eine gewisse Glaubwürdigkeit verleihen. Besonders die Dynamik zwischen den Patientinnen sorgt dafür, dass die Geschichte zumindest emotional nicht völlig oberflächlich bleibt. 

Das größte Problem von "The Ward" liegt jedoch im Drehbuch. Die Handlung folgt vielen bekannten Mustern des Psychiatrie- und Geisterhorrors und entwickelt nur selten eine eigene Identität. Die vorhersehbaren Wendungen und die starke Abhängigkeit von Schockmomenten statt nachhaltiger Spannung nagen geradezu an der Geduld des Zuschauers. Vor allem die zentrale Auflösung wirkt für erfahrene Genrefans wenig überraschend und erinnert an zahlreiche ähnliche Filme der Jahre zuvor. Hinzu kommt, dass dem Film ein unverwechselbares Profil fehlt. Er fühlt sich einfach nicht wie ein typischer Carpenter-Film an. Wo seine besten Werke durch markante Bildsprache, ikonische Musik und eine starke eigene Handschrift geprägt waren, wirkt "The Ward" oft wie ein routinierter Studiohorrorfilm, den auch viele andere Regisseure hätten inszenieren können. Trotzdem besitzt der Film eine gewisse Effizienz. Mit einer Laufzeit von knapp 90 Minuten erzählt er seine Geschichte ohne größere Längen und liefert gerade genug Spannung, um Genrefans bei Laune zu halten. Am Ende pendelt er aber nur zwischen Routine und Handwerkskunst. Die Regie eines erfahrenen Meisters sorgt dafür, dass das Werk nie völlig abstürzt, doch das schwache Drehbuch und die mangelnde Originalität verhindern, dass daraus ein wirklich erinnerungswürdiger Horrorfilm wird.

5,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkFilmNation Entertainment/Premiere Picture/Echo Lake Entertainment

The Haunting Of Hill Haus - Spuk in Hill House (2018)

https://www.imdb.com/title/tt6763664/

Die fünf Geschwister Theodora (Kate Siegel), Steven (Michiel Huisman), Luke (Oliver Jackson-Cohen), Shirley (Elizabeth Reaser) und Nell (Victoria Pedretti) haben ihre Kindheit in einer der berüchtigtsten Geistervillen der USA verbracht. Nach dem Selbstmord ihrer jüngsten Schwester kommen die verbliebenen Vier Jahre später wieder in dem unheimlichen Anwesen zusammen, und stellen sich gezwungenermaßen den Geistern der Vergangenheit, die sie erst aus dem familiären Hill House getrieben haben. Während einige davon nur in den Köpfen und vor allem Erinnerungen der Geschwister leben, wirken wiederum andere erschreckend real.

https://www.imdb.com/title/tt7023382/
1. Steven sieht einen Geist (Steven Sees A Ghost)
Steven Crain ist ein Autor, der für seinen autobiografischen Roman "Spuk in Hill House" bekannt ist. Darin beschreibt er seine Kindheitserlebnisse in dem Spukhaus, das er mit seinen Eltern Hugh und Olivia sowie seinen jüngeren Geschwistern Shirley, Theo, Nell und Luke bewohnte. Während ihres Aufenthalts werden die Crains mit paranormalen Ereignissen konfrontiert und müssen ohne Olivia fliehen, die im Haus stirbt und die restliche Familie traumatisiert. Jahre später verarbeitet Steven die traumatischen Erlebnisse seiner Familie in seinem Buch, was das Verhältnis zu seinen Geschwistern belastet. Obwohl es ein Bestseller wird, lässt er die meisten der beängstigenden Ereignisse aus und glaubt eigentlich nicht an das Paranormale. Theo lernt in einem Nachtclub eine Frau namens Trish kennen und bringt sie mit nach Hause, um mit ihr zu schlafen. Steven und Shirley verpassen Anrufe von Nell, die daraufhin Hugh anruft und ihre Sorge um Luke äußert, der drogenabhängig geworden ist. Als Steven nach Hause kommt, erwischt er Luke beim Diebstahlversuch und gibt ihm stattdessen Geld. In seiner Wohnung trifft er auf Nell, die in einer Ecke steht. Er erhält einen Anruf von Hugh, der ihm mitteilt, dass Nell nach Hill House gegangen und tot ist. Steven erkennt, dass er einen Geist sieht. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt7815916/
2. Offener Sarg (Open Casket)
In Kindheitserinnerungen in Hill House findet Shirley einen Karton mit ausgesetzten Kätzchen und nimmt sie auf. Die Kätzchen sterben jedoch alle, was Shirley tief trifft. Sie grübelt darüber nach, warum sie ihnen nicht helfen konnte. Später, während Olivias Beerdigung, ist die zunächst verzweifelte Shirley erstaunt darüber, dass die Bestatterin ihre Mutter "heilen" und ihr ihre frühere Schönheit zurückgeben konnte. Als Erwachsene ist Shirley Bestatterin und betreibt zusammen mit ihrem Mann Kevin ein Bestattungsunternehmen. Sie vermietet ein Gästehaus an Theo, der inzwischen Kindertherapeut ist. Shirley erfährt von Nells Tod. Verzweifelt beschließt sie, ihre Schwester selbst einzubalsamieren und zu "heilen". Dabei begegnet sie jedoch dem Geist ihrer Mutter. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt7688206/
3. Berührung (Touch)
Theo kann die Gefühle von Menschen und die Eindrücke von Gegenständen wahrnehmen, wenn sie diese mit bloßen Händen berührt. In ihrer Kindheit bittet Luke sie einmal, ihn mit dem Speiseaufzug ins oberste Stockwerk fahren zu lassen. Als Theo den Knopf nach oben drückt, fährt der Aufzug stattdessen nach unten, und Luke begegnet einem Geist, der ihn angreift. Er ist wütend, dass die Erwachsenen ihm nicht glauben. Theo geht der Sache nach und findet eine versteckte Falltür, die in einen Keller führt, der nicht in den Bauplänen des Hauses eingezeichnet ist. Olivia erzählt ihr, dass ihre Großmutter genauso "sensibel" war wie sie selbst und gibt Theo ein Paar Handschuhe zum Schutz ihrer Hände. Bei ihrer Arbeit trifft die erwachsene Theo auf ein Kind, das sie nicht "lesen" kann und das behauptet, von "Mr. Smiley", einem Monster, gequält zu werden. Theo geht zum Haus des Mädchens und entdeckt die Wahrheit: Ihr Pflegevater missbraucht sie, und Mr. Smiley ist eine Manifestation dieses Missbrauchs. Theo lässt den Pflegevater verhaften. Anschließend geht sie in die Leichenhalle, berührt Nells Stirn und bricht dann schreiend zusammen. Eine Rückblende auf ihre letzte Nacht in Hill House zeigt, dass Theo, als Hugh sie bei ihrer Flucht packte, verstörende Bilder von Geistern sah und Olivia, die gestoßen wurde und mit dem Kopf gegen eine Wand schlug. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt7578528/
4. Das Zwillingsding (The Twin Thing)
Der kleine Luke ist frustriert, weil nur Theo ihm glaubt, was die Geister angeht, die er sieht, darunter auch seine "imaginäre Freundin" Abigail. Luke nimmt einen Bowlerhut an, den seine Mutter auf dem Dachboden findet, und setzt ihn auf. Der heutige Luke ist seit 90 Tagen clean. Seit ihrer Geburt können Luke und Nell die körperlichen Beschwerden des jeweils anderen spüren. Lukes beste Freundin Joey, die in der Entzugsklinik ist, flieht, um Drogen zu nehmen, und Luke folgt ihr, um sie zurückzuholen. Der kleine Luke begegnet dem Geist eines ungewöhnlich großen Mannes, der seinen Bowlerhut zurückhaben will. Luke findet Joey, fühlt sich aber plötzlich unnatürlich kalt und steif. Da er kein Geld für eine Unterkunft hat, bricht Luke in Stevens Wohnung ein, um Sachen zu stehlen und zu verkaufen. Er wird jedoch von Steven erwischt, der ihm Geld gibt. Joey stiehlt das Geld und flieht, und Luke wird überfallen. Er irrt umher, verfolgt von dem Geist mit dem Hut. Luke ruft seine Sozialarbeiterin an, und sie und Steven finden ihn und teilen ihm mit, dass Nell Suizid begangen hat. Luke erkennt, dass er Nells Tod die ganze Zeit gespürt hat und erklärt, es sei kein Selbstmord gewesen. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt7958030/
5. Die Frau mit dem verbogenen Hals (The Bent-Neck)
Die kleine Nell wird von einer Erscheinung gequält, die sie die Frau mit dem gebrochenen Genick nennt - ein Geist mit einem gebrochenen Genick. Die erwachsene Nell sucht wegen Schlafparalyse den Schlaftherapeuten Arthur auf. Die beiden verlieben sich und heiraten. Doch im ersten Ehejahr erleidet Arthur ein Hirnaneurysma und stirbt, während die Frau mit dem gebrochenen Genick zurückkehrt. Nell setzt ihre Medikamente ab, da sie glaubt, dadurch die Frau zu sehen. Überzeugt von ihrem Therapeuten, dass Hill House nur noch eine Ruine und nicht der alptraumhafte Ort ihrer Vergangenheit sei, reist Nell dorthin. Sie sieht es so, wie es in ihrer Kindheit war: komplett renoviert, mit ihrer Familie und Arthur. Doch in Wirklichkeit ist das Haus verlassen und menschenleer. Nell wird zur Wendeltreppe geführt, wo sie sich eine Schlinge um den Hals legt und sich vorstellt, es sei das Medaillon ihrer Mutter. Dann wird sie vom Geist ihrer Mutter gestoßen und bricht sich das Genick. Im Sterben reist Nell durch die Vergangenheit und enthüllt, dass sie selbst die Frau mit dem gebrochenen Genick war und ihr jüngeres Ich die ganze Zeit heimgesucht hat. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt8160066/
6. Zwei Gewitter (Two Storms)
Die Folge wechselt zwischen zwei Stürmen: einem, den die Familie in der Vergangenheit in Hill House erlebte, und einem in der Gegenwart, in der Nacht vor Nells Beerdigung, als die Familie Crain sich im Bestattungsinstitut trifft, um ihren Leichnam zu sehen – endlich nach Jahren wieder vereint im selben Raum. In Hill House verschwindet Nell. Olivia sieht Geister und verfällt in einen Trancezustand, in dem sie sich seltsam verhält. Nell taucht erschüttert wieder auf und behauptet, sie sei die ganze Zeit direkt vor der Familie gewesen und habe geschrien, doch niemand habe sie sehen oder hören können. In der Gegenwart, während die Crains streiten, geschehen seltsame Dinge: Steven sieht den Geist seiner Mutter, der Strom fällt aus, und jemand klebt Nell Knöpfe auf die Augen. Steven verlangt von Hugh Antworten darüber, was wirklich passiert ist, was zu Konfrontationen führt. Shirley erwischt Theo und Kevin zusammen in einem Abstellraum. Nells Sarg kippt von selbst um und versetzt die Crains in einen Schockzustand. Nells Geist, als die Frau mit dem gebrochenen Genick, ist im Raum anwesend, doch niemand sieht sie – außer Hugh für einen kurzen Moment. - 9,5/10

https://www.imdb.com/title/tt8160068/
7. Grabrede (Eulogy)
Es wird enthüllt, dass Hugh oft mit Olivia spricht, als wäre sie noch da. Er kann sich mit Theo versöhnen, die sagt, sie hätte sich bei ihm melden sollen. Während der Beerdigung versucht er, den Kontakt zu seinen anderen Kindern wiederherzustellen. In der Vergangenheit begutachtet Hugh das Haus auf Sturmschäden. Mr. Dudley hilft ihm dabei und enthüllt einige Details über die früheren Bewohner. Er schlägt vor, dass die unberechenbare Olivia eine Auszeit vom Haus braucht und erklärt damit, warum er und Mrs. Dudley nachts nie dort sind. Olivias Verhalten wird immer beunruhigender. Als Hugh aufwacht und eine desorientierte Olivia mit einem Schraubenzieher an seinem Hals vorfindet, beschließen sie, dass sie Hill House für ein paar Tage verlassen muss. Während der Renovierungsarbeiten im Keller, wo Luke verunglückte, entdeckt Hugh versehentlich die Leiche von William Hill, dem ursprünglichen Besitzer, der sich in den Wänden des Hauses eingemauert hatte. Nach Olivias Tod gibt Hugh bei der Vernehmung durch die Polizei an, der Rote Raum sei verschlossen gewesen. Doch in der letzten Nacht im Haus stellt er fest, dass die Tür zum Roten Raum unverschlossen ist. Nach der Beerdigung greift Olivias Geist Luke, dann Hugh und Theo an. Nach der Beerdigung verschwindet Luke spurlos und stiehlt Shirleys Brieftasche und Theos Auto. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt8160070/
8. Markierungen (Witness Marks)
Steven und Hugh fahren herum, um Luke zu finden. Steven glaubt, die Probleme der Familie seien auf eine psychische Erkrankung zurückzuführen und erklärt, er habe sich einer Vasektomie unterzogen, um die "Krankheit" seiner Familie nicht weiterzugeben. Im Bestattungsinstitut streiten Shirley und Theo über Theo und Kevin im Abstellraum. Die Familie entdeckt, dass Luke auf dem Weg nach Hill House ist. Hugh offenbart Steven, dass dieser die ganze Zeit Geister gesehen hat, ohne es zu wissen, und versichert ihm, dass keiner von ihnen psychisch krank ist. Er enthüllt, dass das Baumhaus, in dem Steven und Luke sich oft aufhielten, in Hill House gar nicht existierte und beschreibt die Crains als "wie ein unfertiges Essen" für das Haus. Auch Shirley und Theo fahren nach Hill House, um Luke zu retten. Während sie sich streiten, erscheint plötzlich Nells Geist und erschreckt sie. Theo bricht zusammen und erklärt, Shirley habe sie und Kevin missverstanden; es sei nichts weiter passiert, als dass sie versucht habe, ihre Fähigkeit, zu fühlen, wiederzuerlangen. Luke versucht, Hill House niederzubrennen, wird dabei aber vom Geist von Poppy Hill, William Hills wahnsinniger Ehefrau, angegriffen. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt8160064/
9. Böse Träume (Screaming Meemies)
In der Vergangenheit beginnt Olivia, im Haus beunruhigende paranormale Erlebnisse zu haben. Sie sieht eine Vision der Leichen der erwachsenen Nell und Luke und begegnet dem Geist von Poppy Hill, die ihr prophezeit, dass die Welt draußen ihre Kinder verschlingen wird und sie sie beschützen muss. Desorientiert und verängstigt beschließen Olivia und Hugh, dass sie eine Auszeit nehmen und zu ihrer Schwester Janet fahren sollte. Doch Olivia, die nun labil und vom Haus beeinflusst ist, fährt nie hin, und die letzte Nacht der Familie in der Villa nimmt ihren Lauf. Die wahnhafte Olivia nimmt Nell, Luke und Abigail, die dort übernachtet hat, zu einer Teeparty im Roten Zimmer mit, das nun geöffnet ist. Hugh erkennt, dass Olivia den Tee mit Rattengift vergiftet hat, um die Kinder zu töten. Sie glaubt, dies sei der einzige Weg, sie vor der Welt zu schützen. Er rettet Luke und Nell, kann Abigail aber nicht mehr retten. Voller Entsetzen bringt er die Kinder eilig aus dem Haus, während Olivia, die aus ihrem schrecklichen Traum erwachen will, von der Wendeltreppe springt. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt8160072/
10. Eine bleierne Stille (Silence Lay Steadily)
Steven und Hugh finden Luke bewusstlos im Roten Zimmer. Steven, Theo und Shirley werden mit Luke eingeschlossen und erleben alptraumhafte Offenbarungen über ihr Leben, während das Haus versucht, sie zu töten. Alle Geschwister werden von Nells Geist gerettet. Sie erwachen und finden Luke im Sterben vor. Nells Geist erklärt, dass das Rote Zimmer der "Magen" des Hauses ist und sich jedem als anderes Zimmer tarnen kann, um ihn zu beruhigen, während es ihn "verdaut". Es hatte sich als Baumhaus für Luke, als Spielzimmer für Steven und so weiter getarnt. Die Geschwister entschuldigen sich, Nell nicht gerettet zu haben, und sie versichert ihnen, dass sie sich alle geliebt haben. Olivias Geist hält die Geschwister gefangen und will nicht, dass sie gehen. Hugh überzeugt sie, die Tür zu öffnen, und verspricht ihr etwas. Sie befreit sie, und Shirley und Theo fahren Luke ins Krankenhaus. Hugh und Steven bleiben zurück, und die Folgen von Olivias Tod werden enthüllt, unter anderem die Tatsache, dass die Dudleys Abigails Eltern waren. Hugh verabschiedet sich von Steven und betritt den Roten Raum, um für immer bei Olivia und Nell zu bleiben (sein Versprechen). Steven erkennt endlich die Anwesenheit der Geister des Hauses an. Zwei Jahre später feiern die Geschwister, deren Bande wiederhergestellt sind, gemeinsam mit ihren Partnern Lukes Nüchternheit. Ein alternder Horace bringt Clara ins Haus, wo sie stirbt; ihr Geist vereint sich mit Abigail. - 8,5/10


Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkAmblin Television/FlanaganFilm/Paramount Television Studios