Clark (Chiwetel Ejiofor) ist Eigentümer und Geschäftsführer eines heruntergekommenen Möbelgeschäfts, seit seiner Scheidung wohnt er außerdem dort. Eines Tages entdeckt er im Keller des Ladens eine unsichtbare Tür, hinter der sich ein endloses Labyrinth seltsamer Räume befindet. Mit der Zeit steigert er sich immer mehr in seine Besessenheit rein und möchte unbedingt das Geheimnis der verborgenen Räume lüften. Letztendlich vertraut er sich seiner Psychotherapeutin Dr. Mary Kline (Renate Reinsve) an und berichtet ihr von den Mysterien des unerklärlichen Raumes. Als diese ihm zunächst nicht glaubt, begibt sich Clark zusammen mit seinen Angestellten Kat (Lukita Maxwell) und Bobby (Finn Bennett), sowie einer Videokamera, in die Räume, um Beweise zu sammeln. Da er jedoch nie wieder zurückkehrt, macht sich Mary letztendlich selbst auf den Weg in die unbekannte Welt hinter der verborgenen Tür.
Nur wenige Horrorfilme der letzten Jahre waren mit einer derart ungewöhnlichen Entstehungsgeschichte verbunden wie "The Backrooms". Was als virale YouTube-Serie des damals erst 16-jährigen Kane Parsons begann, entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einem weltweiten Phänomen. Mit seiner ersten Spielfilmregie stand Parsons nun vor der schwierigen Aufgabe, ein Konzept, das ursprünglich von Atmosphäre und Andeutungen lebte, auf Spielfilmlänge auszudehnen. Überraschenderweise gelingt ihm dieses Kunststück über weite Strecken beeindruckend gut. Das Ergebnis ist ein ebenso verstörender wie faszinierender Horrorfilm, der zwar nicht frei von Schwächen ist, aber eindrucksvoll beweist, dass aus Internetkultur ernstzunehmendes Kino entstehen kann.
Die Geschichte folgt dem Möbelhausbesitzer Clark (Chiwetel Ejiofor), der auf ein unerklärliches Portal stößt, das in die sogenannten Backrooms führt - ein endloses Labyrinth aus gelb beleuchteten Fluren, verlassenen Büroräumen und architektonischen Albträumen, die jeder Logik trotzen. Parallel begleitet der Film die Therapeutin Mary (Renate Reinsve), deren Schicksal zunehmend mit dieser surrealen Parallelwelt verknüpft wird. Was zunächst wie ein klassischer Mystery-Horrorfilm beginnt, entwickelt sich zunehmend zu einer psychologischen Reise durch Erinnerungen, Traumata und die Zerbrechlichkeit der Realität. Die größte Stärke von "The Backrooms" ist zweifellos seine Atmosphäre. Parsons versteht besser als jeder andere Filmemacher, warum das ursprüngliche Konzept Millionen Menschen faszinierte. Die Backrooms sind nicht einfach nur ein Ort, sondern ein Gefühl - die verstörende Vertrautheit eines Raumes, der fast normal erscheint und gerade deshalb beunruhigt. Das Produktionsdesign und die visuelle Umsetzung dieser albtraumhaften Welt, die sterile Beleuchtung, das monotone Brummen der Neonröhren und die scheinbar endlosen Korridore erzeugen eine Form von Unbehagen, die sich tief unter die Haut schleicht.
Auch schauspielerisch überrascht der Film positiv. Chiwetel Ejiofor verleiht Clark eine glaubwürdige Mischung aus Verzweiflung, Neugier und Angst, während Renate Reinsve die emotional komplexere Rolle übernimmt. Beide Figuren fungieren weniger als klassische Horrorfilmhelden und mehr als emotionale Ankerpunkte in einer Geschichte, die bewusst mit Unsicherheit und Mehrdeutigkeit arbeitet. Viele Kritiken hoben hervor, dass gerade die ernsthaften Darstellungen verhindern, dass die Geschichte zu einer bloßen Aneinanderreihung surrealer Bilder verkommt. Besonders bemerkenswert ist die visuelle Reife von Parsons' Regiearbeit. Obwohl dies sein Spielfilmdebüt ist, zeigt er ein erstaunliches Gespür für Bildkomposition, Rhythmus und Spannung. Immer wieder entstehen Szenen, die weniger wie traditionelle Horrorsequenzen wirken als wie bewegte surrealistische Gemälde - eine Art Neudefinition dessen, was moderner Konzept-Horror leisten kann.Ganz ohne Probleme kommt der Film allerdings nicht aus. Das ursprüngliche Konzept als Kurzform funktionierte möglicherweise stärker als über eine Laufzeit von fast zwei Stunden. Tatsächlich verliert die Handlung im Mittelteil gelegentlich an Fokus, und manche Figuren bleiben etwas zu skizzenhaft. Auch die Entscheidung, die Mythologie der Backrooms stärker zu erklären, nimmt etwas von der Mystik. Ein Teil der ursprünglichen Faszination beruhte gerade auf dem Geheimnisvollen und Unerklärlichen. Dennoch überwiegt der positive Eindruck. Die einzigartige Atmosphäre, die ambitionierte Inszenierung und Parsons' bemerkenswertes Talent als Regisseur sind hervorragend. Und letztlich ist "The Backrooms" weit mehr als eine bloße Verfilmung eines Internet-Memes. Es ist ein ungewöhnlicher, mutiger und oftmals erschreckend wirkungsvoller Horrorfilm, der die Angst vor dem Vertrauten in eindrucksvolle Bilder übersetzt. Nicht jede erzählerische Entscheidung funktioniert vollständig, doch die kreative Vision dahinter ist jederzeit spürbar. Damit gehört "The Backrooms" sicherlich zu den originellsten Horrorfilmen des Jahres 2026, vielleicht sogar der letzten Jahre. Kane Parsons gelingt der seltene Sprung vom Internetphänomen zum ernstzunehmenden Filmemacher, ähnlich wie schon Curry Barker mit "Obsession", indem er aus einem simplen Konzept ein atmosphärisch dichtes, visuell beeindruckendes und nachhaltig verstörendes Kinoerlebnis erschafft. Kleine erzählerische Schwächen verhindern die Höchstwertung, ändern aber nichts daran, dass hier eine bemerkenswerte neue Stimme des Horrorfilms zu entdecken ist.














