Der Geschäftsmann David Mann (Dennis Weaver) ist mit seinem 1970er Plymouth Valiant Custom auf dem Highway unterwegs, als aus dem nichts plötzlich ein Tanklastzug auftaucht. David hat keine Lust, hinter dem LKW herzufahren, der ihm zu langsam unterwegs ist. Deswegen setzt er zum Überholmanöver an, ohne zu ahnen, dass sich daraus böse Folgen ergeben. Die ruhige Atmosphäre der amerikanischen Einöde wird plötzlich zu einem Kampfplatz, bei dem der unsichtbar erscheinende Fahrer des Lastwagens zu einem gefährlichen Gegner wird. Denn ohne ersichtlichen Grund beginnt das PS-strotzende Ungetüm, Jagd auf David zu machen. Der harmlose Geschäftsmann versucht alles, um den LKW los zu werden, aber kein Trick scheint ausreichend zu sein, um das zu erreichen. Ein gnadenloses Duell mit ungewissem Ausgang beginnt.
Steven Spielbergs Fernsehfilmdebüt verwandelt eine einfache Autofahrt in ein existenzielles Bedrohungsszenario, und gerade in dieser Reduktion liegt seine Kraft: Ein Mann, ein Truck, eine Straße - mehr braucht der Film kaum, um Angst, Paranoia und Ohnmacht spürbar zu machen. Was zunächst wie eine Verkehrssituation wirkt, entwickelt sich rasch zu einem erbarmungslosen Verfolgungsspiel, in dem der unbekannte Fahrer des Trucks zu einer nahezu mythischen Bedrohung wird. Spielberg hält den Antagonisten konsequent anonym; man sieht ihn kaum je vollständig, und gerade diese Weigerung, ihm ein menschliches Gesicht zu geben, macht ihn so unheimlich. Die Geschichte ist absichtlich schlicht, fast grob skizziert, und doch funktioniert sie auf einer tieferen Ebene überraschend präzise. Bemerkenswert ist, wie sehr Spielberg bereits hier seine späteren Fähigkeiten zeigt. Die Inszenierung lebt von Blickachsen, von Schnitt, von der Verzögerung des Schreckens und von der ständigen Verschiebung der Machtverhältnisse zwischen Mensch und Maschine. Dafür, dass der Film ursprünglich als Fernsehprojekt gedacht war, später aber mit nachträglich gedrehten Szenen für das Kino erweitert wurde, überrascht; trotzdem bleibt er in seiner Struktur erstaunlich konzentriert und radikal.
Der Film erzeugt Spannung nicht durch Dialoge, sondern durch Verhaltensmuster. David Mann spricht wenig, denkt viel, irrt, beschleunigt, bremst, wartet, flieht. Seine zunehmende Verzweiflung ist nachvollziehbar, weil Spielberg ihn nicht als Helden inszeniert, sondern als normalen Mann, dessen Alltagsroutinen auf der offenen Straße nicht mehr funktionieren. Genau darin liegt die Nähe zu späteren Spielberg-Filmen: Auch dort wird ein unsichtbarer Gegner zur zentralen Macht, und auch dort entsteht Spannung aus der Unmöglichkeit, das Bedrohliche zu fassen. Die technische Umsetzung ist für ein Low-Budget-Projekt erstaunlich wirkungsvoll. Die starke Kameraarbeit, die präzise gesetzten Verfolgungsszenen und das kluge Sounddesign, das dem Truck fast eine eigene Persönlichkeit verleiht., sind hervorragend Zwar sind manche Zwischenstopps und Übergänge sichtbar weniger sorgfältig gestaltet, doch diese kleinen Unebenheiten schmälern den Gesamteindruck kaum. Entscheidend ist, dass der Film fast immer auf Angriff bleibt und selbst dort Spannung erzeugt, wo eigentlich nur Straße zu sehen ist.
Auch die Nachwirkung des Films ist bemerkenswert. Heute gilt "Duell" weithin als eines der stärksten Frühwerke Spielbergs und als Beweis dafür, dass große Kinowirkung nicht von großen Budgets abhängt. Filmstarts und andere Rückblicke ordnen den Film als frühes Meisterstück des Spannungskinos ein, das mit minimalen Mitteln maximale Beklemmung erzeugt. Natürlich ist "Duell" kein perfekter Film. Die Geschichte ist sehr einfach, und die Logik einzelner Entscheidungen lässt sich an manchen Stellen hinterfragen. Doch genau diese Reduktion ist auch seine Tugend: Der Film will keine komplexe Welt erklären, sondern einen Zustand aussetzen - den Zustand, von etwas verfolgt zu werden, das man nicht kennt und nicht versteht. Dadurch wird die Autobahn zu einem psychologischen Terrain, auf dem sich moderne Angst in Bewegung übersetzt. Spielberg beweist hier bereits, wie sicher er das Publikum durch Raum, Tempo und Wahrnehmung führen kann. Was als Fernsehfilm begann, ist zu einem fast archetypischen Albtraum geworden: der Mensch allein gegen ein ungeheuerliches, namenloses Gegenüber, mitten im grellen Tageslicht.














