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Rund 20 Jahre ist es her, dass Andrea "Andy" Sachs (Anne Hathaway) und Emily Charlton (Emily Blunt) als Assistentinnen der Modemagazin-Chefin Miranda Priestley (Meryl Streep) unter deren teuflischer Art litten. Inzwischen haben die beiden Frauen jedoch ganz eigene Karrierwege eingeschlagen, Emily sogar überaus erfolgreich als Managerin einer Luxus-Marke, für deren Werbekampagnen unfassbar viele Dollar auf die hohe Kante gelegt werden. Von einem derartigen Budget kann Miranda Priestley derzeit jedoch nur träumen. Die Zeiten des rollenden Rubel sind für sie vorbei, denn im Internet-Zeitalter verkauft sich ihre klassisch gedruckte Zeitschrift „Runway“ immer und immer schlechter. Doch wie das Schicksal so will, kreuzen sich die Wege von Miranda, Andy und Emily nach all dieser Zeit wieder - und auch Art Director Nigel (Stanley Tucci) darf nicht fehlen, wenn es im New Yorker Modezirkus wieder rundgeht.
Fast 20 Jahre nach dem Original kehren Miranda Priestly (Meryl Streep), Andy Sachs (Anne Hathaway), Emily Charlton (Emily Blunt) und Nigel (Stanley Tucci) zurück - und überraschenderweise ist "Der Teufel trägt Prada 2" weit mehr als ein nostalgischer Aufguss. Regisseur David Frankel und Drehbuchautorin Aline Brosh McKenna versammeln dafür erneut das zentrale Team des ersten Films und verlagern den Konflikt vom persönlichen Karrieredruck auf die Krise des klassischen Printjournalismus. Runway steht wirtschaftlich unter Druck, Miranda muss um ihre Position kämpfen, während Andy inzwischen selbst eine wichtige Rolle in der Medienbranche übernommen hat. Die größte Stärke bleibt natürlich Meryl Streep. Miranda Priestly ist längst eine Ikone, und Streep muss sie nicht mehr neu erfinden. Stattdessen spielt sie die Figur mit einer etwas gereifteren, verletzlicheren Seite, ohne ihre eisige Autorität aufzugeben. Selbst kleine Blicke und beiläufige Sätze besitzen noch immer mehr Wirkung als ganze Dialogpassagen anderer Figuren.
Auch Anne Hathaway und Emily Blunt profitieren davon, dass ihre Figuren nicht einfach an den Ausgangspunkt des ersten Films zurückgesetzt werden. Andy ist inzwischen selbstbewusst und beruflich etabliert, während Emily mit ihrer neuen Karriereperspektive eine der amüsantesten Entwicklungen durchläuft. Die Rückkehr von Stanley Tucci als Nigel sorgt ebenfalls für genau jene vertraute Wärme, die ein Legacy-Sequel benötigt. Die Chemie des Quartetts ist spürbar - und verhindert, dass der Film ausschließlich von Erinnerungen an 2006 lebt.
Thematisch ist die Fortsetzung sogar interessanter, als der Titel zunächst vermuten lässt. Die Krise von "Runway" steht stellvertretend für eine Medienwelt, in der Printprodukte gegen digitale Plattformen, wirtschaftlichen Druck und veränderte Leserbedürfnisse kämpfen. Der Film macht daraus keine schwere Medienanalyse, sondern verpackt seine Beobachtungen in elegante Unterhaltung. Die zeitgemäßen Beobachtungen zum Zustand moderner Medien, und die scharfzüngige, stilvolle Unterhaltung sind hervorragend. Und natürlich ist die Mode wieder eine Hauptfigur. Kostüme, Sets und New Yorker Schauplätze sind mit sichtbarer Liebe zum Detail gestaltet. Die Fortsetzung nutzt dabei nicht einfach dieselbe Ästhetik wie der Vorgänger, sondern zeigt eine etwas selbstbewusstere und vielfältigere Modewelt. Die Cameos und Auftritte aus der Fashion-Szene funktionieren deshalb nicht bloß als Fanservice, sondern geben dem Film einen eigenen visuellen Rhythmus.
Allerdings hat "Der Teufel trägt Prada 2" auch deutliche Schwächen. Das Drehbuch bemüht sich manchmal zu offensichtlich darum, sämtliche Erwartungen an eine Fortsetzung gleichzeitig zu erfüllen: Nostalgie, neue Konflikte, alte Figuren, Cameos, Mode, Karrierefragen und eine emotionale Versöhnung. Besonders die romantische Nebenhandlung um Andy wirkt im Vergleich zum eigentlichen Miranda-Runway-Konflikt erstaunlich überflüssig. Noch problematischer ist, dass Miranda etwas zu stark entschärft wird. Gerade ihre beinahe übernatürlich kalte Autorität machte die Figur im ersten Film so faszinierend. Die Fortsetzung möchte zeigen, was hinter dieser Fassade steckt - eine nachvollziehbare Entscheidung, die Miranda aber auch ein wenig von ihrer ursprünglichen Gefährlichkeit nimmt. Der Film ist damit emotional zugänglicher, aber zugleich weniger bissig.Im Vergleich zum Original von 2006 erreicht die Fortsetzung deshalb nicht ganz dessen Präzision. Der erste Film hatte mit Andy, Miranda und Emily eine ausgesprochen klare Dramaturgie und erzählte gleichzeitig eine Coming-of-Age-Geschichte über berufliche Ambitionen und persönliche Grenzen. Teil zwei ist stärker Ensemblefilm und Gesellschaftskomödie. Er besitzt weniger Überraschungen, dafür mehr Nostalgie und einen durchaus interessanten Blick auf eine Branche im Wandel. "Der Teufel trägt Prada 2" ist daher ein gelungenes Legacy-Sequel, das seine Figuren respektiert und nicht ausschließlich von der Erinnerung an den ersten Teil lebt. Meryl Streep bleibt großartig, Hathaway und Blunt funktionieren als vertraute Gegenspielerinnen, die Mode ist erneut ein Fest für die Augen und die Medienkritik gibt dem Film einen zeitgemäßen Kern. Dafür ist die Handlung etwas überladen, Miranda zu weichgezeichnet und manche Nebenhandlung schlicht unnötig: kein neuer Klassiker wie das Original, aber eine charmante, elegante und erstaunlich unterhaltsame Rückkehr.

















