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Der junge Mathematiker David Sumner (Dustin Hoffman) reist gemeinsam mit seiner Frau Amy (Susan George) aus den USA in ihre englische Heimatstadt, um für ein paar Wochen den Unruhen der turbulenten 60er Jahre zu entgehen. Hier erhofft sich David die nötige Ruhe, um seinen Arbeiten nachgehen zu können. Doch das Auftreten des Ehepaars erregt Abneigung unter den Einwohnern der Kleinstadt. Es kommt zu immer neuen Anfeindungen und versuchten Demütigungen, unter anderem ausgeführt von einer Gruppe Handwerkern, die eine Garage an das Anwesen der Sumners anbauen. Die Situation eskaliert, als der geistig zurückgebliebene Niles (David Warner) versehentlich das junge Mädchen Janice (Sally Thomsett) tötet und David ihn um jeden Preis vor dem rachsüchtigen Lynchmob der Einheimischen retten will...
Sam Peckinpahs "Wer Gewalt sät" ist einer dieser Filme, die man kaum "mögen" kann - und die man trotzdem gesehen haben sollte. Dustin Hoffman spielt den amerikanischen Mathematiker David Sumner, der mit seiner Frau Amy (Susan George) in ein abgelegenes Dorf in Cornwall zieht. Was als Rückzug ins ruhige Landleben beginnt, entwickelt sich durch die Feindseligkeit der Einheimischen zu einer immer bedrohlicheren Eskalation. Peckinpah interessiert sich dabei weniger für einen klassischen Kampf zwischen Gut und Böse als für die dünne Schicht Zivilisation, unter der Gewalt und männlicher Dominanz lauern. Peckinpahs Inszenierung und John Coquillons Kamera macht die idyllische Landschaft zunehmend klaustrophobisch, während der berühmte, hektische Schnitt die Gewalt nicht nur zeigt, sondern den Zuschauer regelrecht in sie hineinzieht. Gerade das Finale gehört zum eindrucksvollsten und nervenaufreibendsten Actionkino der frühen 70er. Ein Stück weit zelebriert der Film Gewalt, doch die außergewöhnliche Kontrolle über Spannung und Atmosphäre machen ihn faszinierend.
Dustin Hoffman ist als zunächst konfliktscheuer, intellektueller David hervorragend besetzt. Interessant ist vor allem seine allmähliche Veränderung: Aus dem Mann, der Gewalt vermeiden möchte, wird jemand, der sie schließlich selbst mit erschreckender Konsequenz einsetzt. Genau diese Entwicklung macht den Film bis heute so unangenehm. Susan George ist als Amy allerdings eine wesentlich kompliziertere und problematischere Figur, insbesondere angesichts der berüchtigten Vergewaltigungsszene. Hier hat der Film eine bis heute schwer zu übersehende Ambivalenz, die seine Auseinandersetzung mit männlicher Gewalt sowohl interessant als auch moralisch fragwürdig macht. Genau darin liegt die beschriebene Faszination von "Wer Gewalt sät": Er lässt sich nicht bequem als Warnung vor Gewalt oder als simple Männerfantasie einordnen. Peckinpah zwingt den Zuschauer vielmehr dazu, sich beim Zuschauen selbst zu beobachten - insbesondere im blutigen Finale, wenn die Gewalt beinahe kathartisch wirkt. Natürlich ist auch dieser Film nicht frei von Schwächen. Manche Figuren bleiben eher Typen als Menschen, und Peckinpahs provokante Symbolik wirkt stellenweise ausgesprochen dick aufgetragen. Wer eine eindeutige moralische Position erwartet, wird mit dem Film wenig anfangen können. Gerade seine Uneindeutigkeit macht ihn jedoch wesentlich interessanter als den deutlich konventionelleren Actionthriller, als der er auf den ersten Blick erscheinen könnte.
"Wer Gewalt sät" ist brutal, unbequem und stellenweise schwer erträglich - aber auch meisterhaft inszeniert, hervorragend gespielt und bis heute diskussionswürdig. Peckinpah macht aus der englischen Provinz einen psychologischen Pulverfass und aus einem zurückhaltenden Intellektuellen einen Mann, der seine eigene Gewalt entdeckt. Ein problematischer Film, zweifellos - aber gerade deshalb ein wichtiger und bemerkenswert nachhaltiger.


























