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Mark (Nate Wise) sehnt sich nach Liebe, doch er ist ziemlich schüchtern und es fällt ihm nicht gerade leicht, neue Menschen kennenzulernen. Doch diese Last scheint ihm Ash (April Consalo) abzunehmen. Denn sie ist im Gegensatz zu ihm total extrovertiert und geht nicht nur auf ihn zu, sondern empfindet sogar auch romantische Gefühle für ihn. Die stürmische Romanze führt Mark jedoch auch relativ schnell in unerwartete Abgründe. Ash ist nämlich besessen von sogenannten Mukbangs. Dabei filmen sich Menschen, wie sie meist übergroße Portionen Essen verdrücken. Doch bei Ash scheint es mit normalen Nahrungsmitteln nicht getan...
Was wäre, wenn die große Liebe nicht nur durch den Magen geht, sondern dort auch endet? Mit dieser makabren Idee verbindet Regisseurin Aimee Kuge in ihrem Spielfilmdebüt eine ungewöhnliche Liebesgeschichte mit Kannibalenhorror und Rachefantasien. Der schüchterne Mark verliebt sich in Ash, eine selbstbewusste Mukbang-Influencerin (das musste ich erst einmal nachschlagen), die sich beim Essen vor laufender Kamera filmen lässt. Doch hinter ihrer glamourösen Online-Fassade verbirgt sich ein blutiges Geheimnis: Ash macht Jagd auf gewalttätige Männer und verspeist ihre Opfer. Mark gerät immer tiefer in ihre Welt - bis seine Gefühle mit seinen moralischen Überzeugungen kollidieren. Die Grundidee ist herrlich schräg und bietet reichlich Stoff für schwarzen Humor, gesellschaftliche Provokation und blutige Exzesse. Kuge versucht, Kannibalismus als groteske Form der Selbstermächtigung zu inszenieren und Themen wie Misogynie, toxische Beziehungen und Selbstjustiz miteinander zu verknüpfen. Dabei steckt durchaus mehr hinter dem ungewöhnlichen Titel, als die Splatter-Prämisse zunächst vermuten lässt. Leider gelingt es dem Film nicht, seine vielen Ansätze zu einem überzeugenden Ganzen zusammenzuführen. Die Mischung aus Romanze, Satire und Horror wirkt häufig unausgewogen, und die gesellschaftskritischen Ideen bleiben eher Behauptung als konsequent ausgearbeiteter Gedanke.April Consalo ist als Ash zweifellos der interessanteste Teil des Films. Sie verbindet Verführung, Unberechenbarkeit und unterschwellige Aggression zu einer Figur, die trotz ihrer extremen Taten eine gewisse Faszination entwickelt. Nate Wise spielt Mark als unsicheren Außenseiter, dessen emotionale Abhängigkeit nachvollziehbar wird, auch wenn seine Entwicklung nicht immer glaubwürdig wirkt. Zwischen den beiden entsteht eine eigenartige Chemie, die den Film zumindest zeitweise trägt. Clay von Carlowitz als Marks Bruder Maverick bleibt dagegen deutlich eindimensional und wirkt eher wie eine überzeichnete Karikatur als wie eine glaubwürdige Figur. Auch die Dialoge schwanken zwischen bissigem Witz und unbeholfenen, unnötig erklärenden Passagen. Handwerklich zeigt sich, dass hier mit deutlich begrenzten Mitteln gearbeitet wurde. Die Inszenierung besitzt durchaus Stilgefühl, der Soundtrack sorgt für Abwechslung und die handgemachten Gore-Effekte sind angenehm greifbar. Wenn der Film seine makabre Prämisse konsequent ausspielt, entstehen einige verstörende und schwarzhumorige Momente. Allerdings fehlt es dem Schnitt häufig an Rhythmus. Szenen ziehen sich länger als nötig, der Spannungsaufbau gerät ins Stocken und manche Übergänge wirken abrupt. Auch die Mischung aus erotischer Inszenierung und drastischer Gewalt ist nicht immer so treffsicher, wie es die Idee verspricht. Gerade der Mukbang-Aspekt hätte mehr Aufmerksamkeit verdient. Das Zusammenspiel aus digitaler Selbstdarstellung, öffentlicher Aufmerksamkeit und der voyeuristischen Lust am Essen bietet eigentlich eine ideale Grundlage für eine bissige Satire. Doch das Online-Phänomen bleibt oft bloß ein ungewöhnlicher Aufhänger für die Kannibalismusgeschichte. Ebenso uneinheitlich fällt die moralische Perspektive aus: Der Film will Ash als Rachefigur feiern, untersucht aber nur begrenzt, wo Selbstjustiz endet und bloße Gewalt beginnt. Das sorgt zwar für provokante Momente, lässt die Geschichte jedoch gedanklich unfertig erscheinen.Unterm Strich ist "Cannibal Mukbang" ein ambitionierter Low-Budget-Horrorfilm mit einer originellen Prämisse, einer starken April Consalo und einigen gelungenen handgemachten Effekten. Doch schwankende Dialogqualität, unausgereifte Figuren und ein unausgewogener Erzählrhythmus verhindern, dass die Mischung aus Liebesdrama, Gesellschaftskritik und Splatter wirklich aufgeht. Für Freunde ungewöhnlicher Indie-Horrorfilme ist das durchaus ein kurioser Ausflug, doch das vorhandene Potenzial wird nur punktuell ausgeschöpft. Eine Idee, die deutlich mehr Biss hat als ihre Umsetzung.












