Montag, 29. Juni 2026

Five Nights At Freddy's (2023)

https://www.imdb.com/de/title/tt4589218/

Eigentlich hat der Sicherheitsbeamte Mike Schmidt (Josh Hutcherson) ja schon genügend Probleme am Hals. Deshalb ist er zunächst froh, eine neue Stelle als Nachwächter bei "Freddy Fazbear's Pizza" antreten zu können. Schließlich ist das Familienrestaurant schon seit Jahren geschlossen - und so verspricht der Job ganz besonders unspektakulär zu werden. Wobei sich Mike nie die Frage gestellt hat, warum eine längst verrammelte Pizzeria überhaupt einen Nachtwächter braucht? Die Antwort gibt es gleich in der ersten Nacht: Irgendwann erwachen die animatronischen Tier-Maskottchen Freddy Fazbear, Bonnie, Chica und Foxy zum Leben - und töten jeden, der sich nach Mitternacht noch in das Gebäude wagt! Offenbar waren sie auch der Grund, warum "Freddy Fazbear's Pizza" überhaupt schließen musste - aber das hat Mike natürlich niemand verraten...

Die Kinoadaption des beliebten Indie-Horrorspiels "Five Nights At Freddy's", in dem es darum geht, Nachtschichten in einer Pizzeria zu überleben, erweist sich als äußerst umstritten. Auf dem Papier bietet der Film nämlich alles, was ein effektiver Horrorfilm benötigt. Die unheimlichen Animatronics gehören seit Jahren zu den ikonischsten Figuren des modernen Horrorgenres. Ihre Mischung aus nostalgischer Kinderunterhaltung und latent bedrohlicher Erscheinung besitzt enormes Potenzial. Tatsächlich sind die Figuren auch einer der gelungensten Aspekte des Films. Die von Jim Hensons Creature Shop umgesetzten Animatronics sehen hervorragend aus. Freddy, Bonnie, Chica und Foxy wirken greifbar, detailreich und deutlich eindrucksvoller als viele rein digitale Kreaturen moderner Horrorfilme. 

Leider gelingt es dem Film nur selten, aus diesen Figuren echten Horror zu erzeugen. Auch mangelt es massiv an Spannung. Statt auf konstantes Unbehagen oder intensive Schockmomente zu setzen, konzentriert sich die Geschichte stark auf ihre Hintergrundgeschichte und die emotionalen Probleme der Hauptfigur. Dadurch entsteht ein Film, der sich oft eher wie ein Mystery-Drama mit Horrorelementen anfühlt als wie ein echter Gruselfilm. Dabei liefert Josh Hutcherson als Mike eine solide Leistung ab und bemüht sich, seiner Figur emotionale Tiefe zu verleihen. Das Problem liegt weniger beim Schauspiel als beim Drehbuch. Viele Nebenfiguren bleiben oberflächlich, Dialoge wirken stellenweise hölzern, und die Handlung erklärt ihre Mysterien oft ausführlicher, als nötig wäre. Gerade die Traumsequenzen, die einen großen Teil der Laufzeit einnehmen, bremsen das Tempo immer wieder aus und nehmen der Geschichte viel von ihrer Dringlichkeit.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass der Film oft nicht genau weiß, welche Zielgruppe er ansprechen möchte. Die Atmosphäre dürfte für jüngere Zuschauer stellenweise ausreichend unheimlich sein, für mich war es einfach nur harmlos bis sogar langweilig. Man fühlt, dass das düstere Potenzial der Vorlage zugunsten einer familienfreundlicheren Ausrichtung abgeschwächt wurde. Das ist schade, denn dadurch entsteht ein Werk, das zwischen Jugendfilm, Mystery und Horror pendelt, ohne auch nur in einer dieser Kategorien vollständig zu überzeugen. Dennoch wäre es unfair, die Qualitäten des Films vollständig zu ignorieren. Die Produktionsgestaltung ist ansprechend - das muss man zugeben. Freddy Fazbear’s Pizza wirkt wie ein eingefrorenes Relikt aus einer anderen Zeit und vermittelt genau jene Mischung aus Nostalgie und Verfall, die man erwarten könnte auch ohne die Spielereihe zu kennen. Sicher gibt es Fanservice - doch der funktioniert auch nur, wenn man diese Spiele kennt. Ein Minuspunkt also, denn damit holt der Film längst nicht alle Zuschauer ab. Aus Sicht eines eigenständigen Kinofilms reichen letztlich die Stärken also nicht aus, um die offensichtlichen Schwächen auszugleichen. Zu oft bleibt die Spannung auf der Strecke, zu selten entfaltet sich echter Horror, und die Handlung verliert sich in Erklärungen statt in Atmosphäre. Was hätte ein nervenaufreibender Albtraum werden können, entwickelt sich stattdessen zu einer überraschend zahmen und oft vorhersehbaren Geistergeschichte.

"Five Nights At Freddy's" überzeugt zwar mit liebevoll gestalteten Animatronics und einer starken visuellen Umsetzung, als Horrorfilm bleibt er jedoch deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die geringe Spannung, die schwache Figurenzeichnung und die unentschlossene Tonalität verhindern, dass die Verfilmung ihr enormes Potenzial ausschöpft. Für eingefleischte Fans mag der Film interessante Momente bereithalten, als eigenständiges Kinoerlebnis bleibt jedoch vor allem das Gefühl einer vertanen Chance.

3,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkBlumhouse Productions/Scott Cawthon Productions

Sonntag, 28. Juni 2026

Tucker and Dale vs Evil - Tucker and Dale vs. Evil (2010)

https://www.imdb.com/title/tt1465522/

Vom Erscheinungsbild ausgehend scheint der Fall klar: Tucker McGee (Alan Tudyk) und Dale Dobson (Tyler Labine) sind gefährliche Hillbillys. Das sehen die zwei warmherzigen Kumpel jedoch ganz anders. Guter Dinge machen sie sich auf die Socken zu ihrer Ferienhütte im wilden West Virginia, um eine gemütliche Zeit zu verleben. Als sie dabei einer College-Clique über den Weg laufen, kommt es zum dramatischen Zwischenfall: Der Versuch, die schöne Allison (Katrina Bowden) vor dem Ertrinken zu bewahren, wird als versuchtes Kidnapping ausgelegt – in den Augen der Teenager stehen Tucker und Dale nun eindeutig als Psychopathen da. Die sind zwar eigentlich so friedliebend, wie nur irgend möglich, können das folgende Blutbad jedoch nicht mehr verhindern...

Horror-Komödien sind ein schwieriges Genre. Viele Filme schaffen es entweder nicht, wirklich lustig zu sein, oder vergessen darüber, Spannung und Atmosphäre aufzubauen. "Tucker and Dale vs. Evil" gelingt jedoch etwas Seltenes: Der Film funktioniert gleichzeitig als liebevolle Horror-Parodie, als blutige Splatter-Komödie und als überraschend warmherzige Geschichte über Vorurteile und falsche Wahrnehmungen. Regisseur Eli Craig schuf damit einen modernen Kultfilm, der sich seinen hervorragenden Ruf über die Jahre mehr als verdient hat. Die Ausgangssituation wirkt zunächst vertraut. Eine Gruppe College-Studenten fährt für ein Wochenende in die Wälder West Virginias, wo sie auf die beiden Freunde Tucker (Alan Tudyk) und Dale (Tyler Labine) treffen. Mit ihren Arbeitsklamotten, den struppigen Bärten und ihrem rustikalen Auftreten entsprechen die beiden genau dem Klischee der gefährlichen Hinterwäldler, das Horrorfilme seit Jahrzehnten bedienen. Das Problem: Tucker und Dale sind eigentlich zwei ausgesprochen freundliche und gutherzige Typen, die lediglich ihre neu erworbene Ferienhütte renovieren möchten. Durch eine Reihe unglücklicher Missverständnisse geraten die Studenten jedoch zunehmend in Panik und sind überzeugt, es mit psychopathischen Killern zu tun zu haben. Was folgt, ist eine Kettenreaktion aus grotesken Unfällen, Missverständnissen und blutigen Katastrophen, die immer absurder werden.

Die große Stärke des Films liegt in seiner cleveren Umkehrung bekannter Horrorfilm-Klischees. Statt die typischen Opfer in den Mittelpunkt zu stellen, betrachtet die Geschichte die Ereignisse aus Sicht der vermeintlichen Bösewichte. Dadurch entstehen Situationen, die gleichzeitig urkomisch und überraschend originell sind. Dieser Perspektivwechsel fehlt zahlreichen Genre-Parodien. Besonders das Hauptdarsteller-Duo trägt den Film nahezu mühelos. Alan Tudyk und Tyler Labine entwickeln eine hervorragende Chemie und sorgen dafür, dass Tucker und Dale weit mehr sind als bloße Witzfiguren. Ihre Freundschaft wirkt authentisch, ihre Reaktionen auf das eskalierende Chaos sind herrlich nachvollziehbar, und selbst in den absurdesten Momenten behalten die Figuren eine sympathische Menschlichkeit. Gerade Tyler Labine verleiht Dale eine liebenswerte Unsicherheit, die ihn schnell liebenswert macht. Bemerkenswert ist außerdem, wie gut der Film seine Balance hält. Obwohl die Geschichte voller überdrehter Situationen steckt, verliert sie nie völlig den Boden unter den Füßen. Die Gewalt ist teilweise erstaunlich explizit und erinnert an klassische Splatterfilme, wird aber so inszeniert, dass sie eher für Lacher als für Schockmomente sorgt. Gleichzeitig nimmt der Film seine Figuren ernst genug, damit die Handlung emotional funktioniert.

Die Waldkulisse nutzt die vertrauten Bilder des Backwoods-Horrors bewusst aus, um die Erwartungen des Publikums immer wieder zu unterlaufen. Die Kameraarbeit bleibt angenehm übersichtlich, das Tempo ist hoch, und die Laufzeit von knapp 90 Minuten sorgt dafür, dass keine Längen entstehen. Natürlich ist die Grundidee irgendwann auserzählt, und nicht jeder Witz landet mit derselben Treffsicherheit. Gegen Ende verlässt sich der Film etwas stärker auf klassische Genre-Konflikte und verliert einen Teil seiner anfänglichen Überraschungsmomente. Dennoch bleibt das Niveau durchgehend hoch, weil die Figuren und ihre Dynamik jederzeit unterhaltsam bleiben. Was den Film letztlich von vielen anderen Horror-Komödien unterscheidet, ist sein Herz. Hinter all dem Blut, den Missverständnissen und dem Chaos steckt eine erstaunlich sympathische Botschaft über Vorurteile, vorschnelle Urteile und die Gefahr, Menschen nur nach ihrem Äußeren zu bewerten. Ohne jemals belehrend zu wirken, verleiht dies dem Film eine zusätzliche Ebene, die ihn nachhaltiger macht als viele vergleichbare Genrevertreter.

Eine herrlich clevere, blutige und überraschend charmante Horror-Komödie, die bekannte Genre-Muster mit viel Kreativität auf den Kopf stellt. Dank der großartigen Hauptdarsteller, eines cleveren Drehbuchs und einer perfekten Balance aus Humor und Horror gehört der Film zu den unterhaltsamsten Genre-Beiträgen seiner Zeit. Ein moderner Kultfilm, der auch Jahre nach seiner Veröffentlichung nichts von seinem Charme verloren hat.

8/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkEden Rock Media/Gynormous Pictures/Voltage Pictures

Sebelum Iblis Menjemput - May The Devil Take You - Der Teufel soll dich holen (2018)

https://www.imdb.com/de/title/tt8765496/

Alfie (Chelsea Islan) ereilt ein böses Schicksal, als ihr Vater auf einmal auf unerklärliche Weise ins Koma fällt. In Wirklichkeit haben sich beide allerdings schon vor Jahren auseinandergelebt und entfremdet. Die junge Tochter ist dennoch getroffen und versucht mit ihrer Stiefschwester Maya (Pevita Pearce) Lösungen und Antworten in einer alten, abgelegenen Villa zu finden. Doch dort stoßen beide auf eine grausame Wahrheit und dunkle Mächte.

Mit "May The Devil Take You" bewies der indonesische Regisseur Timo Tjahjanto einmal mehr, dass er nicht nur Action inszenieren kann. Bevor er mit Filmen wie "The Shadow Strays" oder "The Big 4" internationale Aufmerksamkeit als Action-Spezialist erhielt, lieferte er mit diesem übernatürlichen Horrorfilm eine düstere und blutige Hommage an das klassische Dämonen- und Haunted-House-Kino. Das Ergebnis ist ein Film, der zwar nicht jede Genre-Konvention neu erfindet, seine Vorbilder jedoch mit sichtbarer Leidenschaft und einer beeindruckenden Energie interpretiert. Bereits die Grundidee erinnert an zahlreiche Genreklassiker, von "Evil Dead" bis hin zu asiatischen Geisterfilmen der frühen 2000er-Jahre. Tjahjanto macht jedoch keinen Hehl daraus, dass er diese Einflüsse bewusst aufgreift. Statt Originalität um jeden Preis anzustreben, konzentriert er sich darauf, bekannte Elemente möglichst effektiv umzusetzen. Genau darin liegt eine der größten Stärken des Films.

Atmosphärisch funktioniert "May The Devil Take You" auch ausgesprochen gut. Die abgelegene Villa entwickelt sich schnell zu einem Ort, an dem hinter jeder Tür eine neue Bedrohung lauern könnte. Dunkle Flure, verfallene Räume und verstörende Visionen erzeugen eine konstante Spannung, die den Zuschauer über weite Strecken bei der Stange hält. Ein weiterer Pluspunkt ist Chelsea Islan in der Hauptrolle. Sie verleiht Alfie eine glaubwürdige Mischung aus Verletzlichkeit, Entschlossenheit und emotionaler Tiefe. Gerade weil die Figur nicht als typische Horrorfilm-Protagonistin angelegt ist, entsteht schnell eine Bindung zum Publikum. Auch das übrige Ensemble erfüllt seine Aufgaben solide und trägt dazu bei, dass die familiären Konflikte innerhalb der Geschichte nicht völlig in den Hintergrund geraten. Besonders hervorzuheben sind die praktischen Effekte und die Make-up-Arbeiten. Tjahjanto setzt erfreulich oft auf handgemachte Horrorbilder statt auf übermäßige Computereffekte. Das Ergebnis sind einige wirklich unangenehme und visuell einprägsame Szenen, die Genrefans lange im Gedächtnis bleiben dürften. Die Mischung aus Körperhorror, Dämonenkino und übernatürlichem Terror sorgt für zahlreiche intensive Momente.

Allerdings folgen viele der Schockmomente bekannten Mustern, und der erfahrene Horrorfan riecht manche Wendungen schon 10 Meilen gegen den Wind. Auch die Handlung verliert im Mittelteil gelegentlich etwas an Fokus, wenn immer neue Enthüllungen und übernatürliche Elemente eingeführt werden. Auch eine gewissen Eigenständigkeit fällt bei den zahlreichen Verweise auf Genreklassiker hinten runter. Dennoch gelingt es Tjahjanto, die Geschichte mit genügend Energie und Stil zu erzählen, um diese Schwächen weitgehend auszugleichen. Seine Regie sorgt dafür, dass selbst vertraute Szenarien frisch wirken. Der Film weiß genau, wann er Spannung aufbauen, wann er das Tempo erhöhen und wann er den Zuschauer mit einer besonders verstörenden Szene überraschen muss. Damit gehört er zwar nicht zu den innovativsten Horrorfilmen seiner Zeit, aber durchaus zu den unterhaltsamsten. Gerade Fans klassischer Dämonenfilme und asiatischer Horrorproduktionen finden hier eine gelungene Mischung aus Atmosphäre, Schocks und handwerklich überzeugender Inszenierung.

6/10


Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Netflix/Legacy Pictures/Screenplay Films/Sky Media/Ideate Media

Samstag, 27. Juni 2026

The Big 4 (2022)

https://www.imdb.com/title/tt15528292/

Dina (Putri Marino) ist nach dem Tod ihres Vaters untröstlich, aber sie muss unbedingt herausfinden, wer ihn getötet hat und warum. Während ihrer Ermittlungen erfährt Dina, dass ihr Vater der Mentor einer Assassinen-Bande war. Eine Gruppe, die jeden Job annahm und für ordentlich Aufsehen sorgte. Und obwohl sie ihre Waffen niedergelegt haben und in den Ruhestand gegangen sind, sind die Big 4 bald wieder im Einsatz, um Dina bei ihrem Streben nach Gerechtigkeit zu helfen. Denn nun sind die Feinde ihres Vaters auch hinter ihr her.

Nach dem kompromisslosen Actioner "The Night Comes For Us" schlug Regisseur Timo Tjahjanto mit *The Big 4* einen deutlich anderen Ton an. Zwar bleiben spektakuläre Prügeleien, Schusswechsel und jede Menge Körperverletzung weiterhin fester Bestandteil seines Repertoires, doch diesmal mischt er die Action mit einer ordentlichen Portion Humor und einer fast schon familienähnlichen Gruppendynamik. Das Ergebnis ist ein unterhaltsamer Actionfilm, der nicht ganz die Wucht seiner düstereren Genre-Kollegen erreicht, dafür aber mit Charme, Tempo und sympathischen Figuren punktet - wenn man sich darauf einlassen kann. Die Handlung selbst gehört dabei nicht zu den größten Stärken des Films. Die Geschichte ist funktional und liefert genügend Motivation für die zahlreichen Actionsequenzen, überrascht aber nur selten. Die Handlung wirkt zu dem auf mich gelegentlich etwas überladen und nicht jede Wendung erscheint zwingend notwendig. Dennoch gelingt es dem Film, durch sein hohes Tempo und seine sympathischen Figuren stets unterhaltsam zu bleiben.

Der eigentliche Star des Films ist die Dynamik innerhalb der titelgebenden Gruppe. Jeder der vier Ex-Killer besitzt eine eigene Persönlichkeit, eigene Macken und einen individuellen Kampfstil. Dadurch entsteht eine lockere Teamchemie, die stark an moderne Actionkomödien erinnert. Die Dialoge sind oft bewusst überdreht, funktionieren aber erstaunlich gut und verleihen den Figuren mehr Persönlichkeit als man in vielen vergleichbaren Produktionen findet. Natürlich wäre ein Timo-Tjahjanto-Film ohne Action nicht komplett. Auch wenn "The Big 4" insgesamt deutlich humorvoller ausfällt als "The Night Comes For Us", bleibt die Action auf einem beeindruckenden Niveau. Die Kampfszenen sind dynamisch, kreativ und erfreulich übersichtlich inszeniert. Besonders positiv fällt auf, dass die Choreografien trotz des komödiantischen Tons niemals zur Parodie werden. Die Kämpfe behalten ihre Intensität und sorgen regelmäßig für echte Highlights. Visuell zeigt sich erneut Tjahjantos Gespür für Stil. Die tropischen Schauplätze, farbenfrohen Kulissen und dynamischen Kamerabewegungen verleihen dem Film einen frischen Look, der sich angenehm von den oft grauen und düsteren Actionthrillern des Genres abhebt. Gleichzeitig sorgt die flotte Inszenierung dafür, dass kaum Leerlauf entsteht.

Allerdings erreicht "The Big 4" nicht den Wert seiner besten Arbeiten. Einige Figuren bleiben trotz ihrer sympathischen Darstellung eher oberflächlich, und manche humorvollen Einlagen treffen nicht immer ins Schwarze. Auch die Laufzeit von über zwei Stunden wirkt stellenweise etwas großzügig bemessen. Dennoch überwiegt der positive Eindruck. Der Film weiß genau, was er sein möchte: ein temporeiches Action-Abenteuer mit Humor, Herz und jeder Menge spektakulärer Prügeleien. Statt sich zu ernst zu nehmen, setzt "The Big 4" auf Spaß, Gruppendynamik und kreative Action - und fährt damit erstaunlich gut. Die Handlung bleibt zwar vorhersehbar und einige Längen sind nicht zu übersehen, doch die sympathischen Figuren, die gelungene Mischung aus Humor und Action sowie die hervorragend inszenierten Kampfszenen sorgen für kurzweilige Unterhaltung. Wer Spaß an überdrehten Actionkomödien mit ordentlich Tempo hat, wird hier bestens bedient.

6,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Netflix/Frontier Pictures

The Shadow Strays - Codename 13 (2024)

https://www.imdb.com/de/title/tt28349451/

13 (Aurora Ribero) ist eine 17-Jährige mit mysteriöser Vergangenheit, die von einem Syndikat namens "The Shadow" von Kindesbeinen an zur Attentäterin ausgebildet wird. Als 13 bei einer Mission in Japan ein Fehler unterläuft, wird sie in die indonesische Hauptstadt Jakarta geschickt, wo über ihre weitere Zukunft entschieden werden soll. In den Slums der Metropole trifft sie per Zufall auf den 11-jährigen Monji (Ali Fikry), dessen Mutter vor kurzem von lokalen Gangstern ermordet wurde. Die beiden freunden sich an – doch dann ist Monji plötzlich spurlos verschwunden, entführt von denjenigen, die schon seine Mutter auf dem Gewissen haben. Wutentbrannt sucht 13 nach den Kidnappern und hinterlässt dabei eine Schneise der Verwüstung, was auch ihre Mentorin Umbra (Hana Malasan) und die anderen von "The Shadow" gegen sie aufbringt.

Wer in den vergangenen Jahren die Entwicklung des modernen Actionkinos verfolgt hat, kommt an Regisseur Timo Tjahjanto kaum vorbei. Spätestens seit seinem "The Night Comes For Us" gilt er als einer der kompromisslosesten Action-Regisseure der Gegenwart. Mit "The Shadow Strays" liefert er nun einen weiteren brachialen Beitrag zum Genre ab - größer, brutaler, blutiger, aber auch emotionaler als viele seiner bisherigen Arbeiten. Das Ergebnis ist ein Film, der den Actionfan in mir vollauf begeistert, auch wenn er ganz offensichtlich nicht ganz frei von erzählerischen Schwächen ist. Im Mittelpunkt steht die junge Auftragskillerin Codename 13 (Aurora Ribero), die nach einem missglückten Einsatz von ihrer geheimen Organisation suspendiert wird. Als sie den Jungen Monji kennenlernt und dieser in die Hände eines kriminellen Syndikats gerät, beginnt für sie ein blutiger Rachefeldzug gegen Gangster, Menschenhändler und schließlich ihre eigenen Auftraggeber. Die Handlung folgt dabei bekannten Genrepfaden, konzentriert sich aber stärker auf die menschliche Seite ihrer Protagonistin als man zunächst erwarten würde.

Die größte Stärke des Films sind (erwartungsgemäß) seine Actionsequenzen. Tjahjanto inszeniert Kämpfe nicht einfach nur als notwendige Handlungselemente, sondern als spektakuläre Choreografien voller Kreativität und Energie. Messer, Schusswaffen, improvisierte Gegenstände und pure Körperkraft kommen gleichermaßen zum Einsatz. Die Ideen, wie der nächste Gegner ausgeschaltet wird, und die kompromisslose Härte der Inszenierung sind absolut grandios. Besonders beeindruckend ist dabei Hauptdarstellerin Aurora Ribero. Obwohl sie keine klassische Martial-Arts-Vergangenheit mitbringt, trägt sie den Film mit bemerkenswerter Präsenz. Ihre Figur wirkt gleichermaßen verletzlich und gefährlich, was der Geschichte eine emotionale Grundlage verleiht. Ihre Entwicklung von einer gehorsamen Killerin zu einer eigenständig handelnden Figur verkörpert Ribero glaubwürdig und nachvollziehbar. Visuell präsentiert sich der Film ebenfalls stark. Die nächtlichen Straßen Jakartas, Neonlichter, Regen und dunkle Hinterhöfe erzeugen eine coole Atmosphäre, die stellenweise an moderne Neo-Noir-Thriller erinnert. Gleichzeitig bleibt die Kamera erstaunlich übersichtlich, selbst wenn Dutzende Gegner gleichzeitig durch die Gegend fliegen. Die Action wirkt deshalb nie chaotisch, sondern bleibt jederzeit überschaubar. 

Allerdings ist "The Shadow Strays" mit rund 145 Minuten Laufzeit schlicht zu lang. Einige Handlungsstränge und Actionsequenzen hätten durchaus gestrafft werden können und so manches Mal entsteht bei mir der Eindruck, dass Tjahjanto jede neue Idee hier unbedingt unterbringen wollte. Die Geschichte verliert dadurch im Mittelteil etwas an Fokus. Langweilig wird es trotzdem nie. Trotzdem bleibt die Handlung selbst letztlich eher funktional. Sie bietet nichts neues, erfüllt allerdings ihren Zweck, liefert emotionale Motivation und einige interessante Figurenmomente, erreicht aber nie die Komplexität oder Tiefe, die man von einem 145-minütigem Film durchaus erwarten könnte. Denkt man an "Brawl in Cell Block 99", der mit ebenso kompromissloser Härte vorgeht, hat man beispielhaft das erzäherlische Gegengewicht.

Doch am Ende weiß "The Shadow Strays" genau, was er sein möchte. Er will eben auch keine tiefgründige Charakterstudie oder raffinierte Thrillerhandlung erzählen. Stattdessen liefert er ein kompromissloses Actionfeuerwerk, das seine Stärken selbstbewusst ausspielt und dabei in keienr Minute langweilig wird. Als Vorbereitung auf "The Furious" harter war das Ding genau richtig und die Martial-Arts-Action gehört zweifellos zu den Highlights im asiatischen Actionkino: laut, sehr brutal, überdreht und oftmals spektakulär. Die Handlung bleibt zwar vergleichsweise simpel und die Laufzeit fällt zu großzügig aus, doch die herausragenden Kampfsequenzen, die starke Hauptdarstellerin und Timo Tjahjantos unverwechselbare Inszenierung machen den Film zu einem der sehenswertesten Actiontitel der letzten Jahre.

7,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Netflix/Frontier Pictures/XYZ Films

Freitag, 26. Juni 2026

The Night Comes For Us (2018)

https://www.imdb.com/title/tt6116856/

Ito (Joe Taslim), ein Elite-Vollstrecker, kehrt zu seinem heimischen Clan in Jakarta zurück, nachdem er einige Zeit bei den berüchtigten South East Asia Triaden verbracht hat. Was er vorfindet, ist eine Welt voller Verrat und Chaos - als die Banden mit einer blutigen Kampagne versuchen, ihren Einflussbereich zu vergrößern...

Wenn über moderne Actionfilme gesprochen wird, fallen oft dieselben Titel. Doch wer glaubt, nach den "John Wick"-Filmen oder "The Raid" bereits alles gesehen zu haben, sollte einen Blick auf "The Night Comes for Us" werfen. Regisseur Timo Tjahjanto liefert hier ein kompromissloses Actionfeuerwerk ab, das sich kaum um Konventionen schert und stattdessen voll auf spektakuläre Kampfchoreografien, intensive Atmosphäre und gnadenlose Härte setzt. Das Ergebnis ist ein Film, der für Fans des Action-Genres  zu den absoluten Highlightszählen dürfte. Allein die kreative Inszenierung und die außergewöhnlich hohe Qualität der Actionsequenzen reißen einen vollends mit und lassen "The Night Comes For Us" an keiner Sekunde auch nur kurz langweilig werden. Für mich einer der besten asiatischen Actioner.

Die Geschichte beginnt mit Ito (Joe Taslim), einem Elite-Vollstrecker der berüchtigten Triaden-Organisation South East Asian Six Seas. Während eines brutalen Einsatzes entscheidet er sich gegen die Befehle seiner Auftraggeber und rettet ein junges Mädchen vor einem Massaker. Damit macht er sich selbst zur Zielscheibe. Plötzlich wird der einst gefürchtete Killer von seinen ehemaligen Verbündeten gejagt, während eine ganze Armee von Auftragsmördern auf ihn angesetzt wird. Man sieht: die Handlung ist bewusst simpel aber ansprechend geradlinig gehalten. Verrat, Loyalität, Schuld und Erlösung bilden das emotionale Fundament, doch man kann kaum behaupten, dass die Geschichte die größte Stärke des Films sei. Das muss sie allerdings auch nicht sein. Tjahjanto weiß offenbar sehr genau, weshalb die Zuschauer Filme wie diesen einschalten - und liefert genau das in beeindruckender Qualität: Action, bei der man die Augen aufreißt und einem die Kinnlade herunterklappt.

Schon die erste größere Actionsequenz macht deutlich, dass hier keine Kompromisse gemacht werden. Messer, Macheten, Drähte, Schusswaffen, Billardkugeln oder schlicht die eigenen Fäuste – nahezu alles wird zur Waffe. Die Kämpfe sind außergewöhnlich kreativ choreografiert und gleichzeitig erstaunlich übersichtlich gefilmt. Während viele moderne Actionfilme ihre Schläge hinter hektischen Schnitten verstecken, lässt "The Night Comes For Us" seine Darsteller tatsächlich arbeiten. Das Ergebnis sind Kämpfe, die roh, intensiv und körperlich spürbar wirken - und das macht den Film zu einem der brutalsten Actionfilme der letzten Jahre. Rein vom Gewaltlevel her stellt er sogar "The Raid" in den Schatten.

Aber auch die Besetzung ist ein wesentlicher Grund dafür. Joe Taslim bringt als Ito genau die Mischung aus physischer Präsenz und stiller Melancholie mit, die seine Figur benötigt. Noch stärker ist allerdings das Ensemble um ihn herum. Besonders Iko Uwais, bekannt aus "The Raid", sorgt in seiner Nebenrolle für einige der besten Szenen des Films. Hinzu kommen Julie Estelle, Sunny Pang und Zack Lee, die durch die Bank weg beweisen, warum Indonesien inzwischen als eines der spannendsten Zentren des modernen Actionkinos gilt. Beeindruckend ist außerdem, wie der Film seine Gewalt inszeniert. Sie dient nicht bloß als Selbstzweck, sondern vermittelt die Konsequenzen der Entscheidungen seiner Figuren. Die Kämpfe wirken schmerzhaft, chaotisch und erschöpfend. Jeder Treffer hat Gewicht, jede Verletzung hinterlässt Spuren. Dadurch entsteht eine Intensität, die den erfahrenen Actionfan in mir überrascht hat.

Die größte Schwachpunkt des Film ist, wie zu erwarten, seine Handlung. Diese verliert sich im Mittelteil gelegentlich etwas zwischen den zahlreichen Figuren und Fraktionen und man merkt deutlich, dass der Streifen narrativ nicht vollends mit seiner visuellen Wucht mithalten kann. Dennoch überwiegen die Stärken deutlich. Besonders die Atmosphäre des kriminellen Untergrunds von Jakarta, die düsteren Bilder und die fast schon apokalyptische Grundstimmung verleihen dem Film eine eigene Identität. Tjahjanto inszeniert keine glamouröse Actionwelt, sondern ein brutales Universum, in dem Gewalt immer nur neue, blutigere Gewalt hervorbringt. 

Für Fans von Action und brutaler Inszenierung ist "The Night Comes For Us" genau richtig. Er ist ein wuchtiger, kompromissloser und beeindruckend inszenierter Actionfilm, der einen von der ersten bis zur letzten Minute mitreißt. Die Handlung bleibt zwar relativ simpel und die extreme Gewalt dürfte nicht jedermanns Sache sein, doch die herausragenden Kampfsequenzen, das starke Ensemble und die düstere Atmosphäre machen den Film zu einem der besten Actionbeiträge der letzten Jahre. Für Genrefans ist er nahezu Pflichtprogramm.

7,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkNetflix/Screenplay Infinite Films/XYZ Films

Donnerstag, 25. Juni 2026

Village Of The Damned - Das Dorf der Verdammten (1995)

https://www.imdb.com/de/title/tt0114852/

Während die Bewohner der abgelegenen Kleinstadt Midwich ein Jubiläum feiern, wird das Dorf von einer unheimlichen Macht heimgesucht: Sämtliche Einwohner und Tiere fallen für exakt sechs Stunden in tiefe Ohnmacht. Wenige Wochen nach dem unerklärlichen Ereignis, stellt der Arzt Dr. Alan Chaffee (Christopher Reeve) fest, dass zehn Frauen aus der Gemeinde an diesem Tag eine Empfängnis hatten - darunter auch seine eigene Ehefrau Barbara (Karen Kahn). Neun Monate später werden die Kinder geboren. Sie haben eine große Ähnlichkeit und wachsen ungewöhnlich schnell heran. Bald wird die Gemeinde von einer Reihe rätselhafter Vorkommnisse aufgerüttelt: Zuerst stürzt sich Barbara von einer Klippe in den Tod, dann erblindet die örtliche Augenärztin unter mysteriösen Umständen. Bei seinen Untersuchungen kommt Dr. Chaffee einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur...

Als John Carpenter 1995 seine Neuverfilmung von "Das Dorf der Verdammten" veröffentlichte, waren die Erwartungen entsprechend hoch. Der Regisseur hatte mit Klassikern wie "Halloween", "The Thing" und "They Live" bewiesen, dass er Spannung, Horror und gesellschaftliche Untertöne meisterhaft miteinander verbinden konnte. Seine Neuinterpretation des gleichnamigen britischen Science-Fiction-Klassikers von 1960 bot erneut eine faszinierende Prämisse, erreichte jedoch nicht ganz die Wirkung seiner besten Arbeiten. Die Handlung spielt in der kleinen Küstenstadt Midwich in Kalifornien. Eines Tages fallen sämtliche Bewohner für mehrere Stunden plötzlich in Ohnmacht. Niemand kann erklären, was geschehen ist. Wenige Wochen später stellt sich heraus, dass zahlreiche Frauen der Gemeinde schwanger sind - unabhängig von Alter, Lebenssituation oder vorherigen Umständen. Die Kinder, die schließlich geboren werden, wirken zunächst normal, entwickeln jedoch schon bald außergewöhnliche Fähigkeiten und ein beunruhigendes kollektives Bewusstsein. Während die Einwohner versuchen zu verstehen, was mit ihren Kindern geschieht, wächst die Erkenntnis, dass von ihnen eine zunehmende Gefahr ausgeht. Bereits diese Ausgangssituation gehört zu den größten Stärken des Films. Die Vorstellung einer ganzen Generation von Kindern, die äußerlich menschlich erscheinen, aber emotional und geistig fremd sind, besitzt eine nachhaltige Unheimlichkeit. Carpenter versteht es besonders in der ersten Hälfte, aus dieser Idee eine Atmosphäre schleichender Bedrohung zu erzeugen. Die ruhigen Straßen der Kleinstadt, die scheinbare Normalität des Alltags und die zunehmend verstörenden Verhaltensweisen der Kinder sorgen für ein konstantes Gefühl des Unbehagens.

Auch die Besetzung trägt erheblich dazu bei. Christopher Reeve überzeugt als Arzt Dr. Alan Chaffee, der versucht, die Vorgänge rational zu erklären und dabei zunehmend mit moralischen Fragen konfrontiert wird. Reeve verleiht der Figur Glaubwürdigkeit und Menschlichkeit, was dem Film insbesondere in seinen ruhigeren Momenten zugutekommt. Unterstützt wird er von Kirstie Alley als Wissenschaftlerin Dr. Susan Verner, die eine deutlich pragmatischere Sicht auf die Ereignisse vertritt. Das Zusammenspiel der beiden Figuren verleiht der Geschichte eine interessante Dynamik zwischen wissenschaftlicher Neugier und menschlicher Verantwortung. Visuell setzt Carpenter auf eine eher zurückhaltende Inszenierung. Mit vergleichsweise einfachen Mitteln erzeugt der Film ein wirkungsvolles Gefühl der Bedrohung und statt spektakulärer Effekte stehen Atmosphäre und Spannung im Vordergrund. Besonders die Kinder selbst sorgen mit ihren blassen Haaren, den ausdruckslosen Gesichtern und den leuchtenden Augen für einige der eindrucksvollsten Bilder des Films. Dennoch offenbaren sich im Verlauf der Handlung einige Schwächen. Während die Prämisse faszinierend bleibt, entwickelt sich die Geschichte nicht immer so spannend, wie sie könnte. Der Mittelteil verliert stellenweise an Tempo, und manche Figuren bleiben überraschend oberflächlich. Zudem erreicht die emotionale Wirkung der Konflikte nicht immer die Intensität, die das Thema eigentlich ermöglichen würde und auch das Finale hinterlässt einen etwas zwiespältigen Eindruck. Zwar greift es die zentralen Themen des Films konsequent auf, doch die Auflösung wirkt weniger kraftvoll als der vielversprechende Aufbau. Gerade im Vergleich zu Carpenters stärksten Werken fehlt jener letzte Funke, der einen guten Horrorfilm zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.

Trotzdem besitzt "Das Dorf der Verdammten" Qualitäten, die ihn über durchschnittliche Genrekost hinausheben. Die Mischung aus Science-Fiction, Horror und psychologischem Drama funktioniert über weite Strecken gut, und die zentrale Idee hat bis heute nichts von ihrer Wirkung verloren. Zudem profitiert der Film von Carpenters sicherer Regie, die selbst schwächere Passagen stets professionell und atmosphärisch inszeniert. Als atmosphärischer Science-Fiction-Horrorfilm mit einer starken Grundidee, überzeugenden Hauptdarstellern und einigen nachhaltig verstörenden Momenten punktet er als ein etwas überdurchschnittlicher Horrorthriller. Die erzählerischen Schwächen und das etwas unspektakuläre Finale verhindern zwar eine höhere Bewertung, doch als intelligente und ungewöhnliche Genreunterhaltung bleibt der Film auch heute noch sehenswert.

6/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkUniversal Pictures/Alphaville Films