Viele Bewohner einer australischen Küstenstadt glauben, es werde mal wieder übertrieben, als sie im Radio hören, dass sich über dem Meer ein Hurrikan der Stufe 5 zusammenbraut. Der Marinewissenschaftler Dale Edwards (Djimon Hounsou) nimmt die Sache ernster und warnt seine Nichte Dakota (Whitney Peak) vor dem drohenden Jahrhundertsturm. Doch die misstraut ihm und auch die meisten anderen Menschen bereiten sich nicht wirklich auf einen Ernstfall vor. Ein tödlicher Fehler, denn die Wassermassen, die sie schließlich erreichen, sind nicht nur für sich genommen eine lebensbedrohliche Gefahr – sie spülen auch noch hungrige Haie in die überfluteten Straßen, die sich auf alles stürzen, was ihnen in ihrem unerwarteten neuen Jagdrevier vor die messerscharfen Zähne kommt. Werden auch die in ihrem Auto eingeklemmte hochschwangere Lisa (Phoebe Dynevor) und die drei zu Hause auf Hilfe hoffenden Olsen-Geschwister Dee, Ron und Will (Alyla Browne, Stacy Clausen, Dante Ubaldi) zu Opfern der Raubfische?
Tommy Wirkolas "Thrash" ist ein Film, der mit der Wucht eines Sturmhochs ansetzt und dabei doch nie ganz entscheidet, ob er Katastrophenfilm, Hai-Horror oder ironische B-Movie-Parodie sein will. Die Ausgangslage ist simpel und effektiv: Ein Kategorie‑5‑Hurrikan verwüstet eine Küstenstadt, die Flut setzt alles unter Wasser, und in diesem Chaos treiben plötzlich hungrige Haie durch Straßen, Häuser und das, was von der Zivilisation noch übrig ist. Wirkola, der den Film auch geschrieben hat, besetzt die Geschichte mit Phoebe Dynevor, Whitney Peak und Djimon Hounsou und verlegt die Bedrohung in eine begrenzte, fast klaustrophobische Überlebenssituation. Der interessanteste Aspekt von "Thrash" ist nicht sein Plot, sondern die Art, wie er seine Figuren gegeneinander ausspielt. Dazu sind da die vertrauten Zutaten des Katastrophenkinos, das ökologische Unwetter, die Haibedrohung, die engen Innenräume, die improvisierte Flucht; dazu kommt eine leicht schalkhafte, teils schwarze Komik, die den Film immer wieder in Richtung B-Movie schiebt. Das kann reizvoll sein, doch es erzeugt auch Reibung: Nicht jede Idee trägt, und nicht jeder tonale Sprung fühlt sich verdient an.
Wirkola ist, wie man weiß, kein Regisseur der großen psychologischen Feinzeichnung, sondern einer des kinetischen Überdrucks. In "Thrash" nutzt er diesen Instinkt zunächst gut: Die filmische Energie kommt aus Bewegung, aus dem Zusammenstoß von Wasser, Wind, Trümmern und Raubtieren, und aus dem Einfall, vertraute Orte in provisorische Überlebensmaschinen zu verwandeln. Gerade die Soundebene rockt: das Splittern der Zähne, das Prasseln des Regens, das Schlagen des Wassers gegen Wände und Fenster. Solche Momente geben dem Film eine unmittelbare Körperlichkeit, die stärker wirkt als seine allzu bekannten dramaturgischen Muster. Doch wo der Film im unmittelbaren Schrecken punktet, bleibt er in der Figurenzeichnung oft erstaunlich dünn. Die Charaktere wirken häufig eher wie Funktionen des Genres als wie Menschen mit einer Geschichte, die über das Überleben hinausreicht. Das ist im B‑Movie nicht automatisch ein Makel, solange die Selbstironie, die Fantasie und die Schärfe stimmen; genau daran scheiden sich hier aber die Geister. Denn "Thrash" will zwar Spaß machen, doch er schwankt zu sehr zwischen ernsthaftem Alarm und augenzwinkerndem Schlock, ohne einen echten Ton zu finden.
Besonders auffällig ist, wie sehr der Film auf kurze Laufzeit und schnelle Eskalation setzt. Das macht ihn zügig und leicht konsumierbar, aber auch gelegentlich hastig; man spürt die Absicht, sofort zum nächsten Schock, zum nächsten Einfall, zum nächsten Angriff zu kommen. Dadurch bleibt wenig Raum für die Art von Spannungsaufbau, der aus einer gefährlichen Lage mehr macht als bloße Reizfolge. Der Film arbeitet mit der Erwartung, dass das Publikum schon weiß, was ein Hai-Hurrikan-Film leisten soll, und verlässt sich darauf, dass die Grundidee allein genug sei. Gerade im Vergleich zu besseren Genrevertretern zeigt sich die Schwäche von "Thrash": Er hat ausreichend Einfälle, aber nicht immer die Disziplin, sie zu ordnen. Wenn der Film am besten ist, verbindet er Überlebenshorror mit grotesker Energie und nutzt seine begrenzten Schauplätze erfinderisch. Wenn er schwächer ist, wirkt er wie eine Reihe guter Momente, die sich gegenseitig die Luft nehmen, statt sich zu einem großen, durchgehenden Druck aufzubauen. So bleibt am Ende der Eindruck eines Films, der sich ständig in Bewegung hält, aber nicht immer vorankommt. "Thrash" ist deshalb weniger ein sauber gebauter Katastrophenfilm als ein ruppiger, manchmal unterhaltsamer, manchmal frustrierender Genre-Mix. Wer Wirkola für seine Vorliebe für überdrehte, dunkle Genrespielereien schätzt, wird hier genug Material für anderthalb Stunden Adrenalin, Chaos und Zähne finden. Wer eine präzise erzählte Überlebensgeschichte mit glaubwürdigen Figuren sucht, wird die leeren Stellen deutlicher sehen als die Zähne der Haie.




















