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In einer postapokalyptischen Welt, in der während des Dritten Weltkriegs vernichtende Chemiewaffen zum Einsatz kamen: Neun Jahre nachdem eine Infektion den Großteil der Bevölkerung in wilde Bestien verwandelt hat, ist es einer kleinen Gruppe Überlebenden gelungen, in einem winzigen Dörfchen jenseits der Zivilisation dem Schrecken zu entgehen. Das Glück von Patrick (Matthew Fox), Jack (Jeffrey Donovan) und der neunjährige Lu (Quinn McColgan) scheint nun jedoch ein Ende zu nehmen. Nicht nur droht der tief sitzendende Hass, den Patrick und Jack gegeneinander hegen, ihre Lage zu verschlimmern, auch sehen sich die Drei nun mit den ersten ungebetenen Besuchern konfrontiert. Um die eine Person zu beschützen, die ihnen mehr als alles andere auf der Welt bedeutet, müssen die zwei Männer den Groll ruhen lassen und gemeinsam gegen die Infizierten vorgehen.
Regisseur Miguel Ángel Vivas, bekannt für den kompromisslosen Thriller "Kidnapped", erzählt "Extinction" zunächst weniger als klassischen Zombiefilm denn als ruhiges Endzeitdrama. Die eisige Landschaft, die leeren Häuser und die bedrückende Stille erzeugen eine überzeugende Atmosphäre. Der Film vermittelt das Gefühl einer Welt, in der nicht nur die Gesellschaft, sondern auch jede Hoffnung auf Normalität verschwunden ist - und ja, die ungewöhnliche Winterkulisse hebt ihn aus dem überfüllten Zombiegenre ein wenig heraus. Allerdings verlangt der Film seinem Publikum einiges an Geduld ab. Über weite Strecken konzentriert sich die Handlung auf die angespannte Beziehung zwischen Patrick und Jack. Ihre gemeinsame Vergangenheit, gegenseitige Schuldzuweisungen und die emotionale Bindung zu Lu bilden den eigentlichen Kern der Geschichte. Das ist grundsätzlich interessant, doch die Figurenzeichnung bleibt stellenweise schematisch. Die Konflikte werden häufig über Dialoge und Rückblenden erklärt, statt sich organisch aus dem Verhalten der Figuren zu entwickeln. Dadurch wirkt das Drama gelegentlich melodramatisch und unnötig ausgedehnt.
Matthew Fox liefert als verwahrloster, vereinsamter Patrick eine solide Leistung und verleiht der Figur glaubwürdige Erschöpfung. Jeffrey Donovan macht aus dem zunächst recht verschlossenen Jack mehr, als das Drehbuch vorgibt. Die größte Überraschung ist jedoch Quinn McColgan, die Lu mit einer angenehmen Mischung aus Verletzlichkeit, Eigenwilligkeit und kindlicher Energie spielt. Ihre Figur sorgt dafür, dass der Film trotz seiner düsteren Grundstimmung nicht vollständig in Schwermut versinkt. Als Horrorfilm funktioniert "Extinction" dagegen nur eingeschränkt. Die titelgebende Bedrohung tritt lange Zeit kaum in Erscheinung. Wenn die Kreaturen schließlich auftauchen, handelt es sich nicht mehr um die bekannten, langsam schlurfenden Zombies, sondern um weiterentwickelte, blinde und körperlich deformierte Wesen. Diese Idee ist durchaus reizvoll und verleiht dem Film einzelne spannende Momente. Auch die Begegnungen mit den Kreaturen sind teilweise überraschend körperlich und brutal inszeniert. Dennoch erinnern Aussehen und Verhalten der Monster deutlich an andere Genreproduktionen, insbesondere an die Kreaturen aus "I Am Legend" oder "The Descent".Die Action ist handwerklich ordentlich, bleibt aber auf wenige Höhepunkte beschränkt. Die Kamera nutzt die verschneite Umgebung wirkungsvoll, während Ausstattung und Farbgestaltung eine kalte, trostlose Welt erschaffen. Die Effekte sind für eine vergleichsweise kleine Produktion akzeptabel, wirken aber nicht immer überzeugend. Vor allem die digitalen Kreaturen verlieren gelegentlich an Bedrohlichkeit, weil ihre Bewegungen künstlich erscheinen. Ein markanter visueller Stil oder eine wirklich eigenständige Bildsprache entwickelt sich daraus nicht. Inhaltlich versucht "Extinction", den Zombiehintergrund als Allegorie auf Schuld, Verlust, Elternschaft und menschliche Isolation zu nutzen. Diese Themen sind durchaus vorhanden, werden aber nicht immer subtil vermittelt. Der Film möchte mehr sein als ein reiner Überlebenshorror, findet jedoch nicht durchgehend die richtige Balance zwischen Charakterdrama und Genrekino. Wer einen temporeichen Zombie-Actionfilm erwartet, dürfte sich angesichts des langsamen Mittelteils und der relativ wenigen Monsterauftritte enttäuscht zeigen. Wer sich auf ein melancholisches Endzeitkammerspiel einlässt, bekommt zumindest eine atmosphärisch interessante Variante des Stoffes. Problematisch ist aber vor allem die Laufzeit von knapp zwei Stunden. Einige Rückblenden und Beziehungskonflikte hätten deutlich gestrafft werden können. Dadurch würde der Film nicht nur spannender, sondern vermutlich auch emotional wirkungsvoller ausfallen. Das Finale liefert schließlich die erwartete Konfrontation und einige gelungene Spannungsspitzen, kann die vorherigen Längen aber nicht vollständig kompensieren.Ordentlich gespielt und atmosphärisch reizvoll. Ein Endzeitdrama, das seine Zombiehandlung zugunsten eines familiären Konflikts zurücknimmt. Die verschneite Welt, die brauchbaren Darsteller und die Idee weiterentwickelter Infizierter sorgen für einige interessante Ansätze. Gleichzeitig bleibt der Film zu langsam, zu melodramatisch und in seiner Monsterdarstellung zu wenig eigenständig, um nachhaltig Eindruck zu hinterlassen. Ein solider Genrebeitrag mit guten Momenten, aber kein herausragender Zombiefilm.



















