Visuell wirkt das Remake glatter: größeres Budget, klarere Ausleuchtung, sorgfältig komponierte Bilder, in denen das Landhaus eher wie eine trügerische Idylle denn wie ein moralischer Abgrund erscheint. Der dänische Film hingegen benutzt seine eher nüchterne, manchmal unangenehm dunkle Bildgestaltung wie einen Schlag in den Magen - nichts wirkt stilisiert, alles fühlt sich wie eine feuchte, zu enge Ferienwohnung an, aus der es keinen höflichen Ausweg gibt. In diesem Sinne ist das Remake die deutlich Zuschauerfreundlicher Version der Geschichte. Sie erklärt ihre Figuren, sie erlaubt Wut und Widerstand, und sie schenkt dem Publikum ein Gefühl von Handlungsspielraum, das das Original bewusst verweigert. Dafür verliert sie etwas von jener gnadenlosen moralischen Klarheit, die Tafdrups Film so schwer verdaulich macht; der finale Satz ist dort ein Urteil über eine ganze Kultur, im Remake eher eine Genre-Zutat in einem ansonsten routiniert aufgebauten Finale. Als eigenständiger Film ist "Speak No Evil" ein stark gespielter, angespannt erzählter Thriller, getragen von McAvoys unheimlicher Präsenz und den stillen Verzweiflungstönen von Davis und McNairy. Im direkten Vergleich bleibt das dänische Original jedoch das unbequemerere, mutigere Werk - weniger unterhaltsam, viel unangenehmer, aber näher an jener Art von Kino, das nicht loslässt, weil es den Zuschauer nicht nur erschreckt, sondern auch anklagt.
Dienstag, 10. Februar 2026
Speak No Evil (2024)
Primate (2025)
Das erste Jahr am College ist geschafft! Lucy (Johnny Sequoyah) fährt deshalb zurück in die Heimat, um dort ihre Familie zu besuchen. Doch Entspannung und Harmonie sind Worte, die schnell kürzer treten müssen. Denn zu Lucys Familie gehört auch der Schimpanse Ben (Miguel Torres Umba). Und Ben hat sich mit dummerweise Tollwut infiziert. Aus dem eigentlich harmlosen Menschenaffen wird so schnell ein blutrünstiges Biest, das es auf Lucy, ihre Familie und ihre beste Freundin Hannah (Jessica Alexander) abgesehen hat. Alle springen in den Pool, weil sie glauben, dass Ben nicht schwimmen kann und sie dort sicher sind. Aber weit gefehlt...
"Primate" ist ein schlanker, erstaunlich altmodischer Creature‑Feature‑Horrorfilm, der so tut, als ginge es um Familie - und dann sehr schnell klarstellt, dass es eigentlich um Zähne, Krallen und herumfliegende Körperteile geht. Wer wissen will, wie weit ein Studio 2026 noch mit einem tollwütigen Killer-Affen-Konzept kommen kann, bekommt hier die ziemlich blutige Antwort. Die Handlung spielt auf einer abgelegenen Insel in Hawaii, wo College-Studentin Lucy für den Sommer zu ihrer Familie zurückkehrt – inklusive des adoptierten Haus-Schimpansen Ben. Aus der sonnigen Pool-Party wird Horror, als Ben nach einem Biss mit Tollwut infiziert wird und sein vertrautes Haustier-Image in brutale, unkontrollierbare Aggression umschlägt. Regisseur Johannes Roberts nutzt das tropische Anwesen geschickt als klaustrophobische Arena: Gläserne Fronten, Pool, Palmen - alles, was nach Ferienkatalog aussieht, wird zur Fallenlandschaft, in der es kaum sichere Räume gibt. Die Natur-Idylle wirkt wie ein ironischer Kontrapunkt zur eskalierenden Gewalt; man spürt, wie dünn die zivilisatorische Fassade ist, sobald ein Tier aus diesem Familien-Setting ausbricht.
Horrorfilme mit Affen sind ja nun auch recht rar gesät und setzen traditionell auf drei Ängste: die unberechenbare Intelligenz, die körperliche Überlegenheit und den Moment, in dem "haustierhafte" Vertrautheit kippt. "Primate" hakt alle drei Punkte ab: Ben ist keine anonymer Kreatur, sondern ein bekanntes Familienmitglied, dessen Angriff dadurch intimer und unangenehmer wirkt. Die Tollwut ist ein cleverer, wenn auch nicht wirklich subtiler oder schon gar erfrischend neuer erzählerischer Motor: Aber sie rechtfertigt den rasenden, fast zombieartigen Furor und erlaubt dem Film, ohne großen metaphysischen Überbau einfach auf physische, animalische Bedrohung zu setzen. Gleichzeitig spielt Roberts mit dem klassischen "wir haben das Tier vermenschlicht"-Motiv - die Figuren haben Ben in die Familie integriert, wodurch jede Attacke wie ein Verrat an dieser Illusion wirkt. Johnny Sequoyah trägt als Lucy den Film solide: Sie beginnt als typische College-Heimkehrerin und wächst in eine glaubwürdige Final-Girl-Rolle hinein, in der Überforderung, Schuldgefühle und Überlebenswille nebeneinander stehen. Jessica Alexander gibt der Figur Hannah eine scharfkantigere, bissigere Note, die den Gruppendynamiken in den Konfliktmomenten guttut. Scene-Stealer ist aber Troy Kotsur als Lucys Vater Adam: Seine ruhige Präsenz und der Einsatz von Gebärdensprache bringen eine unerwartete Erdung in einen sonst sehr pulpigen Film, und sein Schutzinstinkt verleiht dem Chaos immer wieder emotionale Peaks. Die jungen Nebendarsteller - Victoria Wyant, Gia Hunter, Benjamin Cheng - funktionieren vor allem als glaubwürdige Freunde, deren Beziehungen schnell skizziert werden, damit ihre Panik in der zweiten Hälfte umso unmittelbarer wirkt.Wer für die Gewalt kommt, wird nicht lange warten müssen: "Primate" eröffnet mit einer markanten Cold-Open-Killszene, die den Ton klar auf körperlich spürbar setzt. Danach steigert der Film das Level an Blut und zermalmten Gliedmaßen kontinuierlich; Ben tötet meist mit bloßen Händen und Zähnen, was die Attacken persönlicher und unangenehmer wirken lässt als ein generisches Slasher-Arsenal. Roberts verlässt sich stark auf klassische praktische Effekte, unterstützt von dezentem VFX, und genau hier glänzt der Film: Viele Kills haben diese Art Qualität, bei der der Zuschauer instinktiv aus purem Schmerz zusammenzuckt. Es ist grafisch, aber nicht in einer manierierten Torture-Porn-Ästhetik - eher die lustvoll überzogene Blutorgie eines Regisseurs, der weiß, wie man Genre-Publikum zum Johlen bringt, ohne völlig ins Ekeltheater abzurutschen."Primate" ist damit kein großer, vielschichtiger Horrorfilm, aber ein sehr effektiver: ein straff inszenierter, blutig verspielter Affen-Schocker, der genau weiß, welche Knöpfe er beim Publikum drücken will. Er recycelt etliche bekannte Tropen des Tierhorrors, macht daraus aber eine energiegeladene Genre-Attraktion - mehr Achterbahn als Arthaus, aber mit genug Stil und Charakter, um nicht wie reine Wegwerfware zu wirken.
Montag, 9. Februar 2026
Hellboy: The Crooked Man (2024)
1959: Hellboy (Jack Kesy) arbeitet als Agent des Bureau For Paranormal Research And Defense (B.P.R.D.), als ihm die noch gänzlich unerfahrene Agentin Bobbie Jo Song (Adeline Rudolph) als neue Partnerin zur Seite gestellt wird. Zusammen werden sie damit beauftragt, ein mysteriöses Wesen zu fangen, das in einen verwunschenen Bergwald in den Appalachen entkommen ist. Bei ihrer Suche nach der Kreatur stoßen sie auf die Bewohner eines dort nahezu komplett isoliert gelegenen Dorfes, das wiederholt von Hexen bedroht wird. Doch die wahre Gefahr lauert in Form des Dämons Jeremiah Witkins (Martin Bassindale). Der tritt in der Gestalt eines fast 200 Jahre alten Mannes auf, der als „The Crooked Man“ bekannt ist – und der weitere Seelen fordert, um Erlösung zu finden. Was Hellboys neue Kollegin nicht weiß: Das Monster hat eine Verbindung zu ihrem Partner, die den gehörnten Helden vor ungeahnte Herausforderungen stellt.
"Hellboy: The Crooked Man" ist der seltene Fall eines Reboots, der sich klein macht, um größer zu wirken: Statt apokalyptischer Weltuntergänge versucht der Film, den Zuschauer in einem maroden Holzhaus in den Appalachen einzusperren - mit Dämonen, Schuld und sehr viel Schlamm. Nach Guillermo del Toros barock-märchenhaften Filmen und dem 2019er Reboot wirkt "Hellboy: The Crooked Man" wie ein bewusstes Gegengift. Der Film verlegt Hellboy an des Ende der 1950er Jahre und erzählt eine in sich geschlossene Folk‑Horror‑Episode irgendwo in den Wäldern, basierend auf der gleichnamigen Comic‑Miniserie von Mike Mignola und Richard Corben. Statt Franchise-Architektur gibt es eine überschaubare, fast kammerstückartige Geschichte: Hellboy strandet mit Bobbie Jo Song in einem von Hexerei und Schuld vergifteten Dorf und stößt auf die dämonische Figur des Crooked Man, der mit seiner eigenen Vergangenheit verknüpft ist. Man spürt den Versuch, die Figur aus der Sackgasse des größer, lauter, mehr Monster zu befreien und zu dem zurückzuführen, was Mignola ursprünglich geschrieben hat: episodische, unheimliche Missionsberichte eines müden Ermittlers. Die alten Del‑Toro‑Filme - "Hellboy" und "Hellboy II: Die goldene Armee" - waren liebevoll ausgestattete Gothic‑Opern, voller Kreaturen, Detailverliebtheit und melancholischem Humor. Sie inszenierten Hellboy als tragischen Romantiker in einer überbordenden Fantasiewelt; der 2019er‑Film "Hellboy: Call Of Darkness" dagegen eskalierte die Gewalt, füllte die Leinwand mit Monstern und zerstückelte seine Handlung in Setpieces, ohne je einen emotionalen Kern zu finden. "Hellboy: The Crooked Man" schlägt eine dritte, bewusst kleinere Spur ein: Er verzichtet auf das Ensemble der B.P.R.D., auf große Mythologie und auf die Versuchung, das nächste Kapitel eines Universums aufzuschlagen. Stattdessen konzentriert er sich auf Atmosphäre, lokale Folklore und eine einzige Storyline, deren Stakes persönlich und geografisch begrenzt bleiben. Wo der Vorgänger beinahe pausenlos aufdrehte, lässt dieser Reboot Platz für Stille, Düsternis und das Knarren von Holz in der Nacht.
In gewisser Weise ist das der ehrgeizigere Ansatz: Del Toro schuf ein eigenes Universum, der 2019er‑Film versuchte, es zu übertrumpfen - "Hellboy: The Crooked Man" wagt es, klein zu sein und Hellboy als Wanderer durch Horrorgeschichten zu begreifen, nicht als Marvel‑Superheldenimitat. Jack Kesy ist nach Ron Perlman und David Harbour der dritte Schauspieler, der sich unter die Hörner begibt, und er tut das mit einer Mischung aus Lässigkeit und Müdigkeit, die sehr nah am Ton der Comics liegt. Seine Version des Charakters setzt weniger auf große Emotionen als auf trockenen, leicht genervten Humor und die Haltung eines Mannes, der diesen Job schon etwas zu lange macht. Die praktischen Effekte und das Make‑up sind auch deutlich besser, als erste Bilder befürchten ließen, und erlauben Kesy, Mimiken und kleine Reaktionen durchscheinen zu lassen. Wenn er lakonisch auf groteske Hexenrituale reagiert, hat das eine beiläufige Komik - er wirkt nicht überwältigt, sondern leicht genervt - als sei das alles nur eine weitere Akte auf seinem Schreibtisch. Jefferson White als Tom Ferrell bringt eine verletzliche, schuldbeladene Note ein; er ist weniger Sidekick als moralisches Zentrum der Geschichte. Adeline Rudolph als Bobbie Jo Song wird als neugierige, eigenständige Figur angelegt, deren Faszination für das Übernatürliche sie nicht zu einem Frau in Nöten degradiert, sondern zu einer Partnerin, die Hellboy konterkariert. Martin Bassindale schließlich spielt den Crooked Man mit einer dünnen, unangenehm menschlichen Boshaftigkeit, die besser zu einem Volksmärchen des Schreckens passt als zu einem bombastischen Superheldenfinale.Die Entscheidung, stark auf praktische Effekte zu setzen, ist das heimliche Manifest dieses Films. Hexen, Dämonen und der Crooked Man selbst wirken geerdet und nicht abgehoben, dreckig, als wären sie direkt aus einem vergilbten Holzschnitt ins 20. Jahrhundert hinübergeglitten. Nebel, Wälder, Holzhäuser und Kerzenlicht erzeugen einen Folk‑Horror‑Ton, der eher an "The Evil Dead" erinnert als an zeitgenössische Superheldenfilme. Das Budget ist leider sichtbar begrenzt. Man merkt den Sets ihre Kargheit an, manche digitalen Ergänzungen fallen neben den praktischen Effekten ab. Doch wenn der Film seinen Rhythmus findet, nutzt er diese Einschränkung, um intimer und klaustrophobischer zu werden; Gewaltspitzen sind hart, aber nicht selbstzweckhaft, und einzelne Szenen - etwa die Rückkehr einer Hexe aus dem Grab - sind schon verdammt unheimlich. Dass die Produktion den Horror nicht als bloße Würze versteht, sondern als tonalen Kern, unterscheidet sie deutlich von "Hellboy: Call Of Darkness", dessen Splatter oft wie verzweifelte Überkompensation wirkte. "Hellboy: The Crooked Man" ist kein Effekt-Schaulaufen, sondern ein Gruselmärchen, in dem die Monster Ergänzungen zur Moral der Geschichte sind.
Wenn man die "Hellboy"‑Filme als Variationen desselben Stoffes begreift, dann stehen Del Toros Werke für das romantische Epos, "Hellboy: Call Of Darkness" für das überzogene Mixtape - und "Hellboy: The Crooked Man" für die schlichte Lagerfeuergeschichte, erzählt von jemandem, der weiß, wie dunkel Wälder wirklich werden können. Der Film ist beileibe nicht makellos, sein Budget knarzt, und sein Ehrgeiz liegt eher in Ton und Treue zur Vorlage als in filmischer Opulenz. Aber als Reboot erfüllt er genau das, was man sich von dieser Reihe wünschen konnte: Er gibt Hellboy seine Proportionen zurück - als übernatürlicher Ermittler in einer Welt aus Mythen, Flüchen und schlechtem Wetter. Dies ist kein großer Film, aber einer, der die richtige Geschichte auf die richtige Weise erzählt - und manchmal genügt das.
Sonntag, 8. Februar 2026
Spartacus: House Of Ashur - Spartacus: Das Haus Ashur (2026)
Das Spin-Off zur Serie erzählt eine alternative Geschichte um Ashur, der in der zweiten Staffel von Spartacus nicht am Vesuv getötet wurde. Stattdessen erhält er Batiatus' Ludus als Belohnung für die Tötung von Spartacus und seine Hilfe bei der Niederschlagung des Sklavenaufstands.
https://www.imdb.com/de/title/tt33481894/
1. Dominus (Dominus)
In der Unterwelt verspottet Lucretia Ashur wegen seiner vergangenen Missetaten, bevor er in einer alternativen Zeitlinie erwacht, in der er Spartacus getötet hat und ihm zur Belohnung von Marcus Crassus die Leitung von Batiatus’ Gladiatorenschule übertragen wird. Ashur hofft, mit Crassus’ Unterstützung die Arena von Capua (die zuvor von Spartacus’ Rebellen zerstört wurde) wieder aufzubauen. Um in der Gesellschaft von Capua höheres Ansehen zu erlangen, schickt Ashur seinen besten Gladiator zu den lokalen Spielen. Doch sein auserwählter Kämpfer wird von den Brüdern Ferox, einem Trio von Zwerggladiatoren aus dem Stall des rivalisierenden Lanisten Proculus, getötet. Die römische Adlige Cossutia will ihn damit demütigen und sein Haus von zukünftigen Spielen ausschließen. Unbeirrt sucht Ashur nach einer neuen Attraktion und rekrutiert eine versklavte nubische Kriegerin, die er Achillia tauft, um sie zu einer Gladiatorin auszubilden.
https://www.imdb.com/de/title/tt33481891/
2. (Forsaken)
Achilia beginnt ihr Training mit den anderen Gladiatoren, doch diese teilen Ashurs Begeisterung für sie nicht. Sie gerät mit Doctore Korris aneinander, der ihren Platz im Ludus infrage stellt. Auch Ashurs persönliche Dienerin und Geliebte Hilara bedroht Achilia, da diese um die Sicherheit ihres Herrn fürchtet. Ashur wird eingeladen, Cossutias Ehemann, Senator Gabinius, einen Anhänger von Crassus’ Rivalen Pompeius, in dessen Villa zu treffen. Dort begegnet er unerwartet ihrer verwitweten Tochter Viridia. Viridia, die ihren Mann an Spartacus und seine Rebellen verloren hat, dankt Ashur für dessen Tötung, was sowohl sein Interesse als auch Cossutias Verdruss weckt. Gabinius befragt Ashur zu seiner anhaltenden Loyalität gegenüber der Römischen Republik und Crassus, obwohl er einst Sklave war. Nachdem er Ashurs wahre Gefühle für ihn entdeckt hat, wirft er ihn aus der Villa. Zwei Gladiatoren versuchen, Achillia zu vergewaltigen, doch sie kastriert einen der Angreifer, woraufhin dieser verblutet. Von den Mitgliedern der Gladiatorenschule konfrontiert, zwingt Korris sie zum Kampf mit echten Schwertern. Obwohl er sie besiegt, tötet er sie nicht, da er erkennt, dass sie ihn verwundet hat und sich so seinen Respekt und Schutz verdient.
https://www.imdb.com/de/title/tt33481895/
3. Unwürdig (Unworthy)
Die Gladiatoren des Ludus sind weiterhin von Achillias Anwesenheit genervt. Ashur schickt Korris aus, um Lanista Opiter aufzusuchen und zu verführen, um dessen Gunst zu gewinnen. Korris beauftragt den erfahrenen Gladiator Celadus, in seiner Abwesenheit als Doktor zu fungieren. Opiter bietet Korris die Möglichkeit, sein Doktor zu werden, im Austausch für die Teilnahme des Ludus an Gabinius' bevorstehenden Spielen. Korris überlebt später einen Angriff einer Gruppe von Männern, die er für Proculus' Gefährten hält, ohne zu ahnen, dass sie von Cossutia geschickt wurden. Korris tötet alle bis auf ihren Anführer, der entkommt. Hilara erzählt Ashur von Narben an Achillias Hand, woraufhin er sie persönlich trainiert, da er spürt, dass sie von einem vergangenen Trauma geplagt wird. Achillia offenbart ihm ihre Gefühle der Unwürdigkeit als Kriegerin, und Ashur drängt sie, nach vorn zu blicken. Achillia wird jedoch weiterhin von den Erinnerungen an ihre Unfähigkeit gequält, die Entführung eines Mädchens aus ihrem Dorf zu verhindern. Hilaras beste Freundin Messia versucht, ihr ihre Gefühle zu gestehen, doch Hilara erklärt ihr, dass sie Freundinnen bleiben werden und entscheidet sich für Ashur. Gabinius offenbart Cossutia, dass er Ashur auf die Probe gestellt hat, um dessen wahre Loyalität zu prüfen. Er argumentiert, dass Ashur in einem zukünftigen Konflikt gegen Crassus nützlich sein könnte und ignoriert den Ekel seiner Frau vor ihm. Später vernichtet Cossutia einen Brief, der für ihren Mann bestimmt war, und tötet den Anführer des Angriffs auf Korris für sein Versagen. Ashur fordert Achillia auf, einen Eid zu schwören und sich dem Ludus zu verpflichten, und brandmarkt sie mit dem Symbol des Hauses.
4. Blut und Knochen (Blood And Bone)
Achilia beginnt, einen unorthodoxen Kampfstil mit zwei Schwertern anzuwenden, während Celadus sie im Kampf gegen die Brüder Ferox trainiert. Celadus vertraut ihr seine Sorgen um seinen Sohn, den arroganten Gladiatorenkollegen Tarchon, an. Er lässt Achillia und Tarchon im Training gegeneinander antreten, wo Achillia ihn demütigt, was ihre Rivalität vertieft und die Spannungen zwischen Vater und Sohn weiter anheizt. Ashur erhält eine Nachricht von Crassus, die ihn über dessen bevorstehende Ankunft informiert. Er trifft Vorbereitungen, um ihn zu empfangen, ist aber frustriert, dass seine Gladiatorenschule noch nicht zu den Spielen zugelassen wurde. Nachdem Ashur Proculus und die Brüder Ferox öffentlich verspottet hat, wird er von der Menge mit Steinen beworfen, was ihn noch mehr frustriert. Opiter versucht, Cossutia davon zu überzeugen, Ashurs Gladiatorenschule teilnehmen zu lassen, erfährt aber, dass Korris angegriffen und verwundet wurde. Opiter besucht ihn in der Gladiatorenschule und gesteht ihm seine Gefühle. Cossutia, Viridia und ihre Freundin Horatia werden beim Einkaufen von kilikischen Piraten angegriffen; Horatia wird getötet und Viridia entführt. Der vorbeikommende Ashur und Korris wehren die Angreifer ab, und Ashur rettet Viridia. Aus Dankbarkeit gewährt Gabinius Ashur die Teilnahme an den Spielen mit erhöhter Stellung. Die Turniergemeinschaft empfängt ihren Besucher und enthüllt, dass es sich nicht um Crassus, sondern um Julius Caesar handelt.
https://www.imdb.com/de/title/tt33481897/
5. Göttin des Todes (Goddess Of Death)
Caesar und seine Frau Cornelia nehmen Ashurs Villa ein, sehr zu seinem Ärger, und haben vor seinen Augen Sex mit Hilara und Messia, um ihre Macht über ihn zu demonstrieren. Caesar enthüllt, dass seine Männer Viridias Entführung durchgeführt haben, damit Ashur sich die Gunst ihrer Familie sichern konnte - Teil eines Komplotts von Crassus, um Gabinius gegen Pompeius aufzubringen. Mehrere Gladiatoren, darunter Celadus und Tarchon, werden für die Spiele ausgewählt, wobei Achillia als Champion der Gladiatorenschule präsentiert wird. Gabinius erlaubt Caesar, die Spiele gemeinsam mit ihm zu präsentieren, um Pompeius zum Eingreifen gegen die kilikischen Piraten zu bewegen; im Gegenzug erhebt er Achillias Kampf gegen die Brüder Ferox zum Hauptkampf. Auf einem Fest am Vorabend der Spiele stellt Ashur Achillia der Elite von Capua vor, was gemischte Reaktionen hervorruft. Proculus beobachtet Opiter und Korris zusammen, und Hilara bemerkt Viridias wachsende Zuneigung zu Ashur. Anschließend schlafen Achillia und Celadus miteinander. Während der Spiele siegen Celadus und Tarchon in ihrem Kampf, während Achillia von einer feindseligen Menge emporgehoben wird und anstelle der Brüder auf Geheiß des Gabinius gegen Ammonius, Proculus' Champion, antreten muss. Zunächst kann Achillias Schnelligkeit die Stärke ihres Gegners nicht ausgleichen, und sie erleidet eine schwere Handverletzung. Doch es gelingt ihr, sich hinter ihn zu bewegen und ihn mit einem Stich in den Anus zu töten. Die Menge und Ashurs Gladiatoren feiern Achillias Sieg. Caesar teilt Ashur mit, dass er gezwungen ist, frühzeitig aufzubrechen, um Pompeius zu treffen, Cornelia aber zurückbleiben wird.
https://www.imdb.com/de/title/tt33481892/
6. Leere Dinge (Empty Things)
Achillia wird zurück in die Zauberschule gebracht. Im Delirium vor Blutverlust und Infektion träumt sie von der Entführung des Dorfmädchens und erkennt, dass sie versehentlich für deren Tod verantwortlich ist. Ashur stößt den Mediziner von der Klippe der Zauberschule, nachdem dieser darauf besteht, ihr die Hand zu amputieren, und schickt Korris zu Opiter, um einen Ersatz zu finden. Opiter teilt ihm mit, dass er plant, aus Capua zu fliehen, nachdem er seine eigene Beteiligung an Viridias Entführung gestanden hat. Korris weigert sich, sich ihm anzuschließen, da er Ashurs Rache an Opiter fürchtet; daraufhin bietet Opiter Ashur seine gesamte Zauberschule an, wenn Korris ihn im Gegenzug friedlich begleitet. Cornelia demütigt Ashur, indem sie ihn zwingt, sich vor Cossutia und Viridia auszuziehen; eine aufgebrachte Viridia vertraut Ashur später ihre Abneigung gegen Caesars Frau an, und sie kommen sich näher. Cornelia verführt Cossutia, um Einfluss auf sie und ihren Mann zu gewinnen. Später beauftragt sie Ashur, Gabinius zu überzeugen, seine Tochter Thermus, einen Verbündeten Cäsars, zu heiraten, was diesen in Aufruhr versetzt. Ashur erklärt ihm, dass er Cäsars eigene Pläne vermutet, und überzeugt Gabinius, Viridia nicht mit Thermus zu verheiraten. Trotz seiner Abneigung gegen die Götter betet Ashur für Achillia und erweckt sie aus ihrem Delirium. Während Achillias Genesung wird Tarchon zum vorübergehenden Champion ernannt, und Celadus wird angesichts Korris' bevorstehender Abreise neuer Doktor. Ashur lehnt ein Bündnis mit Proculus ab und enthüllt ihm so indirekt Opiters Angebot, ihm seine Zauberschule zu überlassen. Gerade als Korris und Ashur sich auf den Weg machen, um Opiter zu treffen, werden dieser und sein gesamter Haushalt von den Brüdern Ferox niedergemetzelt.
7. Tiefste Wunde (Deepest Wound)
Korris und Ashur entdecken Opiters Leiche, was Korris tagelang in tiefe Verzweiflung stürzt. Die Kilikier werden für den Angriff verantwortlich gemacht. Die trauernde Cossutia schlägt vor, Spiele zu Opiters Ehren zu veranstalten. Achillia nimmt ihr Training wieder auf und wird von vielen anderen Gladiatoren herzlich aufgenommen. Sie fordert Tarchon heraus, doch er besiegt sie, da sie sich noch nicht vollständig von ihren Verletzungen erholt hat. Da sie nicht mehr mit zwei Schwertern kämpfen kann, weigert sie sich, zum Speer zu wechseln, noch immer gequält von dem versehentlichen Tod des Mädchens aus dem Dorf. Nach einer Herausforderung von Tarchon beweist sie jedoch ihr Können mit der Waffe, verliert den Kampf aber nach einer weiteren Erinnerung. Ashur versucht, Opiters Anwesen zu erwerben, kann es sich aber nicht leisten. Er versucht, Cornelia zu erpressen, da er annimmt, Cäsar stecke hinter Opiters Tod, scheitert jedoch, als Ashur erkennt, dass sein Austausch mit Proculus zu dem Mord geführt hat. Nachdem der betrunkene Korris versucht, Cornelia zur Rede zu stellen, gesteht Ashur ihm widerwillig seine Beteiligung an Opiters Tod, was Korris erzürnt. Ashur willigt jedoch ein, ihm bei der Rache an Proculus zu helfen. Er kehrt zu Cornelia zurück und erklärt sich erneut bereit, Thermus' Heirat mit Viridia im Austausch für das Geld zu unterstützen. Bei der Auktion liefern sich Proculus und Ashur ein Bietergefecht, das Ashur schließlich gewinnt. Cornelia widerruft jedoch ihre Unterstützung, nachdem sie von Cossutia erfahren hat, dass Ashur Gabinius angewiesen hat, die Heirat zu missbilligen, und Proculus erhält das Anwesen. Ashur erzählt Cossutia von Proculus' Rolle in Opiters Tod, während Korris Opiters Anhänger am Gürtel von Satyrus, dem Anführer der Brüder Ferox, entdeckt. Cossutia stellt Proculus zur Rede, gesteht aber, dass sie Ashur noch mehr hasst und stellt ihm eine Falle. Die Brüder Ferox und Proculus' Männer überfallen Ashur, doch er, Korris und seine Gladiatoren wehren sie ab. Korris tötet zwei der Brüder und lässt Satyrus am Leben, der Proculus eine Nachricht überbringen kann. Korris wird wieder als Doctore eingesetzt.
https://www.imdb.com/de/title/tt33481890/
8. Ein neuer Horizont (Horizons)
Proculus und Satyrus konfrontieren Ashur in seiner Villa und fordern als Entschädigung Opiters ehemaligen Medicus, der nun in Ashurs Diensten steht. Später bedroht Proculus Cossutia und ihre Tochter wegen des gescheiterten Hinterhalts. Gabinius erfährt, dass Pompeius, beeinflusst von Caesar, nicht mit den Kilikiern verhandeln will. Cossutia schlägt daraufhin vor, Viridia mit Pompeius zu verheiraten, um ihren Einfluss auf ihn und ihre zukünftige Sicherheit zu sichern. Verzweifelt stimmt Gabinius dem Plan zu und weiht seine Tochter in den Vorschlag ein. Korris ernennt Achillia erneut zur Meisterin, und sie trainiert für die neuen Spiele, die Capua von den kilikischen Angriffen ablenken sollen. Tarchon bricht den Kontakt zu seinem Vater ab, nachdem er Celadus' Gefühle für Achillia erkannt hat. Später versucht sie, mit ihm zu reden, doch es kommt zu einem Handgemenge, bei dem sie sich erneut an der Hand verletzt. Während der Spiele trifft Ashur auf die aufgebrachte Viridia und erfährt von der geplanten Heirat mit Pompeius. Obwohl Ashur versucht, sie davon abzubringen, kehrt sie zu ihrem Vater zurück und willigt widerwillig in die Verbindung ein. Von Proculus zum Tode verurteilt, tötet Satyrus mühelos einen von Ashurs Gladiatoren, während Tarchon seinen Kampf nutzt, um den Tod eines gewalttätigen Freiers seiner Geliebten, einer Prostituierten, Elata, herbeizuführen. Ashur ist gezwungen, Celadus anstelle von Achillia im Hauptkampf einzusetzen, was Gabinius verärgert und das Publikum enttäuscht. Unerwartet trifft er auf die Skytin, Proculus' eigene Gladiatorin; obwohl Celadus den ersten Treffer landet, ist sie ihm letztendlich überlegen, und Celadus stirbt durch ihre Hand, während Tarchon, Korris und Ashur zusehen.
https://www.imdb.com/de/title/tt33481898/
9. Die, die bleiben (Those Who Remain)
Celadus' Leichnam wird in die Kunstspielhalle zurückgebracht, wo der verzweifelte Tarchon ihn für den Scheiterhaufen vorbereitet. Korris drängt Achillia, den Konflikt mit ihm beizulegen. Cornelia informiert Ashur, dass Pompeius und Caesar in Capua eintreffen werden, um Viridia und ihre Familie zu treffen. Caesar ist wütend über Viridias Verlobung und Ashurs Versäumnis, sie mit Thermus zu verkuppeln. Pompeius stimmt der Heirat zu, doch Gabinius ist beunruhigt, dass Pompeius eine unterwürfige Frau wünscht. Caesar schlägt Ashur vor, Gabinius zu ermorden, um die Verbindung zu verhindern. Nachdem Ashur sich weigert, droht Caesar, Crassus' Unterstützung zu entziehen, verspricht aber, die Arena wieder aufzubauen und Ashur die Kontrolle über alle Spiele in Capua zu übertragen, sollte er den Plan ausführen. Achillia trainiert, um sich an dem Skythen zu rächen, ebenso wie Tarchon, der entschlossen ist, erneut Champion zu werden. Während Pompeius die Kampfkunstschule besucht, fordert sie Tarchon zum Kampf heraus, und es kommt zum Duell auf Leben und Tod mit echten Waffen. Achillia besiegt ihn, kann Pompeius aber überzeugen, sein Leben zu verschonen; Korris gelingt es später, Tarchon zu einem Friedensschluss mit ihr zu bewegen. Unter vier Augen offenbart Achillia Pompeius, dass sie von ihrem Vater als Strafe für den Mord an dem Mädchen aus dem Dorf, einer Angehörigen des Königshauses, die sie eigentlich beschützen sollte, in die Sklaverei verkauft wurde. Auf Ashurs Befehl betäubt sie Pompeius, während Ashur Gabinius eine Nachricht schickt und ihn bittet, zur Villa zu kommen. Dort ertappt Gabinius den schlafenden Pompeius mit Achillia. Wütend weckt er ihn und löst die Hochzeit mit Viridia auf. Noch immer benommen von den Drogen, greift Pompeius Gabinius vor den Augen von Ashur, Cornelia und Caesar an und verletzt ihn schwer. Caesar hilft Pompeius bei der Flucht. Allein mit dem scheinbar bewusstlosen Gabinius gesteht der verzweifelte Ashur seine Schuld für das Geschehene; Gabinius jedoch hat alles mitgehört und greift ihn an. Nach einem Kampf erstickt Ashur Gabinius.
https://www.imdb.com/de/title/tt33481893/
10. Heil Caesar (Hail Caesar)
Gabinius wird in seiner Villa beigesetzt. Caesar informiert Cossutia, dass Crassus Pompeius seinen Titel und Schutz entziehen will, während Caesar selbst zum Legaten ernannt und beauftragt wurde, Pompeius zu finden und zu töten. Servius, Gabinius' Bruder, kehrt zurück, um das Haus zurückzufordern, und schlägt vor, Totenspiele abzuhalten. Da er Ashur für unter seinem Stand hält, lässt Servius ihn aus der Villa entfernen, doch Viridia küsst ihn, bevor er geht. Servius richtet sich ein und versucht, seine Dominanz über Cossutia und Viridia zu demonstrieren. Im Ludus hilft Tarchon Achillia beim Training für den Kampf gegen den Skythen, während Proculus Satyrus mit Galatea, einer anderen Gladiatorin, für die Spiele zusammenbringt. Ashur schenkt Achillia eigene Gemächer und festigt damit ihre Position als Champion des Ludus. Gleichzeitig verspricht Ashur Korris die Herrschaft über den Ludus, sobald er die Kontrolle über Capuas Spiele erhält. Cornelia verlässt die Villa, um nach Rom zurückzukehren, gefolgt von Messia. Bei den Spielen schließt Servius Ashurs Gladiatoren von allen Wettkämpfen außer dem Hauptkampf aus und zwingt ihn, bei den Plebejern zu sitzen. Satyrus und Galatea besiegen ihren Gegner, bevor Achillia gegen die Skythen kämpft. In einem brutalen Kampf verlieren beide Kämpfer ihre Waffen und dringen in die Zuschauerränge ein. Achillia besiegt die Skythen schließlich, indem sie ihr den Schild in den Mund rammt und ihr den Schädel spaltet. Bevor sie geht, sieht Viridia, wie Ashur mit Hilaria auf der Tribüne feiert, was sie traurig stimmt. Zurück in der Gladiatorenschule schlafen Tarchon und Achillia miteinander. Während Caesar sich zur Abreise bereit macht, fragt Ashur ihn, wann mit dem Bau der neuen Arena begonnen wird. Caesar teilt ihm jedoch mit, dass Crassus trotz ihrer Vereinbarung beschlossen hat, die Gelder stattdessen für den Bau neuer Villen zu verwenden. Der wütende Ashur greift Caesar an; nach einem langen Kampf tötet er ihn, indem er ihm ein Messer in die Brust rammt und ihm mit einem Schwert den Schädel spaltet. - 9/10
Inhaltsangabe: Entertainment One
Poster/Artwork: Starz
어쩔수가없다 - No Other Choice (2026)
Man-su (Lee Byung-hun), ein Manager mittleren Alters mit passablem Auskommen, wird aus seiner Papierfabrik entlassen, als die Sparschraube angesetzt wird und künstliche Intelligenz aus diesem Grund als vermeintlich bessere Alternative an die Tür klopft. Er und seine Familie stehen plötzlich mit einer enormen Einkommenssäule weniger da. Achtzehn lange Monate später und immer noch ohne neue Arbeit, gibt Man-su seiner Jobsuche eine neue Wendung – und lässt dafür die Moral hinter sich. Mit akribischer Sorgfalt findet er genau die sieben Männer in der Umgebung, die den Job, der seiner Meinung nach rechtmäßig ihm gehören sollte, übernehmen könnten, und tötet sie systematisch. Er wandelt sich vom sanftmütigen mittleren Manager zum skrupellosen Mörder und entdeckt dabei Fähigkeiten, von denen er nie wusste, dass er sie hat - und die ihm viel zu leicht fallen.
"No Other Choice" ist ein bitterböser, erstaunlich unterhaltsamer Albtraum über Arbeit, Männlichkeit und Moral - ein Film, in dem der renommierte Regisseur Park Chan‑wook einen verzweifelten Durchschnittsmann Schritt für Schritt in einen Mörder verwandelt und uns zwingt, zuzugeben, wie viel von seiner Logik uns unheimlich vertraut vorkommt. Der Film folgt Yoo Man‑su (Lee Byung‑hun), einem langjährigen Angestellten der Papierindustrie, der abrupt gefeuert wird und sich in einer Spirale aus demütigenden Bewerbungsgesprächen wiederfindet, in denen er systematisch zugunsten vermeintlich besserer Kandidaten aussortiert wird. Während seine pragmatische Frau Miri (Son Ye‑jin) die Familienfinanzen stabilisiert, wächst in ihm das Gefühl der Entwertung, bis ihm eine perverse Lösung einfällt: Wenn er keine Stelle bekommt, weil andere vor ihm in der Rangliste stehen, dann schafft er sich sein Jobangebot, indem er die Konkurrenten eliminiert - im wörtlichen Sinn.
Park konstruiert daraus zunächst fast eine Farce: Man‑su stolpert durch missglückte Mordversuche, trifft auf Opfer, die auch nur prekäre Existenzen sind, und redet sich mit dem Mantra "Ich habe keine Wahl" moralisch frei. Je weiter der Plot voranschreitet, desto deutlicher verschiebt der Film jedoch den Fokus von der makabren Kriminalposse hin zu einer Anatomie des Ernährer‑Mythos und einer Gesellschaft, die ein männliches Ego systematisch mit beruflichem Status verknüpft. Stilistisch wirkt "No Other Choice" wie eine Verdichtung mehrerer Park‑Phasen: Die visuelle Überpräzision aus "The Handmaiden", der moralische Fäulnisgeruch aus "Oldboy" und eine fast hochnäsige Krimi‑Leichtigkeit kollidieren in einer schwarzen Komödie, die ständig ihren Aggregatzustand wechselt. Die Kamera arrangiert Fabrikhallen, Bewerbungskorridore und Wohnsiedlungen als kalte, geometrische Räume, in denen Menschen wie austauschbare Objekte wirken, während plötzliche Ausreißer - etwa eine surreale Gewächshaus‑Traumsequenz - Man‑sus inneres Chaos in barocke Bildideen übersetzen. Der Ton ist heikel, aber bewusst instabil: Slapstickhafte Momente - eine Szene, in der Man‑su hektisch versucht, seiner Frau die Unterwäsche vom Leib zu reißen, um ihre vermeintliche Affäre zu beweisen, wäre in einer anderen Regie einfach nur peinlich - kippen hier immer wieder ins Grausame, ohne den moralischen Ernst völlig zu verlieren. Park riskiert dabei eine provokativ amoralische Oberfläche: Mord wird handwerklich präzise inszeniert, als sei es eine weitere berufliche Fertigkeit, die mit etwas Fleiß erlernbar ist."No Other Choice" ist ein kraftvoller, oft brillant inszenierter Film, aber er ist nicht ohne Brüche, die man nicht nur als kalkulierte Irritation lesen muss. Das tonal riskante Pendeln zwischen Farce und Tragödie gelingt Park in vielen Szenen, doch an manchen Stellen - insbesondere, wenn der Film häusliche Eifersuchtsfantasien und sexuelle Eifersucht mit den Morden verschränkt - wirkt der Spott über Man‑sus gekränktes Ego so genüsslich, dass die Opfer seiner Gewalt zu bloßen dramaturgischen Werkzeugen schrumpfen. Auch die fast spielerische Amoralität der Schlussphase, in der der Film suggeriert, dass Man‑su durch seine Mordserie paradoxerweise beruflich und in der Ehe funktionaler wird, ist ein riskanter Kunstgriff. Man kann ihn als bitteren Kommentar lesen - ein System, das nur Resultate zählt, belohnt selbst kriminelle Effizienz -, doch die Inszenierung verlässt sich stark auf die moralische Urteilskraft des Publikums und verzichtet bewusst auf klare Distanz. Der Film verurteilt seinen Helden nicht, aber er macht es dem Zuschauer unbequem schwer, sich nicht zu fragen, wie viel man mit ihm gemeinsam hat. Am Ende bleibt "No Other Choice" ein Werk, das mehr Fragen stellt, als es beantwortet - und dessen düsterste Erkenntnis vielleicht darin liegt, wie nachvollziehbar der erste kleine Schritt ist, bevor aus einer gekränkten Kränkung ein Mordplan wird.
Samstag, 7. Februar 2026
Love, Death & Robots, Season 04 (2025)
Inhaltsangabe: Netflix
Poster/Artwork: Netflix
Code 3 (2025)
Randy (Rainn Wilson) ist ein talentierter, aber erschöpfter Notfallsanitäter, der kurz vor dem beruflichen Neuanfang steht. Ein Bürojob mit festen Arbeitszeiten, echter Mittagspause und fairer Bezahlung scheint endlich greifbar. Doch bevor er endgültig den Dienstwagen gegen den Schreibtisch tauschen kann, liegt noch eine letzte 24-Stunden-Schicht in Los Angeles vor ihm. Gemeinsam mit seinem Kollegen Mike (Lil Rel Howery) navigiert er durch das übliche Chaos – bis ihre Vorgesetzte ihm zusätzlich Jessica (Aimee Carrero) zuteilt, eine Medizinstudentin mit unerschütterlichem Idealismus. Während die Nacht voranschreitet, prallen Weltbilder aufeinander, und zwischen überforderten Ärzten, ungewöhnlichen Einsätzen und Randys wachsender Erschöpfung wird klar: Der Abschied fällt schwerer als gedacht.
"Code 3" ist einer dieser Filme, die als derbe, schnelle Sanitäter-Komödie verkauft werden - und dann merkt man nach einer halben Stunde, dass man eher in einem wütenden, traurigen Essay über das amerikanische Gesundheitssystem sitzt, in dem zufällig sehr viel gelacht wird. Regisseur Christopher Leone folgt dem ausgelaugten Notfallsanitäter Randy (Rainn Wilson) auf seiner letzten 24‑Stunden-Schicht, bevor er den Rettungswagen gegen einen Versicherungsbürojob tauscht; an seiner Seite stehen Fahrer Mike (Lil Rel Howery) und die idealistische Neue Jessica (Aimee Carrero), die all das noch für eine Berufung hält. Die Dramaturgie ist episodisch - ein Einsatz nach dem anderen, vom grotesken Mann mit Holzpfahl im Auge bis zu erschütternden Momenten wie einem Kind in Herzstillstand oder einem psychotischen Kriegsveteranen, bei dem eine falsche Bewegung der Polizei in eine George-Floyd-Variante kippen könnte.
Leone und Co-Autor Patrick Pianezza, selbst über ein Jahrzehnt im Rettungsdienst, nutzen den vermeintlichen Buddy-Comedy-Rahmen, um erstaunlich präzise zu zeigen, was dieser Job körperlich und seelisch mit Menschen macht - und wie wenig das System diese Leute auffängt. Die Tonmischung ist riskant: grober Galgenhumor, plötzliche Tragik, fast thrillerhafte Spannungsmomente, dann wieder fast belehrende Blicke auf Bürokratie und Versicherungslogik; es wackelt gelegentlich, aber die Unruhe passt zu einem Beruf, in dem der nächste Anruf alles ändern kann. Rainn Wilson liefert dabei eine der besten Arbeiten seiner Karriere: sein Randy ist grantig, sarkastisch, moralisch aufgebraucht, aber nie zynisch - eher jemand, der zu viel Mitleid übrig hat und keine Nerven mehr, es zu verstecken. Howery erdet den Film mit stiller Wärme. Jessica fungiert als moralischer Spiegel - manchmal etwas schematisch, aber effektiv, weil sie die naive Vorstellung von helfen mit der Realität von Unterbezahlung, Überstunden und institutioneller Gleichgültigkeit kollidieren lässt. "Code 3" ist keine perfekte Mischung - der Sprung zwischen bitterer Systemkritik und schwarzem Lachen kann hart sein, und nicht jede groteske Eskalation sitzt. Aber im besten Sinne ist es ein Film, der die Menschen in seinem Zentrum ernst nimmt: ein dicht montierter, oft brutaler, überraschend bewegender Blick auf jene, die täglich auf "Play" drücken, wenn für andere der schlimmste Tag ihres Lebens beginnt.






























