Montag, 1. Juni 2026

Swordfish - Passwort: Swordfish (2001)

https://www.imdb.com/title/tt0244244/

Gangster Gabriel (John Travolta) plant einen neun Milliardencoup mit seiner Freundin Ginger (Halle Berry). Doch dafür brauchen sie den Computerhacker Stanley (Hugh Jackman). Der darf nach einem Gefängnisaufenthalt seine Tochter nicht mehr sehen. Also wird er mit der Aussicht überredet, nach dem Coup genug Geld zu bekommen, um sich einen Anwalt für den Sorgerechtsstreit leisten zu können. Der Hacker willigt ein und programmiert einen Computerwurm, der es Gabriel ermöglicht, 9,5 Millionen Dollar von der Weltbank zu erbeuten - eine Summe, die für Terroranschläge ausgegeben werden soll...

Ein Film, der sich mit der großspurigen Selbstsicherheit eines Computerspezialisten benimmt, aber das Charisma eines Energy-Drinks hat: laut, schillernd, ziemlich sicher, dass er cooler ist als alle anderen, und dabei ständig in der Gefahr, seine eigene Pose für Substanz zu halten. Dominic Sena inszeniert hier den High-Tech-Thriller "Passwort: Swordfish" über Cyberkriminalität, Regierungsgeheimnisse und einen Mann, der für Geld und Kontrolle in Systeme eindringt, bis der Film selbst wie ein Hack wirkt: nicht in eine Maschine, sondern in die Aufmerksamkeit des Publikums. Das Problem ist, dass der Film seine eigene Oberflächenenergie mit Intelligenz verwechselt. Der Film will wie ein moderner, zynischer Thriller über die Macht der Netze wirken, doch vieles daran ist weniger präzise als protzig: Explosionen, digitale Interfaces, flotte Schnitte, schnelle Sprüche, eine Handlung, die immer weiter in Richtungen ausgreift, die sie nicht wirklich vertieft. Man spürt, dass das Drehbuch von Skip Woods mehr an der Mechanik der Wendung interessiert ist als an ihren Konsequenzen. Die Konsequenz ist dann oft nur noch eine weitere Pose, ein weiterer Sicherheitscode, ein weiterer Versuch, den Zuschauer mit Tempo davon abzulenken, dass die innere Logik dünn ist. 

Keine Frage: Ein Thriller kann ja durchaus absurd, überdreht oder sogar moralisch fragwürdig sein - aber er muss den Eindruck erwecken, dass seine Welt unter Spannung steht, nicht nur unter Dekoration. "Passwort: Swordfish" hat Stil, keine Frage. Er hat ein schneidiges Tempo, eine digitale Kälte und genug Testosteron, um einen kleinen Flughafen zu heizen. Aber es hat zu wenig Gefühl dafür, warum uns diese Leute, diese Daten, diese Deals wirklich interessieren sollten. Und doch ist der Film nicht völlig belanglos. Wer ihn heute sieht, sieht auch ein Stück Früh-2000er-Ästhetik: die Faszination für Hacking als Mythos, für High-Tech als Bedrohung, für Männer im Anzug, die so tun, als würden sie in Echtzeit die Welt umprogrammieren. Dazu kommt eine Besetzung, die mit sichtbarer Lust an der Übertreibung arbeitet. Travolta ist ein Showman, Jackman bleibt angenehm geerdet, Halle Berry erhält Momente, die weit mehr aus ihrem Star-Charisma machen als aus der eigentlichen Figurenzeichnung. 

Am Ende bleibt "Passwort: Swordfish" ein Film, der sich wie ein teurer Irrtum anfühlt, der aber mit solcher Selbstsicherheit vorgetragen wird, dass man ihm ohne Fragen zu stellen verzeiht. Er ist ein Cyberthriller für ein Zeitalter, das seine Angst vor dem Digitalen lieber in Glas, Chrom und Explosionen verpackt als in echte Unsicherheit. Und genau deshalb wirkt er heute wie ein glänzendes Relikt: faszinierend, leer genug, um kalt zu werden, und doch so vollgestopft mit Energie, dass man ihn nicht einfach abschreiben kann.

7/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Warner Bros.

Samstag, 30. Mai 2026

Star Wars: The Mandalorian And Grogu - The Mandalorian & Grogu (2026)

https://www.imdb.com/de/title/tt30825738/

Nach dem Sturz des Dunklen Imperiums haben sich die verbliebenen Kriegsherren in der Galaxis zerstreut. Während die aus den Trümmern errichtete Neue Republik versucht, die hart erkämpften Errungenschaften der erfolgreichen Rebellion zu bewahren, erhält sie Unterstützung von Din Djarin (Pedro Pascal), einem erfahrenen mandalorianischen Kopfgeldjäger, und seinem jungen Schützling Grogu. Die beiden bekommen den Auftrag Rotta den Hutten (Jeremy Allan White) zu retten, während die paar versprengten Warlords des zerschlagenen Imperiums weiterhin versuchen, an der neuen Ordnung zu rütteln und selbst wieder zu Macht zu gelangen.

"The Mandalorian And Grogu" ist der erste "Star Wars"-Kinofilm seit fast sieben Jahren - und er kommt nicht wie ein episches Vehikel, sondern wie eine verlängerte, aber gut inszenierte Doppelfolge der gleichnamigen Serie. Jon Favreau, der Schöpfer der Serie, führte Regie, schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Dave Filoni und produzierte den Film - eine Kontinuität, die Fans vollends entlohnt, die aber auch die Grenzen des Projekts deutlich macht: 

Der Film ist zweigeteilt: Die erste Hälfte ähnelt einer Ansammlung von Fetch-Quests, die sich um die Verfolgung imperialer Überreste drehen; die zweite Hälfte kehrt zur Serie zurück, zu jenen Stellen, wo sie am besten war - Abenteuer, bei denen Mando und Grogu gemeinsam kämpfen und Lehren über Familie lernen. Der Film bietet explosive Action, fantastische Anspielungen, Cameos und Hommagen, gigantische Kampf-Szenen und schöne Bilder aus der "Star Wars"-Welt. Die Action-Beats kommen alle paar Minuten, damit niemand einschläft. Grogu, der eukalyptusfarbene Lehrling - zierlich, animatronisch, mit faltigem Gesicht und wackelnden Ohren - kontrastiert mit der sonstigen glatten Ästhetik. Seine ausdrucksstarken Augen und lebendigen Ohren sind voll sichtbar, und er bleibt nach wie vor entzückend charmant. Die Beziehung zwischen Mando und Grogu trägt den Film - sie kämpfen gemeinsam, lernen voneinander, und die Familien-Botschaft ist hier glaubwürdiger als in der dritten Staffel der Serie. Pedro Pascal spielt Mando mit schneller Intensität, robuster Stärke und unerschütterlichem Stoizismus, auch wenn er immer maskiert bleibt und gerade mal 5 Minuten sein Gesicht zeigen darf. Sigourney Weaver ist offenbar auf Autopilot, aber ihre Präsenz wirkt. Martin Scorsese spricht ein paar Zeilen mit story-relevanten Informationen - ein herrlicher Moment, gerade weil Scorsese 2019 noch zum Disney/MARVEL/Star Wars-Franchise sagte, dass sich solch ein Kino wie ein "Freizeitpark" anfühle und "kein echtes Kino" sei. Das macht seine Aussage im Film, als Mando seine Figur, das Ardennianer-Alien und Sandwich-Koch Hugo Durant, großzügig bezahlt ("Dafür erzähle ich euch was immer ihr wollt") besonders amüsant. Auch amüsant sind die kleinen Anspielungen und Szenen, die Favreau bewusst in den Film einbaute: Eine der markantesten Verfolgungsjagden im Film ist eine direkte Hommage an William Friedkins berühmten Crime-Klassiker von 1971: "French Connection", eines der Gebäude  Ein Gebäude auf Shakari, welcher derb an "Blade Runner" erinnert, trägt den Namen "Weathers Apollo", eine direkte Widmung an den 2024 verstorbenen Schauspieler, der in der Serie den Greef Karga spielte. Die Arena-Kämpfe scheinen direkt aus "Gladiator" zu stammen und dass die Arena "rein zufällig" wie das Schachspiel aus "Star Wars: Epsiode IV: Eine neue Hoffnung" aussieht und dann auch noch dieselben Kreaturen auftauchen ist auch kein Zufall. Auch Jonny Coynes Darstellung des Janu ist stark von Telly Savalas selbstgefälliger, charismatischer Interpretation von Bonds größtem Widersacher Ernst Stavro Blofeld beeinflusst, und die verschneite Kulisse scheint auch die Schauplätze für den epischen Auftakt von "The Mandalorian and Grogu" inspiriert zu haben, in dem Din Djarin - genau wie James Bond in "James Bond 007: Im Geheimdienst Ihrer Majestät" - einen Berg hinabfährt, um die Welt zu retten. Nur dass Din das mit einem imperialen AT-RT tut (es ist schließlich immer noch "Star Wars"). Din Djarins Kopfgeldjäger-Gegner Embo (gesprochen von Co-Autor Dave Filoni, der auch in der Bar ein eindeutiges Cameo hat) ist ein Kyuzo, eine außerirdische Spezies, die nach dem Schwertmeister aus "Die sieben Samurai" benannt wurde, gespielt von Seiji Miyaguchi. Kurosawas Held tritt zwar würdevoller auf als der skrupellose Söldner aus "The Mandalorian And Grogu", ist aber genauso tödlich. Und vergessen wir mal nicht die Aufnahmen von X-Wings und Kampfpiloten vor dem sonnendurchfluteten Horizont. Die Bilder sind beeindruckend, was vor allem daran liegt, dass sie aus Tony Scotts Blockbuster "Top Gun" von 1986 stammen. 

Und dies sind Punkte, die einem Filmfan das Herz höher schlagen lassen. Klar, "The Mandalorian And Grogu" fühlt sich immer noch sehr wie zwei verlängerte Episoden der Serie an, die an einem Punkt zusammengenäht wurden. Die erste Hälfte ist intermittierend unterhaltsam, aber auch irgendwie mühsam. Trotz gestochen scharfer Aufnahmen wirkt das Bild zu dunkel und zu schlammig. Action-Sequenzen sind fast verdeckt, einzelne Beats schwer zu entziffern. Der Film ist zudem sehr laut - ich habe noch nie so extravagante Blaster-Geschosse gehört. Es toppt nicht die seismische Bombe, die Jango Fett in "Star Wars Episode II: Angriff der Klonkrieger" zündet, doch es rummst ordentlich. Und apropos rummst: Der Score von Ludwig Göransson ist der eigentliche Star des Films. Elektronische Klänge, vermischt mit klassischen Tönen - das passt wunderbar und bleibt im Ohr. Das Ergebnis ist damit kaum langweilig, aber nicht so begeisternd, wie Favreau, Filoni und Noah Kloor vielleicht beabsichtigt hatten. Man kann nur noch einmal betonen: Es wirkt alles oft weniger als ein Film, als eine verlängerte Folge der Serie. Doch alldem zum Trotz fühlt sich "The Mandalorian And Grogu" auch sehr richtig an. Er ist ein charmantes "Star Wars"-Kino-Comeback nach fast sieben Jahren. Er bietet explosive Action, eine Prise Humor, Emotionen und Abenteuer - und er ist wirklich spaßig trotz kleinerer Mängel, Logiklöcher (die sogar Kindern auffallen) und Ungereimtheiten. Doch er spielt wie eine mittelbeste Doppelfolge der Serie, und ich bin nicht sicher, ob er der begeisternde Hit ist, den Disney braucht, um das Kinoerlebnis für das "Star Wars"-Franchise wiederzubeleben. Viele werden den Kinobesuch vermeiden und auf den Stream warten. Bei Kindern, für die dieser Film eindeutig gemacht ist, wird er wahrscheinlich sehr gut ankommen - und für eine Generation, die noch nicht die Freude von "Star Wars" auf der großen Leinwand erlebt hat, ist er wahrscheinlich gut genug - ein unterhaltsamer, actionreicher Weltraum-Western, der nicht den Sprung zum echten Kinofilm schafft. Er ist gut genug für eine neue Generation - aber vielleicht nicht der alles-begeisternde Hit, den Disney oder das "Star Wars"-Franchise braucht.

7/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: Disney/Lucasfilm

Spider-Noir (Authentic Black & White Version) (2026)

https://www.imdb.com/title/tt30460310/

Im düsteren New York der 1930er-Jahre lebt Ben Reilly (Nicolas Cage), ein abgekämpfter Privatdetektiv, dessen Leben von Rückschlägen geprägt ist. Einst war er der einzige Superheld der Stadt, doch mittlerweile ist er von Schuldgefühlen geplagt. Also versucht er, ein unauffälliges Leben zu führen, bis ihn ein neuer Fall zwingt, sich erneut mit seiner Identität und somit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen.

https://www.imdb.com/title/tt31632368/
1. Flammendes Geheimnis (Step Into My Office)
Im Jahr 1933 war der Privatdetektiv Ben Reilly einst als der Vigilant "The Spider" aktiv, zog sich jedoch zurück, nachdem seine Verlobte, Ruby Williams, ums Leben gekommen war. Fünf Jahre später werden Ben und ein weiterer Privatdetektiv, Donegal, damit beauftragt, den Kriminellen Jimmy Addison aufzuspüren. Donegal tötet Addison, nachdem er entdeckt hat, dass dieser über pyrokinetische Fähigkeiten verfügt. Später wird Ben engagiert, um die Nachtclubsängerin Cat Hardy - die deutlich jüngere Ehefrau eines Mannes namens Carmedy - wegen Untreue zu observieren. Im "Redcliff" hindert Ben Cats vermeintlichen Liebhaber daran, sie tätlich anzugreifen. Anschließend erfahren er und Donegal, dass der Mann, der sie mit der Suche nach Addison beauftragt hatte, Winston ist - die rechte Hand des Verbrecherbosses Silvermane. Ben und seine Sekretärin Janet finden zudem heraus, dass Cats Begleiter niemand Geringeres als Bürgermeister Alfred Morris ist; woraufhin sie den Fall aufgeben. Nachdem Ben erfahren hat, dass die Polizei Addisons Leiche geborgen hat, begibt er sich in den Nachtclub "Alcove", um Cat zu erpressen und Donegal vor Silvermane zu warnen. Silvermane foltert und tötet Donegal, während Cat Flint Marko - einen Mann, der seinen Körper in Sand verwandeln kann - auf Ben ansetzt. Ben lässt von der Erpressung ab, und am nächsten Tag beauftragt Cat ihn damit, das Verschwinden von Marko zu untersuchen. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt32365977/
2. Wo ist Flint? (Tread Lightly)
Obwohl er den Verdacht hegt, dass Cat ihm Informationen vorenthält, nimmt Ben den Fall an und durchsucht Markos Wohnung. Dabei entdeckt er, dass Marko und Addison ehemalige Soldaten des Ersten Weltkriegs waren, die einst als Schläger für Silvermane gearbeitet hatten. Cat räumt ein, dass Silvermane der Eigentümer des „Alcove“ ist, und erklärt, sie habe persönliche Gründe für die Suche nach Marko. Später nehmen Silvermanes Männer Ben gefangen, doch es gelingt ihm, zu entkommen. Bens befreundeter Journalist Robbie Robertson interviewt Addisons Witwe und erfährt dabei, dass diese das Geld, das Addison für das Niederbrennen von Silvermanes Villa erhalten hatte, für einen luxuriösen Lebensstil ausgibt. Unterdessen verschlechtert sich Markos Zustand, was ihn dazu zwingt, bei seinem Freund Lonnie Lincoln - der über übermenschliche Körperkraft verfügt - Unterschlupf zu suchen. Nachdem Silvermanes Männer Janet bedroht haben, schlüpft Ben erneut in die Rolle von „The Spider“. Während eines Alkoholtransports besiegt „The Spider“ Silvermanes Handlanger und schüchtert Silvermane so weit ein, dass dieser Ben und Janet fortan in Ruhe lässt. Später erzählt Robbie Ben, dass er durch die Konfrontation mit Silvermane - wenn auch unbeabsichtigt - dessen Leben gerettet habe; die Polizei hatte nämlich einen Hinterhalt an den Docks geplant. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt33452921/
3. Die Suche nach dem Verräter (Double Cross)
Ben wird von Silvermane angeheuert, um herauszufinden, wer Informationen über seinen Spirituosentransport durchgestochen hat. Im Krankenhaus erfährt er, dass verletzte Beamte von Morris einen Tipp erhalten hatten. Robbie begibt sich in ein Armenviertel, um Lincoln zu befragen; dort wird er jedoch Zeuge einer von Morris angeordneten Razzia, die Marko und Lincoln dazu zwingt, ihre Kräfte gegen die Polizisten einzusetzen. Janet entdeckt, dass Addison, Lincoln und Marko ehemalige Kriegsgefangene waren. Ben findet zudem heraus, dass Carmedy gelogen hat, als er sich als Cats Ehemann ausgab - dies diente lediglich dazu, Beweise gegen Morris zu sammeln -, und dass Cat das Treffen arrangiert hatte. Er zieht den Schluss, dass Cat die Informationen über den Transport durchgestochen und Addison angeheuert hat, um Silvermanes Villa niederzubrennen. Ben bricht in Silvermanes Tresorraum ein, um Vera dafür zu bezahlen, die Stadt zu verlassen, bevor sie Cat entlarven kann. Als sich Markos Zustand verschlechtert, spielt er kurz mit dem Gedanken, gemeinsam mit Cat zu fliehen. Später stellt Ben Cat in der Penn Station zur Rede, als diese gerade zu fliehen versucht; doch Winston nimmt beide gefangen. Nachdem er markierte Zahlungen von Silvermane zurückverfolgt hat, spielt Ben Winston eine Falle, indem er dessen Geld verwendet, um Vera auszuzahlen. Silvermane tötet daraufhin Winston sowie dessen Komplizen Gio. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt33452926/
4. Die Rückkehr der Spinne (A Mistake I'll Never Make Again)
Cat offenbart Ben, dass sie Addison angeheuert hatte, um Silvermane zu töten, damit sie sich mit Marko niederlassen konnte - nachdem Silvermane ihren ersten Verlobten ermordet hatte. Marko belauscht ihr Gespräch. Da er sich verraten fühlt, beschließt er, wieder für Silvermane zu arbeiten. Robbie und Janet führen im Büro ein Interview mit Lincoln. Silvermane setzt Marko ein, um Morris einzuschüchtern und dazu zu bringen, seine Kampagne zur Beendigung der Prohibition einzustellen. Ben und Cat verbringen die Nacht in seiner Wohnung; dort erzählt er ihr, wie Ruby ums Leben kam - getötet von einem Verbrecher, den er einst gefasst hatte und der nun auf Rache aus war. Beide brechen auf, als sie hören, dass ein Metahuman das Diamond District angreift, wobei sie vermuten, dass es sich um Marko handelt. Bei dem Metahuman handelt es sich um einen Mann namens Dirk Leyden - einen Kriminellen mit der Fähigkeit, Elektrizität aufzunehmen und wieder abzugeben. Der Spider besiegt ihn, indem er den Strom in dem Gebiet abschaltet, um zu verhindern, dass Leyden weitere Elektrizität speichern kann; Morris nutzt diesen Sieg, um seiner eigenen Kampagne neuen Auftrieb zu verleihen. Cat kehrt in Bens Wohnung zurück und schlussfolgert, dass er der Spider ist, woraufhin sie ihn küsst. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt33498865/
5. Armee der Superhelden (Betrayal)
Ben erzählt Cat, dass er seine Kräfte bereits fünfzehn Jahre zuvor - in den letzten Tagen des Ersten Weltkriegs - erlangte: Nachdem er deutsche Experimente an Kriegsgefangenen entdeckt hatte, die er gerade befreite, wurde er von einem mutierten Soldaten gebissen, der halb Mensch und halb Spinne war. Robbie erhält seinen Job beim Daily Bugle zurück, indem er die Geschichte über den Kampf zwischen dem Spider und Leyden nutzt. Er und Janet stellen fest, dass jeder der Metahumans Dr. Faber aufgesucht hatte, bevor er seine Kräfte entwickelte. Während Robbie Faber und ihren Sekretär Ogden befragt, stiehlt Ben medizinische Akten, die belegen: Faber hatte versucht, die Metahumans zu heilen, verschlimmerte jedoch stattdessen ihren Zustand - was bedeutet, dass sie sterben werden, sollten sie weiterhin ihre Kräfte einsetzen. Marko, nun Silvermanes rechte Hand, rekrutiert Lincoln und befreit Leyden, damit dieser sich ihnen anschließt. Silvermane warnt Ben davor, den Spider aus seinem Konflikt mit Morris herauszuhalten. Ben bittet Cat, gemeinsam mit ihm die Stadt zu verlassen; sie willigt ein, doch später stellt Marko sie zur Rede, weil sie Addison ohne seine Zustimmung angeheuert hatte. Lincoln erzählt Cat, dass Faber glaubt, die Begegnung mit dem Spider könne ihr bei der Suche nach einem Heilmittel helfen - woraufhin Cat Faber Bens Geheimnis offenbart. - 9/10

https://www.imdb.com/de/title/tt33498870/
6. Albträume einer Spinne (Nightmare On A Gurney)
Ogden sucht Bens Wohnung auf und offenbart, dass auch er im Krieg gedient hat, seine Mutation ihn jedoch rapide altern ließ. Als Ben sich weigert zu kooperieren, setzt Ogden ihn unter Drogen, um ihn gewaltsam in Fabers Labor zu bringen. Faber enthüllt, dass Ogden ihr Sohn ist und sie fest entschlossen ist, ein Heilmittel für Metahumans zu finden, um ihm zu helfen - woraufhin sie beginnt, Bens Organe zu untersuchen. Während der Operation durchlebt Ben Albträume über die Prozeduren, denen er nach dem Krieg ausgesetzt war. Es gelingt Faber, ein Heilmittel zu entwickeln und Ogden in sein wahres Alter zurückzuversetzen. Sie plant, Ben zu töten, um ihre Spuren zu verwischen; doch Ogden lässt ihn entkommen, um sich für dessen Dienste zu revanchieren. Silvermane und seine Männer stürmen die Einrichtung, um weitere Metahumans für ihre Reihen zu rekrutieren. Nachdem er Fabers gescheiterte und verstorbene Versuchsobjekte erblickt und von Ogden beschossen wurde, tötet Leyden sowohl Faber als auch ihren Sohn. Während Silvermanes Männer das Labor in die Luft jagen, verlässt Ben den Ort - das Heilmittel in seinem Besitz. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt33498878/
7. Niemands Held (Nobody's Hero)
Silvermane lässt Leyden und Marko Morris’ Wahlkampfbüro angreifen und dessen Geld stehlen. Ben ertränkt seinen Kummer über Cats Verrat in einer Bar im Alkohol und verprügelt dort eine Gruppe von Pöblern. Nach etwas Zuspruch von Robbie, den anderen Metahumans zu helfen, beschließt Ben, das Gegenmittel zu verwenden, um zunächst sie alle zu heilen, bevor er es an sich selbst anwendet. Während der Spider im Kampf gegen Lincoln Schwierigkeiten hat, seine Kräfte einzusetzen, gelingt es Robbie, Lincoln das Heilmittel zu injizieren; anschließend helfen die beiden ihm, der Polizei zu entkommen. Während Ben sich von dem Kampf erholt, dankt Lincoln den beiden für ihre Hilfe, ermutigt Robbie, einen anderen Weg der Berichterstattung abseits des Daily Bugle zu finden, und verlässt gemeinsam mit seiner Mutter die Stadt. Sowohl Silvermane als auch Morris erfahren, was geschehen ist, und befehlen ihren Männern, Ben zu benutzen, um Kontakt zum Spider aufzunehmen. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt33498883/
8. Der Mann in der Maske (The Man In The Mask)
Cat weist Janet an, Ben um das Gegenmittel zu bitten, um Marko und Leyden zu heilen; doch diese folgen Janet zu Robbies Wohnung und nehmen Ben gefangen. Silvermane zwingt Ben, Kontakt zum Spider aufzunehmen - wobei Robbie in dessen Rolle schlüpft -, und befiehlt, das Gegenmittel zum "Alcove" zu bringen. Nachdem Leyden Ben als alten Kriegskameraden wiedererkannt hat, begreift Silvermane, dass Ben der Spider ist, und droht Cat, um ihn zu einem Geständnis zu zwingen. Um Ben zu schützen, offenbart Cat, dass sie Silvermane verraten hat. Bevor Silvermane sie töten kann, trifft Robbie ein - verkleidet als der Spider. Leyden injiziert Robbie das Heilmittel und setzt ihn mittels Elektroschock außer Gefecht; anschließend versucht er, Marko dazu zu überreden, ihm beim Sturz Silvermanes zu helfen. Ben erlangt seine Kräfte zurück und kämpft gegen Leyden und Marko, während Cat Silvermane aufspürt und tötet. Marko wendet sich gegen Leyden, nachdem dieser Cat angegriffen hat. Der Spider tötet Leyden, indem er ihn vor einen herannahenden Zug schleudert. Er überlässt Marko die letzte Dosis des Gegenmittels und opfert damit seine einzige Chance, wieder ein Mensch zu werden, damit Cat und Marko zusammen sein können. Später verlässt Robbie den Daily Bugle, um die Leitung des "Harlem Herald" zu übernehmen; Morris gewinnt die Wiederwahl, und Ben und Janet renovieren ihr Büro, das nun den Namen "Reilly and Ruiz Investigations" trägt. - 9,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Sony/MGM/amazon Video

Freitag, 29. Mai 2026

Passenger (2026)

https://www.imdb.com/title/tt33763941/

Tyler (Jacob Scipio) und Maddie (Lou Llobell) sind verlobt und genießen einen gemeinsamen Roadtrip im Wohnmobil. Doch nach ein paar Wochen ist es von einem Moment auf den anderen um die unbeschwerte Zeit geschehen. Die beiden werden nämlich Zeugen eines entsetzlichen Unfalls, bei dem ein Mensch stirbt. Doch es sind nicht nur die drastischen Bilder, die sie daraufhin weiter verfolgen, sondern auch eine mysteriöse dämonische Präsenz namens "The Passenger" (Joseph Lopez), die sie nun auf Schritt und Tritt überall hin verfolgt. Versucht, das Wesen abzuschütteln, scheitern und schließlich geht es für Tyler und Maddie selbst um mehr als nur einen versauten Urlaub...

Regisseur Andre Øvredal hat sich in seinen bisherigen Genrefilmen als Regisseur erwiesen, der das Unheimliche dem Zuschauer nicht einfach vor den Latz knallt, sondern mit Geduld anlegt. Man spürt  auch bei seinem neuesten Beitrag das Versprechen eines Films, der wie "The Autopsy Of Jane Doe" oder "Die letzte Fahrt der Demeter" aus einer begrenzten Situation eine wachsende Beklemmung formt. Mit seinem neuen Film "Passenger" folgt er diesem Prinzip noch direkter und bringt die Art von Horror, die zuerst mit einer simplen Prämisse lockt und dann beweist, dass Einfachheit die beste Tarnung für etwas viel Unangenehmeres sein kann. Zwei Menschen, ein Auto, eine Nachtstraße, ein Unfall am Rand der Fahrbahn - und plötzlich ist aus einer Reise eine Verfolgung geworden, die nicht nur den Körper, sondern auch das Nervensystem angreift. Ein simpler Road-Trip kippt in einen Albtraum, als das Paar nach einem schrecklichen Unfall begreift, dass es die Unglücksstelle nicht allein verlassen hat und eine dämonische Präsenz namens "Passenger" ihnen folgt, bis sie beide ihren Preis zahlen.

Das Schöne an so einem Stoff ist, dass er auf ein uraltes Horrorgefühl zielt: die Angst, auf einer Fahrt in etwas hineingeraten zu sein, das man nicht mehr abschütteln kann. Der Film nutzt dafür offenbar eine Mischung aus Verfolgungshorror, übernatürlicher Bedrohung und dem psychologischen Druck einer Beziehung, die in einer Extremsituation getestet wird. Gerade im Auto oder Van entsteht eine besondere Enge: Man sitzt nebeneinander, aber oft nicht mehr auf derselben Seite der Wahrheit. Das ist die Art von Konstellation, aus der gute Horrorfilme nicht nur Schocks, sondern auch Charaktere gewinnen. Und das ist die entscheidende Frage: Ist der Film mehr als sein Mechanismus? "Passenger" setzt zielstrebig auf Spannung, Sounddesign und unmittelbare Bedrohung, also auf jene Mittel, mit denen Øvredal seine stärksten Momente oft gebaut hat. Mit etwas stärkerem Gewaltgehalt und Gore begnügt er sich hier allerdings nicht länger mit Andeutungen, sondern nimmt auch die körperliche Dimension seiner Geschichte ernst. Gerade hier ist dies von Vorteil, weil die Gewalt nicht dekorativ, sondern als Konsequenz erscheint. 

Was den Film reizvoll macht, ist auch das Verhältnis zwischen Bekanntem und Eigenem. Das Grundmuster erinnert an klassische Verfolgungsgeschichten und an Horrorfilme, in denen eine unsichtbare oder halb sichtbare Macht nicht loslässt. Aber die Kombination aus Road-Movie-Setting, Dämonenmotiv und einem Unfall als Auslöser gibt dem Ganzen eine moderne, beinahe urban-legendarische Härte. Man erwartet ja auch keinen eleganten Grusel, sondern einen Film, der die Fahrt als Verhängnis begreift: Jeder Kilometer entfernt die Figuren nicht vom Problem, sondern bringt sie ihm näher. Leider, und das muss man am Ende durchaus zugeben, ist der Trailer besser als der ganze Film.

6,5/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: Paramount/18hz Productions

Donnerstag, 28. Mai 2026

LOL: Last One Laughing, Season 07 (2026)


Deutsche Adaption des internationalen Erfolgsformats "LOL: Last One Laughing": Für zehn Comedians gilt es, keine Miene zu verziehen und gleichzeitig zu versuchen, die Gegner zum Lachen zu bringen. In dem mehrstündigen Wettbewerb gibt es keine Regeln und die Comedians dürfen alles – außer lachen. Neben Stand-up, Charakterkomik und Improvisation ist auch voller Körpereinsatz gefragt. Unter den wachsamen Augen von Michael "Bully" Herbig nehmen die zehn Comedians die Herausforderung an, unter keinen Umständen zu lachen. Er überwacht im Control Room auch die kleinste Gesichtsentgleisung. Wer am Ende als Letzter lacht, gewinnt ein Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro, das für einen guten Zweck gespendet wird. 

1. Payback Time
Die erste Folge ballert los - und das ganz ohne Vorglühen. Bei der urkomischen Version einer berühmten Dating-Show liegen gleich mehrere Kandidaten lachend am Boden. Aber warum buzzert unser Gastgeber nicht? Hat er im nun folgenden Chaos komplett den Überblick verloren? Scheidet der komplette Cast schon in der ersten Folge aus? Beruhigt euch, Freunde - denn die klare Antwort lautet: Jein. - 9/10

2. Kalt erwischt
Teddy eröffnet Folge Zwei als silberner Duschvorhang und hat einen ziemlich krassen Gag im Gepäck. Na ja, Schwamm drüber-es ist halt Humor, der sich gewaschen hat! Barbara setzt eher auf Tempo und jagt mit einer selbstgebastelten Achterbahn ins Tal, bis die Haare zu Berge stehen. Olaf unternimmt einen musikalischen Ausflug in den Harz. Das „hurzt" ganz schön, aber der Typ ist eben gut gestimmt! - 8,5/10

3. Bauch, Beine, Po
Der erste Joker kommt ins Spiel und löst bei Olaf Panik aus: Der Typ hat ihm schon früher mal bei LOL das zweite Licht ausgeknipst. Auf der Bühne geht hingegen der Spot an. Dieses Fitness-Programm aus den Schweizer "Bergen" ist echt der Gipfel. Caro kommentiert diese Darbietung mit furztrockenem Humor. Torsten beweist, dass es im wahrsten Sinne eine große Kunst ist, andere zum Lachen zu bringen. - 7,5/10

4. Das gabs noch nie!
Zweite Halbzeit bei LOL. Erst ein Schäfchen ist dem ständigen Blöksinn zum Opfer gefallen und musste die Herde verlassen! Gefahr droht aus dem Kühlregal... Aus dem Kontrollraum dröhnt eine letzte verzweifelte Warnung: "Leute, ich bin grad nah am Buzzer gebaut!" Zu spät: Ein weiterer Kollege stolpert leise kichernd über seinen eigenen Gag. - 8/10

5. Kleine Ursache, große Wirkung
Überraschend viele LOL-Stars halten sich mit Hartnäckigkeit im Spiel! Droht nun der Ketchup-Flaschen-Effekt? Und wer sieht als nächstes Rot? Eine Meerjungfrau mit Hasenzähnen behauptet, sie könne Spagat und Singen! Ihre vorgetragene Kostprobe hat tatsächlich Hitpotential - in der Hölle. Ein übermütiger Hausbewohner legt sich mit einem Kollegen an und startet eine Horror-Show. Außerirdisch lustig! - 8/10

6. Ab geht die Luzie!
Staffel Sieben steht kurz vor der Entscheidung, aber zum Siegen gehört natürlich Fortuna. Wie bestellt taucht ein Glücksrad auf und animiert zwei Comedians zu einem tierisch lustigen Flirt. Als ein Alien im Loft landet, das offenbar nicht alle Untertassen im Schrank hat, steht der harte Kern kurz vorm letzten Lacher. Ein topgelaunter Joker sorgt für ein aufrüttelndes Finale. - 8,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: amazon Video
Poster/Artwork: amazon Video

Dienstag, 26. Mai 2026

We Bury The Dead (2024)

https://www.imdb.com/title/tt29713093/

Vor der Küste Tasmaniens löst das US-Militär versehentlich eine experimentelle Waffe aus, die sämtliche Lebewesen auf der Insel tötet. Unter den Opfern befindet sich Mitch (Matt Whelan), der Ehemann von Ava (Daisy Ridley). Nach Bekanntwerden der Katastrophe meldet sich Ava für die Aufräumarbeiten in der betroffenen Region, um mit dem Verlust abschließen zu können. Sie wird einer Einheit zugeteilt, die Häuser und Gebäude durchsucht, Leichen birgt und diese für Bestattungen auf Gehwegen ablegt. Bald zeigt sich jedoch, dass nicht alle Opfer tot bleiben - einige kehren ins Leben zurück. In solchen Fällen sollen die Teams per Leuchtrakete das Militär alarmieren. Für Ava ist der Einsatz jedoch vor allem ein Vorwand, um zu Mitch zu gelangen, der sich in einer durch Brände abgesperrten Zone 200 Meilen südlich befindet. Gemeinsam mit ihrem Partner Clay (Brenton Thwaites) stiehlt sie ein Motorrad und begibt sich auf die gefährliche Reise. Unterwegs treffen sie auf den Soldaten Riley (Mark Coles Smith), der selbst einen Verlust erlitten hat, und geraten immer wieder in Konfrontationen mit den zunehmend aggressiven Rückkehrern. Doch Avas Hoffnung, ihren Mann lebend zu finden, treibt sie unaufhaltsam weiter.

"We Bury The Dead" ist, wie der Name vielleicht schon vermuten lässt, ein düsterer, ernst gemeinter Zombie-Film, der seine beste Idee nicht im Blutrausch, sondern in der Trauer findet. Regisseur Zak Hilditch verlegt das Genre nach Tasmanien und erzählt von einer Frau, die in ein verseuchtes Gebiet reist, um ihren vermissten Mann zu finden; damit wird aus dem üblichen Untoten-Szenario eher eine Geschichte über Verlust, Verdrängung und den verzweifelten Wunsch nach Abschluss. Der Film priorisiert Atmosphäre vor Aktion und lässt seine Bedrohung langsam anschwellen, statt sie in üblicher Genre-Manier sofort auszuspielen. Genau darin liegt sein Reiz: Die Zombies sind hier nicht bloß reißende Monster, sondern Teil einer gespenstischen Landschaft aus Katastrophe und Nachhall, was eindeutig die stärkste Seite des Films ist.

Daisy Ridley spielt die Hauptrolle mit einer stillen, geerdeten Präsenz, die der Geschichte Glaubwürdigkeit verleiht. Ihre Leistung und die eindringliche Bildsprache, verleiht dem dem Film ein bedrückendes, fast elegisches Gewicht. Doch so überzeugend Ridley und die Grundstimmung auch ist, so deutlich zeigen sich auch die Grenzen des Films. "We Bury The Dead" füllt seine interessante Prämisse nicht immer mit genügend dramatischer Entwicklung und verliert sich stellenweise in Wiederholung oder Belanglosigkeit. Und das ist frustrierend, weil man stets das Gefühl hat, dass hier ein besserer Film drin steckt. Der Film will sich als ernsthafte, nachdenkliche Variation des Zombiegenres begreifen, bleibt aber nicht durchgehend packend genug, um diese Ambition vollständig zu rechtfertigen. 

Schade, dabei ist "We Bury The Dead" am stärksten nicht als Schocker, sondern als traurige, kontrollierte Studie darüber, wie Menschen unter dem Druck des Unfassbaren weitergehen. Er beginnt mit einigen reizvollen Ansätzen, verliert diese aber bald aufgrund seiner holprigen Erzählweise. Schlussendlich ist  "We Bury The Dead" kein Zombie-Film für Leute, die bloß Nervenkitzel suchen. Er ist eher ein stiller Albtraum über Verlust und das ungenaue Versprechen von Erlösung, getragen von starker Atmosphäre und einer überzeugenden Hauptdarstellerin. Dass der Film seine Ideen nicht immer voll ausschöpft, verhindert den großen Wurf. Aber gerade als düsterer, respektabler Beitrag zu einem abgegriffenen Genre bleibt er bemerkenswert genug, um nicht gleich vergessen zu werden.

6/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: The Penguin Empire/Campfire Studios/Giant Leap Media/Gramercy Park Media

Montag, 25. Mai 2026

The Da Vinci Code - The Da Vinci Code: Sakrileg (2006)

http://www.imdb.com/title/tt0382625/

Mitten in der Nacht wird der renommierte Harvard-Professor Robert Langdon (Tom Hanks) in den Pariser Louvre gerufen: Der Museumsdirektor wurde ermordet. Seine Leiche, die in einer Körperhaltung wie der des Vitruvischen Mannes von Leonardo da Vinci aufgefunden wird, ist der erste grausige Hinweis in einer mysteriösen Kette aus Codes und Symbolen. Unter Einsatz seines Lebens entschlüsselt Langdon mit Hilfe der Polizei-Kryptografin Sophie Neveu (Audrey Toutou) versteckte Botschaften in den Kunstwerken Leonardo da Vincis. Alle verweisen auf eine sagenumwobene Bruderschaft, deren Mitglieder seit 2000 Jahren ein machtvolles Geheimnis bewahren. Die atemlose Schnitzeljagd führt Langdon und Sophie von Paris über London bis nach Schottland; währenddessen versuchen sie verzweifelt, den Code zu knacken, um mit ihm ein Geheimnis zu enthüllen, das die Menschheit in ihren Grundfesten erschüttern wird.

"The Da Vinci Code" ist ein Film, der bereits in seiner Kinofassung wie ein Wagnis wirkt: nämlich dass der weltbekannte Bestseller von Dan Brown allein schon genug Spannung, Gravitas und Wahrheitsgefühl mitbringt, um dann auf der Leinwand zwei Stunden und 28 Minuten zu tragen. Ron Howard inszeniert das Material mit professioneller Ruhe, Tom Hanks spielt angenehm zurückhaltend aber ansprechend und am Ende bleibt vor allem der Eindruck eines Thrillers, der sich ständig wichtig genug nimmt und damit von Beginn an elektrisiert. Der Reiz des Films liegt natürlich in seinem Rätsel: ein Mord im Louvre, ein Mysterium aus Symbolen, Codes und historischen Verwerfungen, das Robert Langdon (Tom Hanks) und Sophie Neveu (Audrey Toutou) quer durch Europa treibt. Dass der Film diese Mechanik nahezu eins zu eins aus Dan Browns Roman übernimmt, ist zugleich seine Stärke und sein Problem; er bewegt sich zügig, aber fast nie elegant, und seine Dialoge tragen oft die Last, die eigentlich Bild und Rhythmus übernehmen müssten. 

Gerade darin liegt die merkwürdige Qualität des Films. Er ist kein schlampiger, sondern ein pflichtbewusster Thriller, ein Werk, das alle Hinweise ordentlich auslegt, alle Stationen korrekt abhakt und dennoch nur selten das Gefühl erzeugt, dass hier eine echte Entdeckung stattfindet. Tom Hanks spielt Robert Langdon nicht als Abenteurer, sondern als Mann, der lieber nachdenkt als losstürzt, lieber verbindet als herumposaunt. Das passt zum Charakter, aber der Film verleiht dieser Zurückhaltung nicht genug Lebendigkeit, sodass Hanks in manchen Szenen beinahe so wirkt, als halte er Abstand zu dem Material, das ihn umgibt. Dafür bringt Audrey Tautou mehr Leichtigkeit und Nervosität in den Film, während Ian McKellen mit seiner gewohnt intellektuellen Autorität fast das Gefühl erzeugt, die Geschichte könne plötzlich in einen anderen Film kippen. Jean Reno und Paul Bettany sorgen für Präsenz, doch das Ensemble bleibt meist an die Funktion im Rätsel gebunden statt an echte dramatische Entwicklung. Ron Howard ist hier vor allem ein sehr sauberer Handwerker. Die Geschichte  ist angenehm diszipliniert und ohne offensichtliches Chaos inszeniert. Wenn man auf hohem Niveau meckern wollen würde, dann könnte man dem Film die fast demonstrative Scheu vor Risiko vorwerfen. Howard filmt Theorien, Enthüllungen und historische Anspielungen mit einer solchen Korrektheit, dass der Film nie den fiebrigen Sog bekommt, den ein echter Verschwörungsthriller braucht.

Dennoch ist der Film auch beim wiederholten Male unterhaltsam und und fesselnd genug, um die Absurditäten des Plots mitzunehmen, auch wenn die zentrale Suche am Ende eher wie eine Schatzsuche als wie eine Offenbarung wirkt. Man kann "The Da Vinci Code" folgen, man kann sich zeitweise von ihm treiben lassen, aber man wird nie ganz vergessen, wie konstruiert das alles ist. Der rückblickend wohl noch eheste Schwachpunkt ist, dass der Film seine eigenen Ideen nicht verwandelt. Er präsentiert Symbole, Kunstgeschichte und Kirchenpolitik als Material für großes Kino, doch die Inszenierung bleibt zu demonstrativ, um daraus mehr als eine respektable Bebilderung zu machen. "The Da Vinci Code" ist letztlich ein großer, ernster, sauber gefertigter Studio-Thriller, der seine Zuschauer nicht beleidigt, aber auch selten wirklich überrascht. Er hat genug Tempo, genug Schauplätze und genug historische Reibung, um spannend zu bleiben, doch er besitzt vollends nicht die Kühnheit, aus seiner eigenen Obsession mit Geheimnissen ein unvergessliches Kinoerlebnis zu formen. Ein Film, der sich ansehen lässt, manchmal sogar angenehm mitreißt, aber am Ende (und mit ein wenig Abstand) eher als gut organisierte Rätselmaschine in Erinnerung bleibt als als packendes Stück Kino.

7,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Columbia Pictures/Imagine Entertainment.