https://letterboxd.com/film/the-last-breath-2024/
1944 in der karibischen See, kurz vor den Jungferninseln: Ein deutsches U-Boot versenkt das US-amerikanische Kriegsschiff U.S.S. Charlotte. In unserer Gegenwart finden Schatzjäger Levi (Julian Sands) und sein junger Mitarbeiter Noah (Jack Parr) das Wrack, nach dem sie jahrelang vergeblich gesucht hatten. Im Heimathafen erzählt der enthusiastische Noah seinen tauchbegeisterten Freund*innen Logan (Arlo Carter) und Riley (Erin Mullen) von dem Fund. Und auch Noahs Exfreundin Sam (Kim Spearman) und ihr Bruder Brett (Alexander Arnold) erfahren davon. Zusammen zahlen sie dem völlig abgebrannten Levi eine stattliche Summe, damit er sie zur Charlotte hinuntertauchen lässt, bevor die Bergungsarbeiten beginnen. Zunächst haben die jungen Leute eine Menge Spaß in dem seit Dekaden von keiner Menschenseele betretenen Kahn. Doch dann müssen sie bemerken, dass sie auf dem Meeresgrund nicht allein sind. Denn riesige, offenbar sehr hungrige Haie beginnen gnadenlos auf sie Jagd zu machen …
Ein verschollenes Kriegsschiff, ein Tauchgang in 30 Metern Tiefe und eine Gruppe, die plötzlich von hungrigen Haien umzingelt ist: "The Last Breath" klingt nach den perfekten Zutaten für einen klaustrophobischen Unterwasserthriller. Regisseur Joachim Hedén schickt eine Gruppe junger Taucher in ein versunkenes Wrack, dessen Erkundung sich schnell zum tödlichen Albtraum entwickelt. Doch obwohl das Szenario reichlich Spannungspotenzial bietet, bleibt der Film hinter seinen Möglichkeiten zurück. Bereits zu Beginn nimmt sich die Geschichte (viel zu viel) Zeit, die Figuren und ihre Beziehungen einzuführen. Die Charakterzeichnung bleibt dabei allerdings oberflächlich und besonders die überheblichen und leichtsinnigen Entscheidungen einzelner Gruppenmitglieder machen es schwer, wirklich mit ihnen mitzufiebern. Statt glaubwürdiger Persönlichkeiten bekommt man vertraute Horrorfilmtypen serviert, deren Verhalten zwar die Handlung vorantreibt, aber diese auch so vorhersehbar macht wie eine Busfahrt. Die Besetzung erfüllt ihre Aufgaben solide, bekommt vom Drehbuch aber wenig Material, um über die üblichen Rollenbilder hinauszuwachsen. Auch die Dialoge bleiben meist funktional und liefern selten echte emotionale Tiefe.
Sobald sich die Taucher im dunklen Inneren des Wracks befinden, entwickelt der Film durchaus einige wirkungsvolle Momente. Enge Gänge, rostiges Metall, eingeschränkte Sicht und schwindelnde Sauerstoffreserven vermitteln die Gefahren des Tauchens. Die Unterwasseraufnahmen erzeugen gelegentlich eine beklemmende Atmosphäre, und die Vorstellung, in einem labyrinthartigen Schiffswrack gefangen zu sein, funktioniert grundsätzlich gut. Doch der Spannungsaufbau ist ungleichmäßig. Die Haie lassen extrem lange auf sich warten, und wenn sie schließlich auftauchen, wird aus der subtilen Bedrohung zunehmend ein konventioneller Creature-Thriller. Dazu kommt, dass die Bewegungen der computergenerierten Haie häufig viel zu künstlich und übertrieben schnell wirken, wodurch die Gefahr eher unfreiwillig absurd als wirklich furchteinflößend erscheint. Auch die Attacken sind nicht immer überzeugend in die räumliche Situation eingebettet. Was als realistischer Überlebenskampf beginnen könnte, entwickelt sich dadurch zu einem wenig glaubwürdigen Spektakel. Die Kameraarbeit nutzt die Dunkelheit zwar geschickt, kann aber nicht jede Szene vor mangelnder Übersicht bewahren. Auch die Musik liefert die erwarteten Spannungsimpulse, ohne dem Film eine eigene Atmosphäre zu verleihen."The Last Breath" ist damit ein Unterwasserthriller, der seine Grundidee durchaus wirkungsvoll nutzt, sie aber nicht konsequent genug weiterentwickelt. Die klaustrophobischen Wrackszenen und Julian Sands' Präsenz sind klare Pluspunkte, doch blasse Figuren, ein wechselhafter Spannungsbogen und wenig überzeugende CGI-Haie verhindern nachhaltigen Nervenkitzel. Für einen kurzweiligen Abend mit unkompliziertem Creature-Horror reicht es gerade noch - ein wirklich packender Tauchgang sieht allerdings anders aus.










