Montag, 28. September 2026

The Stranger (2022)


Auf einer Flugreise lernt Henry (Sean Harris) Mark (Joel Edgerton) kennen, mit dem er eine interessante Freundschaft schließt und der einen Vorschlag für ihn und seinen Ruhestand hat. In dem Glauben, dass sich ein neuer und besserer Weg für ihn aufgetan hat, ahnt Henry nicht, dass sein neuer Freund Mark ein hartgesottener Undercover-Offizier ist, der daran arbeitet, ihn für einen ungelösten Mord zu überführen, der mehrere Jahre zuvor begangen wurde.

Regisseur und Drehbuchautor Thomas M. Wright erzählt "The Stranger" auffallend zurückgenommen. Statt auf spektakuläre Ermittlungsarbeit, überraschende Wendungen oder klassische Thriller-Dramaturgie zu setzen, konzentriert sich der Film auf Blicke, Pausen, Andeutungen und die zunehmend unheimliche Nähe zwischen seinen beiden Hauptfiguren. Die Handlung wird dabei bewusst fragmentarisch vermittelt. Informationen werden nur langsam preisgegeben, wodurch sich beim Publikum ein ähnliches Gefühl von Unsicherheit und Desorientierung einstellt wie bei den Figuren selbst. Mit dieser Erzählweise erzeugt Wright einerseits eine außergewöhnlich dichte Atmosphäre; andererseits verlangt die Inszenierung viel Geduld und verweigert sich konsequent einem klaren Spannungsbogen. Wer einen klassischen Polizeithriller mit nachvollziehbaren Ermittlungsfortschritten erwartet, dürfte "The Stranger" als spröde oder unnötig kompliziert empfinden. Der Film interessiert sich weniger für die Frage, wie ein Fall gelöst wird, als dafür, was die Jagd nach einem mutmaßlichen Täter mit den Menschen macht, die daran beteiligt sind.

Joel Edgerton spielt Mark mit kontrollierter Zurückhaltung. Hinter der scheinbar hilfsbereiten, beinahe väterlichen Art bleibt stets eine professionelle Kälte spürbar. Gerade diese Ambivalenz macht seine Figur interessant: Mark ist Ermittler, Verführer, Schauspieler und psychologischer Manipulator zugleich. Sean Harris ist als Henry noch eindringlicher. Sein Körper wirkt ständig angespannt, seine Sprache abgehackt, sein Gesicht wie eine Maske aus Misstrauen und innerer Verlorenheit. Harris macht aus Henry keine eindimensionale Monsterfigur, sondern einen zutiefst unangenehmen, schwer lesbaren Menschen, dessen bloße Anwesenheit Unbehagen erzeugt. Die beiden Darsteller tragen den Film nahezu vollständig. Ihre gemeinsame Dynamik ist von einer irritierenden Intimität geprägt. Freundschaft, Abhängigkeit und Täuschung gehen ineinander über, ohne dass der Film die Beziehung eindeutig moralisch einordnet. Gerade darin liegt seine verstörende Qualität. "The Stranger" zeigt nicht einfach einen Polizisten, der einen Verdächtigen überführt, sondern eine Situation, in der Vertrauen zu einer Waffe wird und beide Männer zunehmend in einem psychologischen Spiel gefangen sind.

Visuell setzt Wright auf eine kühle, entsättigte Farbpalette, dunkle Innenräume und eine oft beinahe dokumentarische Bildgestaltung. Die australische Landschaft wirkt nicht befreiend, sondern leer und unheilvoll. Räume, Flure, Autos und Hotelzimmer vermitteln Enge, Überwachung und emotionale Kälte. Unterstützt wird das durch Oliver Coates’ nervösen, elektronisch geprägten Score und ein Sounddesign, das Alltagsgeräusche unangenehm hervorhebt. Gespräche, Atemzüge und das Rascheln von Kleidung können dadurch bedrohlicher wirken als jede explizite Gewaltdarstellung. Auch die Montage folgt dem Prinzip der Verunsicherung. Zeitliche Sprünge und zurückgehaltene Informationen erschweren zunächst die Orientierung. Das ist nicht bloß ein erzählerischer Selbstzweck, sondern passt zum Thema des Films: Die Wahrheit wird nicht offen präsentiert, sondern muss aus widersprüchlichen Eindrücken zusammengesetzt werden. Dennoch wirkt die Konstruktion stellenweise etwas überbewusst kunstvoll. Manche Szenen scheinen eher auf Irritation als auf organischen Erzählfluss ausgerichtet zu sein. Die knapp zwei Stunden Laufzeit fühlen sich deshalb gelegentlich länger an, als sie müssten.

Inhaltlich besitzt "The Stranger" eine bemerkenswerte moralische Härte. Der Film beschäftigt sich mit einem realen Kriminalfall, ohne daraus sensationslüsternes True-Crime-Kino zu machen. Das Opfer und die Auswirkungen des Verbrechens stehen nicht als emotionaler Mittelpunkt im Vordergrund; stattdessen richtet Wright den Blick auf die Mechanismen von Ermittlungsarbeit, psychologischer Täuschung und institutioneller Kontrolle. Diese Entscheidung ist nachvollziehbar, aber auch ambivalent. Die starke Fokussierung auf Täter und Ermittler kann den menschlichen Kern des Falls bisweilen auf Distanz halten. Trotzdem entwickelt der Film eine nachhaltige Beklemmung. Er zeigt Gewalt nicht primär als spektakuläres Ereignis, sondern als etwas, das in Sprache, Verhalten und sozialen Beziehungen fortwirkt. Die größte Bedrohung entsteht nicht durch Verfolgungsjagden oder blutige Konfrontationen, sondern durch die Frage, wie weit Menschen bereit sind, sich für ein Ziel zu verstellen - und wie viel von ihrer eigenen Identität dabei verloren geht.

"The Stranger" ist ein stilistisch konsequenter und hervorragend gespielter Kriminalthriller, der sich eher wie ein düsterer psychologischer Albtraum als wie ein herkömmlicher Polizeifilm anfühlt. Die herausragenden Leistungen von Joel Edgerton und Sean Harris, die kalte Bildsprache und der verstörende Sound machen den Film sehenswert. Allerdings bremsen die fragmentarische Erzählweise, das sehr langsame Tempo und die bewusst distanzierte Dramaturgie seine Wirkung. Ein anspruchsvoller, atmosphärisch starker Thriller - nicht immer leicht zugänglich, aber deutlich über dem Genredurchschnitt.

7/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Anonymous Content/See-Saw Films/Screen Australia/South Australian Film Corporation/Blue-Tongue Films/RocketScience

The Death Of Robin Hood (2026)

https://www.imdb.com/title/tt32273171/
https://letterboxd.com/film/the-death-of-robin-hood/

Robin Hood (Hugh Jackman) hadert nach einem Leben voll von mörderischen Umtrieben und Verbrechen mit seiner eigenen Vergangenheit. Als er schließlich verletzt wird, zeigt ihm eine mysteriöse Frau (Jodie Comer) unerwartet eine Möglichkeit auf, doch noch Erlösung von den eigenen Taten und der auf sich geladenen Schuld zu finden. Denn sein alter Gefährte Little John (Bill Skarsgård), der sich mittlerweile unter dem falschen Namen Edward eine neue bürgerliche Existenz aufbauen konnte, braucht nun seine Hilfe. Nachdem dieser nämlich von seinen alten Feinden enttarnt wurde, wurden seine Frau und seine Tochter Margaret (Faith Delaney) entführt und werden nun als Geiseln gehalten. Da Robin Hood ohnehin nicht mehr großartig an dem hängt, was von seinem Leben noch übrig ist, unternimmt er schließlich eine tollkühne Befreiungsaktion, um die Familie seines alten Freundes wieder lebendig zusammenzubringen.

Wer bei Robin Hood an grüne Strumpfhosen, fröhliche Gefährten und das Stehlen von den Reichen für die Armen denkt, erlebt mit "The Death Of Robin Hood" eine ziemlich radikale Ernüchterung. Michael Sarnoski nimmt die bekannte Legende auseinander und macht aus dem Volkshelden einen gealterten, brutalen Mann, der auf ein Leben voller Gewalt zurückblickt. Der Film interessiert sich weniger für den Mythos als für die Frage, was von einem Menschen übrig bleibt, wenn die eigene Legende längst größer geworden ist als die Wahrheit. Hugh Jackman spielt den titelgebenden Robin Hood und seine Figur hat mit dem charismatischen Abenteurer früherer Verfilmungen kaum noch etwas gemeinsam. Er ist müde, wortkarg, körperlich gezeichnet und vor allem von seiner eigenen Vergangenheit verfolgt. Jackman spielt diese Version erstaunlich zurückgenommen und verzichtet fast vollständig auf sein sonst so präsentes Charisma. Gerade diese stoische Präsenz macht die Figur interessant. Gleichzeitig ist Robin bewusst so unsympathisch angelegt, dass die emotionale Nähe zum Zuschauer immer wieder auf die Probe gestellt wird. 

Auch Jodie Comer überzeugt als Schwester Brigid. Ihre Figur bildet einen spannenden Gegenpol zu Jackmans gewalttätigem Robin: ruhig, beinahe entrückt und von einer Menschlichkeit geprägt, die der Hauptfigur zunehmend fehlt. Bill Skarsgård als Little John, Noah Jupe und Murray Bartlett ergänzen das Ensemble überzeugend, wobei der Film seine Nebenfiguren teilweise eher als Stationen auf Robins Weg zur Selbstreflexion nutzt, statt sie wirklich auszubauen. Das ist einer der Punkte, an denen das Drehbuch hinter seinen Ambitionen zurückbleibt. Sarnoskis größte Stärke ist die Atmosphäre. Die Aufnahmen in den rauen Landschaften Nordirlands verleihen dem Film eine erdige, fast zeitlose Qualität. Nebel, Felsen, Wälder und kaltes Tageslicht machen aus dem mittelalterlichen England keinen romantischen Märchenort, sondern eine unwirtliche Welt. Besonders interessant ist die visuelle Zweiteilung: Der brutale Auftakt wirkt breit und monumental, während sich der Film später stärker auf seine Figuren und die abgeschiedene Umgebung konzentriert. Kameramann Pat Scola findet dafür eindrucksvolle Bilder, ohne die Landschaft lediglich zur Dekoration zu machen. Und brutal ist das Ganze tatsächlich. Sarnoski zeigt Robin nicht als edlen Gesetzlosen, sondern als Mann, der Gewalt über Jahrzehnte perfektioniert hat. Einige Szenen sind ausgesprochen drastisch und dürften Zuschauer überraschen, die mit einer klassischen Robin-Hood-Verfilmung rechnen. Gleichzeitig ist die Gewalt nicht bloß Selbstzweck: Sie soll die romantische Vorstellung vom heroischen Outlaw regelrecht zertrümmern. Gerade der Kontrast zwischen den extrem blutigen Momenten und den anschließend langen, stillen Passagen gehört zu den interessantesten Entscheidungen des Films. 

Musikalisch geht der Film einen ähnlichen Weg. Jim Ghedis Score greift traditionelle, folkartige Klänge auf, lässt sie aber immer wieder in düstere und dissonante Passagen kippen. Dadurch entsteht eine melancholische, fast unheimliche Atmosphäre, die wesentlich dazu beiträgt, dass sich diese Robin-Hood-Geschichte eher wie eine mittelalterliche Tragödie als wie ein Abenteuerfilm anfühlt. Allerdings verlangt Sarnoski seinem Publikum einiges an Geduld ab. Nach dem harten und überraschend intensiven Beginn wird "The Death Of Robin Hood" zu einem ausgesprochen ruhigen Charakterdrama. Lange Gespräche, Blicke und Momente des Schweigens ersetzen zunehmend Action und Abenteuer. Das passt grundsätzlich zur Geschichte, zieht sich aber stellenweise deutlich. Diese Schwerfälligkeit und die Tatsache, dass die angestrebte philosophische Tiefe nicht immer die emotionale Wirkung erreicht, die der Film sucht, ist einer der größten Negativpunkte des Streifens. Das größte Problem ist deshalb nicht die ungewöhnliche Interpretation, sondern ihre Konsequenz. Sarnoski hat eine klare Vorstellung davon, was er mit der Figur machen möchte: Er will den Mythos entzaubern und einen Mann zeigen, der sich mit den Konsequenzen seines Lebens auseinandersetzen muss. Das ist spannend und teilweise erstaunlich konsequent umgesetzt. Gleichzeitig bleibt die Geschichte in ihren philosophischen Fragen gelegentlich etwas an der Oberfläche und wirkt in ihrer Schwermut fast zu kontrolliert. Wo "The Death Of Robin Hood" eigentlich berühren könnte, bleibt er manchmal lieber auf Distanz. 

Trotzdem ist gerade diese kompromisslose Neuinterpretation erfrischend. Sarnoski versucht nicht, noch eine weitere Variante der bekannten Robin-Hood-Geschichte zu erzählen, sondern fragt, was passiert, wenn man sämtliche romantischen Vorstellungen entfernt. Das Ergebnis ist kein klassischer Abenteuerfilm und schon gar kein fröhlicher Robin Hood, sondern ein düsteres, entschleunigtes Drama über Gewalt, Schuld, Erinnerung und die Möglichkeit, mit der eigenen Vergangenheit Frieden zu schließen. "The Death Of Robin Hood" ist damit defintiv nicht für jeden Geschmack. Wer großes Mittelalterkino mit Schlachten, Humor und Heldenpathos erwartet, dürfte sich an der bedächtigen Erzählweise und der konsequenten Düsternis reiben. Wer sich hingegen auf Sarnoskis ungewöhnliche Dekonstruktion einlässt, bekommt einen handwerklich starken und hervorragend gespielten Film, der die bekannte Figur tatsächlich einmal aus einem völlig anderen Blickwinkel betrachtet. Nicht immer so tiefgründig, wie er gerne wäre - aber interessant genug, um deutlich länger im Kopf zu bleiben als die nächste gewöhnliche Robin-Hood-Neuauflage.

7/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Lyrical Media/Ryder Picture Company

Sonntag, 27. September 2026

Anacondas: Trail Of Blood (2009)

https://www.imdb.com/title/tt1150934/
https://letterboxd.com/film/anacondas-trail-of-blood/

Der todgeweihte Magnat Murdoch (John Rhys-Davies) beauftragt einen Arzt, einen neuen Bestand Blutorchideen zu ernten und mit ihrem regenerativen Nektar Experimente an einer kleinen Anaconda durchzuführen. Über Nacht wächst die Babyschlange zu einem Monster heran, das groß und hungrig genug ist, um den guten Doktor zu verspeisen, bevor es sich frisch gestärkt auf einen Amoklauf begibt. Die attraktive Herpetologin Amanda (Crystal Allen) ist entschlossen, die gefährlichen Tiere zu töten, an deren Entstehung sie selbst beteiligt war, und führt ein Team junger Wissenschaftler gegen Murdochs eiskalte Bande bewaffneter Schläger an, um die begehrten Orchideen in Sicherheit zu bringen, bevor die gefährliche Schlange beide Parteien erwischt. Das angriffslustige Reptil scheint unbesiegbar, gleitet unbeschadet durch Explosionen und Feuergefechte und regeneriert sich jedes Mal aufs Neue, um unersättlich alles zu verzehren, was sich ihm in den Weg stellt.

"Anaconda 4: Trail Of Blood" setzt die Geschichte von "Anaconda 3: Offspring" wundersamerweise fort: Eine genetisch veränderte Riesenschlange mit regenerativen Fähigkeiten soll für die Gewinnung eines lebensrettenden Serums genutzt werden. Crystal Allen kehrt als Wissenschaftlerin Amanda zurück, während John Rhys-Davies erneut den skrupellosen Milliardär Murdoch spielt. Viel mehr als diese Prämisse hat der Film allerdings nicht zu bieten. Das Drehbuch reiht bekannte B-Movie-Muster aneinander, die Figuren bleiben blass und die Handlung kommt nur schleppend voran. Die Inszenierung versucht zeitweise, daraus einen Slasher mit Schlangen zu machen, doch echte Spannung entsteht selten. Selbst die grundsätzlich brauchbaren Monstersequenzen können die zähe Dramaturgie nicht ausgleichen.

Immerhin ist die Riesenschlange etwas überzeugender animiert als im Vorgänger, und Rhys-Davies verleiht dem ansonsten schwachen Ensemble etwas Präsenz. Auch einige Kills sorgen für den nötigen Trash-Faktor. Eine Nuance besser als der Vorgänger, aber weiterhin billiger, vorhersehbarer Schlangenthriller ohne nennenswerten Biss.

3/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Stage 6 Films/Hollywood Media Bridge/Castel Film/Syfy

Supergirl (2026)

https://www.imdb.com/de/title/tt8814476/
https://letterboxd.com/film/supergirl-2026/

Kara Zor-El alias Supergirl (Milly Alcock) feiert ihren 23. Geburtstag mit einer Sauftour - und zwar zusammen mit ihrem Hund Krypto quer durch die Galaxis. Abstand zur Erde ist ihr eigentlich ganz recht, denn auf diesem Planeten steht sie sowieso nur im Schatten ihres Cousins Superman (David Corenswet). Außerdem stammen die beiden zwar vom selben Planeten, nämlich Krypton, haben jedoch ein gänzlich unterschiedliches Verhältnis zu ihrer einstigen Heimat. Denn Superman ist bereits als Baby auf der Erde gelandet, während seine Cousine mit eigenen Augen ansehen musste, wie ihre kryptonische Heimatstadt Argo unterging. Doch sie und Krypto bleiben nicht lange alleine, denn sie geraten an Ruthye Marye Knoll (Eve Ridley), die den Tod ihres Vaters rächen will. Der wurde von dem Fiesling Krem (Matthias Schoenaerts) getötet. Doch erst als dieser auch Supergirls Hund Kryto vergiftet, schließt sich die Heldin Ruthyes Mission an...

Mit "Supergirl" versucht das neue DC-Universum, seiner zweiten großen Heldin nach Superman einen deutlich anderen Charakter zu geben. Kara Zor-El (Milly Alcock) ist keine strahlende Idealistin, sondern eine junge Frau, die den Untergang Kryptons miterlebt hat und mit ihrem Trauma alles andere als gut klarkommt. Zum 23. Geburtstag zieht sie lieber betrunken durch die Galaxis, als sich um die großen Probleme der Welt zu kümmern. Erst die junge Ruthye (Eve Ridley), deren Vater vom brutalen Krem (Matthias Schoenaerts) ermordet wurde, bringt Kara dazu, Verantwortung zu übernehmen. Und das ist auch grundsätzlich eine interessante Ausgangslage, weil der Film Supergirl bewusst als Gegenentwurf zu David Corenswets Superman positioniert. Während Kal-El die Hoffnung verkörpert, ist Kara zunächst von Verlust, Wut und Orientierungslosigkeit geprägt. Milly Alcock trägt diese widersprüchliche Figur erstaunlich souverän. Sie kann gleichzeitig lässig, verletzlich, zynisch und sympathisch sein und verleiht Kara eine raue Persönlichkeit, die sich angenehm von den üblichen makellosen Superhelden unterscheidet. 


Auch Eve Ridley macht als Ruthye einen guten Job. Die Beziehung zwischen dem Mädchen und Kara bildet das emotionale Zentrum des Films. Aus der zunächst widerwilligen Zweckgemeinschaft entwickelt sich langsam eine Verbindung zwischen zwei Menschen, die mit Verlust und Rache sehr unterschiedlich umgehen. Gerade hier besitzt "Supergirl" einige seiner besten Momente. Das Drehbuch von Ana Nogueira versucht, Superheldenkino mit einer klassischen Rachegeschichte und Elementen eines Space-Westerns zu verbinden. Die Vorlage "Supergirl: Woman Of Tomorrow" von Tom King und Bilquis Evely liefert dafür eine passende Grundlage. Leider verschenkt der Film einen Teil dieses Potenzials. Matthias Schoenaerts spielt Krem zwar körperlich bedrohlich, doch die Figur bleibt als Bösewicht erstaunlich eindimensional. Seine Grausamkeit wird vor allem behauptet, statt sie dramaturgisch interessant zu machen. Damit fehlt Supergirl ein Gegenspieler, an dem sich ihre moralische Entwicklung wirklich reiben könnte. Auch Jason Momoa als Lobo ist ein zweischneidiges Vergnügen: Momoa hat sichtlich Spaß an der Figur und sorgt für einige der lautesten Momente, wirkt aber gleichzeitig wie ein Fremdkörper in einer Geschichte, die eigentlich Kara und Ruthye gehören sollte. Als wäre er da, um da zu sein, nicht um der Geschichte weiter zu helfen.

Visuell ist das Ergebnis dagegen durchaus beeindruckend. Regisseur Craig Gillespie und Kameramann Rob Hardy erschaffen eine dreckige, ungewöhnlich physische Science-Fiction-Welt mit heruntergekommenen Raumstationen, fremdartigen Planeten und einem bewusst rauen Look. Statt glänzender Superheldenästhetik gibt es Bars, Gefängnisse, Raumschiffe und außerirdische Grenzregionen, die eher an einen Space-Western erinnern. Auch das Produktionsdesign von Neil Lamont gehört zu den stärkeren Elementen des Films. Gillespie wollte bewusst eine gewisse Unordnung und Textur in die riesige Blockbuster-Produktion bringen - und das sieht man. Weniger überzeugend ist die Action. Zwar gibt es einige ordentliche Kämpfe und spektakuläre Flugsequenzen, doch gerade in den größeren Szenen verliert die Inszenierung häufig an Übersichtlichkeit. Schnelle Schnitte, CGI und eine teilweise hektische Kamera sorgen dafür, dass die eigentliche Wucht der Auseinandersetzungen nicht immer ankommt. Was bei Kara als Ausdruck ihrer Wut funktionieren soll, wirkt gelegentlich schlicht unruhig. Auch hier fällt "Supergirl" hinter die besten modernen Superheldenfilme zurück. 

Interessanter ist die musikalische Seite. Claudia Sarne kombiniert elektronische und orchestrale Elemente und gibt Kara ein eigenes musikalisches Thema, das ihre Entwicklung von der verbitterten Außenseiterin zur verantwortungsbewussteren Heldin begleitet. Dazu kommen zahlreiche Pop-Songs, die den rebellischen Charakter der Figur unterstreichen. Der Soundtrack passt damit grundsätzlich gut zum ungewöhnlichen Ton des Films, auch wenn die ständige Mischung aus Songs, Humor, Action und Drama manchmal etwas beliebig wirkt. Überhaupt ist der Ton das größte Problem. "Supergirl" möchte gleichzeitig düsteres Charakterdrama, intergalaktisches Abenteuer, Buddy-Movie, Rachewestern und lockere DC-Komödie sein. Einzelne Elemente funktionieren durchaus, zusammen wirkt das Ganze aber nicht immer harmonisch. Manche Szenen nehmen Karas Trauma ernst, kurz darauf folgt ein Gag oder ein überdrehter Lobo-Auftritt. Die Mischung erinnert stellenweise an die lockere kosmische Tonalität von James Gunns früheren Arbeiten, ohne deren Rhythmus und Präzision zu erreichen. 


Positiv ist immerhin, dass "Supergirl" nicht voraussetzt, dass man das gesamte neue DC-Universum kennt. Superman taucht zwar auf, wird aber nicht zum heimlichen Hauptdarsteller. Stattdessen nutzt der Film den Kontrast zwischen den beiden Cousins, um zu zeigen, wie unterschiedlich dieselbe Herkunft einen Menschen prägen kann. Das funktioniert wesentlich besser als die vielen kleinen Verbindungen und Cameos, die ansonsten leicht nach Franchise-Pflichtprogramm aussehen könnten. Unterm Strich bleibt "Supergirl" ein Film mit einer guten Hauptdarstellerin und einer interessanten Heldin, der seine eigene Qualität aber nicht konstant erreicht. Milly Alcock besitzt eindeutig das Charisma, um diese Version von Kara Zor-El über mehrere Filme zu tragen. Die Welt, in die man sie stellt, ist visuell spannend und groß genug für weitere Geschichten. Nur hätte das Drehbuch dieser starken Figur einen ebenso starken Konflikt und einen überzeugenderen Bösewicht gönnen müssen. So bleibt ein unterhaltsames, teilweise überraschend melancholisches Weltraumabenteuer, das immer wieder zeigt, was daraus hätte werden können. "Supergirl" ist weder der große Fehlstart, noch der erhoffte Befreiungsschlag für das DC-Universum. Dafür ist zu viel gelungen - und gleichzeitig zu viel verschenkt worden.
6,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: DC Studios/Troll Court Entertainment/The Safran Company/Domain Entertainment

Samstag, 26. September 2026

Extinction (2015)

https://www.imdb.com/de/title/tt3467412/
https://letterboxd.com/film/extinction-2015/

In einer postapokalyptischen Welt, in der während des Dritten Weltkriegs vernichtende Chemiewaffen zum Einsatz kamen: Neun Jahre nachdem eine Infektion den Großteil der Bevölkerung in wilde Bestien verwandelt hat, ist es einer kleinen Gruppe Überlebenden gelungen, in einem winzigen Dörfchen jenseits der Zivilisation dem Schrecken zu entgehen. Das Glück von Patrick (Matthew Fox), Jack  (Jeffrey Donovan) und der neunjährige Lu (Quinn McColgan) scheint nun jedoch ein Ende zu nehmen. Nicht nur droht der tief sitzendende Hass, den Patrick und Jack gegeneinander hegen, ihre Lage zu verschlimmern, auch sehen sich die Drei nun mit den ersten ungebetenen Besuchern konfrontiert. Um die eine Person zu beschützen, die ihnen mehr als alles andere auf der Welt bedeutet, müssen die zwei Männer den Groll ruhen lassen und gemeinsam gegen die Infizierten vorgehen.

Regisseur Miguel Ángel Vivas, bekannt für den kompromisslosen Thriller "Kidnapped", erzählt "Extinction" zunächst weniger als klassischen Zombiefilm denn als ruhiges Endzeitdrama. Die eisige Landschaft, die leeren Häuser und die bedrückende Stille erzeugen eine überzeugende Atmosphäre. Der Film vermittelt das Gefühl einer Welt, in der nicht nur die Gesellschaft, sondern auch jede Hoffnung auf Normalität verschwunden ist - und ja, die ungewöhnliche Winterkulisse hebt ihn aus dem überfüllten Zombiegenre ein wenig heraus. Allerdings verlangt der Film seinem Publikum einiges an Geduld ab. Über weite Strecken konzentriert sich die Handlung auf die angespannte Beziehung zwischen Patrick und Jack. Ihre gemeinsame Vergangenheit, gegenseitige Schuldzuweisungen und die emotionale Bindung zu Lu bilden den eigentlichen Kern der Geschichte. Das ist grundsätzlich interessant, doch die Figurenzeichnung bleibt stellenweise schematisch. Die Konflikte werden häufig über Dialoge und Rückblenden erklärt, statt sich organisch aus dem Verhalten der Figuren zu entwickeln. Dadurch wirkt das Drama gelegentlich melodramatisch und unnötig ausgedehnt.

Matthew Fox liefert als verwahrloster, vereinsamter Patrick eine solide Leistung und verleiht der Figur glaubwürdige Erschöpfung. Jeffrey Donovan macht aus dem zunächst recht verschlossenen Jack mehr, als das Drehbuch vorgibt. Die größte Überraschung ist jedoch Quinn McColgan, die Lu mit einer angenehmen Mischung aus Verletzlichkeit, Eigenwilligkeit und kindlicher Energie spielt. Ihre Figur sorgt dafür, dass der Film trotz seiner düsteren Grundstimmung nicht vollständig in Schwermut versinkt. Als Horrorfilm funktioniert "Extinction" dagegen nur eingeschränkt. Die titelgebende Bedrohung tritt lange Zeit kaum in Erscheinung. Wenn die Kreaturen schließlich auftauchen, handelt es sich nicht mehr um die bekannten, langsam schlurfenden Zombies, sondern um weiterentwickelte, blinde und körperlich deformierte Wesen. Diese Idee ist durchaus reizvoll und verleiht dem Film einzelne spannende Momente. Auch die Begegnungen mit den Kreaturen sind teilweise überraschend körperlich und brutal inszeniert. Dennoch erinnern Aussehen und Verhalten der Monster deutlich an andere Genreproduktionen, insbesondere an die Kreaturen aus "I Am Legend" oder "The Descent".

Die Action ist handwerklich ordentlich, bleibt aber auf wenige Höhepunkte beschränkt. Die Kamera nutzt die verschneite Umgebung wirkungsvoll, während Ausstattung und Farbgestaltung eine kalte, trostlose Welt erschaffen. Die Effekte sind für eine vergleichsweise kleine Produktion akzeptabel, wirken aber nicht immer überzeugend. Vor allem die digitalen Kreaturen verlieren gelegentlich an Bedrohlichkeit, weil ihre Bewegungen künstlich erscheinen. Ein markanter visueller Stil oder eine wirklich eigenständige Bildsprache entwickelt sich daraus nicht. Inhaltlich versucht "Extinction", den Zombiehintergrund als Allegorie auf Schuld, Verlust, Elternschaft und menschliche Isolation zu nutzen. Diese Themen sind durchaus vorhanden, werden aber nicht immer subtil vermittelt. Der Film möchte mehr sein als ein reiner Überlebenshorror, findet jedoch nicht durchgehend die richtige Balance zwischen Charakterdrama und Genrekino. Wer einen temporeichen Zombie-Actionfilm erwartet, dürfte sich angesichts des langsamen Mittelteils und der relativ wenigen Monsterauftritte enttäuscht zeigen. Wer sich auf ein melancholisches Endzeitkammerspiel einlässt, bekommt zumindest eine atmosphärisch interessante Variante des Stoffes. Problematisch ist aber vor allem die Laufzeit von knapp zwei Stunden. Einige Rückblenden und Beziehungskonflikte hätten deutlich gestrafft werden können. Dadurch würde der Film nicht nur spannender, sondern vermutlich auch emotional wirkungsvoller ausfallen. Das Finale liefert schließlich die erwartete Konfrontation und einige gelungene Spannungsspitzen, kann die vorherigen Längen aber nicht vollständig kompensieren.

Ordentlich gespielt und atmosphärisch reizvoll. Ein Endzeitdrama, das seine Zombiehandlung zugunsten eines familiären Konflikts zurücknimmt. Die verschneite Welt, die brauchbaren Darsteller und die Idee weiterentwickelter Infizierter sorgen für einige interessante Ansätze. Gleichzeitig bleibt der Film zu langsam, zu melodramatisch und in seiner Monsterdarstellung zu wenig eigenständig, um nachhaltig Eindruck zu hinterlassen. Ein solider Genrebeitrag mit guten Momenten, aber kein herausragender Zombiefilm.

5,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Vaca Films/La Ferme! Productions/Laokoon Filmgroup/Ombra Films/Telefónica Studios

Freitag, 25. September 2026

Psycho Killer (2026)

https://www.imdb.com/de/title/tt1764551/
https://letterboxd.com/film/psycho-killer-2026/

Die Autobahnpolizistin Jane Archer (Georgina Campbell) muss mit ansehen, wie ihr Mann Mike, der ebenfalls als Highwaypolizist arbeitet, bei der Routinekontrolle eines Autos kaltblütig erschossen wird. Dem Täter gelingt die Flucht, doch nachdem Jane die ersten schlimmen Tage und Mikes Beerdigung irgendwie überstanden hat, setzt sie alles daran, den Killer zu fassen. Der hat inzwischen noch weitere Morde begangen und alles deutet darauf hin, dass es sich um einen Serienkiller handelt, der auf Anweisungen des Teufels persönlich hin zu handeln glaubt. Janes Ermittlungen führen sie von der Westküste quer durch die USA und je näher sie dem wahnsinnigen Satanisten kommt, desto klarer wird ihr, dass dieser offenbar einen bizarren Plan in die Tat umsetzen will, der zahllose Menschenleben kosten könnte...

Mit "Psycho Killer" wollte Drehbuchautor Andrew Kevin Walker, der einst das Skript zu "Sieben" verfasste, offenbar einen klassischen Serienkiller-Thriller mit satanischem Einschlag wiederbeleben. Das Ergebnis wirkt allerdings weniger wie eine finstere Genre-Hommage als wie ein überholtes Relikt, das jahrelang in der Produktionshölle feststeckte - und dessen Schwächen man ihm deutlich ansieht. Im Mittelpunkt steht die Polizistin Jane Archer (Georgina Campbell), die miterleben muss, wie ihr Ehemann von einem maskierten Serienmörder getötet wird. Während der sogenannte "Satanic Slasher" eine blutige Spur durch das Land zieht, nimmt Jane die Verfolgung auf. Parallel dazu gewährt der Film immer wieder Einblicke in die Perspektive des Killers. Diese wechselnde Erzählstruktur ist grundsätzlich ein brauchbarer Ansatz, um Spannung und Täterprofil miteinander zu verbinden. Leider bleibt sie weitgehend ohne Wirkung, da weder die Ermittlerin noch ihr Gegenspieler genügend psychologische Tiefe erhalten.

Georgina Campbell bemüht sich redlich, ihrer Figur Trauer, Wut und Entschlossenheit zu verleihen. Das Drehbuch lässt ihr jedoch kaum Raum für eine glaubwürdige Entwicklung. Jane funktioniert vor allem als dramaturgisches Werkzeug, das die Handlung von einem Mordschauplatz zum nächsten führt. Auch der Killer selbst bleibt trotz auffälliger Maske, tiefer Stimme und satanischer Symbolik erstaunlich eindimensional. Statt einer wirklich bedrohlichen Persönlichkeit bekommt man vor allem eine Ansammlung vertrauter Slasher-Merkmale. Atmosphärisch setzt "Psycho Killer" auf düstere Schauplätze, okkulte Zeichen, brutale Morde und eine bewusst schmutzige Optik. Einzelne Szenen besitzen durchaus eine gewisse Härte, und auch die Gore-Effekte können gelegentlich überzeugen. Wirklich verstörend oder nachhaltig unheimlich wird der Film jedoch selten. Viele Gewalteinlagen wirken mechanisch abgearbeitet, während die Inszenierung kaum ein Gespür für Timing, Suspense oder visuelle Eigenständigkeit entwickelt. Die satanische Mythologie bleibt zudem oberflächlich und wird eher als dekoratives Element denn als sinnvoller Bestandteil der Geschichte eingesetzt.

Auch das Erzähltempo ist problematisch. Der Film kommt zunächst relativ zügig voran, verliert aber zunehmend an Spannung, weil die Ermittlungsarbeit schematisch bleibt und die Figuren kaum greifbarer werden. Besonders im letzten Drittel gerät die Geschichte aus dem Gleichgewicht. Der angekündigte Twist versucht zwar, dem Geschehen eine neue Richtung zu geben, wirkt aber eher willkürlich als clever vorbereitet. Was zuvor noch als konventioneller Serienkillerfilm funktioniert, kippt dadurch in eine zunehmend unausgegorene Mischung aus Slasher, Mystery und satanischem Horror. Die Kameraarbeit erfüllt ihren Zweck, die düstere Ausstattung passt zum Genre und der Soundtrack sorgt punktuell für Atmosphäre. Doch weder Bildsprache noch Musik oder Sounddesign entwickeln eine eigene Handschrift. Selbst Malcolm McDowell, dessen kurzer Auftritt zu den interessanteren Momenten gehört, kann dem Film keine nachhaltige Energie verleihen. Das größte Problem ist letztlich die verschenkte Ausgangsidee. Ein Drehbuch vom Autor von "Sieben", eine traumatisierte Polizistin, ein religiös aufgeladener Serienmörder und eine wechselnde Täterperspektive hätten durchaus die Grundlage für einen bissigen, atmosphärischen Thriller bilden können. Stattdessen bleibt "Psycho Killer" überraschend oberflächlich, vorhersehbar und spannungsarm. Die wenigen gelungenen Momente - einzelne Morde, ein paar düstere Bilder und Campbells engagierte Darstellung - reichen nicht aus, um die zahlreichen dramaturgischen und inszenatorischen Schwächen auszugleichen.

Damit ist "Psycho Killer" weder ein wirklich packender Serienkiller-Thriller noch ein besonders einfallsreicher Slasher. Der Film besitzt Ansätze, aber kaum Konsequenz, Atmosphäre oder Charaktertiefe. Für hartgesottene Genrefans mögen einige blutige Szenen einen kurzen Reiz haben - insgesamt bleibt jedoch ein enttäuschend generischer und schnell vergessener Horrorfilm.

4/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: New Regency Pictures/Vertigo Entertainment/Constantin Film/Regency Enterprises

Avengers: Endgame Encore (2026)

https://www.imdb.com/title/tt4154796/
https://letterboxd.com/film/avengers-endgame/

Thanos (Josh Brolin) hat also tatsächlich Wort gehalten, seinen Plan in die Tat umgesetzt und die Hälfte allen Lebens im Universum ausgelöscht. Die Avengers? Machtlos. Iron Man (Robert Downey Jr.) und Nebula (Karen Gillan) sitzen auf dem Planeten Titan fest, während auf der Erde absolutes Chaos herrscht. Doch dann finden Captain America (Chris Evans) und die anderen überlebenden Helden auf der Erde heraus, dass Nick Fury (Samuel L. Jackson) vor den verheerenden Ereignissen gerade noch ein Notsignal absetzen konnte, um Verstärkung auf den Plan zu rufen. Die Superhelden-Gemeinschaft bekommt mit Captain Marvel (Brie Larson) kurzerhand tatkräftige Unterstützung im Kampf gegen ihren vermeintlich übermächtigen Widersacher. Und dann ist da auch noch Ant-Man (Paul Rudd), der wie aus dem Nichts auftaucht und sich der Truppe erneut anschließt, um die ganze Sache womöglich doch noch zu einem guten Ende zu bringen...

4 Minuten mehr Film machen aus dem 2019er "Avengers Endgame" keinen vollständig neuen Film, aber sie ebnen den Weg für den mit Spannung erwarteten "Avengers: Doomsday". Obwohl das damalige Produkt nahezu perfekt war, wirkt der Film durch das neue Color-Grading und das durchgängige "Infinity Vision"-Format (bzw. IMAX-Format) stimmiger, epischer, einfach etwas besser. Und nach all den Jahren bekomme ich im Finale immer noch eine Gänsehaut und mein Körper wird durchströmt mit diesem heroischen Gefühl der Freude und einem erhabenen Adrenalinschub, gepaart mit einem unfassbar ausgeprägtem Gerechtigkeitsgefühl. Ja, das muss es sein.

9,5/10

Von WALT DISNEY STUDIOS gab es die 4-teilige Filmreihe exklusiv bei BestBuy in einem Metall-Slipcase, welches die 4 Filme auf 4K Ultra-HD Blu-ray im Steelbook enthielt.

Quellen: 
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Marvel Studios