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1941: Nach dem Ende des ersten Abenteuers im sagenumwobenen Land Narnia leben die Pevensie-Geschwister Lucy (Georgie Henley), Edmund (Skandard Keynes), Peter (William Moseley) und Susan (Anna Popplewell) wieder in London. Ihr Alltagsdasein hat jedoch ein jähes Ende, als sie durch magische Kräfte zurück nach Narnia transferiert werden. Dort ist aber viel mehr Zeit vergangen, sodass die Situation nicht mehr so ist, wie sie die Pevensies in Erinnerung haben. Die vier jungen Abenteurer geraten in eine Auseinandersetzung hinein, die zwischen Prinz Kaspian (Ben Barnes), dem rechtmäßigen Thronerben der Telemarer, und dem aktuellen Herrscher Miraz (Sergio Castelitto) tobt. Miraz soll nur so lange auf dem Thron sitzen, bis Kaspian alt genug ist, selbst zu regieren. Um die Macht nicht zu verlieren, will Miraz den Thronfolger Kaspian töten lassen. Der flüchtet jedoch und schließt sich mit den Pevensie-Geschwistern sowie den Narnianern zusammen, um Miraz in die Schranken zu weisen.
Mit "Prinz Kaspian von Narnia" schlägt die Fantasyreihe einen deutlich düstereren Ton an. Ein Jahr ist in der Menschenwelt vergangen, doch in Narnia sind seit der Herrschaft der Pevensie-Geschwister mehr als 1.300 Jahre verstrichen. Das einst magische Königreich wird von den Telmarern beherrscht, während die verbliebenen alten Narnians im Verborgenen leben. Gemeinsam mit dem jungen Prinzen Kaspian müssen Peter, Susan, Edmund und Lucy den tyrannischen König Miraz stürzen und Narnia seine Freiheit zurückgeben. Regisseur Andrew Adamson setzt stärker auf mittelalterliche Kriegsführung, politische Intrigen und große Schlachten als auf den märchenhaften Entdeckergeist des Vorgängers. Das verleiht dem Film zwar mehr Ernsthaftigkeit, nimmt ihm aber auch einen Teil seines Zaubers. Die Geschichte um den rechtmäßigen Thronfolger ist vertraut und funktioniert als klassisches Abenteuer um Macht, Verrat und Selbstfindung. Allerdings gerät der Weg zum großen Konflikt mitunter unnötig kompliziert, während die politische Dimension nicht tief genug ausgearbeitet wird, um wirklich zu fesseln. Mit rund zweieinhalb Stunden ist der Film zudem deutlich zu lang geraten - gerade die ausgedehnten Kampfsequenzen ziehen sich stellenweise.
Die jungen Darsteller sind aber erneut ein Pluspunkt. William Moseley gibt Peter als zunehmend selbstbewussten, aber auch stolzen Anführer, dessen Rivalität mit Kaspian für einige der interessanteren Konflikte sorgt. Georgie Henley verleiht Lucy Wärme und Neugier, während Skandar Keynes als Edmund spürbar gereift wirkt. Anna Popplewell bleibt als Susan etwas blasser. Ben Barnes fügt sich als Kaspian solide in das Ensemble ein, auch wenn die Figur neben den bereits bekannten Geschwistern nicht immer genügend Profil entwickelt. Unter den Nebenfiguren stechen Peter Dinklage als mürrischer Zwerg Trumpkin und Eddie Izzard als Schwert schwingende Maus Riepischiep hervor. Sie bringen Humor und Persönlichkeit in eine Handlung, die sich ansonsten stark auf Krieg und Pflicht konzentriert. Sergio Castellitto sorgt als Miraz für einen passenden Gegenspieler, bleibt aber eher ein klassischer machtgieriger Bösewicht als eine wirklich vielschichtige Figur.
Visuell kann sich das Abenteuer durchaus sehen lassen. Die Landschaften, Kostüme und mittelalterlich anmutenden Kulissen schaffen eine glaubwürdige Fantasywelt, und die Effekte bringen zahlreiche fantastische Kreaturen eindrucksvoll auf die Leinwand. Besonders die bewegten Bäume und einzelne magische Begegnungen erinnern daran, was Narnia als Welt so reizvoll macht. Gleichzeitig wirken manche computergenerierten Bilder weniger überzeugend, als man es von einer Produktion dieser Größenordnung erwarten würde. Die Schlachten sind groß angelegt und übersichtlich inszeniert, ersetzen aber zu oft echte Spannung durch schiere Länge. Wo der Film auf kleinere Figurenmomente und die Magie seiner Welt setzt, funktioniert er deutlich besser als in den ausufernden Massenszenen. Die Musik von Harry Gregson-Williams unterstützt die epische Ausrichtung mit kraftvollen, emotionalen Themen und verbindet den Film hörbar mit seinem Vorgänger. Auch die Themen Mut, Verantwortung, Glaube und der schwierige Übergang vom Kindsein zum Erwachsenwerden sind weiterhin vorhanden. Besonders Peters Umgang mit seiner eigenen Bedeutung und Lucys Vertrauen in das Gute geben der Geschichte emotionale Ankerpunkte. Doch die Botschaften werden bisweilen recht eindeutig vermittelt, und Aslan bleibt lange aus dem Geschehen heraus, wodurch ein wichtiger Teil der mystischen Faszination fehlt."Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia" ist eine solide Fortsetzung, die technisch ambitionierter und actionreicher daherkommt als der erste Film, dafür aber weniger märchenhaft und stellenweise überraschend schwerfällig wirkt. Gute Darsteller, eine liebevoll gestaltete Fantasywelt und einzelne starke Momente stehen einer überlangen Erzählung, blasseren Figuren und zu ausgedehnten Schlachten gegenüber. Ein durchaus unterhaltsames Abenteuer für Fantasyfans, das sein Potenzial nicht voll ausschöpft und den besonderen Zauber des ersten Narnia-Films nur teilweise wiederfindet.
6,5/10
























