Montag, 2. Mai 2016
葉問前傳 - Yip Man Chin Chyun - Ip Man Zero (2010)
Foshan im Jahre 1905. Der junge Ip Man (Dennis To) besucht die Schule des Martial Arts-Meisters Chan Wah Shun (Sammo Hung), der ihn mit den Grundzügen der WingTsun-Technik vertraut macht. Nach dessen plötzlichem Tod übernimmt sein Kollege Ng Chung-siu (Yuan Biao) die Schule und hilft Ip Man, sich weiter zu verbessern. Jahre später zieht der junge Ip Man nach Hongkong und lernt den alten Leung-Pik (Ip Chun) kennen, der ihn weitere Aspekte des WingTsun lehrt. Schließlich kommt es für Ip Man zu einer Auseinandersetzung mit seinem Adoptivbruder Ip Tin-chi (Fan Siu Wong), der ein Geheimnis verbirgt, das die ganze Nation bedrohen könnte...
Die dritte Runde der "Ip Man"-Saga führt unweigerlich ins K.O. Wenn mandiesen Teil, der im Grunde ein Prequel darstellt, als Teil der Saga anerkennen mag, dann hat dieser mit den beiden vorigen teilen tatsächlich wenig gemein. Bis auf den Namen Ip Man. "Ip Man Zero" versucht sich an einer eigenständigen Erzählung aus dem, natürlich etwas geschönten, Leben der Legende Ip Man. Und erlaubt sich daher auch, am lieb gewonnen Bild des Charakters der Yen-Verkörperung, vorbei zu fabulieren. Oder die Uhr zurückzudrehen und Ip Man nochmals neu vorzustellen. Von den ersten Tritten in der Kampfschule bis zur Lehrzeit als junger Student. Das allein wäre natürlich viel zu langweilig, deswegen wurde die Handlung ordentlich angereichert mit Elementen anderer Genres.
Auf diesem Wege wandelt sich "Ip Man Zero" von der Biographie zur Romanze bis hin zum Agententhriller, wird aber den Versatzstücken dann doch nicht ganz gerecht. Da stört man sich schon bald gar nicht mehr so sehr an der Tatsache, dass der Hauptdarsteller hier Dennis To (übrigens Nebendarsteller in den beiden Vorgänger-Produktionen) heißt. Schwerer wiegt da schon die unausgegorene Ausrichtung. "Ip Man Zero" pendelt anfangs irgendwie so herum, schiebt mal eine klamaukige Stelle ein, bahnt ein Liebesdreieck an, lässt dann aber seinen Protagonisten doch die Eine finden, die er aber nicht gleich ehelichen darf, um dann schließlich einen Plot über böse Japaner, Spionage und brutales Kräftemessen zu entspinnen, der es scheinbar darauf angelegt, die anderen zwei "Ip Man"-Filme auszustechen.
Problematisch daran ist vor allem, dass "Ip Man Zero" weniger wie ein filmisches Denkmal rüberkommt, sondern wie eine Trivialisierung seiner Hauptfigur zu einem Action-Helden. Statt wenigstens noch nachvollziehbarer Dramen und Hintergründe, verlegt sich dieses Prequel darauf, eine Biografie abzuhaken, am besten mit etwas von allem, und dann in ein Martial-Arts-Abenteuer abzudriften, das einfach nur konfus und überladen wirkt. Fairerweise sei natürlich angemerkt, dass "Ip Man" und "Ip Man 2" nicht auf einen allzu hohen Sockel zu stellen sind, jedoch verbarg sich hinter jedem optisch ausgefeilten Teil, und der Keilerei mit bösen Japanern und Briten so etwas wie ein humaner Gedanke und die Figur des Ip Man vertrat die Ethik seines Kampfsports. Derartige Tugenden findet man in "Ip Man Zero" höchstens im Ansatz. Und, was noch schlimmer wiegt, am Ende gleicht das Geschehen hier dem Auftakt einer Helden-Saga. Doch selbst wenn der neue Ip Man nicht zum Übermenschen stilisiert wird, ein derart interessanter Charakter mit unglaublicher Kampfkraft und wackerer Moral war er dann doch nur in zwei anderen Produktionen. Eigentlich schade drum.
6,5/10
Von SPLENDID erschienen die fünf Teile der "Ip Man"-Saga im limitierten Mediabook im Vinyl-Format als "IP MAN - THE COMPLETE COLLECTION" mit 60-seitigem Bildband.
Quellen:
Inhaltsangabe: Splendid
Samstag, 7. Mai 2016
葉問:終極一戰 - Yip Man: Jung Gik Yat Jin - Ip Man: Final Fight (2013)
Einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg kommt Ip Man (Anthony Wong) nach Hongkong. Eigentlich wollte er sich dort seiner angeschlagenen Gesundheit widmen, doch stattdessen lehrt er auf dem Dach eines Hotels einige Jugendliche in der Kunst des WingTsun. Wenig später stößt auch seine Frau wieder zu ihm. Doch sie kommt mit den Verhältnissen dort nicht zurecht und verlässt Hongkong somit nahezu umgehend wieder. Ip Man bleibt zurück und gerät in einen Konflikt rivalisierender Kung-Fu-Stile. Zunächst nimmt er es nicht so ernst wie er sollte, doch einige Zeit später wird ihm klar, dass sich hier nicht einfach nur ein paar Gangs bekriegen, sondern die legendären Triaden in diese Kämpfe verwickelt sind. Und auch wenn Ip Man das nicht will, muss er sich seinen Kontrahenten stellen.
Samstag, 28. Mai 2016
葉問3 - Yip Man 3 - Ip Man 3 (2015)
Hong Kong, 1959: Der legendäre Wing-Chun-Kampfsportler Ip Man (Donnie Yen) führt ein beschauliches Leben mit seiner gesundheitlich eingeschränkten Frau Wing-sing (Lynn Hung) und seinem Sohn Ip Ching (Wang Yan Shi). Doch als der korrupte US-Bauspekulant Frank (Mike Tyson) und seine Schergen das Land, auf dem die Schule von Ips Sohn steht, an sich reißen wollen, schreitet der Meister ein. Zusammen mit dem talentierten Wing-Chun-Kämpfer Cheung Tin-chi (Jin Zhang) und dem Vater von Ip Chings Mitschüler Cheung Fung, macht es sich der Martial-Arts-Meister zur Aufgabe, die Schule mit allen Mitteln vor dem raffgierigen Frank zu schützen und für Gerechtigkeit zur sorgen. Als Ip schließlich Frank gegenübersteht, kommt es zu einem ausufernden Kampf, der über das Schicksal der gesamten Schule entscheiden soll.
Der neueste Beitrag in die Saga um Wing-Chun-Ikone Ip Man ist ein adäquater dritter (fünfter) Teil, der die im Vorgänger eingeschlagene Fahrtrichtung, weg vom westlichen Biopic hin zum ikonischen Genrefilm, konsequent weiter geht. Vom unangenehmen Nationalismus hat man sich hier aber dankenswerter Weise verabschiedet.
Inhaltlich ist "Ip Man 3" sehr simpel und wenig ambitioniert. Mehr als üblicher Genrestandard ist kaum zu erwarten. Der Film wirkt mit seinen drei Handlungssträngen zudem reichlich inkohärent. Zuerst baut man den Plot um Tysons Schlägertruppe als Hauptstrang auf, nur um ihn dann nach zwei Dritteln wieder zu beenden. Dem Film tut dies allerdings gut, denn dieser Part bietet die eindeutig schwächsten Minuten. "Iron" Mike Tyson spielt unfassbar schlecht, was wegen seiner geringen Screentime zum Glück nicht weiter ins Gewicht fällt. Wenn dann die Nebenhandlung um Zhang Jin ins Zentrum rückt wird "Ip Man 3" deutlich besser und man bekommt endlich ganz klassisches Kung-Fu-Kino geboten. Zwischenzeitlich gibt es noch reichlich familiäres Melodrama, das aber immerhin ganz ordentlich verpackt wurde und nicht ganz so rührselig ausgefallen ist wie üblich. Darstellerisch wird dabei solide Kost serviert. Donnie Yen hat die Rolle seines Lebens gefunden und schlägt sich für seine Verhältnisse recht wacker. Für die nötige Qualität sorgt vor allem Patrick Tam, der leider nie den verdienten Durchbruch geschafft hat. Ebenfalls herausragend ist Zhang Jin, der wie schon in "Saat Po Long 2" den anderen Akteuren die Show stiehlt.
Für die Action sorgt dieses Mal niemand geringeres als Yuen Woo Ping. Dem Thema angemessen ist seine Inszenierung erstaunlich bodenständig ausgefallen. Anfangs sind die Auseinandersetzungen allerdings eher Beiwerk, werden aber spätestens mit dem druckvollen Kampf im Fahrstuhl zur Augenweide. Alles was folgt ist überaus stilvoll choreographiert und in abwechslungsreichen Locations angesiedelt. Das Finale zwischen Yen und Zhang ist aber dann wirklich sagenhaft und vermutlich der spektakulärste Wing-Chung-Kampf seit Ewigkeiten. "Ip Man 3" hebt damit wieder das Niveau, dass seine beiden Vorgänger "Ip Man Zero" und "Ip Man: Final Fight" so heruntergezogen hatten - allein schon durch die Anwesenheit von Donnie Yen.
7,5/10
Von SPLENDID erschienen die fünf Teile der "Ip Man"-Saga im limitierten Mediabook im Vinyl-Format als "IP MAN - THE COMPLETE COLLECTION" mit 60-seitigem Bildband.
Quellen:
Inhaltsangabe: Splendid
Sonntag, 27. September 2020
葉問4: 完結篇 - Yip Man 4 - Ip Man 4: The Finale (2019)
Ip Mans (Donnie Yen) Schüler Bruce Lee (Danny Chan) feiert seine ersten Erfolge in den USA, benötigt dabei aber die Hilfe seines Meisters bei der Eröffnung seines Wing-Chun-Trainingscenters in San Francisco – denn seine unkonventionelle Art zu unterrichten stößt bei den chinesischen und westlichen Martial-Arts-Kämpfern auf Unverständnis. Der US-Marineoffizier Barton (Scott Adkins) sticht besonders hervor und will bei einem Wettkampf ein für alle Mal klären, welche Form des Martial Arts die bessere ist und welche Nation die beste Kampfkunst praktiziert und somit den Sieg davonträgt. Als es um die Ehre des Wing Chun geht, wird bei der finalen Auseinandersetzung Ip Man höchstpersönlich zum Kampf herausgefordert.
Es ist ein milde enttäuschender Abschluss einer eigentlich durchweg guten Reihe. Ein Abschluss aber schon deswegen, weil der Zuschauer gleich zu Beginn erfährt, warum dies der letzte und finale Teil sein wird und sich daran dann auch recht erwartbar nichts mehr ändert. Besonders stark ist aber das Handlungsgerüst von "Ip Man 4: The Finale" leider nicht - und ein solcher Film benötigt natürlich keine komplexe, aber eben doch eine stringente Handlung, die die Story vorantreibt und dafür sorgt, dass man den Auseinandersetzungen - und vor allem dem Finale - entgegenfiebert. Dieser Druck fehlt dem Film leider und er zerfällt in einzelne Segmente, vor allem in der ersten Hälfte steht die Handlung immer wieder so still wie sein von Krankheit gezeichneter Held. Nahezu 70 Minuten vergehen, bis Donnie Yen eine echte Kostprobe seines Könnens geben kann und es zu einem Kampf kommt, bei dem es auch um etwas geht - ja, es dauert tatsächlich so lange, bis das simple, aber funktionierende Konstrukt wirklich vollzogen ist - ein Fehler, der ganz klar beim Drehbuch liegt.
Ein Fehler ist es auch, dass "Ip Man 4: The Finale" es nicht wirklich schafft, einen richtigen Gegner für Meister Ip aufzubauen. Zunächst mal gibt es den (kleinen) Konflikt mit dem Vorsitz der Chinese Association, aber der trägt nicht lange. Dann kristallisiert sich schon sehr früh heraus, dass die bösen, bösen Amerikaner als finale Antagonisten herhalten müssen, doch letztlich wird nur ein zum Ovaracting gewzungerner Scott Adkins dazu verdonnert, Meister Ip die Stirn zu bieten. Die Kampfszenen selbst sind ganz gut, aber nicht überragend, selbst der Fight zwischen Adkins und Yen kann am Ende die Erwartungen nicht ganz erfüllen.
Denn auch hier leidet "Ip Man 4: The Finale" an Klischees, denn wenn der Meister schon zum dritten Mal zu Boden geht und alle anderen Meister, denen er vorher ebenbürtig war, mal eben von Adkins in den Boden gestampft werden, steht dann der einzig wahre Ip Man doch nochmal auf und zeigt Scott den Ausgang. In dieser Form könnte man mit nahezu allen Figuren des Films weitermachen, selbst die Auftritte von Bruce Lee haben etwas Episodenhaftes und bringen die Haupthandlung kaum weiter. Die Story und ihre Charaktere sind damit schon extrem klischeehaft und holzschnittartig; gerade dann ist es schon merkwürdig, daß es für die meisten Beteiligten keine vernünftige Auflösung gibt. Dabei wäre mit dem Rassismus auf beiden Seiten eigentlich ein hochemotionales und vor allem auch aktuelles Thema vorhanden - es wird nur leider nicht wirklich stark und konsequent zu Ende erzählt.
Der ewig junge Donnie Yen ist inzwischen wohl doch noch gealtert, eine Erkenntnis, die den Zuschauer ähnlich melancholisch zurücklässt wie die Rückblenden am Ende des Films. Die Ausstattung des Films ist zwar ordentlich, allerdings wirken die ganzen Amerika-Szenen irgendwie künstlich und steril. Insgesamt ist alles etwas sparsamer und kleinkarierter ausgefallen, die Kulissen sind bescheiden und die Fights dünner gesät und werden zum größten Teil von anderen übernommen statt von Donnie Yen. Der allerdings hat diese schöne Rolle komplett verinnerlicht und strahlt eine unglaubliche Ruhe und Stärke aus. So kann man auch nicht anders als mitfiebern, wenn er auf den Plan tritt, und gerührt sein, wenn das Ende naht. Damit ist "Ip Man 4: The Finale" definitiv der schwächste Teil der Reihe mit Donnie Yen, von den beiden Ableger "Ip Man Final Fight" und "Ip Man Zero" ganz abgesehen, aber dennoch ein unterm Strich guter und unterhaltsamer Film.
7/10
Von KOCH Films erschien der Film im limitierten Steelbook.
Sonntag, 17. August 2014
叶问2:宗师传奇 - Yip Man 2 - Ip Man 2 (2010)
Nachdem Ip Man (Donnie Yen) im zweiten Sino-Japanischen Krieg seine Kampfkünste gegen die Japaner einsetzte, flüchtet er 1949 nach Hongkong und versucht dort, eine Wing Tsun-Schule zu etablieren. Als der mächtige Master Hung dies erfährt, stellt er Ip Man vor eine heikle Aufgabe. Dieser soll sich zunächst in einem Kampf auf Zeit gegen Kämpfer aller möglichen Stile den nötigen Respekt verdienen. Auch seitens eines korrupten Polizei-Intendants und dem britischen Box-Champion Twister droht weitere Gefahr. Für Ip Man geht es erneut um die Ehre des chinesischen Volks aber auch um die Möglichkeit, seine Kampfschule zu eröffnen.
"IP Man 2" setzt unmittelbar da an, wo "Ip Man" seinerzeit aufgehört hat, auch geschichtlich gesehen. Nach einem kurzen Einführung und Zusammenfassung geht's dann auch direkt los und der Meister will seine Wing Tsun Schule eröffnen, für die sich auch bald einige Schüler finden. Die familiären Probleme treten dabei vermehrt in den Hintergrund und sind nicht mehr so dominierend wie im ersten Teil, weshalb Ip Man ein wenig unantastbarer wirkt und nicht mehr so nahbar wie noch im ersten Teil. Auch die Kämpfe verlieren - trotz Blut und blauen Flecken - etwas an Intensität, weil sie ein wenig mehr Ritterlichkeit integrieren, wenngleich sich das in Grenzen hält; es reicht aber, um sie vom knallharten realen Feeling des Erstlings in's Fantastische driften zu lassen, was ich persönlich ein wenig schade fand.
Ansonsten gibt es eine nette Story zwischen dem Kampf der verschiedenen Künste und Kulturen, sowie der üblichen, aber gut umgesetzten Botschaft von Gelassenheit, Tradition und Ehre, frei nach dem Motto: "Nur wer Friede mit sich selbst hat, wird Friede mit seiner Umwelt schließen." Das mag zwar immer ein wenig pathetisch und kitschig klingen, findet bei mir aber guten Anklang und hat auch einen Kern Wahrheit dabei.
Trotz der obigen Kritikpunkte deutlich hinter dem ersten"Ip Man" zurück, bleibt trotzdem ein sehr sehenswerter Martial-Arts-Streifen, der gegen Ende sogar noch eine nette Sequenz mit einem gewissen Bruce Lee vorzuweisen hat.
7,5/10
Von SPLENDID erschienen die fünf Teile der "Ip Man"-Saga im limitierten Mediabook im Vinyl-Format als "IP MAN - THE COMPLETE COLLECTION" mit 60-seitigem Bildband.
Quellen:
Inhaltsangabe: Splendid
Freitag, 20. August 2021
叶问宗师 - Jip Man Zung-si - Ip Man: Kung Fu Master (2019)
Ein rücksichtsloser, aber ehrenwerter Bandenführer wird kurz nach seiner Verhaftung in seiner Gefängniszelle kaltblütig umgebracht. Für die rachedurstige Tochter des Gangsters kommt nur der junge Polizeihauptmann Ip Man (Yu-Hang To) als Mörder infrage, der ihren Vater einsperren ließ. Ip Man wird gezwungen, seinen Dienst zu quittieren, und muss sich und seine hochschwangere Frau gegen die brutalen Angriffe der Gang verteidigen. Damit nicht genug: Die Ankunft der japanischen Armee steht bevor und der hinterlistige Major Tokugawa hat ganz eigene Pläne mit dem jungen Kung-Fu-Kämpfer...
Dass die Action im Kampfkunstkino oft wichtiger als die Story ist, ist bekannt. Doch "Ip Man: Kung Fu Master" ist ein derart schludrig erzählter Vertreter seines Genres, dass es dem Fass den Boden ausschlägt. Aufgrund scheinbar wahlloser Zeitsprünge wirkt es, als hätte man nachträglich mehrere Minuten aus dem fertigen Film herausgekürzt, um eine knackigere Laufzeit zu erhalten. Doch dadurch muss sich der Zuschauer die Zusammenhänge oft zusammenreimen. Zudem ist Yu-Hang To so uncharismatisch, dass man ihm den Ip Man nicht wirklich abnehmen will. Hier fehlt allein Donnie Yen. Außerdem presst Regisseur Liming Li so viele Handlungsstränge in gerade einmal 80 Minuten, dass er keiner Geschichte so wirklich gerecht werden kann. Lediglich die gezeigte Kung-Fu-Action rettet den Film ein klein wenig. Den Drive der "offiziellen" "Ip Man"-Filme mit Donnie Yen haben die Kampfszenen nicht, auch die Inszenierung ist nicht immer so klar und dynamisch wie dort. Der Auftakt, in dem sich Ip Man durch die Axt-Gang pflügt, jene Szene, in der er die Tochter des Gangsterbosses vor Verrätern beschützt, und natürlich der Final Fight gegen den japanischen Karatemeister machen auf jeden Fall etwas her, hieven den Streifen aber kaum übers Mittelmaß. Denn diese Handvoll gute Kampfszenen entschädigen nicht für diesen konfus erzählten, unsouverän inszenierten, klischeehaften und phasenweise stinklangweiligen Martial-Arts-Actionstreifen, der nur ein müder Ableger ist und dem Namen "Ip Man" kaum gerecht wird.
4,5/10
Quellen:
Inhaltsangabe: Splendid
Samstag, 16. August 2014
叶问 - Yip Man - IP Man (2008)
Im China der Vorkriegszeit ist IP Man (Donnie Yen) der berühmteste Vertreter der Martial-Arts-Kampfkunst “Wing Chun”. Doch als die Japaner ins Land einmarschieren und seine Heimatstadt gewaltsam einnehmen, kann er nicht mehr für seine Familie sorgen und sieht sich gezwungen, im Bergwerk zu arbeiten. Als nach einem Kampfpartner gefragt wird – gegen einen Sack Reis im Falle des Siegs – meldet er sich. Auch ein alter Freund IP Mans nimmt das Angebot an und stellt sich den Japanern in einem der brutalen Martial Arts-Kämpfe. Doch das fatale Duell endet für seinen Freund tödlich. Von Gerechtigkeit beflügelt versucht IP Man nun, den japanischen Soldaten auf seine eigene Art und Weise gegenüberzutreten. Es kommt zu einem alles entscheidenden Duell zwischen ihm und General Miura.
Wahrscheinlich der beste Kung-Fu Film der jemals gedreht wurde. Mit entsprechender Tiefe und Ruhe erzählt, was gerade in letzetrZeit nicht mehr typisch für das asiatische Kino zu sein scheint. Doch hier rief man "alte Werte" erneut auf den Plan - und das hat hervorragend funktioniert. Die Kampfszenen sind authentisch und nicht unnötig in die Länge gezogen. Sie überzeugen durch Realismus und der kleinen Prise asiatischer Übertriebenheit, die bei derartigen Filmen auch einfach dazugehört. Das dann an der ein oder anderen Stelle sogar noch Raum für einen niedlichen Lacher (Der zerstörerische Kampf in IP Mans Haus: "Papa, Mama hat gesagt, wenn du dich nicht ein bischen anstrengst, gehen noch mehr Sachen kaputt") gelassen wurde, macht den Film nur noch sympatischer.
Eine sehr interessante und vor allem auch wandlungsfähige Geschichte mit Wahrheitsbezügen zum Trainer von Bruce Lee und der Kampfkunst "Wing Tsun". Donnie Yen spielt großartig. In den meisten Szenen lächelt er charmant, doch wenn man besaglich den Stier reizt, dann kriegt man die Hörner, so auch in seinem Fall. Auch die "bösen Japaner" werden klasse verkörpert; es sind richtige Schurken, die man von Herzen hasst. Sicher, eine Prise gesunden, chinesischen Patriotismus bekommt man auch serviert, jedoch kann ich mich aus meiner Sichtperspektive auch gut darauf verständigen, dass das nunmal ganz gut in den dargestellten Kontext passt. Ich wurde jedenfalls ganz hervorragend unterhalten. Ein Film vor allem für Martial Arts-Fans, aber auch für solche, die dem Gerne im Grunde nicht viel abgewinnen können.
8,5/10
Von SPLENDID erschienen die fünf Teile der "Ip Man"-Saga im limitierten Mediabook im Vinyl-Format als "IP MAN - THE COMPLETE COLLECTION" mit 60-seitigem Bildband.
Quellen:
Inhaltsangabe: Splendid
Poster/Artwork: Splendid
Freitag, 20. August 2021
葉問外傳:張天志 - Yip Man ngoi zyun: Cheung Tin Chi - Master Z: The Ip Man Legacy (2018)
Nach seiner legendären Niederlage gegen den Ip Man, hat sich Cheung Tin Chi (Max Zhang) dazu entschlossen, den Kampfsport aufzugeben und ein einfaches Leben mit seinem Sohn zu führen. Doch der Frieden währt nicht lange, denn schon bald gerät Tin Chi in Schwierigkeiten mit einer lokalen Triade, die auch sein Haus niederbrennen. Also flüchtet Tin Chi in die „Bar Street“, um dort bei Chiu Kam Fu (Xing Yu), dem Betreiber einer Bar und seiner Schwester Julia (Liu Yan) unterzukommen. Schon bald werden diese beiden zu seinen engsten Verbündeten werden. Weil immer mehr Menschen in seinem nahen Umfeld sterben, bekommt Tin Chi heraus, dass die Triade ihre Drogengeschäfte in der Bar Street ausweitet. Er will dem Einhalt gebieten und fühlt sich verpflichtet, einzugreifen. Der Drogenbaron Davidson (Dave Bautista) will sich seine Geschäfte nicht kaputtmachen lassen und bringt Tin Chis Freunde um...
Mit Cheung Tin Chi (Jin Zhang) wird kurzerhand ein Bösewicht aus "Ip Man 3" für ein Spin-Off zum Helden umfunktioniert. Ein cleverer Kniff, da er bereits als Gegner für Donnie Yen über ausreichend Charisma verfügte und nun allein durch seine Kampfskills in der Lage ist, einen Film alleine zu tragen. Denn nach seiner Niederlage gegen Ip Man kehrt er dem Kampfsport den Rücken und möchte mit seinem Sohn ein einfaches Leben führen. Das klappt natürlich nicht und so ist er relativ schnell gewzungen, sich durch eine ganze Menge an böser Buben zu prügeln. Dieser Story-Rahmen ist zwar eigentlich auch recht dürftig, die Kämpfe sind es aber definitiv nicht, denn diese strotzen nur so vor Ideen- und Variantenreichtum und machen einfach nur Spaß. Unterlegt mit Melodien der Hauptreihe fühlt sich der Zuschauer so gleich zu Hause und versinkt abermals in der stimmigen Welt der Kung-Fu-Kampfkunst.Natürlich dürften internationale Stars nicht fehlen und so mimt diesmal Ex-Wrestler Dave Bautista den Endboss. Bautista ist zwar genau wie Mike Tyson nicht wirklich ein guter Schauspieler, doch er reicht allemal für einen annehmbaren Gegner. Für ein paar Kämpfe darf sogar "Ong Bak"-Star Tony Jaa vorbeischauen. Zusammen mit der großartigen Michelle Yeoh hat man so einen kampfstarken Cast rund um Jin Zhang versammelt. Ein ganz starkes Spin-Off. Gerne mehr davon.
7/10
Inhaltsangabe: Splendid
Freitag, 31. Mai 2024
Triple Threat (2019)
Ein Söldner-Kartell nimmt die Tochter eines Milliardärs ins Visier, die dem organisierten Verbrechen den Kampf angesagt hat. Bei einer von Söldneranführer Collins (Scott Adkins) ausgeführten Attacke scheint es schon um sie geschehen, da verhindern drei Martial-Arts-Kämpfer (Tony Jaa, Tiger Chen und Iko Uwais) ihren sicheren Tod und beschützen sie fortan vor den Schergen. Zahlenmäßig weit unterlegen und unorganisiert stehen die Jungs auch noch vor einem anderen, weitaus gravierenderem Problem: Sie haben alle miteinander noch eine Rechnung offen...
Seit Tony Jaa 2003 seinen Weg in den amerikanischen Mainstream gefunden hat, ist er der Vorbote der Rückkehr des Kampfkunstfilms. Die "Ong-Bak"-Trilogie hat den Weg für die "The Raid"-Filme, die "Ip Man"-Reihe und die überaus kreativen Kämpfe in "Upgrade" geebnet. Und nachdem sie mehr als ein Jahrzehnt lang auf ihre Weise das Spiel verändert haben, macht es nur Sinn, die thailändischen und indonesischen Könige der Kampfkunst in ihrem eigenen Vehikel zu kombinieren. Die titelgebende "Triple Threat" des Films kommt während einer "humanitären Mission" zusammen, die völlig schiefgelaufen ist und größtenteils trifft das Ensemble seine Actionfilm-Archetypen wirklich gut und gibt das gewisse Extra, um so viele dieser Guten und Bösen sehr fesselnd zu machen. Die Chemie zwischen Jaa und Chen ist geradezu ansteckend. Als Jade hinzukommt, passen sich die beiden Stars mühelos der neuen Dynamik an. Es ist erfrischend, das ganze Klischee des Herabwürdigens des neuen Mädchens wegzulassen und Xian einfach direkt in die Kampfmannschaft aufzunehmen. Jaa bekommt sogar ein paar Minuten, um sein komödiantisches Talent zu zeigen, indem er inmitten des ganzen Chaos so tut, als wäre er ein Koch.
Aber man sollte sich nichts vormachen: Dies ist ein Tony Jaa-Film, und die offensichtlichste Frage für jeden, der sich für diesen Streifen interessiert, ist doch, wie die Action und die Fights sind? Nun - sie sind fast immer kreativ und knallhart. Die von Stunt-Veteran Tim Man choreografierten Nahkämpfe geben der Besetzung so viele Gelegenheiten, zu zeigen, wie unglaublich talentiert sie sind. Leider kann man das nicht sagen, wenn Waffen im Mittelpunkt eines Kampfes stehen. In dieser Welt hassen Kugeln Charaktere, die keine Sprachrollen haben, aber sobald Charaktere von Bedeutung vor eine Waffe treten, egal wie nah sie sind, sind sie unmöglich zu treffen. Leider werden solche Fehler zu einem wiederkehrenden Thema in "Triple Threat". Als Actionfilm ist er durchaus brauchbar, aber die Erzählweise des Films ist irgendwie altbacken und wird zudem durch ein Dutzend kleiner Schnitte dezimiert. Der zum Regisseur gewordene Stuntman Jesse V. Johnson kann einen Kampf mit bemerkenswerter Schnelligkeit und Spannung filmen, aber es gibt genug kleine Momente fehlender Kontinuität oder ungeschickter Schnittarbeit, die es schwer machen, in dieser schnelllebigen Welt den Überblick zu behalten.
Das Drehbuch (geschrieben von Joey O’Bryan, Fangjin Song und Paul Staheli) tut dem Film auch keinen Gefallen, denn das Trio bläst das ohnehin schon verworrene Drehbuch mit einer Schar unnötiger Charaktere auf. So wunderbar Uwais als Actionstar auch ist, seine Anwesenheit wirkt überflüssig: Der Film hätte genauso gut als "Double Threat" funktionieren können und hätte nichts verloren. Unterm Strich hätte der Film ein schlankes, szenenreiches Actionvehikel, das den Fokus auf die herausragenden Kämpfe legt, die alle sehen wollen, werden können. In Wahrheit kommt er nicht im Ansatz an die großen Vertreter des Genres heran.
6/10
Quellen:
Inhaltsangabe: Koch Media
Poster/Artwork: Aurora Alliance Films/Hamilton Entertainment
Donnerstag, 4. Juni 2026
Scary Movie - Scary Movie 6 (2026)
Sechsundzwanzig Jahre nach ihrer ersten Begegnung mit einem maskierten Täter geraten die verbliebenen Mitglieder der damaligen Gruppe - Shorty Meeks (Marlon Wayans), Ray Wilkins (Shawn Wayans), Cindy Campbell (Anna Faris) und Brenda Meeks (Regina Hall) erneut in Lebensgefahr. Der Mörder, auch bekannt als Ghostface, scheint es abermals auf sie abgesehen zu haben und knüpft an die Ereignisse von damals an.
Sechsundzwanzig Jahre nach ihrer ersten Begegnung mit einem verdächtig vertrauten maskierten Killer kehren die verbliebenen Mitglieder der ursprünglichen Gruppe unter der Regie von Michael Tiddes zurück. Shorty Meeks gespielt von Marlon Wayans, Ray Wilkins von Shawn Wayans, Cindy Campbell von Anna Faris und Brenda Meeks von Regina Hall geraten erneut in die Kreuzfeuer eines Killers, und kein Horrorfilm-IP ist vor ihnen sicher. Der berüchtigte Ghostface kehrt zurück und knüpft an die Ereignisse von damals an, während die Handlung einer Gruppe von Freunden folgt, die sich nach vielen Jahren wieder zusammenfindet, als Chaos ausbricht. Mit "Scary Movie" feiert die Kultreihe nach 13 Jahren ihr Comeback gemeinsam mit ihren ursprünglichen Schöpfern. Die Wayans-Brüder Keenen Ivory, Shawn und Marlon Wayans sind erstmals seit "Scary Movie 2" aus dem Jahr 2001 wieder an Bord. Marlon Wayans kehrt als Shorty zurück und ist erneut am Drehbuch beteiligt, gemeinsam mit Shawn Wayans, Keenen Ivory Wayans und Rick Alvarez.
Die Parodien dieses Mal greifen bewusst aktuelle Horrorfilme auf. Als Inspirationsquelle dienen unter anderem "The Substance", "Blood & Sinners", "Weapons", "Terrifier", "Longlegs", "Get Out", "Halloween", "Wednesday", "Final Destination", "Smile" und natürlich "Scream". Der Film nimmt die sogenannte Cancel Culture satirisch ins Visier und verspricht politisch inkorrekte Comedy, wie man sie in der heutigen Zeit nur noch selten sieht. Marlon Wayans sagt dazu, sie wollten den Spaß zurückbringen und glauben, das gehe nur, wenn sie die Cancel Culture canceln. Doch trotz dieses Versprechens und der Rückkehr der Originalbesetzung gibt es Probleme, denn wenn man die Referenzen zu modernem Horror wegnimmt, hätte dieser Film bereits 2006 erscheinen können. Fast jeder Witz im Trailer sei etwas, das man schon von nervigen Familienmitgliedern gehört habe. Der Film scheint mehr auf Social-Media-Kultur abzuzielen als auf Horror als Genre selbst. Das enttäuscht, denn die Wayans-geführten Teile waren clevere, liebevolle Parodien auf Horrorfilme, die beim Publikum auch gut ankamen."Scary Movie" ist ein Film, der meint zu wissen, was seine Fans wollen, und liefert eigentlich auch genau das, was sie von der Reihe erwarten: Derber Humor, Grenzüberschreitungen und eine Gruppe von Figuren, die wieder zusammenkommen, stehen im Mittelpunkt. Aber es ist auch ein Film, der zu oft in die Vergangenheit blickt und viel zu stumpf. Die Witze sind beileibe nicht so scharf wie früher, die Parodien längst nicht so clever wie im ersten Teil, und manchmal fühlt es sich an, als hätte man einen fünfzehnjährigen Jungen aus 2005 eingefroren und ihn moderne Horrorfilme parodieren lassen. Die Originalbesetzung ist hingegen stark, Anna Faris und Regina Hall tragen ihre Charaktere mit Selbstsicherheit, und die Wayans-Brüder bringen ihre gewohnte Dynamik zurück. Wenn das ganze doch nur witziger wäre! Mit viel Wohlwollen könnte man "Scary Movie" als ehrlichen Versuch, eine Kult-Reihe zurückzubringen, ansehen. Mit den ursprünglichen Schöpfern, einem Cast, der die Charaktere liebt, und dem Willen, Grenzen zu überschreiten, sollte der Film eigentlich genug bieten, um Fans zufriedenzustellen. Doch irgendwie will und will der Funke nicht überspringen.
5/10
Mittwoch, 17. Juni 2026
Killer Elite (2011)
Mexiko im Jahre 1979: Nach einem einschneidenden Einsatz entschließt sich der Auftragskiller Danny Bryce (Jason Statham) seine blutige Profession endgültig aufzugeben. Doch sein Mentor und Freund Hunter (Robert De Niro) will noch einmal richtig absahnen, gerät dabei aber an einen besonders heiklen Auftrag. Ohne zu wissen, wen er eigentlich umbringen soll, nimmt er von einem omanischen Scheich sechs Millionen Dollar an. Als er jedoch erfährt, dass es sich bei den Zielpersonen um vier Ex-Mitglieder der berüchtigten britischen Militär-Spezialeinheit SAS (British Special Air Service) handelt, versucht er zu fliehen, wird jedoch von den Männer des Scheichs am Flughafen wieder aufgegriffen. Nun ist es an Danny, aus dem Ruhestand zurückzukehren und den Job zu Ende zu bringen, damit sein langjähriger Weggefährte Hunter nicht im Kerker des Scheichs verrotten muss...
Es gibt Actionfilme, die ihre Schauwerte offen vor sich hertragen. Und es gibt Filme wie "Killer Elite", die zunächst wie ein gewöhnlicher Jason-Statham-Actioner wirken, tatsächlich aber versuchen, mehr zu sein: ein Spionagethriller, ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen gleichwertigen Gegnern und ein moralisch ambivalentes Drama über Loyalität, Pflicht und die Kosten professioneller Gewalt. Die lose Verfilmung des umstrittenem, biografischen Romans "The Feather Men" des Abenteurers, Forschers und ehemaligen Soldaten des britischen Special Air Service Sir Ranulph Fiennes ist das Regiedebüt von Gary McKendry, der eine Besetzung versammelte, die selbst heute noch beeindruckt: Jason Statham, Clive Owen und Robert De Niro in einem internationalen Thriller, der hohe Erwartungen schürt.
Eine der größten Stärken des Films liegt in seiner ungewöhnlich ernsten Herangehensweise. Obwohl Jason Statham die Hauptrolle spielt, handelt es sich nicht um einen typischen Actionfilm, der ausschließlich auf Explosionen und spektakuläre Stunts setzt. Stattdessen bemüht sich "Killer Elite" um eine vergleichsweise realistische Darstellung professioneller Söldner und Geheimdienstoperationen. Viele Auseinandersetzungen wirken bewusst bodenständig und gefährlich, ohne die übertriebene Unverwundbarkeit, die man aus vielen Genrevertretern kennt. Interessanter ist da noch das Duell mit Clive Owen, der als Spike einen intelligenten und äußerst gefährlichen Gegenspieler verkörpert. Owen verleiht seiner Figur eine ruhige Bedrohlichkeit, die viele Szenen spürbar aufwertet. Ergänzt wird das Ensemble durch Robert De Niro, der zwar vergleichsweise wenig Leinwandzeit erhält, seiner Rolle als erfahrener Mentor jedoch die nötige Autorität verleiht. Visuell setzt der Film auf eine raue, fast dokumentarische Atmosphäre. Die internationalen Schauplätze, die nüchterne Inszenierung und die bewusst geerdete Action schaffen ein glaubwürdiges Umfeld, das gut zur Geschichte passt. Gleichzeitig erweist sich genau dieser Realismus als zweischneidiges Schwert. Die ernsthafte Tonlage passt, jedoch verlangt der Film volle Aufmerksamkeit beim Zuschauer, um die teilweise komplizierte Handlung und das gelegentlich unausgewogene Erzähltempo auszugleichen. Einige Wendungen wirken unnötig verschachtelt, wodurch die Spannung auch nicht immer ihr volles Potenzial entfalten kann.Dienstag, 7. April 2026
Anaconda (2025)
Eine Freundesgruppe direkt in der Midlife-Crisis will aus ihrem Trott ausbrechen und noch mal was anderes machen wollen - allen voran Doug (Jack Black) und Griff (Paul Rudd). So beschließen sie zusammen den wilden Plan, ein Remake ihres Lieblingsfilms aus ihrer Jugend zu drehen: "Anaconda". Und weil es sie nach Abenteuer giert, soll das natürlich am authentischen Schauplatz mitten im Regenwald passieren. Tief im Amazonas angekommen, müssen sie aber – wie soll es auch anders sein – schnell um ihr Leben kämpfen. Denn nicht nur der Dschungel mit seinen Bewohnern selbst erweist sich als unerbittlicher Widersacher, sondern es treiben auch gefährliche Kriminelle hier ihr Unwesen. Natürlich gibt es auch die titelgebende Riesenschlange außerdem wirklich und verwandelt das kleine Abenteuer nun endgültig in ein gefährliches Spiel um Leben und Tod, bei dem es schnell nicht mehr nur um ein verrücktes Filmprojekt von Freunden geht.
Das Remake von "Anaconda" ist einer jener Filme, die mit einem Augenzwinkern an ihre eigene Lächerlichkeit erinnern und dadurch erst richtig charmant werden. Tom Gormicans Meta-Komödie nimmt den Kultklassiker von 1997 nicht als heiliges Erbe, sondern als perfekten Vorwand für ein chaotisches Freundesabenteuer: Eine Gruppe Midlife-Crisis-Opfer zieht in den Amazonas, um ein Remake ihres filmischen Idols zu drehen - bis eine echte Riesen-Anakonda die Dreharbeiten in ein echtes Schlangenabenteuer verwandelt. Was als selbstironische Hommage beginnt, entpuppt sich als herrlich unbeschwerte Runde aus Slapstick, Buddy-Chemie und genau genug Monster-Gore, um den Biss zu haben. Es ist kein Horror-Meisterwerk, aber eine Komödie, die ihre Schwächen als Stärke verkauft - und dabei lacht, bis die Lachtränen fließen.
"Anaconda" beißt zwar nicht ganz so hart zu wie erwartet, lacht aber herzhaft über sich selbst. Black und Rudd glänzen, Gormican bastelt ein charmantes Chaos - perfekt für Meta-Fans. Es schluckt sein Erbe nicht ganz, spuckt es aber mit Witz aus: Ein unterhaltsamer Biss ins Leere, der trotzdem satt macht.





































"Ip Man: The Final Fight" ist irgendwo eine logische Fortsetzung um die Handlung um den großen Meister zu einem Ende zu bringen. Es ist aber nicht wirklich der erhoffte Abschluss. Man ist viel zu sehr auf Punkte eingegangen, die weniger interessant sind und verliert sich in diesem Drumherum, ohne das Essentielle in den Vordergrund gerückt zu haben. Dies hinterlässt ein eher laues Gefühl und gibt der Saga ein mittelmässiges, fast schon verrohtes Ende.
6,5/10
Von SPLENDID erschienen die fünf Teile der "Ip Man"-Saga im limitierten Mediabook im Vinyl-Format als "IP MAN - THE COMPLETE COLLECTION" mit 60-seitigem Bildband.
Quellen:
Inhaltsangabe: Splendid
Poster/Artwork: Splendid