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Nach acht Jahren bei den Special Forces der US-Army kehrt Sergeant Chris Vaughn (Dwayne Johnson) in seine Heimatstadt zurück. Doch ausruhen kann er sich auch in der scheinbar verschlafenen Kleinstadt nicht. Ein altes Sägewerk, das Vaughns Vater gehörte und das er eigentlich übernehmen sollte, wurde vor kurzem geschlossen. Vaughns alter Rivale Hamilton (Neal McDonough) hat die Sägemühle übernommen und daraus ein Casino mit zweifelhafter Kundschaft gemacht. Überhaupt scheint in der Stadt fest in die Hand des Verbrechens geraten zu sein. Drogen, Korruption und Spielmanipulationen sind an der Tagesordnung und alle Fäden laufen in Hamiltons Händen zusammen. Aber mit dieser Situation findet sich Vaughn nicht so einfach ab. Der ehemalige Elitesoldat zieht allein gegen die Gangster ins Felde…
Remakes klassischer Stoffe haben es selten leicht - erst recht, wenn das Original auf wahren Begebenheiten beruht und bereits Kultstatus genießt. "Walking Tall: Auf eigene Faust" aus dem Jahr 2004 nimmt sich den gleichnamigen Film von 1973 vor und verpasst der Geschichte um einen Mann, der seine von Kriminalität verseuchte Heimatstadt aufräumt, ein modernes Action-Gewand. Das Ergebnis ist kurzweilige Unterhaltung, die vor allem von ihrem Hauptdarsteller lebt, inhaltlich aber kaum über Genrestandards hinauskommt. Schon 2004 war klar, dass der Film vor allem als Starvehikel für Dwayne Johnson gedacht war. Und tatsächlich ist es seine Präsenz, die "Walking Tall" über weite Strecken trägt. Noch nicht der routinierte Schauspieler späterer Jahre, besitzt Johnson hier bereits das Charisma und die körperliche Präsenz, die ihn zu einem der größten Actionstars Hollywoods machen sollten. Er verkörpert Chris Vaughn als ehrlichen, bodenständigen Helden alter Schule - einen Mann, der lieber handelt als lange diskutiert.Auch die Chemie zwischen Johnson und Johnny Knoxville, der den schrägen Ray Templeton spielt, sorgt immer wieder für sympathische Momente. Knoxville bringt etwas Lockerheit in die ansonsten sehr geradlinige Geschichte und liefert einige der humorvolleren Szenen des Films. Der Film verschwendet dann auch keine Zeit mit unnötigen Nebenhandlungen oder komplizierten Verschwörungen. Stattdessen setzt Regisseur Kevin Bray auf ein hohes Erzähltempo und eine klare Gut-gegen-Böse-Struktur. Die Laufzeit von gerade einmal etwas mehr als 80 Minuten sorgt dafür, dass kaum Langeweile aufkommt. Allerdings wird genau diese Einfachheit auch zum größten Problem des Films. Die Figuren bleiben überwiegend eindimensional, die Konflikte sind vorhersehbar und die Handlung entwickelt sich nach bekannten Genre-Mustern. Die Geschichte wirft zwar interessante Fragen über Selbstjustiz, Korruption und das Versagen staatlicher Institutionen auf, geht diesen Themen aber nie wirklich auf den Grund.
Auch die Antagonisten bleiben erstaunlich blass. Neal McDonough macht zwar das Beste aus seiner Rolle als zwielichtiger Casino-Besitzer Jay Hamilton, erhält aber kaum Gelegenheit, seiner Figur mehr Profil zu verleihen. Dadurch fehlt dem Film ein wirklich erinnerungswürdiger Gegenspieler. Die Action selbst ist solide, aber wenig spektakulär. Die Prügeleien sind ordentlich inszeniert und besitzen einen angenehm handgemachten Charakter, erreichen jedoch nie die Intensität oder Kreativität anderer Actionfilme der frühen 2000er-Jahre. Dass der berühmte Holzknüppel als Waffe zum Markenzeichen des Films wird, sorgt immerhin für einen gewissen Wiedererkennungswert. Es ist damit ein unterhaltsamer, aber letztlich sehr konventioneller Actionfilm. Dwayne Johnson überzeugt bereits früh als charismatischer Hauptdarsteller und die kurze Laufzeit sorgt für ordentliches Tempo. Doch das vorhersehbare Drehbuch, die blassen Gegenspieler und die fehlende inhaltliche Tiefe verhindern, dass der Film mehr als solide Genrekost wird. "Walking Tall" ist ein Film, der genau das liefert, was sein Titel verspricht: einen geradlinigen Rache- und Selbstjustizthriller ohne große Überraschungen.



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