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Die clevere CW (Cassandra Naud) macht mit ihrer Freundin Diane (Lisa Delamar) in deren Heimat Südfrankreich Ferien. Dort will das junge Paar den ersten Jahrestag seiner Beziehung feiern. Leider werden sie aber ausgerechnet bei dieser Gelegenheit von der Hotelführung aus ihrer Suite hinauskomplimentiert und in ein deutlich kleineres Gästezimmer umquartiert – was CW vor Wut schäumen lässt. Noch angeschlagener ist ihr Ego, als sie den Grund für den Verlust ihres glamourösen Liebesnestes erfährt: Die Direktion wollte sie nämlich aus der Luxusbleibe heraushaben, um dort eine populärere britische Influencerin unterbringen zu können, von der sie sich positive Publicity verspricht. Doch damit nicht genug. Diese Charlotte (Georgina Campbell) scheint sich obendrein auch noch recht schamlos an Diane heranmachen zu wollen. CW findet das natürlich überhaupt nicht witzig und beschließt, dem dreisten Treiben ein Ende zu setzen…
Mit "Influencer: Trau niemandem, dem Du folgst" brachte Regisseur Kurtis David Harder 2023 einen der überraschendsten Genre-Mix der Streaming-Ära. Der Film kombinierte Psychothriller, Identitätsdiebstahl und bissige Kritik an der Welt der Social-Media-Stars zu einem ungewöhnlich cleveren, aber dennoch unterm Strich mittelmäßigen Horrorfilm. Entsprechend ungewöhnlich war dann, dass eine Fortsetzung kam, und man muss sagen, dass der Nachfolger viele der Stärken des Originals bewahrt, allerdings dessen Frische und Konsequenz nicht ganz erreicht. Die Geschichte setzt die Ereignisse des ersten Films fort und rückt erneut die rätselhafte und manipulative CW (Cassandra Naud) in den Mittelpunkt. Wie schon im Vorgänger nutzt der Film die Welt der Influencer als Spielplatz für Täuschungen, Manipulation und gesellschaftliche Satire.
Inszenatorisch macht "Influencer 2" vieles richtig. Die exotischen Schauplätze, die elegante Kameraarbeit und die dynamische Montage verleihen dem Film einen deutlich größeren und hochwertigeren Look, als es das Budget vermutlich vermuten lässt. Kurtis David Harder beweist erneut ein gutes Gespür für Spannung und visuelle Stilmittel. Vor allem in den ruhigeren Momenten erzeugt der Film eine angenehme Unberechenbarkeit, bei der man nie ganz sicher ist, wer gerade die Kontrolle besitzt. Hinzu kommt, dass die Fortsetzung ihre Kritik an der Welt der sozialen Medien weiterführt. Die Jagd nach Aufmerksamkeit, künstlich inszenierte Online-Identitäten und die Oberflächlichkeit der Influencer-Kultur werden erneut mit einer gehörigen Portion Zynismus betrachtet. Zwar ist diese Gesellschaftskritik nicht sonderlich subtil, doch sie verleiht dem Film eine zusätzliche Ebene, die ihn von vielen anderen Genreproduktionen abhebt.
Allerdings zeigt sich auch, warum der Film nicht ganz an seinen Vorgänger heranreicht. Das Drehbuch wirkt stellenweise überladen und versucht, immer neue Wendungen und Überraschungen einzubauen. Nicht jede davon geht auf, und einige Entwicklungen erscheinen eher konstruiert als organisch. Gerade im letzten Drittel schlägt der Film einen deutlich verspielteren und teilweise fast schwarzen-komödiantischen Ton an, der nicht immer perfekt mit der zuvor aufgebauten Spannung harmoniert. Er ist zweifellos unterhaltsam, aber tonal etwas uneinheitlich. Letztlich besitzt der Film aber genug Tempo, Stil und ausreichend eigene Ideen, um nicht wie eine bloße Wiederholung des ersten Teils zu wirken. Vor allem Horror- und Thrillerfans, die Freude an cleveren Identitätsspielen und modernen Social-Media-Albträumen haben, kommen hier durchaus auf ihre Kosten.
5,5/10

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