Samstag, 30. Mai 2026

Star Wars: The Mandalorian And Grogu - The Mandalorian & Grogu (2026)

https://www.imdb.com/de/title/tt30825738/

Nach dem Sturz des Dunklen Imperiums haben sich die verbliebenen Kriegsherren in der Galaxis zerstreut. Während die aus den Trümmern errichtete Neue Republik versucht, die hart erkämpften Errungenschaften der erfolgreichen Rebellion zu bewahren, erhält sie Unterstützung von Din Djarin (Pedro Pascal), einem erfahrenen mandalorianischen Kopfgeldjäger, und seinem jungen Schützling Grogu. Die beiden bekommen den Auftrag Rotta den Hutten (Jeremy Allan White) zu retten, während die paar versprengten Warlords des zerschlagenen Imperiums weiterhin versuchen, an der neuen Ordnung zu rütteln und selbst wieder zu Macht zu gelangen.

"The Mandalorian And Grogu" ist der erste "Star Wars"-Kinofilm seit fast sieben Jahren - und er kommt nicht wie ein episches Vehikel, sondern wie eine verlängerte, aber gut inszenierte Doppelfolge der gleichnamigen Serie. Jon Favreau, der Schöpfer der Serie, führte Regie, schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Dave Filoni und produzierte den Film - eine Kontinuität, die Fans vollends entlohnt, die aber auch die Grenzen des Projekts deutlich macht: 

Der Film ist zweigeteilt: Die erste Hälfte ähnelt einer Ansammlung von Fetch-Quests, die sich um die Verfolgung imperialer Überreste drehen; die zweite Hälfte kehrt zur Serie zurück, zu jenen Stellen, wo sie am besten war - Abenteuer, bei denen Mando und Grogu gemeinsam kämpfen und Lehren über Familie lernen. Der Film bietet explosive Action, fantastische Anspielungen, Cameos und Hommagen, gigantische Kampf-Szenen und schöne Bilder aus der "Star Wars"-Welt. Die Action-Beats kommen alle paar Minuten, damit niemand einschläft. Grogu, der eukalyptusfarbene Lehrling - zierlich, animatronisch, mit faltigem Gesicht und wackelnden Ohren - kontrastiert mit der sonstigen glatten Ästhetik. Seine ausdrucksstarken Augen und lebendigen Ohren sind voll sichtbar, und er bleibt nach wie vor entzückend charmant. Die Beziehung zwischen Mando und Grogu trägt den Film - sie kämpfen gemeinsam, lernen voneinander, und die Familien-Botschaft ist hier glaubwürdiger als in der dritten Staffel der Serie. Pedro Pascal spielt Mando mit schneller Intensität, robuster Stärke und unerschütterlichem Stoizismus, auch wenn er immer maskiert bleibt und gerade mal 5 Minuten sein Gesicht zeigen darf. Sigourney Weaver ist offenbar auf Autopilot, aber ihre Präsenz wirkt. Martin Scorsese spricht ein paar Zeilen mit story-relevanten Informationen - ein herrlicher Moment, gerade weil Scorsese 2019 noch zum Disney/MARVEL/Star Wars-Franchise sagte, dass sich solch ein Kino wie ein "Freizeitpark" anfühle und "kein echtes Kino" sei. Das macht seine Aussage im Film, als Mando seine Figur, das Ardennianer-Alien und Sandwich-Koch Hugo Durant, großzügig bezahlt ("Dafür erzähle ich euch was immer ihr wollt") besonders amüsant. Auch amüsant sind die kleinen Anspielungen und Szenen, die Favreau bewusst in den Film einbaute: Eine der markantesten Verfolgungsjagden im Film ist eine direkte Hommage an William Friedkins berühmten Crime-Klassiker von 1971: "Brennpunkt Brooklyn", eines der Gebäude  Ein Gebäude auf Shakari, welcher derb an "Blade Runner" erinnert, trägt den Namen "Weathers Apollo", eine direkte Widmung an den 2024 verstorbenen Schauspieler, der in der Serie den Greef Karga spielte. Die Arena-Kämpfe scheinen direkt aus "Gladiator" zu stammen und dass die Arena "rein zufällig" wie das Schachspiel aus "Star Wars: Epsiode IV: Eine neue Hoffnung" aussieht und dann auch noch dieselben Kreaturen auftauchen ist auch kein Zufall. Auch Jonny Coynes Darstellung des Janu ist stark von Telly Savalas selbstgefälliger, charismatischer Interpretation von Bonds größtem Widersacher Ernst Stavro Blofeld beeinflusst, und die verschneite Kulisse scheint auch die Schauplätze für den epischen Auftakt von "The Mandalorian and Grogu" inspiriert zu haben, in dem Din Djarin - genau wie James Bond in "James Bond 007: Im Geheimdienst Ihrer Majestät" - einen Berg hinabfährt, um die Welt zu retten. Nur dass Din das mit einem imperialen AT-RT tut (es ist schließlich immer noch "Star Wars"). Din Djarins Kopfgeldjäger-Gegner Embo (gesprochen von Co-Autor Dave Filoni, der auch in der Bar ein eindeutiges Cameo hat) ist ein Kyuzo, eine außerirdische Spezies, die nach dem Schwertmeister aus "Die sieben Samurai" benannt wurde, gespielt von Seiji Miyaguchi. Kurosawas Held tritt zwar würdevoller auf als der skrupellose Söldner aus "The Mandalorian And Grogu", ist aber genauso tödlich. Und vergessen wir mal nicht die Aufnahmen von X-Wings und Kampfpiloten vor dem sonnendurchfluteten Horizont. Die Bilder sind beeindruckend, was vor allem daran liegt, dass sie aus Tony Scotts Blockbuster "Top Gun" von 1986 stammen. 

Und dies sind Punkte, die einem Filmfan das Herz höher schlagen lassen. Klar, "The Mandalorian And Grogu" fühlt sich immer noch sehr wie zwei verlängerte Episoden der Serie an, die an einem Punkt zusammengenäht wurden. Die erste Hälfte ist intermittierend unterhaltsam, aber auch irgendwie mühsam. Trotz gestochen scharfer Aufnahmen wirkt das Bild zu dunkel und zu schlammig. Action-Sequenzen sind fast verdeckt, einzelne Beats schwer zu entziffern. Der Film ist zudem sehr laut - ich habe noch nie so extravagante Blaster-Geschosse gehört. Es toppt nicht die seismische Bombe, die Jango Fett in "Star Wars Episode II: Angriff der Klonkrieger" zündet, doch es rummst ordentlich. Und apropos rummst: Der Score von Ludwig Göransson ist der eigentliche Star des Films. Elektronische Klänge, vermischt mit klassischen Tönen - das passt wunderbar und bleibt im Ohr. Das Ergebnis ist damit kaum langweilig, aber nicht so begeisternd, wie Favreau, Filoni und Noah Kloor vielleicht beabsichtigt hatten. Man kann nur noch einmal betonen: Es wirkt alles oft weniger als ein Film, als eine verlängerte Folge der Serie. Doch alldem zum Trotz fühlt sich "The Mandalorian And Grogu" auch sehr richtig an. Er ist ein charmantes "Star Wars"-Kino-Comeback nach fast sieben Jahren. Er bietet explosive Action, eine Prise Humor, Emotionen und Abenteuer - und er ist wirklich spaßig trotz kleinerer Mängel, Logiklöcher (die sogar Kindern auffallen) und Ungereimtheiten. Doch er spielt wie eine mittelbeste Doppelfolge der Serie, und ich bin nicht sicher, ob er der begeisternde Hit ist, den Disney braucht, um das Kinoerlebnis für das "Star Wars"-Franchise wiederzubeleben. Viele werden den Kinobesuch vermeiden und auf den Stream warten. Bei Kindern, für die dieser Film eindeutig gemacht ist, wird er wahrscheinlich sehr gut ankommen - und für eine Generation, die noch nicht die Freude von "Star Wars" auf der großen Leinwand erlebt hat, ist er wahrscheinlich gut genug - ein unterhaltsamer, actionreicher Weltraum-Western, der nicht den Sprung zum echten Kinofilm schafft. Er ist gut genug für eine neue Generation - aber vielleicht nicht der alles-begeisternde Hit, den Disney oder das "Star Wars"-Franchise braucht.

7/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: Disney/Lucasfilm

Spider-Noir (Authentic Black & White Version) (2026)

https://www.imdb.com/title/tt30460310/

Im düsteren New York der 1930er-Jahre lebt Ben Reilly (Nicolas Cage), ein abgekämpfter Privatdetektiv, dessen Leben von Rückschlägen geprägt ist. Einst war er der einzige Superheld der Stadt, doch mittlerweile ist er von Schuldgefühlen geplagt. Also versucht er, ein unauffälliges Leben zu führen, bis ihn ein neuer Fall zwingt, sich erneut mit seiner Identität und somit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen.

https://www.imdb.com/title/tt31632368/
1. Flammendes Geheimnis (Step Into My Office)
Im Jahr 1933 war der Privatdetektiv Ben Reilly einst als der Vigilant "The Spider" aktiv, zog sich jedoch zurück, nachdem seine Verlobte, Ruby Williams, ums Leben gekommen war. Fünf Jahre später werden Ben und ein weiterer Privatdetektiv, Donegal, damit beauftragt, den Kriminellen Jimmy Addison aufzuspüren. Donegal tötet Addison, nachdem er entdeckt hat, dass dieser über pyrokinetische Fähigkeiten verfügt. Später wird Ben engagiert, um die Nachtclubsängerin Cat Hardy - die deutlich jüngere Ehefrau eines Mannes namens Carmedy - wegen Untreue zu observieren. Im "Redcliff" hindert Ben Cats vermeintlichen Liebhaber daran, sie tätlich anzugreifen. Anschließend erfahren er und Donegal, dass der Mann, der sie mit der Suche nach Addison beauftragt hatte, Winston ist - die rechte Hand des Verbrecherbosses Silvermane. Ben und seine Sekretärin Janet finden zudem heraus, dass Cats Begleiter niemand Geringeres als Bürgermeister Alfred Morris ist; woraufhin sie den Fall aufgeben. Nachdem Ben erfahren hat, dass die Polizei Addisons Leiche geborgen hat, begibt er sich in den Nachtclub "Alcove", um Cat zu erpressen und Donegal vor Silvermane zu warnen. Silvermane foltert und tötet Donegal, während Cat Flint Marko - einen Mann, der seinen Körper in Sand verwandeln kann - auf Ben ansetzt. Ben lässt von der Erpressung ab, und am nächsten Tag beauftragt Cat ihn damit, das Verschwinden von Marko zu untersuchen. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt32365977/
2. Wo ist Flint? (Tread Lightly)
Obwohl er den Verdacht hegt, dass Cat ihm Informationen vorenthält, nimmt Ben den Fall an und durchsucht Markos Wohnung. Dabei entdeckt er, dass Marko und Addison ehemalige Soldaten des Ersten Weltkriegs waren, die einst als Schläger für Silvermane gearbeitet hatten. Cat räumt ein, dass Silvermane der Eigentümer des „Alcove“ ist, und erklärt, sie habe persönliche Gründe für die Suche nach Marko. Später nehmen Silvermanes Männer Ben gefangen, doch es gelingt ihm, zu entkommen. Bens befreundeter Journalist Robbie Robertson interviewt Addisons Witwe und erfährt dabei, dass diese das Geld, das Addison für das Niederbrennen von Silvermanes Villa erhalten hatte, für einen luxuriösen Lebensstil ausgibt. Unterdessen verschlechtert sich Markos Zustand, was ihn dazu zwingt, bei seinem Freund Lonnie Lincoln - der über übermenschliche Körperkraft verfügt - Unterschlupf zu suchen. Nachdem Silvermanes Männer Janet bedroht haben, schlüpft Ben erneut in die Rolle von „The Spider“. Während eines Alkoholtransports besiegt „The Spider“ Silvermanes Handlanger und schüchtert Silvermane so weit ein, dass dieser Ben und Janet fortan in Ruhe lässt. Später erzählt Robbie Ben, dass er durch die Konfrontation mit Silvermane - wenn auch unbeabsichtigt - dessen Leben gerettet habe; die Polizei hatte nämlich einen Hinterhalt an den Docks geplant. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt33452921/
3. Die Suche nach dem Verräter (Double Cross)
Ben wird von Silvermane angeheuert, um herauszufinden, wer Informationen über seinen Spirituosentransport durchgestochen hat. Im Krankenhaus erfährt er, dass verletzte Beamte von Morris einen Tipp erhalten hatten. Robbie begibt sich in ein Armenviertel, um Lincoln zu befragen; dort wird er jedoch Zeuge einer von Morris angeordneten Razzia, die Marko und Lincoln dazu zwingt, ihre Kräfte gegen die Polizisten einzusetzen. Janet entdeckt, dass Addison, Lincoln und Marko ehemalige Kriegsgefangene waren. Ben findet zudem heraus, dass Carmedy gelogen hat, als er sich als Cats Ehemann ausgab - dies diente lediglich dazu, Beweise gegen Morris zu sammeln -, und dass Cat das Treffen arrangiert hatte. Er zieht den Schluss, dass Cat die Informationen über den Transport durchgestochen und Addison angeheuert hat, um Silvermanes Villa niederzubrennen. Ben bricht in Silvermanes Tresorraum ein, um Vera dafür zu bezahlen, die Stadt zu verlassen, bevor sie Cat entlarven kann. Als sich Markos Zustand verschlechtert, spielt er kurz mit dem Gedanken, gemeinsam mit Cat zu fliehen. Später stellt Ben Cat in der Penn Station zur Rede, als diese gerade zu fliehen versucht; doch Winston nimmt beide gefangen. Nachdem er markierte Zahlungen von Silvermane zurückverfolgt hat, spielt Ben Winston eine Falle, indem er dessen Geld verwendet, um Vera auszuzahlen. Silvermane tötet daraufhin Winston sowie dessen Komplizen Gio. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt33452926/
4. Die Rückkehr der Spinne (A Mistake I'll Never Make Again)
Cat offenbart Ben, dass sie Addison angeheuert hatte, um Silvermane zu töten, damit sie sich mit Marko niederlassen konnte - nachdem Silvermane ihren ersten Verlobten ermordet hatte. Marko belauscht ihr Gespräch. Da er sich verraten fühlt, beschließt er, wieder für Silvermane zu arbeiten. Robbie und Janet führen im Büro ein Interview mit Lincoln. Silvermane setzt Marko ein, um Morris einzuschüchtern und dazu zu bringen, seine Kampagne zur Beendigung der Prohibition einzustellen. Ben und Cat verbringen die Nacht in seiner Wohnung; dort erzählt er ihr, wie Ruby ums Leben kam - getötet von einem Verbrecher, den er einst gefasst hatte und der nun auf Rache aus war. Beide brechen auf, als sie hören, dass ein Metahuman das Diamond District angreift, wobei sie vermuten, dass es sich um Marko handelt. Bei dem Metahuman handelt es sich um einen Mann namens Dirk Leyden - einen Kriminellen mit der Fähigkeit, Elektrizität aufzunehmen und wieder abzugeben. Der Spider besiegt ihn, indem er den Strom in dem Gebiet abschaltet, um zu verhindern, dass Leyden weitere Elektrizität speichern kann; Morris nutzt diesen Sieg, um seiner eigenen Kampagne neuen Auftrieb zu verleihen. Cat kehrt in Bens Wohnung zurück und schlussfolgert, dass er der Spider ist, woraufhin sie ihn küsst. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt33498865/
5. Armee der Superhelden (Betrayal)
Ben erzählt Cat, dass er seine Kräfte bereits fünfzehn Jahre zuvor - in den letzten Tagen des Ersten Weltkriegs - erlangte: Nachdem er deutsche Experimente an Kriegsgefangenen entdeckt hatte, die er gerade befreite, wurde er von einem mutierten Soldaten gebissen, der halb Mensch und halb Spinne war. Robbie erhält seinen Job beim Daily Bugle zurück, indem er die Geschichte über den Kampf zwischen dem Spider und Leyden nutzt. Er und Janet stellen fest, dass jeder der Metahumans Dr. Faber aufgesucht hatte, bevor er seine Kräfte entwickelte. Während Robbie Faber und ihren Sekretär Ogden befragt, stiehlt Ben medizinische Akten, die belegen: Faber hatte versucht, die Metahumans zu heilen, verschlimmerte jedoch stattdessen ihren Zustand - was bedeutet, dass sie sterben werden, sollten sie weiterhin ihre Kräfte einsetzen. Marko, nun Silvermanes rechte Hand, rekrutiert Lincoln und befreit Leyden, damit dieser sich ihnen anschließt. Silvermane warnt Ben davor, den Spider aus seinem Konflikt mit Morris herauszuhalten. Ben bittet Cat, gemeinsam mit ihm die Stadt zu verlassen; sie willigt ein, doch später stellt Marko sie zur Rede, weil sie Addison ohne seine Zustimmung angeheuert hatte. Lincoln erzählt Cat, dass Faber glaubt, die Begegnung mit dem Spider könne ihr bei der Suche nach einem Heilmittel helfen. - woraufhin Cat Faber Bens Geheimnis offenbart. - 9/10

https://www.imdb.com/de/title/tt33498870/
6. Albträume einer Spinne (Nightmare On A Gurney)
Ogden sucht Bens Wohnung auf und offenbart, dass auch er im Krieg gedient hat, seine Mutation ihn jedoch rapide altern ließ. Als Ben sich weigert zu kooperieren, setzt Ogden ihn unter Drogen, um ihn gewaltsam in Fabers Labor zu bringen. Faber enthüllt, dass Ogden ihr Sohn ist und sie fest entschlossen ist, ein Heilmittel für Metahumans zu finden, um ihm zu helfen - woraufhin sie beginnt, Bens Organe zu untersuchen. Während der Operation durchlebt Ben Albträume über die Prozeduren, denen er nach dem Krieg ausgesetzt war. Es gelingt Faber, ein Heilmittel zu entwickeln und Ogden in sein wahres Alter zurückzuversetzen. Sie plant, Ben zu töten, um ihre Spuren zu verwischen; doch Ogden lässt ihn entkommen, um sich für dessen Dienste zu revanchieren. Silvermane und seine Männer stürmen die Einrichtung, um weitere Metahumans für ihre Reihen zu rekrutieren. Nachdem er Fabers gescheiterte und verstorbene Versuchsobjekte erblickt und von Ogden beschossen wurde, tötet Leyden sowohl Faber als auch ihren Sohn. Während Silvermanes Männer das Labor in die Luft jagen, verlässt Ben den Ort - das Heilmittel in seinem Besitz. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt33498878/
7. Niemands Held (Nobody's Hero)
Silvermane lässt Leyden und Marko Morris’ Wahlkampfbüro angreifen und dessen Geld stehlen. Ben ertränkt seinen Kummer über Cats Verrat in einer Bar im Alkohol und verprügelt dort eine Gruppe von Pöblern. Nach etwas Zuspruch von Robbie, den anderen Metahumans zu helfen, beschließt Ben, das Gegenmittel zu verwenden, um zunächst sie alle zu heilen, bevor er es an sich selbst anwendet. Während der Spider im Kampf gegen Lincoln Schwierigkeiten hat, seine Kräfte einzusetzen, gelingt es Robbie, Lincoln das Heilmittel zu injizieren; anschließend helfen die beiden ihm, der Polizei zu entkommen. Während Ben sich von dem Kampf erholt, dankt Lincoln den beiden für ihre Hilfe, ermutigt Robbie, einen anderen Weg der Berichterstattung abseits des Daily Bugle zu finden, und verlässt gemeinsam mit seiner Mutter die Stadt. Sowohl Silvermane als auch Morris erfahren, was geschehen ist, und befehlen ihren Männern, Ben zu benutzen, um Kontakt zum Spider aufzunehmen. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt33498883/
8. Der Mann in der Maske (The Man In The Mask)
Cat weist Janet an, Ben um das Gegenmittel zu bitten, um Marko und Leyden zu heilen; doch diese folgen Janet zu Robbies Wohnung und nehmen Ben gefangen. Silvermane zwingt Ben, Kontakt zum Spider aufzunehmen - wobei Robbie in dessen Rolle schlüpft -, und befiehlt, das Gegenmittel zum "Alcove" zu bringen. Nachdem Leyden Ben als alten Kriegskameraden wiedererkannt hat, begreift Silvermane, dass Ben der Spider ist, und droht Cat, um ihn zu einem Geständnis zu zwingen. Um Ben zu schützen, offenbart Cat, dass sie Silvermane verraten hat. Bevor Silvermane sie töten kann, trifft Robbie ein - verkleidet als der Spider. Leyden injiziert Robbie das Heilmittel und setzt ihn mittels Elektroschock außer Gefecht; anschließend versucht er, Marko dazu zu überreden, ihm beim Sturz Silvermanes zu helfen. Ben erlangt seine Kräfte zurück und kämpft gegen Leyden und Marko, während Cat Silvermane aufspürt und tötet. Marko wendet sich gegen Leyden, nachdem dieser Cat angegriffen hat. Der Spider tötet Leyden, indem er ihn vor einen herannahenden Zug schleudert. Er überlässt Marko die letzte Dosis des Gegenmittels und opfert damit seine einzige Chance, wieder ein Mensch zu werden, damit Cat und Marko zusammen sein können. Später verlässt Robbie den Daily Bugle, um die Leitung des "Harlem Herald" zu übernehmen; Morris gewinnt die Wiederwahl, und Ben und Janet renovieren ihr Büro, das nun den Namen "Reilly and Ruiz Investigations" trägt. - 9,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Sony/MGM/amazon Video

Freitag, 29. Mai 2026

Passenger (2026)

https://www.imdb.com/title/tt33763941/

Tyler (Jacob Scipio) und Maddie (Lou Llobell) sind verlobt und genießen einen gemeinsamen Roadtrip im Wohnmobil. Doch nach ein paar Wochen ist es von einem Moment auf den anderen um die unbeschwerte Zeit geschehen. Die beiden werden nämlich Zeugen eines entsetzlichen Unfalls, bei dem ein Mensch stirbt. Doch es sind nicht nur die drastischen Bilder, die sie daraufhin weiter verfolgen, sondern auch eine mysteriöse dämonische Präsenz namens "The Passenger" (Joseph Lopez), die sie nun auf Schritt und Tritt überall hin verfolgt. Versucht, das Wesen abzuschütteln, scheitern und schließlich geht es für Tyler und Maddie selbst um mehr als nur einen versauten Urlaub...

Regisseur Andre Øvredal hat sich in seinen bisherigen Genrefilmen als Regisseur erwiesen, der das Unheimliche dem Zuschauer nicht einfach vor den Latz knallt, sondern mit Geduld anlegt. Man spürt  auch bei seinem neuesten Beitrag das Versprechen eines Films, der wie "The Autopsy Of Jane Doe" oder "Die letzte Fahrt der Demeter" aus einer begrenzten Situation eine wachsende Beklemmung formt. Mit seinem neuen Film "Passenger" folgt er diesem Prinzip noch direkter und bringt die Art von Horror, die zuerst mit einer simplen Prämisse lockt und dann beweist, dass Einfachheit die beste Tarnung für etwas viel Unangenehmeres sein kann. Zwei Menschen, ein Auto, eine Nachtstraße, ein Unfall am Rand der Fahrbahn - und plötzlich ist aus einer Reise eine Verfolgung geworden, die nicht nur den Körper, sondern auch das Nervensystem angreift. Ein simpler Road-Trip kippt in einen Albtraum, als das Paar nach einem schrecklichen Unfall begreift, dass es die Unglücksstelle nicht allein verlassen hat und eine dämonische Präsenz namens "Passenger" ihnen folgt, bis sie beide ihren Preis zahlen.

Das Schöne an so einem Stoff ist, dass er auf ein uraltes Horrorgefühl zielt: die Angst, auf einer Fahrt in etwas hineingeraten zu sein, das man nicht mehr abschütteln kann. Der Film nutzt dafür offenbar eine Mischung aus Verfolgungshorror, übernatürlicher Bedrohung und dem psychologischen Druck einer Beziehung, die in einer Extremsituation getestet wird. Gerade im Auto oder Van entsteht eine besondere Enge: Man sitzt nebeneinander, aber oft nicht mehr auf derselben Seite der Wahrheit. Das ist die Art von Konstellation, aus der gute Horrorfilme nicht nur Schocks, sondern auch Charaktere gewinnen. Und das ist die entscheidende Frage: Ist der Film mehr als sein Mechanismus? "Passenger" setzt zielstrebig auf Spannung, Sounddesign und unmittelbare Bedrohung, also auf jene Mittel, mit denen Øvredal seine stärksten Momente oft gebaut hat. Mit etwas stärkerem Gewaltgehalt und Gore begnügt er sich hier allerdings nicht länger mit Andeutungen, sondern nimmt auch die körperliche Dimension seiner Geschichte ernst. Gerade hier ist dies von Vorteil, weil die Gewalt nicht dekorativ, sondern als Konsequenz erscheint. 

Was den Film reizvoll macht, ist auch das Verhältnis zwischen Bekanntem und Eigenem. Das Grundmuster erinnert an klassische Verfolgungsgeschichten und an Horrorfilme, in denen eine unsichtbare oder halb sichtbare Macht nicht loslässt. Aber die Kombination aus Road-Movie-Setting, Dämonenmotiv und einem Unfall als Auslöser gibt dem Ganzen eine moderne, beinahe urban-legendarische Härte. Man erwartet ja auch keinen eleganten Grusel, sondern einen Film, der die Fahrt als Verhängnis begreift: Jeder Kilometer entfernt die Figuren nicht vom Problem, sondern bringt sie ihm näher. Leider, und das muss man am Ende durchaus zugeben, ist der Trailer besser als der ganze Film.

6/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: Paramount/18hz Productions

Donnerstag, 28. Mai 2026

LOL: Last One Laughing, Season 07 (2026)


Deutsche Adaption des internationalen Erfolgsformats "LOL: Last One Laughing": Für zehn Comedians gilt es, keine Miene zu verziehen und gleichzeitig zu versuchen, die Gegner zum Lachen zu bringen. In dem mehrstündigen Wettbewerb gibt es keine Regeln und die Comedians dürfen alles – außer lachen. Neben Stand-up, Charakterkomik und Improvisation ist auch voller Körpereinsatz gefragt. Unter den wachsamen Augen von Michael "Bully" Herbig nehmen die zehn Comedians die Herausforderung an, unter keinen Umständen zu lachen. Er überwacht im Control Room auch die kleinste Gesichtsentgleisung. Wer am Ende als Letzter lacht, gewinnt ein Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro, das für einen guten Zweck gespendet wird. 

1. Payback Time
Die erste Folge ballert los - und das ganz ohne Vorglühen. Bei der urkomischen Version einer berühmten Dating-Show liegen gleich mehrere Kandidaten lachend am Boden. Aber warum buzzert unser Gastgeber nicht? Hat er im nun folgenden Chaos komplett den Überblick verloren? Scheidet der komplette Cast schon in der ersten Folge aus? Beruhigt euch, Freunde - denn die klare Antwort lautet: Jein. - 9/10

2. Kalt erwischt
Teddy eröffnet Folge Zwei als silberner Duschvorhang und hat einen ziemlich krassen Gag im Gepäck. Na ja, Schwamm drüber-es ist halt Humor, der sich gewaschen hat! Barbara setzt eher auf Tempo und jagt mit einer selbstgebastelten Achterbahn ins Tal, bis die Haare zu Berge stehen. Olaf unternimmt einen musikalischen Ausflug in den Harz. Das „hurzt" ganz schön, aber der Typ ist eben gut gestimmt! - 8,5/10

3. Bauch, Beine, Po
Der erste Joker kommt ins Spiel und löst bei Olaf Panik aus: Der Typ hat ihm schon früher mal bei LOL das zweite Licht ausgeknipst. Auf der Bühne geht hingegen der Spot an. Dieses Fitness-Programm aus den Schweizer "Bergen" ist echt der Gipfel. Caro kommentiert diese Darbietung mit furztrockenem Humor. Torsten beweist, dass es im wahrsten Sinne eine große Kunst ist, andere zum Lachen zu bringen. - 7,5/10

4. Das gabs noch nie!
Zweite Halbzeit bei LOL. Erst ein Schäfchen ist dem ständigen Blöksinn zum Opfer gefallen und musste die Herde verlassen! Gefahr droht aus dem Kühlregal... Aus dem Kontrollraum dröhnt eine letzte verzweifelte Warnung: "Leute, ich bin grad nah am Buzzer gebaut!" Zu spät: Ein weiterer Kollege stolpert leise kichernd über seinen eigenen Gag. - 8/10

5. Kleine Ursache, große Wirkung
Überraschend viele LOL-Stars halten sich mit Hartnäckigkeit im Spiel! Droht nun der Ketchup-Flaschen-Effekt? Und wer sieht als nächstes Rot? Eine Meerjungfrau mit Hasenzähnen behauptet, sie könne Spagat und Singen! Ihre vorgetragene Kostprobe hat tatsächlich Hitpotential - in der Hölle. Ein übermütiger Hausbewohner legt sich mit einem Kollegen an und startet eine Horror-Show. Außerirdisch lustig! - 8/10

6. Ab geht die Luzie!
Staffel Sieben steht kurz vor der Entscheidung, aber zum Siegen gehört natürlich Fortuna. Wie bestellt taucht ein Glücksrad auf und animiert zwei Comedians zu einem tierisch lustigen Flirt. Als ein Alien im Loft landet, das offenbar nicht alle Untertassen im Schrank hat, steht der harte Kern kurz vorm letzten Lacher. Ein topgelaunter Joker sorgt für ein aufrüttelndes Finale. - 8,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: amazon Video
Poster/Artwork: amazon Video

Dienstag, 26. Mai 2026

We Bury The Dead (2024)

https://www.imdb.com/title/tt29713093/

Vor der Küste Tasmaniens löst das US-Militär versehentlich eine experimentelle Waffe aus, die sämtliche Lebewesen auf der Insel tötet. Unter den Opfern befindet sich Mitch (Matt Whelan), der Ehemann von Ava (Daisy Ridley). Nach Bekanntwerden der Katastrophe meldet sich Ava für die Aufräumarbeiten in der betroffenen Region, um mit dem Verlust abschließen zu können. Sie wird einer Einheit zugeteilt, die Häuser und Gebäude durchsucht, Leichen birgt und diese für Bestattungen auf Gehwegen ablegt. Bald zeigt sich jedoch, dass nicht alle Opfer tot bleiben - einige kehren ins Leben zurück. In solchen Fällen sollen die Teams per Leuchtrakete das Militär alarmieren. Für Ava ist der Einsatz jedoch vor allem ein Vorwand, um zu Mitch zu gelangen, der sich in einer durch Brände abgesperrten Zone 200 Meilen südlich befindet. Gemeinsam mit ihrem Partner Clay (Brenton Thwaites) stiehlt sie ein Motorrad und begibt sich auf die gefährliche Reise. Unterwegs treffen sie auf den Soldaten Riley (Mark Coles Smith), der selbst einen Verlust erlitten hat, und geraten immer wieder in Konfrontationen mit den zunehmend aggressiven Rückkehrern. Doch Avas Hoffnung, ihren Mann lebend zu finden, treibt sie unaufhaltsam weiter.

"We Bury The Dead" ist, wie der Name vielleicht schon vermuten lässt, ein düsterer, ernst gemeinter Zombie-Film, der seine beste Idee nicht im Blutrausch, sondern in der Trauer findet. Regisseur Zak Hilditch verlegt das Genre nach Tasmanien und erzählt von einer Frau, die in ein verseuchtes Gebiet reist, um ihren vermissten Mann zu finden; damit wird aus dem üblichen Untoten-Szenario eher eine Geschichte über Verlust, Verdrängung und den verzweifelten Wunsch nach Abschluss. Der Film priorisiert Atmosphäre vor Aktion und lässt seine Bedrohung langsam anschwellen, statt sie in üblicher Genre-Manier sofort auszuspielen. Genau darin liegt sein Reiz: Die Zombies sind hier nicht bloß reißende Monster, sondern Teil einer gespenstischen Landschaft aus Katastrophe und Nachhall, was eindeutig die stärkste Seite des Films ist.

Daisy Ridley spielt die Hauptrolle mit einer stillen, geerdeten Präsenz, die der Geschichte Glaubwürdigkeit verleiht. Ihre Leistung und die eindringliche Bildsprache, verleiht dem dem Film ein bedrückendes, fast elegisches Gewicht. Doch so überzeugend Ridley und die Grundstimmung auch ist, so deutlich zeigen sich auch die Grenzen des Films. "We Bury The Dead" füllt seine interessante Prämisse nicht immer mit genügend dramatischer Entwicklung und verliert sich stellenweise in Wiederholung oder Belanglosigkeit. Und das ist frustrierend, weil man stets das Gefühl hat, dass hier ein besserer Film drin steckt. Der Film will sich als ernsthafte, nachdenkliche Variation des Zombiegenres begreifen, bleibt aber nicht durchgehend packend genug, um diese Ambition vollständig zu rechtfertigen. 

Schade, dabei ist "We Bury The Dead" am stärksten nicht als Schocker, sondern als traurige, kontrollierte Studie darüber, wie Menschen unter dem Druck des Unfassbaren weitergehen. Er beginnt mit einigen reizvollen Ansätzen, verliert diese aber bald aufgrund seiner holprigen Erzählweise. Schlussendlich ist  "We Bury The Dead" kein Zombie-Film für Leute, die bloß Nervenkitzel suchen. Er ist eher ein stiller Albtraum über Verlust und das ungenaue Versprechen von Erlösung, getragen von starker Atmosphäre und einer überzeugenden Hauptdarstellerin. Dass der Film seine Ideen nicht immer voll ausschöpft, verhindert den großen Wurf. Aber gerade als düsterer, respektabler Beitrag zu einem abgegriffenen Genre bleibt er bemerkenswert genug, um nicht gleich vergessen zu werden.

6/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: The Penguin Empire/Campfire Studios/Giant Leap Media/Gramercy Park Media

Montag, 25. Mai 2026

The Da Vinci Code - The Da Vinci Code: Sakrileg (2006)

http://www.imdb.com/title/tt0382625/

Mitten in der Nacht wird der renommierte Harvard-Professor Robert Langdon (Tom Hanks) in den Pariser Louvre gerufen: Der Museumsdirektor wurde ermordet. Seine Leiche, die in einer Körperhaltung wie der des Vitruvischen Mannes von Leonardo da Vinci aufgefunden wird, ist der erste grausige Hinweis in einer mysteriösen Kette aus Codes und Symbolen. Unter Einsatz seines Lebens entschlüsselt Langdon mit Hilfe der Polizei-Kryptografin Sophie Neveu (Audrey Toutou) versteckte Botschaften in den Kunstwerken Leonardo da Vincis. Alle verweisen auf eine sagenumwobene Bruderschaft, deren Mitglieder seit 2000 Jahren ein machtvolles Geheimnis bewahren. Die atemlose Schnitzeljagd führt Langdon und Sophie von Paris über London bis nach Schottland; währenddessen versuchen sie verzweifelt, den Code zu knacken, um mit ihm ein Geheimnis zu enthüllen, das die Menschheit in ihren Grundfesten erschüttern wird.

"The Da Vinci Code" ist ein Film, der bereits in seiner Kinofassung wie ein Wagnis wirkt: nämlich dass der weltbekannte Bestseller von Dan Brown allein schon genug Spannung, Gravitas und Wahrheitsgefühl mitbringt, um dann auf der Leinwand zwei Stunden und 28 Minuten zu tragen. Ron Howard inszeniert das Material mit professioneller Ruhe, Tom Hanks spielt angenehm zurückhaltend aber ansprechend und am Ende bleibt vor allem der Eindruck eines Thrillers, der sich ständig wichtig genug nimmt und damit von Beginn an elektrisiert. Der Reiz des Films liegt natürlich in seinem Rätsel: ein Mord im Louvre, ein Mysterium aus Symbolen, Codes und historischen Verwerfungen, das Robert Langdon (Tom Hanks) und Sophie Neveu (Audrey Toutou) quer durch Europa treibt. Dass der Film diese Mechanik nahezu eins zu eins aus Dan Browns Roman übernimmt, ist zugleich seine Stärke und sein Problem; er bewegt sich zügig, aber fast nie elegant, und seine Dialoge tragen oft die Last, die eigentlich Bild und Rhythmus übernehmen müssten. 

Gerade darin liegt die merkwürdige Qualität des Films. Er ist kein schlampiger, sondern ein pflichtbewusster Thriller, ein Werk, das alle Hinweise ordentlich auslegt, alle Stationen korrekt abhakt und dennoch nur selten das Gefühl erzeugt, dass hier eine echte Entdeckung stattfindet. Tom Hanks spielt Robert Langdon nicht als Abenteurer, sondern als Mann, der lieber nachdenkt als losstürzt, lieber verbindet als herumposaunt. Das passt zum Charakter, aber der Film verleiht dieser Zurückhaltung nicht genug Lebendigkeit, sodass Hanks in manchen Szenen beinahe so wirkt, als halte er Abstand zu dem Material, das ihn umgibt. Dafür bringt Audrey Tautou mehr Leichtigkeit und Nervosität in den Film, während Ian McKellen mit seiner gewohnt intellektuellen Autorität fast das Gefühl erzeugt, die Geschichte könne plötzlich in einen anderen Film kippen. Jean Reno und Paul Bettany sorgen für Präsenz, doch das Ensemble bleibt meist an die Funktion im Rätsel gebunden statt an echte dramatische Entwicklung. Ron Howard ist hier vor allem ein sehr sauberer Handwerker. Die Geschichte  ist angenehm diszipliniert und ohne offensichtliches Chaos inszeniert. Wenn man auf hohem Niveau meckern wollen würde, dann könnte man dem Film die fast demonstrative Scheu vor Risiko vorwerfen. Howard filmt Theorien, Enthüllungen und historische Anspielungen mit einer solchen Korrektheit, dass der Film nie den fiebrigen Sog bekommt, den ein echter Verschwörungsthriller braucht.

Dennoch ist der Film auch beim wiederholten Male unterhaltsam und und fesselnd genug, um die Absurditäten des Plots mitzunehmen, auch wenn die zentrale Suche am Ende eher wie eine Schatzsuche als wie eine Offenbarung wirkt. Man kann "The Da Vinci Code" folgen, man kann sich zeitweise von ihm treiben lassen, aber man wird nie ganz vergessen, wie konstruiert das alles ist. Der rückblickend wohl noch eheste Schwachpunkt ist, dass der Film seine eigenen Ideen nicht verwandelt. Er präsentiert Symbole, Kunstgeschichte und Kirchenpolitik als Material für großes Kino, doch die Inszenierung bleibt zu demonstrativ, um daraus mehr als eine respektable Bebilderung zu machen. "The Da Vinci Code" ist letztlich ein großer, ernster, sauber gefertigter Studio-Thriller, der seine Zuschauer nicht beleidigt, aber auch selten wirklich überrascht. Er hat genug Tempo, genug Schauplätze und genug historische Reibung, um spannend zu bleiben, doch er besitzt vollends nicht die Kühnheit, aus seiner eigenen Obsession mit Geheimnissen ein unvergessliches Kinoerlebnis zu formen. Ein Film, der sich ansehen lässt, manchmal sogar angenehm mitreißt, aber am Ende (und mit ein wenig Abstand) eher als gut organisierte Rätselmaschine in Erinnerung bleibt als als packendes Stück Kino.

7,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Columbia Pictures/Imagine Entertainment.

Sonntag, 24. Mai 2026

Madagascar: Escape 2 Africa - Madagascar 2 (2008)

https://www.imdb.com/de/title/tt0479952/

Es war schön, mal die freie Wildbahn kennenzulernen, aber irgendwann reicht's dann auch. Also beschließen die vom Heimweh geplagten Zootiere - Löwe Alex (Ben Stiller/Jan Josef Liefers), Zebra Marty (Chris RockRick Kavanian), Giraffe Melman (David Schwimmer/Bastian Pastewka) und Nilpferd Gloria (Jada Pinkett Smith/Claudia Urbschat-Mingues) - sich von Madagaskar wieder auf den Weg nach Hause zu machen. Die pfiffige Pinguin-Truppe (Tom McGrath, Chris Miller, Christopher Knights, Conrad Vernon/Die Fantastischen Vier) schafft es, ein altes Flugzeugwrack zum Laufen zu bringen, doch leider ist die Zuverlässigkeit von Air Pinguin nicht die beste. Mit dem Lemurenkönig Julien (Sacha Baron Cohen/Stefan Gossler) und seinem Privatsekretär Maurice (Cedric the Entertainer/Roland Hemmo) an Bord legt die Reisegruppe mitten in der Steppe Afrikas eine Bruchlandung hin. Und wie es der Zufall will, stranden die Zootiere im Reservat von Löwenkönig Zuba (Engelbert von Nordhausen), der seinen im Kindesalter verschollenen Sohn Alex für tot hielt. Umso größer ist die Überraschung, als dieser sich als lebendig erweist. Konkurrent Makunga (Alec Baldwin/Klaus-Dieter Klebsch) aber sieht seine Chance gekommen, sich an Zubas Stelle zu setzen. Er beginnt eine Intrige, in deren Mittelpunkt der unbedarfte Alex steht...

Der zweite Teil der Reihe "Madagascar: Escape 2 Africa" ist ein etwas hellerer, einnehmenderer Film als das Original, aber trotzdem vor allem solide Handwerksarbeit ohne große Kreativität. Die Tiere landen nach dem Absturz eines reparierten Lastflugzeugs in Afrika, wo Alex mit seinem Vater Zuba konfrontiert wird und jeder der Vier seine eigenen Hindernisse überwinden muss, um zu „Akzeptanz“ zu gelangen. Während der Film Kinder unterhält und Erwachsene leicht amüsieren kann, bleibt er letztlich eher belanglos und einfallsarm als wirklich lustig oder berührend. Der Film ist gleich von Beginn an lebendiger, die Musik ist fröhlicher, und die Tiere sind in Afrika mit einer neuen, größeren Welt konfrontiert. 

Er ist handwerklich gut gemacht ist, bleibt aber an der Oberfläche. Und das ist sowohl Manko als auch Trick: Cartoons können durchaus ohne viel Kreativität auskommen, solange sie handwerklich geschickt sind - und genau das ist "Madagascar: Escape 2 Africa". 

Schlimmer ist, dass der Film nicht wirklich lustig ist, sondern dem Zuschauer eher Schmunzler abringt. Die Gags sind vorhersehbar, die Dialoge sind wenig überraschend, und die Geschichte ist oft nur eine Aneinanderreihung von Szenen, die die Charaktere in eine neue Situation bringen, ohne dass sich etwas wirklich verändert. Die Pinguine sind die einzigen, die wirklich lebendig wirken, aber auch sie sind eher eine nette Abwechslung als ein neuer Höhepunkt. Was die Tiere in Afrika erleben, ist auch oft zu sehr auf die "Rückkehr zur Natur" gerichtet, ohne dass die Ideen wirklich ausgearbeitet werden. Die Szene mit Moto Moto ist charmant, aber sie bleibt am Ende nur eine nette Begegnung. Die Szene mit Alex und seinem Vater ist ernst, aber sie ist nicht wirklich emotional.

"Madagascar: Escape 2 Africa" ist ein Film, der über die Familie und die Suche nach der eigenen Identität spricht. Alex muss sich mit seinem Vater auseinandersetzen, der von ihm erwartet, ein Anführer zu sein, während er selbst ein verspielter Tänzer ist. Marty muss sich damit auseinandersetzen, dass er nicht nur ein Zoo-Tier ist, Melman muss seine eigene Fähigkeit entdecken, und Gloria muss sich mit ihrer neuen Liebe auseinandersetzen. Die Tiere lernen, dass sie nicht nur ihre Identität finden, sondern auch ihre Familie finden müssen. Das ist eine gute Idee, aber der Film ist zu sehr auf die Gags und die Unterhaltung gerichtet, um diese Idee wirklich zu entwickeln. Er ist, inb Bezug auf Lebendigkeit und Drive dem Original klar überlegen, bleibt aber selbst nur auf mittelmäßigem Niveau. Der Film ist nicht schlecht, aber er ist auch nicht wirklich gut. Er ist ein weiterer, aber kein besserer Schritt in der Reihe, aber kein wirklich lebendiger Animationfilm. Und amm Ende ist "Madagascar: Escape 2 Africa" ein Film, der Kinder unterhält und Erwachsene leicht amüsiert, aber nicht mehr als das. Er ist ein solider Familienfilm, der handwerklich gut gemacht ist, aber an der Oberfläche bleibt.

6,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork:  Dreamworks Animation/Paramount Pictures

Madagascar (2005)

https://www.imdb.com/de/title/tt0351283/

Im New Yorker Central Park Zoo lebt das eingespielte Tier-Quartett Alex (Ben Stiller/Jan Josef Liefers), Marty (Chris Rock/Rick Kavanian), Melman (David Schwimmer/Bastian Pastewka) und Gloria (Jada Pinkett Smith/Claudia Urbschat-Mingues) in behüteter Gefangenschaft; Marty, gelangweilt von seinem Zoo-Leben, flieht und löst damit eine Kette von Ereignissen aus, die die Vier schließlich auf die Insel Madagaskar treiben. Dort müssen Alex, Marty, Melman und Gloria nicht nur die ungewohnte Wildnis meistern, sondern sich auch mit ihren eigenen Rollen, Ängsten und Eitelkeiten auseinandersetzen - während die exzentrischen Einwohner Madagaskars, angeführt vom selbstverliebten König Julien (Sacha Baron Cohen/Stefan Gossler) sowie seinen Vertrauten Maurice (Cedric the Entertainer/Roland Hemmo) und dem winzigen Mort (Andy Richter/Gerald Schaale), die Neuankömmlinge argwöhnisch, aber bald auch komisch begleiten.

"Madagascar" ist kein großer Animationsfilm, aber ein sehr geschickt gebauter. Er lebt weniger von emotionaler Tiefe als von Tempo, Haltung und dem Vergnügen, vier Charaktere in eine Situation zu werfen, die ihre kleinen Eitelkeiten und Ängste ziemlich komisch freilegt. Die Regisseure Eric Darnell und Tom McGrath inszenieren das Ganze mit einem klaren Sinn für Slapstick und kindgerechte Reizüberflutung, und besonders die Pinguine stehlen dem Film fast regelmäßig die Show. Das ist zugleich seine Stärke und seine Grenze: Man erinnert sich an die Gags, die Energie und die Figuren, aber weniger an eine Geschichte, die im Herzen wirklich etwas riskiert. Der Film ist temporeich, bunt und erfreulich selbstironisch, aber auch bewusst flach genug, um nicht mehr sein zu wollen als sehr gut gemachte Unterhaltung. Unterm Strich ist "Madagascar" ein charmanter Familienfilm mit genügend Witz, um leicht zu gewinnen, aber nicht genug Herz, um lange nachzuhallen.

6,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork:  Dreamworks Animation

Samstag, 23. Mai 2026

It: Welcome To Derry - Es: Welcome To Derry, Season 01 (2025)

https://www.imdb.com/title/tt19244304/

Im Jahr 1962 zieht die Familie Hanlon in die scheinbar ruhige und idyllische Kleinstadt Derry im US-Bundesstaat Maine, um ihr altes Leben hinter sich zu lassen. Doch über dieser unscheinbaren Kleinstadt liegt ein dunkler Schatten. Kinder verschwinden spurlos, Menschen werden von mysteriösen Wesen verletzt und das Gefühl einer unsichtbaren Bedrohung lastet schwer auf den Straßen. So beschließt eine kleine Gruppe Jugendlicher, die unheimlichen Ereignisse ihrer Stadt zu hinterfragen. Während sie den Geheimnissen nachgehen, stoßen sie auf die erschütternde Wahrheit: Alle 27 Jahre erwacht in Derry ein uraltes, bösartiges Wesen, das sich vom Schrecken und Leid der Bewohner nährt. Allmählich werden die Freunde in einen Strudel aus dunklen Wahrheiten hineingezogen, bis die unheimliche Bedrohung Gestalt annimmt. Im Zentrum dieser Gefahr steht ein unheimlicher Clown, dessen teuflisches Grinsen bald zu ihrem schlimmsten Albtraum wird: Pennywise (Bill Skarsgård)...

https://www.imdb.com/title/tt26542133/
1. Willkommen in Derry (The Pilot)
4. Januar 1962: Nachdem er im Kino heimlich den Film "Music Man" gesehen hat, lässt der Junge Matty Clemens sich von einer Familie in ihrem Auto mitnehmen, um Derry zu verlassen, aber während der Fahrt wird deren Verhalten immer seltsamer und schließlich gebiert die Frau ein geflügeltes Monster, das Matty angreift und tötet. Vier Monate später: Lilly Bainbridge hört aus einem Wannenabfluss Matty ein Lied aus "Music Man" singen. Weder ihre Freundin Marge noch Mattys Freunde Teddy Uris und Phil glauben ihr. Nachdem Teddys Vater beim Schabbat-Dinner davon spricht, dass im KZ Buchenwald aus der Haut jüdischer Insassen Objekte hergestellt wurden, hat Teddy in seinem Zimmer die Erscheinung einer solchen Lampe. Lilly, Teddy und Phil recherchieren in der Bibliothek zu Mattys Verschwinden, während Phils kleine Schwester Susie dabei ist, und sprechen mit Ronnie Grogan, der Tochter des Kinoangestellten Hank, die ebenfalls Stimmen gehört hat, und die Matty als letzte im Kinofoyer gesehen hat. Um der Angelegenheit auf den Grund zu gehen, gehen sie abends zusammen ins leerstehende Kino. Ronnie startet aus dem Projektionsraum für die anderen den Film "Music Man", in dem nun auch Matty zu sehen ist. Er lässt das geflügelte Monster auf sie los, das Teddy, Phil und Susie tötet, während Ronnie Lilly retten kann. Parallel dazu treffen Captain Pauly Russo und Major Leroy Hanlon auf der bei Derry gelegenen Air-Force-Basis ein. Dort begegnet Hanlon bei seinen Untergebenen Rassismus, obwohl der Kommandant der Basis, General Shaw, aktiv dagegen vorgeht. In der Nacht wird Hanlon auf seinem Zimmer von maskierten Männern angegriffen, die von ihm technische Angaben zum Bombenflugzeug B-52 erpressen wollen, aber er kann sie mit Russos Hilfe vertreiben. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt35047920/
2. Das Ding im Dunkeln (The Thing In The Dark)
Lilly und Ronnie haben nach den jüngsten Ereignissen Albträume und werden von Mitschülern isoliert, während Marge sich bei den beliebten Mädchen anbiedert. Ronnies Vater Hank wird verdächtigt, für das Verschwinden der Kinder verantwortlich zu sein, und die Bürger von Derry bedrängen Polizeichef Bowers, ihn zu verhaften. Dieser droht Lilly, sie erneut in die Nervenheilanstalt Juniper Hill einzuweisen, wo sie bereits aufgrund eines Traumas nach dem Tod ihres Vaters Zeit verbracht hatte, wenn sie nicht Hank belastet, und legt ihr eine entsprechende Aussage in den Mund. Dieser wird daraufhin öffentlichkeitswirksam festgenommen. Beim Einkaufen im Supermarkt erleidet Lilly durch Visionen von ihrem tödlich verunglückten Vater einen schweren Zusammenbruch, worauf ihre Mutter sie tatsächlich nach Juniper Hill bringt. Leroy Hanlon bezieht mit seiner Frau Charlotte und Sohn Will ein Haus in Derry. Beim Einkauf in der Stadt versucht Charlotte, Teenager aufzuhalten, die einen Jungen brutal verprügeln, und bemerkt, dass die anderen Erwachsenen nichts unternehmen. In der Schule findet Will einen Freund in Rich, der in Marge verliebt ist. Auf der Luftwaffenbasis wird ein Sergeant für den nächtlichen Angriff auf Leroy verantwortlich gemacht, aber Leroy erkennt, dass dieser nicht beteiligt gewesen sein kann. General Shaw erklärt ihm, dass der Überfall ein Test war, um seine Verschwiegenheit auf die Probe zu stellen, und zeigt ihm, dass in der Basis nach einer vergrabenen Waffe gesucht wird, die in jedem eine extreme Angst auslösen könne. Durch eine Verletzung seiner Amygdala kann Hanlon aber keine Angst fühlen. Für die Lokalisierung der Artefakte bei den Ausgrabungen wird Dick Halloranns übernatürliche Gabe genutzt. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt33753686/
3. Jetzt siehst du es (Now You See It)
1908: Der Junge Francis Shaw bekommt auf einem Jahrmarkt bei einem Besuch des Kuriositätenkabinetts Angst eingeflößt und tauscht später seine Steinschleuder bei dem indigenen Mädchen Rose ein. Als er im Wald von einem Monster angegriffen wird, kann sie ihn damit retten. Bei den Ausgrabungen 1962 wurde ein Auto aus dem Bradley-Gang-Massaker von 1935 zu Tage gefördert. General Shaw beschließt, Hallorann solle auf dem Luftweg weiter suchen, und gibt ihm eine Box mit der Steinschleuder mit, während Major Hanlon und Captain Russo ihn in einem Helikopter umherfliegen. Dort hat Hallorann plötzlich eine Vision schwebender Körper in der Kanalisation, die ihn fast dazu bringt, aus dem Helikopter zu springen. Hallorann berichtet Shaw, "Es" habe ihn gesehen. Die Ureinwohnergemeinde Derrys hält eine Versammlung ab, weil die Ausgrabungen ihr Land bedroht; Rose will aber hauptsächlich wissen, wonach gesucht wird. Hallorann erklärt Hanlon seine Gabe. Nach ihrer Entlassung aus Juniper Hill will Lilly, um Dinge mit Ronnie wiedergutzumachen, die Wahrheit sagen, doch sie brauchen einen Beweis und planen, bei der nächsten Erscheinung ein Foto des Monsters zu machen. Sie weihen Will und Rich ein in der Hoffnung, sie könnten helfen, Fotos zu entwickeln. Um das Monster hervorzulocken, schlägt Rich vor, ein Orisha zu beschwören. Dazu führen sie auf dem Friedhof ein Ritual aus, das zunächst nicht zu funktionieren scheint. Als sie aber auf ihren Fahrrädern wegzufahren versuchen, erscheinen ihnen die Geister der toten Kinder, von denen sie Fotos machen können. Beim Entwickeln der Fotos ist auf einem auch ein Clown zu sehen. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt36582268/
4. Die große, emsig arbeitende Maschine (The Great Swirling Apparatus Of Our Planet's Function)
Als die Kinder die Fotos dem Polizeichef von Derry zeigen, sind die Geister darauf nicht zu sehen. Nachdem Charlotte die Fotos bei ihrem Sohn Will entdeckt und er ihr von Ronnie erzählt, geht Leroy mit ihm angeln, um Zeit mit ihm zu verbringen. Dabei wird Will, als er kurz allein im Fluss steht, unter Wasser von einer Geistererscheinung angegriffen; Spuren davon sind auch für seinen Vater sichtbar. Will entwickelt mit seinen Freunden die Theorie, dass "Es" sie noch nicht tötet, weil es zuerst ihre Angst steigern will. Lilly besorgt ihnen Pillen ihrer Mutter gegen Nervosität. In der Schule soll Marge auf Druck der beliebten Mädchen Lilly einen Streich spielen. Doch gerade als Marge die Wahrheit sagen will, hat sie eine Vision, die dazu führt, dass sie mit einem Werkzeug ihr eigenes rechtes Auge verletzt. Lilly versucht, sie daran zu hindern, sich weiter zu verletzen und entreißt ihr das Werkzeug. Als in diesem Moment die anderen Schüler am Schauplatz eintreffen, sieht es so aus, als habe sie Marge angegriffen. Charlotte, die sich in den Südstaaten an der Bürgerrechtsbewegung beteiligt hat, spricht im Gefängnis mit Hank und verspricht ihm Hilfe. Im Gegenzug gesteht er, dass er am Abend des Kino-Vorfalls mit einer weißen, verheirateten Frau zusammen war. Dieses gegenüber der Polizei einzuräumen, würde in der aufgeheizten Stimmung sein Leben gefährden. Leroy drängt Hallorann und Shaw, ihm die Wahrheit über die Vorgänge in und um Derry zu sagen. General Shaw hat Hallorann und seinen (schwarzen) Kameraden eine ehemalige Lagerhalle als Freizeittreff überlassen und Roses Neffen Taniel auf der Basis inhaftiert, um von diesem zu erfahren, wo sie "Es" finden können. Hallorann dringt in dessen Verstand ein und hört in einer Erinnerung die Geschichte, wie vor Millionen Jahren ein Monster in einem Meteor auf die Erde im Gebiet der Wälder Derrys gefallen sei. Nach vielen Kämpfen und Verlusten bauten die Ureinwohner aus Bruchstücken des Meteors einen Bannkreis. Taniel zeigt dabei Hallorann, dass der Eingang zu seinem Unterschlupf der Brunnen im Neibolt-Haus ist. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt36421972/
5. 29 Neibolt Street (29 Neibolt Street)
General Shaw erklärt Leroy, dass sich in dem Tunnelsystem unter dem Brunnen die Pfeiler befänden und sie diese finden wollen, um den Kreis zu verkleinern. Leroy holt darauf seine Familie auf die Basis außerhalb der Stadt. Rose gibt ihrem Neffen einen Dolch aus dem Meteorstein als Schutz mit. Soldaten, Hallorann und Taniel betreten durch den Brunnen die Kanalisation. Dort wird Hallorann von seiner Großmutter in seinen Verstand gezogen; Leroy und Russo von den anderen getrennt, während eine Vision Soldaten angreift, wobei Shaw den Dolch fallen lässt, und Taniel nutzt eine Chance zur Flucht. In Halloranns Verstand öffnet sein Großvater die Kiste, in die Hallorann seine Geister gesperrt hat. Leroy hat eine Vision von seiner Frau in der Kanalisation, aber er erkennt, dass sie nicht real ist, und schießt. Die Kinder entdecken an ihrem Treffpunkt Matty. Er erklärt, er sei aus der Kanalisation entkommen, während der Clown am Tag geschlafen habe, Phil sei dort unten aber noch am Leben. Matty will nicht zur Polizei gehen, die ihn zurück zu seinem Vater schicken würde. Nachdem sie in die Kanalisation gegangen sind, sehen sie im Wasser die Leichen der verschwundenen Kinder – auch Mattys, worauf sich der Matty vor ihnen in den Clown Pennywise verwandelt. Als sie davonlaufen, bleibt Lilly zurück, wird aber letztlich nicht vom Clown angegriffen, weil im Wasser vor ihr der Dolch liegt. Die anderen Kinder begegnen Leroy, der sie für eine Vision hält und schießt. Russo wirft sich dazwischen und erliegt der Wunde. Als Hallorann aus der Kanalisation findet, sieht er Russos Geist. Hank Grogan soll in einem Bus in das Gefängnis Shawshank gebracht werden. Der Bus hat aber einen Unfall, und Hank kann entkommen. Er flüchtet zu Ingrid Kersh, einer Krankenschwester aus Juniper Hill, mit der er eine Affäre hatte, die daraufhin zu Charlotte geht. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt36815548/
6. Im Namen des Vaters (In The Name Of The Father)
Aus Ärger über seinen Ungehorsam schlägt Leroy seinen Sohn, der zu seinen Freunden davonläuft. Lilly zeigt den anderen den Meteorstein und will damit bewaffnet erneut mit ihnen in die Kanalisation gehen, worüber Ronnie sich mit ihr zerstreitet. Charlotte bringt Ronnie zum Black Spot, dem Freizeittreff der Schwarzen auf der Basis, in dem sich ihr Vater versteckt, was Hallorann nicht billigt, aber hinnimmt. Hallorann erklärt Leroy, dass er als Kind Tote sehen konnte, aber in eine imaginäre Kiste gesperrt hat, die jetzt offen ist. Leroy schlägt vor, die Geister zu nutzen, um die Pfeiler zu finden, was Hallorann ablehnt. Rich und Marge halten weiter zusammen und wollen mit Wills Hilfe Ronnie umstimmen. Nachdem Lilly eine weitere Vision ihres Vaters in der Schule hatte, geht sie zu ihrer Freundin Ingrid Kersh. In deren Haus entdeckt sie ein Clownskostüm und -fotos. Ingrid erklärt, dass sie und ihr Vater um 1908 als Pennywise und Periwinkle Zirkusartisten waren, aber sie blieb zurück, als der Zirkus weiterzog. Als Krankenschwester entdeckte sie im Jahr 1935, dass ihre Patienten Visionen von Pennywise haben. "Es" ließ Ingrid glauben, es sei ihr Vater, und sie brachte ihm Kinder, damit "Es" ihr ihren Vater zeige. Nun will sie auch, dass Lilly mit ihr geht, um Pennywise zu sehen, aber Lilly kann fliehen. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt38116637/
7. Der Pfeiler (The Black Spot)
1908: Bob Gray tritt im Karneval als "Pennywise, der tanzende Clown" auf. Seine Tochter Ingrid überrascht ihn mit ihrem eigenen Clownskostüm und -makeup. Eines Nachts nach einer Vorstellung wird Gray durch "Es" in Gestalt eines Kindes in den Wald und seinen Tod gelockt. Ein Lynchmob von Weißen stürmt den Black Spot und verlangt mit gezückten Gewehren die Herausgabe von Hank. Der zeigt sich zwar und will sich stellen, wird aber von den Schwarzen zurückgehalten und verteidigt. Daraufhin blockieren die Weißen den Club, setzen ihn in Brand und beschießen ihn. Während im Kugelhagel und beim Feuer viele Besucher sterben, kann Hallorann sich und Hank, Ronnie und Will herausbringen. Rich rettet Marge, indem er sie in eine Kiste sperrt und sich selbst opfert. Draußen zeigt Ingrid sich in ihrem Kostüm ihrem Mann, als Pennywise erscheint und diesen tötet. Er dankt ihr für die Hilfe und will sich nun schlafen legen, versetzt sie aber vorher mit seinem Licht in Katatonie. Am Morgen wird Marge von der Feuerwehr gerettet und findet Richs Leiche. Ronnie führt Charlotte zu ihrem Vater, der als im Feuer umgekommen gemeldet wird. Charlotte bringt ihn zu Rose in der Hoffnung, sie könne ihn über die Grenze schaffen. Marge und Ronnie gehen zu Lilly, um ihr von Rich zu berichten. Hallorann und die Ureinwohner nehmen an, dass "Es" nun schläft. Hallorann führt durch den Geist einer Ureinwohnerin das Militär zu einem der Pfeiler. Auf der Basis enthüllt Shaw Leroy, dass sein wahrer Plan ist, Pennywise zu befreien, um die amerikanische Bevölkerung gefügig zu machen, und lässt den Pfeiler verbrennen, wodurch "Es" seine Vorbereitung, schlafen zu gehen, abbricht und wieder erwacht. Pennywise erscheint im Hanlon-Haus und zeigt Will sein Licht. - 9,5/10

https://www.imdb.com/title/tt38770265/
8. Winterfeuer (Winterfire)
Pennywise legt einen Nebel über ganz Derry und entführt Kinder aus der Schule. Lilly, Ronnie und Marge entdecken, dass er auch Will hat, womit er auch Leroy verspottet. Dieser geht zu Hallorann, der sich aufgrund der Geister fast selbst umbringt. Rose hilft ihm mit einem besonderen Tee, die Stimmen zu unterdrücken, damit er den Meteordolch lokalisieren kann, der den zerstörten Pfeiler ersetzen soll, aber auch seinen Träger korrumpiert und sich gegen das Ritual wehren lässt. Pennywise separiert Marge, von der er weiß, dass ihr zukünftiger Sohn Richie Tozier ihn töten wird. Er will sie gerade töten, als Hallorann es schafft, Pennywise in eine falsche Erinnerung als Bob Gray zu ziehen. So kann die Gruppe der Erwachsenen die Kinder retten, aber das Militär erscheint und hält sie fest, wobei Taniel getötet wird. Pennywise befreit sich aus der Illusion, tötet Shaw und rast auf die Kinder zu, während sie zusammen versuchen, den Dolch zu deponieren und somit den Käfig wiederherzustellen. Leroy behindert Pennywise, indem er auf ihn schießt, und mit der Hilfe von Richs Geist vollenden die Kinder das Ritual und können Pennywise besiegen. Nach Richs Bestattung verlassen Hallorann, der einen Job als Hotelkoch annimmt, sowie Hank mit Ronnie die Stadt, während Rose den Hanlons ihre Farm überlässt. Marge mutmaßt mit Lilly, dass "Es" durch die Zeit reisen und in der Vergangenheit Vorfahren derer, die es besiegen werden, töten will. 1988: Ingrid Kersh ist weiterhin Patientin in Juniper Hill, wo sie, als sich deren Mutter umbringt, Beverly Marsh begegnet.- 9,5/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: HBO/Warner Bros.

Ladies First (2026)

https://www.imdb.com/de/title/tt34611082/

Damien Sachs (Sacha Baron Cohen) verfügt über Wohlstand, Einfluss und zahlreiche unverbindliche Beziehungen. Auf dem Weg zur CEO-Position einer führenden Werbeagentur wirkt seine berufliche und private Situation stabil und klar strukturiert. Doch ein unerwartetes Ereignis führt dazu, dass er in einer parallel aufgebauten Realität erwacht. Dort sind gesellschaftliche und wirtschaftliche Machtverhältnisse verschoben, Frauen nehmen dominante Positionen ein, und vertraute Strukturen innerhalb der Unternehmenswelt bestehen nicht mehr in der bisherigen Form. Innerhalb dieses neuen Systems muss Damien seine Rolle neu bestimmen und sich in einem veränderten beruflichen Umfeld orientieren. Alex Fox (Rosamund Pike) begegnet ihm in dieser Ordnung als einflussreiche Akteurin, die nun eine zentrale Stellung im Machtgefüge einnimmt. Aus der ehemals bestehenden Asymmetrie entwickelt sich eine direkte berufliche und persönliche Konfrontation, in der beide ihre Positionen behaupten und Einfluss im Arbeitsalltag sichern wollen.

Der Film beginnt mit einer dankbar überspitzten Prämisse und leidet doch an derselben Krankheit wie viele High-Concept-Komödien der Streaming-Ära: Er weiß ziemlich genau, was er sagen will, aber nicht immer, wie er es über die Dauer eines ganzen Films lebendig hält. Das Ergebnis ist eine glatt produzierte, ordentlich gespielte, aber letztlich zu einspurige Satire, die sich auf ihren Rollenwechsel verlässt, lange nachdem der eigentliche Witz erklärt worden ist. Die Story ist schnell erzählt: Damien Sachs, ein selbstzufriedener Werbemanager, wacht nach einem Unfall in einer Parallelwelt auf, in der Frauen die gesellschaftliche und berufliche Macht innehaben. Diese Umkehrung bildet den Kern des Films und was zunächst wie eine scharfe, elegante Idee wirkt, wird von Beginn an sehr deutlich ausgestellt. Doch der Film entwickelt seine Pointe nicht, sondern wiederholt diese so oft, das die Mechanik seines Konzepts schon früh offen gelegt wird und kaum Raum für Überraschung bleibt.

Der Film will die üblichen Geschlechterklischees spiegeln, um ihre Absurdität sichtbar zu machen. In seinen besten Momenten gelingt das auch: Die verdrehten Machtverhältnisse haben hin und wieder eine klare, bittere Komik, und einzelne Szenen treffen ziemlich genau den Ton zwischen Spott und Unbehagen. Doch die Satire ist zu oft so brav, dass sie ihre eigene Frechheit unterläuft. Sacha Baron Cohen spielt Damien mit jener Mischung aus Selbstüberschätzung und panischer Verlorenheit, die man von ihm erwarten darf, und Rosamund Pike bringt die nötige Kälte und Präzision mit, um den Rollentausch nicht zur bloßen Klamotte werden zu lassen. Gerade Pike ist hier die überzeugendere Präsenz, weil sie auch dann noch Autorität ausstrahlt, wenn das Drehbuch ihr nur die Funktion der ernüchternden Gegenkraft gibt. Auch das Ensemble um Charles Dance, Fiona Shaw, Emily Mortimer und Richard E. Grant verleiht dem Film mehr Gewicht, als das Material eigentlich verdient. Das ist einer der Gründe, weshalb "Ladies First" nie wie ein Desaster wirkt; es ist eher ein Film, der sichtbar über bessere Elemente verfügt, als er sinnvoll zusammensetzt. 

"Ladies First" scheitert gelegentlich daran, dass er nicht menschlich genug ist, um über seine Pointe hinaus zu tragen. Er ist nicht böse genug für echte Reibung und nicht leichtfüßig genug für pure Eskapadenkomik. Selbst die kürzere Laufzeit hilft da nur bedingt. Dem Film geht schon nach kurzer Zeit die Puste aus, weil die Grundidee sehr früh auserzählt ist und danach nur noch Variationen derselben Lektion folgen. Auch "Ladies First" ist damit kein Totalschaden, sondern ein Film, der sein Thema korrekt erkennt und doch zu früh aufhört, es mit Witz, Mut oder Grausamkeit zu vertiefen. Am Ende bleibt ein Film, der mehr nach dem Klang einer guten Idee als nach einer guten Ausführung klingt. Er hat talentierte Schauspieler, eine brauchbare Form, einige treffende Spitzen und ein Thema, das klar genug ist; aber er besitzt nicht die komödiantische Kühnheit, die aus einer netten Prämisse eine bleibende Satire machen würde. Ein klassischer Fall eines Films, den man respektiert, während man auf die bessere, schärfere Version derselben Idee wartet.

5,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: 3dot productions/Four by Two Films/Netflix

Freitag, 22. Mai 2026

Nightbitch (2024)

https://www.imdb.com/de/title/tt12810074/

Eine Frau (Amy Adams), die als Künstlerin tätig war, bekommt mit ihrem Mann (Scott McNairy) ein Kind. Weil der Mann auf seinen Job nicht verzichten kann und will, ist es an der Frau, sich um den kleinen Sohn und die Hausarbeit zu kümmern, wofür sie ihre bisherige Karriere notgedrungen komplett an den Nagel hängt. Damit ist sie nicht allein, denn auch ihre Freundinnen haben sich in dasselbe Schicksal ergeben – der ewig gleiche Alltag spielt sich ab zwischen Popoabwischen, Kinderbespaßung, Kochen und Putzen. Die genervte Mutter ist jedoch dermaßen unzufrieden mit ihrer Situation, dass sie sonderbare Visionen entwickelt. In diesen ähnelt ihr Verhalten zunehmend dem eines Hundes – oder verwandelt sie sich etwa tatsächlich ganz langsam in einen solchen?

"Nightbitch" ist ein Film, der mit einer herrlich schrägen Grundidee antritt, aber am Ende eher als kontrollierte, kluge und stellenweise zu zahme Meditation über Mutterschaft, Frust und Selbstverlust wirkt als als der wilde, bissige Bodyhorror, welcher sein Titel verspricht. Regisseurin Marielle Heller inszeniert Amy Adams dabei mit großem Gespür für innere Erschöpfung und unterdrückte Wut, doch der Film hält seine grotesk-fantastische Prämisse oft auf Distanz, statt sie wirklich eskalieren zu lassen. Der Film folgt einer namenlosen Frau, die ihre künstlerische Karriere für das Leben als Vollzeitmutter unterbricht und zunehmend das Gefühl hat, in Haushalt, Routinen und emotionaler Unsichtbarkeit zu verschwinden. Aus diesem Druck heraus beginnt sie, sich nachts in etwas Hundähnliches zu verwandeln - eine Metapher, die sowohl als körperliche Entladung als auch als Kommentar auf das Entmenschlichen von Mutterschaft gelesen werden könnte. Diese doppelte Ebene macht hier den Reiz aus: "Nightbitch" will nicht nur von Überforderung erzählen, sondern von einem Zustand, in dem Identität, Begehren und Aggression wieder aufbrechen. Dies ist auch seine stärkste Qualität, vor allem an den Stellen, wo der Film den Alltag einer erschöpften Mutter mit trockenem Humor und präzisen Beobachtungen zeigt. Amy Adams spielt ihre Mutterfigur nicht als Opfer, sondern als Frau, die immer wieder zwischen Selbstbeherrschung, Sarkasmus und plötzlicher animalischer Entschlossenheit kippt - und genau darin liegt die Spannung des Films. Was ihr besonders gut gelingt, ist die Gleichzeitigkeit von Liebe und Überdruss. Ihre Figur ist keine kalte Antimutter, sondern eine, die ihr Kind liebt und dennoch an den Bedingungen dieser Liebe fast zerreibt; genau diese Ambivalenz hebt mehrere Rezensionen als den emotional ehrlichsten Teil des Films hervor.

Das Problem von "Nightbitch" liegt weniger in der Idee als in der Umsetzung. Der Film ist weder konsequent komisch genug und gleichzeitig nicht konsequent unheimlich genug. Er richtet sich selbst in einer Zwischenzone ein, in der die Provokation leider zu oft entschärft wird. Der Vergleich mit anderen Bodyhorror- oder ähnlich gelagerten Mutter-Kind-Filmen liegt nahe, doch Heller scheint weniger am Schock als an Trost interessiert. Das Ergebnis ist ein Film, der klug formuliert, oft berührend, stellenweise amüsant und gelegentlich wunderbar absurd ist, aber selten den Mut hat, seine eigene Wildheit wirklich auszuleben. "Nightbitch" ist kein Meisterwerk und auch kein Fehlschlag. Es ist vielmehr ein ambitionierter, gut gespielter und thematisch relevanter Film, der mehr andeutet, als er auskostet. Der Film ist am stärksten, wenn er den emotionalen Wahrheitsgehalt von Erschöpfung, Isolation und unterschätzter Mutterarbeit zeigt; schwächer wird er dort, wo er so sehr auf Metaphern baut, dass die Szenen ihre unmittelbare Wucht verlieren. Die Inszenierung bleibt dabei angenehm unprätentiös, was dem Stoff oft guttut. Gleichzeitig verhindert diese Zurückhaltung, dass aus der schrägen Ausgangsidee ein wirklich unvergesslicher Film wird - man bewundert die Intelligenz der Konstruktion, spürt aber nicht immer den elektrischen Schlag, den das Konzept eigentlich verspricht. 

"Nightbitch" ist ein zusammenfassend intelligenter, scharf gespielter und oft treffender Film über die Widersprüche von Mutterschaft, Kreativität und Selbstbehauptung. Er verdient Anerkennung für seinen Ton, seine Präzision und vor allem für Amy Adams, auch wenn er am Ende zu höflich bleibt, um ganz so wild zu sein, wie er vorgibt. Das macht ihn nicht unwichtig, sondern eher bemerkenswert unvollständig: ein Film mit gefletschten Zähnen, der sich zu oft dafür entscheidet, nur zu knurren.

5,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Annapurna Pictures/Archer Gray/Bond Group Entertainment/Defiant By Nature/Searchlight Pictures

Donnerstag, 21. Mai 2026

Tom Clancy's Jack Ryan: Ghost War (2026)

https://www.imdb.com/title/tt34378301/

Jack Ryan wird erneut in die Spionagewelt gezogen, als eine internationale Geheimoperation eine tödliche Verschwörung ans Licht bringt. Vor der Herausforderung, sich einer abtrünnigen Black-Ops-Einheit zu stellen, tickt die Uhr unerbittlich. An seiner Seite kämpfen der erfahrene CIA-Agent Mike November (Michael Kelly) und der ehemalige CIA-Direktor James Greer (Wendell Pierce). Mit der Unterstützung der klugen MI6-Agentin Emma Marlowe (Sienna Miller) navigieren sie durch ein Netz aus Verrat und alten Geheimnissen, die längst vergessen schienen und stellen sich damit ihrer bisher persönlichsten und gefährlichsten Mission.

Während "Tom Clancy’s Jack Ryan: Ghost War" bekommt man das Gefühl, dass der Film im Grunde weiß, wie man einen internationalen Spionage‑Event aufzieht, aber nicht so recht, wie man ihn mit Leben füllt. Die Geschichte setzt Jack Ryan, gespielt von John Krasinski, nach seinem Ausstieg aus dem CIA in eine scheinbar ruhige Welt der Hedgefonds‑Normalität - ein Leben, das weniger von Bomben und Krisen als von Bilanzberichten und Penthouse‑Ausblick bestimmt wird. Wie in der ganzen Jack‑Ryan‑Tradition kommt die Ruhe nicht lange, bevor sein ehemaliger Vorgesetzter, James Greer (Wendell Pierce), ihn auf einen geschäftlichen Trip nach Dubai zurückholt - und ein simpler Kontaktfall in eine tödliche Konspiration kippt, in der Terrornetzwerke, schwarze Operationen und persönliche Verantwortung sich wie ein Labyrinth über die Welt spannen. In der Struktur ist "Tom Clancy's Jack Ryan: Ghost War" ein typischer Ein‑Mann‑gegen‑das‑System‑Thriller, nur mit mehr Budget, mehr Zeitverschnitt und mehr Streaming‑Glanz als die meisten seiner Vorgänger. Regie führt Andrew Bernstein, der den Film mit einem zügigen, effizienten Tempo durch die Stationen schiebt: Dubai, Islamabad, ein mysteriöses Konsulat, ein paar Autos und ein paar Schüsse mehr, bis die Uhr auf die nächste Eskalation tickt. Die actiontechnischen Momente - Verfolgungsjagden, Schießereien, Kurz‑Einsätzen in einem Hotel, ein Showroom mit defektem Klimatisierungssystem, das sich in eine kleine, private Hölle verwandelt - sind durchaus geschickt ausgeführt, aber oft auch so übersichtlich, dass sie sich eher wie gut gezeichnete Schauplätze eines Action‑Shooters als wie echte Bedrohung anfühlen. 

Krasinski spielt die Figur, wie er es schon in der Serie getan hat: als ein Mann, der sich an seine Intelligenz klammert, um seine eigene Verletzlichkeit zu verbergen. Doch genau hier liegt die Schwäche des Films: In der Serie hatte Ryan die Zeit, sich langsam zu entfalten, moralische Zweifel zu zeigen, Fehler zu machen und sich neu zu finden. Die rund 105 Minuten von "Tom Clancy’s Jack Ryan: Ghost War" lassen ihm diese Luft nicht - er ist weniger ein wandelnder Charakter als eine Person, die sich von einem Plotpunkt zum nächsten schieben lässt.  Die Spannung entsteht, sobald er sich in eine Situation begibt, in der er sich entscheiden muss, aber die Entscheidungen wirken immer wieder so, wie sie in der Sequenz vorherbestimmt sind, nicht wie ein echter Bruch innerer Überzeugung. Auch das politische Fundament bleibt unklar. Die geopolitische Perspektive, die Andrew Bernstein und die Drehbuchautoren mit ins Spiel bringen, wirkt stark an der Zeitstruktur der späten 2000er Jahre orientiert: Terror, das Erbe von 9/11, staatliche Geheimoperationen, fragwürdige Auslands‑Missionen, moralisch unsichere Deals - all das hat seine eigene, bittere Logik, aber "Tom Clancy’s Jack Ryan: Ghost War" vertieft sich nicht darin. Die Ideen sind da, doch sie bleiben in der Oberfläche: als Hintergrundgeräusch für eine Handlung, die sich lieber auf die nächsten Schießerei, das nächste Verfolgungsrennen, die nächste Geiselbefreiung konzentrieren will. Das fühlt sich an wie eine Story, die sich an der richtigen Stelle falsch entscheidet: Sie verwechselt Spannung mit Spektakel, aber nicht so extrem, dass sie vollständig abflacht. Die Spannung entsteht, weil man glaubt, die Mechanik einer Verschwörung zu erkennen, die Welt auf die richtige Weise zu bedrohen. Die Gefahr ist real, aber ihr emotionaler Preis bleibt unklar. Die Figuren um Mike November (Michael Kelly) und die MI6‑Offizierin Emma Marlowe (Sienna Miller) bringen Frische ins Spiel, doch sie bleiben in der Funktion ihrer Rolle gefangen - sie unterstützen, sie retten, sie geben beste Ratschläge - und finden selten den Raum, eine eigene Verletzlichkeit zu zeigen. 

Letztlich bleibt ein Film, der sich weniger als Fortsetzung eines großen Mythos lesbar ist und mehr als ein Stück Streaming‑Spektakel, das die Formel eines klassischen Tom‑Clancy‑Thrillers weiterführt, ohne sie zu erneuern. "Tom Clancy’s Jack Ryan: Ghost War" erzeugt ein passendes, aber unglückliches, mittelständiges Ergebnis, das den Eindruck weckt, als hätte man es mit einem schon vertrauten, aber nicht mehr ganz frischen Team realisiert.  Er ist kein revolutionärer Film, kein besonders tiefes politisches Statement, kein neuer Klassiker des Genres, aber auch kein völlig leerer Action‑Event. 

5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: amazon Video/MGM