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Durch eine Kriegslist des Odysseus (Kirk Douglas) kann der Trojanische Krieg entschieden werden. Doch als die griechischen Helden siegreich zu ihren Frauen und Königreichen zurückkehren, wartet die schöne Penelope (Silvana Mangano) vergeblich. Odysseus, der König von Ithaka hat während des Krieges die Götter erzürnt und das bekommt er nun zu spüren. Die trojanische Priesterin Cassandra (Elena Zareschi) verflucht Odysseus und seine Mannen, auf dass sie ewig über die Weltmeer irren. Der Beginn der 20 Jahre andauernden Odyssee. Während Penelope sich zuhause der zahlreichen Freier erwehren und muss und nie die Hoffnung auf die Rückkehr ihres Mannes aufgibt, muss dieser sich auf seinen Irrfahrten allerlei Gefahren stellen: dem Kampf mit dem Zyklopen Polyphem, den Gesängen der Sirenen, den betörenden Avancen der Zauberin Circe (ebenfalls Silvana Mangano), dem Besuch im Reich der Schatten. Als er nach all den Jahren endlich in seine Heimat zurückkehrt, ist sein Kampf noch immer nicht vorbei…
Lange bevor monumentale Historienfilme das Kino eroberten, brachte "Die Fahrten des Odysseus" die berühmte Geschichte aus Homers "Odyssee" auf die große Leinwand. Der italienisch-amerikanische Monumentalfilm von Mario Camerini gehört zu den frühen Vertretern des sogenannten Sandalenfilms und ist bis heute eine der bekanntesten Verfilmungen des antiken Stoffes. Auch wenn die Produktion inzwischen deutlich ihr Alter zeigt und erzählerisch nicht alle Stationen der Vorlage gleich stark umsetzt, besitzt sie noch immer einen besonderen Charme. Kirk Douglas verleiht seinem Odysseus eine beeindruckende Mischung aus Entschlossenheit, Stolz und Verletzlichkeit. Anders als viele spätere Heldenfiguren wirkt sein Odysseus nicht unbesiegbar, sondern wie ein Mann, der an seinen Prüfungen wächst und zugleich unter ihnen leidet. Douglas trägt den Film mühelos und verleiht der antiken Figur eine bemerkenswerte Menschlichkeit.Die Ausstattung, die Kostüme und die aufwendigen Kulissen vermitteln das Gefühl eines großen Abenteuers. Natürlich wirken manche Spezialeffekte aus heutiger Sicht etwas antiquiert, und die Inszenierung kann mit modernen technischen Möglichkeiten nicht konkurrieren. Dennoch besitzen die handgemachten Tricks und die stilisierte Darstellung der mythologischen Kreaturen einen nostalgischen Charme, der perfekt zum Märchencharakter der Geschichte passt. Besonders gelungen hingegen ist die Atmosphäre des Films. Die Reise des Odysseus wird nicht nur als Reihe von Abenteuern erzählt, sondern als eine Odyssee im wahrsten Sinne des Wortes - ein Weg voller Prüfungen, Versuchungen und persönlicher Opfer. Gerade die Begegnungen mit Circe und den Sirenen entfalten eine beinahe traumhafte Qualität, die den Film von vielen anderen Historienepen seiner Zeit unterscheidet.
Allerdings zwingt die enorme Fülle der Vorlage den Film dazu, zahlreiche Episoden stark zu verkürzen oder ganz auszulassen. Dadurch wirkt die Erzählung stellenweise etwas episodisch und springt mitunter recht abrupt von einem Abenteuer zum nächsten. Einige Nebenfiguren erhalten kaum Profil, und manche emotionalen Momente entfalten deshalb nicht die Wirkung, die sie eigentlich haben könnten. Auch das Erzähltempo ist aus heutiger Sicht gemächlich. Wer moderne Abenteuerfilme mit rasanter Inszenierung und spektakulären Effekten erwartet, dürfte sich an einigen Längen stören. Doch gerade dieses ruhigere Tempo erlaubt dem Film, seine Figuren und die mythische Welt wirken zu lassen. "Die Fahrten des Odysseus" ist letztlich ein klassisches Abenteuer-Epos, das trotz seines Alters noch immer viel Charme besitzt. Die charismatische Hauptrolle von Kirk Douglas, die stimmungsvolle Umsetzung der griechischen Mythologie und der nostalgische Zauber der Inszenierung machen den Film zu einer sehenswerten Verfilmung der "Odyssee". Zwar verhindern erzählerische Kürzungen und ein gelegentlich behäbiges Tempo den ganz großen Wurf, doch als zeitloses Abenteuer und wichtiger Vertreter des Monumentalkinos bleibt "Die Fahrten des Odysseus" ein rundum gelungener Klassiker.



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