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Sonntag, 3. November 2024

Terrifier 3 (2024)

https://www.imdb.com/title/tt27911000/

Sienna (Lauren LaVera) und ihr Bruder Jonathan (Elliott Fullam) ringen verzweifelt darum, endlich wieder ein normales Leben führen zu können, nachdem sie das letzte Halloween-Massaker von Art the Clown (David Howard Thornton) überlebt haben. Da scheint die herannahende Weihnachtszeit ganz recht zu kommen. Die beiden entschließen sich dazu, dem Geist der Weihnacht komplett das Ruder zu überlassen. Das Plan scheint erstmal aufzugehen, die beiden können entspannen, haben eine gute Zeit – bis der Albtraum wieder zurück in ihr Leben kehrt und aus dem besinnlichen Fest ein grauenhaftes Spektakel des Terrors werden lässt.

"Terrifier 3" steht seinen beiden Vorgängern in nichts nach: es ist eine der blutrünstigsten Erfahrungen, die je auf die Leinwand kamen. Die von Regisseur Damien Leone geschaffene Serie über die mörderischen Eskapaden von Art The Clown (David Howard Thornton) ist ein Riesenerfolg. "Terrifier 3" ist eine faszinierende Balance aus den furchterregenden blutigen Kills des ersten Films und dem mythischen Flair des zweiten Films. Es funktioniert nicht immer ganz so gut wie beabsichtigt, aber es ist schwer zu leugnen, wie viel Spaß das gesamte Erlebnis macht. "Terrifier 3" beginnt fünf Jahre nach dem Ende des zweiten Films. Das letzte Mädchen Sienna Shaw (Lauren LaVera) versucht nach zahlreichen Besuchen in der Nervenheilanstalt und dem Einzug bei ihrer Tante und ihrem Onkel, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Es ist die Ferienzeit und alles ist hell und fröhlich in der Zeit des guten Willens gegenüber den Menschen. Das heißt... bis Art der Clown wieder erwacht und Schlittenglocken sich in Schlachtglocken verwandeln. 

Wo fängt man bei so einem Film überhaupt an? Ganz ehrlich: Wenn die berüchtigte Schlafzimmerszene im zweiten Film einen von der Sichtung abgehalten hat, sollten man diesen dritten Eintrag wahrscheinlich ganz überspringen. Das heißt aber nicht, dass es völlig unbegründet ist, denn "Terrifier 3" schafft eine überraschend ausgewogene Tonalität. Von den albernen Eskapaden der Todesszenen, die durch eine starke Leistung der Hauptdarstellerin LaVera untermalt wurden, habe ich in den vorherigen Filmen nie das überwältigende Gefühl des Elends gespürt, das durch Katastrophen hervorgerufen wurde. Tatsächlich würde ich sogar sagen, dass "Terrifier 3" der größte Spaß ist, den ich je hatte, als ich dabei zusehen musste, wie Körper in Stücke gerissen werden. Dazu trägt auch die bemerkenswerte Verbesserung der schauspielerischen Leistung von LaVera, aber auch von Thornton bei. Die chaotischen Possen von Art bringen ein gewisses Maß an Erleichterung und nutzen den Humor, um den Schock ekliger Szenen abzumildern. Es mag nicht für jeden funktionieren, aber für Gorehounds ist der Film eine absolute Achterbahnfahrt. Art the Clown hat mit dieser Serie seinen Platz unter den größten Horror-Ikonen aller Zeiten gefestigt, eine Seltenheit in der modernen Horrorlandschaft von heute.

LaVera ist im Film wunderbar. Obwohl das Final Girl von den Ereignissen des vorherigen Films traumatisiert ist, lässt LaVera keine Sekunde aus und schlüpft wieder in die Rolle von Sienna Shaw. Auch wenn es manchmal so aussieht, als würden sie einer überwältigenden Menge an Gewalt ausgesetzt, liefert sie, wenn der Kampf losgeht, einige der krassesten Bilder ab, die ich je in einem Slasher-Film gesehen habe, der mich fast mit voller Lautstärke zum Jubeln brachte mein Sitzplatz. Woran "Terrifier 3" für mich scheitert, liegt an der Geschichte. Trotz der kürzeren Laufzeit lässt sich der Film im ersten Akt Zeit, um in Fahrt zu kommen, und fühlt sich am Ende schließlich ungelöst an. Bis zum letzten Akt reduziert sich der Film auch auf seine mythologischen Elemente, wodurch viele Themen aus dem zweiten Film ungelöst bleiben. In gewisser Weise fühlt sich das gesamte Erlebnis letztendlich wie ein erster Teil von etwas an. Aber hey, wenn es einem so viel Spaß macht, dabei zuzusehen, wie jemandes Genitalien verstümmelt werden, worüber sollte man sich dann beschweren? "Terrifier 3" ist wirklich ein Gorefest, das seinen B-Movie-Stammbaum verdient.

6,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Nameless
Poster/Artwork
Dark Age Cinema/
Bloody Disgusting

Donnerstag, 17. November 2022

Terrifier 2

https://www.imdb.com/title/tt10403420/

Nachdem Art the Clown (David Howard Thornton) nach seinem Massaker in der letztjährigen Halloween-Nacht am Ende selbst im Leichenschauhaus landete, ist er pünktlich zum Reformationstag wieder zurück! Diesmal hat er es auf die junge Sienna (Lauren LaVera) und ihren kleinen Bruder Jonathan (Elliott Fullam) abgesehen. Siennas selbstgebasteltes Halloween-Kostüm und ihre tragische Familiengeschichte stehen in einem mysteriösen Verhältnis zu den Morden, die der albtraumhafte Mann im Clown-Kostüm auch in dieser Nacht wieder begehen wird... 

Regisseur und Drehbuchautor Damien Leone nutzt das nun größere Budget, welches ihm für die Fortsetzung des ultra-brutalen Splatter-Horrors "Terrifier" zur Verfügung stand, für deutlich mehr Varianz in den Handlungsorten und ausgefalleneren Settings. Zudem schafft es "Terrifier 2" im Unterschied zum Vorgänger auch tatsächlich ein Halloween-Feeling zu erzeugen, durch innovative Kostümierungen der Charaktere, geschmückte Häuser und eine ausschweifende Halloween-Party. Auch die Charaktere sind deutlich interessanter geschrieben und vermögen beim Publikum echte Anteilnahme an ihrem Schicksal hervorzurufen. Besonders die beiden Jungschauspieler Lauren LaVera und Elliott Fullam liefern eine tolle Performance ab und empfehlen sich auch für größere Aufgaben außerhalb des Indie-Film-Bereichs. 

David Howard Thornton als Art the Clown war bereits in "Terrifier" eine furchteinflößende Präsenz, doch in "Terrifier 2" übertrifft sich der Schauspieler noch einmal selbst, in dem er den Metzel-Clown mit viel Inbrunst und sichtlichem Spaß am Wahnsinn , gepaart mit Sadismus verkörpert. Zudem kommt ihm zugute, dass Regisseur Damien Leone den schwarzen Humor des Vorgängers deutlich stärker betont und mit einigen geradezu geschmacklos-irrwitzigen Einfällen aufwarten kann, in denen Art the Clown komplett freidrehen kann - etwa wenn er Kindern auf "Trick-or -Treat"-Tour Süßigkeiten aus dem Schädel einer gerade zuvor grausam ermordeten Frau anbietet und diese Szene im wahrsten Sinne des Wortes genüsslich auskostet. Natürlich kann aber auch das Herzstück eines derartigen Slasher-Films überzeugen, nämlich die dargebotenen Kills. Diese überzeugen durch fabelhafte handgemachte Effektarbeit mit Splatter- und Gore-Einlagen, welche durch Mark und Bein gehen und sich nachhaltig ins Gehirn brennen - diese Sequenzen sind definitiv nichts für zarte Gemüter und erfordern teilweise tatsächlich einen starken Magen. 

Zwar sind viele dieser ausufernden Gewalteskapaden reiner Selbstzweck, angesichts der enorm hohen Qualität des dargebotenen Blutbades fällt dies allerdings nicht weiter ins Gewicht. Ebenso positiv anzumerken ist die Tatsache, dass der Film trotz einer geradezu epischen Laufzeit von 2 Stunden und 18 Minuten stets die Spannung hochhält und zu keinem Zeitpunkt langweilt - lediglich der finale Kampf zwischen Art und seinen Opfern ist einen Tick zu lang und repetitiv ausgefallen. Doch damit schmälert sich nicht der Gesamteindruck. Im gegenteil. "Terrifier 2" kann mit Fug und Recht von sich behaupten, der beste Slasher der letzten Jahre zu sein: grandiose handgemachte Splatter-Effekte, exzessive Gore-Einlagen, die an die Nieren gehen, eine packende Atmosphäre, unerwartet gelungener schwarzer Humor und ein schön eingefangenes Halloween-Feeling lassen den geneigten Horror-Fan wunschlos glücklich zurück.

7,5/10

Dank geht an TIBERIUS FILM, welche mir den Film vorab zur Rezension zur Verfügung gestellt haben.

Quellen
Inhaltsangabe: Nameless
Poster/Artwork
Dark Age Cinema/
Bloody Disgusting

Montag, 4. November 2019

All Hallows' Eve - All Hallows' Eve: Komm raus und spiel! - Terrifier: The Beginning (2013)

https://www.imdb.com/title/tt2900624/

Als Babysitterin Sarah (Katie Maguire) an Halloween auf zwei Kinder aufpasst, findet sie unter der Ausbeute von Timmy (Cole Mathewson) außer einer ganzen Menge an Süßigkeiten noch ein altes Videoband, das ihm jemand zugesteckt haben muss. Die Neugier der drei ist geweckt und so schieben sie die Kassette ahnungslos in den Videorekorder, um dann jedoch von einer Reihe schockierender Bilder überrascht zu werden. Denn zu sehen sind drei grauenhafte Kurzgeschichten, in denen jedes Mal ein mordlüsterner Clown (Mike Giannelli) einen prominenten Auftritt hat. Sarah schickt die beiden zwar ins Bett, kann der Versuchung aber nicht widerstehen, das Band erneut anzumachen. Je weiter die Nacht fortschreitet, desto mehr seltsame Dinge fallen in dem Haus vor. Es dauert nicht lang, bis die Babysitterin die grauenhafte Wahrheit erkennt… Der verrückte Clown bahnt sich seinen Weg in ihre Realität!

Nachdem das Potential von Art, dem Clown spätestens nach dem ultra-sadistischen Horrorfilm "Terrifier" bloßgelegt wurde, dachte man sich, es wäre doch nett, wenn man den Vorgänger, der Art, den Clown bereits einführte, noch einmal unter neuem Namen herausbrächte. Und was schien da naheliegender als "All Hallows' Eve", so der Originaltitel, umzubenennen in "Terrifier: The Beginning"? Klar, ein reiner Marketing-Gag, denn "All Hallows' Eve" baut lediglich eine Rahmenhandlung um den sadistischen Clown mit dem fiesen Grinsen auf und liefert in dieser Rahmenhandlung 3 Horror-Kurzfilme ab.

Allgemein vereint "All Hallows Eve" düstere, atmosphärische Bilder, einen guten, passenden Score und einen ziemlich fiesen, unheimlich bösen Clown. Die drei Horrorfilm-Episoden im VHS-Look fügen sich passend ein und allein schon dadurch weiß "All Hallows' Eve" richtig gut zu unterhalten. Die Episoden sind interessant und überzeugen durch Einfälle und eine herrlich gruselige Atmosphäre. Lediglich die zweite Episode wirkt etwas billig und fehl am Platz, doch sei's drum, das Gesamtpaket stimmt. Denn dazu kommt ein völlig überzeugender Syntax zwischen Handlung der einzelnen Episoden und deren immer bedrohlich wirkendere Stimmung. Kaum vorhersehbare Wendungen und schräge Ideen runden die Story ab. Selbst die Rahmenhandlung wird mit den Episoden verwoben und dient nicht nur als Füllstoff. Dem gegenüber stehen leider nur eher mittelmäßige (Neben-)Darsteller. Da dies aber in Horrorfilmen nicht unbedingt Gewicht hat, ein vernachlässigbarer Punkt. Auch darf man nicht zu sehr über Logik nachdenken. Denn jenseits all dessen ist "All Hallows' Eve" ein amüsanter, kurzweiliger Gruselspaß.

6,5/10

Von MARITIM Pictures kommt der Film als "Limited Cinestrange Extreme Edition" im limitierten und nummeriertem Mediabook:

Freitag, 11. Januar 2019

Terrifier (2016)

https://www.imdb.com/title/tt4281724/

In der Nacht vor Halloween suchen die Mädels Dawn (Catherine Corcoran) und Tara (Jenna Kanell) nach der besten Party der Stadt. Doch statt den Abend mit Alkohol und hübschen Jungs zu verbringen, erleben sie die grausamste Zeit ihres Lebens. Als sie in einem kleinen Diner Halt machen und den Clown Art (David Howard Thornton) um ein Selfie bitten, ahnen Dawn und Tara noch nichts Böses. Aber als die jungen Frauen den gruseligen Maskierten in derselben Nacht wiedertreffen, beginnt der Horror. Denn Art ist ein Killer-Clown – und hat seine nächsten Opfer im Visier...

Das Selfies tödlich enden können, erfährt man derzeit nicht nur aus den Tagesnachrichten, auch in "Terrifier" gibt so ein gewagtes Selbstbildnis den Anstoß zu einer Gewalt- und Blutorgie, die derzeit ihresgleichen sucht. "Terrifier" darf sich mit Fug und Recht als der wohl sadistischste Film bezeichnen, den man jemals gesehen hat. Und dabei bieten die Gewaltspitzen, so zahlreich sie auch sein mögen, ein gar grausames Abbild des Horrors, der in dem alten, verlassenen Warenhaus Bahn bricht. Art der Clown ist wohl einer der kommenden Horror-Ikonen und wenn dieser unkaputtbare, bösartige Clown so weiter macht, läuft er sogar den alten Hasen - auch was die Gewalt betrifft - locker den Rang ab.

"Terrifier" besinnt sich zurück auf den schmuddelig-fettigen Grindhouse-Flair. Alles ist stimmig und dreckig, wenn auch visuell äußerst simpel gehalten. Denn "Terrifier" entspringt der Schmiede der kostengünstigen, handgemachten Splatterfilme für den Heimkino-Markt. Und da wird direkt in den ersten Minuten klar gemacht in welche Richtung auch diese Begegnung mit Art wieder geht, wenn ein Gesicht saftig deformiert wird.

Generell bietet "Terrifier" von beginn an guten Terror, wenn Regisseur Damien Leone den Clown in einem Restaurant auf das erste Protagonistenpaar treffen lässt. Das tolle Make-Up des Clown zahlt sich aus. David Howard Thornton sieht als diabolischer Clown einfach beängstigend gut aus und stellt selbst Pennywise aus dem letzten Jahr mit Leichtigkeit in den Schatten. Gerade, weil er keine digitalen Animationen braucht um furchteinflößend zu sein.

Generell überzeugt "Terrifier" in Sachen Gewaltdarstellungen und wann immer seinen Antagonisten auf wehrlose Opfer loslässt. Mit großer Liebe werden literweise Blut, Körperteile und Innereien über den Asphalt geschleudert und meistens sehr sadistisch inszeniert. Kein Wunder, dass die FSK damit ihre Problemchen hatte. Sicher ist die Story an sich nicht neu und dass hier ein Protagonist nach dem anderen dem Clown zum Opfer fällt, dürfte klar sein. Auch dass sich manche der Darsteller reichlich dämlich verhalten und wieder einmal nicht rechtzeitig die Cops rufen, dürfte ein ums andere Mal für Kopfschütteln sorgen. Dennoch bietet "Terrifier" abseits aller Grausamkeit auch erschreckende und angsteinflössende Suspense-Szenen, die für Gänsehaut sorgen. Begrenzt auf zwei Settings und wenig Menschen fehlt "Terrifier" zwar ein wenig Abwechslung und Kreativität, denn die Seherfahrung beschränkt auf zielgerichtetes Warten auf die nächste Eskalation. Das ist Terror und Horror der sicher nichts für jedermann ist, der aber durchaus einen Blick wert ist.

8/10

Von NAMELESS Media kommt der Film in HD im auf 444 Stück limitierten Mediabook:


Quellen
Inhaltsangabe: Nameless
Poster/Artwork
Dark Age Cinema/
Bloody Disgusting