Freitag, 10. Juli 2026

Bagman (2024)

https://www.imdb.com/de/title/tt21201300/

Patrick (Sam Claflin) und Karina McKee (Antonia Thomas) sind noch junge Eltern und haben deshalb eigentlich alle Hände voll zu tun: Erziehung, Geld verdienen, Haushalt, Beziehung - die beiden tanzen praktisch permanent auf mehreren Hochzeiten. Der ökonomische Druck ist groß und die unbeschwerte jugendliche Zeit scheint endgültig vorbei. Zu allem Überdruss kämpft Patrick immer noch mit einem Kindheitstrauma. Einst plagten ihn furchterregende Visionen einer finsteren Kreatur, die ihn auf Schritt und Tritt verfolgte. Lange schien Patrick die Gestalt abgeschüttelt zu haben. Doch plötzlich ist sie wieder da und hat es nicht mehr nur auf ihn, sondern seine kleine Familie abgesehen...

Die Idee hinter "Bagman" klingt erst einmal vielversprechend: Eine uralte Kreatur entführt unartige Kinder, steckt sie in ihren Sack und verschwindet mit ihnen in der Dunkelheit. Aus dieser düsteren Folklore entwickelt Regisseur Colm McCarthy zunächst einen atmosphärischen Horrorfilm, der mit klassischen Schauermotiven spielt. Leider bleibt es am Ende bei einer guten Ausgangsidee, denn "Bagman" findet nie wirklich zu seiner eigenen Identität und verliert sich zunehmend in bekannten Genre-Konventionen. Gerade in der ersten Hälfte spielt "Bagman" seine größten Stärken aus. Colm McCarthy versteht es, mit Schatten, Dunkelheit und gezielt eingesetzten Geräuschen eine beklemmende Atmosphäre zu erzeugen. Der Bagman bleibt lange Zeit verborgen, wodurch die eigene Fantasie einen großen Teil des Horrors übernimmt. Diese zurückhaltende Inszenierung sorgt dafür, dass der Film zunächst deutlich interessanter wirkt als viele vergleichbare Horrorproduktionen. Leider verliert "Bagman" genau in dem Moment an Wirkung, in dem der Film beginnt, Antworten zu liefern. Aus dem atmosphärischen Mystery-Horror wird zunehmend ein vorhersehbarer Creature-Film, der sich auf bekannte Schockeffekte und Genremuster verlässt. Viele der späteren Wendungen sind früh absehbar, während die eigentliche Mythologie des Bagman erstaunlich oberflächlich bleibt. Gerade hier verschenkten die Autoren viel Potenzial, denn die zugrunde liegende Legende hätte deutlich mehr Raum für originelle Ideen geboten.

Hinzu kommt, dass der Spannungsaufbau immer wieder ins Stocken gerät. Nach einem vielversprechenden Beginn wiederholt der Film ähnliche Situationen mehrfach, ohne die Geschichte entscheidend voranzubringen. Statt den psychologischen Aspekt konsequent auszubauen, setzt "Bagman" im letzten Drittel zunehmend auf konventionelle Jumpscares und ein Finale, das kaum überraschen kann. Auch der titelgebende Bagman selbst hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Sein Design ist durchaus gelungen und besitzt einige gruselige Momente, doch die Kreatur wird letztlich zu selten eingesetzt, um wirklich ikonisch zu wirken. Sobald sie vollständig zu sehen ist, verliert sie zudem einen Teil ihrer zuvor aufgebauten Bedrohlichkeit. Weniger wäre hier vermutlich mehr gewesen. Handwerklich gibt es dagegen wenig auszusetzen. Kamera, Ton und Kulissen schaffen eine stimmige, düstere Atmosphäre, und auch die Effekte bewegen sich auf einem ordentlichen Niveau. Diese solide Inszenierung kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass dem Film erzählerisch der Mut fehlt, aus seiner starken Grundidee etwas Eigenständiges zu entwickeln.

4/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkLionsgate/Temple Hill Entertainment/Media Capital Technologies

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