https://www.imdb.com/title/tt0427340/https://letterboxd.com/film/masters-of-the-universe-2026/Der gerade einmal zehn Jahre alte Prinz Adam (Artie Wilkinson-Hunt) gelangt über ein magisches Portal auf die Erde und wird dabei von seinem mächtigen magischen Schwert getrennt, das ihn mit seiner Heimat Eternia verbindet. Erst fast zwei Jahrzehnte später findet er (Nicholas Galitzine) die kraftvolle Klinge wieder und wird durch ihre magischen Kräfte durch das All zurück auf seinen mittlerweile ziemlich anders aussehenden Heimatplaneten gewirbelt. Der wurde nämlich während seiner Abwesenheit von Skeletor (Jared Leto) übernommen und während dieser Schreckensherschaft regelrecht in Schutt und Asche gelegt. Um Skeletor also besiegen zu können, muss Prinz Adam erst einmal die Geheimnisse seiner eigenen Vergangenheit aufdecken und zu He-Man, dem mächtigsten Mann des Universums, werden. Zum Glück kann er dabei auch auf seine engsten und treuesten Verbündeten zählen: Teela (Camila Mendes) und Duncan aka Man-at-Arms (Idris Elba)...

Es gibt kaum eine Marke aus den 1980er-Jahren, die so stark mit einer ganzen Generation verbunden ist wie "Masters Of The Universe". He-Man, Skeletor, Castle Grayskull und die Welt Eternia waren zu Ende der 1980er/Beginn der 1990er Jahre nicht nur Bestandteile einer erfolgreichen Spielzeugreihe von Mattel, sondern ein kulturelles Phänomen, das durch die Zeichentrickserie Millionen Kinder erreichte. Der Versuch, diese farbenfrohe Fantasywelt erneut auf die große Leinwand zu bringen, war daher von Anfang an eine schwierige Aufgabe. Nach fast vier Jahrzehnten erhält die Reihe nun eine neue Realverfilmung - und "Masters Of The Universe" ist vieles gleichzeitig: nostalgische Liebeserklärung, modernes Fantasy-Abenteuer und deutlich sichtbares Franchise-Projekt. Regisseur Travis Knight entscheidet sich dabei nicht für eine radikale Neuinterpretation, sondern versucht, den ursprünglichen Geist der Marke in ein zeitgemäßes Blockbuster-Gewand zu übertragen. Die Geschichte führt Prince Adam zurück nach Eternia, nachdem das Königreich unter der Herrschaft von Skeletor ins Chaos gestürzt wurde. Gemeinsam mit Teela und Man-At-Arms muss Adam nicht nur seine wahre Bestimmung akzeptieren, sondern auch verstehen, was es bedeutet, He-Man zu sein.
Äußerst positiv dabei ist, dass der Film seine eigene Absurdität versteht. "Masters Of The Universe" war schon immer eine ungewöhnliche Mischung aus Science-Fiction, Fantasy, Barbarenepos und Superheldengeschichte. Ein muskelbepackter Held mit magischem Schwert, ein schwebendes Zauberschloss und ein blauhäutiger Bösewicht mit Totenschädel als Gesicht sind Elemente, die leicht unfreiwillig komisch wirken könnten. Der Film versucht deshalb nicht, diese Eigenheiten zu verstecken, sondern nimmt sie an. Genau diese Mischung aus Ernsthaftigkeit und Augenzwinkern gehört zu den gelungensten Entscheidungen der Neuverfilmung. Der Film tut die Vorlage nicht einfach ironisch ab, sondern versteht ihre übertriebene Energie als Teil ihres Charmes.
Auch wenn er nach den ersten Teaser/Trailer Unmut unter den Fans auslöste, weil er eben nicht so muskelbepackt auftrat wie ein Arnold Schwarzenegger oder ein Sylvester Stallone (oder damals Dolph Lundgren) - Nicholas Galitzine überzeugt als Prince Adam und findet eine gute Balance zwischen verletzlichem Außenseiter und klassischem Fantasyhelden. Sein He-Man ist eben weniger die unantastbare Muskelikone der 1980er-Jahre, sondern eine Figur, die erst lernen muss, Verantwortung zu übernehmen. Gerade diese menschlichere Interpretation verleiht der Geschichte eine emotionale Ebene, die dem
Originalfilm von 1987 weitgehend fehlte. Die übrige Besetzung funktioniert ebenfalls überraschend gut. Camila Mendes verleiht Teela mehr Eigenständigkeit und Präsenz als viele frühere Versionen der Figur. Idris Elba bringt als Man-At-Arms die notwendige Autorität mit und bildet einen überzeugenden Gegenpol zum jugendlicheren Adam. Der heimliche Höhepunkt ist jedoch Jared Leto als Skeletor. Seine Darstellung ist bewusst überzeichnet, beinahe cartoonhaft, aber genau deshalb passend zur Welt von "Masters Of The Universe". Während Frank Langella im
Film von 1987 noch mit klassischer Theatralik beeindruckte, setzt Leto stärker auf exzentrische Energie und grotesken Humor.
Im Vergleich zum Original zeigt sich besonders deutlich, wie sehr sich die Erwartungen an Fantasyfilme verändert haben. Gary Goddards erste Realverfilmung war damals ein ambitioniertes Projekt, litt aber unter Budgetproblemen und der Entscheidung, große Teile der Handlung auf die Erde zu verlagern. Trotzdem besitzt der Film heute einen gewissen Kultstatus - nicht zuletzt wegen Frank Langellas engagierter Darstellung als Skeletor. Dolph Lundgren sah zwar zweifellos wie He-Man aus, blieb als Schauspieler jedoch eher eindimensional.
Die neue Version macht vieles professioneller. Eternia sieht endlich so aus, wie man es sich seit Jahrzehnten vorgestellt hat: gewaltige Landschaften, futuristische Technologie, fantastische Kreaturen und beeindruckende Schauplätze. Die visuellen Effekte und das Produktionsdesign gehören eindeutig zu den Höhepunkten. Während der
Film von 1987 häufig gegen seine begrenzten Möglichkeiten ankämpfte, kann die Neuauflage aus dem Vollen schöpfen.
Gleichzeitig verliert der neue Film aber auch etwas von der simplen Abenteuerfreude seines
Vorgängers. Das Drehbuch möchte gleichzeitig Ursprungsgeschichte, Fan-Hommage und Startpunkt für eine neue Filmreihe sein. Dadurch wirkt die Handlung stellenweise überladen. Manche Figuren werden eher eingeführt als wirklich entwickelt, und einige emotionale Momente funktionieren weniger stark, weil der Film zu viele Handlungsstränge gleichzeitig bedienen möchte. Die Action ist solide, aber nicht revolutionär. Die Kämpfe sind spektakulär inszeniert und profitieren von moderner Technik, erreichen aber nicht die kreative Wucht großer Fantasy-Blockbuster wie "
Der Herr der Ringe", "
Dune" oder selbst der besten
Marvel-Produktionen. Der Film lebt weniger von bahnbrechenden Ideen als von seiner Atmosphäre und der Freude daran, diese ungewöhnliche Welt endlich wieder ernst genommen auf der Leinwand zu sehen. Letztlich ist genau "Masters Of The Universe" ein zweischneidiges Schwert (ja, die Anspielung ist beabsichtigt): der Film versteht, warum Menschen diese Figuren lieben, wagt aber nicht immer genug, um daraus etwas wirklich Neues zu erschaffen. Er ist respektvoll, unterhaltsam und handwerklich gelungen - aber selten überraschend.
"Masters Of The Universe" ist letztlich eine solide und sympathische Rückkehr nach Eternia, die den Charme der Vorlage bewahrt und gleichzeitig versucht, die Marke für ein modernes Publikum neu zu etablieren. Nicholas Galitzine überzeugt als He-Man, Jared Leto liefert einen herrlich überdrehten Skeletor und die Welt sieht endlich so groß aus, wie sie immer gedacht war. Dennoch bleibt der Film zwischen Nostalgie und Franchise-Aufbau gefangen und erreicht nicht ganz die epische Größe, die seine Vorlage verdient hätte. Damit bleibt am Ende der Gedanke, dass dies für den geneigten Fan der 1980er-Jahre ein liebevoller Neustart ist, für Neueinsteiger eher ein unterhaltsames Fantasy-Abenteuer - aber kein neuer Klassiker des Genres.
6,5/10
Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Escape Artists/Mattel Studios/Amazon MGM Studios
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