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Die Romanze mit Moses (Josh Heuston) war ganz nett, aber jetzt will Zephyr (Hassie Harrison) wieder ihr eigenes Ding machen. Dummerweise dauert es nicht lange, bis die abenteuerlustige Surferin von einem Schiffskapitän namens Bruce Tucker (Jai Courtney) entführt wird. Nach außen hin gibt Tucker den Exzentriker, aber tatsächlich ist er ein Serienkiller mit einem Faible für Haie. Das bekommen Zephyr und Heather (Ella Newton), eine ebenfalls von Tucker seine Gewalt gebrachte Frau, schnell zu spüren. Denn der Kapitän macht sich einen „Spaß" daraus, seine Opfer wie Beute über Haigewässern baumeln zu lassen und die ganze Nummer zu filmen. Doch Zephyr ist fest entschlossen, sich aus den Fesseln des Killers zu befreien...
Hai-Horrorfilme gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Seit "Der weiße Hai" versuchen unzählige Produktionen, die Angst vor den Raubfischen für Schockmomente auszunutzen - mal ernst, mal vollkommen überdreht. "Dangerous Animals" schlägt jedoch einen etwas anderen Weg ein. Regisseur Sean Byrne verbindet den Tierhorror mit einem Serienkiller-Thriller und präsentiert einen Film, der weniger auf Hai-Attacken als auf eine unangenehme, beinahe klaustrophobische Spannung setzt. Das Ergebnis ist ein origineller Genre-Mix, der zwar nicht jede Idee voll ausreizt, aber deutlich mehr zu bieten hat als der typische Creature-Feature-Reißer.
Jai Courtney ist die größte Stärke des Films und liefert eine seiner besten Leistungen der letzten Jahre ab. Er spielt Tucker mit einer unangenehmen Mischung aus Charme, Wahnsinn und Berechnung. Der Film profitiert enorm davon, dass er seinen Antagonisten nicht als schlichten Psychopathen inszeniert, sondern ihm eine verstörende Faszination und fast schon kultartige Überzeugung verleiht. Auch die Entscheidung, den Fokus stärker auf den menschlichen Horror als auf die Haie zu legen, erweist sich als clever. Sean Byrne erzeugt über weite Strecken eine intensive Spannung, die weniger von plötzlichen Schockmomenten lebt als von der ständigen Bedrohung und dem Gefühl der Ausweglosigkeit. Einige Szenen entwickeln eine beinahe unangenehme Intensität, die an klassische Survival-Thriller erinnert.Optisch macht "Dangerous Animals" ebenfalls einiges her. Die Aufnahmen auf offener See und die Unterwassersequenzen sorgen für eine atmosphärische Kulisse, die das Gefühl von Isolation und Hilflosigkeit perfekt unterstützt. Gleichzeitig widersteht der Film der Versuchung, seine Hai-Szenen zu übertreiben. Statt auf CGI-Spektakel zu setzen, nutzt er die Tiere eher als zusätzliche Bedrohung und als Symbol für die Grausamkeit des Antagonisten. Allerdings folgt die Handlung letztlich recht vertrauten Genre-Mustern und bietet nur wenige echte Überraschungen. Vor allem im Mittelteil wiederholen sich einige Situationen, wodurch das Erzähltempo etwas ins Stocken gerät. Auch die Nebenfiguren bleiben eher skizzenhaft und dienen in erster Linie dazu, die Geschichte voranzutreiben. Zudem könnte der Film diejenigen enttäuschen, die einen klassischen Hai-Horror erwarten. Wer auf spektakuläre Angriffe und blutige Creature-Action hofft, bekommt deutlich weniger davon, als der Titel vielleicht vermuten lässt. "Dangerous Animals" ist in erster Linie ein Psychothriller mit Hai-Elementen - und kein modernes Pendant zu "Der weiße Hai".Vielleicht funktioniert der Film gerade deshalb so gut, weil er sich von den üblichen Genre-Konventionen absetzt. Sean Byrne gelingt es, aus einer bekannten Ausgangslage einen spannenden und stellenweise unangenehm intensiven Thriller zu formen, der durch seine Atmosphäre und seinen starken Antagonisten zumindest in Erinnerung bleibt. Zwar leidet der Film unter einigen erzählerischen Wiederholungen und einer recht vorhersehbaren Handlung, doch seine originelle Herangehensweise und die dichte Spannung machen ihn zu einer der interessanteren Genreveröffentlichungen des Jahres. Wenn man einen etwas anderen Hai-Film sucht, sollte man diesem Ausflug aufs Meer definitiv eine Chance geben.



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