Rudd (John Cena) ist ein erfolgreicher Immobilienmakler und glücklich mit seiner Frau Deirdre (Michelle Monaghan) verheiratet, obwohl es in ihrer Beziehung zuletzt aufgrund seiner Pedanterie immer mehr an Leidenschaft mangelt. Eines Tages erhält Rudd einen Anruf, dass sein Bruder nach einem Autounfall im Krankenhaus gelandet sei. Als er und Deirdre zu dem Verletzten eilen, stellen sie fest, dass es sich gar nicht um Rudds echten Bruder handelt, sondern um Marcus (Eric André), für den Rudd vor vielen Jahren im Rahmen eines Higschool-Programms lediglich der Einschulungs-Pate war. Weil Marcus aktuell nirgendwo anders unterkommen kann, nehmen Rudd und Deirdre ihn nach dem Krankenhausaufenthalt vorübergehend bei sich auf – und damit zieht das Chaos bei ihnen ein.
Buddy-Komödien leben von ihrer Chemie - und genau hier liegt die größte Stärke von "Little Brother". Regisseur Matt Spicer bringt mit John Cena und Eric André zwei völlig unterschiedliche Charaktere zusammen und schafft damit immer wieder unterhaltsame Momente. Leider reicht das allein nicht aus, um aus einer guten Grundidee eine rundum gelungene Komödie zu machen. Zwischen gelungenen Gags und ehrlichen Charaktermomenten verliert der Film immer wieder seinen Rhythmus und findet nie ganz die Balance zwischen Chaos und Herz. Dabei beweist John Cena einmal mehr sein gutes Gespür für trockenes Timing, während Eric André mit seiner gewohnt unberechenbaren Art für die meisten Lacher sorgt. Immer dann, wenn die beiden einfach miteinander spielen dürfen, entfaltet "Little Brother" seinen größten Charme. Auch die emotionaleren Szenen funktionieren überraschend gut und verhindern, dass der Film zur reinen Klamaukveranstaltung verkommt.
Leider verliert sich das Drehbuch zu häufig in einer Mischung aus derbem Humor, vorhersehbaren Handlungswendungen und Figuren, die kaum über ihre Klischees hinauswachsen. Manche Gags zünden hervorragend, andere wirken bemüht oder unnötig aufgesetzt. Auch der Wechsel zwischen herzlicher Buddy-Komödie und schrägem Chaos gelingt nicht immer, wodurch der Film stellenweise etwas unausgegoren wirkt. Dabei steckt durchaus Potenzial in der Geschichte. Themen wie Freundschaft, Verantwortung und psychische Gesundheit werden angerissen, bleiben letztlich aber eher oberflächlich. Statt diese Ansätze konsequent zu vertiefen, setzt der Film immer wieder auf den nächsten schrägen Einfall. Das sorgt zwar für Unterhaltung, verhindert aber, dass "Little Brother" emotional wirklich nachhallt. Guckt man halt einfach so weg.


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