Gangster Gabriel (John Travolta) plant einen neun Milliardencoup mit seiner Freundin Ginger (Halle Berry). Doch dafür brauchen sie den Computerhacker Stanley (Hugh Jackman). Der darf nach einem Gefängnisaufenthalt seine Tochter nicht mehr sehen. Also wird er mit der Aussicht überredet, nach dem Coup genug Geld zu bekommen, um sich einen Anwalt für den Sorgerechtsstreit leisten zu können. Der Hacker willigt ein und programmiert einen Computerwurm, der es Gabriel ermöglicht, 9,5 Millionen Dollar von der Weltbank zu erbeuten - eine Summe, die für Terroranschläge ausgegeben werden soll...
Ein Film, der sich mit der großspurigen Selbstsicherheit eines Computerspezialisten benimmt, aber das Charisma eines Energy-Drinks hat: laut, schillernd, ziemlich sicher, dass er cooler ist als alle anderen, und dabei ständig in der Gefahr, seine eigene Pose für Substanz zu halten. Dominic Sena inszeniert hier den High-Tech-Thriller "Passwort: Swordfish" über Cyberkriminalität, Regierungsgeheimnisse und einen Mann, der für Geld und Kontrolle in Systeme eindringt, bis der Film selbst wie ein Hack wirkt: nicht in eine Maschine, sondern in die Aufmerksamkeit des Publikums. Das Problem ist, dass der Film seine eigene Oberflächenenergie mit Intelligenz verwechselt. Der Film will wie ein moderner, zynischer Thriller über die Macht der Netze wirken, doch vieles daran ist weniger präzise als protzig: Explosionen, digitale Interfaces, flotte Schnitte, schnelle Sprüche, eine Handlung, die immer weiter in Richtungen ausgreift, die sie nicht wirklich vertieft. Man spürt, dass das Drehbuch von Skip Woods mehr an der Mechanik der Wendung interessiert ist als an ihren Konsequenzen. Die Konsequenz ist dann oft nur noch eine weitere Pose, ein weiterer Sicherheitscode, ein weiterer Versuch, den Zuschauer mit Tempo davon abzulenken, dass die innere Logik dünn ist.
Keine Frage: Ein Thriller kann ja durchaus absurd, überdreht oder sogar moralisch fragwürdig sein - aber er muss den Eindruck erwecken, dass seine Welt unter Spannung steht, nicht nur unter Dekoration. "Passwort: Swordfish" hat Stil, keine Frage. Er hat ein schneidiges Tempo, eine digitale Kälte und genug Testosteron, um einen kleinen Flughafen zu heizen. Aber es hat zu wenig Gefühl dafür, warum uns diese Leute, diese Daten, diese Deals wirklich interessieren sollten. Und doch ist der Film nicht völlig belanglos. Wer ihn heute sieht, sieht auch ein Stück Früh-2000er-Ästhetik: die Faszination für Hacking als Mythos, für High-Tech als Bedrohung, für Männer im Anzug, die so tun, als würden sie in Echtzeit die Welt umprogrammieren. Dazu kommt eine Besetzung, die mit sichtbarer Lust an der Übertreibung arbeitet. Travolta ist ein Showman, Jackman bleibt angenehm geerdet, Halle Berry erhält Momente, die weit mehr aus ihrem Star-Charisma machen als aus der eigentlichen Figurenzeichnung.
Am Ende bleibt "Passwort: Swordfish" ein Film, der sich wie ein teurer Irrtum anfühlt, der aber mit solcher Selbstsicherheit vorgetragen wird, dass man ihm ohne Fragen zu stellen verzeiht. Er ist ein Cyberthriller für ein Zeitalter, das seine Angst vor dem Digitalen lieber in Glas, Chrom und Explosionen verpackt als in echte Unsicherheit. Und genau deshalb wirkt er heute wie ein glänzendes Relikt: faszinierend, leer genug, um kalt zu werden, und doch so vollgestopft mit Energie, dass man ihn nicht einfach abschreiben kann.
