Samstag, 18. Juli 2026

The Other Guys - Die etwas anderen Cops (2010)

https://www.imdb.com/de/title/tt1386588/
https://letterboxd.com/film/the-other-guys/

Detective Allen Gamble (Will Ferrell) verschanzt sich lieber hinter babylonischen Akten-Türmen, statt auf Streife in den Straßenschluchten New Yorks zu gehen. Sein neuer Partner Terry Hoitz (Mark Wahlberg) könnte verschiedener nicht sein - der abgebrühte Straßenbulle ist ganz und garnicht glücklich darüber, mit Schreibtischtäter Allen zusammengesteckt zu werden. Bloß in einer Hinsicht treffen sich die beiden in der Mitte: Danson (Dwayne Johnson) und Highsmith (Samuel L. Jackson) sind die coolsten Säue der Police Force. Plötzlich bekommen Allen und Terry mit einem neuen Fall die Gelegenheit, in die Fußstapfen der ikonischen Cops zu treten...

Regisseur Adam McKay liefert mit "The Other Guys"/"Die etwas anderen Cops" eine ungewöhnliche Mischung aus Action, Slapstick und Wirtschaftskrimi ab. Das Ergebnis ist eine nicht durchgehend brillante Buddy-Cop-Komödie, aber deutlich cleverer und witziger, als es auf den ersten Blick scheint. Allein die Chemie zwischen seinen beiden Hauptdarstellern passt perfekt. Will Ferrell spielt seine Paraderolle des unbeholfenen, scheinbar harmlosen Sonderlings einmal mehr mit perfektem Timing. Sein Allen ist ein wandelndes Kuriositätenkabinett voller absurder Eigenheiten und unerwarteter Talente. Mark Wahlberg wiederum gibt den frustrierten Hitzkopf mit sichtlicher Spielfreude und fungiert als idealer Gegenpart. Das Zusammenspiel der beiden sorgt für viele der besten Szenen des Films.

Überhaupt lebt "Die etwas anderen Cops" von seinem Humor. Statt sich auf reine Klamauk-Gags zu verlassen, persifliert der Film immer wieder die typischen Klischees des Actionkinos. Besonders die Eröffnung mit Johnson und Jackson gehört mittlerweile zu den legendären Momenten moderner Filmkomödien. Immer wieder nimmt der Film die übertriebenen Heldenbilder des Genres aufs Korn und beweist dabei ein bemerkenswertes Gespür für Timing und absurde Einfälle. Hinzu kommt, dass der Film überraschend gesellschaftskritische Untertöne besitzt. Hinter den Verfolgungsjagden und schrägen Dialogen verbirgt sich eine Geschichte über Finanzbetrug, Gier und die Verantwortung großer Unternehmen. Für eine Mainstream-Komödie ist das ein ungewöhnlicher Ansatz, der dem Film zusätzliche Tiefe verleiht. Zwar werden diese Themen nicht immer vollständig ausgereizt, sie heben "Die etwas anderen Cops" aber deutlich von vielen vergleichbaren Produktionen ab. Allerdings ist der Humor sehr speziell und setzt stark auf absurde Situationen und improvisiert wirkende Dialoge. Nicht jeder Gag landet einen Treffer, und einige Szenen ziehen sich etwas länger, als sie müssten. Auch der eigentliche Kriminalfall gerät zwischenzeitlich in den Hintergrund und wirkt gelegentlich eher wie ein Vorwand, um die nächste komödiantische Eskalation einzuleiten. Trotzdem gelingt es dem Film immer wieder, seine Schwächen mit Charme und Energie auszugleichen. Das starke Ensemble - darunter Eva Mendes, Michael Keaton und Steve Coogan - sorgt dafür, dass selbst kleinere Nebenrollen in Erinnerung bleiben. Gerade Michael Keaton als Polizeichef, der nebenbei bei einer Ladenkette arbeitet und unbewusst Songtexte zitiert, liefert einige der schönsten Running Gags des Films.

Damit avanciert "Die etwas anderen Cops" zu einer cleveren und herrlich schrägen Buddy-Cop-Komödie, die ihre besten Momente aus dem Zusammenspiel von Will Ferrell und Mark Wahlberg zieht. Die Mischung aus Action-Parodie, absurdem Humor und unerwarteter Gesellschaftskritik macht den Film zu einer der unterhaltsameren Komödien seiner Zeit. Nicht jede Pointe sitzt, aber wenn der Film zündet, ist er ausgesprochen witzig und überraschend einfallsreich.

6,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkColumbia Pictures/Gary Sanchez Productions/Mosaic Media Group

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