Becket Redfellow (Glen Powell) verfügt über gutes Aussehen, Charme, Witz und Bildung. Doch eins hat er nicht: das Geld seiner Familie, von dem er überzeugt ist, dass es ihm zusteht. In diesem Glauben hat ihn seine Mutter erzogen, die einst als Erbin des gigantischen Redfellow-Vermögens vorgesehen war, dann aber von der Familie verstoßen und enterbt wurde. Nach ihrem Tod ist Becket fest entschlossen, sich zurückzuholen, um was er uns seine Mutter in seinen Augen gebracht wurden – nur gibt es da ein kleines Problem: Sieben Verwandte stehen zwischen ihm und der Erbschaft, die ihm eben nur zufallen wurde, wenn sonst gar kein anderer Redfellow mehr lebt. Also muss der vom Drang nach Höherem getriebene Becket sich einiges einfallen lassen, um die Verwandtschaft mittels kreativer „Unfälle“ um die Ecke zu bringen, die nicht auf ihn zurückfallen können – denn im Gefängnis hätte er von einer etwaigen Erbschaft nicht mehr viel. Während er seine Pläne schmiedet, muss er aber gleichzeitig auch das Gesicht vor seiner neuen Freundin Ruth wahren. Und dann wäre da noch seine Jugendliebe Julia (Margaret Qualley), die plötzlich wieder auf der Bildfläche erscheint...
Schwarze Komödien sind ein schwieriges Genre. Sie müssen gleichzeitig bissig, witzig und ein wenig unangenehm sein, ohne ihre Figuren komplett der Lächerlichkeit preiszugeben. "How To Make A Killing: Todsicheres Erbe" gelingt dieser Spagat überraschend gut. Regisseur und Drehbuchautor John Patton Ford nimmt sich unverkennbar das klassische Vorbild "Adel verpflichtet" zum Vorbild und serviert eine makabre Erbschaftsgeschichte, die zwar nicht jede ihrer Ideen perfekt ausreizt, aber über weite Strecken ausgesprochen unterhaltsam ist. Im Mittelpunkt steht Becket Redfellow (Glen Powell), der sein ganzes Leben unter der Tatsache gelitten hat, von seiner wohlhabenden Familie verstoßen worden zu sein. Als er erkennt, dass zwischen ihm und einem gigantischen Vermögen nur noch einige äußerst unsympathische Verwandte stehen, kommt ihm eine radikale Idee: Warum nicht die Erbfolge ein wenig... verkürzen? Was folgt, ist ein zunehmend chaotischer und schwarzhumoriger Feldzug gegen die eigene Familie.Glen Powell passt dabei hervorragend in die Rolle. Der Schauspieler beweist einmal mehr, warum er inzwischen zu den interessantesten Leading Men Hollywoods gehört. Sein Becket ist charmant, intelligent und moralisch fragwürdig - und trotzdem fiebert man erstaunlich oft mit ihm mit. Powell besitzt die seltene Fähigkeit, selbst fragwürdige Entscheidungen mit einem sympathischen Lächeln zu verkaufen. Seine Performance wertet den Film deutlich auf und verleiht ihm die nötige Leichtigkeit. Auch die Nebenbesetzung macht ihre Sache hervorragend. Margaret Qualley und Jessica Henwick sorgen für zusätzliche Dynamik, während Veteranen wie Ed Harris und Bill Camp den exzentrischen Familienclan mit sichtbarer Spielfreude verkörpern. Gerade die Begegnungen zwischen den verschiedenen Familienmitgliedern gehören zu den unterhaltsamsten Szenen des Films. Ton und Inszenierung erinnern dabei immer wieder an klassische britische schwarze Komödien. Die Morde sind teilweise makaber, aber nie übermäßig brutal, und der Film hat großen Spaß daran, seine reichen und privilegierten Figuren als karikaturhafte Unsympathen zu präsentieren. Die satirischen Spitzen gegen Klassengesellschaft und Reichtum funktionieren dabei häufig sehr gut.Allerdings erreicht der Film nicht ganz die Schärfe, die seine Prämisse verspricht. "How To Make A Killing: Todsicheres Erbe" ist für eine schwarze Komödie manchmal erstaunlich zahm und trau sich scheinbar nicht, noch schwärzer, noch böser zu werden. Einige Morde werden beinahe beiläufig abgehandelt, und die Gesellschaftssatire hätte durchaus noch etwas bissiger ausfallen dürfen. Zudem wirkt die Erzählung im Mittelteil gelegentlich etwas unentschlossen, weil sie zwischen Thriller, Komödie und Familiendrama schwankt.
Dennoch verliert der Film nie seinen Unterhaltungswert. Die Geschichte entwickelt ein angenehmes Tempo, die Dialoge sind pointiert, und immer wieder überrascht die Handlung mit kleinen Wendungen und cleveren Einfällen. Gerade weil der Film seine makabre Ausgangsidee nicht allzu ernst nimmt, entsteht eine charmante Leichtigkeit, die ihn von vielen anderen schwarzen Komödien abhebt. Auch das Finale hinterlässt trotz kleiner Logiklücken ein zufriedenes Lächeln. Damit ist "How To Make A Killing: Todsicheres Erbe" vielleicht kein neuer Genreklassiker und reicht nicht ganz an seine berühmten Vorbilder heran. Aber er ist ein ausgesprochen vergnüglicher Mordreigen, der von einem bestens aufgelegten Glen Powell getragen wird und seine Zuschauer mit einer guten Mischung aus schwarzem Humor und krimineller Energie bei Laune hält."How To Make A Killing: Todsicheres Erbe" ist am Ende eine charmante, makabre und überraschend unterhaltsame schwarze Komödie, die zwar etwas mehr Biss und Konsequenz hätte vertragen können, dank ihres großartigen Hauptdarstellers und zahlreicher cleverer Einfälle aber dennoch bestens funktioniert. Ein Film für diejenigen, die ihre Komödien gerne mit einer ordentlichen Portion Mord und einem diabolischen Grinsen serviert bekommen wollen.
7/10







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