Dienstag, 7. April 2026

Anaconda (2025)

https://www.imdb.com/de/title/tt33244668/

Eine Freundesgruppe direkt in der Midlife-Crisis will aus ihrem Trott ausbrechen und noch mal was anderes machen wollen - allen voran Doug (Jack Black) und Griff (Paul Rudd). So beschließen sie zusammen den wilden Plan, ein Remake ihres Lieblingsfilms aus ihrer Jugend zu drehen: "Anaconda". Und weil es sie nach Abenteuer giert, soll das natürlich am authentischen Schauplatz mitten im Regenwald passieren. Tief im Amazonas angekommen, müssen sie aber – wie soll es auch anders sein – schnell um ihr Leben kämpfen. Denn nicht nur der Dschungel mit seinen Bewohnern selbst erweist sich als unerbittlicher Widersacher, sondern es treiben auch gefährliche Kriminelle hier ihr Unwesen. Natürlich gibt es auch die titelgebende Riesenschlange außerdem wirklich und verwandelt das kleine Abenteuer nun endgültig in ein gefährliches Spiel um Leben und Tod, bei dem es schnell nicht mehr nur um ein verrücktes Filmprojekt von Freunden geht.

Das Remake von "Anaconda" ist einer jener Filme, die mit einem Augenzwinkern an ihre eigene Lächerlichkeit erinnern und dadurch erst richtig charmant werden. Tom Gormicans Meta-Komödie nimmt den Kultklassiker von 1997 nicht als heiliges Erbe, sondern als perfekten Vorwand für ein chaotisches Freundesabenteuer: Eine Gruppe Midlife-Crisis-Opfer zieht in den Amazonas, um ein Remake ihres filmischen Idols zu drehen - bis eine echte Riesen-Anakonda die Dreharbeiten in ein echtes Schlangenabenteuer verwandelt. Was als selbstironische Hommage beginnt, entpuppt sich als herrlich unbeschwerte Runde aus Slapstick, Buddy-Chemie und genau genug Monster-Gore, um den Biss zu haben. Es ist kein Horror-Meisterwerk, aber eine Komödie, die ihre Schwächen als Stärke verkauft - und dabei lacht, bis die Lachtränen fließen.


Jack Black, ein Wirbelsturm aus Enthusiasmus und Tollpatschigkeit, spielt Doug McCallister, Paul Rudd, der ewige sympathische Chaot, seinen Jugendfreund Griff. Blacks hyperaktiver Traumtänzer, dessen "Lass uns das Ding drehen!"-Optimismus (wie schon in "King Kong") kollidiert mit Rudds trockenem Sarkasmus - das funktioniert wunderbar: ihre Chemie passt perfekt. Um dem Alltag zu entfliehen, schnappen sie sich die Filmrechte für "Anaconda" und chartern ein Boot in den Amazonas-Dschungel, um mit Freunden Claire (Thandiwe Newton), Kenny (Steve Zahn) und der mysteriösen Ana (Daniela Melchior) ihr Remake zu drehen. Mit winzigem Budget, improvisierten Kostümen und einem Cameo von Ice Cube als sich selbst entsteht ein meta-chaotisches Set: Doug als J.Lo-Stand-in, Griff als Jon Voight, alle stolpern durch Script-Änderungen und Technikpannen. Doch als eine gigantische Anakonda auftaucht - hungrig, aggressiv, mit lauten Jump Scares - wird aus Fake-Film echter Überlebenskampf. Newton bringt Claire scharfsinnige Coolness, Zahn Kenny als panische Comicfigur. Melchior bleibt als Ana etwas unterrepräsentiert, doch ihr Subplot mit brasilianischen Schurken (Selton Mello) gibt dem Chaos Struktur. Die Besetzung trägt Szenen wie die Boot-Reparatur oder das "Anaconda"-Sing-along mit solcher Leichtigkeit, dass man vergisst, wie klug der Humor getimt ist. 


Regisseur Tom Gormican dirigiert mit Augenzwinkern: Der Film parodiert B-Movie-Klischees - schlechte CGI-Schlangen, Script-Änderungen in letzter Minute, Cameos - und dreht sie zu Insider-Gags. Die echte Anakonda (besser animiert als 1997) beißt aggressiv zu, doch der Fokus liegt auf Komik: Laute Scares dienen dem Punchline, Gore ist cartoonesk. Der Amazonas fühlt sich lebendig an - neblig, sumpfig, bedrohlich -, und der Score mischt 90er-Nostalgie mit tropischem Beat. Es ist kein reiner Monster-Horror, sondern eine Komödie, die ihr Monster als Sidekick nutzt. Thematisch schimmert Midlife-Weisheit durch: Doug und Griff lernen, Träume trotz Chaos zu leben, Freundschaft über Fame zu stellen. Positive Botschaften wie Loyalität und Kreativität. Meta-Elemente spotten Hollywoods IP-Gier, ohne zu predigen - ein Spiegel für Fans, die Remakes lieben/hassen. 

"Anaconda" beißt zwar nicht ganz so hart zu wie erwartet, lacht aber herzhaft über sich selbst. Black und Rudd glänzen, Gormican bastelt ein charmantes Chaos - perfekt für Meta-Fans. Es schluckt sein Erbe nicht ganz, spuckt es aber mit Witz aus: Ein unterhaltsamer Biss ins Leere, der trotzdem satt macht. 

6,5/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: Columbia Pictures

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