Montag, 20. Juli 2026

Fuze (2025)

https://www.imdb.com/de/title/tt31189814/
https://letterboxd.com/film/fuze/

In London wird bei Bauarbeiten eine nicht detonierte deutsche Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Schnell wird ein Räumkommando unter der Leitung von Major Will Tranter (Aaron Taylor-Johnson) zum Fundort gerufen, die den potentiell gefährlichen Blindgänger entschärfen sollen. Dazu muss allerdings das umliegende Areal weiträumig abgesperrt werden, was unter Aufsicht der gewissenhaften Polizeichefin Zuzana Greenfield (Gugu Mbatha-Raw) geschieht. Parallel dazu nutzt eine kriminelle Gang unter Führung von Karalis (Theo James) die Situation für ihre eigenen Zwecke und führt einen Bankraub in dem wie leergefegten Viertel durch, indem sie sich durch die Kanalisation Zutritt verschaffen, während im Hintergrund ein mysteriöser weiterer Mann (Sam Worthington) die Strippen zu ziehen scheint.

David Mackenzies neuer Thriller "Fuze" verspricht einen ungewöhnlichen Mix aus Bombenentschärfungsdrama, Heist-Movie und Verschwörungsgeschichte. Die Ausgangslage ist originell, das Ensemble hochkarätig besetzt und das Tempo von Beginn an hoch. Doch obwohl der Film vieles richtig macht, fehlt ihm letztlich das gewisse Etwas, das aus einem guten Thriller einen wirklich erinnerungswürdigen macht. Doch zunächst profitiert der Film enorm von seiner cleveren Grundidee. Die Verbindung eines realistischen Bombenszenarios mit einem Heist-Thriller fühlt sich angenehm frisch an und sorgt dafür, dass die ersten Minuten sofort Spannung erzeugen. Die Evakuierung Londons, der Zeitdruck und die parallelen Handlungsstränge verleihen "Fuze" eine Dynamik, die einen schnell in ihren Bann zieht. 

Auch die Besetzung überzeugt. Aaron Taylor-Johnson spielt den ruhigen und professionellen Bombenexperten mit der nötigen Gelassenheit, während Theo James als charismatischer Drahtzieher der kriminellen Operation sichtbar Spaß an seiner Rolle hat. Sam Worthington und Gugu Mbatha-Raw ergänzen das Ensemble solide, auch wenn ihre Figuren etwas mehr Profil hätten vertragen können. Gerade das Zusammenspiel der unterschiedlichen Charaktere sorgt dafür, dass der Film trotz seiner ernsten Ausgangslage immer wieder locker und unterhaltsam bleibt. Inszenatorisch liefert Mackenzie erneut gewohnt saubere Arbeit ab. Die Action bleibt übersichtlich, die Kamera verliert nie den Überblick und London wird als lebendige Kulisse hervorragend genutzt. Besonders die Szenen rund um die Evakuierung erzeugen eine glaubwürdige Hektik und vermitteln das Gefühl, dass jederzeit etwas schiefgehen könnte.

Leider verliert "Fuze" nach seinem überaus ansprechenden Auftakt etwas an Schwung. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto stärker verlässt sich das Drehbuch auf immer neue Wendungen und Doppelspiele anstatt die ursprüngliche Geschichte einfach fortzuführen. Zugegeben - einige der Twists funktionieren durchaus gut, andere lassen sich jedoch früh erahnen oder wirken unnötig konstruiert, was die emotionale Bindung zu den Figuren zudem stark vernachlässigt. Damit bleiben die Charaktere letztlich etwas blass. Obwohl der Cast durchweg überzeugt, erhalten viele Figuren zu wenig Zeit, um über ihre jeweilige Funktion innerhalb der Handlung hinauszuwachsen. Dadurch fehlt dem Film stellenweise das emotionale Gewicht, das seine spannende Ausgangslage eigentlich verdient hätte.

Hinzu kommt, dass das Finale zwar einerseits ordentlich unterhält, aber andererseits nicht ganz den großen Knall liefert, auf den die Geschichte hinarbeitet. Einige Erklärungen wirken etwas überhastet, und nicht jede Auflösung entfaltet die gewünschte Wirkung. Trotzdem bleibt der Film durch seine kurze Laufzeit angenehm straff und verzichtet erfreulicherweise auf unnötige Längen. Damit ist "Fuze" genau die Art von Thriller, die man sich für einen unterhaltsamen Kinoabend wünscht: temporeich, solide inszeniert und mit einer Prämisse, die neugierig macht. Er erfindet das Genre zwar nicht neu, liefert aber genügend Spannung und Unterhaltung, um bis zum Abspann bei der Stange zu halten.

6,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkAnton/Sigma Films/Sky

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