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Lana (Michaela Caspar) verdient sich ihren Lebensunterhalt als Hausmeisterin. Gemeinsam mit ihrer Mutter lebt sie unter einem Dach in einer kleinen Wohnung. Um auf andere Gedanken zu kommen und ihrem tristen Alltag zu entfliehen, beobachtet sie durch eine Videokamera eine Frau im gegenüberliegenden Wohnblock. Dabei baut sie in ihrer Fantasie eine innige Beziehung zu ihr auf. Eines Tages sieht sie das Glück ihrer neuen Freundin bedroht und verlässt daraufhin ihre Position als stille Beobachterin und greift in das Geschehen ein.
Mit seinem Langfilmdebüt "153 Meter" erzählt Regisseur Anton von Heiseler eine Geschichte, die auf den ersten Blick wie ein Psychothriller beginnt, sich jedoch zunehmend als sensibles Drama über Einsamkeit und unerfüllte Sehnsüchte entpuppt. Das Ergebnis ist ein ungewöhnlicher deutscher Independentfilm, der sich bewusst Zeit nimmt und sein Publikum eher beobachten als unterhalten möchte. Von Heiseler interessiert sich dabei weniger für Spannung im klassischen Sinn als für die Frage, wie Isolation und unerfüllte Wünsche das Verhalten eines Menschen verändern können.
Michaela Caspars ruhige, nuancierte Darstellung der Lana macht sie zu einer Figur, deren Handlungen zwar nicht immer nachvollziehbar, ihre Gefühle jedoch jederzeit glaubwürdig wirken. Unterstützt wird sie von Emilia von Heiseler und Maria Luise Preuß, die dem kleinen Ensemble zusätzliche Authentizität verleihen. Die gesellen sich die nüchternen Bilder der Plattenbausiedlung, die bewusst reduzierte Farbpalette und die zurückhaltende Kamera. Gemeinsam erzeugen eine melancholische Atmosphäre, in der selbst alltägliche Situationen eine unterschwellige Spannung entwickeln. Diese ungewöhnliche Bildsprache und der Mut, viele Dinge offen zu lassen, statt sie eindeutig zu erklären, faszinieren. Allerdings entwickelt sich trotz der kurzen Laufzeit die Handlung nur langsam, Dialoge bleiben sparsam und manche Szenen wirken eher beobachtend als erzählend. Wenn man einen klassischen Thriller erwartet, dürfte man enttäuscht werden. Zudem bekommt man das Gefühl, dass der Film seine interessante Ausgangsidee erzählerisch nicht immer konsequent weiterentwickelt und dadurch stellenweise etwas distanziert wirkt.
Damit wird "153 Meter" am Ende zu einem ruhigen, atmosphärischen Drama mit starken schauspielerischen Leistungen und einer eigenständigen visuellen Handschrift. Die Mischung aus Charakterstudie und psychologischer Spannung geht nicht immer vollständig auf, bietet aber genug interessante Ansätze, um sich deutlich vom üblichen deutschen Kinoprogramm abzuheben. Wenn man entschleunigtes Arthouse-Kino schätzt und sich auf die leisen Zwischentöne einlässt, wird man mit einem nachdenklichen und ungewöhnlichen Filmerlebnis belohnt.

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