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Was für ein Tag: Derek Cho (Steven Yeun) wird von einem Kollegen verleumdet und daraufhin zu Unrecht von seinem Arbeitgeber gefeuert. Kurze Zeit später bricht im Gebäude ein gefährliches Virus aus, welches bewirkt, dass die Infizierten willenlos ihren niedersten Impulsen folgen und selbst eine kleine Streiterei in Mord und Totschlag enden kann. Da der Komplex rasch zur Quarantänezone erklärt wird, ist auch Cho in den Büroräumen gefangen und muss jetzt nicht mehr nur um seinen Job, sondern vor allem ums nackte Überleben kämpfen. Gemeinsam mit der in Verzug geratenen Kreditnehmerin Melanie Cross (Samara Weaving), die genauso wie er eine Stinkwut auf die Firma hat, greift er sich alles, was man irgendwie als Waffe benutzen kann und fängt an, zu metzeln…
Was passiert, wenn sämtliche gesellschaftlichen Hemmungen plötzlich wegfallen und aus einem gewöhnlichen Bürogebäude ein Schlachtfeld wird? Genau diese ebenso absurde wie reizvolle Prämisse verfolgt Regisseur Joe Lynch mit "Mayhem". Der Film verbindet Action, Horror, schwarze Komödie und bissige Gesellschaftssatire zu einem blutigen Genremix, der sich unverkennbar gegen die Auswüchse moderner Leistungsgesellschaft richtet. Das Ergebnis ist ebenso unterhaltsam wie chaotisch - allerdings nicht immer so clever, wie es seine Ausgangsidee vermuten lässt.
Steven Yeun beweist hier bereits sein Talent für die Mischung aus Sympathie, trockenem Humor und körperlicher Präsenz. Samara Weaving steht ihm in nichts nach und entwickelt gemeinsam mit Yeun eine Dynamik, die den Film auch in ruhigeren Momenten trägt. Gerade ihr Zusammenspiel gehört zu den größten Pluspunkten der Produktion. Joe Lynch inszeniert das Geschehen mit viel Energie. Die Action ist temporeich, die Gore-Effekte erfreulich handgemacht und die Kamera hält das Geschehen stets übersichtlich. Dabei erinnert "Mayhem" immer wieder an Filme wie "The Belko Experiment", "Crank" oder "The Conference" - allerdings mit deutlich mehr Blut und schwarzem Humor. Die Satire auf toxische Unternehmenskulturen, Ellenbogenmentalität und entfesselten Kapitalismus verleiht dem Film eine zusätzliche Ebene, die über den reinen Splatter hinausgeht.Doch seine Gesellschaftskritik ist oft plakativ und wird zugunsten der nächsten blutigen Auseinandersetzung nicht konsequent weiterentwickelt. Auch das Drehbuch setzt eher auf Tempo als auf Figurenentwicklung. Manche Dialoge wirken überzeichnet, und gegen Ende verliert die Geschichte etwas an Überraschung, weil das Grundprinzip bereits früh vollständig ausgespielt ist. Dennoch besitzt "Mayhem" eine ansteckende Energie, der man sich nur schwer entziehen kann. Die Mischung aus Horror, Action und bitterböser Arbeitsplatzsatire funktioniert über weite Strecken erstaunlich gut und sorgt dafür, dass die knapp 90 Minuten wie im Flug vergehen. Unterm Strich also ein wuchtiger, blutiger und herrlich überdrehter Genre-Mix, der mit Steven Yeun und Samara Weaving zwei hervorragend aufgelegte Hauptdarsteller bietet. Die clevere Grundidee, das hohe Erzähltempo und der anarchische Humor machen den Film zu einem kurzweiligen Vergnügen. Dass die Satire letztlich oberflächlich bleibt und das Drehbuch nicht jede Chance nutzt, verhindert zwar den ganz großen Wurf – als kompromissloses Horror-Action-Spektakel mit Biss funktioniert "Mayhem" jedoch ausgezeichnet.


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