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Mittwoch, 26. August 2015

Alien - Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (Director's Cut) (1979)

http://www.imdb.com/title/tt0078748/

Die Besatzung des Weltraumfrachters Nostromo - darunter der dritte Offizier Ellen Ripley (Sigourney Weaver) - befindet sich im künstlichen Tiefschlaf. Plötzlich empfängt ihr Schiff ein SOS-Signal. Der Bordcomputer weckt daraufhin die Mannschaft, die der Hilferuf wenig später auf einen unwirtlichen Planten führt. Dabei entdeckt die Crew das Wrack eines außerirdischen Raumschiffs. Ein Crewmitglied wird dabei von einem Alien angegriffen, das sich auf seinem Gesicht festsaugt. Dem Schiffsarzt Ash (Ian Holm) gelingt zwar die Entfernung des fremden Organismus, doch das außerirdische Wesen ist damit längst nicht besiegt. In der Enge des Raumfrachters beginnt ein Kampf ums Überleben, bei der Feind nahezu unsichtbar, heimtückisch und äußerst tödlich ist...

Schon mit der Kinofassung von 1979 brachte Regisseur Ridley Scott mit seinem Horror-SciFi-Film "Alien" ein Wesen auf die Leinwände, welches heute - über 35 Jahre nach dessen ersten Auftritt - rein gar nichts von seiner Faszination eingebüßt hat. 2003 entstand der "Director's Cut", Ridley Scotts Neufassung mit ein paar Umschnitten, Straffungen und neuen Szenen. Der "Director`s Cut" ist auch etwas kürzer als die Kinofassung. Das kommt daher, dass man dem Film durch die Zurechtstutzung von Kamerafahrten und unnötig langen Einstellungen mehr Tempo verschafft hat. Ein paar neue Szenen gibt es aber trotzdem. Der ungekürzte "Director`s Cut" läuft ca. 47 Sekunden kürzer als die Kinofassung, die veränderten Szenen im "Director's Cut" betragen aber 321 Sekunden. Einen detaillierten Schnittbericht oder vielmehr einen Fassungsvergleich kann man hier finden: schnittberichte.com.

Der Film selbst sieht auch heute noch fantastisch aus. Das Setup ist großartig, über die gesamte Länge des Films kann die Spannung aufrecht erhalten werden. Gleich zu Beginn setzt die akzentuierte Musik von Jerry Goldsmith ein, die die Handlung stimmungsvoll begleitet. Die Nostromo wirkt ziemlich abgenutzt, die Gänge des Raumschiffs sind dunkel und dreckig, alles wirkt klaustrophobisch.

An jeder Ecke beschleicht den Zuschauer ein Gefühl der Bedrohung. Auch auf den später angeflogenen Mond transportiert Scott die unheilvolle Atmosphäre auf einer Welt, die einem Alptraum entsprungen zu sein scheint. Das außerirdische Raumschiff wirkt im Inneren wie abgestorben, alles wirkt fremd. Kanes Schicksal steigert das aufgebaute Unbehagen, welches mit der „Geburt von Kanes Sohn“ sein Maximum erreicht. Von nun an weicht das ungute Gefühl der Gewissheit, dass nun tatsächlich eine real existierende Gefahr vorhanden ist. Diese wird verkörpert durch ein grandios konzipiertes Alien. Mit dessen Design übertraf sich der Schweizer H.R. Giger selbst und erhielt vollkommen zurecht einen Oscar für seine Arbeit. Dabei ist das Alien die meiste Zeit des Filmes nie komplett zu sehen, was zum Teil daran lag, dass viele Szenen mit dem kostümierten Schauspieler lächerlich aussahen und deswegen gar nicht erst verwendet wurden. Dies hatte für die Filmemacher den Vorteil, dass das Alien effektvoller eingesetzt werden konnte und dadurch als nützlichen Nebeneffekt die Spannung gesteigert wurde. Erst in dieser Fassung und Dank digitaler Technik konnte ein paar wenige Szenen mit dem schleimigen Ungeheuer re-integriert werden.

"Alien" war für Ridley Scott der zweite große Spielfilm und er beweist, dass er eine relativ reduzierte Story packend inszenieren kann. Mit Erscheinen des Aliens ist es ein Kampf Gut gegen Böse, der Plot der zweiten Hälfte beschränkt sich auf die gegenseitige Jagd innerhalb der Nostromo. Dies ist genauso simpel wie spannend. Die Besetzung ist ebenfalls großartig. Für Sigourney Weaver war "Alien" die erste wirklich nennenswerte große Rolle. Die Figur der toughen, resoluten Ripley stellte bis dahin ein Novum für eine weibliche Hauptrolle in einem Film dieser Art dar. Eine starke Frauenfigur gab es zuvor in der Männerdomäne Action-/Horrorkino nicht. Dabei war Ripley ursprünglich als Mann angedacht gewesen und wurde gegen den Widerstand der Produzenten zur Frau umgeschrieben. Im Nachhinein erwies sich diese Entscheidung als richtig.

Neben Weaver glänzen weitere Schauspielgrößen. Tom Skerritt als Captain Dallas strahlt Autorität und Ruhe aus. Ian Holm als undurchsichtiger Wissenschaftsoffizier spielt seine Rolle ebenfalls glänzend. Kane-Darsteller John Hurt weiß zu gefallen, sein letzter Autritt im Film bleibt auch nach dem Abspann in Erinnerung. Ein zusätzliches Highlight ist zweifelllos das Zusammenspiel von Yaphet Kotto und Harry Dean Stanton als Techniker-Duo. Die ernsthaften Charaktere überzeugen durchgehend, kleinere Konflikte innerhalb der Besatzung werden gut dargestellt. Die erste Fassung des Drehbuchs sah sogar noch größere Spannungen innerhalb der Nostromobesatzung vor. Dabei sind es bei allem schauspielerischen Können im Grunde normale Menschen, die auf einen perfekt angepassten, fremden Organismus treffen. Um für zusätzlichen Realismus zu sorgen wurden viele Szenen den Schauspielern grob erklärt, jedoch Details offen gelassen. So ist die Reaktion der Schauspieler in manchen Szenen nicht gespielt.

"Alien" gehört auch nach 35 Jahren noch zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Atmosphärisch kann dem Film kaum ein anderer Science-Fiction-Film das Wasser reichen, wobei die Horrorkomponente dabei deutlich überwiegt. Es ist ein Klassiker, einer der ganz großen und ein All-Time Favourite in meiner Sammlung.

9/10

Als exklusive und auf jeweils nur 1000 Stück limitierte Ausgabe erschien 2014 bei Zavvi in Großbritannien der Film in beiden Fassungen (Kinofassung und Director's Cut) im geprägten Steelbook mit einem unglaublich schönen, weil schlichtem Artwork.


Quellen:
InhaltsangabeTwentieth Century Fox
Poster/ArtworkTwentieth Century Fox

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Alien: Resurrection - Alien: Die Wiedergeburt (Special Edition) (1997)

 http://www.imdb.com/title/tt0118583/

Ellen Ripley (Sigourney Weaver) starb im Kampf gegen den perfekten außerirdischen Killerorganismus. 200 Jahre später kehrt sie als Ergebnis eines grausamen Experiments zurück – halb Mensch, halb Alien. Skrupellose Wissenschaftler clonten sie – gemeinsam mit der Alien-Königen in ihrem Körper -, um die ultimative Waffe zu züchten. Ripley überlebt die Geburt der Alien-Kreatur. Mit der Rückkehr des Aliens nimmt der Terror an Bord der Raumstation seinen blutigen Lauf. Gemeinsam mit einer Schmugglerbande und der mysteriösen Mechanikerin Call tritt Ripley den Kampf gegen ihre eigenen Artgenossen an. Aber auf wessen Seite sie wirklich steht, weiß niemand...

"My mommy always said there were no monsters. No real ones. But there are."

Kommen wir zum letzten Teil der Saga: "Alien - Die Wiedergeburt". Nach Finchers Alien-Version/Vision und den beiden ersten Teilen bekam nun der französische Regisseur Jean-Pierre Jeunet das Ruder in die Hand. Und es ist eine völlig neue Vision, die er hier zaubert - allerdings keine schlechte. Doch fangen wir mal mit den negativen Eindrücken an: von allen Alien Teilen hat dieser hier wohl am wenigsten mit der bisherigen Geschichte zu tun, besonders zum Ende hin bekommt man das zu spüren, wo so manch ein Alien-Fan etwas schockiert sein wird was hier gerade passiert, das Ganze kommt einem hier sogar schon ein wenig trashig vor. Auch sonst bekommt man im Film immer wieder Szenen zu sehen, bei denen man sich fragt was das gerade sollte, so eine Art Lückenfüller, die irgendwie zwanghaft lustig sein wollen, dies aber ganz sicher nicht sind. Auch Ripley kommt im Film irgendwie etwas abstoßend rüber und ist weit entfernt vond er taffen Frau aus den drei Vorgängern. Das hat natürlich auch mit dem ganzen Hintergrund des Films zu tun, dennoch mochte ich die "alte" Ripley lieber.

Trotz alledem fallen diese Schwachpunkte bei mir nicht allzu stark ins Gewicht, da sie doch irgendwie mit verantwortlich für diese 'dreckige' Atmosphäre sind, die mir bei diesem Film richtig gut gefällt. Und es gibt noch mehr: da wäre zum einen Winona Ryder in ihrer Rolle der Call. Es macht einfach Spaß ihr zuzusehen, da sie auf bezaubernde Art und Weise die kleine, charmante Mechanikerin spielt. Zum anderen wäre da Ron Perlman in seiner Rolle des Johner, den ich sowieso immer gerne sehe, besonders wenn er das verblödete Arschloch spielt, das immer auf Streit aus ist. Die eigentlichen Hauptakteure des Films, die Aliens, sehen hier zudem auch wieder klasse aus, anders als es noch im dritten Teil der Fall war. Insgesamt hat mir "Alien - Die Wiedergeburt" - auch wenn er zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig daherkommt - mit zunehmender Laufzeit immer besser gefallen. Spätestens mit dem Beginn der grandiosen Unterwasser-Szene hat mir der Streifen richtig Spaß gemacht und hat mich zudem bestens unterhalten.

7,5/10

Als exklusive und auf jeweils nur 1000 Stück limitierte Ausgabe erschien 2014 bei Zavvi in Großbritannien der Film in beiden Fassungen (Kinofassung und Special Edition) im geprägten Steelbook mit einem unglaublich schönen, weil schlichtem Artwork.


Quellen:
InhaltsangabeTwentieth Century Fox
Poster/ArtworkTwentieth Century Fox

Dienstag, 3. Dezember 2013

Alien - Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (Kinofassung) (1979)

http://www.imdb.com/title/tt0078748/

Mysteriöse Signale veranlassen die Besatzung des Raumfrachters Nostromo zur Landung auf einem unbewohnten Planeten. Dort treffen sie auf eine fremde Lebensform, die sich im menschlichen Körper vermehrt. Der Horror beginnt - ein Horror, der das Leben von sechs Crew-Mitgliedern beendet und das Leben der siebten für immer verändert. Sigourney Weaver ist Leutnant Ellen Ripley in einem der spannensten Science-Fiction-Filme aller Zeiten.

Knapp 35 Jahre hat dieser Film nun auf dem Buckel und hat bis heute keinen Millimeter von seinem Schrecken eingebüßt. Als ich "Alien" das erste Mal als junger Jugendlicher im Fernsehen sah war ich gleichsam fasziniert wie gebannt, als ich auf die Mattscheibe starrte. Die bedrückende Enge, das gelbe Rundum-Warnlicht, die grellen weißen Lichtbitze, die klaustrophobischen Gänge, dazu alles dunkel, immer nur dunkel - und irgendwo in diesem Albtraum lauert ein Wesen, dass nur darauf aus ist zu töten...

Wie geschrieben, ich hatte schon damals Angst, als ich so allein vorm Fernseher saß. Heute habe ich keine Angst in dem Sinne mehr, aber die Enge des Schiffs, obglich seiner eigentlichen Größe, lässt immer wieder ein unangenehmes Gefühl zurück. Dabei ist das Design des Schiffs schon fast allein das, was den ganzen Film ausmacht. Es ist technisch aber gleichzeitig roh und kalt. Überladen mit Instrumenten und Geräten, sodass selbst in den großen Räumen wenig Platz bleibt. Niedrige Decken, ... ich glaube ich wiederhole mich.

Regisseur Ridley Scott's liebe zum handwerklichen Detail findet man in jeder Szene und die glückliche Fügung einen Herrn an der Seite zu haben, konnten Scott's Visionen visuell perfekt abrunden: das Design des Aliens von H.R.Giger ist nämlich eine Wucht. Obwohl man es im Film in voller Größe nur wenige Sekunden lang sehen kann reicht dieses Sehen aus, um einen vollkommen in Schrecken zu versetzen. Es ist eben das Unbekannte, was einen fasziniert und gleichzeitig verstört. Hier reicht es aus, wenn man nur kurz sein geöffnetes Maul mit dem schnappenden Greifer oder eine Klaue oder ganz kurz seinen spitzen Schwanz sehen kann. Man weiß einfach, dass es hinter jeder Ecke lauern kann und diese Spannung, die ab einem gewissen Punkt kontinuierlich zugegen ist, hält den Film bis zum Ende hin auf einem hohen Niveau. Das ist nahezu perfekt - wie viele Filme können das schon von sich behaupten? Die Schockmomente sind mit unglaublicher Präzision und perfektem Gefühl fürs Timing in Szene gesetzt worden, kein einziger Effekt ist deplatziert oder verfehlt seine angepeilte Wirkung. Zeitlos. Keine actionlastige Materialschlacht, sondern ein ruhiger Sci-Fi-Schocker.

Aber auch die Schauspieler sind von vorn bis hinten großartig, angefangen von der Protagonistin Ripley (Sigourney Weaver), die sich bis zur Mitte des Films eher im Hintergrund hält und so erst gar nicht als Hauptfigur heraussticht. Ein mutiger Schritt, denn zu der Zeit war es tatsächlich noch so, dass Hauptrollen in solchen Filmen oder Genres nur von Männern besetzt waren. Ian Holm als Schiffsarzt und Wissenschaftler Ash spielt ebenfalls eine großartige zwiespältige Rolle und Tom Skerritt als Captain Dallas ist sympathisch und absolut glaubhaft. Was auch für den Rest des gerade mal 8-köpfigen Cast gilt. Yaphet Kotto (Parker), den man vermutlich noch als Schwarzeneggers Freund William Laughlin aus "Running Man" kennt ist ein absolut cooler und herrlich schlitzohriger Charakter, den man nie richtig zuordnen kann, aber irgendwie mag.

Dazu der ruhige, nie aufdringliche Score von Jerry Goldsmith, der die ganze Zeit unauffällig im Hintergrund mitschwingt und sich perfekt an die Situationen anpasst. Und gleichzeitig für eine elektrisierende Atmosphäre sorgt, genial. Ich liebe diesen Film! Er ist und bleibt ein Meisterwerk.

9/10

Als exklusive und auf jeweils nur 1000 Stück limitierte Ausgabe erschien 2014 bei Zavvi in Großbritannien der Film in beiden Fassungen (Kinofassung und Director's Cut) im geprägten Steelbook mit einem unglaublich schönen, weil schlichtem Artwork.


Quellen:
InhaltsangabeTwentieth Century Fox
Poster/ArtworkTwentieth Century Fox

Samstag, 7. Dezember 2013

Aliens - Aliens: Die Rückkehr (Director's Cut) (1986)

http://www.imdb.com/title/tt0090605/

57 Jahre nach ihrer ersten Begegnung mit einem Alien wird Officer Ellen Ripley als einzige Überlebende aus ihrem Raumschiff gerettet. Gemeinsam mit einer Elite-Kampftruppe kehrt sie an den Ort des Grauens zurück, um das Verschwinden dort ansässiger Kolonisten aufzuklären. Mit einem Alien hat sie gerechnet, doch was sie erwartet sind Hunderte!

Zweite Teile müssen sich immer mit dem meist wesentlichen besseren Vorgänger messen. Aber dieser Teil steht dem ersten in keinster Weise nach; er ist nur eben anders. Nicht ganz so sehr Horrorlastig, dafür aber mit geballter Firepower und jeder Menge Action - und mit Special Effects die ihresgleichen suchen - noch heute. Regisseur James Cameron hat mit dem Sequel etwas gescaffen, was bis heute nachwirkt.

57 Jahre sind vergangen, als Ripleys Fluchtkapsel, mit der sie von Bord der Nostromo flüchtete, zufällig durch ein Sicherheitssystem der Gesellschaft treibt. Noch immer hat sie Albträume, noch immer den Schrecken im Hinterkopf, als das Alien ihre gesamte Crew vernichtet hat. Und nun, nachdem sie vergeblich versucht hat, die Oberhäupter der Gesellschaft von der Existenz dieser Wesen zu überzeugen und Menschen seit 20 Jahren auf LV-426 leben und arbeiten, bricht der Kontakt just in dem Moment zu dieser Kolonie ab. Ganz schön konstruiert, oder? Passt aber wunderbar, denn nun muss sich Ripley (wieder einmal mehr perfekt als Powerfrau: Sigourney Weaver) erneut den fiesen Säurespuckenden Viechern stellen. Dieses Mal sind aber auch noch ein gutes Dutzend USC Marines dabei, die mit einem ganzen Arsenal an Waffen in den errichteten Komplex von LV-426 gehen.

Das Design dieser Bodenstation ist ähnlich dem Raumschiff Nostromo: verschlungene Gänge, blinkende Warnlichter, Automatiktüren, kaum Platz, da alles mit Elektronik vollgestopft ist und dazischen die grausam-schöne und gleichzeitig groteske Biomechanik der Aliens, die sich nach und nach entfaltet. Ja, "Aliens" setzt auf altbewährte Muster und Formen der Klaustrophobie, die sich auch hier - ion diesem Actionfeuerwerk - voll entfalten können. Denn auch die Marines mit all ihren übermächtigen Waffen können nichts gegen die Horden von Aliens ausrichten, die sich fast jeden der Kolonisten gegriffen und in Aliens verwandelt haben. Alle außer einem kleinen Kind: Rebecca/Newt (Carrie Henn, die in keinem weiteren Film mitgespielt hat - bis heute nicht), die eine geradezu herzergreifende Komponente bietet und die - im krassen Gegensatz zu vielen anderen Kindernebendarstellern in anderen Actionfilmen - auch kein bisschen nervig wirkt. Hier kann Ripley ihren ganzen Mutterinstinkt heraushängen lassen (hat sie ihre Tochter doch nach den 57 Jahren im All bereits verloren) -  und gegen die fiesen Aliens mit aller Gewalt kämpft. Der Film hat auch etwas, was ich heute teilweise schmerzlich vermisse: einen gut gewählten und fast durchgängig stark agierenden Cast, denn selbst weitere Darsteller, wie etwa Lance Henriksen als Androide Bishop, Bill Paxton als Pvt. Husdon, Jeanette Goldstein als Pvt Vasques (die kennt man vielleicht noch aus späteren Filmen wie "Lethal Weapon 2" oder "Terminator 2") oder Michael Biehn als Cpl. Dwayne Hicks machen ihre Sache extrem gut. Sicher gibt es auch die eine oder andere Szene, bei der man schmunzeln muss, aber alles in allem ist es ein harter Actionhorror, der eine spätestens ab dem Zeitpunkt nicht mehr loslässt, wenn die Marines das erste Mal in die Gefilde der Aliens vordringen.

Die Aliens selbst sind großartig und noch etwas anders als im ersten Teil. Es sind "Alien-Warrior", Drohnen, die einzig und allein wie Ameisen den Bau versorgen. Den Bau? - Ja, denn gegen Ende des Film bekommt man es zum allerersten Mal mit der "Alien-Queen" zu tun - einem gigantischen Wesen mit riesigen Klauen und Zähnen. Bis heute zählt diese Queen für mich zu den eindrucksvollsten Fimmonstern, die je erschaffen wurden. Diese Details, die filigranen biomechanischen Linien, gepaart mit dieser Bösartigkeit. Genial. Insgesamt hat man den Eindruck, dass hier noch ein paar mehr Dollar für die Erschaffung dieser Wesen ausgegeben wurden, auch die Sequenzen mit ihnen sind länger und man sieht sie endlich mal in ihrer ganzen Pracht. "Aliens" ist einfach ein großartiges Spektakel, das auf über 2 Stunden länge zu keiner Sekunde langweilt und grandios unterhält. Effekte, Darsteller und Kulisse von diesem Inferno sind spektakulär und am Ende besonders wirkungsvoll, weil sie quasi als Nachschlag kommen, als alles bereits in trockenen Tüchern zu sein scheint. Auch als Ripley in einer Kampfmaschine sitzt, bekommt die Auseinandersetzung eine neue fast persönliche Dimension. Auch der Score von James Horner trägt sein übriges dazu bei: er vwerwendet die bekannten Themen von Jerry Goldsmith aus Teil 1, setzt aber noch eins drauf und bringt so einen genauso erinnerungswürdigen Soundtrack wie Goldsmith 1979.

Der Director's Cut, die gegenüber der Kinofassung beinahe 16-einhalb Minuten länger läuft, ist der Kinofassung definitiv vorzuziehen, denn nur er zeigt, was auf LV-426 geschah, bevor der Kontakt zur Kolonie abriss und bietet auch sonst einige Erweiterungen, die den Film "runder" machen. Einen Schnittbericht dazu gibt es - wie immer - hier: schnittberichte.com. Interessant ist auch die Tatsache, dass für die Blu-ray-Version ein paar offensichtliche Filmfehler ausgemerzt wurden: den Bricht dafür gibt es ebenfalls hier.

Insgesamt gilt für den Film, der dem Ersten in nichts nachsteht, nur eben anders ist: bahnbrechend, großartig, genial. Ein sanfter Beginn, fast eine Hommage an die stillen Bilder des Originals, in den Sitz drückende Beschleunigung nach merklich mehr als einer Stunde und ein absolut gelungenes Finale voller Adrenalin. Fesselnd, spannend, mitreissend und nie langweilig. Nahezu perfekt.

9/10

Als exklusive und auf jeweils nur 1000 Stück limitierte Ausgabe erschien 2014 bei Zavvi in Großbritannien der Film in beiden Fassungen (Kinofassung und Special Edition) im geprägten Steelbook mit einem unglaublich schönen, weil schlichtem Artwork.


Quellen:
InhaltsangabeTwentieth Century Fox
Poster/ArtworkTwentieth Century Fox

Freitag, 11. September 2015

Aliens - Aliens: Die Rückkehr (Kinofassung) (1986)

http://www.imdb.com/title/tt0090605/

57 Jahre sind vergangen, als Ripleys Fluchtkapsel, mit der sie von Bord der Nostromo flüchtete, zufällig durch ein Sicherheitssystem der Gesellschaft treibt. Noch immer hat sie Albträume, noch immer den Schrecken im Hinterkopf, als das Alien ihre gesamte Crew vernichtet hat. Und nun, nachdem sie vergeblich versucht hat, die Oberhäupter der Gesellschaft von der Existenz dieser Wesen zu überzeugen und Menschen seit 20 Jahren auf LV-426 leben und arbeiten, bricht der Kontakt just in dem Moment zu dieser Kolonie ab. Ganz schön konstruiert, oder? Passt aber wunderbar, denn nun muss sich Ripley (wieder einmal mehr perfekt als Powerfrau: Sigourney Weaver) erneut den fiesen Säurespuckenden Viechern stellen. Dieses Mal sind aber auch noch ein gutes Dutzend USC Marines dabei, die mit einem ganzen Arsenal an Waffen in den errichteten Komplex von LV-426 gehen.

Nach dem etwas besseren Director's Cut des Films hier nun mal seit langer Zeit die Urform des Horrorepos - die Kinofassung. "Aliens" hat irgendetwas, was einen nicht los lässt und den Film immer und immer wieder sehenswert macht. Sei es das Design der Bodenstation, die grandiosen Hauptcharaktere, allen voran natürlich Ellen Ripley, oder die Horden an Aliens, welche den zum Einsatz gerufenen Marines ans Leder wollen... was soll man da schon schreiben? An Dramaturgie und Spannung kaum zu überbieten ist "Aliens" eben ein filmisches Meisterwerk, welches dem ersten Teil in gewisser Hinsicht locker die Show stiehlt. Natürlich gilt das Geschriebene im Review zum "Director's Cut" uneingeschränkt, aber natürlich ist die Kinofassung als "Ursprungsfassung" einfach besser im Gedächtnis geblieben. Nach wie vor regiert in "Aliens", wie im ersten Teil, eine phänomenale atmosphärische Dichte, welche die Ausweglosigkeit und die klaustrophobische Enge nahezu greifbar macht. Wo sich der erste Teil jedoch durch seine Schockmomente und die langsam aufgebauten Spannungsbögen, hauptsächlich der Methoden des Horrorfilms oder Thrillers bedient, zieht der zweite Teil alle Register des Actionhandwerks. In "Aliens" erwarten Hunderte dieser säurespuckenden Viecher unsere Helden und machen aus dem leise zuschlagendem Mythos eine unbarmherzige Katastrophe, die keiner aufzuhalten vermag. Verfolgungsjagden, Feuergefechte, zynische Oneliner - das alles gibt es hier in Top-Qualität. Wenn man dann noch das nahezu perfekte Ende, mit dem Kampf gegen die Alien-Queenüber mehrere Runden hinzunimmt hat man einen der besten Actionfilme aller Zeiten, den man getrost in einem Atemzug mit "The Terminator" oder "Die Hard" nennen darf.

Was den Streifen jedoch noch großartiger macht, ist die Tatsache, dass der Stilmittel-Bruch und der damit verbundene Genre-Wechsel im Vergleich zum ersten Teil keinesfalls eine Schwäche, sondern vielmehr eine logische Konsequenz darstellt: Gab es im ersten Teil eben "nur" ein Alien (als ob das nicht gereicht hätte) und eine kaum bewaffnete, kleine Crew, gibt es nun zig Aliens und eine kleine, bis an die Zähne bewaffnete Armee. Zugegeben, viele Sequels verfahren nach diesem Muster. Die meisten davon haben jedoch keinen James Cameron in seinen besten Jahren, der genau weiß, was der Kern von Ridley Scotts Vorlage war. Nämlich Atmosphäre und eine alles überragende Ripley, für die der Kampf mit den Aliens immer mehr zur persönlichen Angelegenheit wird. Viele dieser "Höher-Weiter-Schneller-Fortsetzungen" verkommen leider all zu oft zu seelenlosen Materialschlachten ohne Substanz. Nicht so bei "Aliens". Hier gibt es ein solides Drehbuch, welches die Story des ersten Teils konsequent weiterspinnt. Hier gibt es, für einen Actionfilm, interessante Charaktere, wie den Androiden Bishop, der den Gegenpart zu Ash aus dem ersten Teil darstellt. Oder Burke, den profitgierigen, über Leichen gehenden Geschäftsmann. Alles, für Actionkino-Verhältnisse, sehr gut gezeichnete Figuren. Einige kleinere Mankos , welche eine Höchstwertung verhindern, findet man dann aber doch noch. So sind die Schnitte und die Kameraführung bei einigen der Feuergefechte doch etwas unübersichtlich und ungenau, sodass ich es teilweise etwas anstrengend fand dem Ganzen zu folgen.

Insgesamt gilt für den Film, der dem Ersten in nichts nachsteht, nur eben anders ist: bahnbrechend, großartig, genial. Ein sanfter Beginn, fast eine Hommage an die stillen Bilder des Originals, in den Sitz drückende Beschleunigung nach merklich mehr als einer Stunde und ein absolut gelungenes Finale voller Adrenalin. Fesselnd, spannend, mitreissend und nie langweilig. Nahezu perfekt.

8,5/10

Als exklusive und auf jeweils nur 1000 Stück limitierte Ausgabe erschien 2014 bei Zavvi in Großbritannien der Film in beiden Fassungen (Kinofassung und Special Edition) im geprägten Steelbook mit einem unglaublich schönen, weil schlichtem Artwork.


Quellen:
InhaltsangabeTwentieth Century Fox
Poster/ArtworkTwentieth Century Fox

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Alien³ (Director's Cut) (1992)

http://www.imdb.com/title/tt0103644/

Nachdem sie sich, Hicks und das Mädchen Newt im letzten Teil aus den Klauen der Aliens befreien konnte, schweben sie nun in einer Rettungskapsel im Tiefschlaf durchs All. Nach einem Brand leitet der Bordcomputer eine automatische Notlandung ein, direkt auf einem einsamen Gefängnisplaneten, wo die schlimmsten Verbrecher der Galaxis inhaftiert sind. Diese haben sich einem leicht mystischen Glaubenskodex verschworen und arbeiten unter recht rückständigen Verhältnissen in einer runtergekommenen Bleigießerei. Doch Ripley ist nicht, wie zuerst vermutet, die einzige Überlebende der Bruchlandung...

"Alien³" ist der Teil mit der faszinierendsten Hintergrundgeschichte zur Entstehung des Films. David Fincher hatte einst mit diesem Film sein Regiedebüt, war also noch blutiger Anfänger und sollte sich erst später zu einem der gefragtesten Regisseuren Hollywoods entwickeln. Infolge der problematischen Produktion und der kontroversen Umstände bei der Veröffentlichung wurde "Alien³" immer mehr zu einer Kuriosität. Gerüchte über kreative Einmischung, verschollene Szenen und sogar einer vollkommen unterschiedlichen Schnittfassung, die angeblich die ursprüngliche Vision Finchers wiederherstellen sollte, verschafften dem Film schnell Kultstatus unter den Fans. Viele waren allerdings der Meinung, dass Finchers Werk ernsthaften Schaden davongetragen hatte. Gerüchte hin oder her, Fakt ist: Es gibt keinen richtigen "Director's Cut" von Alien³. Was allerdings wirklich existiert, ist vielleicht genauso faszinierend. Der hier vorliegende (und auch so genannte) "Director's Cut" ist nämlich eine vollständig restaurierte und überarbeitete Version des 1991 erstellten Rohschnitts von "Alien³". Mit einer über 30 Minuten längeren Laufzeit erhält der Film mehrere neue Sequenzen und eine Kombination von außergewöhnlichen, bisher unveröffentlichten optischen Effekten und einigen kürzlich vervollständigten digitalen Effekten, die notwendig waren um das neue Material nahtlos in den Film zu integrieren. Diese Filmfassung ist die wesentlich bessere Version des Streifens. Er besitzt viel mehr Tiefe und Geschichte. Einen Überblick gibt es hier: schnittberichte.com.

Doch zum Film: "Alien³" bietet zuallerest eine sehr dichte, düstere, bedrückende Atmosphäre und verzichtet weitgehend auf actionorientierte Momente. Durch eine gelungene Optik und eine nette Ausgangslage wird man prinzipiell gut unterhalten. Aber der Streifen ist trotzdem nicht mehr als ein guter SciFi-Thriller, ein wenig hinter den beiden Vorgängern zurück. Die Spannung und der Thrill des ersten Teils ist duirchaus vorhanden, dafür sorgt allein die düstere und vor allem dreckige Umgebung des Gefängnisses. Auch die Action der Fortsetzung kommt nicht zu kurz, auch wenn diese wie schon geschrieben in einem überschaubarem Rahmen bleiben. Selbst das "neue" Alien scheint bösartiger zu sein. Schneller, grausamer und gar nicht mehr so sehr darauf bedacht aus der Dunkelheit heraus zu agieren. Kameramann Alex Thomson hat die Gefängisstation exzellent eingefangen und erfreut das Science-Fiction Herz mit langen Kamerafahrten und geschickten Einstellungen, dadurch wird die Atmosphäre grandios unterstützt. Auch in Sachen Soundtrack hat Elliot Goldenthal sehr gute Arbeit geleistet, besonders im Schlussdrittel kristallisiert sich dies dabei heraus. Die Darsteller, allen voran natürlich Sigourney Weaver sind sehr passend gewählt und es gibt keinen einzigen Ausfall diesbezüglich zu verzeichnen. Ellen Ripley mit Glatze ist hingegen ziemlich cool, mal was anderes.

Insgesamt bleibt Finchers Film aber leider doch etwas hinter seinen Vorgängern zurück, auch weil ihm im Showdown ein wenig die Luft ausgeht. Zuvor hat der Film vor allem von den Figuren mit ihren Konflikten, den Dialogen und der bestechenden Optik gelebt, der Schlusskampf ist dann zwar noch gut, erreicht aber weder Scotts beängstigenden Überlebenskampf noch Camerons gigantische High-Tech-Schlacht. Es ist irgendwie befremdlich, wenngleich faszinierend, wie das Alien hier an der Decke herumkrabbelt und obgleich die finale Szene mit Ripley gut gemacht und gemeint ist, so wirkt sie doch ziemlich merkwürdig.

7,5/10

Als exklusive und auf jeweils nur 1000 Stück limitierte Ausgabe erschien 2014 bei Zavvi in Großbritannien der Film in beiden Fassungen (Kinofassung und Special Edition) im geprägten Steelbook mit einem unglaublich schönen, weil schlichtem Artwork.


Quellen:
InhaltsangabeTwentieth Century Fox
Poster/ArtworkTwentieth Century Fox

Samstag, 30. Mai 2026

Star Wars: The Mandalorian And Grogu - The Mandalorian & Grogu (2026)

https://www.imdb.com/de/title/tt30825738/

Nach dem Sturz des Dunklen Imperiums haben sich die verbliebenen Kriegsherren in der Galaxis zerstreut. Während die aus den Trümmern errichtete Neue Republik versucht, die hart erkämpften Errungenschaften der erfolgreichen Rebellion zu bewahren, erhält sie Unterstützung von Din Djarin (Pedro Pascal), einem erfahrenen mandalorianischen Kopfgeldjäger, und seinem jungen Schützling Grogu. Die beiden bekommen den Auftrag Rotta den Hutten (Jeremy Allan White) zu retten, während die paar versprengten Warlords des zerschlagenen Imperiums weiterhin versuchen, an der neuen Ordnung zu rütteln und selbst wieder zu Macht zu gelangen.

"The Mandalorian And Grogu" ist der erste "Star Wars"-Kinofilm seit fast sieben Jahren - und er kommt nicht wie ein episches Vehikel, sondern wie eine verlängerte, aber gut inszenierte Doppelfolge der gleichnamigen Serie. Jon Favreau, der Schöpfer der Serie, führte Regie, schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Dave Filoni und produzierte den Film - eine Kontinuität, die Fans vollends entlohnt, die aber auch die Grenzen des Projekts deutlich macht: 

Der Film ist zweigeteilt: Die erste Hälfte ähnelt einer Ansammlung von Fetch-Quests, die sich um die Verfolgung imperialer Überreste drehen; die zweite Hälfte kehrt zur Serie zurück, zu jenen Stellen, wo sie am besten war - Abenteuer, bei denen Mando und Grogu gemeinsam kämpfen und Lehren über Familie lernen. Der Film bietet explosive Action, fantastische Anspielungen, Cameos und Hommagen, gigantische Kampf-Szenen und schöne Bilder aus der "Star Wars"-Welt. Die Action-Beats kommen alle paar Minuten, damit niemand einschläft. Grogu, der eukalyptusfarbene Lehrling - zierlich, animatronisch, mit faltigem Gesicht und wackelnden Ohren - kontrastiert mit der sonstigen glatten Ästhetik. Seine ausdrucksstarken Augen und lebendigen Ohren sind voll sichtbar, und er bleibt nach wie vor entzückend charmant. Die Beziehung zwischen Mando und Grogu trägt den Film - sie kämpfen gemeinsam, lernen voneinander, und die Familien-Botschaft ist hier glaubwürdiger als in der dritten Staffel der Serie. Pedro Pascal spielt Mando mit schneller Intensität, robuster Stärke und unerschütterlichem Stoizismus, auch wenn er immer maskiert bleibt und gerade mal 5 Minuten sein Gesicht zeigen darf. Sigourney Weaver ist offenbar auf Autopilot, aber ihre Präsenz wirkt. Martin Scorsese spricht ein paar Zeilen mit story-relevanten Informationen - ein herrlicher Moment, gerade weil Scorsese 2019 noch zum Disney/MARVEL/Star Wars-Franchise sagte, dass sich solch ein Kino wie ein "Freizeitpark" anfühle und "kein echtes Kino" sei. Das macht seine Aussage im Film, als Mando seine Figur, das Ardennianer-Alien und Sandwich-Koch Hugo Durant, großzügig bezahlt ("Dafür erzähle ich euch was immer ihr wollt") besonders amüsant. Auch amüsant sind die kleinen Anspielungen und Szenen, die Favreau bewusst in den Film einbaute: Eine der markantesten Verfolgungsjagden im Film ist eine direkte Hommage an William Friedkins berühmten Crime-Klassiker von 1971: "Brennpunkt Brooklyn", eines der Gebäude  Ein Gebäude auf Shakari, welcher derb an "Blade Runner" erinnert, trägt den Namen "Weathers Apollo", eine direkte Widmung an den 2024 verstorbenen Schauspieler, der in der Serie den Greef Karga spielte. Die Arena-Kämpfe scheinen direkt aus "Gladiator" zu stammen und dass die Arena "rein zufällig" wie das Schachspiel aus "Star Wars: Epsiode IV: Eine neue Hoffnung" aussieht und dann auch noch dieselben Kreaturen auftauchen ist auch kein Zufall. Auch Jonny Coynes Darstellung des Janu ist stark von Telly Savalas selbstgefälliger, charismatischer Interpretation von Bonds größtem Widersacher Ernst Stavro Blofeld beeinflusst, und die verschneite Kulisse scheint auch die Schauplätze für den epischen Auftakt von "The Mandalorian and Grogu" inspiriert zu haben, in dem Din Djarin - genau wie James Bond in "James Bond 007: Im Geheimdienst Ihrer Majestät" - einen Berg hinabfährt, um die Welt zu retten. Nur dass Din das mit einem imperialen AT-RT tut (es ist schließlich immer noch "Star Wars"). Din Djarins Kopfgeldjäger-Gegner Embo (gesprochen von Co-Autor Dave Filoni, der auch in der Bar ein eindeutiges Cameo hat) ist ein Kyuzo, eine außerirdische Spezies, die nach dem Schwertmeister aus "Die sieben Samurai" benannt wurde, gespielt von Seiji Miyaguchi. Kurosawas Held tritt zwar würdevoller auf als der skrupellose Söldner aus "The Mandalorian And Grogu", ist aber genauso tödlich. Und vergessen wir mal nicht die Aufnahmen von X-Wings und Kampfpiloten vor dem sonnendurchfluteten Horizont. Die Bilder sind beeindruckend, was vor allem daran liegt, dass sie aus Tony Scotts Blockbuster "Top Gun" von 1986 stammen. 

Und dies sind Punkte, die einem Filmfan das Herz höher schlagen lassen. Klar, "The Mandalorian And Grogu" fühlt sich immer noch sehr wie zwei verlängerte Episoden der Serie an, die an einem Punkt zusammengenäht wurden. Die erste Hälfte ist intermittierend unterhaltsam, aber auch irgendwie mühsam. Trotz gestochen scharfer Aufnahmen wirkt das Bild zu dunkel und zu schlammig. Action-Sequenzen sind fast verdeckt, einzelne Beats schwer zu entziffern. Der Film ist zudem sehr laut - ich habe noch nie so extravagante Blaster-Geschosse gehört. Es toppt nicht die seismische Bombe, die Jango Fett in "Star Wars Episode II: Angriff der Klonkrieger" zündet, doch es rummst ordentlich. Und apropos rummst: Der Score von Ludwig Göransson ist der eigentliche Star des Films. Elektronische Klänge, vermischt mit klassischen Tönen - das passt wunderbar und bleibt im Ohr. Das Ergebnis ist damit kaum langweilig, aber nicht so begeisternd, wie Favreau, Filoni und Noah Kloor vielleicht beabsichtigt hatten. Man kann nur noch einmal betonen: Es wirkt alles oft weniger als ein Film, als eine verlängerte Folge der Serie. Doch alldem zum Trotz fühlt sich "The Mandalorian And Grogu" auch sehr richtig an. Er ist ein charmantes "Star Wars"-Kino-Comeback nach fast sieben Jahren. Er bietet explosive Action, eine Prise Humor, Emotionen und Abenteuer - und er ist wirklich spaßig trotz kleinerer Mängel, Logiklöcher (die sogar Kindern auffallen) und Ungereimtheiten. Doch er spielt wie eine mittelbeste Doppelfolge der Serie, und ich bin nicht sicher, ob er der begeisternde Hit ist, den Disney braucht, um das Kinoerlebnis für das "Star Wars"-Franchise wiederzubeleben. Viele werden den Kinobesuch vermeiden und auf den Stream warten. Bei Kindern, für die dieser Film eindeutig gemacht ist, wird er wahrscheinlich sehr gut ankommen - und für eine Generation, die noch nicht die Freude von "Star Wars" auf der großen Leinwand erlebt hat, ist er wahrscheinlich gut genug - ein unterhaltsamer, actionreicher Weltraum-Western, der nicht den Sprung zum echten Kinofilm schafft. Er ist gut genug für eine neue Generation - aber vielleicht nicht der alles-begeisternde Hit, den Disney oder das "Star Wars"-Franchise braucht.

7/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: Disney/Lucasfilm