http://www.imdb.com/title/tt0090605/
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Jahre sind vergangen, als Ripleys Fluchtkapsel, mit der sie von Bord der
Nostromo flüchtete, zufällig durch ein Sicherheitssystem der
Gesellschaft treibt. Noch immer hat sie Albträume, noch immer den
Schrecken im Hinterkopf, als das Alien ihre gesamte Crew vernichtet hat.
Und nun, nachdem sie vergeblich versucht hat, die Oberhäupter der
Gesellschaft von der Existenz dieser Wesen zu überzeugen und Menschen
seit 20 Jahren auf LV-426 leben und arbeiten, bricht der Kontakt just in
dem Moment zu dieser Kolonie ab. Ganz schön konstruiert, oder? Passt
aber wunderbar, denn nun muss sich Ripley (wieder einmal mehr perfekt
als Powerfrau: Sigourney Weaver) erneut den fiesen Säurespuckenden
Viechern stellen. Dieses Mal sind aber auch noch ein gutes Dutzend USC
Marines dabei, die mit einem ganzen Arsenal an Waffen in den errichteten
Komplex von LV-426 gehen.
Nach dem etwas besseren
Director's Cut des Films hier nun mal seit langer Zeit die Urform des Horrorepos - die Kinofassung. "Aliens" hat irgendetwas, was einen nicht los lässt und den Film immer und immer wieder sehenswert macht. Sei es das Design der Bodenstation, die grandiosen Hauptcharaktere, allen voran natürlich Ellen Ripley, oder die Horden an Aliens, welche den zum Einsatz gerufenen Marines ans Leder wollen... was soll man da schon schreiben? An Dramaturgie und Spannung kaum zu überbieten ist "Aliens" eben ein filmisches Meisterwerk, welches dem
ersten Teil in gewisser Hinsicht locker die Show stiehlt. Natürlich gilt das
Geschriebene im Review zum "Director's Cut" uneingeschränkt, aber natürlich ist die Kinofassung als "Ursprungsfassung" einfach besser im Gedächtnis geblieben. Nach wie vor regiert in "Aliens", wie im
ersten Teil, eine phänomenale
atmosphärische Dichte, welche die Ausweglosigkeit und die
klaustrophobische Enge nahezu greifbar macht. Wo sich der
erste Teil
jedoch durch seine Schockmomente und die langsam aufgebauten
Spannungsbögen, hauptsächlich der Methoden des Horrorfilms oder
Thrillers bedient, zieht der zweite Teil alle Register des
Actionhandwerks. In "Aliens" erwarten Hunderte dieser säurespuckenden Viecher unsere
Helden und machen aus dem leise zuschlagendem Mythos eine unbarmherzige
Katastrophe, die keiner aufzuhalten vermag. Verfolgungsjagden, Feuergefechte, zynische Oneliner -
das alles gibt es hier in Top-Qualität. Wenn man dann noch das nahezu
perfekte Ende, mit dem Kampf gegen die Alien-Queenüber mehrere Runden
hinzunimmt hat man einen der besten Actionfilme aller Zeiten, den man getrost in einem Atemzug mit "
The Terminator" oder "
Die Hard" nennen darf.

Was den Streifen jedoch noch großartiger macht, ist
die Tatsache, dass der Stilmittel-Bruch und der damit verbundene
Genre-Wechsel im Vergleich zum
ersten Teil keinesfalls eine Schwäche,
sondern vielmehr eine logische Konsequenz darstellt: Gab es im
ersten Teil eben "nur" ein Alien (als ob das nicht gereicht hätte) und eine kaum bewaffnete, kleine Crew, gibt es nun
zig Aliens und eine kleine, bis an die Zähne bewaffnete Armee. Zugegeben, viele Sequels verfahren nach diesem Muster. Die meisten
davon haben jedoch keinen James Cameron in seinen besten Jahren, der
genau weiß, was der Kern von Ridley Scotts Vorlage war. Nämlich
Atmosphäre und eine alles überragende Ripley, für die der Kampf mit den
Aliens immer mehr zur persönlichen Angelegenheit wird. Viele dieser "Höher-Weiter-Schneller-Fortsetzungen" verkommen leider all zu oft zu
seelenlosen Materialschlachten ohne Substanz.
Nicht so bei "Aliens". Hier gibt es ein solides Drehbuch, welches die
Story des
ersten Teils konsequent weiterspinnt. Hier gibt es, für einen
Actionfilm, interessante Charaktere, wie den Androiden Bishop, der den
Gegenpart zu Ash aus dem ersten Teil darstellt. Oder Burke, den
profitgierigen, über Leichen gehenden Geschäftsmann. Alles, für
Actionkino-Verhältnisse, sehr gut gezeichnete Figuren. Einige kleinere Mankos , welche eine Höchstwertung verhindern, findet
man dann aber doch noch. So sind die Schnitte und die Kameraführung
bei einigen der Feuergefechte doch etwas unübersichtlich und ungenau,
sodass ich es teilweise etwas anstrengend fand dem Ganzen zu folgen.
Insgesamt
gilt für den Film, der
dem Ersten in nichts nachsteht, nur eben anders
ist: bahnbrechend, großartig, genial. Ein sanfter Beginn, fast eine
Hommage an die stillen Bilder des
Originals, in den Sitz drückende Beschleunigung nach merklich mehr als
einer Stunde und ein absolut gelungenes Finale voller Adrenalin.
Fesselnd, spannend, mitreissend und nie langweilig. Nahezu perfekt.
8,5/10
Als exklusive und auf jeweils nur 1000 Stück limitierte Ausgabe erschien
2014 bei Zavvi in Großbritannien der Film in beiden Fassungen
(Kinofassung und Special Edition) im geprägten Steelbook mit einem
unglaublich schönen, weil schlichtem Artwork.
Quellen:Inhaltsangabe: Twentieth Century FoxPoster/Artwork: Twentieth Century Fox
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