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Bevor sie sich den Herausforderungen ihres Alltags stellen, brechen fünf Freunde zu einer letzten gemeinsamen Tour durch das Höhlensystem „The Devil's Mouth“ in Thailand auf. Unter der Wasseroberfläche geraten sie jedoch in Lebensgefahr, als eine unbekannte Bedrohung Jagd auf sie macht. In der engen und dunklen Umgebung wächst die Angst, das Vertrauen untereinander schwindet und jeder falsche Schritt kann über Leben und Tod entscheiden.
Haifilme gehören seit "Der weiße Hai" zu den verlässlichsten Spielwiesen des Genrefilms. Auch "The Devil's Mouth" versucht, dem bekannten Konzept eine neue Facette hinzuzufügen, indem er die Bedrohung in ein überflutetes Höhlensystem vor der Küste Thailands verlegt. Die klaustrophobische Umgebung bietet zweifellos Potenzial für intensive Spannung. Doch trotz interessanter Ansätze bleibt Regisseur Jeff Wadlows Survival-Thriller letztlich ein weitgehend austauschbarer Genrevertreter, der seine Möglichkeiten nur selten ausschöpft. Die Geschichte um eine Gruppe von College-Freunden, die in einem unterirdischen Höhlensystem von einem Raubtier eingeschlossen wird, beginnt durchaus vielversprechend. Die Kombination aus engen Tunneln, schwindendem Sauerstoff und einem unsichtbaren Jäger erzeugt zunächst eine spürbare Grundspannung. Leider verlässt sich das Drehbuch schon bald auf altbekannte Genremuster. Unlogische Entscheidungen der Figuren - warum zum Beispiel stach Sarah den festsitzenden Hai nicht einfach mit ihrem Messer, dass sie seit Beginn an mit sich führt, ab, anstatt dieses erst gegen Ende zum Kappen eines Seils zu nutzen? - , vorhersehbare Wendungen und bekannte Konflikte innerhalb der Gruppe sorgen dafür, dass die eigentliche Bedrohung immer wieder an Wirkung verliert.
Schauspielerisch hinterlässt "The Devil's Mouth" einen gemischten Eindruck. Kathryn Newton überzeugt mit einer engagierten und glaubwürdigen Leistung und verleiht ihrer Figur eine emotionale Bodenhaftung, die dem Film gut tut. Auch Lana Condor nutzt ihre Szenen effektiv und bringt mehr Persönlichkeit in ihre Rolle, als das Drehbuch eigentlich hergibt. Dem restlichen Ensemble fehlt dagegen häufig die nötige Tiefe, sodass viele Figuren eher als klassische Horrorfilm-Archetypen denn als glaubwürdige Menschen erscheinen. Dadurch fällt es schwer, wirklich mit ihnen mitzufiebern - und das ewige Gekreische hilft da auch nicht. Handwerklich bewegt sich der Film auf solidem Niveau. Die Unterwasseraufnahmen und die natürliche Kulisse Thailands sorgen für einige atmosphärisch dichte Bilder, und die engen Höhlengänge erzeugen immer wieder ein Gefühl von Beklemmung. Gleichzeitig wirkt die Inszenierung erstaunlich konventionell und die Gestaltung des CGI-Hais lassen wir mal lieber ganz außen vor. Die Schockmomente folgen bekannten Mustern, der Hai selbst bleibt visuell wenig beeindruckend und erreicht nie die Präsenz ikonischer Genrevertreter wie "Der weiße Hai", "The Shallows" oder "47 Meters Down". Zwar gelingen Jeff Wadlow einzelne spannende Sequenzen, insgesamt fehlt es dem Film jedoch an Eigenständigkeit. Hinzu kommt, dass der Film seine psychologischen Ansätze nur oberflächlich behandelt. Konflikte innerhalb der Freundesgruppe werden zwar angedeutet, entwickeln sich jedoch kaum weiter und dienen meist lediglich dazu, die nächste Gefahrensituation einzuleiten. Dadurch entsteht der Eindruck, dass "The Devil's Mouth" gleichzeitig Charakterdrama und Creature Feature sein möchte, aber in keiner der beiden Richtungen sein volles Potenzial erreicht."The Devil's Mouth" bietet ein reizvolles Setting und zwei engagierte Hauptdarstellerinnen, scheitert jedoch an einem formelhaften Drehbuch und einer weitgehend ideenlosen Umsetzung. Die klaustrophobische Atmosphäre sorgt zwar für einige gelungene Spannungsmomente, doch flache Figuren, vorhersehbare Entwicklungen und fehlende Originalität verhindern, dass sich der Film von der Masse der modernen Haifilme abhebt. Für eingefleischte Fans des Genres ist er noch passable Unterhaltung - ein bleibender Eindruck stellt sich jedoch kaum ein.


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