Dienstag, 16. Juni 2026

Masters Of The Universe (1987)

https://www.imdb.com/de/title/tt0093507/

Der Planet Eternia ist dem Untergang geweiht. Der finstere Herrscher Skeletor (Frank Langella) hat die Zauberin von Grayskull (Christina Pickles) in seine Gewalt gebracht, um mit ihrer Macht den Planet endgültig zu unterjochen. Die wenigen Widerstandskämpfer um den muskulösen Helden He-Man (Dolph Lundgren) scheinen chancenlos. Mit seinen treuen Weggefährten, der Palastwache Man-At-Arms (Jon Cypher) und dessen Tochter Teela (Chelsea Field), startet der blonde Krieger einen letzten Befreiungsversuch. Mit einem von dem Zwerg Gwildor (Billy Barty) erfundenen Cosmic-Key teleportieren sie sich mitten in Skeletors dunkle Burg. Doch dessen Truppen sind zu mächtig und die Helden müssen fliehen.

Als 1987 mit "Masters Of The Universe" die erste Realverfilmung der populären He-Man-Spielzeug- und Zeichentrickserie in die Kinos kam, schien alles für ein Fantasy-Spektakel der Extraklasse vorbereitet zu sein. Die Marke war auf dem Höhepunkt ihrer Popularität, die Figuren hatten längst Kultstatus erreicht, und mit dem schwedischen Muskelpaket Dolph Lundgren stand ein Darsteller vor der Kamera, der optisch wie aus einer Mattel-Verpackung entsprungen wirkte. Das Ergebnis jedoch wurde bei seiner Veröffentlichung kritisch aufgenommen und entwickelte sich erst Jahre später zu einem Kultfilm mit leidenschaftlicher Fangemeinde. Regisseur Gary Goddard erzählt die Geschichte des ewigen Konflikts zwischen He-Man und seinem Erzfeind Skeletor. Nachdem Skeletor Castle Grayskull erobert hat und kurz davorsteht, uneingeschränkte Macht über Eternia zu erlangen, geraten He-Man und seine Verbündeten durch einen kosmischen Schlüssel auf die Erde. Dort treffen sie auf die Jugendlichen Julie und Kevin, gespielt von der damals noch weitgehend unbekannten Courteney Cox und Robert Duncan McNeill. Was folgt, ist eine Mischung aus Science-Fiction-Abenteuer, Fantasy-Märchen und klassischem Achtzigerjahre-Actionfilm. 

Die größte Stärke des Films ist zugleich die offensichtlichste: seine kompromisslose Hingabe an das fantastische Material. Obwohl das Budget der Produktion sichtbar begrenzt war, gelingt es dem Film erstaunlich oft, eine glaubwürdige Welt zu erschaffen. Die Kostüme, Masken und Kulissen besitzen heute einen nostalgischen Charme, der digitalen Effekten moderner Produktionen häufig abgeht. Besonders Skeletors Truppen, die düsteren Hallen von Grayskull und die praktische Maskenarbeit verleihen dem Film eine greifbare, handgemachte Qualität. Wo viele Literatur- und Spielzeugverfilmungen ihrer Zeit an mangelndem Ehrgeiz scheiterten, besitzt "Masters Of The Universe" zumindest den Mut, groß zu träumen. Das Problem besteht allerdings darin, dass die finanziellen Möglichkeiten diesen Ambitionen nicht immer folgen konnten. Aus Kostengründen verlagert sich ein Großteil der Handlung von der exotischen Welt Eternia in eine amerikanische Kleinstadt. Dieser kreative Kompromiss wurde bereits bei Erscheinen vielfach kritisiert und gilt bis heute als einer der größten Schwachpunkte des Films. Fans der Vorlage vermissten zahlreiche bekannte Figuren, Schauplätze und die epische Atmosphäre der Zeichentrickserie.

Auch die Titelfigur selbst bleibt überraschend blass. Lundgren bringt zwar die imposante Erscheinung und physische Präsenz mit, die man von He-Man erwartet, doch schauspielerisch bleibt seine Darstellung begrenzt. Dialoge und emotionale Momente gehören nicht zu seinen größten Stärken. Trotzdem wirkt er nie fehlbesetzt - vielmehr verkörpert er eine Comicfigur, die ohnehin weniger durch psychologische Tiefe als durch heroische Ausstrahlung definiert wird. Ganz anders verhält es sich mit Skeletor. Die Darstellung von Frank Langella ist der eigentliche Grund, weshalb man diesen Film auch heute noch sehen sollte. Langella spielt den ikonischen Schurken nicht wie eine Karikatur, sondern mit einer Ernsthaftigkeit und Theatralik, die jede Szene aufwertet. Seine Performance bewegt sich irgendwo zwischen Shakespeare-Bösewicht und Comic-Supervillain - übertrieben, aber niemals lächerlich. 

Letztlich ist "Masters Of The Universe" ein Film voller Widersprüche. Er ist gleichzeitig ambitioniert und eingeschränkt, episch und provinziell, faszinierend und unbeholfen. Als werkgetreue He-Man-Adaption funktioniert er nur bedingt. Als fantasievolles Science-Fiction-Abenteuer der Achtzigerjahre dagegen besitzt er einen eigenwilligen Charme, dem man sich nur schwer entziehen kann. Wer eine perfekte Umsetzung der Vorlage erwartet, wird enttäuscht sein. Wer jedoch bereit ist, sich auf ein nostalgisches Abenteuer voller praktischer Effekte, überlebensgroßer Figuren und einer grandiosen Schurkenperformance einzulassen, entdeckt einen Kultfilm, dessen Herz deutlich größer ist als sein Budget. Seine Fehler sind offensichtlich, seine Stärken jedoch ebenso - und genau deshalb wird er auch fast vier Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung noch immer diskutiert. 

5,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkPressman Film/The Cannon Group/Golan-Globus Productions

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