Samstag, 1. August 2020

Feedback - Feedback: Sende Oder Stirb (2019)

https://www.imdb.com/title/tt7857374/

Zwei brutale Maskierte überfallen rücksichtlos die Late-Night-Radioshow des unbeliebten und privat mit Problemen getstraften Entertainers Jarvis (Eddie Marsan). nehmen seine Tochter und seinen Schwiegersohn als Geiseln und zwingen den Moderator, die Sendung nach ihren eigenen und äußerst kranken Anweisungen zu Ende zu bringen. Wer steckt hinter diesem perversen Überfall? Was sind die Motive der Verbrecher? Hat Jarvis etwas in seiner Vergangenheit verbrochen? Oder kommt der Strippenzieher des Ganzen womöglich gar irgendwo aus den eigenen Reihen?

Der spanische Regisseur Pedro C. Alonso stellt mit seinem Langfilmdebüt sein Auge für Szenenbild und sein Gespür für Nervenkitzel unter Beweis. Die Kulissen sind überschaubar, haben jedoch Stil und werden begnadet präsentiert. Panik und psychologischer Terror werden auf engstem Raum erzeugt, wie auch An-Spannung, weil ein falsches Wort zu gewalttätigen Ausbrüchen führen kann. Das Studio ähnelt einem albtraumhaften Bunker, in dem die Emotionen hochkochen und die Eskalation vorprogrammiert ist.

Dass "Feedback" nicht konsequent auf Subtilität Wert legt, um den groben Knüppel auszupacken, ist meines Erachtens kein Kapitalfehler, sondern das i-Tüpfelchen. Die Holzhammermethode als Modus Operandi ist nur konsequent, um den Schein zu brechen und die Wahrheit ans Licht zu bringen. Was ist damals wirklich geschehen? Wer ist Opfer, wer ist Täter? Der schwarze Peter wird hin- und hergeschoben. Das Vexierspiel hat die Spannungsschraube fest im Griff. Zumindest, wenn man sich als Zuschauer diese Fragen stellt und an deren Beantwortung Interesse hegt.

Zu guter Letzt wird das moralische Ping Pong durch ein hinterlistiges, weil mehrdeutiges Ende gekrönt. Trotz dessen würde ich behaupten, dass es mitunter verdeutlichen soll, dass Jarvis durch Politik und Machtmissbrauch, seinen Kopf aus der Schlinge ziehen kann, obwohl er in seiner Sendung genau diese Machenschaften angeklagt hat. Zudem hetzt Jarvis in seiner Sendung über Trolle im Internet, die sich hinter ihrer Anonymität in Sicherheit wiegen. Letztendlich tut Jarvis dasselbe, mit dem Unterschied, dass ihm nicht die Unbekanntheit, sondern seine Berühmtheit den Arsch rettet. Dadurch werden beide Arten der emotionalen Provokation auf eine Stufe und an den Pranger gestellt.

6,5/10

Von PANDASTORM Pictures kommt der Film auch als schickes "Collector's Edition Mediabook"

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