Freitag, 4. März 2022

The Guardians Of Justice (Will Save You!) (2022)

https://www.imdb.com/title/tt16549788/

40 Jahre lang hat der außerirdische Superheld Marvelous Man für Frieden auf der Erde gesorgt. Doch nun endet seine Ära auf unrühmliche Weise: Als ein dunkles Geheimnis des angesehenen Retters auftaucht, ist sein Ansehen innerhalb weniger Tage Geschichte. Damit die Sicherheit der Erde gewahrt wird, müssen nun neue furchtlose Held*innen seinen Platz einnehmen. Für den gewalttätigen und brutalen Militärverfechter Knight Hawk (Stimme im Original: Dallas Page) und die idealistische The Speed (Sharni Vinson) ein großes Erbe, welches sie nur gemeinsam ausfüllen und annehmen können. Das ungleiche Duo muss ihre Unterschiede überwinden und zusammenarbeiten, um den Ausbruch eines Atomkriegs zu verhindern. Die Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten stehen den beiden Hitzköpfen jedoch oft im Weg. 

https://www.imdb.com/title/tt18353066/
1.1 Pilot (Kapitel 1: Es war Mord)
40 Jahre nach seiner Erscheinung am Himmel zur Rettung der Menschheit schockt Marvelous Man im Fernsehen die Welt und seine Guardians of Justice. - 5/10

https://www.imdb.com/title/tt18353074/
1.2 Kapitel 2: Mental zerrüttet und größenwahnsinnig (Chapter 2: A Mentally Shattered Megalomaniac)
Während Verbrechen und Chaos herrschen, untersucht Knight Hawk die Godkiller-Patrone und Marvelous Mans mysteriösen Tod. - 3/10

https://www.imdb.com/title/tt18353084/
1.3 Kapitel 3: Anubis: Oder wie ich lernte, Atomwaffen zu lieben (Chapter 3: Anubis And How I Learned To Love The Nuke)
Anubis-Terroristen hinterlassen einen Pfad der Zerstörung, während machthungrige Politiker dem Atomkrieg immer näher rucken Die Guardians erleiden schmerzhafte Verluste. - 4/10

https://www.imdb.com/title/tt18353088/
1.4 Kapitel 4: Das Wort Gerechtigkeit (Chapter 4: You Can Own The Word "Justice")
Die Öffentlichkeit verliert die Hoffnung und durch Knight Hawks Verhöre werden alte Geheimnisse der Guardians enthüllt. Zwischen Speed und Awesome Man sprühen die Funken. - 5/10

https://www.imdb.com/title/tt18353092/
1.5 Kapitel 5: Wenn Hüter sich verlieben (Chapter 5: When Guardians Fall In Love)
Nach einem Besuch im Versteck von Golden Goddess ist Knight Hawk fix und fertig. Molen Blur enthüllt Schockierendes über die Godkiller-Patrone. - 4/10

https://www.imdb.com/title/tt18353094/
1.6 Kapitel 6: Scham statt Groll (Chapter 6: Shame Is A Lower Vibration Than Anger)
Kight Hawk findet mehr über das geheime Leben von Marvelous Man und seinen Tod heraus. Die Droge Mellow Devil hat allerorts furchtbare Folgen. - 5/10

https://www.imdb.com/title/tt18353096/
1.7 Kapitel 7: Die Nähe zur Macht (Chapter 7: Proximity To Power Corrupts More Than Power Itself)
Bewaffnet mit der Wahrheit muss Speed unter Zeitdruck eine Katastrophe verhindern. Knight Hawk und Awesome Man müssen "zum Wohle Aller" eine schreckliche Wahl treffen. - 5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Netflix
Poster/Artwork: Netflix

Velvet Buzzsaw - Die Kunst des toten Mannes (2019)

https://www.imdb.com/title/tt7043012/

Kunst und Vermögen gehen oftmals Hand in Hand, immerhin werden für die exklusiven Stücke erfolgreicher Künstler oft horrende Summen auf den Tisch gelegt, weswegen sie in der Regel auch nur die oberen Zehntausend an der Wand hängen haben. Als in der Kunstszene von Los Angeles eines Tages aber plötzlich Werke eines gänzlich unbekannten Malers auftauchen, wird auch Kunstkritiker Morf Vandewalt (Jake Gyllenhaal) aufmerksam. Doch je länger er sich mit den eindringlichen Schöpfungen des geheimnisvollen Unbekannten befasst, desto mehr stellt er fest, dass diese eine eigenartige Wirkung auf ihn haben. Denn mit ihnen wurde eine übernatürliche Macht freigesetzt, die auf Rache an denjenigen sinnt, die die Kunstwelt mit ihrer Gier verunglimpfen und Geld über das kreative Schaffen stellen...

Dass die Persiflage auf das abgehobene und oft surreale Kunstgewerbe, garniert mit ein paar Seitenhieben auf die intellektuelle Oberschicht von L.A., "Die Kunst des toten Mannes" vom selben Team kommt, welches den genialen "Nightcrawler" erschuf, macht bereits im Vorfeld hungrig auf diesen Film. Regisseur Dan Gilroy kann aber die Erwartungen nach seinem Geniestreich nicht völlig erfüllen. Der Film, der doch eigentlich die Scheinheiligkeit der Kunstszene demaskieren wollte, tappt in die selbe Falle, wie die Szene an sich: vor lauter Coolness und Oberflächlichkeit geht es weniger um den Inhalt, geschweige denn, was Kunst im Betrachter auslösen kann oder die Bedeutung der Kunst per se. Und so präsentiert sich der Film in seiner aalglatten Coolness, und nutzt weder die Thematik, noch den exzellenten Cast, um so ein richtig fieses Ding zu sein. 

"Velvet Buzzsaw“ ist offensichtlich eine Persiflage auf die Kunstwelt, ergänzt mit Mitteln des Slasher-Films. Trocknender Humor, Situationskomik und Figuren-Karikaturen verzahnen sich mit einen janusartigen Horrorfilm, der seine Ideen unvollendet lässt, weil der satirische Aspekt und Gruselthrill zu sanft daher kommen. Dem Film fehlt zudem schlichtweg ein sinniges Ende. Da helfen auch die leidenschaftlichen und perfekten Darstellerqualitäten, allen voran Jake Gyllenhaal) nicht viel. Schon seltsam, dass es gerade einem Drehbuchautor nicht gelingt der Geschichte einen Kern zu geben. So bleibt nach dem Film ein Gefühl zurück etwas gesehen zu haben, was Protagonist Morf Vandewalt mit Freuden in einer Kunstkritik als "belanglos" betitelt hätte. So ist die ehrlichste Message, die der Film dem Zuschauer am Ende präsentiert, die, wenn John Malkovich selbstvergessen im Sand Kreise malt, die vom Meer wieder verwischt werden.

6/10

Quellen
Inhaltsangabe: Netflix

Donnerstag, 3. März 2022

Against The Ice (2022)

https://www.imdb.com/title/tt13873302/

Im frühen 20. Jahrhundert versucht eine dänische Expedition zu beweisen, dass die USA keinen Anspruch auf Nordostgrönland haben, indem sie die Aufzeichnungen der in den vorherigen Jahren verschwundenen Expeditionen bergen. Diese wollte zeigen, dass Grönland nicht von einem breiten Kanal in zwei Hälften geteilt ist, sondern aus einer durchgängigen Landmasse besteht. Kapitän Ejnar Mikkelsen (Nikolaj Coster-Waldau) ist fest entschlossen, doch er findet nur einen einzigen Mitstreiter: den unerfahrenen Mechaniker Iversen (Joe Cole). Mit zwei Schlitten voller Proviant und einem Rudel Schlittenhunde brechen sie auf. Doch die beiden unterschiedlichen Männer, die immer weiter ins Eis vordringen, müssen bald erkennen, dass die für wenige Monate geplante Mission viel zeitaufwändiger und gefährlicher als gedacht ist... 

"Against The Ice" erzählt die wahre Geschichte zweier Dänen, die um 1910 eine gefährliche Mission durch Grönland wagten, um zu klären, wem die Insel gehört. Das ist thematisch hochinteressant, als Film leider eher weniger. Das Abenteuer wird nie so wirklich spannend, aber auch als Porträt über die beiden Männer Ejnar Mikkelsen und Iversenwäre mehr drin gewesen. Nikolaj Coster-Waldau und Joe Cole spielen jedoch ihre Rollen gut und es ist interessant zu sehen, wie sich der Zustand der beiden verändert, wie sie langsam anfingen verrückt zu werden und Wahnvorstellungen hatten, da sie durch die Einsamkeit psychisch vollkommen am Ende waren. Auch die Kamera fängt das Geschehen gut ein, jedoch ist hier keine Stelle so richtig zum Mitfiebern geeignet. Das das Ende der Expedition durch die Geschichte bekannt ist, bleibt auch die letzte Überraschung aus. Wenn man so einen Stoff verfilmt, sollte man sich dessen bewusst sein und den Fokus anders setzen. Das hat Regisseur Peter Flinth leider etwas verschlafen. Schade, doch hier findet man neben Schnee und Eiseskälte nur verschenktes Potential.

6/10

Quellen
Inhaltsangabe: Netflix

Stauffenberg (2004)

https://www.imdb.com/title/tt0388437/

21. Juli 1944, 0.15 Uhr: Mit dem Ruf "Es lebe unser heiliges Deutschland" auf den Lippen stirbt Claus Schenk Graf von Stauffenberg in der Gewehrsalve eines Wachbataillons. Stauffenberg hat einen weiten Weg zurückgelegt vom jungen, von seinem Beruf begeisterten Offizier, der sich, mit Nina von Lerchenfeld frisch verlobt, am Anblick des neuen Reichskanzlers Hitler begeistern kann und der, überzeugt von den deutschen Kriegszielen, seiner Frau staatstragende Briefe aus dem Polenfeldzug schreibt. Oberst Henning von Tresckow gehört zu denen, die ihm die Augen über die Kriegsverbrechen der Deutschen hinter der Front des Russlandfeldzugs öffnen - und die Ohren für leidvolle Bericht wie den der jungen Polja von der Auslöschung ihres Dorfes. Aus dem sinnlosen Schlachten der Rückzugsgefechte in Tunesien wir Stauffenberg schwer verletzt ins Lazarett nach München gebracht. Nina muss ihm mitteilen, dass er nicht nur ein Auge, sondern auch die rechte Hand und zwei Finger der linken verloren hat. Nina hat Angst, es zu hören, aber Stauffenberg ist inzwischen überzeugt, dass es seine Pflicht ist, an der Beseitigung Hitlers mitzuwirken. Und es gibt im Militär inzwischen auch andere, die dieser Meinung sind. Gemeinsam mit ihnen bereitet Stauffenberg das Attentat und den Staatsstreich zur Übernahme der Regierung nach Hitlers Tod vor...

Von den filmischen Bearbeitungen des Attentat vom 20. Juli 1944 und des Hitler-Attentats durch Claus Schenk Graf von Stauffenberg ist diese deutsche Produktion eine der gelungeneren. Die Darsteller sind überzeugend (einzig Olli Dittrich will nicht so recht in dei Rolle des Goebbels passen, dafür hängt ihm zu sehr das komödiantische an), das Setting stimmig. Natürlich kommt immer Entertainment vor Fakten und immer wieder werden in Jo Baiers Verfilmung rein fiktive Elemente zugunsten einer ansprechenden Dramaturgie eingebaut. Das sollte jedem Zuschauer klar sein. Auf jeden Fall ist der Fernsehfilm "Stauffenberg" dank dieser vorgenannten Fakten, allen voran eines passenden Hauptdarstellers und einer sehr genaue Wiedergabe über das Attentat des 20. Juli '44, eine klare Bereicherung für die Aufarbeitung des Zweiten Weltkrieges durch deutsche produktionen und in etwa auf einer Stufe zu nennen mit dem etwas zu amerikanisiert dargestellten "Operation Walküre".

7/10

Quellen
Inhaltsangabe: EuroVideo

Mittwoch, 2. März 2022

The Batman (2022)

https://www.imdb.com/title/tt1877830/

Seit zwei Jahren kämpft der Milliardär Bruce Wayne (Robert Pattinson) als rächender Vigilant Batman für eine bessere Welt in seiner Heimatstadt Gotham City. Doch es ist ein einsamer Kampf, den nur wenige Verbündete wie sein Butler Alfred Pennyworth (Andy Serkis) und der aufrichtige Polizist Lt. James Gordon (Jeffrey Wright) unterstützen. Denn Gotham ist ein Moloch, zerfressen von einem korrupten Netzwerk, in das fast alle Beamten der Stadt und auch die reichen Eliten involviert sind. Doch als ein mysteriöser Killer diese ins Visier nimmt und eine Reihe sadistischer und tückischer Anschläge verübt, sind Batmans Detektiv-Fähigkeiten gefragt. Die zahlreichen kryptischen Hinweise führen ihn immer tiefer in die Unterwelt, wo zwielichtige Figuren wie Selina Kyle alias Catwoman (Zoë Kravitz), Oswald Cobblepot alias Pinguin (Colin Farrell), Mafiaboss Carmine Falcone (John Turturro) und Edward Nashton alias Riddler (Paul Dano) zu Hause sind. Doch die Spuren führen Batman auch zu ihm selbst und seiner Vergangenheit...

Auch "The Batman" hat eine wilde Geschichte hinter sich. Bereits im Juli 2015 wurde ein Solofilm über die Figur Batman angekündigt, welches nach den Ereignissen der Filme "Batman v Superman: Dawn Of Justice" und "Justice League" spielen sollte. Als Regisseur und Hauptdarsteller sollte Ben Affleck fungieren, der gemeinsam mit Geoff Johns auch für das Drehbuch vorgesehen war. Im März 2016 wurde ferner bekannt gegeben, dass das Skript bereits verfasst wurde. Affleck gab bekannt, dass er sich für "The Batman" von den Comics inspirieren ließ, die Handlung jedoch eine gänzlich neue Geschichte sei und der Film den Arbeitstitel "The Batman" trägt. Doch entgegen den ursprünglichen Planungen wurde am 30. Januar 2017 bekannt gegeben, dass Affleck nicht weiter als Regisseur von "The Batman" zuständig ist. Bis Januar 2017 sollen Affleck und das Studio jedoch die Entscheidung getroffen haben, dass jemand anderes das Projekt leiten soll. Begründet wurde sein Rückzug damit, dass er sich auf seine Funktion als Darsteller konzentrieren möchte. Stattdessen gab es Bestrebungen, dass bevorzugt Matt Reeves oder alternativ Matt Ross Affleck als Regisseur ersetzen. Das ursprüngliche Originaldrehbuch wurde von Chris Terrio umgeschrieben. Schließlich wurde am 23. Februar 2017 bestätigt, dass Reeves einen Vertrag als Regisseur und als Co-Produzent für "The Batman" unterzeichnet hat. Allerdings verschob sich die Produktion, da Reeves noch die Produktion des Films "Planet der Affen: Survival" bis Juni 2017 vollenden musste. Reeves ließ verlauten, dass er den Fokus auf Batman als Detektiv in "The Batman" legen möchte. Um die Vision von seinem Film realisieren zu können, schrieb Reeves das Drehbuch erneut um, wie im Juli 2017 bekannt gegeben wurde. 

Im selben Monat wurde auch bekannt gegeben, dass nun unklar sei, ob Affleck weiterhin die Titelrolle verkörpert. Im Januar 2019 bestätigte Affleck schließlich, dass er nicht weiter in "The Batman" zu sehen sei. Er wurde im Mai 2019 durch Robert Pattinson ersetzt, wodurch der Film fortan nicht mehr zum DC Extended Universe gezählt wurde. Neben Pattinson waren auch Nicholas Hoult, Armie Hammer und Aaron Taylor-Johnson für die Rolle im Gespräch. Im Oktober 2019 wurde bestätigt, dass die Schauspielerin Zoë Kravitz die Rolle der Catwoman und Paul Dano die des Riddlers übernehmen wird. Wenig später wurde Jeffrey Wright als Commissioner Gordon verpflichtet. Andy Serkis wurde von Matt Reeves als Alfred Pennyworth bestätigt. John Turturro soll hingegen den Gangsterboss Carmine Falcone verkörpern. Außerdem wurde berichtet, dass sich Colin Farrell in Verhandlungen für die Rolle des Pinguin befinden soll. Die Filmmusik komponiert Oscar-Preisträger Michael Giacchino. Die Dreharbeiten begannen am 27. Januar 2020 in London, wurden aufgrund der COVID-19-Pandemie allerdings Mitte März 2020 unterbrochen. Die erst zu einem Viertel erfolgten Filmaufnahmen wurden Anfang September 2020 in den Warner Bros. Studios Leavesden nahe London fortgesetzt, anstatt den Drehort wie ursprünglich geplant zu wechseln. Nach nur drei Tagen mussten die Filmaufnahmen aufgrund der COVID-19-Infektion von Hauptdarsteller Robert Pattinson erneut für zwei Wochen unterbrochen werden. Mitte Oktober 2020 wurden die Dreharbeiten nach Liverpool verlagert; zuvor drehte man im Februar bereits in Glasgow. Für einzelne Szenen kam die von Industrial Light & Magic entwickelte StageCraft-Technik zum Einsatz, die erstmals bei "The Mandalorian" verwendet wurde und bei der zuvor aufgenommene Hintergrundaufnahmen zu einem virtuellen Raum zusammengefügt und im Anschluss über große LED-Videowände direkt am Filmset, der Kameraperspektive angepasst, abgespielt werden. Am 13. März 2021 wurden die Dreharbeiten offiziell abgeschlossen.

Der Film sollte ursprünglich am 24. Juni 2021 in die deutschen und am darauffolgenden Tag in die US-amerikanischen Kinos kommen. Im Zuge der COVID-19-Pandemie wurde der US-amerikanische Starttermin zunächst auf den 1. Oktober 2021 und später auf den 4. März 2022 verschoben.

Nun ist das Reboot um den "Dunklen Ritter" im Kino angekommen. Bereits 2019 deutete Todd Phillips' grandioser "Joker" auf eine noch bedrohlichere Zukunft des DC-Universums hin, in der Superheldenfilme aller Größenordnungen so sehr zum modernen Kino gehören würden, dass sie gar keine Superheldenfilme im klassischen Sinne mehr sein müssen. Und auch Matt Reeves' "The Batman" ist kein Superheldenfilm. Nicht wirklich. Zwar sind alle Merkmale vorhanden: das Batmobil, der ikonische Anzug und natürlich die Gadgets, die der treue Butler Alfred zur Verfügung stellt. Und natürlich steht der dunkle Ritter mit dem schwarzen Umhang selbst im Mittelpunkt: nachdenklich, wortkarg, gequält und stets auf der Suche nach seiner eigenen Art von Gerechtigkeit in einem Gotham City, das in Elend und Verfall versinkt. Aber unter der Regie von Matt Reeve fühlt sich das alles in seiner Trostlosigkeit atemberaubend lebendig und neu an. Als Regisseur und Co-Autor hat er aus einer scheinbar vertrauten Geschichte eine epische, beinahe sogar opernhafte Story gemacht. Sein "The Batman" ähnelt eher einem arg düsteren Kriminaldrama aus den 70er Jahren als einem schwungvollen und mitreißenden Blockbuster der Neuzeit (wie ihn mancher vielleicht erwarten würde). Mit seiner kinetischen, unvorhersehbaren Action und mit einer Reihe von aufsehenerregenden Morden, die die Handlung vorantreiben, fühlt es sich manchmal an, als würde der Killer aus "Zodiac" oder "Se7en" die Bürger von Gotham City terrorisieren.

Dies ist nicht "Captain America: The Winter Soldier", der sich als Verschwörungsthriller der 1970er Jahre aufspielt, oder ein "Logan", der sich nur halbwegs zu seinem Western-Herz bekennt, und es ist auch kein simpler Rückgriff auf die Christopher Nolan-Trilogie um den dunklen Ritter, die Bruce Wayne in einem greifbaren Gotham verankerte und sich dennoch weitgehend an die für das Genre erwarteten Handlungsstränge und Spektakel hielt. Nein, dieser Batman hier gehört zu einem ganz anderen Genre, denn Reeves verzichtet hartnäckig auf den üblichen Schnickschnack und setzt stattdessen auf einen knallharten Mordfall als Grundstein, in dem der größte Detektiv der Welt zufällig ein (äusserst) gequälter Milliardär mit einer Vorliebe für Fledermäuse ist. Reeves schafft hier das, was er bereits mit seinen fesselnden Beiträgen zum "Planet der Affen"-Franchise geschafft hat: ein elektrisierendes, unterhaltsames Spektakel, das aber auch auf echten, emotionalen Einsätzen beruht. Dies ist ein Batman-Film, der sich seines eigenen Platzes innerhalb der fragilen Popkultur bewusst ist. Er erkennt die Entstehung der Comicfigur an, um sie dann zu untersuchen und auf eine Weise neu zu erfinden, die sowohl substanziell als auch gewagt ist. Das Drehbuch von Reeves und Peter Craig zwingt nicht nur den Helden, seine Geschichte zu hinterfragen und sich mit seiner Bestimmung auseinanderzusetzen, er eröffnet auch den Zuschauern dieselbe Möglichkeit.

Robert Pattinson, der die Rolle des Bruce Wayne übernimmt, war sicher eine gewagte Wahl. Noch immer haftet ihm das Image des "Glitzervampirs" aus der "Twilight"-Saga an. Doch Pattinson hat vor allem in jüngster Vergangenheit bewiesen, dass er zu mehr fähig ist. Zu viel mehr. Mit ihm haben wir einen Schauspieler, der nicht nur bereit, sondern auch hungrig ist, die unheimlichen, dunklen Instinkte der titelgebenden Figur zu erkunden. Er scheint am besten zu sein, wenn er Figuren spielt, in denen man sich unwohl fühlt. Er spielt nicht den verwegenen Erbe eines Vermögens, der in einem coolen Kostüm herumläuft und die Leute verprügelt. Das ist Travis Bickle im Fledermauskostüm, distanziert und desillusioniert. Seit zwei Jahren ist er Batman und verfolgt die Verbrecher von oben im gotisch angelegten Wayne Tower - eine passende, aber gewöhnungsbedürftige Abwechslung zu dem weitläufigen Wayne Manor, welches eine noch größere Isolation von der Gesellschaft suggeriert. "Sie denken, ich verstecke mich in den Schatten", sagt er im Off-Kommentar, der stark an Walter Kovacs/Rorschach aus "Watchmen" erinnert, "Aber ich bin der Schatten." Im grellen Tageslicht gibt Pattinson den verkatert wirkenden Indie-Rockstar mit Emo-Anleihen. Das will nicht so recht passen. Aber in der Nacht kann man den Rausch förmlich spüren, den er bekommt, wenn er seine Rache ausübt, selbst mit seiner taktischen Ausrüstung und der Maske. Und diese Sequenzen überwiegen und machen die Figur des Bruce Wayne mehr als wett.

Mehr noch als Christian Bale in der Rolle, versteht es Pattinson, seine schönen, kantigen Gesichtszüge beunruhigend wirken zu lassen. Wenn er also zum ersten Mal die sexy Zoe Kravitz als Selina Kyle erspäht, die in ihre ledernen Motorradklamotten schlüpft und auf ihrer eigenen Jagd nach nächtlicher Gerechtigkeit die Feuertreppe hinunterschlittert, ist da ein unverkennbares Aufflackern in seinen Augen, der in gewisser Weise sogar den Joker zitiert: "Sie ist ein Freak... wie ich". Pattinson und Kravitz haben eine richtig gute Chemie miteinander - sie ist ihm körperlich und emotional auf Schritt und Tritt ebenbürtig. Sie ist keine Schmusekatze: Sie ist eine Kämpferin und eine Überlebenskünstlerin mit einem starken Sinn für Gerechtigkeit. Jeffrey Wright spielt Commissioner Gordon und ist die seltene Stimme des Idealismus und des Anstands in dieser Welt. John Turturro ist als Verbrecherboss Carmine Falcone unaufdringlich schmierig und gleichzeitig bedrohlich. Andy Serkis bringt als Alfred väterliche Weisheit und Wärme mit. Colin Farrell ist in der Rolle des schäbigen, schurkischen Oswald Cobblepot, besser bekannt als Pinguin, nicht wiederzuerkennen unter gefühlt 50 Pfund Makeup und Kostüm. Doch Paul Dano ist als Riddler, dessen eigener Rachefeldzug das Rückgrat dieser Geschichte bildet, schlichtweg furchterregend. Er geht hier auf eine Weise zum Äußersten, die an seinen verblüffenden Auftritt in "There Will Be Blood" erinnert. Sein Wahnsinn ist so intensiv, wie man ihn eigentlich vom Joker hätte erwarten können und er erzeugt damit eine immense Spannung. Und es gibt rein gar nichts Amüsantes an seiner Darstellung; Dano gibt einem das Gefühl, einen Mann zu sehen, der wirklich zutiefst gestört ist. Allein Werdegang zeugt von einem Riddler, der irgendwie gleichzeitig der Joker und Jigsaw zu sein scheint.

Damit entfaltet sich ein überlanger Superheldenkrimi, der trotz seiner Laufzeit von fast drei Stunden durchweg fesselnd ist. Das neue Batmobil ist bodenständiger und etwas zurückgenommener als der Tumbler aus der Nolan-Verfilmung, aber es ist genauso ein muskulöses Fahrzeug, das direkt aus "Mad Max: Fury Road" (oder sogar dem "Fast"-Fanchise) stammen könnte - und spielt eine wichtige Rolle in einer der besten Sequenzen des Films. Es handelt sich dabei um eine ausgeklügelte, aber stets realitätsnahe Verfolgungsjagd und einen Crash, der eine Kettenreaktion auslöst und in einem Feuerball endet. Bei einer Schlägerei in einem pulsierenden Nachtclub, die von pulsierenden roten Lichtern untermalt wird, kann man jeden Schlag und Tritt spüren. Und hier wird auch verdeutlicht, dass Batman eben nicht unbesiegbar ist. Auch ist eine Schießerei in einem stockdunklen Gang, der nur vom Mündungsfeuer der Maschinenpistolen beleuchtet wird, sowohl kraftvoll als auch visuell umwerfend. Die Kraft solcher Szenen wird durch den Score von Michael Giacchino noch verstärkt. Er schafft perkussive und bläserlastige Musik, die sich massiv und anspruchsvoll anfühlt, und die man tief in seinem Inneren spürt und ein wohliges Gefühl des Unbehagens generiert. Selbst der relativ vertraute Höhepunkt des Films ist unangenehm, weil er all die üblichen Kämpfe vor einem erkennbaren Hintergrund des realen Horrors inszeniert.

In Zusammenarbeit mit seinem Team, die allesamt auf höchstem Niveau und mit einer ordentlichen Portion Präzision gearbeitet haben, hat Reeves einen Film geschaffen, der es fertig bringt, gleichzeitig authentisch und gewichtig, substanziell und impressionistisch zu sein. Kameramann Greig Fraser gelingt derselbe atemberaubende Zaubertrick wie bei seiner Oscar-nominierten Arbeit in Denis Villeneuves "Dune": Durch strömenden Regen und Neonlicht wirkt seine Bildsprache sowohl durchsichtig als auch kräftig. Sein Einsatz von Schatten und Silhouetten ist meisterhaft und trägt viel dazu bei, ein Gefühl der (dunklen) Vorahnung und Spannung zu vermitteln. Allein der vielfältige Einsatz der Farbe Rot im Film, die Energie, Gefahr und sogar Hoffnung suggeriert, ist grandios. Seine stygische Farbpalette dehnt Bruces persönliche Hölle auf ganz Gotham aus in einem Maße, das sie wie eine verbrannte Erde als Widerlegung der gezuckerten Ästhetik der meisten anderen Superheldenfilme erscheinen lässt. Und das Kostümdesign der großartigen Jacqueline Durran - mit Dave Crossman und Glyn Dillon, die Pattinsons rauen Batsuit entworfen haben - gibt der coolen, kantigen Stimmung des Films genau den richtigen Schliff. Während sich Reeves in den letzten Szenen leider in die Sicherheit des Franchise-Aufbau-Modus zurückzieht, gelingt es "The Batman", das Bat-Signal in ein Leuchtfeuer der Hoffnung zu verwandeln, anstatt es zu fürchten. Doch unterm Strich ist dies vielleicht der düsterste und hoffnungsloseste Batman-Film, den man je gesehen hat - auch wenn es eigentlich gar kein herkömmlicher Batman-Film ist.

8,5/10

In der "3-Disc Limited Steelbook Edition" erschien der Film als 4K Ultra HD im Steelbook. 

Quellen
Inhaltsangabe: Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros.
Textauszüge: Wikipedia

Dienstag, 1. März 2022

Elser - Elser: Er hätte die Welt verändert (2015)

https://www.imdb.com/title/tt1708135/

Was wäre der Welt erspart geblieben wäre, hätte der Schreiner Georg Elser (Christian Friedel) Erfolg gehabt? Am 8. November 1939, zwei Monate nach dem Überfall Nazi-Deutschlands auf Polen, verübte der Widerstandskämpfer im Münchener Bürgerbräukeller ein Bombenattentat. Sein Ziel war der Tod der NS-Führungsriege, vor allem aber der Adolf Hitlers. Unvorhergesehen verlassen Hitler und sein Stab die Veranstaltung jedoch früher, so dass die Detonation 13 Minuten zu spät kommt. Nachdem man an der Schweizer Grenze einen Sprengzünder und eine Karte des Anschlagsortes bei Elser findet, verhören ihn der Chef der Kripo im Reichssicherheitshauptamt, Arthur Nebe (Burghart Klaußner), und der Chef der Gestapo, Heinrich Müller (Johann von Bülow). Erst dort erfährt Elser vom Misserfolg seines Attentats. Nach Tagen der Folter gesteht er schließlich und teilt den ganzen Tathergang mit. Elser beginnt seine Geschichte mit der Ausbreitung der Nazis in seinem Heimatdorf Königsbronn, erzählt, wie er mit seinem Freund Josef Schurr (David Zimmerschied) in den Widerstand ging und er seine Geliebte Elsa (Katharina Schüttler) kennenlernte. Elsers Schilderungen enden mit der Planung, dem Bau und der Deponierung der Bombe am Tatort. Schlussendlich wird er in die KZs Sachsenhausen und Dachau verfrachtet und am 9. April 1945 ermordet.

Oliver Hirschbiegels Film um den Kunstschreiner Georg Elser aus Königsbronn, der am 8. November 1939 ein Bombenattentat auf die NS-Führung im Münchner Bürgerbräukeller verübte, porträtiert Elser als einfachen Mann aus dem Volk. Weder ist er in herausstechender Weise politisch aktiv, noch verkehrt er in Kreisen, die jenseits von Kirche und Kneipe seines Heimatorts liegen. Erzählt wird seine Geschichte dabei auf zwei Zeitebenen. Die eine handelt von Elsers Attentat und dessen Folgen, die andere zeigt uns wie dieser zuvor unauffällige Mann überhaupt erst zum Attentäter wurde und rückt seine Liebesbeziehung zu der verheirateten Elsa in den Fokus. Georg Elsers Vorgeschichte wird dabei in farbenfrohen Bildern mit der Handkamera eingefangen, während die Bilder des Attentats und dem, was darauf folgt, düster und starr sind. Zwar gibt es immer wieder Momente, in denen die Inszenierung recht bieder und bisweilen theaterhaft daherkommt, aber insgesamt lässt sich dem Film in dieser Hinsicht nur wenig vorwerfen. Hirschbiegel schreckt auch nicht davor zurück, dem Zuschauer einige extrem brutale und grausame Szenen zu präsentieren. Erwähnenswert ist hierbei besonders eine Szene gegen Ende, bei der die Kamera scheinbar endlose Minuten lang beim Todeskampf eines Gehängten draufhält. Eine Szene, die man nicht mehr so leicht aus dem Kopf bekommt.

Christian Friedel spielt Elser als aufmerksamen Beobachter, der ein gutes Gespür für die Vorgänge in seinem Heimatort hat und daraus die Veränderungen in ganz Deutschland schlussfolgert. Er tritt nicht als Lautsprecher auf, zeigt kein gesteigertes Interesse daran, Gleichgesinnte um sich zu scharen, sondern erkennt zunächst anhand von scheinbaren Kleinigkeiten, dass Hitlers Regierung Deutschland schadet. Die Löhne von Arbeitern sind nicht mehr so hoch wie noch vor einigen Jahren, Arbeitsplatzwechsel sind nicht mehr so leicht zu vollziehen, die HJ nimmt Einfluss auf die Kindererziehung, die Religion wird durch den Führerkult ersetzt. Als Elser schließlich auch noch miterlebt, wie Juden öffentlich an den Pranger gestellt werden und er die ersten Zeichen eines bevorstehenden Krieges ausmacht, reift in ihm der Plan für das Attentat.

Nach dem dieses gescheitert war, machten sich die Nazis den Umstand zu nutze, dass die Bombe acht unschuldige Besucher des Bürgerbräukellers getötet hatte, um Georg Elser in ein schlechtes Licht zu rücken. Sie konstruierten eine Theorie, wonach Elser nur der Ausführende einer groß angelegten Verschwörung war, obgleich er stets beteuerte, allein gehandelt zu haben. Auch nach 1945 blieb Elser die Anerkennung als Widerstandskämpfer noch jahrzehntelang verwehrt. Ursächlich hierfür waren Gerüchte, die ihn als Marionette der NS-Führung darstellten und das Attentat als bloße Inszenierung abtaten. In Elsers Heimatort Königsbronn waren die Auswirkungen dieser Gerüchte besonders spürbar. Noch 2003 löste die Taufe einer Schule auf seinen Namen Kontroversen aus. Besonders der Vorwurf der Ermordung Unschuldiger beeinflusst die Erinnerungskultur bis in die Gegenwart.

Seit 2001 wird jährlich der Georg-Elser-Preis für Zivilcourage vergeben und mehrere Straßen und Plätze in ganz Deutschland tragen seinen Namen. Auch wurden zur Erinnerung an ihn verschiedene Denkmäler errichtet. Mit Hirschbiegels Film ist 2015 ein weiteres hinzugekommen.

7/10

Quellen
Inhaltsangabe: NFP / EuroVideo

Wir können nicht anders (2020)

https://www.imdb.com/title/tt13446424/

Samuel (Kostja Ullmann) und Edda (Alli Neumann) haben eine gemeinsame Nacht in einem Campingbus verbracht, weswegen er sich kurzerhand von ihr zu einem Nikolaus-Trip in ihre alte Heimat überreden lässt. Diese hat sie aus gutem Grund hinter sich gelassen und seit fünf Jahren nicht mehr betreten, denn es ist die absolut trostlose Provinz. Doch die Reise läuft bald aus dem Ruder, als Samuel darüber stolpert, wie ein paar zwielichtige Typen einen Mann hinrichten wollen. Bald überschlagen sich die Ereignisse - und es wird sehr blutig. Samuel und Edda müssen gemeinsam ums Überleben kämpfen und das werden sie. In 24 Stunden werden daher ein paar Leichen die trostlose Gegend "bereichern"... 

Regisseur Detlev Buck versucht sich als deutscher Tarantino und scheitert allein an der Tatasache, dass er glaubt, seinen Charakteren nicht mal im Ansatz eine glaubwürdige Geschichte verpassen zu müssen. Verpasst hat Buck indes sehr viel, denn wäre wenigstens die anstruse und viel zu übertriebene Geschichte halbwegs stringent, würde zumindest das den Karren aus dem Dreck ziehen, doch nicht mal das... alles wirkt steif und konstruiert und nach einem halbwegs furiosen Beginn stellt sich schnell Langeweile ein. "Wir können nicht anders" bleibt bis zum Schluss einfach zu egal. In der Privinz, wo uralte Ansichten noch mit Waffengewalt durchgesetzt werden, versteht sich dieses Konstrukt als Demontage einer im gestern verfangenen und von der Welt verlassenen Gemeinschaft. Das wäre im Grunde schon ganz amüsant, auf Dauer ist es aber zu wenig. Es fehlt an mehreren Stellen die letzte Konsequenz, um aus dem Stoff mehr zu machen als nur eine nette Krimikomödie.

4,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Netflix