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Dienstag, 6. August 2013

The Dark Knight Rises (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1345836/

Der letzte Teil der Trilogie wurde nach dem grandiosen zweiten Teil (auch von mir) mit fast noch mehr Ungeduld erwartet. Kein Wunder, Nolan hatte mit "The Dark Knight" die Messlatte so hoch gelegt, dass man gespannt darauf war, ob er diesen noch zu überspringen wusste. Leider konnte er das nicht - und so bleibt "The Dark Knight Rises" ein wenig hinter dem zweiten Teil zurück und bildet insgesamt einen sehr würdigen Abschluss für die Trilogie.

"Ein Sturm zieht auf!"

Acht Jahre sind vergangen, seitdem Batman (Christian Bale) als Dark Knight in den Untergrund abtauchen musste, um die Verbrechen Harvey Dents (Aaron Eckhart) auf sich zu nehmen, die dieser ausübte, um den Tod seiner geliebten Rachel zu rächen. Denn Gotham brauchte einen strahlenden Helden mehr als einen dunklen Rächer. Doch Batmans Tage in der Versenkung sind gezählt, als der Koloss Bane (Tom Hardy) die Stadt ins Chaos stürzen will. Der hünenhafte Bane will Batman nicht nur demütigen, er will den dunklen Ritter im wahrsten Sinne und endgültig brechen. Batman kann also jede Hilfe benötigen, sei es in Gestalt von Commissioner Gordon (Gary Oldman) und dem jungen Polizisten John Blake (Joseph Gordon-Levitt), durch Alfreds (Michael Caine) moralische Unterstützung oder die der undurchsichtigen Selina Kyle (Anne Hathaway). Doch den finalen Kampf kann nur Batman selbst ausfechten...

Schon als die Ankündigung kam war ich am Zweifeln, ob eine Figur namens Bane, der zwar in den Comics immer wieder einen Erzrivalen gab, aber in den Verfilmungen doch eigentlich eher im Hintergrund agierte, den dritten Teil als Bösewicht tragen könne. Er kann es - aber eben nicht ganz so gut, wie es Ledger mit dem Joker hinbekam. Tom Hardy als Bane macht seine Sache als beinahe übermenschlicher Gegenspieler richtig gut und bricht Batman auch, sodass die niederschmetternde Verzweiflung des Helden eine wichtige Rolle in diesem Teil spielt. Die deutsche Synchronisation von Bane ist allerdings sehr unpassend. Natürlich sind die bekannten Gesichter mit Michael Caine, Morgan Freeman und Gary Oldman wieder am Start und übernehmen auch einen etwas größeren Part, jedoch liegt das Augenmerk eindeutig auf der Entdeckung des Helden-Seins durch den dunklen Ritter. Dazu kommen auch neue Figuren, unter anderem Catwoman, die durch Anne Hathaway ein neues Gesicht und damit mehr Charakter erhält. Ich bin zwar ein großer Fan der Selina Kyle aus Burton's Batman-Vision "Batman Returns", aber auch hier passt der Charakter der "neuen" Figur wesentlich besser zu Nolans kreierten Batman-Universum. Aber es ist auch schön, Crane "Scarecrow" noch einmal zu erleben, dessen Figur irgendwie ebenfalls in allen Teilen zu sehen ist, wenn auch manches Mal nur als kleine Rolle.

Bane: "Beruhigen Sie sich, Doktor! Es ist noch nicht an der Zeit sich zu fürchten. Das kommt erst später!"

Die Story ist auch hier wieder sehr gradlinig und wechselt in der zweiten Filmhälfte zwischen den Geschehnissen in Gotham und Waynes Gefängnis, in dem er erkennen muss, wo seine Grenzen sind und er wiederum lernt, wie er diese bis zu den Grenzen ausloten kann. Zwar ist das ein schönes Gleichnis, aber diese Selbstfindungsphase ist ein wenig zu lang geraten und hätte mit sinnvollen Straffungen besser ausgesehen. Auch das doppelte Spiel von Bane war leicht vorhersehbar, gab es doch schon Dutzende Andeutungen in vorigen Szenen - ganz anders als in den beiden Vorgängern. Und selbst die Endszene, die zwar sehr geschickt aus der Geschichte leitet, aber auch versucht eine neue Heldenfigur - den Robin - zu kreieren finde ich ein wenig zu überstürzt und zu hastig. Da der Film an Lauflänge mit knapp 165 Minuten nochmal eins draufsetzt kommt der Gedanke nahe, dass zu viel gewollt wurde. Trotzdem überrascht es so, dass auch dieser Teil nicht langweilig wirkt. Etwas gedehnt, ja. Aber nicht langweilig. Gänsehaut gab es auch wieder: und zwar bei Batmans Rückkehr nach Gotham und der Entflammung des Batman-Logos über den Brücken der Stadt - und bei dem genialen Ende.

Bane: "Sterben? Wenn Gotham Asche ist... dann hast du meine Erlaubnis zu sterben!"

Der Score ist auch nicht mehr so eindringlich wie in den beiden Vorgängern. Hatte man mit "Batman Begins" ein super Team an Komponisten zusammengetan, so verzichtete man hier auf die Unetrstützung von Howard und verließ sich einzig und allein auf Hans Zimmer. Der klingt zwar auch hier nicht schlecht, aber das Epische, was James Newton Howard innehat, fehlt irgendwie. Der Score ist also nicht übel, aber an die beiden Vorgänger kommt er nicht heran.

Wie schon im Vorgänger "The Dark Knight" wechseln sich hier formatfüllende IMAX-Szenen mit dem normalen Breitbild-Kinoformat nahtlos ab. Dies kommt einigen Sequenzen, wie zum Beispiel Banes Befreiung oder Gothams Untergangs-Sequenz sehr zugute. Was bleibt ist also ein rundum gelunger und vor allem würdiger Abschluss der Dark Knight-Trilogie, der nicht minder actiongeladen ist und bombastische Momente bietet, auf dem Treppchen aber insgesamt nur den dritten Platz belegt.

8,5/10

Leider ist damit Nolans Trilogie auch schon wieder vorbei. Aber 2016 soll ja schon wieder ein Reboot kommen und auch ein Superman/Batman-Crossover-Film wurde im aktuellen "Men of Steel" auch schon augenzwinkernd angekündigt...

Quellen
Inhaltsangabe: Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros.

 

The Dark Knight (2008)

3 Jahre nach "Batman Begins" kam der mit Ungeduld ersehnte zweite Teil ins Kino. Und der hatte es schon im Vorfeld in sich: knapp 5 Monate, bevor der Film ins Kino kam, starb Joker-Darsteller Heath Ledger an einer Überdosis Tabletten. Zu Beginn der Dreharbeiten hatte er ein Gespräch mit Jack Nicholson, der den Joker in Tim Burton's Batman-Version verkörperte, der ihm sagte, das "...einen der Joker voll und ganz fordern würde. Nicht jeder schafft das." Jack Nicholsons Drogenkarriere war ja allseits bekannt und es wird auch kein Geheimnis daraus geamcht, dass er auch während der Dreharbeiten zu "Batman" kein Chorknabe war. Ledger gab mit seiner Version des Jokers eine ungeahnte Performance ab - und starb. Obwohl ich nach den ersten Bildern, die ich im Netz aufstöbern konnte, gar nicht mit ihm als Joker einverstanden war, so änderte ich meine Meinung schlagartig, als ich aus dem Kino kam. Für mich ist Ledger eine geniale Neuverkörperung des Erzfeindes von Batman - im Sinne der Neuinterpretation des Stoffes. So hinterhältig, so gemein, so wahnsinnig, so berechnend, so verrückt, so total anarchistisch. Grandios. Und dafür verbeuge ich mich noch heute vor ihm.

Noch immer spielt Bruce Wayne (Christian Bale) tagsüber den verantwortungslosen Milliardär, während er nachts als Batman das Verbrechen in Gotham city bekämpft. Unterstützt von Lieutenant Jim Gordon (Gary Oldman) und Staatsanwalt Harvey Dent (Aaron Eckhart) setzt Batman sein Vorhaben fort, das organisierte Verbrechen in Gotham endgültig zu zerschlagen. Doch das schlagkräftige Dreiergespann sieht sich bald einem genialen, immer mächtiger werdenden Kriminellen gegenübergestellt, der als Joker (Heath Ledger) bekannt ist: Er stürzt Gotham ins Chaos und zwingt den Dunklen Ritter immer näher an die Grenze zwischen Gerechtigkeit und Rache. Dent, der inzwischen mit Bruce Waynes Jugendliebe Rachel (Maggie Gyllenhaal) liiert ist, rückt in das Fadenkreuz des Jokers…

Lieutenant: "Was wissen wir über den Joker?" - Cop: "Nichts. Keine Treffer bei Fingerabdrücken, DNA oder Zahnarztunterlagen. Die Kleidung ist maßgeschneidert - keine Labels. Nichts in den Taschen außer Messer und Fusseln. Kein Name oder andere Hinweise auf seine Identität."

Der zweite Teil der "The Dark Knight"-Trilogie ist sogar noch ein wenig länger als der erste Teil. Und genausowenig langweilig oder langatmig wie der Vorgänger. Ich schrieb bereits, dass Ledgers Leistung weit über denen der anderen Schauspieler rangiert, was aber keinesfalls heißen soll, dass diese ihre Sache schecht oder gar unmotiviert machen. Noch immer sind Christian Bale, Morgan Freeman, Gary Oldman und Michael Caine maßgeschneidert in ihren Rollen drin, nur Maggie Gyllenhaal, die Katie Holmes Figur der Rachel ersetzt, wirkt etwas deplatziert. Sie macht ihr Sache auch gut, aber es tat noch keinem Franchise gut, wenn man Darsteller ersetzen musste. Auch schmeckt es etwas bitter, dass die Figur des Two-Face Harvey Dent (Aaron Eckart) quasi zu schnell verheizt wurde. Warum also die Höchstwertung für den Mittelteil der Trilogie?

Weil die Handlung, die Action, die Spannung, die Musik, die Choreografie, einfach alles perfekt passt. Da kann man  auch schon einmal über den Schauspieler-Austausch von Rachel und das relative kurze Auftreten von Two-Face hinwegsehen. Batman fährt zur Höchtform auf - und das muss er auch, denn gegen den Joker scheint kein Kraut gewachsen. Ist er den größten Teil des Films seinem Gegner immer einen Schritt voraus, so muss Batman am Ende einsehen, dass er nur über die Grenzen der Legalität hinaus wirken kann um den Wahnsinnigen aufzuhalten - ein schönes Gleichnis. Gerade die Endszene ist an Spanung kaum zu überbieten, weil man als Zuschauer nie auch nur ahnt, welcher Schritt der nächste sein wird. Und das Ende, welches das epische Finale einläutet, hinterlässt bei mir immer noch Gänsehaut. Dazu passt - wie schon im ersten Teil - der Score, wieder einmal komponiert von Hans Zimmer und James Newton Howard. Das letzte Stück auf dem Soundtrack ("A Dark Knight") ist mit seinen knapp 16 Minuten Laufzeit genauso episch wie auch grandios. Und so ist und bleibt "The Dark Knight" für mich auch nach der sonstwievielten Sichtung der Superheldenfilm schlechthin: ein wahrhaft meisterlich inszeniertes Blockbusterkino, von dem sich viele - sehr viele - eine ganz große Scheibe abschneiden können. 

Comissioner Gordon: "Weil er der Held ist den Gotham verdient, aber nicht der den es gerade braucht, also jagen wir ihn, weil er es ertragen kann, denn er ist kein Held, er ist ein stiller Wächter, ein wachsamer Beschützer, ein dunkler Ritter."

Die Blu-ray bietet noch einen optischen Leckerbissen, für die die es mögen. Die IMAX-Szenen (zum Beispiel die Verfolgungsjagd im Tunnel oder die Sprengung des Krankenhauses) sind im originalen Bildschirmfüllenden Format aufgespielt und fügen sich nahtlos in den Film ein.

10/10

Quellen
Inhaltsangabe: Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros.

Montag, 26. September 2016

[COLLECTION] Batman (Premium Format Figure) (Exclusive Edition) ( The Dark Knight)

http://www.sideshow.com/ 

Zu Christopher Nolans bemerkenswerter Filmtrilogie präsentiert Sideshow Collectibles die Batman Premium Format Figur aus "The Dark Knight".


Was für ein Batman! Akribisch und detailgetreu modelliert, in einer intensiven filmischen Präsentation, Christian Bale als stiller Wächter von Gotham City. Die Welt steht in Flammen, und die Dinge sind viel schlimmer, als je zuvor. Batman nimmt in seinem fortgeschrittenen Batsuit mit komplizierter Panzerung, hilfreichem Zubehör und samtigem schwarzen Umhang den Kampf auf.  Die "Sideshow-Exclusive Version" beinhaltet einen austauschbaren Kopf mit "Bat-Sonar Vision"-Portrait.

Was passiert, wenn eine unaufhaltsame Kraft auf ein unbewegliches Objekt trifft? Die ultimative Präsentation ist die epische Konfrontation zwischen Batman und seinem größtem Feind, dem Joker, auch in Kürze als Sideshow Premium Format Figur aus "The Dark Knight" erhältlich.

Mittwoch, 23. März 2016

Batman v Superman: Dawn Of Justice (2016)

http://www.imdb.com/title/tt2975590/

Zwei Wesen des zerstörten Planeten Krypton brachten im Finale von "Man Of Steel" Zerstörung auf die Erde: Die Kontrahenten Superman (Henry Cavill) und General Zod (Michael Shannon). Der böse Zod wurde geschlagen und der Mann aus Stahl wird fortan entweder als Gott verehrt oder – ob seiner Macht – als Bedrohung für die Menschheit verdammt. Ein gewichtiger Wortführer im globalen Shitstorm gegen Superman ist Bruce Wayne alias Batman (Ben Affleck). Der sorgt – moralisch unterstützt von Butler Alfred (Jeremy Irons) – für Ordnung in Gotham City und ist von den tödlichen Auswirkungen des Gigantenkampfes in der Nachbarstadt Metropolis auch persönlich betroffen. Er stellt sich gegen seinen rot bemäntelten Kollegen, verbal und mit Körpereinsatz. Doch während Batman und Superman kämpfen, taucht eine neue Bedrohung auf, die beide zusammenschweißen könnte und an der das junge Unternehmer-Genie Lex Luthor (Jesse Eisenberg) alles andere als unschuldig ist. Zeit, dass sich die Mitglieder der Heldengruppe "Justice League" formieren...

3 Jahre nach "The Dark Knight Rises", dem großartigen und meiner Ansicht nach weit unterschätzten Ende Nolans Batman-Trilogie, und dem sehr guten "Man Of Steel" treffen nun schon die beiden größten Helden des DC-Universums aufeinander. Zack Snyder, der auch schon für "Man Of Steel" verantwortlich zeichnete, zeigt mit "Batman v Superman: Dawn Of Justice" - so verrät schon der Titel - die Anfänge der "Justice League". Zumindest wollte er das. Denn das, wofür sich das Marvel Cinematic Universe über Jahre, beinahe schon ein Jahrzehnt Zeit gelassen hat (den ersten "Hulk" rechnet man gern mit ein), soll nun in einem - mit einer Laufzeit von 152 Minuten zwar beachtlichen - aber trotzdem viel zu kurzem Film an die Fans getragen werden. Und damit haben wir schon das erste und größte Problem. Die Zeit. Die reicht nämlich einfach nicht aus, um allein schon den "neuen" Batman einzuführen. Da bringt auch die gefühlt tausendste Wiederholung der Ermordung von Bruce' Eltern und sein Fall in die Fledermaushöhle nichts. Gut, Affleck soll offenbar das Werk von Bale weiterführen, okay. Aber daraus ergibt sich bereits das nächste Problem: Kontinuität. Denn diese geht bei dieser Fledermaus völlig den Bach herunter, war doch Bale am Ende von "The Dark Knight Rises" quasi zurückgetreten und gab sein Erbe an jemand anderen weiter. Hm. Na gut.


Immerhin bietet Ben Affleck (und das hätte man so wohl nicht vermutet) einen charmanten Bruce Wayne und einen wahllos brutalen Batman, der seiner anfänglich gepredigten Linie (zivile Opfer) im Verlauf des Films immer untreuer wird. Bruce Wayne wird so eine glaubwürdige Motivation spendiert, die innerhalb von Sekunden einfach revidiert wird. Das treibt einem die Fragezeichen ins Hirn. Jeremy Irons liefert nach Michael Caine eine sehr gute Interpretation des Butlers Alfred ab. Er ist herrlich und erfrischend zynisch, hat immer einen Spruch auf Lager und man besann sich wohl mit ihm auf die ganz alten Werte seines Charakters - nämlich dass er auch mal aktiv ins Geschehen eingreift. Wenn auch nur Remote. Henry Cavill spielt erneut solide in seinen beiden Rollen als "Superman" und Redakteur. Ihm nimmt man als einzigem Helden seine Rolle auch wirklich ab, während die Auftritte von Amy Adams' Lois Lane einfach nur nervig sind. Gleiches gilt für Jesse Eisenbergs überdrehten Lex Luthor. Eisenberg ist ein hervorragender Schauspieler und wird von mir hochgeschätzt, aber seine Interpretation des Luthor ist nicht die, die man erwarten würde, sondern eher ein milderer Joker. Und das passt leider gar nicht. Ganz anders ist da die toughe Diane Prince, gespielt von Gal Gadot. Sie hat zwar vergleichweise wenig Screentime und ihre Origin-Story (die 2017 in die Kinos kommen soll) hätte mal besser vor dem Film gezeigt werden sollen, aber im Rahmen der Gesamtidee ist es in Ordnung, obwohl gleichzeitig ein wenig verschenkt. Immerhin kann man schon ein paar Infos (unter anderem zur Besetzung, wenn man die noch nicht kannte) zum kommenden "Wonder Woman" erhaschen wenn man ganz genau hinschaut.


Bis es aber zum finalen Kampf kommt, springt Snyder ein wenig zu wild zwischen den Geschehnissen hin und her. Die Geschichte hüpft von Ort von Ort, zu Logiklücke und Plothole hin zur nächsten albernen Traumsequenz. Da gibt es welche, die wohl nur eingebaut wurden, um ein wenig mehr "Epicness" in den ersten drögen Teil des Films zu bringen, denn wenn man ganz ehrlich ist passiert da eigentlich nicht viel. Auch Luthors Motivation als Gegenspieler geht verlustig. Dass er wahnsinnig ist kann man zwar hinnehmen, aber warum man deswegen gleich so einen Plan schmiedet, der final die Erweckung von dem in "Man Of Steel" besiegten General Zod und damit Doomsday zur Folge hat, erschließt sich nicht. Da wurden auch im DC Universum schon weitaus bösere Gegner besser eingeführt und erklärt. Und damit hätten wir das dritte Problem, an dem viele Superheldenfilme knabbern müssen und nur (und ironischerweise) das MCU nicht krankt: die Überlastung durch Charaktere. Denn während Batman nach dem "falschen Gott" in Lex' Archiven sucht, findet er gleich mal noch streng geheime Dokumente über "The Flash", "Aquaman" und "Cyborg", die man dann auch ganz kurz zu Gesicht bekommt. Das ist sicherlich nett und treibt einem schon ein Lächeln ins Gesicht, aber reicht eben auch nicht als Origin-Story für eine kommende "Justice League" aus. Gut, zumindest bei "The Flash" gibt es eine großartige Serie.

Und während der Film spätestens am Ende mit großartigen Effekten (und teils wirklich epischen Bildern) punkten kann, versagt die Kamera komplett. Kaum ein Kampf wird eingefangen, immer geht es wild von hier nach da, sodass man schnell die Übersicht verliert. Was man deutlich merkt sind auch die krassen, schnellen und harten Schnitte, wenn es zur Sache geht. Konnte Snyder in "Sucker Punch" und "Man Of Steel" noch sein Talent in punkto Action zeigen, sind weder eine Autoverfolgungsjagd oder der Kampf der beiden Helden, noch der Endkampf gegen Doomsday mitreißend. Ja, und da ist Problem Nummer 4, denn die Trailer verrieten wirklich schon alles, was man über den Film wissen musste: Luthor, Doomsday, Kampf zwischen Batman und Superman. Hier hätte man sich eben nicht nur auf die Gesichter der "Justice League" als Überraschung beschränken dürfen.

Bereits vor Kinostart wurde ja - vermutlich auch wegen dem R-Rated-Erfolg von "Deadpool" - eine verlängerte, härtere Fassung angekündigt. Wenn dies sich nicht nur auf Fight und 'Ka-wumm' beschränkt und den Charakteren etwas mehr Freiraum zur Entfaltung gewährt, ein paar Logiklöcher und Plotholes ausbügelt, dann ja dann könnte diese tatsächlich die bessere Version des Films sein. Die Kinofassung enttäuscht jedenfalls etwas.

6,5/10

In der "ULTIMATE EDITION" erschien der Film in der Kinofassung und der Extended Fassung im Steelbook. Exklusiv bei amazon.de erhältlich.

Quellen
Inhaltsangabe: Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros.

Dienstag, 6. August 2013

Batman Begins (2005)

http://www.imdb.com/title/tt0372784/

Ich könnte spontan nicht sagen, wie oft ich diesen Film schon gesehen habe. War ich anfangs sehr skeptisch, was einen Reboot anbelangt, musste ich im Nachhinein - immer noch völlig geflasht und fasziniert - sagen, dass dem spätestens mit der unsäglichen Verfilmung von "Batman & Robin" durch Joel Schumacher mit Wucht in den Sand gesetzte Franchise nichts besseres hätte passieren können. "Batman Begins" und überhaupt die ganze "The Dark Knight"-Trilogie ist eine der besten - wenn nicht sogar die beste - Verfilmung eines Comicheldenstoffes.

Auch viele Jahre nach dem Mord an seinen Eltern hat der Millionenerbe Bruce Wayne (Christian Bale) dieses Erlebnis noch nicht verarbeiten können. Auf der Suche nach Antworten streift er durch die Welt, bis er schließlich im Tempel von Ra’s Al Ghul (Ken Watanabe) in Tibet landet. Dort wird Bruce von dem zwielichtigen Lehrmeister Henri Ducard (Liam Neeson) ausgebildet, doch nach Ende des Trainings weigert er sich, den blutigen Pfad der Schattenkrieger zu beschreiten und flieht. Wieder in Gotham angekommen, beginnt er, das Verbrechen mit Hilfe von High-Tech-Waffen aus der Rüstungsfirma seines Vaters auf seine eigene Art zu bekämpfen. Schon bald ist er als Batman gefürchtet. Er verbündet sich mit Jim Gordon (Gary Oldman), einem der wenigen aufrechten Cops von Gotham City, und zieht gegen den alles korrumpierenden Unterweltboss Carmine Falcone (Tom Wilkinson) und Super-Schurke Scarecrow (Cillian Murphy) in den Kampf...

Es liegt vermutlich an den perfekt gecasteten Figuren, der Erzählweise und des im Rahmen der Fiction möglichen Realismus, was diese Trilogie ausmacht. Regisseur Christopher Nolan wagte sich mit sehr viel Ruhe an diesen Stoff, behielt den Überblick und gewann damit haushoch. Mit dem Fokus auf die Entwicklung der Charaktere, die eindeutig im ersten Teil vorherrscht, gelang ihm eine glaubwürdige, spannende und gleichzeitig mit Action wohldosierte Geschichte, die mit ihrer knapp zweieinhalbstündigen Laufzeit zwar nicht gerade kurz geraten ist, aber auch zu keiner Sekunde langweilig. Im Gegenteil. Weniger Lauflänge hätte meiner Ansicht nach dem Film sogar geschadet, denn ich könnte spontan nicht sagen, welche Szene man jetzt am ehesten hätte rauslassen können - und trotzdem nicht die Gesamtstimmung zu zerstören. Die Dialoge sind mit viel Verstand ausgearbeitet - das merkt man. Sogar der Wortwitz und kleine, geschickt gesetzte Gags kommen augenscheinlich wohlüberlegt zum Einsatz.

"Man muss die Leute durch dramatische Ereignisse aufrütteln, aber das kann ich als Bruce Wayne nicht tun. Als Mensch aus Fleisch und Blut werde ich ignoriert oder getötet. Aber als Symbol - als Symbol kann ich unbestechlich sein und unvergänglich." 

Christian Bale macht seine Sache grandios. Er ist genau der richtige Mann für den Job und er kann die Doppelrolle perfekt umsetzen: sie ist glaubwürdig, man nimmt sie ihm ab. Anfänglich noch als grüner Jungen, der noch keine Ahnung hat was er eigentlich will, wird aus ihm alsbald der dunkle Ritter, der Gotham aus dem Schatten heraus beschützt. Aber auch andere Figuren, allen voran der besorgte aber leicht zynische Butler Alfred (Michael Caine) und der anfänglich misstrauische, aber bald unterstützende Captain Jim Gordon (Gary Oldman) passen so nahtlos in ihre Rollen, dass es eine reine Freude ist. Einzig der Superschurke Scarecrow (Cillian Murphy) hatte meiner Ansicht nach zu wenig Screentime, was letztendlich zum (kleinen) Punktabzug führt.

Der Score von Hans Zimmer und James Newton Howard ist grandios. Er erfindet das Batman-Thema neu und gibt ihm die charakteristische Untermalung, die den Film letztendlich und entgültig zum Epos werden lassen. Erwähnenswert sind vor allem folgende 3 Titel: "Vespertillo", Myotis" und "Molossus". Ich selbst krame den Soundtrack immer mal wieder hervor und lausche interessiert.

Alles in allem ein nahezu perfekter Action-Drama-Thriller mit einer bombastsichen Besetzung, spannender Story, gut choreografierter Action, eingängigem Score und vor allem aber hohem Wiedersehensfaktor. Hut ab!

9/10

Quellen
Inhaltsangabe: Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros.