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Als ein Kometenhagel auf den Planeten zurast, geht es für die Menschen auf der Erde ums blanke Überleben. John Garrity (Gerard Butler) will gemeinsam mit seiner Frau Allison (Morena Baccarin) alles in seiner Macht stehende tun, um auch ihren Sohn Nathan (Roger Dale Floyd) in Sicherheit zu bringen. Die Familie gehört zu den wenigen, die für den Lufttransport zu einem streng geheimen sicheren Hafen ausgewählt wurden. Als die Familie sich gerade in Sicherheit wähnt, wird sie wenige Minuten vor dem Start auseinandergerissen. John sucht verzweifelt nach Allison und Nathan. Doch parallel muss Allison auf eigene Faust nach ihrem Sohn suchen, der entführt wurde und dringend medizinische Hilfe benötigt...
Ric Roman Waughs "Greenland" sieht auf den ersten Blick nach dem nächsten Gerard-Butler-Katastrophenfilm aus: Ein todbringender Komet rast auf die Erde zu, Städte gehen unter und eine Familie kämpft ums Überleben. Doch anders als das ähnlich gelagerte "Geostorm" interessiert sich der Film deutlich weniger für spektakulären Weltuntergangs-Bombast als für die Menschen, die versuchen, darin irgendwie zurechtzukommen. Genau diese Entscheidung macht "Greenland" zu einem überraschend soliden Vertreter seines Genres. Der Komet selbst ist erstaunlich selten zu sehen; stattdessen erlebt man Explosionen, Druckwellen, überforderte Menschenmassen und Katastrophen häufig aus unmittelbarer Nähe. Das erinnert eher an "War Of The Worlds" als an "2012" oder "Armageddon". Gerard Butler profitiert enorm davon. Er darf diesmal nicht den unverwundbaren Actionhelden geben, sondern einen ganz normalen Familienvater, der überfordert ist, Fehler macht und trotzdem weitermacht. Morena Baccarin hält als Allison überzeugend dagegen und bekommt erfreulicherweise eigene Momente, in denen sie nicht einfach auf Rettung durch ihren Mann wartet. Die Trennung der Familie ist dabei dramaturgisch besonders effektiv, weil der Film daraus mehrere der spannendsten Passagen entwickelt.
Überhaupt funktioniert "Greenland" immer dann am besten, wenn er die Katastrophe auf menschliche Dimensionen herunterbricht. Eine besonders starke Sequenz ist die Begegnung mit einem scheinbar hilfsbereiten Ehepaar, die zeigt, wie schnell Angst und Selbsterhaltung aus normalen Menschen potenzielle Gefahren machen können. Auch kleinere Auftritte wie Scott Glenn als Johns Schwiegervater bleiben stärker im Gedächtnis als manche der großen Effektszenen. Natürlich hat das Drehbuch von Chris Sparling seine Schwächen. Die Handlung arbeitet mit einigen Zufällen, die gerade in der zweiten Hälfte etwas konstruiert wirken. Auch die Logik der geheimen Evakuierung und manche Entscheidungen der Figuren sind nicht immer überzeugend. Der Film ist außerdem mit knapp zwei Stunden etwas zu lang und verliert zwischenzeitlich an Tempo. Die Effekte sind dagegen zweckmäßig und durchaus beeindruckend. Allerdings sieht man dem vergleichsweise moderaten Budget an, dass Waugh gar nicht versucht, mit den gigantischen Schauwerten eines Roland Emmerich mitzuhalten. Das ist letztlich eine gute Entscheidung. "Greenland" gewinnt seine Spannung weniger aus der Frage "Wie groß kann die nächste Explosion werden?" als aus "Schaffen diese drei Menschen es überhaupt bis zum nächsten Morgen?""Greenland" ist kein großer Katastrophenfilm, aber ein erstaunlich effektiver. Seine besten Momente entstehen nicht bei den Kometeneinschlägen, sondern dort, wo Waugh zeigt, wie Angst, Egoismus und Hilfsbereitschaft in einer zusammenbrechenden Gesellschaft aufeinanderprallen. Butler und Baccarin tragen die emotionale Ebene überzeugend, die Action ist handfest und die Inszenierung erfreulich zurückhaltend. Dafür sind Handlung und einige Wendungen zu konstruiert, während die Laufzeit gelegentlich ihre Spuren hinterlässt. Wer *"2012" und "Geostorm" wegen ihrer Explosionen liebt, könnte hier enttäuscht sein. Wer dagegen einen Katastrophenfilm sucht, der sich tatsächlich für die Menschen interessiert, die unter dem Weltuntergang leiden, bekommt solide und stellenweise überraschend spannende Unterhaltung.


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