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Die Suche nach dem legendären Goldschatz der Ainu geht für den Ex-Soldaten Sugimoto (Kento Yamazaki), das Ainu-Mädchen Asirpa (Anna Yamada) und ihre Verbündeten weiter. Diesmal müssen sie in das als ausbruchsicher geltende Gefängnis Abashiri eindringen, wo neben 700 weiteren Insassen der Mann einsitzt, der einst die Tattoo-Schatzkarte auf den Körpern von 24 entflohenen Kriminellen, Psychopathen und Serienkillern erstellt haben soll. Doch auch die anderen Fraktionen, die es auf das Gold abgesehen haben, haben den Weg zum Hochsicherheitsgefängnis gefunden und als sie aufeinanderprallen, kommt es zu einer epischen Schlacht.
Mit "Golden Kamuy: The Abashiri Prison Raid" setzt Netflix die Realverfilmung des japanischen Abenteuerstoffs konsequent fort. Während der Film von 2024 noch vor allem die Figuren, die Welt und die ungewöhnliche Schatzsuche etablierte, verlagert sich der Fokus nun stärker auf die eigentliche Handlung. Das Ergebnis ist ein temporeiches Abenteuer mit eindrucksvollen Actionsequenzen und einer faszinierenden historischen Kulisse - allerdings auch ein Film, der Neueinsteiger häufiger zurücklässt, als ihm guttut. Die Geschichte knüpft an den Film und die 9-teilige Serie, die den zweiten Teil der Geschichte darstellt, unmittelbar an und führt Saichi Sugimoto und Asirpa auf ihrer Suche nach dem legendären Gold der Ainu zum berüchtigten Gefängnis von Abashiri. Dort kreuzen sich die Wege verschiedener Fraktionen, deren Interessen zunehmend aufeinanderprallen. Aus der vergleichsweise geradlinigen Schatzsuche des ersten Films entwickelt sich ein deutlich komplexerer Abenteuerthriller, der politische Machtspiele, persönliche Motive und spektakuläre Auseinandersetzungen miteinander verbindet.
Wie schon der erste Teil überzeugt auch die Fortsetzung vor allem durch ihre außergewöhnliche Mischung aus Historienfilm, Western, Action und schwarzem Humor. Die winterlichen Landschaften Hokkaidōs sehen erneut beeindruckend aus und verleihen dem Film eine unverwechselbare Atmosphäre. Besonders die detailreiche Ausstattung und die authentisch wirkenden Schauplätze tragen dazu bei, dass sich das frühe 20. Jahrhundert glaubwürdig anfühlt. Auch die Kultur der Ainu bleibt erfreulicherweise ein wichtiger Bestandteil der Geschichte und sorgt dafür, dass sich auch "Golden Kamuy: The Abashiri Prison Raid" von gewöhnlichen Abenteuerfilmen angenehm abhebt. Kento Yamazaki spielt den unverwüstlichen Sugimoto erneut mit der passenden Mischung aus stoischer Entschlossenheit und trockenem Humor. Anna Yamada verleiht Asirpa weiterhin Eigenständigkeit und Charisma, sodass ihre Beziehung das emotionale Zentrum des Films bildet. Gleichzeitig wächst das Ensemble deutlich an. Viele neue Figuren bereichern zwar die Handlung, verlangen einem aber auch einiges an Aufmerksamkeit ab. Gerade wenn man den ersten Film vor längerer Zeit geschaut hat oder die Vorlage überhaupt nicht kennt, dürften man bei den zahlreichen Bündnissen, Rivalitäten und wechselnden Loyalitäten gelegentlich den Überblick verlieren.Auch inszenatorisch legt die Fortsetzung zu. Die Kämpfe sind dynamischer choreografiert, die Gefängnissequenzen entwickeln ordentlich Spannung und das höhere Tempo sorgt dafür, dass die über zweistündige Laufzeit selten zäh wirkt. Gleichzeitig verliert der Film dadurch aber etwas von der Ruhe, mit der der Vorgänger seine Figuren noch entwickeln konnte. Der Film baut sehr stark auf bereits etablierte Figuren und Handlungsstränge und deshalb seine Eigenständigkeit im direkten Vergleich zum Vorgänger einbüßt. Und genau darin liegt letztlich auch die größte Schwäche. "Golden Kamuy: The Abashiri Prison Raid" funktioniert weniger als eigenständiger Film denn als weiteres Kapitel einer größeren Geschichte. Viele Charaktere erhalten auch hier nur kurze Auftritte, manche Entwicklungen wirken eher wie Vorbereitungen auf kommende Ereignisse als abgeschlossene Erzählbögen. Wenn man hingegen bereits den ersten Film mochte, weiß man allerdings genau diese Kontinuität zu schätzen.
"Golden Kamuy: The Abashiri Prison Raid" steigert die Action, erweitert die faszinierende Welt des Vorgängers und bleibt seinem ungewöhnlichen Genremix treu. Gleichzeitig verlangt die Fortsetzung einem noch mehr Vorwissen ab und verliert durch die Vielzahl an Figuren etwas an erzählerischer Klarheit. Da ich mit dem ersten Films gut unterhalten wurde, hat der Teil hier einen klaren Vorteil, Neueinsteiger dagegen dürften sich schwerer tun. Damit bleibt auch der zweite Kinofilm eine gelungene, aber nicht durchweg überzeugende Manga-Adaption.


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