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Gleich am ersten Abend des gemeinsamen Urlaubs mit ihren Eltern geht Mari (Sara Paxton, "Plötzlich verliebt", "Superhero Movie") zusammen mit ihrer Freundin Paige (Martha MacIsaac, "Superbad") auf Entdeckungstour. Geködert von gutem Hasch landen die Mädels im Hotelzimmer des etwa gleichaltrigen Justin (Spencer Treat Clark, "Mystic River"). Doch Justins Vater Krug (Garret Dillahunt, "No Country For Old Men"), ein flüchtiger Mörder, dessen Grufti-Freundin Sadie (Riki Lindhome, "Powder Blue") und Justins psychopathischer Onkel Giles (Joshua Cox) kehren früher als erwartet zurück. Es folgt eine sadistische Orgie, in deren Verlauf Mari brutal vergewaltigt wird, während sie zusehen muss, wie Paige neben ihr röchelnd verblutet. Mari, eine gute Schwimmerin, kann sich zwar noch in den See flüchten, doch Krug verpasst ihr zum Abschied eine Kugel in den Rücken. Ein heftiges Gewitter zieht auf, die Gang sucht Unterschlupf im nahegelegenen Haus der Collingwoods. Zunächst erweisen sich John und Emma als höfliche und zuvorkommende Gastgeber - bis sie herausfinden, was mit ihrer innig geliebten Tochter geschehen ist...
Dennis Iliadis’ "The Last House On The Left" ist ein bemerkenswert harter, aber letztlich zwiespältiger Horrorfilm. Das Remake von Wes Cravens Skandalfilm von 1972 nimmt dessen "Rape-and-Revenge"-Grundidee und übersetzt sie in ein deutlich aufwendigeres, technisch souveräneres Mainstreamkino. Die Geschichte um die junge Mari (Sara Paxton), die mit ihrer Freundin in die Hände des brutalen Krug (Garret Dillahunt) und seiner Bande gerät, ist dabei nichts für empfindliche Gemüter. Die Gewalt ist drastisch, aber Iliadis nutzt sie zumindest zunächst nicht bloß als Selbstzweck. Die größte Stärke liegt in der Inszenierung. Sharone Meirs Kamera und John Murphys düsterer Score erzeugen eine bedrückende Atmosphäre, während Iliadis besonders in der ersten Hälfte Spannung und Raumgefühl hervorragend kontrolliert. Auch die Besetzung überzeugt: Sara Paxton verleiht Mari Verletzlichkeit und Entschlossenheit, Tony Goldwyn und Monica Potter funktionieren als verzweifelte Eltern, und Garret Dillahunt macht Krug mit seiner erschreckend kontrollierten Grausamkeit zu einem glaubwürdigen Gegenspieler.
Problematisch wird der Film dort, wo er seine moralische Ambivalenz zugunsten möglichst spektakulärer Rache aufgibt. Aus dem bedrückenden Überlebensdrama wird im letzten Drittel zunehmend ein blutiger Vergeltungsthriller. Damit verliert das Remake auch einen Teil dessen, was Cravens Original so verstörend machte. Iliadis interessiert sich weniger für Schuld, Vergeltung und die psychologischen Folgen von Gewalt als für die unmittelbare Wirkung seiner Szenen. Trotzdem ist "The Last House On The Left" kein schlechter Vertreter seines Genres. Er ist atmosphärisch dicht, hervorragend gespielt und in seinen besten Passagen wirklich unangenehm spannend. Nur macht ihn die zunehmend voyeuristische Gewalt letztlich weniger nachhaltig, als seine kompromisslose Ausgangslage verspricht. Ein technisch starkes und darstellerisch überzeugendes Remake, das aus seinem düsteren Ausgangsmaterial zunächst viel herausholt, sich am Ende aber zu sehr dem Torture-Horror und der befriedigenden Rachefantasie hingibt. Härte allein ist eben noch keine Tiefe.


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