Montag, 24. August 2026

Greenland 2: Migration (2026)

https://www.imdb.com/title/tt14850054/
https://letterboxd.com/film/greenland-2-migration/

John (Gerard Butler) und Allison (Morena Baccarin) Garrity haben nach dem Einschlag des Kometen Clarke ihren Bunker tief unter Grönland immer noch nicht verlassen. Dort haben sie zusammen mit ihrem Sohn Nathan (Roman Griffin Davis) Unterschlupf gesucht. Doch ein schwere Erdbeben zwingt die drei, ihren Zufluchtsort zu verlassen und zurück an die Oberfläche zu kehren. Dort herrschen jedoch regelrecht apokalyptische Zustände. Die Luft zum Atmen und das Wasser zum Trinken sind weitestgehend verseucht, die Atmosphäre ist löchrig und lässt gefährliche Strahlen durch und auch die Gefahr durch weitere Kometeneinschläge ist längst nicht gebannt. Ironischerweise gibt es jedoch noch einen Ort auf der Erde, der davor vergleichsweise geschützt ist: den Einschlagskrater von Clarke in Südfrankreich. Und dorthin wollen sich John, Allison und Nathan nun durchschlagen...

Fünf Jahre nach dem Kometeneinschlag ist die Welt von "Greenland 2: Migration" längst untergegangen - und genau darin liegt zunächst der reizvolle Ansatz der Fortsetzung. John Garrity (Gerard Butler), seine Frau Allison (Morena Baccarin) und Sohn Nathan leben mit anderen Überlebenden in einem unterirdischen Bunker in Grönland. Als Erdbeben die Anlage zerstören, beginnt für die Familie eine neue Odyssee durch ein verwüstetes Europa auf der Suche nach einem Ort, an dem menschliches Leben wieder möglich sein könnte. Der Film erweitert damit die Perspektive des Vorgängers vom unmittelbaren Katastrophenszenario zur klassischen postapokalyptischen Survival-Geschichte. Das ist durchaus interessant, denn "Greenland" von 2020 war gerade deshalb besser als viele seiner Genre-Kollegen, weil er seine Katastrophe vergleichsweise nüchtern und menschlich erzählte. "Greenland 2: Migration" versucht, diesen Ansatz weiterzuführen. Die Familie steht weiterhin im Mittelpunkt, während die zerstörte Welt eher Kulisse bleibt. Gerard Butler funktioniert dabei erneut erstaunlich gut als abgekämpfter Familienvater, der weniger als unbesiegbarer Actionheld denn als Mann auftritt, der seine Familie um jeden Preis zusammenhalten will. Auch Morena Baccarin bringt der Geschichte die nötige emotionale Erdung.

Leider verliert die Fortsetzung genau jene Bodenständigkeit, die den ersten Film ausgezeichnet hat. Sobald die Garritys den Bunker verlassen, wird aus dem persönlichen Überlebenskampf zunehmend ein konventioneller Abenteuerfilm: zerstörte Landschaften, bewaffnete Gruppen, gefährliche Überquerungen und die obligatorische Suche nach einem vermeintlichen sicheren Ort. Die Reise durch Europa bietet zwar größere Schauwerte, wirkt aber erzählerisch deutlich beliebiger. Regisseur Ric Roman Waugh inszeniert die Action solide. Besonders die Reise über den trockengelegten Ärmelkanal und einige Begegnungen mit Plünderern besitzen Spannung und körperliche Wucht. Gleichzeitig zeigen sich hier die Grenzen der Produktion: Auf beeindruckende Totalen der postapokalyptischen Welt folgen häufig deutlich kleinere, weniger überzeugende Actionsequenzen. Noch problematischer ist das Drehbuch. Die Figuren werden immer wieder in Situationen gebracht, die dramatisch wirken sollen, aber nur funktionieren, wenn man die Logik der Welt großzügig ignoriert. Auch die Hoffnung auf einen neuen Lebensraum wird dramaturgisch relativ plump aufgebaut. 

Wo "Greenland" mit der Unberechenbarkeit einer realen Katastrophe arbeitete, wirkt "Greenland 2: Migration" stellenweise wie ein Puzzle aus bekannten Endzeitfilm-Versatzstücken und erzählt von einer Welt, in der das Schlimmste bereits geschehen ist – und macht daraus einen wesentlich gewöhnlicheren Abenteuerfilm. Das ist unterhaltsam genug, aber eben auch deutlich weniger eindringlich. "Greenland 2: Migration" ist ordentlich produziertes Survival-Kino mit einem sympathischen Gerard Butler, einigen gelungenen Actionsequenzen und einer grundsätzlich interessanten Idee: Was passiert eigentlich nach dem Weltuntergang? Leider beantwortet der Film diese Frage mit zu vielen bekannten Genreklischees und zu wenig eigener Fantasie. Die größere Welt bedeutet nicht automatisch eine bessere Geschichte. Als geradliniger Endzeit-Actionfilm funktioniert der Film passabel. Als Fortsetzung des überraschend starken Originals ist es jedoch ein klarer Rückschritt. Wo "Greenland" Spannung aus menschlicher Nähe und glaubwürdiger Angst gewann, setzt "Greenland 2: Migration" zunehmend auf Pathos, Zufälle und Spektakel.

4/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkSTXfilms/Anton/Thunder Road/G-BASE/CineMachine/Lionsgate

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