Donnerstag, 13. August 2026

Paranormal Activity: Next Of Kin - Paranormal Activity: Verwandschaftsverhältnisse (2021)

https://www.imdb.com/title/tt10515988/
https://letterboxd.com/film/paranormal-activity-next-of-kin/

Margot (Emily Bader) wurde in jungen Jahren zur Adoption freigegeben und hat ihre leibliche Mutter nie kennengelernt. Nun, wo sie erwachsen ist, macht sie sich auf die Suche nach ihrer Familie. Zusammen mit ihrem Freund, der das mögliche Aufeinandertreffen und den Weg dorthin filmen soll, begibt sie sich auf einen Roadtrip ins Ungewisse. Ihre Recherchen führen Margot zu einer amischen Glaubensgemeinschaft, wo sie zunächst mit offenen Armen empfangen wird. Was mit netten Gesten beginnt, entpuppt sich aber schon bald als wahrer Alptraum: Seltsame Vorkommnisse häufen sich, schreckliche Entdeckungen geben Rätsel auf und das Schweigen der Gemeinschaftsmitglieder lässt keinen Zweifel daran, dass hier dunkle Kräfte am Werk sind. Die Wahrheit über ihre biologische Mutter und der Grund für die Trennung von ihr ist ein blutgetränktes Kapitel in Margots Vita, das besser verborgen geblieben wäre.

Nach sieben Filmen schien die "Paranormal Activity"-Reihe erzählerisch weitgehend auserzählt. Mit "Paranormal Activity: Next Of Kin" wagte Paramount daher einen nahezu vollständigen Neustart. Statt die bekannte Geschichte um Katie, Kristi und den Dämon Toby fortzuführen, schlägt der achte Film einen völlig neuen Weg ein. Regisseur William Eubank und Drehbuchautor Christopher Landon verabschieden sich weitgehend von der bisherigen Mythologie und erzählen einen eigenständigen Found-Footage-Horrorfilm. Diese Entscheidung ist zweischneidig, denn einerseits fühlt sie sich oft wie ein solider Horrorfilm an - andererseits nur eben kaum wie ein "Paranormal Activity"-Film. Dabei ist sein neuer Ansatz stark. Statt erneut Überwachungskameras in einem Vorstadthaus zu platzieren, verlegt "Paranormal Activity: Next Of Kin" den Schauplatz in eine abgelegene, von der Außenwelt isolierte Gemeinde. Dadurch entsteht von Beginn an eine spürbare Unruhe. Die fremde Umgebung, die schweigsamen Dorfbewohner und die religiös geprägten Traditionen erzeugen eine Atmosphäre, die eher an Folk-Horror-Klassiker wie "The Wicker Man" oder moderne Vertreter wie "Midsommar" erinnert als an die bisherigen Filme der Reihe.

Auch William Eubank beweist erneut sein Gespür für stimmungsvolle Bilder. Obwohl der Film formal weiterhin als Found-Footage präsentiert wird, wirkt die Kameraarbeit deutlich hochwertiger und abwechslungsreicher als in vielen Vorgängern. Die weitläufigen Wälder, dunklen Scheunen und unterirdischen Tunnel schaffen eine beklemmende Kulisse, die hervorragend zur Geschichte passt. Besonders die zweite Filmhälfte steigert die Spannung kontinuierlich und liefert einige wirkungsvoll inszenierte Horrormomente. Positiv fällt außerdem auf, dass der Film deutlich mehr Wert auf eine zusammenhängende Handlung legt. Statt ausschließlich auf langsam zuschlagende Türen oder sich bewegende Gegenstände zu setzen, entwickelt sich hier ein echter Mystery-Plot mit Geheimnissen, Familiengeschichte und religiösem Fanatismus. Genau darin liegt allerdings auch das größte Problem des Films. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto deutlicher stellt sich die Frage, warum dieser Film überhaupt den Titel "Paranormal Activity" trägt. Die bekannten Elemente der Reihe - der schleichende Aufbau, die allgegenwärtige Bedrohung im eigenen Zuhause und die Mythologie um Toby - spielen praktisch keine Rolle mehr. Stattdessen erinnert "Paranormal Activity: Next Of Kin" über weite Strecken an einen eigenständigen Okkult-Horrorfilm, dem erst spät das Franchise-Logo aufgesetzt wurde. Hinzu kommt, dass der Found-Footage-Ansatz nicht immer konsequent genutzt wird. Immer wieder wirkt die Kameraführung deutlich zu inszeniert, um noch glaubhaft als dokumentarisches Material durchzugehen. Dadurch verliert der Film einen Teil jener Authentizität, die gerade die ersten beiden Teile so wirkungsvoll machte.

Auch das Finale fällt etwas überladen aus. Nachdem der Film lange auf subtile Spannung setzt, schlägt der Schluss deutlich actionreichere und effektreichere Töne an. Zwar sorgt das für Tempo, gleichzeitig geht jedoch ein Teil der zuvor aufgebauten unheimlichen Atmosphäre verloren. Unterm Strich ist er als Neustart mutig und funktioniert für sich genommen überraschend gut. Gleichzeitig entfernt er sich so weit von den Wurzeln der Reihe, dass der Bezug zum "Paranormal Activity"-Universum oft nur noch auf dem Titelblatt existiert. Wer einen eigenständigen Folk- und Mystery-Horrorfilm sucht, wird solide unterhalten. Fans der ursprünglichen Reihe dürften dagegen viele der vertrauten Stärken vermissen.

2,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkRoom 101/Blumhouse Productions/Paramount Players/ARRI Media/Solana Films/Paramount Pictures

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