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Die Moderatorin eines Podcasts, der sich mit unheimlichen Phänomenen befasst, zieht in das Haus ihrer sterbenden Mutter, um deren Pflege zu übernehmen. Kurz darauf erhält ihre Sendung eine Reihe von Tonaufnahmen eines jungen, schwangeren Paares, das von rätselhaften Geräuschen und paranormalen Ereignissen berichtet. Mit jeder neuen Aufnahme erkennt sie zunehmend Parallelen zwischen der geschilderten Situation und ihrem eigenen Leben. Die Überschneidungen wirken zunehmend verstörend und nagen an ihrer Wahrnehmung, bis sie sich unaufhaltsam in eine Entwicklung verstrickt, der sie sich nicht mehr entziehen kann.
Im Horrorfilm wird häufig darüber gesprochen, was man sieht. "Undertone" beweist eindrucksvoll, dass manchmal das, was man hört - oder glaubt zu hören -, noch viel verstörender sein kann. Regisseur Ian Tuason liefert mit seinem Spielfilmdebüt einen ungewöhnlichen Slow-Burn-Psychohorror, der auf klassische Schockeffekte weitgehend verzichtet und stattdessen mit Klang, Stille und einer stetig wachsenden Anspannung arbeitet. Das Ergebnis ist ein mutiger Genrebeitrag, der nicht jede Idee konsequent zu Ende denkt, aber gerade durch seine minimalistische Herangehensweise lange nachwirkt. Und man muss eines sagen: das Sounddesign ist großartig! Selten hat ein Horrorfilm seine akustische Ebene derart konsequent in den Mittelpunkt gestellt. Flüsternde Stimmen, kaum wahrnehmbare Geräusche und beklemmende Stille erzeugen eine Atmosphäre, die sich langsam, aber wirkungsvoll entfaltet.
Auch Nina Kiris Evy trägt den Film nahezu im Alleingang. Ihre Darstellung vermittelt glaubhaft die zunehmende Erschöpfung und Verunsicherung ihrer Figur. Gerade weil Evy keine klassische Horrorheldin ist, sondern ein Mensch, der bereits vor den übernatürlichen Ereignissen mit persönlicher Belastung kämpft, wirken ihre Ängste nachvollziehbar und authentisch. Optisch bleibt "Undertone" bewusst zurückhaltend. Ian Tuason nutzt wenige Schauplätze und setzt auf ruhige Kameraführung statt hektischer Schnitte. Diese Reduktion passt hervorragend zur Geschichte und unterstützt die beklemmende Atmosphäre. Statt ständig Monster oder Geister zu zeigen, vertraut der Film auf die Fantasie seines Publikums - ein Ansatz, der an Genreklassiker wie "The Blair Witch Project" oder "The Ring" erinnert, ohne sie einfach zu kopieren. Leider gelingt es dem Film nicht, dieses hohe Niveau bis zum Ende durchzuhalten. Während der langsame Spannungsaufbau hervorragend funktioniert, verliert die Geschichte im letzten Drittel etwas von ihrer Eleganz. Dort greift das Drehbuch zunehmend auf vertrautere Horror-Konventionen zurück und erklärt manches, was zuvor gerade durch seine Mehrdeutigkeit so faszinierend wirkte. Auch erzählerisch hätte der Film stellenweise etwas straffer sein dürfen. Das ruhige Tempo gehört zwar bewusst zum Konzept, sorgt aber dafür, dass sich einzelne Szenen wiederholen und der Mittelteil gelegentlich etwas zu gemächlich wirkt.Dennoch bleibt der Film ein bemerkenswertes Debüt. Ian Tuason beweist ein feines Gespür für Atmosphäre und zeigt, dass effektiver Horror nicht zwingend große Effekte oder spektakuläre Monster benötigt. Stattdessen reicht manchmal ein leises Geräusch aus dem Off, um nachhaltiger zu wirken als jeder Jump-Scare. Gerade diese Konsequenz macht "Undertone" zu einem interessanten Beitrag zum Genre.


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