Das frisch verheiratete Pärchen Claire (Brianne Moncrief) und Ryan (PJ McCabe) ist gerade erst in ein neues Haus gezogen. Doch schon bald müssen sie feststellen, dass ihre eigenen kleinen Reibereien nur das geringste Problem sind. Denn ihr perverser Vermieter spioniert sie schon seit dem ersten Tag mit Hilfe versteckter Kameras aus...
"13 Cameras" arbeitet mit einer sehr einfachen, sehr unangenehmen Idee: Ein junges Paar zieht in ein Haus ein, ohne zu wissen, dass der Vermieter es heimlich über Kameras beobachtet. Aus diesem Einfall macht Regisseur Victor Zarcoff ein klaustrophobisches Stück Voyeurismus‑Kino, das weniger durch Schocks als durch das langsame Anwachsen von Unbehagen funktioniert. Das ist zunächst seine Stärke. Neville Archambault spielt den Vermieter Gerald als schleimige, schwitzende, permanent angespannte Bedrohung, und genau diese körperliche Hässlichkeit trägt den Film weit. PJ McCabe und Brianne Moncrief geben Ryan und Claire genügend Alltäglichkeit, damit ihre wachsende Paranoia glaubwürdig bleibt. Der Film versteht, dass Überwachung nicht erst dann beängstigend ist, wenn etwas passiert, sondern schon dann, wenn der Gedanke daran nicht mehr aus dem Kopf geht.
Trotzdem bleibt "13 Cameras" am Ende ein Film, der seine gute Prämisse nur halb einlöst. Das Problem liegt nicht im Konzept, sondern in der Wiederholung: Der Film kreist lange um dieselbe perverse Beobachtung, ohne daraus genug psychologische oder dramatische Variation zu ziehen. Was anfangs schleichende Spannung ist, wird später zur zähen Routine, und aus Beklemmung wird irgendwann bloß noch Mechanik. Gerade im Vergleich zu den besseren Stalkern und Home-Invasion-Thrillern wirkt "13 Cameras" zu sehr auf seine eigene Idee fixiert. Er will eine Parabel über Privatsphäre, Macht und weibliche Verletzlichkeit sein, doch er arbeitet diese Themen eher an als aus. Das Ergebnis ist ein respektabler, oft unangenehmer, aber nicht wirklich tiefgehender Horrorfilm: effizient gebaut, gut gespielt, aber zu repetitiv, um lange nachzuhallen. Seine beste Waffe ist noch der Ekel vor dem Blick des anderen; seine größte Schwäche ist, dass er diesen Ekel zu lange ausstellt, ohne ihn in etwas Größeres zu verwandeln.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen