Vor der Küste Tasmaniens löst das US-Militär versehentlich eine experimentelle Waffe aus, die sämtliche Lebewesen auf der Insel tötet. Unter den Opfern befindet sich Mitch (Matt Whelan), der Ehemann von Ava (Daisy Ridley). Nach Bekanntwerden der Katastrophe meldet sich Ava für die Aufräumarbeiten in der betroffenen Region, um mit dem Verlust abschließen zu können. Sie wird einer Einheit zugeteilt, die Häuser und Gebäude durchsucht, Leichen birgt und diese für Bestattungen auf Gehwegen ablegt. Bald zeigt sich jedoch, dass nicht alle Opfer tot bleiben - einige kehren ins Leben zurück. In solchen Fällen sollen die Teams per Leuchtrakete das Militär alarmieren. Für Ava ist der Einsatz jedoch vor allem ein Vorwand, um zu Mitch zu gelangen, der sich in einer durch Brände abgesperrten Zone 200 Meilen südlich befindet. Gemeinsam mit ihrem Partner Clay (Brenton Thwaites) stiehlt sie ein Motorrad und begibt sich auf die gefährliche Reise. Unterwegs treffen sie auf den Soldaten Riley (Mark Coles Smith), der selbst einen Verlust erlitten hat, und geraten immer wieder in Konfrontationen mit den zunehmend aggressiven Rückkehrern. Doch Avas Hoffnung, ihren Mann lebend zu finden, treibt sie unaufhaltsam weiter.
"We Bury The Dead" ist, wie der Name vielleicht schon vermuten lässt, ein düsterer, ernst gemeinter Zombie-Film, der seine beste Idee nicht im Blutrausch, sondern in der Trauer findet. Regisseur Zak Hilditch verlegt das Genre nach Tasmanien und erzählt von einer Frau, die in ein verseuchtes Gebiet reist, um ihren vermissten Mann zu finden; damit wird aus dem üblichen Untoten-Szenario eher eine Geschichte über Verlust, Verdrängung und den verzweifelten Wunsch nach Abschluss. Der Film priorisiert Atmosphäre vor Aktion und lässt seine Bedrohung langsam anschwellen, statt sie in üblicher Genre-Manier sofort auszuspielen. Genau darin liegt sein Reiz: Die Zombies sind hier nicht bloß reißende Monster, sondern Teil einer gespenstischen Landschaft aus Katastrophe und Nachhall, was eindeutig die stärkste Seite des Films ist.
Daisy Ridley spielt die Hauptrolle mit einer stillen, geerdeten Präsenz, die der Geschichte Glaubwürdigkeit verleiht. Ihre Leistung und die eindringliche Bildsprache, verleiht dem dem Film ein bedrückendes, fast elegisches Gewicht. Doch so überzeugend Ridley und die Grundstimmung auch ist, so deutlich zeigen sich auch die Grenzen des Films. "We Bury The Dead" füllt seine interessante Prämisse nicht immer mit genügend dramatischer Entwicklung und verliert sich stellenweise in Wiederholung oder Belanglosigkeit. Und das ist frustrierend, weil man stets das Gefühl hat, dass hier ein besserer Film drin steckt. Der Film will sich als ernsthafte, nachdenkliche Variation des Zombiegenres begreifen, bleibt aber nicht durchgehend packend genug, um diese Ambition vollständig zu rechtfertigen.Schade, dabei ist "We Bury The Dead" am stärksten nicht als Schocker, sondern als traurige, kontrollierte Studie darüber, wie Menschen unter dem Druck des Unfassbaren weitergehen. Er beginnt mit einigen reizvollen Ansätzen, verliert diese aber bald aufgrund seiner holprigen Erzählweise. Schlussendlich ist "We Bury The Dead" kein Zombie-Film für Leute, die bloß Nervenkitzel suchen. Er ist eher ein stiller Albtraum über Verlust und das ungenaue Versprechen von Erlösung, getragen von starker Atmosphäre und einer überzeugenden Hauptdarstellerin. Dass der Film seine Ideen nicht immer voll ausschöpft, verhindert den großen Wurf. Aber gerade als düsterer, respektabler Beitrag zu einem abgegriffenen Genre bleibt er bemerkenswert genug, um nicht gleich vergessen zu werden.


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