"Books Of Blood" erzählt drei miteinander lose verbundene Geschichten, die sich um Tod, Trauer, Betrug und das Übernatürliche drehen. In der ersten Handlung sucht der Auftragskiller Bennett (Yul Vazquez) gemeinsam mit seinem Partner Steve (Andy McQueen) nach einem sagenumwobenen Buch, dem "Book Of Blood", und gerät dabei in eine abgelegene, unheimliche Gegend, in der übernatürliche Ereignisse die Suche immer gefährlicher machen. Die zweite Geschichte folgt Jenna (Britt Robertson), die nach einem belastenden Vorfall und einer längeren Zeit der Instabilität bei Ellie (Freda Foh Shen) und Sam (Nicholas Campbell) unterkommt. Dort entwickelt sich zunächst eine rätselhafte, fast freundliche Beziehung, bis Jenna merkt, dass im Haus etwas zutiefst Unheimliches vor sich geht. Im dritten Handlungsstrang steht die trauernde Mutter Mary (Anna Friel) im Mittelpunkt, die von dem Medium Simon (Rafi Gavron) behauptet bekommt, mit ihrem verstorbenen Sohn Miles (Etienne Kellici) Kontakt aufnehmen zu können. Was als Hoffnung beginnt, führt bald zu neuen Täuschungen, zerstörerischen Enthüllungen und einer noch tieferen Verstrickung in die Welt der Toten.
"Books Of Blood" ist ein ungleichmäßiger, aber eigentlich nie uninteressanter Horrorfilm, der drei lose verbundene Geschichten aus Clive Barkers literarischem Kosmos zu einem einzigen Film zusammensetzt. Regisseur Brannon Braga erzählt hier von Menschen, die mit Trauer, Täuschung, Schuld und übernatürlicher Gewalt in Berührung kommen, und er tut das in einer Form, die sich oft mehr wie der Beginn einer Serie als wie ein vollständig geschlossener Spielfilm anfühlt. Gerade dieser Eindruck des Unfertigen prägt den Film stark: Man spürt jederzeit die literarische Herkunft und die Ambition, Barkers dunkle Welt einzufangen, aber ebenso häufig auch die Grenzen einer Adaption, die nicht genug Raum bekommt, um ihre Ideen voll zu entfalten.
Die erste Geschichte folgt Bennett, einem skrupellosen Auftragskiller, gespielt von Yul Vazquez, und seinem Partner Steve, dargestellt von Andy McQueen, die auf der Suche nach einem mysteriösen Buch in eine abgelegene und unheimliche Gegend geraten. Diese Episode besitzt eine starke Atmosphäre, weil sie Gewalt nicht nur als äußere Bedrohung, sondern als moralische Verirrung zeigt. Der Film schafft hier Bilder von Verfall und Anspannung, die Barkers Ruf als Autor des Grotesken und Körperlichen gerecht werden, doch zugleich bleibt der emotionale Unterbau etwas dünn, weil die Figuren mehr Funktionen als Menschen sind. Die zweite Geschichte ist dennoch die überzeugendste des gesamten Films. Britt Robertson spielt Jenna mit einer Mischung aus Verletzlichkeit und gereizter Wachsamkeit, die dem Film jene unsichere, fragile Qualität gibt, die ein guter Barker-Stoff braucht. Jenna kommt bei Ellie, gespielt von Freda Foh Shen, und Sam, dargestellt von Nicholas Campbell, unter und findet sich in einem Haus wieder, das zunehmend seine eigenen Geheimnisse offenbart. Hier trifft der Film den richtigen Ton aus psychologischer Unsicherheit und körperlichem Unbehagen; das Unheimliche sitzt nicht nur in den Wänden, sondern auch in den Beziehungen der Figuren. Er verbindet Grusel mit einer sichtbaren Idee von verdrängter Schuld und verborgener Hässlichkeit. Die dritte Geschichte mit Anna Friel als Mary und Rafi Gavron als Simon beginnt als Trauerdrama und entwickelt sich zu einer bitteren Studie über Hoffnung, Manipulation und die Lust daran, mit dem Jenseits Geschäfte zu machen. Marys Wunsch, mit ihrem verstorbenen Sohn Miles, gespielt von Etienne Kellici, in Kontakt zu treten, ist emotional nachvollziehbar, und genau deshalb trägt diese Episode zunächst mehr Gewicht als die erste. Doch je näher der Film seinem Ende kommt, desto deutlicher wird, dass er nicht ganz weiß, wie er seine Struktur schließen soll. Ebert beschrieb diesen Teil als solid, aber auch als eine Art Vorspiel für etwas Größeres - und dieses Größere bleibt der Film letztlich schuldig.
Das zentrale Problem von "Books Of Blood" liegt nicht im Mangel an Ideen, sondern in ihrer Verteilung. Braga hat genügend Stoff für mindestens eine Serie, vielleicht sogar für eine ganze Staffel, aber als Spielfilm wirkt alles zusammengedrängt und zugleich seltsam unfertig. Die Übergänge zwischen den Geschichten besitzen zwar eine gewisse Symmetrie, doch sie erzeugen eher Struktur als echtes Echo. Man sieht, was der Film sein möchte: eine Sammlung von Körperhorror, Geisterangst und seelischer Verwundung. Was man häufiger sieht, ist ein Film, der diese Elemente nebeneinanderstellt, statt sie organisch ineinander übergehen zu lassen. Trotzdem sollte man "Books Of Blood" nicht als gescheitertes Projekt abtun. Die Besetzung ist stark, die Effekte sind handwerklich solide, und einige Bilder bleiben im Kopf haften, weil sie genau jene Mischung aus Ekel und Melancholie treffen, die Clive Barkers Werk seit jeher auszeichnet. Der Film besitzt Momente, in denen man glaubt, dass aus ihm mehr hätte werden können, wenn er weniger wie ein Probestück und mehr wie ein abgeschlossenes Werk hätte wirken dürfen. Letztlich ist "Books Of Blood" ein Film, der immer wieder gute Ansätze zeigt und gerade deshalb frustriert. Er hat die richtige literarische Herkunft, eine passende Stimmung und mehrere überzeugende Darsteller, aber er erreicht selten die Dichte, die Barkers beste Verfilmungen auszeichnet. Am Ende bleibt ein Horrorfilm, der nicht uninteressant ist, aber auch nicht vollständig befriedigt; ein Film, dessen Blut wirklich aus den Büchern kommt, dessen Herz aber nie ganz den Takt findet.

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