Tyler (Jacob Scipio) und Maddie (Lou Llobell) sind verlobt und genießen einen gemeinsamen Roadtrip im Wohnmobil. Doch nach ein paar Wochen ist es von einem Moment auf den anderen um die unbeschwerte Zeit geschehen. Die beiden werden nämlich Zeugen eines entsetzlichen Unfalls, bei dem ein Mensch stirbt. Doch es sind nicht nur die drastischen Bilder, die sie daraufhin weiter verfolgen, sondern auch eine mysteriöse dämonische Präsenz namens "The Passenger" (Joseph Lopez), die sie nun auf Schritt und Tritt überall hin verfolgt. Versucht, das Wesen abzuschütteln, scheitern und schließlich geht es für Tyler und Maddie selbst um mehr als nur einen versauten Urlaub...
Regisseur Andre Øvredal hat sich in seinen bisherigen Genrefilmen als Regisseur erwiesen, der das Unheimliche dem Zuschauer nicht einfach vor den Latz knallt, sondern mit Geduld anlegt. Man spürt auch bei seinem neuesten Beitrag das Versprechen eines Films, der wie "The Autopsy Of Jane Doe" oder "Die letzte Fahrt der Demeter" aus einer begrenzten Situation eine wachsende Beklemmung formt. Mit seinem neuen Film "Passenger" folgt er diesem Prinzip noch direkter und bringt die Art von Horror, die zuerst mit einer simplen Prämisse lockt und dann beweist, dass Einfachheit die beste Tarnung für etwas viel Unangenehmeres sein kann. Zwei Menschen, ein Auto, eine Nachtstraße, ein Unfall am Rand der Fahrbahn - und plötzlich ist aus einer Reise eine Verfolgung geworden, die nicht nur den Körper, sondern auch das Nervensystem angreift. Ein simpler Road-Trip kippt in einen Albtraum, als das Paar nach einem schrecklichen Unfall begreift, dass es die Unglücksstelle nicht allein verlassen hat und eine dämonische Präsenz namens "Passenger" ihnen folgt, bis sie beide ihren Preis zahlen.
Das Schöne an so einem Stoff ist, dass er auf ein uraltes Horrorgefühl zielt: die Angst, auf einer Fahrt in etwas hineingeraten zu sein, das man nicht mehr abschütteln kann. Der Film nutzt dafür offenbar eine Mischung aus Verfolgungshorror, übernatürlicher Bedrohung und dem psychologischen Druck einer Beziehung, die in einer Extremsituation getestet wird. Gerade im Auto oder Van entsteht eine besondere Enge: Man sitzt nebeneinander, aber oft nicht mehr auf derselben Seite der Wahrheit. Das ist die Art von Konstellation, aus der gute Horrorfilme nicht nur Schocks, sondern auch Charaktere gewinnen. Und das ist die entscheidende Frage: Ist der Film mehr als sein Mechanismus? "Passenger" setzt zielstrebig auf Spannung, Sounddesign und unmittelbare Bedrohung, also auf jene Mittel, mit denen Øvredal seine stärksten Momente oft gebaut hat. Mit etwas stärkerem Gewaltgehalt und Gore begnügt er sich hier allerdings nicht länger mit Andeutungen, sondern nimmt auch die körperliche Dimension seiner Geschichte ernst. Gerade hier ist dies von Vorteil, weil die Gewalt nicht dekorativ, sondern als Konsequenz erscheint.Was den Film reizvoll macht, ist auch das Verhältnis zwischen Bekanntem und Eigenem. Das Grundmuster erinnert an klassische Verfolgungsgeschichten und an Horrorfilme, in denen eine unsichtbare oder halb sichtbare Macht nicht loslässt. Aber die Kombination aus Road-Movie-Setting, Dämonenmotiv und einem Unfall als Auslöser gibt dem Ganzen eine moderne, beinahe urban-legendarische Härte. Man erwartet ja auch keinen eleganten Grusel, sondern einen Film, der die Fahrt als Verhängnis begreift: Jeder Kilometer entfernt die Figuren nicht vom Problem, sondern bringt sie ihm näher. Leider, und das muss man am Ende durchaus zugeben, ist der Trailer besser als der ganze Film.


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