Als die Astronautin Sam Walker (Kate Mara) von ihrer ersten Weltraummission zurückkehrt, wird sie wie durch ein Wunder lebend in einer durchlöcherten Kapsel vor der Küste des Atlantiks gefunden. General William Harris (Laurence Fishburne Fishburne) sorgt dafür, dass sie unter intensiver Überwachung der NASA in einem Hochsicherheitshaus untergebracht wird, wo sie rehabilitiert und medizinisch untersucht wird. Als sich jedoch in der Umgebung des Hauses beunruhigende Vorfälle ereignen, befürchtet sie, dass ihr etwas Außerirdisches auf die Erde gefolgt ist.
Jess Varley erzählt die Geschichte von Sam Walker, einer Astronautin, die einen Absturz überlebt und dann in ein luxuriöses Sicherheitshaus in den Wäldern verlegt wird, um sich zu erholen - und gleichzeitig zu verbergen, was von ihr wirklich zurückgekommen ist. Kate Mara spielt Sam mit jener Mischung aus Disziplin, Erschöpfung und steigender Verunsicherung, die jeden Science‑Fiction‑Film über Selbstzweifel braucht, will er nicht in bloße Show abgleiten. Varley setzt auf ein klares Konzept: "The Astronaut" ist ein eng geführter, bodenständiger Kammerspielfilm, der fast ausschließlich in und um dieses Haus spielt. Sam ist dort allein mit ihren Verletzungen, ihren Trainingseinheiten, ihren Kurzprogrammen und dem stetigen Druck, gesund auszusehen, damit ihre nächste Mission bestätigt wird. Jede Bewegung tut weh, jedes Aufstehen wirkt wie ein Akt der Willenskraft, jeder Traum von Schwerelosigkeit wird zu einem subtilen, fast ironischen Symbol ihrer Entfremdung. Inhaltlich verlässt der Film den klassischen Alien‑Horror nicht, aber er dreht das Genre von außen nach innen. Statt mit einer außerirdischen Invasion von außen zu beginnen, folgt der Film zunächst einer psychologischen Auflösung: Sam sieht Dinge, die nicht dort sein sollten, ihr Körper reagiert seltsam, sie leidet unter Schmerzen, die sich nicht erklären lassen, und bemerkt, dass ihr Verhalten und ihre Wahrnehmung sich verändern: die Spannung entsteht weniger aus lauten, gewalttätigen Überraschungen, als aus dem langsamen, unaufhaltsamen Verdacht, dass etwas in ihr nicht mehr zu ihr gehört.
Der Film arbeitet mit einem Twist, der clever, aber auch als etwas zu plötzlich eingeführt und aufgelöst wird. Auch überzeugt der Film in der erste Hälfte als ruhiges, psychologisches Sci‑Fi‑Drama, während die zweite Hälfte zunehmende Geschwindigkeit entwickelt und eine Flut an Informationen, Aussagen und Konsequenzen entlädt, die nicht ausreichend Spielraum zum Nachdenken lassen. Der Film setzt viel zu so lange auf Stimmung, und so wird Versuch, am Ende alles zu erzählen, schnell zu einem Sprint, der die eigene Behutsamkeit überrollt. Doch "The Astronaut" ist immerhin ein Film, der seine Idee kennt, aber nicht immer deren Temperament pflegt. Er ist intelligent in seiner Basis, emotional genau genug, um die Figuren klar zu sehen, und formal diszipliniert, solange er sich auf die leisen Anzeichen konzentriert, dass die Realität Sam langsam verlassen kann. Er ist ein kleiner Sci‑Fi‑Horror, aber kein armseliger, denn er vertraut auf die Mimik von Kate Mara, auf die Atmosphäre einer Hausüberwachung, die zugleich komfortabel und beengend ist, und auf die Vorstellung, dass das Fremde oft nicht jenseits von allem, sondern in der Nähe des eigenen Körpergefühls beginnt. "The Astronaut" erfindet auch die Weltraumthematik nicht gerade neu und baut seine Grundidee auch nicht annähernd so toll aus, wie man es sich nach dem eigentlich recht starken Start erhoffen würde. Schade.


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