Dienstag, 12. Mai 2026

Mädchen Mädchen! - Mädchen Mädchen: Hot Girl Summer (2025)

https://www.imdb.com/de/title/tt35671696/

Inken (Kya-Celina Barucki), Vicky (Julia Novohradsky) und Lena (Nhung Hong) sind beste Freundinnen und haben ein gemeinsames Ziel: den ersten Orgasmus. Die selbstbewusste Inken versucht dabei, ihrer Rivalin Cheyenne (Zoë Pastelle Holthuizen) nachzueifern und wartet ungeduldig auf den Höhepunkt mit ihrem Freund Tim (Jason Klare). Lena hingegen sammelt den Mut, ihren Schwarm Nick (Jamie Lee Williams) anzusprechen, während Vicky einen kleinen Umweg macht und statt Erfüllung zunächst einen Vaginalpilz einfängt. Neben diesen Abenteuern wird die Freundschaft der drei durch Geheimnisse auf die Probe gestellt, Inkens bester Freund Flin (Yoran Leicher) will nicht länger in der Friendzone feststecken, und ihr Vater Gero (Henning Baum) startet eigene romantische Eskapaden. Als dann noch ein unerwartetes Erlebnis mit einem Fahrrad für Inken alles verändert, nehmen die Ereignisse ihren Lauf.

"Mädchen Mädchen: Hot Girl Summer" will frech, frisch und sex-positiv sein, landet aber zu oft genau dort, wo viele deutsche Teenie-Komödien am Ende landen: bei kalkulierter Albernheit statt bei echter Leichtigkeit. Martina Pluras Remake nimmt das Original von 2001 als Ausgangspunkt, modernisiert die Figuren und behauptet mit sichtbarem Eifer, eine feministischere und offenere Version desselben Stoffes zu sein - doch hinter dem lauten Selbstbewusstsein steckt oft ein Film, der seine Gags zu sehr ausstellt und seine Figuren zu schnell erledigt. Die Prämisse ist simpel genug: Inken (Kya-Celina Barucki), Vicky (Julia Novohradsky) und Lena (Nhung Hong) wollen endlich sexuelle Selbstbestimmung und den ersten Orgasmus erleben. Das klingt nach einer guten Ausgangslage für eine erfrischende Coming-of-Age-Komödie, doch der Film verwechselt direkte Ansprache zu oft mit dramaturgischer Strenge und bewegt sich mit spürbarer Hast durch seine Konflikte. Statt die Unsicherheit seiner Figuren wirklich auszukosten, jagt er von Pointe zu Pointe, von Missverständnis zu Missverständnis, und nimmt sich damit selbst die Möglichkeit, seine Themen von Begehren, Scham und weiblicher Selbstermächtigung ernsthaft zu vertiefen. Am ehesten überzeugt "Mädchen Mädchen: Hot Girl Summer" dort, wo er seine drei Hauptdarstellerinnen arbeiten lässt. Kya-Celina Barucki, Julia Novohradsky und Nhung Hong bringen eine glaubwürdige Freundschaft auf die Leinwand, die den Film immer dann rettet, wenn das Drehbuch in die übliche Teenie-Rasterlogik abrutscht. Man glaubt ihnen ihre Loyalität, ihre Peinlichkeit und ihren Trotz; man glaubt ihnen aber weniger, dass ihre Erlebnisse wirklich wachsen dürfen, weil der Film immer schon die nächste Eskalation im Blick hat.

Das größere Problem liegt in der Tonlage. Der Film möchte zugleich frech, entkrampfend und empowernd wirken, doch gerade diese Mischung kippt oft in eine Form von Selbstgefälligkeit, in der jede Provokation sofort als Fortschritt verkauft wird. Ein guter Film über sexuelle Selbstfindung braucht nicht nur Offenheit, sondern auch Geduld, genaueres Beobachten und ein Gefühl dafür, dass Unsicherheit komisch und verletzlich zugleich sein kann. "Mädchen Mädchen: Hot Girl Summer" hat von allem etwas, aber selten genug, um wirklich zu zünden. Auch im Vergleich zum ohnhin schon bescheidenen Original wirkt die Neuauflage nicht unbedingt radikaler, sondern nur lauter. Dass der Film heute offener über weibliche Lust spricht, ist grundsätzlich ein Gewinn, doch das allein macht ihn noch nicht zu einer guten Komödie. Zu oft sind die Szenen auf Wirkung hin gebaut, zu selten auf Beobachtung; zu oft will der Film beweisen, dass er modern ist, statt es einfach durch präzise Figurenarbeit zu sein. "Mädchen Mädchen: Hot Girl Summer" hat zweifelsohne Charme, Energie und ein paar sympathische Momente, doch seine Dramaturgie ist zu flach, sein Humor zu hektisch und sein Eifer, zeitgemäß zu wirken, zu sichtbar. Was bleibt, ist ein Remake, das mutiger wirken will, als es erzählerisch ist - und gerade deshalb am Ende eher nur nett als wirklich befreiend wirkt.

4/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: Constantin Film/Epo-Film/Olga Film

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