Montag, 25. Mai 2026

The Da Vinci Code - The Da Vinci Code: Sakrileg (2006)

http://www.imdb.com/title/tt0382625/

Mitten in der Nacht wird der renommierte Harvard-Professor Robert Langdon (Tom Hanks) in den Pariser Louvre gerufen: Der Museumsdirektor wurde ermordet. Seine Leiche, die in einer Körperhaltung wie der des Vitruvischen Mannes von Leonardo da Vinci aufgefunden wird, ist der erste grausige Hinweis in einer mysteriösen Kette aus Codes und Symbolen. Unter Einsatz seines Lebens entschlüsselt Langdon mit Hilfe der Polizei-Kryptografin Sophie Neveu (Audrey Toutou) versteckte Botschaften in den Kunstwerken Leonardo da Vincis. Alle verweisen auf eine sagenumwobene Bruderschaft, deren Mitglieder seit 2000 Jahren ein machtvolles Geheimnis bewahren. Die atemlose Schnitzeljagd führt Langdon und Sophie von Paris über London bis nach Schottland; währenddessen versuchen sie verzweifelt, den Code zu knacken, um mit ihm ein Geheimnis zu enthüllen, das die Menschheit in ihren Grundfesten erschüttern wird.

"The Da Vinci Code" ist ein Film, der bereits in seiner Kinofassung wie ein Wagnis wirkt: nämlich dass der weltbekannte Bestseller von Dan Brown allein schon genug Spannung, Gravitas und Wahrheitsgefühl mitbringt, um dann auf der Leinwand zwei Stunden und 28 Minuten zu tragen. Ron Howard inszeniert das Material mit professioneller Ruhe, Tom Hanks spielt angenehm zurückhaltend aber ansprechend und am Ende bleibt vor allem der Eindruck eines Thrillers, der sich ständig wichtig genug nimmt und damit von Beginn an elektrisiert. Der Reiz des Films liegt natürlich in seinem Rätsel: ein Mord im Louvre, ein Mysterium aus Symbolen, Codes und historischen Verwerfungen, das Robert Langdon (Tom Hanks) und Sophie Neveu (Audrey Toutou) quer durch Europa treibt. Dass der Film diese Mechanik nahezu eins zu eins aus Dan Browns Roman übernimmt, ist zugleich seine Stärke und sein Problem; er bewegt sich zügig, aber fast nie elegant, und seine Dialoge tragen oft die Last, die eigentlich Bild und Rhythmus übernehmen müssten. 

Gerade darin liegt die merkwürdige Qualität des Films. Er ist kein schlampiger, sondern ein pflichtbewusster Thriller, ein Werk, das alle Hinweise ordentlich auslegt, alle Stationen korrekt abhakt und dennoch nur selten das Gefühl erzeugt, dass hier eine echte Entdeckung stattfindet. Tom Hanks spielt Robert Langdon nicht als Abenteurer, sondern als Mann, der lieber nachdenkt als losstürzt, lieber verbindet als herumposaunt. Das passt zum Charakter, aber der Film verleiht dieser Zurückhaltung nicht genug Lebendigkeit, sodass Hanks in manchen Szenen beinahe so wirkt, als halte er Abstand zu dem Material, das ihn umgibt. Dafür bringt Audrey Tautou mehr Leichtigkeit und Nervosität in den Film, während Ian McKellen mit seiner gewohnt intellektuellen Autorität fast das Gefühl erzeugt, die Geschichte könne plötzlich in einen anderen Film kippen. Jean Reno und Paul Bettany sorgen für Präsenz, doch das Ensemble bleibt meist an die Funktion im Rätsel gebunden statt an echte dramatische Entwicklung. Ron Howard ist hier vor allem ein sehr sauberer Handwerker. Die Geschichte  ist angenehm diszipliniert und ohne offensichtliches Chaos inszeniert. Wenn man auf hohem Niveau meckern wollen würde, dann könnte man dem Film die fast demonstrative Scheu vor Risiko vorwerfen. Howard filmt Theorien, Enthüllungen und historische Anspielungen mit einer solchen Korrektheit, dass der Film nie den fiebrigen Sog bekommt, den ein echter Verschwörungsthriller braucht.

Dennoch ist der Film auch beim wiederholten Male unterhaltsam und und fesselnd genug, um die Absurditäten des Plots mitzunehmen, auch wenn die zentrale Suche am Ende eher wie eine Schatzsuche als wie eine Offenbarung wirkt. Man kann "The Da Vinci Code" folgen, man kann sich zeitweise von ihm treiben lassen, aber man wird nie ganz vergessen, wie konstruiert das alles ist. Der rückblickend wohl noch eheste Schwachpunkt ist, dass der Film seine eigenen Ideen nicht verwandelt. Er präsentiert Symbole, Kunstgeschichte und Kirchenpolitik als Material für großes Kino, doch die Inszenierung bleibt zu demonstrativ, um daraus mehr als eine respektable Bebilderung zu machen. "The Da Vinci Code" ist letztlich ein großer, ernster, sauber gefertigter Studio-Thriller, der seine Zuschauer nicht beleidigt, aber auch selten wirklich überrascht. Er hat genug Tempo, genug Schauplätze und genug historische Reibung, um spannend zu bleiben, doch er besitzt vollends nicht die Kühnheit, aus seiner eigenen Obsession mit Geheimnissen ein unvergessliches Kinoerlebnis zu formen. Ein Film, der sich ansehen lässt, manchmal sogar angenehm mitreißt, aber am Ende (und mit ein wenig Abstand) eher als gut organisierte Rätselmaschine in Erinnerung bleibt als als packendes Stück Kino.

7,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Columbia Pictures/Imagine Entertainment.

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