Dienstag, 12. Mai 2026

What Lurks Beneath (2024)

https://www.imdb.com/title/tt21417490/

Die Besatzung der USS Titan befindet sich am Rande des Dritten Weltkriegs mit Russland, als ein nackter blinder Passagier in einem ihrer Torpedorohre auftaucht. Kapitän Banks (Ryan Giesen) befürchtet, dass es sich um eine Russin handelt, aber sie ist weitaus gefährlicher. 

Der Film hat im Grunde die richtige Idee, ist aber nicht sicher, wie er diese zu Ende denken soll. Die Geschichte spielt an Bord eines US‑U‑Boots kurz vor einem drohenden Krieg, wo die Besatzung bereits mit Anspannung, Misstrauen und militärischer Härte belastet ist, als sie in in Torpedorohr Nr. 4 die nackte, mysteriöse Frau Kira innerhalb des Schiffs entdeckt. Was zunächst wie ein klassisches "Crimson Tide"‑Thriller-Szenario beginnt, kippt bald in eine Mischung aus politischem Paranoia‑Drama, psychologischer Spannung und einem düsteren Hauch von Meer‑Mythologie. Das stärkste Element des Films ist die Stimmung, die er aus seinem Setting zieht. Die engen, metallischen Gänge, das Brummen der Maschinen, die vertraute, aber bedrohliche Geräuschkulisse eines U‑Boots sind klar als treibender Faktor der Spannung gedacht, und der Film nutzt dieses Material mit einer ungewöhnlichen Aufmerksamkeit für Authentizität. Doch inhaltlich leidet "What Lurks Beneath" vor allem unter Unschlüssigkeit. Die Geschichte beginnt stark, mit einem klaren Rahmen, doch mit der zunehmenden Präsenz von Kira, ihrer seltsamen Fähigkeiten, ihres Einflusses auf die Männer und der sich verdichtenden befremdlichen Handlungen, die sie anstiftet, wird die Erzählung zunehmend verschwommen. Die Figurenmotivation wird schwächer, viele Entscheidungen bleiben schwer nachvollziehbar und die Spannung, die anfangs so klar aufgebaut wird, nutzt sich im letzten Drittel durch Unklarheiten und Handlungsbrüche vollständig ab. 

Hier haben wir einen Film, dessen Stärke zugleich seine größte Schwäche ist. Er ist ein atmosphärisches Experiment, das sich sehr bewusst mit der Frage beschäftigt, was passiert, wenn Angst, Vertrauen, Arbeitsdruck und mythologische Bilder auf eine kleine Gruppe von Menschen treffen, die ohnehin aus dem Gleichgewicht geraten sind. Doch die eigenen Ideen - zwischen Krieg, Meermythologie, sexueller Symbolik, politischer Spannung und psychologischem Horrorthema - hat der Film nicht vollständig miteinander verwoben. Auch die Filmmusik ist an vielen Stellen so dermaßen unpassend, dass man völlig aus der Stimmung gerissen wird. In der ersten Hälfte kann man ihn als intelligenten, fast eleganten Kammerspiel‑Horror bewundern; in der zweiten wirkt er eher wie ein Projekt, das sich zu viel auf einmal vorgenommen hat, um seine eigenen Versprechen erfüllen zu können. Ein interessanter, unentschlossener Versuch, sowohl spannender Kriegs‑Thriller als auch spiritueller, quasi-mythischer Horrorfilm zu sein - und obwohl er mit beträchtlicher Kraft anfängt, wird er am Ende eher halb als ganz verstanden, bevor er sich wieder in der Tiefe verliert.

3,5/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: Dystopian Films/FilmCore/HorrorHound Films

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