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Freitag, 5. Juni 2020

Poltergeist II: The Other Side - Poltergeist II: Die andere Seite (1986)

https://www.imdb.com/title/tt0091778/

Vier Jahre nachdem die Familie Freeling unter den schrecklichen Vorkomnissen in ihrem alten Haus leiden musste, lebt sie nun auf dem Land im Haus von Großmutter Jessica (Geraldine Fitzgerald). Die außergewöhnlichen Begabungen von Tochter Carol Anne (Heather O'Rourke) haben sich seitdem auch nicht mehr bemerkbar gemacht. In einem Einkaufszentrum trifft sie dann jedoch auf einen unheimlichen, seltsam gekleideten Mann (Julian Beck), den sie tags zuvor noch selber gemalt hatte. Dieser erscheint kurz darauf auch vor dem Haus der Freelings und möchte unbedingt hinein, bevor es zu spät ist, wie er sagt. Als ihm dies verwehrt wird, beginnen wieder unheimliche Dinge zu geschehen. Ein Indianer-Junge namens Taylor (Will Sampson) hilft der Familie zwar und kann die Erscheinungen für kurze Zeit in Schach halten, um sie endgültig loszuwerden, müssen sie aber herausfinden, was es mit dem unheimlichen Mann auf sich hat und warum er unbedingt ins Haus gelassen werden will...

Ohne Tobe Hooper und Steven Spielberg geht der Spuk weiter. Obwohl der Fernseher wohlweißlich aus dem Kreis der Familie Freeling verbannt wurde, das Böse kann auch anders. Diesmal besonders repräsentiert durch einen extrem gespenstisch auftretenden Prediger von der anderen Seite, der einem - zugegeben - nur mit seine Physis schon schlaflose Nächte garantieren kann. Makabrer Beigeschmack dabei: Darsteller Julian Beck war beim Dreh schon schwer vom Krebs gezeichnet und erlebte den Release vom Film auch nicht mehr. Der Fluch der "Poltergeist“-Serie fand ein neues Opfer, nur diesmal sehr offensichtlich, bald schon berechnend. Wenn Beck nicht so ausgemergelt von seiner heimtückischen Krankheit gewesen wäre, wer weiß wie er sonst gewirkt hätte.

Bis auf die unmittelbare Präsenz des Grauens mit ihrem hageren Gesicht gibt es nicht viel Neues beim handzahmen Polterabend. Schon das Original von 1982 war nicht mehr als eine reine Geisterbahnfahrt ohne echte Kollateralschäden (zumindest im Film), aber verkaufte das hervorragend. Am Ende war man – wie auf dem besten Rummel aller Zeiten – froh, dass die ganze Familie da unbeschadet rausgekommen ist und man nun entspannt dem Heimweg antreten kann. Das funktionierte trotz eindeutige Tendenz in die Richtung exzellent. Das typischen Spielberg-Kino ohne große (oder zumindest schockierende, unvorhersehbare) Verluste gepaart mit grandiosen Effekten und ikonischen Momenten des Horrorfilms, einmalige Mischung. Teil 2 wirkt nun etwas gezwungen und kommt zudem nur ganz behutsam aus der Hüfte. Positiv: Fast der gesamte Cast des Originals ist mit an Bord, die Bemühung kann man dem Film kaum absprechen, auch wenn die Klasse sichtlich fehlt. Der heimliche Star – Medium-Gnom Zelda Rubinstein – wuselt gar nur selten durchs Bild und wird stattdessen ersetzt durch den allwissenden Schamanen, der hauptsächliche kluge Ratschläge gibt und mit dieser Überdosis an alberner Indianer-Folklore fast etwas rassistisch rüberkommt.

"Poltergeist II: Die andere Seite“ kopiert mehr schlecht als recht und ist deutlich zusammengewürfelt, hat aber auch seine Höhepunkte. Top und Flop liegen hier Schulter an Schulter. Einige Szenen, in denen besonders die klassischen Effekte ihre Muskeln spielen lassen, sind toll. Die durchdrehende Zahnspange macht den Anfang. Das Highlight: Craig T. Nelson Der Film ist insgesamt nicht schlecht umgesetzt, doch eher lasch im Vorfeld konzipiert. Der Eyecatcher ist dann auch unfreiwilliger Natur: Was JoBeth Williams hier (selbst für 80er-Verhältnisse) an Klamotten auftragen muss, ist ein echter Gänsehaut-Faktor.

6,5/10

Von Eightyfour Entertainment kommt der Film auch im auf 333 Stück limitierten Mediabook.


Quellen:
Inhaltsangabe:
Eightyfour Entertainment

Sonntag, 28. Juni 2015

Poltergeist (1982)

http://www.imdb.com/title/tt0084516/

Die junge Carol Anne Freeling (Heather O'Rourke) scheint durch einen Fernseher mit fremdartigen Wesen Kontakt aufnehmen zu können. Diese besuchen auch bald daraufhin das Haus der Familie und spielen ihnen einige harmlose Streiche, wie das Verrücken von Stühlen und das Verbiegen von Besteck. Doch bei diesen harmlosen Späßen bleibt es nicht lange, denn plötzlich tut sich im Kinderzimmer der Familie ein gigantischer Strudel auf und zieht Carol Anne in eine Zwischenwelt. Auch der Baum im Garten, vor dem sich der Sohn schon immer gefürchtet hat, wird plötzlich lebendig und versucht den Jungen zu entführen. Die Freelings beschließen, einige Wissenschaftler zu Rate zu ziehen, doch auch diese werden von den Phänomenen so stark mitgenommen, dass sie das Medium Tangina (Zelda Rubinstein) zu Hilfe holen müssen. Diese schafft es, durch den Fernseher zu Carol Anne Kontakt aufzunehmen. Doch zurückholen kann sie sie vorerst nicht. Und warum die Familie von den Phänomenen verfolgt wird, bleibt auch lange unklar, bis schließlich der Vater Steve (Craig T. Nelson) auf den entscheidenden Hinweis stößt.

Wer die Chance hatte, "Poltergeist" in den 80er Jahren anzusehen, ist den Zuschauern von heute sicher eindeutig im Vorteil. Denn er erinnert sich vermutlich noch an den Schauer, den der Film bei ihm ausgelöst hat, mit seinen gruseligen Schocks, noch nie dagewesenen visuellen Effekten und einer Filmfamilie (allen voran Heather O'Rourke, Oliver Robbins und Craig T. Nelson), die ihm bis zum Ende regelrecht so ans Herz gewachsen ist, dass man sich auf eine Fortsetzung freute. Das Wissen um das Kino dieser Ära bewahrt einem quasi auch den Respekt vor den Leistungen der Filmemacher, ohne diese zwangsläufig der gesteigerten Perfektion des Gegenwartskinos gegenüberstellen zu müssen. Zumindest ich sah den Film zum ersten Mal in den frühen Neunzigern - und selbst dann hatte er noch seine ursprünglich gruselige Intensität.

Altmeister Tobe Hooper gab hier sein Mayor-Studio-Hollywood-Debüt und verärgerte mit dem Ergebnis gleich mal Produzent Steven Spielberg, der schließlich selber via Nachdreh ran musste, um den heutigen Klassiker des Spukfilms nach seinen Idealen zurecht zu stutzen. Sicher ärgerlich für Hooper, aber dennoch erweist sich "Poltergeist", auch drei Jahrzehnte nach seinem Release, als einer der besten Grusler in der Filmgeschichte. Stilistisch zwar etwas schwankend zwischen rabenschwarzem Horror und familientauglicher Geisterbahnfahrt ist das Ergebnis dennoch ein herrlich unterhaltsamer und spannender Film, der Spaß durch selbstgefälligen Grusel extrahiert, der aber auch oft genug auch die innersten Ängste anspricht. Diese werden durch teils heute noch wunderbare und überragende Effekte stetig gefüttert und gerade wer eine Clownphobie hat, sollte diese nach dem Film wieder gut genährt wissen. Möbelrückende Geister, die sich bewegenden Fleischstücke und Geister, die Kinder entführen sind klasse handgemachte Effekte und - da bis heute stetig vielfach kopiert - einfach eine Ikone innerhalb des Genres Horror.

Und gerade wenn man glaubt, das Happy End erreicht zu haben, greift das Grauen noch einmal richtig an und zerstört in spannenden Bildern auch die letzte Vorstadtidylle. Wer hier sich langweilit oder schon "mehrfach besser gesehen" ruft verdreht schlicht die Tatsache, dass dieser Film einer der ersten thematischen Geisterfilme und damit eben das Vorbild für heutige Grusler ist.

8/10

In den USA erschien der Film in einer schicken Edition im Digibook, welches auf vielen Seiten informativ über den Film schreibt. Natürlich liegt der Film als BD dabei und hat selbstverständlich auch deutschen Ton.


Quellen:
Inhaltsangabe: Warner Bros.

Samstag, 31. Oktober 2015

Poltergeist (2015)

http://www.imdb.com/title/tt1029360/

Nachdem Eric Bowen (Sam Rockwell) seinen Job verloren hat, muss er mit seiner Frau Amy (Rosemarie DeWitt) sowie den Kindern Kendra (Saxon Sharbino), Griffin (Kyle Catlett) und Madison (Kennedi Clements) in eine andere Stadt ziehen. In ihrem neuen Heim beginnen sich schon bald seltsame Vorfälle zu häufen und schließlich überschlagen sich die Ereignisse und die kleine Madison verschwindet auf unerklärliche Weise. Bald ist allen klar, dass hier übernatürliche finstere Mächte im Spiel sind. Die panischen Bowens setzten ihre letzte Hoffnungen auf die Parapsychologin Dr. Brooke Powell (Jane Adams) und den TV-Moderator Carrigan Burke (Jared Harris), der die Sendung "Haunted House Cleaners" präsentiert. Zusammen gehen sie den seltsamen und unheimlichen Geschehnissen im Hause der Familie auf den Grund, um dem Spuk ein Ende zu setzen.

"Poltergeist" ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass man sich a) nicht an Klassikern vergreifen sollte und b) ein übermässiger CGI-Einsatz nicht für Furcht und Schrecken sorgen kann - im Gegenteil. Das Remake des 1982er Erfolgsfilms wiederholt quasi 1:1 die Geschichte des Originals, baut hier und da ein paar neue Elemente ein, macht alles ein wenig moderner, bleibt aber letztlich und gerade deshalb weit hinter den sowieso schon gering angesetzten Erwartungen zurück, sodass man den Film an sich unterm Strich auch nur mit "ganz nett" betiteln kann. Denn ganz nett ist der familiäre Zusammenhalt, der beschworen wird. Ganz nett sind die Anklänge von Sozialkritik, wenn die Familie plötzlich von der Elektrizität und den elektronischen Geräten beherrscht wird. Ganz nett sind auch die Spezialeffekte der Geisterwelt. Und schließlich ist auch das Schauspiel der unterforderten Darsteller ganz nett. Dabei verspricht die Schauspielliga mit Sam Rockwell als fürsorglicher Familienvater eher Gutes, auch die von Geistern heimgesuchte Tochter und sogar er mittlere Sohn machen einen ordentlichen Job. Keiner von Ihnen kann aber Heather O'Rourke, die das junge Mädchen im 82er Film spielte, auch nur ansatzweise das Wasser reichen.

So wird man in knapp 90 Minuten weder richtig gegruselt und findet nur ab und zu ein paar doch ganz nette Schreckmomente, die aber angeschts mangelnder Identifizierung mit den Darstellern genauso schnell wieder verpuffen. Hätte sich Regisseur Gil Kenan mal auch nur ein wenig über den Tellerrand hinausgewagt, dann, ja dann hätte man aus einer Neuverfilmung tatsächlich noch etwas herausholen können. Man kann sagen was man will, aber mich gruseln Skelette mehr, wenn sie nicht aus CGI bestehen - auch wenn sie hier halbwegs gut aussehen. Aber gut aussehen muss das alles in einem Gruselfilm nicht: es muss wirken. Und wirken tut hier leider nur sehr wenig. Einzig die Tatsache, dass "Poltergeist" erneut produziert wurde, sorgt dafür, dass man sich als Filmfan gruselt. So eine anti-progressive und lieblose Wiederkäuung eines Klassikers ist einfach nur der blanke Horror.

5/10 

Quellen:
Inhaltsangabe:
Twentieth Century Fox

Sonntag, 24. Januar 2021

Poltergeist III - Poltergeist III: Die dunkle Seite des Bösen (1988)

https://www.imdb.com/title/tt0095889/

Die übersinnlich begabte Carol Anne Freeling (Heather O'Rourke) wohnt inzwischen bei ihrer Tante Patricia (Nancy Allen) und ihrem Onkel Bruce (Tom Skerritt) in einem Chicagoer Hochhaus. Sie versucht, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten und dem geisterhaften Pfarrer Kane (Nathan Davis) zu entkommen. Dies gelingt ihr jedoch nicht. Der dämonische Reverend entfesselt seinen Spuk erneut in Carols neuem Zuhause. Das Medium Tangina Barrons (Zelda Rubinstein), das der Familie schon von Anfang an beistand, spürt, dass Unheil im Verzug ist, und eilt zur Hilfe. In der Zwischenzeit feiert eine Gruppe Teenager unbeschwert eine Party im selben Haus und hat nichts von all dem mitbekommen. Schon bald erreicht die jungen Leute der Spuk jedoch auch dort. Schnell wird klar, dass der Geist von Reverend Kane sich vor allem in Spiegeln materialisieren und in diese Welt dringen kann und von diesen gibt es in dem Hochhaus mehr als genug. 

Was unter der Führung von Produzent Steven Spielberg ursprünglich mit einem der gelungensten und kultigsten Horrorfilme der Kino-Geschichte seinen Anfang nahm, artete im zweiten Teil zu einem wenig originellen Abklatsch aus. Beim 1988 veröffentlichten dritten Film ging man die Sache etwas anders an und verlegte die Handlung weg von lehmigen Indianergräbern in die moderne Grossstadt. Ein Wechsel, der sich zumindest rein visuell positiv bemerkbar macht. Dass von der Originalbesetzung nur noch Heather O'Rourke als das von Geistern geplagte Mädchen und Zelda Rubinstein als schrullige Empathin übrig geblieben sind, lässt sich ebenfalls verschmerzen - auch wenn es etwas konstruiert wirkt, dass man von der restlichen Familie Freeling, die sogar im halbwegs unterhaltsamen 2. Teil der "Poltergeist"-Reihe durch ihre gute Chemie punkten konnte, nichts mehr zu sehen bekommt.

Tom Skerritt und Nancy Allen als Onkel und Tante sind jedenfalls höchst zweckmässige und klischeehafte Ersatzeltern, machen ihre Sache aber dennoch recht gut - zumindest in Anbetracht der gegebenen Voraussetzungen, denn diese sind einmal mehr nicht allzu originell und bauen auf vielen Versatzstücken der Vorgänger auf. Reverend Kane als erneuter Widersacher kann jedenfalls keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, dafür sind die Spezialeffekte umso beeindruckender und auch nach mehr als 20 Jahren fragt man sich, wie die gelungenen Spiegel-Effekte dermassen effektiv umgesetzt wurden - vor allem wenn man bedenkt, dass hier weder CGI- noch Bluescreen-Effekte zum Einsatz kamen. So hat man es dann mit einem Film zu tun, der effektemässig überzeugen kann und unheimlicher, und damit auch unterhaltsamer, als der Vorgänger ist - ansonsten aber nur ein mittelmässiger Aufguss altbekannter Ideen ist.

5/10

Die zwölfjährige Heather O’Rourke starb am 1. Februar 1988 nach Ende der Dreharbeiten während der Post-Produktionsphase und musste schließlich durch ein Double ersetzt werden, als das Studio das neue Filmende produzieren ließ. Nancy Allen und Gary Sherman äußerten in mehreren Interviews, dass sie zum Nachdreh förmlich genötigt wurden, da Regisseur Sherman den Film nach Heather O'Rourkes Tod nicht mehr beenden wollte. Man ging so lustlos ans Werk, dass man sogar einen der für die Handlung benötigten Charaktere (Scott) vergaß.

Von Eightyfour Entertainment kommt der Film auch im auf 333 Stück limitierten Mediabook.


Quellen:
Inhaltsangabe: Eightyfour Entertainment
Textauszüge: Wikipedia

Donnerstag, 20. Juni 2019

The Entity - Entity: Es gibt kein Entrinnen vor dem Unsichtbaren, das uns verfolgt (1982)

https://www.imdb.com/title/tt0082334/

Es klingt phantastisch und doch ist es schreckliche Realität. Eine Frau wird von einem unsichtbaren Wesen vergewaltigt. Wie von Geisterhand explodieren Gegenstände, geraten Autos außer Kontrolle, werden Menschen misshandelt. Bei der Erforschung dieser Geheimnisse entwickeln Mediziner und Psychologen tödliche Rivalitäten: Was sich zunächst als Hirngespinst einer schizophrenen Frau dargestellt, entwickelt sich zur lebensbedrohenden Realität. Alle Mittel der Wissenschaft versagen, das unheimliche Wesen unter Kontrolle zu bekommen. Das Unheil nimmt ungehindert seinen Lauf...

"The Entity" ist wohl der Urvater aller "Conjuring"- und "Insidious"-haften Geistergeschichten. Noch bevor der von Stephen Spielberg produzierte und von Tobe Hooper verfilmte "Poltergeist" im selben Jahr das Licht der Leinwände erblickte, befasste sich dieser Streifen mit Übersinnlichem, Geistern und einer von einem Wesen verfolgten Frau/Familie in Zusammenspiel mit paranormalen Wissenschaftlern, die der Sache auch auf den Grund gehen wollen. Kennt man "The Entity" (noch) nicht, so fallen eindeutige Parallelen zu oben genannten  Filmreihen auf, die sich wohl hemmungslos an "The Entity" bedienten und das Konzept weiter ausbauten. "The Entity" selbst ist ein sehr langer, aber selten langatmiger Film, der nicht lange herumeiert, sondern gleich nach ein paar Minuten zum Kern der Sache kommt. Der akustische Einsatz ist dabei wohl von besonderer Bedeutung, denn weit weg von unterschwellig oder bedrohlichem Einsatz von Musik kommt es hier zu einem hämmernden, lautstarken Gepolter, was die Situation, in der sich Carla Moran (gespielt von Barbara Hershey) befindet, noch intensiviert und ein geradezu unangenehmes Gefühl beim Zuschauer hervorruft. Für einen Film, der zu Beginn der Achtziger Jahre entstand ist das hervorragend, heutzutage lockt man damit kaum noch einen Hund hinter dem Ofen vor. Die Geisterszenen werden vor allem durch die Protagonistin getragen - was will man bei einem Angriff eines unsichtbaren Wesens auch großartig zeigen, außer zuklappende Türen, herunterfallende Vasen und rüttelnde Schränke? Mit etwas über 2 Stunden Laufzeit ist "The Entity" trotzdem etwas zu lang. Dazu kommt, dass dem Zuschauer vor allem zu Beginn wieder und wieder dieselbe Begebenheit gezeigt wird, was gar nicht nötig ist. Auch ist der Einsatz von Tricks nur allzu leicht zu erkennen - was aber irgendwie auch charmant ist. "The Entity" ist damit ein ganz guter Vertreter seiner Zunft. Ein wenig dumm und unbeholfen in manchen Dingen, aber effektiv und spannend zugleich.

7/10

Quellen
Inhaltsangabe: Koch Media
Poster/ArtworkTwentieth Century Fox/American Cinema Productions

Sonntag, 12. Juni 2016

Lifeforce - Lifeforce: Die tödliche Bedrohung (1985)

http://www.imdb.com/title/tt0089489/

Eine britische Raummission zur Erforschung des Halley'schen Kometen entdeckt in seinem Schweif ein geheimnisvolles Flugobjekt. An Bord findet die Crew Leichen, zwei unbekannte Männer und eine verführerisch-schöne Frau im Tiefschlaf. Sie beginnt mit der Bergung und löst damit eine Katastrophe aus. Als das Raumschiff wieder auf der Erde landet, ist es ausgebrannt und die Besatzung bis auf Kommandant Carlsen (Steve Railsback) tot. Die drei Passagiere stürzen als blutsaugende Aliens London in ein apokalyptisches Chaos. Carlsen nimmt als einziger Überlebender der Forschungsmission den Kampf gegen die Vernichtung der Menschheit auf - und gegen Mathilda May, die den Zuschauern als erotische und furchterregende Außerirdische den Atem raubt.

Der Film basiert auf der Sci-Fi-Novelle "The Space Vampires" von Colin Wilson, doch weil die Produzenten Menahem Golan and Yoram Globus von Cannon Films davon träumten einen Mega-Blockbuster zu kreieren, änderten die beiden den Filmtitel zum massentauglicheren "Lifeforce". Nebst der Änderung des Filmtitels zog das Filmstudio ein weiteres vermeintliches Ass aus dem Ärmel: Regisseur Tobe Hooper ("Poltergeist", "The Texas Chainsaw Massacre"). Zum Zeitpunkt des Drehbeginns jedoch war 'Cannon-Films' bereits nahe am bevorstehenden Zerfall und somit auch jenseits der nötigen Liquidität. Da Hooper aber bereits unterschrieben hatte, blieb ihm nichts anders übrig, als das ehrgeizige Filmprojekt mit einem Bruchteil des angestrebten Produktionsbudgets zu realisieren.

Trotz Namensänderung und Star-Regisseur: wo Cannon draufsteht ist auch Cannon drin. Horror, Action, nackte Brüste. Gepaart mit einem absurden Skript und limitiertem Budget sind das optimale Grundlagen für eine cineastische Bruchlandung und gleichzeitig genauso köstliche Unterhaltung. Denn es macht Freude, dem nackten Alienmädchen zuzusehen, wie es planlos irgendwelche Menschen mit ihren optischen Reizen bezirzt, um ihnen anschliessend die Seele aus dem Körper zu saugen. Wie sich dann die seelenlosen Zombiehüllen wiederum über andere Opfer hermachen, ist ebenso grnadios anzusehen. Die Alienopfer sehen großartig aus und da 1985 meilenweit noch kein geeignetes CGI in Sicht war, glänzt "Lifeforce" mit handgemachten Special Effects und manuell gesteuerten Puppen.

Einigermassen bekannt ist keiner der involvierten Schauspieler, einzig Patrick Stewart sollte dem einen oder anderen Cineasten ein Begriff sein. Leider bekommt er nur ganze 18 Minuten Screentime. Der Mix zwischen Vampir- und Sci-Fi-Horror kann sich somit durchaus sehen lassen: das Aussauge-Prozedere, das "zu-Staub-zerfallen" oder auch die unfreiwillig spassigen Szenen in der Schwerelosigkeit lassen Trash- und Hororofans gleichermaßen aufblicken. Ein schickes Artdesign, einige recht kreative Kamerafahrten, das ansprechende Erzähltempo und viel nackte Haut runden das audiovisuelle Erlebnis ab. Natürlich ist all dies grober Unsinn und weder die Geschichte noch einzelne Charaktere haben Tiefgang, aber als trashiger Horror funktioniert "Lifeforce" wunderbar.

7/10

Von NSM Records kommt der Film endlich hierzulande ungeschnitten und in HD im auf 333 Stück limitierten und nummerierten "Limited Collector's Edition" Mediabook:

Dienstag, 5. Januar 2021

The Gate - The Gate: Die Unterirdischen - The Gate: Das Tor zur Hölle (1987)

https://www.imdb.com/title/tt0093075/

Ohne es zu wissen, haben Terry und Glen grauenhafte Kräfte freigesetzt. Als sie im Garten einen geheimnisvollen Kristallstein ausgraben, öffnen sie so das Tor zu einer höllischen Unterwelt. Zuerst entweichen aus dem Loch nur ekelhafte Motten, doch schon bald folgen kleine Erdmonster - die "Unterirdischen" - und terrorisieren Glens Familie und seine Freunde. Eine ausgelassene Party wird zu einem furchtbaren Höllentrip, denn der Dämonenlord schickt einen Untoten, um Terry zu holen und in die Unterwelt zu verschleppen. Glen nimmt allein den Kampf gegen die Dämonen auf und begibt sich damit in tödliche Gefahr...

"The Gate" war für den damals 13-jährigen Stephen Dorff der Start ins Filmgeschäft. Nach drei kleineren TV-Auftritten war "The Gate" nicht nur sein erster Kinofilm, sondern gleich noch die erste Hauptrolle. Der gebürtige Ungar und Regisseur Tibor Takács lieferte mit diesem Film den mit Abstand größten Erfolg seiner Karriere ab, und drehte schon kurz danach nur noch minderwertige C-Ware. Doch "The Gate" lässt sich nicht aus seiner Vita streichen und ist irgendwie großartig. Von der ersten Sekunde an ist das klassisches 80er Fantasykino, welches die damals vermeintliche Vorort-Idylle gnadenlos unterwandert und eine herrliche Kreuzung aus Horrorfilm und Coming-of-Age-Story, gepaart mit etwas Abenteuer abliefert. Das allgemeine Setting und die Ausrichtung erinnern stark an "Poltergeist", gemischt mit etwas "Die Goonies" oder "The Lost Boys", auch eine dezente Prise Stephen King liegt bei dieser liebevollem Geschichte in der Luft. Es ist die Gute-Nacht-Geschichte von Monstern im Schrank, unter dem Bett oder eben unter dem Garten, die zunächst sehr harmlos und kindlich-naiv, dabei aber immer schon charmant aufgebaut wird, final aber ordentlich im Tempo anzieht und sogar irgendwann wirklich leicht gruselig auftritt. Stop-Motion-König Ray Harryhausen hätte bestimmt an dem günstigen, nicht immer wirklich ernstzunehmenden, dafür engagiert zum Leben erweckten Treiben seine helle Freude gehabt. Das lange relativ kindgerechte Gruselabenteuer gewinnt auch erst im letzten Drittel richtig an Fahrt und präsentiert einige wirklich schöne Momente. 


Dramaturgisch steigert sich der Film damit geschickt, um am Ende ernsthaft beeindrucken zu können, aber auch nie zu viel übertreibt, um sein Idealpublikum endgültig zu verstören. Denn das dürften eher größere Kinder um die 14 Jahre sein, die sich behutsam an das Horrorgenre herantasten und sich weder veralbert, noch überfordert damit vorkommen wollen. Dafür ist "The Gate" nahezu perfekt. Der optimale Übergang von der einen Filmwelt in die andere, der auch andersherum immer noch funktioniert - mit cineastischer Kindheitsprägung in den 80ern natürlich noch umso besser. Nett.

6,5/10

Von NSM kommt der Film im auf 1.600 Stück limitierten Mediabook.

Quellen
Inhaltsangabe: NSM

Mittwoch, 6. Dezember 2023

Insidious: The Red Door (2023)

https://www.imdb.com/title/tt13405778/

Zehn Jahre nach den Ereignissen von "Insidious: The Last Key" macht sich Josh Lambert (Patrick Wilson) auf den Weg nach Osten, um dort seinen inzwischen zum Teenager herangewachsenen Sohn Dalton (Ty Simpkins) an einer fast schon romantisch anmutenden, mit Efeu bewachsenen Universität abzusetzen. Doch diese träumerische Idylle ist mehr als nur trügerisch. Ty fühlt sich an der Uni nicht nur als Außenseiter, der ständig versucht sich anzupassen. Der Traum vom College wird für ihn erst recht zum Albtraum, als vergangene und längst verdrängte Dämonen aus seiner eigenen Vergangenheit und der seiner Familie zurückkehren, die es sowohl auf Dalton als auch auf seinen Vater Josh abgesehen haben. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als sich noch einmal in die Zwischenwelt des sogenannten Ewigreichs zu begeben, um dem Schrecken ein für alle Mal ein Ende zu setzen.

Die "Insidious"-Reihe geht mit "The Red Door" in die fünfte Runde und man fragt sich als Zuschauer unwillkürlich wie oft denn noch "dem Schrecken ein für alle Mal ein Ende zu setzen" ist. Dieses Mal übernimmt Patrick Wilson auch als Regisseur die Zügel und verrät, wie wenig die bisherigen Anstrengungen zusammenhalten konnte. Ohne innovatives Umrahmen folgt jede Szene einer routinemäßigen Wiederholung, während Klischees des Horror-Storytellings auf die ältesten Schrecken des Buches hinweisen. Etwas dumpfes Gemurmel über Unterdrückung und Zyklen generationsübergreifender Traumata, eine Figur erscheint unscharf im Hintergrund, ein Moment der Stille, um ein falsches Sicherheitsgefühl zu erzeugen, und dann das filmische Äquivalent, jemanden an der Schulter zu packen und "Buh!" zu schreien. Wenn diese billigen Tricks überhaupt eine Reaktion hervorrufen, dann aufgrund ihrer Plötzlichkeit und Lautstärke, einer reflexartigen Aufregung, die bei weitem nicht so ergreifend ist wie wahrer, bleifreier Terror.

Zu seiner Ehre und letztendlich zu seinem Nachteil machte sich Wilson daran, aus einer Inszenierung, in der es in der Vergangenheit kaum um irgendetwas ging, etwas Pointierteres zu machen, nur um sich dann in wurmigen Metaphern zu verzetteln. Kurz nach dem Ende des zweiten Films - die verworrene Chronologie der Fortsetzungen und Prequels verdirbt das Werk zumindest nicht allzu sehr - hat sich die Familie Lambert bereit erklärt, sich einer therapeutischen Hypnose zu unterziehen, damit sie die erschütternden Ereignisse, die sie erlebt haben, vergessen kann. Zehn Jahre später hat sich Josh (Wilson) von Renai (eine dürftige Rose Byrne) getrennt, während sich ihr Sohn Dalton (Ty Simpkins) zu einem mürrischen, verärgerten Teenager entwickelt hat, der bei einem Besuchs seines Vaters die Augen verdreht. Als letzten verzweifelten Versuch, eine Bindung aufzubauen, nimmt Josh es auf sich, Dalton zum College-Einzugswochenende zum Campus zu fahren, und das letzte Jahrzehnt der ruhenden Dysfunktion beginnt, seinen hässlichen Dämonen-Kopf zu zeigen. Der übliche Kauderwelsch über die Astralprojektion untermauert nun den abgestandenen Subtext über die Gefahr, schmerzhafte Erinnerungen zu verdrängen, und den Kampf, Muster ererbter Verletzungen zu durchbrechen. Diese oberflächliche Psychologisierung verbindet die am meisten abgedroschenen Vorstellungen des zeitgenössischen Horrors, und sie werden durch ihre Artikulation in unausgegorener Metaphysik und abgestumpfter Symbolik nur noch verschlimmert. Wenn Wilson zum Beispiel signalisieren möchte, dass Gefahr unmittelbar bevorsteht, färbt er das gesamte Bild in einem hellen, heiteren Rot ein. Zu seiner Verteidigung muss man sagen, dass er mit dem schlechtesten Drehbuch im "Insidious"-Kanon arbeitet. 

Das altbackene College-Setting wird schnell kontraintuitiv und trennt Dalton und Josh in ihren eigenen Handlungssträngen, die die Handlung ins Stocken bringen und unzusammenhängend machen. (Das Konzept stellt Dalton außerdem einen Kumpel zur Seite, der in so irritierenden, vorgetäuschten Dialogen spricht, dass sich ihr weiteres Überleben wie eine verpasste Chance anfühlt.) Der Text legt mehr Wert darauf, die Logistik des Sehens toter Menschen herauszuarbeiten, als das Phänomen beängstigend zu machen oder emotional interessant. Bei den schlurfenden Leichen könnte es sich genauso gut um Säcke voller Fleisch als um wiederbelebte Menschen handeln. Wilson verwendet kleinere Pinselstriche, die den Respekt vor der Genregeschichte eines Mannes zum Ausdruck bringen, der "Poltergeist" als einen seiner Lieblingsfilme bezeichnet. Aber selbst als lebenslanger Student der Künste mit einer klaren Vorliebe für seine Arbeit bringt er bei seiner Wiedereinführung als Filmemacher keine Spur von individueller Sensibilität mit, mit Ausnahme seiner übertriebenen Vorliebe für aufdringliche Gesichts-Nahaufnahmen, die seit langem ein klares Zeichen dafür ist eines Schauspielers, der auf die andere Seite der Kamera wechselt. Als er versucht, eine Botschaft in ein dünnes Behältnis zu massieren, zeigt er, dass er wenig zu sagen hat. Ein erster Film von jemandem mit lebenslanger Erfahrung an Sets und Bühnen sollte voller Ideen sein, die danach streben, sich zu befreien; Wilson geht dabei vor wie der Star einer Fernsehsendung, der ihnen lange genug dabei zugesehen hat, dass er glaubt, er könnte es selbst schaffen.

5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Plaion / Sony Pictures
Poster/Artwork: Sony Pictures

Samstag, 3. Juli 2021

Fear Street, Part One: 1994 - Fear Street, Teil 1: 1994 (2021)

https://www.imdb.com/title/tt6566576/

1994 findet eine Gruppe von Jugendlichen heraus, dass zwischen den unheimlichen Ereignissen, die sich seit Generationen in ihrer auf den ersten Blick beschaulichen Heimatstadt Shadyside - direkt neben dem vermeintlich perfekten Örtchen Sunnyvale - im US-Bundesstaat Ohio zutragen, offenbar ein Zusammenhang besteht. Und das ist noch nicht einmal ihr größtes Problem. Denn jetzt scheint es die Hexe, die hinter all dem zu stecken scheint, ausgerechnet auf sie abgesehen zu haben... 

Regisseurin Leigh Janiak darf mit bisher einem abendfüllenden Spielfilm und vier Episoden zu diversen Horror-Serien durchaus noch als "Neuling" auf dem Gebiet des Horrors betrachtet werden. Mit "Fear Street", der filmischen Adaption nach den Büchern aus der Feder von R.L. Stine hat sie ein Mammutprojekt für den Streaminganbieter Netflix angenommen. Der erste Teil der "Fear Street"-Trilogie ist vollgepackt mit 90er-Jahre-Nostalgie, Blutfontänen und überraschenden Wendungen - und verspricht für "Part Two" eine ganze Menge. "Fear Street, Part One: 1994" enthält Anspielungen auf "Die Nacht der lebenden Toten", eine viel zitierte, ikonische Szene aus "The Shining", Anspielungen auf "Der weiße Hai", Verweise auf "Poltergeist" und mehr. Genauer gesagt ist "Fear Street Part One: 1994" so etwas wie eine Hommage. Netflix hat die Serie zweifellos wegen ihres "Stranger Things"-ähnlichen Settings in sein Programm aufgenommen - wie heranwachsende Teenager versuchen, mysteriöse Rätsel zu lösen, mit denen die Erwachsenen nicht umgehen können, alles eingehüllt in einem verträumten Dunst der Nostalgie - aber "Fear Street Part One: 1994" ist mehr als seine Einflüsse oder der Algorithmus, in den es so gut passt.

Im Mittelpunkt steht eine Stadt mit einer gruseligen Geschichte - Shadyside ist berüchtigt für verschiedene Morde über Jahrzehnte hinweg, die unaufgeklärt bleiben und von der Gemeinde verdrängt werden. Keine Frage, dass die niedrige Lebensqualität in dieser Hinsicht die Stadt unsympathisch gemacht hat, besonders im Vergleich zur benachbarten, makellosen Stadt Sunnyvale. Die beiden sind dadurch verbunden, dass sie Gegensätze sind, wozu auch gehört, dass Sunnyvale in allen Belangen überlegen ist. Unsere Helden leben in "Shadyside", auch bekannt als "Shittyside", und sie finden sich nach einem weiteren Massaker mitten in der Geschichte wieder. "Fear Street, Part One: 1994" hat leider eine etwas langatmige Art, auf den Punkt zu kommen, doch kurz erzählt geht es darum, dass eine Gruppe von Teenagern versehentlich die Ruhestätte einer Hexe stört, die im Laufe der Jahrhunderte eine Art Kult von Killern geschaffen hat.

Ein souveräner Geschichtenerzähler beschreibt den Fortlauf, und genau da kommen Janiaks Fähigkeiten ins Spiel. Es ist fast so, als würde ihr Stil im Laufe der Geschichte noch schärfer werden - anfangs hektisch und wenig schlau führt sie von einer Szene zur nächsten. Aber "Fear Street, Part One: 1994" findet eine großartige Balance zwischen dem Aufbau der Hintergrundgeschichte und ihrer Einbindung in die chaotische Gegenwart: Die Mythologie setzt sich fest, und der Film konzentriert sich auf schlanke und besonders fiese Nervenkitzel, die ein paar exzellente Slasher-Set-Pieces in der High School und einem Lebensmittelladen beinhalten, alles mit einer ausdrucksstarken, verspielten Lichtpalette. Die spaßigsten Teile von "Fear Street, Part One: 1994" zeigen eine starke Balance zwischen dem Brutalen und dem Spielerischen, und obwohl die Energie ein sich entwickelnder Charme des Films ist, ist es der von Janiak geschaffene Gesamtton, der beeindruckt. "Fear Street, Part One: 1994" bietet ein paar Veränderungen gegenüber den Slasher-Stereotypen - vielleicht am meisten, dass er sich transparent um seine Charaktere kümmert, diese Teenager, die einfach nur lebendig durch die Nacht kommen wollen und im Allgemeinen unterschätzt wurden. Das Drehbuch von Janiak und Phil Graziadei gibt sowohl den Momenten, in denen sie um ihr Leben rennen, als auch den Momenten, in denen sie versuchen, Teile von sich selbst herauszufinden, eine starke Balance, besonders im Handlungsbogen von Deena und Sam. Im gleichen Atemzug liebt die Serie die junge Sexualität ihrer Charaktere und behandelt es nicht als Todesurteil, wie es die Gesetze der Slasherfilme bekanntlich tun. Sie sieht auch Kates und Simons Pillenhandel nicht als Grund an, warum sie bestraft werden sollten, sondern als Erweiterung ihres Kampfes und ihrer Cleverness. All das bereichert "Fear Street Part One: 1994" und macht ihn in einer straff ausgeführten zweiten Hälfte noch interessanter.

Und dann, wie in Slashern üblich, aber hier besonders intensiv, häufen sich plötzlich die Leichen. Der Film mag nicht so gruselig sein, wie seine kumulativen Jump-Scares und der durchgängig orchestrale Score vermuten lassen, aber die Investition in die Sicherheit aller Beteiligten ist nicht zu unterschätzen. Es ist ein voller Cast von aufstrebenden Jungstars, wie "Stranger Things" zuvor, und "Fear Street" vermittelt dieses greifbare Gefühl, Spaß zu haben, während man mit ihnen abhängt, aber sich Sorgen macht, dass einer von ihnen plötzlich sterben könnte. Und so wartet man beim Abspann gebannt auf "Part Two: 1978", von dem man jetzt bereits gespannt erwarten darf, sich in eine Art "Crystal Lake" zu verwandeln.

7/10

Quellen
Inhaltsangabe: Netflix
Poster/Artwork: Netflix

Montag, 25. Januar 2021

Amityville 3-D - Amityville 3 (1983)

https://www.imdb.com/title/tt0085159/

John Baxter (Tony Roberts) und Melanie (Candy Clark) halten nicht viel von Übersinnlichem, es sei denn sie können es als Hirngespinst entlarven. Deswegen mischen sich die beiden Journalisten unter Vorspielung falscher Tatsachen unter ein Grüppchen Übersinnlichkeitsanhänger, die unter Führung von Emma (Leora Dana) und Harold Caswell (John Beal) Kontakt zum Jenseits aufnehmen wollen. Nachdem die Mission der Journalisten erfüllt wurde und die Caswells als Scharlatane entzaubert worden sind, erwirbt John das Amityville-Haus, in dem die Aktion der Caswells stattgefunden hat. Um das Bauwerk ranken sich gespenstische Legenden, doch Baxter aber will sich mit der Legende auseinandersetzen, weil er nunmal nicht an Übersinnnliches glaubt...

Allein mit der Prämisse "Das glaube ich nicht!" kann man keinen Blumentopf gewinnen. Schon gar nicht, wenn man in eine von Dämonen besessenes Haus einzieht. "Amityville 3" wirkt aber nicht nur deswegen einfallslos. Nachdem sich nämlich der zweite Teil schon deutlich beim "Der Exorzist" bediente, nimmt sich der dritte Teil den "Poltergeist" vor und überträgt dessen Grundidee auf das alte Haus. Dabei wiederholt der Film im Prinzip alles, was "The Amityville-Horror" so besonders machte, fügt zwei, drei Elemente, inkl. Fake-Geisteraustreibung hinzu, treibt das alles in Richtung (anaglyphen) 3D-Effekt und hofft auf Wohlwollen beim Zuschauer. Die einfallslose Regie und die lustlosen Schauspieler verbreiten aber eher Langeweile als Schrecken. Bis zum feurigen Finale ist weitestgehend Langeweile angesagt. Da holt auch eine sehr junge Meg Ryan nichts raus, wenn sie kurz durchs Bild hüpft.

4/10

Von NSM Records kommt der Film auch im auf 333 Stück limitierten Mediabook.


Quellen:
Inhaltsangabe: NSM

Montag, 23. Februar 2015

Beetlejuice - Lottergeist Beetlejuice (1988)

http://www.imdb.com/title/tt0094721/

Barbara und Adam Maitland (Geena Davis und Alec Baldwin) sind frisch verheiratet. Doch bei einem Autounfall kommen die beiden ums Leben und müssen von nun an für 125 Jahre in ihrem Haus bleiben. Sobald sie es verlassen wollen, landen sie nicht außerhalb des Hauses, sondern auf dem Saturn, um von einem riesigen Sandwurm verfolgt zu werden. Auch die Behörde für das Leben nach dem Tod kann ihnen nicht weiterhelfen. Als schließlich eine neue Familie in das Haus einzieht – Delia (Catherine O’Hara), Charles (Jeffrey Jones) und Tochter Lydia (Winona Ryder) – haben die Maitlands keine ruhige Minute mehr. Mit allen Mitteln des Spuks versuchen sie, die Familie aus dem Haus zu jagen. Dafür rufen sie den Poltergeist Beetlejuice (Michael Keaton) um Hilfe, der immer dann kommt, wenn man seinen Namen dreimal ausspricht und durch dasselbe Ritual wieder verschwindet. Doch Beetlejuice schreckt vor nichts zurück und bald müssen die Maitlands alles daran setzen, um ihn wieder loszuwerden...

Wenn ich ich an kreative, skurrile und verrückte Filme denke, fällt mir auch sofort der Name Tim Burton ein. Und das kommt nicht von irgendwo. "Beetlejuice" hier ist das perfekte Beispiel. Der Film ist voller illustrer Ideen. Eigentlich beginnt er mit dem Tod, doch "Beetlejuice" ist kein trauriger oder gar (sehr) gruseliger Film. Schon in der ersten Szene zeigt der Film eine Kamerafahrt von einer realen Stadt in ein Modell - was so geschickt gemacht wurde, das es einem - wenn überhaupt - erst ganz spät auffällt. Leider ist Burtons Stil weitestgehend so gut wie ausgestorben, aber der Meister höchstpersönlich schafft hier einen wunderbar abgedrehten, schaurig-lustigen Film der Extraklasse. Und in der Tat ist der Film mit so unheimlich verrückten Ideen vollgestopft, das man aus dem Staunen manchmal nicht heraus kommt. Es scheint fast, als kennt Burton einfach keine Grenzen. Auch Danny Elfman, der für die musikalische Untermalung verantwortlich zeichnete, scheint keine zu kennen: sein Score ist so unglaublich vielfältig und gleichzeitig wirr, dass er perfekt zum Film passt.

Die angewendete Stop-Motion-Technik kommt auch nie lächerlich und gibt dem Film noch mal einen eigenwilligen und besonderen Flair. Generell mag ich das an Burton. Bei seinen Filmen bekomme ich immer ein Gefühl, das ich nicht bei anderen Regisseuren bekomme, es ist eine Atmosphäre vorhanden, die mir einfach verdammt gut gefällt. Manchmal albern, aber nie nervig. Manchmal bissig, aber nicht so (offensichtlich) doll, das es schmerzt. Immer phantasievoll und mit enormer Hingabe umgesetzt, total detailverliebt. Michael Keaton als Beetlejuice ist wirklich gut (vor allem, weil fast alles improvisiert war), aber der eigentliche titelgebende Charakter bekommt meiner Ansicht nach viel zu wenig Screentime. Aber weit abseits dieser eigentlich tragischen Thematik des Todes erscheint Burton dahingegen trotz seiner zweifellos vorhandenen misanthropischen Ader wieder ganz als der galante Idealist; sein Leben nach dem Tod ist die lang ersehnte zweite Chance, nochmals miteinander glücklich zu werden. Eben ein hemmungsloser Romantiker.

7,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros.

Dienstag, 18. Oktober 2022

Paranormal Activity (2007)

https://www.imdb.com/title/tt1179904/
https://letterboxd.com/film/paranormal-activity/

Dem Pärchen Micah (Micah Sloat) und Katie (Katie Featherston) steht eine harte Beziehungsprobe bevor. Irgendetwas bringt sie um ihre Nachtruhe - es klopft an Türen, scharrt über den Boden, poltert... Micah beschließt deshalb, ihren Schlaf mit einer Videokamera zu überwachen. So bekommt das Paar gruselige Gewissheit: die Schlafzimmertür bewegt sich ohne Zutun! Ein zu Rate gezogener Parapsychologe (Mark Fredrichs) klärt das Paar dann darüber auf, dass Katie von einem Dämon verfolgt wird. Und der hat gerade erst angefangen, sie und ihren Freund zu quälen... 

"Paranormal Activity" ist ein kleines Phänomen. Nicht wegen der Schauspieler, oder dem geringem Budget. Sondern wegen dem, was hier seit "Poltergeist" aufgebaut und gezeigt wird: Das Mysterium um übernatürliche Ereignisse in einem Haushalt. Gegenstände bewegen sich, ein lautes Geräusch, Schatten huschen über Wände, Töpfe und Pfannen klappern. "Paranormal Activity" spielt genau mit der Angst des Zuschauers vor dem Unerklärlichen und erzeugt so einen ansprechenden Nervenkitzel. Doch der Film spielt nicht nur mit dem Zuschauer, sondern auch mit der Angst selbst und probiert sich aus. Zudem ist "Paranormal Activity" das Sinnbild für Minimalismus. Eine Kamera plus ein Pärchen ergibt ein Kammerspiel der besonderen Art. So wird die Atmosphäre auf hohem Niveau gehalten und - mehr noch - kontinuierlich aufgebaut. Die Spannung hingegen schwankt etwas, kann aber mitreißen. So avanciert "Paranormal Activity" leicht zu einem der besten Gruselfilm, und noch dazu einem, der ohne Blut und Gekröse auskommt. Weil man sich nie sicher sein kann ob das hier nun "Found Footage" ist oder nicht (selbstverständlich ist der Film nur darauf aufgebaut) und alles so authentisch wirkt, die Schauspieler "vor sich hin leben" und in die Ereignisreihe gestürzt werden, hat man als Zuschauer ständig das Gefühl in voyeuristischer Art und Weise die Ecken des Bildschirms sondieren zu müssen, um ja nichts zu verpassen. Das macht "Paranormal Activity" aus, das gruselt, das gefällt. Man hätte es rückblickend aber bei einem Teil belassen sollen. Alles nachfolgende lutschte die ursprünglich tolle Idee nur aus.

7,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkBlumhouse Productions/Solana Films/Paramount Pictures

Dienstag, 4. Mai 2021

American Horror Story, Season 01: Murder House (2011)

https://www.imdb.com/title/tt1844624/

„American Horror Story: Murder House“ folgt der scheinbar normalen Familie Harmon: Psychiater Ben (Dylan McDermott), seine Frau Vivien (Connie Britton) und Teenager-Tochter Violet (Taissa Farmiga) ziehen nach einem Ehebruch und einer Fehlgeburt in ein altes viktorianisches Haus in Los Angeles, um ihre Ehe zu retten. Dort treffen sie auf die exzentrische Nachbarin Constance Langdon (Jessica Lange), deren unheimlichen Sohn Tate (Evan Peters) sowie die mysteriöse Haushälterin Moira O’Hara, die von Frances Conroy als ältere Frau und von Alexandra Breckenridge als junge Verführerin verkörpert wird. Schon bald häufen sich übernatürliche Ereignisse: frühere Bewohner, darunter das von Zachary Quinto und Teddy Sears gespielte schwule Paar Chad und Patrick, erscheinen als Geister, ohne dass die Harmons begreifen, wer lebendig und wer tot ist. Während Violet eine intensive, gefährliche Beziehung zu Tate aufbaut, wird Vivien erneut schwanger – doch das Haus trägt eine eigene finstere Agenda, die sich in der Geschichte des ursprünglichen Erbauers, des Arztes Charles Montgomery, widerspiegelt. Am Ende verschlingt das „Murder House“ seine Bewohner buchstäblich und bindet sie als Geister an sich, während neue Käufer ahnungslos über die lange Blutspur in das Haus einziehen...

https://www.imdb.com/title/tt2030547/
1.1. Das Haus (Neuanfang) (Pilot)
Die Familie Harmon zieht von Boston nach Los Angeles, um den Verlust von Mutter Vivien und die Affäre von Vater Ben mit einer seiner Schülerinnen zu verarbeiten. Ihre Tochter Violet kommt auf eine neue Schule und wird dort von einer Gruppe Mädchen terrorisiert. Die Familie hat mit den aufdringlichen Nachbarn Constance und ihrer Tochter Addie, die das Down-Syndrom hat, sowie mit Larry, einem früheren Hausbesitzer mit stark vernarbtem Gesicht, der seine gesamte Familie in Brand gesteckt hat, zu kämpfen. Ben, ein Psychiater, behandelt Patienten in seinem Haus; einer von ihnen, ein möglicherweise psychotischer Junge namens Tate, freundet sich mit Violet an. Vivien stellt die ehemalige Haushälterin, die ältere Moira, wieder ein, die Ben als junge, verführerische Magd erscheint. Ben und Vivien haben schließlich Sex, einmal nach einem Streit und später, als sie glaubt, er trage einen Bondage-Anzug. Später erzählt sie Ben, dass sie schwanger ist. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt2065065/
1.2 Eindringlinge (Invasion) (Home Invasion)
Nach einem Treffen mit einer neuen Patientin, Bianca, erhält Ben einen Anruf von seiner Ex-Geliebten Hayden. Sie teilt ihm mit, dass sie schwanger ist und seine Unterstützung für eine Abtreibung benötigt. Um mit seiner Vergangenheit abzuschließen, belügt Ben Vivien. Ein Trio von Serienkiller-Fans unter der Führung von Bianca bricht in das Haus ein, um die brutalen Morde an zwei Krankenpflegeschülerinnen nachzustellen, die sich 1968 in dem Haus ereignet haben. Vivien und Violet sind die vorgesehenen Opfer, können aber ihren Entführern entkommen, die sich im Haus verirren. Tate und die Geister des Hauses erledigen die Eindringlinge. Als Ben von dem Vorfall erfährt, lässt er Hayden in der Klinik zurück und eilt nach Hause. Vivien teilt ihm mit, dass sie das Haus verkaufen werden. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt2063035/
1.3 Das Haus des Mörders (Murder House)
Die Finanzen der Harmons geraten ins Wanken, ein Umzug ist unmöglich. Hayden überrascht Ben, indem sie vor seiner Tür steht und ihm mitteilt, dass sie das Baby behält, in seine Nähe zieht und entschlossen ist, ihre Affäre fortzusetzen. Vivien erfährt von den ursprünglichen Besitzern des Hauses, dem wahnsinnigen Chirurgen Charles Montgomery und seiner Frau Nora, die in ihrem Keller illegale Abtreibungen durchführten, bis ihre bittere Ehe in einem Mord endete. Nachdem Vivien Blut bemerkt, teilt ihr Arzt ihr mit, dass es dem Baby gut geht. Ben verliert das Bewusstsein, und der Arzt informiert ihn, dass er Spuren eines Opiats gefunden hat, das Gedächtnisverlust verursacht. Ben konfrontiert Moira, die versucht hat, ihn zu verführen, damit, dass sie ihm Drogen in den Kaffee gemischt hat. Hayden taucht erneut auf, außer sich vor Sorge, dass Ben sie ignoriert hat. Als er sie nach draußen bringt, um sie zu beruhigen, tötet Larry sie mit einer Schaufel, um Ben zu helfen, der daraufhin völlig verzweifelt ist. Larry überzeugt ihn, dass es am besten sei, die Leiche zu beseitigen. Er gräbt ein Loch und entdeckt Moiras Überreste, begräbt sie aber mit Hayden. Constance sagt Moira, dass sie nun für immer in dem Haus gefangen ist. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt2040655/
1.4 Halloween, Teil 1 (Halloween, Part 1)
Die Harmons engagieren Innenarchitekten, um das Haus für den Verkauf umzugestalten. Dabei verwechseln sie den ankommenden Chad und seinen Partner Patrick mit den Designern. Was die Harmons nicht wissen: Das Paar ist der Vorbesitzer, der vor einem Jahr vom Gummimann im Haus getötet wurde. Violet verlangt von Tate zu erfahren, was sich im Keller befindet. Tate erklärt, es sei die noch lebende Abscheulichkeit, die entstand, als der wahnsinnig gewordene Dr. Montgomery versuchte, sein zerstückeltes Kind wieder zum Leben zu erwecken, indem er die Teile mit verschiedenen Tierkadavern zusammennähte. Vivien konfrontiert Ben mit Anrufen von Hayden, der schwört, Hayden sei verschwunden. Das Baby beginnt zu strampeln – unmöglich in der achten Woche. Im Krankenhaus zeigt ein Ultraschall, dass das Baby weiter entwickelt ist, als es sein sollte; die Ultraschalltechnikerin bricht zusammen, als sie das Baby auf dem Bildschirm sieht. Beim Süßigkeiten-Sammeln wird Addie von einem Auto tödlich erfasst. Constance versucht, sie noch rechtzeitig auf den Rasen der Harmons zu bringen, bevor sie stirbt, aber es gelingt ihr nicht. Violet ist allein im Haus, als Larry ankommt, und der Gummimann erscheint hinter ihr. Die Harmons kehren aus dem Krankenhaus zurück und finden ihr Haus aufgebrochen vor. Violet ist verschwunden. Ben öffnet die Tür, als es klopft, und sieht Haydens Geist, bedeckt mit Dreck, davorstehen. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt2040655/
1.5 Halloween, Teil 2 (Halloween, Part 2)
Der Gummimann verschwindet, und Tate taucht auf. Er und Violet gehen zu ihrem Date an den Strand, und Tate erzählt ihr, dass die Highschool schrecklich für ihn war. Fünf verstümmelte, blutige Teenager tauchen auf und belästigen Tate, woraufhin das Paar flieht. Vivien erzählt Ben, dass Hayden im Haus ist. Ben findet sie im Keller, doch Larry schlägt ihn mit der Schaufel bewusstlos und fesselt ihn. Nora befreit ihn und drängt ihn, sein Kind zu retten. Hayden erscheint Vivien, und beide sind schockiert, als sie erfahren, dass die jeweils andere von Ben schwanger ist. Hayden greift sie an, wird aber von Ben aufgehalten, der gezwungen ist zuzugeben, dass er Hayden Monate nach Viviens Entdeckung der Affäre geschwängert hat. Anschließend wird Hayden verhaftet. Die Teenager finden Tate und Violet, doch Tate schützt Violet, indem er sie ihn verfolgen lässt. Constance nimmt Violet mit zu sich nach Hause und offenbart ihr, dass Addie tot ist und Tate ihr Sohn ist. Die Jugendlichen entpuppen sich als Geister verschiedener Cliquen der Westfield High, die 1994 bei einem Amoklauf an der Schule von Tate getötet wurden. Wütend fordern die Geister ein Geständnis, doch Tate kann sich an nichts erinnern. Zwei der Geister, ein Footballspieler und eine Cheerleaderin, fragen, warum er es auf Sportler abgesehen hatte (eine wahrscheinliche Anspielung auf das Massaker von Columbine). Mit dem Ende der Halloween-Nacht gehen die Jugendlichen. Die anderen Geister, darunter Moira, Chad, Patrick und Nora, kehren misstrauisch zum Haus zurück. Ben packt seine Sachen und verlässt traurig das Haus. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt2074513/
1.6 Schweinchen-Schwein (Schweinchen, Schweinchen) (Piggy, Piggy)
Nachdem Violet online bestätigt hat, dass Tate nach seinem Massaker an der Westfield High von einem SWAT-Team in seinem Schlafzimmer erschossen wurde, stellt Constance sie dem Medium Billie Dean vor. Die beiden erklären, dass Tate nicht weiß, dass er tot ist. Constance schickt ihn zu Ben, in der Hoffnung, dass ein Durchbruch ihm beim Übergang ins Jenseits hilft. Sie brauchen Violets Hilfe, obwohl diese Enthüllung Violet erschüttert. Ben muss das Haus für seine Therapiesitzungen nutzen, um Geld zu verdienen, und Vivien stimmt notgedrungen zu. Ben behandelt einen neuen Patienten, Derek, der von urbanen Legenden, zuletzt der Legende vom „Piggy Man“, der jeden tötet, der ein bestimmtes Mantra vor dem Spiegel wiederholt, völlig verängstigt ist. Ben bemerkt, dass Vivien sich zu dem Sicherheitsbeamten hingezogen fühlt. Vivien kontaktiert die Ultraschalltechnikerin, die während der Untersuchung ohnmächtig wurde und daraufhin ihren Job gekündigt hat. Sie behauptet, gesehen zu haben, dass das Baby der Antichrist sei. Derek, der Bens Rat befolgt, sich seiner Angst zu stellen, wiederholt das Mantra vor seinem Badezimmerspiegel, wird aber ironischerweise von einem maskierten, bewaffneten Räuber erschossen. Violet versucht, Tate zur Rede zu stellen, wird aber von den anderen Geistern überwältigt. Verzweifelt versucht sie, sich das Leben zu nehmen, doch Tate rettet sie. Unter Tränen gesteht Tate ihr seine Liebe. Er plant, sie allein zu lassen, aber sie tröstet ihn. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt2074514/
1.7 Hausbesichtigung (Tag der offenen Tür) (Open House)
1994 tötet Larry, verliebt in Constance, ihren entstellten Sohn Beau, der angekettet auf dem Dachboden lebt, aus Mitleid. Er tut dies auf Constances Wunsch, nachdem er erfahren hat, dass Beau ihr wegen ihrer Vernachlässigung weggenommen werden soll. In der Gegenwart findet Violet Trost bei Tate, der behauptet, die Geister zu kennen und dass sie ihr nichts tun werden, wenn sie sie in Ruhe lässt. Er zeigt ihr alte Fotos des Hauses und der Montgomerys. Vivien erfährt, dass sie mit Zwillingen schwanger ist. Sie beschließt, potenziellen Käufern die Vergangenheit des Hauses offenzulegen und erfährt dabei von den Montgomerys und dass Charles ihren Sohn als Monster wiedererweckt hat, was Nora in den Wahnsinn trieb und sie dazu brachte, ihn und sich selbst zu töten. Ben findet Larrys Haus und konfrontiert ihn. Er erfährt, dass Larry das Haus will, um mit Constance zusammen sein zu können. Violet zeigt Vivien die Fotos der Montgomerys. Vivien ist schockiert, als sie Nora als eine der Interessentinnen aus Folge 3 wiedererkennt. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt2074515/
1.8. Der Latex-Mann (Poltergeister) (Rubber Man)
Es stellt sich heraus, dass Tate der Rubber Man ist, der versucht hat, der verzweifelten Nora ein Baby zu schenken. Das Outfit ist ein Fetischanzug, den Chad in der Hoffnung gekauft hatte, seine und Patricks brüchige Beziehung wiederzubeleben. Tate schlüpfte in den Anzug und tötete Patrick und Chad, nachdem diese beschlossen hatten, kein Kind zu bekommen. Er hoffte, dass eine neue Familie einziehen und ein Kind bekommen würde, das Nora geschenkt werden könnte. In der Gegenwart verschwört sich Hayden mit Nora, um Vivien in den Wahnsinn zu treiben, damit sie ihre Zwillinge bekommen können. Vivien und Violet werden von den geisterhaften Eindringlingen aus Folge 2 konfrontiert. Ben hält Vivien für psychisch labil, da die Polizei keine Spuren der Eindringlinge gefunden hat und Violet über ihre Beobachtungen gelogen hat. Er verbietet Vivien das Haus zu verlassen, da er glaubt, sie wolle ihm Violet und die Zwillinge wegnehmen. Vivien stiehlt Marcys Pistole zu ihrem Schutz. Hayden überzeugt Tate, der als Gummimann auftritt, Vivien anzugreifen, und enthüllt dabei, dass Tate der Vater eines ihrer Zwillinge ist. Während des Angriffs schießt Vivien versehentlich auf Ben, der nun überzeugt ist, dass sie eine Gefahr für sich und andere darstellt. Viviens Reaktion auf einen weiteren Poltergeist führt dazu, dass die Polizei sie abführt. Der Mord an Chad und Patrick wird in seiner Gänze gezeigt. Dabei wird deutlich, dass Moira Tate, nachdem er sie außer Gefecht gesetzt hatte, die Pistole des Paares gab, mit der Tate ihren Tod als erweiterten Selbstmord inszenierte. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt2074516/
1.9. Die schwarze Dahlie (Spooky Little Girl)
Die Ereignisse des berühmten Falls der Schwarzen Dahlie aus den 1940er Jahren werden geschildert. Ein Zahnarzt vergewaltigte Elizabeth Short unter Narkose, nur um später festzustellen, dass er ihr zu viel Narkosemittel verabreicht hatte und sie starb. Der Geist von Charles Montgomery zerstückelt ihren Leichnam. In der Gegenwart erscheint Elizabeths Geist Ben und bittet ihn um psychiatrische Hilfe. Ben erhält einen Anruf von Viviens Frauenärztin, die ihm mitteilt, dass Viviens Zwillinge zwei verschiedene Väter haben – ihn und einen anderen. Er beschuldigt Vivien, ihn betrogen zu haben. Hayden erzählt ihm, dass sie beobachtet hat, wie Vivien und Luke, der Wachmann, sich näherkamen. Ben konfrontiert Luke mit der möglichen Vaterschaft und erfährt, dass Luke steril ist. Nachdem Constance und Travis in einen häuslichen Streit geraten, hat Travis Sex mit Hayden im Haus der Harmons. Hayden tötet ihn, und Larry, der ihr einen Gefallen schuldet, nimmt Travis' Leiche und entsorgt sie gemäß der Tradition der Schwarzen Dahlie an einem öffentlichen Ort. Ben findet die Maske des Gummimanns und erkennt, dass Vivien möglicherweise vergewaltigt wurde. Moira erzählt Constance, dass Tate der andere Vater ist. Sie fragt Billie Dean, was passieren würde, wenn ein Geist ein lebendes Kind zeugt. Das Medium berichtet ihr von der Kenntnis des Papstes, dass ein solches Ereignis den Beginn der Apokalypse durch den Antichristen bedeuten würde. - 8/10


https://www.imdb.com/title/tt2074508/
1.10 Wer mit dem Feuer spielt (Alles kommt ans Licht) (Smoldering Children)
Es stellt sich heraus, dass Tate Larrys Narben verursacht hat, indem sie ihn am Morgen des Schulmassakers in Brand setzte. Die Polizei informiert Constance über Travis' Mord, und ihr Verhalten lässt sie verdächtigen, die Täterin zu sein. Ben bemerkt, dass Violet seit über zwei Wochen nicht mehr in der Schule gesehen wurde und entdeckt einen Befall mit Schmeißfliegen im Haus. Er ruft einen Schädlingsbekämpfer, woraufhin Tate diesen tötet, während dieser den Kriechkeller unter dem Haus untersucht. Ben und Violet streiten sich über ihren Schulbesuch, und sie willigt widerwillig ein, unter der Bedingung zurückzukehren, dass sie die Schule wechseln darf. Ben sucht nach Internaten für Violet, und als Tate davon erfährt, ergreift er Maßnahmen, um sie in seiner Nähe zu behalten. Schließlich zeigt er Violet ihre Leiche im Kriechkeller – Violet war in Folge 6 bei ihrem Selbstmordversuch gestorben, trotz Tates Versuchen, sie zu retten. Als Akt der Buße für seine Verbrechen gesteht Larry den Mord an Travis, nachdem er zum ersten Mal den Geistern seiner Frau und seiner beiden Töchter begegnet ist. Ben erfährt, dass Tate der Gummimann und der andere Mann ist, der Vivien geschwängert hat. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt2074509/
1.11 Die Geburt (Birth)
Ben holt Vivien aus der Heilanstalt ab und will Violet mitnehmen. Violet ist jedoch als Geist auf dem Gelände gefangen. Er bringt Vivien nach Hause, um Violet abzuholen, da Vivien unbedingt zu ihrer Schwester nach Florida will. Während sie im Auto warten, setzen bei Vivien die Wehen ein. Violet versucht ihrem Vater zu erklären, dass sie tot ist. Constance bringt Vivien ins Haus und holt „Hilfe“ für die Geburt – die Geister von Dr. Charles Montgomery und den Krankenschwestern von 1968. Als Vivien in den Wehen liegt, erzählt Chad Violet, dass Tate der Vater eines der Zwillinge war. Vivien hat große Schwierigkeiten bei der Geburt ihrer Kinder. Eines stirbt tot, das andere verursacht innere Blutungen. Violet erscheint, um ihre Mutter zu trösten und bittet sie, zu ihr zu kommen. Vivien stirbt, und Violet konfrontiert Tate. Sie sagt ihm, dass sie ihn liebt, ihm aber niemals verzeihen kann. Tate fleht unter Tränen um Vergebung, doch sie schreit ihn an, er solle verschwinden, und er tut es. Vivien erscheint und tröstet ihre Tochter im Jenseits. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt2074510/
1.12. Nach der Geburt (Nachgeburt) (Afterbirth)
Ben, der sich einsam fühlt, plant Selbstmord, doch die Geister von Violet und Vivien ermutigen ihn, mit dem lebenden Zwilling das Haus zu verlassen. Bei seinem Versuch wird er von Hayden und den Geistern des Hausdiebstahls getötet und am Kronleuchter erhängt; Constance nimmt den lebenden Zwilling an sich. Moira und die anderen „unschuldigen“ Geister helfen den Harmon-Geistern, weitere Mieter vor dem Tod zu bewahren, indem sie die erste Familie, die einziehen will – die Ramoses –, verjagen. Tate, der sich ausgeschlossen fühlt, versucht, den Sohn der Ramos zu töten, damit Violet nicht allein ist. Sie verhindert dies, indem sie Tate ablenkt. Nora, die sich ein Kind wünscht, seit ihr eigenes ermordet wurde und böse geworden ist, übergibt die Mutterschaft des toten Harmon-Zwillings an Vivien, die Moira bittet, ihre Patin zu werden. Die Harmons und Moira schmücken das Haus für Weihnachten, während Tate Hayden sagt, er werde „ewig“ auf Violet warten. Drei Jahre später kommt Constance nach Hause und sieht eine Blutspur auf dem Boden, die zum Schlafzimmer des lebenden Harmon-Zwillings führt, der nun etwa drei Jahre alt ist und Tate sehr ähnlich sieht. Er hat sein Kindermädchen ermordet und sitzt in einem Schaukelstuhl und lächelt Constance an. - 8,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Twentieth Century Fox
Poster/Artwork
Twentieth Century Fox