Montag, 11. Februar 2019
Tremors 5: Bloodlines (2015)
Die todbringenden Raketenwürmer, auch Graboiden genannt, sind zurück und terrorisieren die Einwohner eines südafrikanischen Tierschutzgebiets. Der erfahrene Wurm-Killer und Überlebenskünstler Burt Gummer (Michael Gross) tut sich diesmal mit dem technikversierten Travis Welker (Jamie Kennedy) zusammen, um den aus dem Boden und aus der Luft als sogenannte Ass Blaster angreifenden Monstern den Garaus zu machen. Dabei haben sich die transformierenden Kreaturen einmal mehr weiterentwickelt und sind noch tödlicher. Das Resultat ist selbst für den Profi eine zu große Nummer, dafür hat er sich nicht freiwillig gemeldet. Ein unerbittlicher Kampf ums Überleben beginnt. Für Gummer könnte das die gefährlichste Monster-Jagd seiner bisherigen Laufbahn als Graboid-Killer werden...
Bei manchen Filmreihen wundert man sich schon über die Langlebigkeit. Als 2004 der vierte Teil von "Tremors" herauskam, dachte sich so mancher Zuschauer wohl, dass dies wohl das letzte Abenteuer sein würde - gerade angesichts der Qualität des Streifens. Damit behielten Fans auch lange Zeit recht, doch kaum vergehen einige Jahre, muss man feststellen, dass es "Tremors" mittlerweile auf stolze sechs Teile gebracht hat. "Tremors 5: Bloodlines" bewegt sich aber dankenswerter Weise wieder zurück zu den Wurzeln und ist für Fans durchaus eine sehenswerte Fortsetzung geworden, selbst wenn man nicht an die alten Zeiten anknüpfen kann.
Begab man sich mit "Tremors 4" noch in die Vergangenheit und erzählte die Vorgeschichte der Riesenwürmer, ist "Tremors 5" nun wieder eine direkte Fortsetzung zum dritten Teil. Als einzige Neuerung muss da ein neuer Schauplatz fungieren, wobei das auch nicht gerade viel ausmacht. Wer bisher immer Spaß am Treiben mit den Monstern hatte, wird allerdings nicht enttäuscht, denn ein paar kleine Ideen gab es schon. Es liegt tatsächlich am ehesten an Michael Gross, dass man an "Tremors 5" seinen Spaß haben kann. Er ist der einzige, der bisher in jedem Teil mitgespielt hat und man verbindet sein Gesicht sofort mit dieser Reihe. Außerdem macht Gross seine Sache als Gummer überzeugend und mit seiner Leistung jedes Mal aufs Neue Spaß. Die restlichen Darsteller sind da eher weniger markant. Jamie Kennedy wird den einen oder anderen sicherlich nerven und die aufgesetzte Vater-Sohn-Geschichte ist reichlich überflüssig. Die Leistungen sind allgemein brauchbar, aber nicht weiter der Rede wert.
Viel wichtiger ist da schon die Monster-Action und davon bot "Tremors" bisher immer genügend. Nach einer sehr kurzen Einleitung geht es auch schon auf die Reise und dann dauert es nicht lange, bis die Monster angreifen dürfen. Die gesamte zweite Hälfte besteht eigentlich aus einer einzigen, langen Gefahrensituation, die niemals abklingt. Zwar war die Reihe schon mal besser darin, ausweglose Situationen zu kreieren, aber für Langeweile ist hier absolut kein Platz. Dafür sind die 100 Minuten Laufzeit viel zu Actionreich. Nebenbei darf der Humor natürlich nicht fehlen. Es gibt einige Kalauer, selten ist etwas wirklich lustig, aber für ein paar Schmunzler reicht es aus. Als Regisseur ist Don Michael Paul völlig neu in der Reihe, macht aber seine Sache doch ganz passabel. Da man nun auch im Jahr 2015 angekommen war, ist es leider eine Selbstverständlichkeit, dass die Monster oftmals aus dem Computer stammen, was bei "Tremors 5" erstaunlicherweise gar nicht so sehr stört, denn die Effekte sind okay und ab und zu gibt es auch noch Handgemachtes zu erblicken. Ein bisschen Blut fließt nebenbei auch noch und so gibt es hier eigentlich keinen echten Grund zur Klage.
Ganze elf Jahre nach dem vierten Teil zeigt "Tremors 5", dass mit dieser Reihe immer noch zu rechnen ist. "Tremors 5: Bloodlines" ist ein augenzwinkernder, leicht trashiger Monster-Action-Spaß der im Vergleich zu Teil 3 und Teil 4, die sehr schwacher Vertreter des Genres waren, doch unerwartet wieder deutlich zulegt und gut unterhält. Wer bisher jeden Teil gut fand, kann eigentlich bedenkenlos zugreifen, denn man geht keine neuen Wege, sondern präsentiert das gewohnte Szenario mit kleineren Abänderungen.
5,5/10
Dienstag, 22. Januar 2019
Tremors 4: The Legend Begins - Tremors 4: Wie alles begann (2004)
Als Anno 1889 im entlegenen Rejection, Nevada, einige Bergarbeiter einem unsichtbaren Raubtier zum Opfer fallen, gerät auch Minenbesitzer Hiram Gummer in Bedrängnis. Der Urgroßvater von Burt Gummer muß seine kostbaren unterirdischen Schätze vor den fleischfressenden Kreaturen schützen, denn diese zerstören unaufhaltsam seine Mine. Hiram heuert einen Söldner an, um die Raketenwürmer zu vernichten. Es beginnt eine erbitterte, unterirdische Schlacht, die in einem spannungsgeladenen Showdown in den Straßen von Rejection gipfelt...
"Tremors 4" ist ein reines Prequel und versucht fadenscheinig, die Story der anderen 3 Teile aufzubauen. So bestaunt man die Westernkulisse, ärgert sich aber über wenig Neues und fast vergessene Wurmkulturen. Michael Gross, der sich ein viertes Mal zur Verfügung gestellt hat, spielt einen seiner Urahnen und diesen ganz und gar nicht im Stile eines Waffennarren, da dies erst im Film zu seiner "Evolution" gehören soll. Leider wird dies viel zu billig und einfallslos abgehandelt. Die logischen Inhalte braucht man gar nicht erst zu ergründen, aber benennen sollte man sie doch. Tut man aber nicht. So wirkt der vierte Teil der Reihe wie ein sehr, sehr billiges B-Movie. Kaum Effekt, kaum Raketenwurm, aber am schlimmsten kommt Billy Drago als engagierter Revolverheld des wilden Westen, der die Stadt von dem Getier befreien soll, aber irgendwie gar nicht in seine Rolle passen will.
Der sowieso schon schlechte dritte Teil hatte ja zumindest noch Witz, einen rudimentären Charme und funktionierende Charaktere. Aber hier fehlt alles - und noch mehr. Die Graboiden (Raketenwürmer) wurden zumindest zum Teil wieder mit echten Effekten gemacht, aber deren Platzierung in der Geschichte kann man als Witz bezeichnen. Es ist weder spannend noch lustig. Brotlose Kunst kann man sagen. "Tremors 4" ist zwar als Idee, die Story in die Vergangenheit zu verlegen so gesehen okay, aber das Endprodukt ist - um es salopp zu sagen - einfach unerträglich und alles in allem nur noch sehr marginal unterhaltsam.
3/10
Freitag, 30. März 2018
Tremors 3: Back To Perfection - Tremors 3: Die neue Brut (2001)
Nach dem letzten Angriff der Raketenwürmer scheint nun endlich Frieden in Perfection eingekehrt zu sein. Die kleine Wüstenstadt in Nevada ist mittlerweile zu einem Touristenmagnet geworden und die Bewohner verdienen ihren Lebensunterhalt mit Wurm-Attrappen. Doch der erfahrene Wurmjäger und Waffenliebhaber Burt Gummer (Michael Gross) traut der Idylle nicht und er soll recht behalten. Die Raketenwürmer kehren tatsächlich zurück und sie können jetzt auch noch fliegen. Gemeinsam mit Jack Sawyer (Shawn Christian) und Jodi Chang (Susan Chuang) sagt Burt den Graboiden den Kampf an....
Elf Jahre lang war Ruhe in Perfection Valley. Nach seinem Ausflug nach Mexiko ist Fred Ward nicht mehr zurückgekehrt und wer könnte es ihm verübeln? Dafür kehrt Michael Gross und mit ihm der Rest vom ursprünglichen Cast, der sonst auf Conventions Autogramme schreiben muss/darf, wenn sie denn noch erkannt werden, zurück. Wie ein Klassentreffen, leider auch ähnlich unnötig und ein reines Schwelgen in Erinnerungen an bessere Tage. Konnte das direkte Sequel zum Raketenwürmer-Horror noch erstaunlich viel Laune verbreiten, ist dieser dritte Aufguss etwas zu peinlich geraten. "Tremors 3" wirkt stellenweise wie eine lustlose Wiederholung und bewegt sich stellenweise schon auf dem Niveau der Asylum-Schmiede. Wenn Teile der Wurmbrut noch handgemacht sind, dann sind dies leider schon die Highlights und auch nur Momentaufnahmen. Gegen Ende verliert sich der Film in zu viel Klamauk und zu blöden Ideen, gepaart mit schlechten CGI-Aufnahmen. Ohne Michael Gross als verrückter Waffennarr Burt wäre hier komplett der Ofen aus. Für ein bis zwei kleine Momente kann "Tremors 3" aber doch noch herhalten (und damit wären wir erneut bei "The Asylum", denn die beste Szene hier wurde praktisch für das Finale von "Sharknado" stibitzt - wie passend). Alles andere ist das, was leider zu erwarten war. Man hätte die Würmer in Mexiko beerdigen sollen. So beerdigt sich die Reihe qualitativ selbst. Etwa schade.
4,5/10
Mittwoch, 26. Februar 2014
Tremors II: Aftershocks - Tremors 2: Die Rückkehr der Raketenwürmer (1996)
Sechs Jahre, nachdem er mit seinem Kumpel in der Wüste von Nevada ein paar mörderische Riesenwürmer erledigte, klingelt bei dem Gelegenheitsarbeiter Earl das Telefon: Die Killerwürmer sind wieder da! Und inzwischen können die Biester auch noch laufen. Gemeinsam mit seinem schießwütigen Nachbaren Burt, dem Draufgänger Grady und der attraktiven Wissenschaftlerin Kate entwickeln sie einen genialen Plan, um die Riesenwürmer zu jagen und ein für alle Mal los zu werden.
Ganz nette Fortsetzung die aber leider nicht an das geniale Original heranreicht. Trotzdem eine gelunge Fortsetzung des ersten Teils, die gleichzeitig eine nette Abwechslung bietet. Wer dieselbe Story, mit den selben Kreaturen erwartet der täuscht sich. Zunächst macht zwar alles den Anschein eines Deja-vu´s aber dann kommt die Wende... Zwar hat Kevin Bacon den Weg in den zweiten Teil verfehlt, was jedoch nichts an der Tatsache ändert, dass "Tremors 2" Spaß macht. Wilson schafft es einfach die Lust des Zuschauers nach noch mehr Gewürm und coolen Sprüchen, die im ersten Teil nicht restlos befriedigt wurde, erfolgreich zu reaktivieren. "Aftershocks" ist sicherlich für eine D2V-Produktion im Stile einer Kassenfüller-Fortsetzung mehr als gelungen. Genauso trashig und mindestens genauso unterhaltsam wie der erste Teil!
6,5/10
Montag, 30. September 2013
Tremors - Im Land der Raketenwürmer (1990)
http://www.imdb.com/title/tt0100814/Der Name täuscht: “Perfection” ist ein mieses Kaff in der Wüste Nevadas – und zudem auf einem Nest urzeitlicher Raketenwürmer gelegen. Die stinkenden Riesenwürmer bohren sich mit rasender Geschwindigkeit durch die Erde und grapschen mit ihren krallenbesetzten Tentakeln nach allem, was sich bewegt. Abgeschnitten von der Umwelt, versuchen die Bewohner von Perfection ihre Haut zu retten, angeführt ausgerechnet von den stinkfaulen, aber cleveren Nichtsnutzen Val und Earl.
"Tremors" oder "Im Land der Raketenwürmer" ist ein tolles und solides B-Movie dass das Herz am rechten Fleck hat und verdammt viel Spaß macht. Kevin Bacon und Fred Ward sind die beiden "Stars" des Films und auch genau die richtige Wahl: schön locker führen sie als leicht dämliches Buddy-Team durch eine herrlich absurde aber durch die markanten Figuren bodenständige und nie zu alberne Horrorkomödie. Dass wie und warum ist hier genauso unwichtig wie Logiklöcher oder Genreklischees. Der Film macht einfach Spaß, bietet aber trotzdem genug Spannung, Action, Monster und Blut um auch als Horrorfilm durchzugehen. Hier gibt es glücklicherweise keinen bösen Einzelgäger oder komischen Eigenbrödler der aus nicht nachvollziehbaren Gründen gegen die Gruppe arbeitet; hier ziehen alle an einen Strang.
Das macht die Gruppe zwar sympathisch, aber dadurch fällt auch die Zahl derjenigen, die den Monstern zum Opfer fallen, sehr gering aus. Die Tricks sind für ein B-Movie und für die damalige Zeit völlig in Ordnung und so bleibt unterm Strich eine schöne kurzweilige Unterhaltung im Monster-B-Movie-Genre.
7/10
Freitag, 17. September 2021
Dune: Part One - Dune: Teil 1 (2021)
Paul Atreides (Timothee Chalamet) siedelt gemeinsam mit seinem Vater Herzog Leto (Oscar Isaac), seiner Mutter Lady Jessica (Rebecca Ferguson) und dem gesamten Hauststand des Adelshauses Atreides auf den Planeten Arrakis um, der auch als Dune bekannt ist. Dort sollen die Atreides sicherstellen, dass das Spice, eine Droge, die intergalaktische Reisen erst möglich macht und nur auf Arrakis zu finden ist, weiter abgebaut wird. Doch die Reise nach Arrakis entpuppt sich als Falle, die Baron Vladimir Harkonnen (Stellan Skarsgård) den Atreides gemeinsam mit dem Herrscher des galaktischen Imperiums gestellt hat. Paul muss gemeinsam mit seiner Mutter in die endlosen Wüsten von Dune fliehen, wo er auf die geheimnisvollen Fremen um deren Anführer Stilgar (Javier Bardem) trifft, ein nomadisches Wüstenvolk, das auf die Ankunft eines prophezeiten Erlösers wartet...
"Dune" ist die Neuadapation des Science-Fiction-Films "Der Wüstenplanet" aus dem Jahr 1984 von Regisseur David Lynch nach der gleichnamigen, populären Sci-Fi-Romanreihe von Frank Herbert. Nun steht hinter dem Projekt einer der größten Regisseure unserer Zeit, Denis Villeneuve. Villeneuve erklärte bereits im Januar 2018, er stelle sich seine Neuauflage von "Dune" auf eine gewisse Weise wie einen "Star Wars" für Erwachsene vor. Weiter erklärte Villeneuve, er werde bei der Neuverfilmung der Romanreihe ganz am Anfang starten und mit der Adaption des ersten Buches "Der Wüstenplanet" beginnen, in dem ein Konflikt zwischen den Häusern der Atreides und der Harkonnen um die Vorherrschaft auf dem Planeten Arrakis entbrennt, auf dem die begehrte Droge 'Spice' abgebaut wird, die für das gesamte intergalaktische Imperium von unschätzbarem Wert ist. Phrasen wie "epische Geschichte" und "noch nie dagewesen" fielen in diesem Zusammenhang. Und am Ende hatte Villeneuve nur allzu recht: Die Leinwand erscheint nicht groß genug für den Umfang seines "Dune", was aber auch daran liegt, dass der berühmte Stoff in einem solchen Ausmaß erzählt wird, dass ein Bildschirm jeder Größe Mühe hätte, sie zu fassen. Ebenso könnte keine Geschichte jemals darauf hoffen, die Ungeheuerlichkeit dessen zu tragen, was Villeneuve im Laufe der 155 Minuten aufzubauen versucht. Doch bei aller Ehrfurcht verliert Villeneuve etwas aus den Augen, warum Frank Herberts grundlegendes Sci-Fi-Werk dieses epischen Spektakels überhaupt würdig ist.
Kantiger Beton, so weit das Auge reicht, Raumschiffe, die ganze Ozeane zu verdrängen scheinen, wenn sie auf dem Meeresgrund von Caladan auftauchen, und Sandwürmer, die so groß sind, dass sie über die Graboiden aus "Tremors" nur milde lächeln können. Selbst die beiden Könige, gespielt von Jason Momoa und Dave Bautista sehen vor den Kulissen nur wie Miniaturen auf einem Tisch aus, als hätte Kameramann Greig Fraser eine Möglichkeit entdeckt, gleichzeitig mit Tiefenschärfe und Tilt-Shift zu arbeiten. "Dune", der majestätisch düstere und groß angelegte ScienceFictioner, ist gleichwohl voll von üppigen Übergriffen - Clankriege, brutale Armeen, ein grotesker autokratischer Bösewicht, ein Held, der der Messias sein könnte -, die ihn in Geist und Design mit den "Star Wars"- und "Herr der Ringe"-Filmen verbinden, wenn auch mit einer ganz eigenen räuberischen Bedrohlichkeit. "Dune" will beeindrucken, und manchmal gelingt ihm das auch, aber er will auch unter die Haut gehen. Das tut er auch... bis zu einem gewissen Punkt. So gesehen ist "Dune" ein Film, der zehn Sterne für den Aufbau der Welt und etwa sieben für die Erzählung verdient hat. Den Vergleich mit David Lynchs Verfilmung von "Dune" aus dem Jahr 1984 sollte man tunlichst meiden - beides sind Interpretationen eines schwierigen Stoffes. Für eine ganze Weile ist Villeneuves Film ziemlich hypnotisierend und wirft verführerische Schimmer von Verrat ab, während er die Geschichte von Paul Atreides (Timothée Chalamet), dem begabten Spross des Hauses Atreides, präsentiert, dessen Vater, Herzog Leto Atreides (Oscar Isaac), etwas beginnt, das eine Chance für das Universum zu sein scheint, wenn auch eine, die mit Gefahren behaftet ist.
Villeneuve arbeitet hart daran, der konspirativen Ausdehnung von Herberts Sandplanetentraum treu zu bleiben, auch wenn er das Buch auf seine spielbarsten Szenen reduziert. Chalamet, groß und schlank, mit einer wissbegierigen Unschuld unter seiner Lockenpracht, ähnelt einer schlaksigen Version von Edward mit den Scherenhänden, und er spielt seinen Paul Atreides als einen unerprobten Helden mit Fähigkeiten, die er selbst kaum versteht. Die hat er von seiner Mutter Lady Jessica (Rebecca Ferguson) geerbt, einer Anhängerin der mystischen Matriarchatssekte der Bene Gesserit, die ihn mit seinem inneren kosmischen Retter in Kontakt bringen will.
Es gibt gute Szenen wie die, in der Paul lernt, telepathisch mit seiner Mutter zu sprechen; oder eine Lektion von Isaacs warmherzig beschützendem, aber allzu verletzlichem Leto erhält, der zu ihm über die menschlichen Entscheidungen spricht, die im Schicksal verschlüsselt sind; oder von seiner Tante, Gaius Helen Mohiam (Charlotte Rampling), einem Test unterzogen wird, die ihn bittet, seine Hand in eine Box zu legen und die darin erzeugten Schmerzen auszuhalten. Stellan Skarsgård, der als Baron Vladimir Harkonnen kaum wiederzuerkennen ist, setzt die Handlung in Gang, indem er Arrakis erobert und versucht, so ziemlich jeden im Film umzubringen, der die Aufmerksamkeit des Zuschauers erregt. Villeneuves Erfolgsquote ist dahingehend ein wenig entwaffnend. Die Nahkampfszenen in "Dune" haben einen Hauch von Originalität. Anstelle von Lichtschwertern treffen die Figuren mit anderen Waffen aufeinander, die ihre Körper zu elektromagnetischen Standbildern reduzieren. Es ist aufregend zu sehen, wie Duncan Idaho, gespielt von Jason Momoa, es mit einer kleinen Armee von Feinden aufnimmt.
"Dune" deutet immer wieder den Moment an, in dem Paul sich mit den Fremen zusammentut, dem einheimischen Wüstenvolk von Arrakis, das, ähnlich wie die Na'vi in "Avatar" eine organischere Beziehung zu der gefährlichen Landschaft und dem 'Spice' hat als alle seine bisherigen Herrscher, aber in einem Zustand zerrissener Guerilla-Unterdrückung lebt. Sie warten auf jemanden, der sie befreit, und Paul scheint diese Figur zu sein, denn dies wird in einem halben Dutzend austauschbarer Rückblenden zu seiner Begegnung mit Chani (Zendaya) prophezeit, einer Fremen-Kriegerin und Beschützerin, die wie eine Art Wüstenprinzessin angepriesen wird. Doch das geschieht nie.
Wie man es also von einem Film erwarten würde, in dem etwa 50 Prozent weltberühmte Schauspieler mitspielen, ist die Besetzung hier kein Problem. "Dune" schwächelt nur, wenn es darum geht, seinen Darstellern etwas zu tun zu geben. Josh Brolin hat als bulliger Mentor mit dem Herz aus Gold durchaus Charme, aber sobald die Handlung nach Arrakis verlagert wird, ist er nur noch Schrot für die Mühle und hinterlässt nur die Schildtechnologie, die er bei seinen Sparringskämpfen mit Paul einsetzt, als Vermächtnis; der Effekt ist allerdings ein großer Fortschritt gegenüber der Art und Weise, wie Lynch die Schilde 1984 gerendert hat, aber Villeneuves katastrophale Entscheidung, sich für den Rest des Films darauf zu verlassen, beraubt jede nachfolgende Actionsequenz jeglicher Schönheit oder eines glaubwürdigen Gefühls der Gefahr.
Das grundlegendste Problem ist ein Drehbuch (das von Eric Roth, Jon Spaihts und Villeneuve selbst geschrieben wurde), das Herberts Roman mit dem Donner und Unheil eines Gewürzernters überrollt, aber nur wenig Substanz unter der Oberfläche hervorholt. Villeneuves "Dune" ist trotzdem einzigartig ermutigend, da der Regisseur von "Prisoners", "Blade Runner 2049" und "Arrival" mit einer tiefen Affinität für Geschichten über die Überwindung zyklischer Gewalt zu diesem Projekt kommt. David Lynch und Alejandro Jodorowsky sind daran bereits gescheitert. Leider ist das wirklich alles, was diese Adaption sein darf, denn das Ausgangsmaterial wird auf eine Art und Weise halbiert, die alle von Herberts resonanzreichsten (und psychedelisch instabilsten) Ideen über die verflochtene Beziehung zwischen Kolonialismus und Auserwählten-Erzählungen in eine Fortsetzung verfrachtet, die vielleicht nie gemacht wird. Es ist kaum zu beschreiben, wie wenig in diesem "Dune" tatsächlich passiert, sodas sich der Film wie eine Ouvertüre anfühlt, die sich aber über die Dauer einer ganzen Oper erstreckt. Im krassen Gegensatz zur Lynch-Version - die sofort den verdrehten Plan des Imperators auspackt, das Haus Atreides zu schwächen, indem er ihm die Kontrolle über den Gewürzplaneten Arrakis überlässt - sieht Villeneuves Film diese Geschichte mit den Augen des jungen Erben der großen Familie, Paul (Timothée Chalamet), und nimmt die ehrfürchtige Verwirrung des Jungen auf, als er auf eine Wüstenwelt zieht und erfährt, dass er dazu gezüchtet wurde, der weiße Retter der Eingeborenen zu sein. Es ist ein grandioser Film, doch dies muss man in gewisser Art und Weise hineininterpretieren.
"Dune" beginnt nämlich mit dem Titel "Dune: Part One", und in dieser Einblendung steckt ein übliches, aber ziemlich anmaßendes Versprechen: dass man nach 2 Stunden und 35 Minuten von dem Beginn dieser Saga so gefesselt sein wird, dass man heißhungrig auf "Part Two" sein muss. Das ist in gewisser Weise das Versprechen eines jeden Franchise. Aber das Problem mit "Dune" ist, dass es sich an verschiedenen Stellen wie jedes andere Franchise anfühlt. Im Laufe der Jahrzehnte sind mehr als ein paar Filme aus der DNA von Herberts Universum hervorgegangen, wie zum Beispiel der erste Akt von "Star Wars". Und es gibt einen Grund dafür, dass dies der erste Teil des Films ist: Die Wüste ist ein furchtbar karger Schauplatz für Science-Fiction. "Dune" ist reich an Themen und visuellen Motiven, aber er wird zu einem Film über Paul Atreides, der sich durch Sandstürme bewegt und sich mit den Rebellen der Wüste, den Fremen, anfreundet, die in diesem Film viel edler als erwartet sind.
Es ist nicht nur so, dass die Geschichte ihren Puls verliert. Sie verliert auch nicht jegliches Gefühl, dass man emotional in sie involviert ist. Die riesigen Sandwürmer, die das 'Spice' beschützen und sich wie ein unheimlicher unterirdischer Tornado durch die Wüste wühlen, bis sie sich selbst offenbaren, sind gut für ein oder zwei Momente altmodischer Kreaturen-Begeisterung, aber was haben sie wirklich mit irgendetwas zu tun? "Dune" erzählt seine Geschichte über die Würmer, die sandigen Dünen, das paramilitärische Spektakel und das nur allzu oft genutzte Thema Thronfolger-versuchen-alles-zu-retten fesselnd - eine Weile lang. Aber dann, als dem Film die Tricks ausgehen, wird er etwas schwammig und amorph. Man kann nur hoffen, dass das Publikum diesen Teil feiern wird, damit Teil 2 auch wirklich kommt. Alles andere wäre wohl traurig und Villeneuve kann sich noch nicht über einen Sieg freuen. Das hier vorliegende "Dune" umfasst nur die erste Hälfte des Buches. Sollte der Film an den Kinokassen ein Reinfall werden, wird seine Geschichte wahrscheinlich unvollständig bleiben.
"Das ist erst der Anfang..."
8,5/10
Von WARNER BROS. Home Entertainment gab es den Film exklusiv im limitierten Steelbook.
Quellen:
Inhaltsangabe: Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros.
Textauszüge: Wikipedia
Sonntag, 22. Februar 2026
Cold Storage (2026)
Teacake (Joe Keery) und Naomi (Georgina Campbell), zwei junge Angestellte eines Selfstorage-Unternehmens auf dem Gelände eines ehemaligen US-Militärstützpunkts, erleben ihre turbulenteste Nachtschicht, als ein parasitärer Pilz aus der versiegelten untersten Ebene ausbricht, wo er vor Jahrzehnten von der Regierung eingeschlossen wurde. Mit steigender Temperatur im Untergrund vermehrt sich der hoch ansteckende, schnell mutierende Mikroorganismus und entfesselt seinen gehirnkontrollierenden, körperzerstörenden Schrecken auf Menschen und andere Lebewesen. Gemeinsam mit einem ergrauten, pensionierten Bioterror-Agenten versuchen Teacake und Naomi, die Bedrohung einzudämmen und das drohende Aussterben der Menschheit zu verhindern.
"Cold Storage" ist ein Film, der genau weiß, was für ein Publikum er bedienen möchte, sodass er sich gar nicht erst mit Zwischentönen aufhält: Er ist Horror-Komödie, Seuchenthriller und Buddy-Movie in einem - und meistens funktioniert dieser Eigenbau besser, als man erwarten dürfte. Die Ausgangslage könnte direkt aus einem vergessenen 90er-Videothekenregal stammen: In den 1980ern wird in einem australischen Nest ein parasitärer Pilz entdeckt, der ganze Körper übernimmt, aufbläht und platzen lässt - ein winziger, schleimiger Weltuntergang, den ein Bioterror-Spezialist der Regierung in einem unterirdischen Bunker einfriert. Jahrzehnte später ist dieser Bunker längst zur Basis eines Self‑Storage-Unternehmens umfunktioniert worden, der militärische Vorbau zur banalsten Form der Spätkapitalismus-Architektur: Abstellräume für das, was keiner mehr sehen will. Hier arbeiten Teacake (Joe Keery) und Naomi (Georgina Campbell), zwei Nachtkräfte, die eher mit Kleinkram und Kundenproblemen rechnen als mit der Apokalypse; doch als steigende Temperaturen das Tiefkühlgefängnis des Pilzes destabilisieren, bahnt sich das Organismus seinen Weg nach oben. In dem Moment, in dem die ersten Infektionen auftreten, betritt auch der gealterte Spezialist aus der Vergangenheit die Bühne - ein wettergegerbter Bioterror-Operative, der ganz genau weiß, was hier auf dem Spiel steht.
Regisseur Jonny Campbell findet rasch einen Ton, der an "Tremors" erinnert: ein Horror-Szenario, das nur knapp neben der Farce vorbeischrammt, sich aber nie ganz der Parodie hingibt. Das Prolog-Kapitel im australischen Outback setzt diesen Akzent: groteske Tode, ein Hauch Science-Fiction der alten Schule, dazu eine leicht überdrehte Ernsthaftigkeit, die das Publikum einlädt, zu lachen und zusammenzuzucken - oft innerhalb derselben Einstellung. Diese Doppelspur - Schauer und Schmunzeln - trägt sich in die Haupthandlung hinüber, wenn die Lagerhalle zum Labyrinth wird: "Cold Storage" ist nicht subtil, er ist kinetisch, fast trotzig frontale Genreunterhaltung. Campbell inszeniert die Gänge, Fahrstühle und Metalltüren als klaustrophobische Spielwiese, in der der Film von Jumpscare zu Körperschock zu Slapstick schaltet, manchmal innerhalb einer Szene. Joe Keery und Georgina Campbell spielen Teacake und Naomi als zwei Menschen, die man eher in einer Indie-Komödie über prekäre Jobs erwarten würde als im Kampf gegen einen Pilz mit Weltherrschaftsambitionen. Ihre Dynamik lebt von Sticheleien, gegenseitigem Überbieten und einem unterschwelligen Verbündetsein; sie sind nicht die Ursache der Katastrophe, sondern jene, die am schnellsten begreifen, dass man sich der Realität stellen muss, wenn sie schon einen Spind weiter lauert. Liam Neeson tritt als abgekämpfter Bioterror-Profi auf, dessen Präsenz fast schon ein eigenes Subgenre evoziert: der Mann, den man anruft, wenn alle anderen längst weggelaufen sind. Er bringt eine Schwere in den Film, die nicht ironisch gebrochen wird, sondern wie ein Anker wirkt - jede seiner Szenen erinnert daran, dass hinter der Komik eine echte, wenn auch pulpige, Bedrohung steht. Die Nebenrollen - darunter Sosie Bacon, Vanessa Redgrave und Lesley Manville - verleihen der Pilz-Pandemie jene Gesichter und Stimmen, die aus einer abstrakten Gefahr eine Reihe sehr konkreter menschlicher Einsätze machen."Cold Storage" lebt von der Lust am Übertreiben: Körper schwellen an, platzen, werden zu unförmigen Wirtshüllen eines Bewusstseins, das nur einen Instinkt kennt - Ausbreitung. Der Film genießt diese Exzesse, aber er versucht zugleich, sein Publikum nicht mit Zynismus zu bestrafen; er zeigt, was passiert, wenn ein Mikroorganismus ganze Lebensläufe verschlingt, und findet dennoch immer wieder Momente echter Sympathie für seine Figuren. Dabei ist er, und das darf man ihm ankreiden, manchmal allzu sehr ein Kind des digitalen Zeitalters: Wo schleimige Practical Effects das Potenzial zum Kultfilm hätten, vertraut "Cold Storage" etwas zu häufig auf CGI, das eher funktional als denkwürdig wirkt. Die digitale Überformung nimmt einigen Bildern das Gewicht, das ein Film mit dieser Körperfixierung eigentlich haben könnte, und doch bleibt der Gesamteindruck: ein zombie-naher, ausgelassener Filmspaß, der versteht, dass die eigentliche Energie aus der Interaktion seiner Figuren kommt, nicht aus jedem einzelnen Effektshot.
David Koepp, der nicht nur die Romanvorlage schrieb, sondern auch das Drehbuch, kennt das Terrain der Genre-Großformate; seine Arbeit an "Jurassic Park" und "Mission: Impossible" zeigt sich hier in der Fähigkeit, komplexe Bedrohungen in klar strukturierten, publikumsfreundlichen Setpieces zu organisieren. "Cold Storage" erreicht nie die Klasse der großen Horror-Komödien, die er zitiert - die Balance aus Schrecken und Witz ist nicht immer makellos, manches Setpiece wirkt nach Formel mehr als nach Inspiration. Aber wie bei vielen Filmen, die sich unerschrocken in die zweite Reihe des Genres stellen, liegt sein Reiz in der Art, wie er mit seinem Publikum kommuniziert: Er will, dass wir lachen, wenn es knallt, uns ekeln, wenn es schwappt, und doch genug mit diesen Menschen fühlen, um den Ausgang nicht gleichgültig hinzunehmen. "Cold Storage" ist vielleicht kein Klassiker, aber ein guter Abend im Kino - ein Film, der das Rad nicht neu erfindet, sondern es verflüssigt, mutiert und uns ins Gesicht schleudert, und der damit ziemlich genau das hält, was sein Versprechen vermuten lässt.
Sonntag, 9. Juni 2013
Grabbers (2012)
Grabbers lief letztes Jahr auf dem FantasyFilmFest und erntete gute Kritiken. Die Idee ist ja auch witzig: Unheimliches trägt sich in dem verschlafenen Fischerdorf an der irischen Küste zu. Erst verschwinden ein paar Fischer und dann werden Grindwal-Kadaver am Strand von Erin Island angespült. Ein ungleiches Polizisten-Duo (Richard Coyle, Ruth Bradley) will den seltsamen Ereignissen auf den Grund gehen. Schnell stellt sich heraus, dass riesige blutsaugende Kreaturen mit Tentakeln hinter den Todesfällen stecken. Es gibt nur eine Möglichkeit, sich gegen die seltsamen Kreaturen, die Grabbers genannt werden, zur Wehr zu setzen. Die außerirdischen Grabbers reagieren allergisch auf Alkohol und verschmähen Betrunkene. Also, ab in den Pub und hoch die Tassen! Trinkt um euer Leben!
Was sich anfangs total bescheuert anhörte, entpuppte sich schliesslich als eine echt feine Horrorkomödie mit trockenem (im übertragenen Sinne), irischem Humor. Die Idee von Aliens, denen von Alkohol schlecht wird, kann auch nur einem Iren einfallen.
Die Dialoge zwischen den Protagonisten - dem alteingesessenen,
trinkfesten, lockeren Polizisten Ciarán O'Shea und seiner abstinenten,
überkorrekten Urlaubsvertretungs-Kollegin Lisa Nolan vom Festland - sind
echt klasse. Ebenso witzig sind die Texte der Nebendarsteller
(Alkoholiker Paddy, der Landarzt, der Meeresökologe, das Pub-Ehepaar).Die Gratwanderung zwischen Komödie und Horror ist wohl gelungen. Splatterszenen gibt's nur wenige (hauptsächlich bestehen diese aus rollenden Köpfen), aber die Spezial-Effekte sind für diese Low-Buget Produktion ziemlich gut
geworden. Was fürs Auge bietet auch die typisch urwüchsige Landschaft
der irischen Insel.
Den Abzug gibt's nur für das Finale und insbesondere die letzte Szene. Obwohl die Idee des
Filmes allgemein sehr originell ist, ist diese nämlich sowas
von klischeehaft (aber möglicherweise so gewollt... vielleicht wollte
man sich die Möglichkeit eines Sequels offenlassen, oder man wollte
tatsächlich auch dieses Klischee haben... man weiß es nicht). Was aber bleibt ist eine herrlich symphatische Alien-Komödie, die trotz niedrigen Budget sehr ansehnliche Effekte und liebenswerte sowie schrullige Inselbewohner mit witzigen Dialogen im schönen Irland bietet. Die Diskusion um die Namensgebung für die Monster, erinnerte mich ein wenig an die "Schnappoiden" aus "Tremors". Und wenn die Übernahme der Bar durch die Mini-Tentakel-Viecher nicht aus "Gremlins"
7/10






















