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Sonntag, 13. September 2026

バイオハザード デスアイランド - Baiohazādo Desuairando - Resident Evil: Death Island (2023)

https://www.imdb.com/de/title/tt26674627/
https://letterboxd.com/film/resident-evil-death-island/

Der Agent der Division of Security Operations, Leon S. Kennedy (Stimme im Original: Matthew Mercer), versucht, einen entführten Arzt zu retten, als seine Mission von einer mysteriösen Frau gestört wird. Zur gleichen Zeit untersucht der Agent der Bioterrorism Security Assessment Alliance, Chris Redfield (Kevin Dorman), einen unerklärlichen Ausbruch von Infektionen an der Westküste, die ihren Ursprung auf der Insel Alcatraz zu haben scheinen. Chris und sein Team, bestehend aus Claire Redfield (Stephanie Panisello) und Rebecca Chambers (Erin Cahill), setzen die Puzzleteile zusammen und begeben sich auf die Insel der Verzweiflung, um die Bedrohung weiter zu untersuchen.

"Resident Evil: Death Island" ist weniger eigenständiger Horrorfilm als animiertes Bonuskapitel für Fans der Videospielreihe - und genau daran sollte man seine Erwartungen messen. Regisseur Eiichirō Hasumi versammelt mit Chris Redfield, Jill Valentine, Leon S. Kennedy, Claire Redfield und Rebecca Chambers erstmals die wichtigsten Figuren des Spieleuniversums in einer gemeinsamen Geschichte. Ein Ausbruch eines mutierten T-Virus führt sie nach Alcatraz, wo hinter den Ereignissen ein neuer Gegenspieler steckt. Die größte Stärke ist tatsächlich diese Zusammenführung. "Resident Evil: Death Island" versteht, was Fans an "Resident Evil" mögen: bekannte Figuren, groteske Kreaturen, Biowaffen, große Schusswechsel und jede Menge Anspielungen auf die Spiele. Besonders die Rückkehr von Jill Valentine besitzt Gewicht, schließlich war sie seit "Resident Evil 5" nicht mehr Teil einer größeren Spielgeschichte. Für Kenner des Franchise funktioniert das beinahe wie ein großes Klassentreffen. 

Technisch kann sich der Film ebenfalls sehen lassen. Die CGI-Animation ist detailliert und gerade bei den Kreaturen, Waffen und Actionsequenzen beeindruckend. Alcatraz bietet zudem eine atmosphärisch passende Kulisse: Gefängnismauern, dunkle Korridore und unterirdische Anlagen liefern genau die klaustrophobische Umgebung, die man von "Resident Evil" erwartet. Selbst Wasser und komplexe Bewegungsabläufe sind bemerkenswert sauber umgesetzt. Und wenn die Action loslegt, funktioniert "Resident Evil: Death Island" deshalb am besten. Schießereien, Nahkämpfe und Monsterattacken sind dynamisch inszeniert und gelegentlich angenehm überdreht. Hier kommt das Videospielgefühl besonders deutlich zum Vorschein. Das Problem ist allerdings die Geschichte. Das Drehbuch von Makoto Fukami liefert zwar reichlich Lore, aber nur wenig Überraschendes. Der zentrale Konflikt ist schnell durchschaubar, der Bösewicht bleibt trotz einiger Rückblenden relativ eindimensional und auch die obligatorische Superwaffe samt Gegenmaßnahme bewegt sich tief im bekannten "Resident Evil"-Baukasten. Auch bei den Dialogen verschenkt der Film einiges. Die Figuren besitzen zwar ihre vertrauten Persönlichkeiten, sprechen aber häufig in jener funktionalen Videospiel-Logik, die zwischen Missionsbesprechung, Exposition und markigen Sprüchen pendelt. 

Selbst beim Horror bleibt "Resident Evil: Death Island" hinter seinen Möglichkeiten zurück. Zwar gibt es Zombies, Mutationen und einige durchaus groteske Kreaturen, doch der Film interessiert sich stärker für Action als für echte Angst. Wer die beklemmende Atmosphäre der frühen Spiele erwartet, dürfte enttäuscht sein. Trotzdem ist "Resident Evil: Death Island" gegenüber "Resident Evil: Vendetta" ein kleiner Fortschritt. Die Figurenkonstellation wirkt reizvoller, die Animation ist hochwertig und der Film hat zumindest den Charme eines großen Franchise-Crossovers. Für Neueinsteiger funktioniert das allerdings deutlich schlechter: Ohne Kenntnis der Figuren und ihrer Vorgeschichten bleibt vieles oberflächlich oder wirkt wie reine Fanpflege. Die Zusammenführung von Chris, Jill, Leon, Claire und Rebecca macht Spaß, die Animation ist stark und die Action besitzt ordentlich Druck. Dafür sind Handlung, Dialoge und Bösewicht bestenfalls zweckmäßig, während der Horror zugunsten spektakulärer Kämpfe deutlich zurücktritt. Für Fans sicherlich ein unterhaltsamer Franchise-Happen, für alle anderen eher ein hübsch animierter, aber ziemlich austauschbarer Zombie-Actionfilm. 

6/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Capcom/Quebico/Sony Pictures/Sammy/Robot Communications/KADOKAWA/TMS Entertainment

Mittwoch, 1. Dezember 2021

Welcome To Raccoon City - Resident Evil: Welcome To Raccoon City (2021)

https://www.imdb.com/title/tt6920084/

1998, Raccoon City: Einst die florierende Heimat des Pharmariesen Umbrella Corporation, hat sich die Stadt im Mittleren Westen stark verändert. Der Exodus des Unternehmens hat die Stadt regelrecht in den Tod gezwungen und in ein Ödland verwandelt. Die größte Gefahr steht Raccoon City allerdings noch bevor, denn unter der Oberfläche der Stadt braut sich ein großer Schrecken zusammen – und dieser wird sich bald in Form von Zombiehorden auf die Jagd begeben. Eine kleine Gruppe entschließt sich jedoch dazu, mutigen Widerstand zu leisten und rauft sich zusammen, um die Wahrheit hinter der Umbrella Corporation aufzudecken...

Seit Jahren ist Capcoms "Resident Evil"-Franchise in zwei Hälften geteilt. Da ist zum einen die Spiel- und Zeichentrickfilmreihe, die sich eng an Shinji Mikamis Survival-Horrorspiel von 1996 anlehnt. Dann gibt es die Live-Action-Reihe, ein halbes Dutzend kaum miteinander verbundener Blockbuster mit Milla Jovovich in der Hauptrolle. Der neu erschienene Film "Resident Evil: Welcome To Raccoon City" ist nun ein Reboot mit komplett neuem Cast und orientiert sich in seiner Story an ersten beiden Videospiele aus den Neunzigern. Damit fühlt er sich an wie ein 107-minütiger Fan-Film - was nicht unbedingt schlecht ist. "Resident Evil: Welcome To Raccoon City", geschrieben und inszeniert von Johannes Roberts, verschmilzt die Handlungen und Charaktere von "Resident Evil" und "Resident Evil: Apocalypse" und beschrieb in der Vorankündigung sein Projekt im Vergleich zu früheren Filmen als "reine" Adaption. Man gewinnt auch durchaus den Eindruck, dass die Macher tatsächlich ihre Hausaufgaben gemacht haben, um das Fanherz höher schlagen zu lassen.

Es ist besonders eine Freude zu sehen, wie Szenen, die man aus anderen Spielen kennt, von echten Menschen nachgespielt werden, und Roberts hat ein gutes Gespür dafür, was einzelne Momente für die Zuschauer so befriedigend macht. Die Filmemacher komponieren dabei die Aufnahmen so, dass sie Elemente aus den Spielen heraufbeschwören, selbst wenn der erzählerische Kontext ein anderer ist. Die Schauspieler sehen zwar den Charakteren im Spiel nicht ähnlich, doch wen juckt das? Die Macher halten sich an Details wie Claire Redfields ikonische rote Jacke. Das reicht durchaus. Das Drehbuch lässt sich voll und ganz auf die seltsamen erzählerischen Eigenheiten von "Resident Evil" ein, wie die unglaubwürdig verzierte Polizeistation von Raccoon City, anstatt zu versuchen, sie zu rationalisieren oder sie mit einem Witz zu überspielen. Der Preis dafür ist, dass "Resident Evil: Welcome To Raccoon City" aus jeder anderen Perspektive fast surreal wirkt. Dieses Gefühl wird durch die unglaublich ruhigen Darbietungen der Schauspieler noch verstärkt. "Resident Evil: Welcome To Raccoon City" ist außerdem ein blutiges Durcheinander aus Zerstückelungen, versehentlicher Selbstverbrennung und gefräßigen Zombiemassen, und die Überlebenden scheinen von diesen Entwicklungen bestenfalls mäßig irritiert zu sein. Vor allem Leon Kennedy wird weniger wie ein frischer Cop gespielt, der überfordert ist, sondern eher wie eine Figur aus Jim Jarmuschs Satire "The Dead Don't Die".

Das Problem ist nicht, dass der Film unrealistisch ist, sondern dass sich diese Merkwürdigkeiten nie vollständig auszahlen. Dinge wie Leons beiläufige Ungeschicklichkeit könnten dem Horror eine effektive Komödie beimischen, aber andere Charaktere bleiben ähnlich lässig bei den Ereignissen, die sie laut der Storyentwicklung eigentlich hätten killen sollten. Und anstatt sich auf Videospielszenen zu stützen, die in einem Live-Action-Film immer absolut bizarr aussehen, übergeht der Film sie zugunsten generischerer Action-Set-Pieces. Trotzdem geht der Film einen guten Weg, indem er sich genüsslich der ursprünglichen Gruseligkeit hingibt. In den ersten 20 Minuten werden alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um die Zuschauer in Angst und Schrecken zu versetzen: unheimliche Puppen, krächzende Stimmen aus der Dunkelheit, hingekritzelte Warnungen vor seltsamen Kreaturen, fröhliche Kinderzeichnungen mit unheilvollem Unterton und vieles mehr. Danach entwickelt sich der Film schnell zu dem zu erwartenden Action-Horror, der sich aber immer noch auf die gruselige Ästhetik des Franchise stützt.

"Resident Evil: Welcome To Raccoon City" macht unterm Strich viele Elemente von Moment zu Moment richtig. Der Film ist geradlinig, ohne prätentiös zu sein, und voller übertriebener Genre-Zutaten, ohne in eine knirschende, kitschige Selbsterkenntnis zu verfallen. Aber er ist so tief in einer jahrzehntealten fiktiven Welt versunken, dass er kaum über deren Grenzen hinausschauen kann. Der Film liefert eine Checkliste, um die Zuschauer daran zu erinnern, warum sie "Resident Evil" mögen - aber er scheint manchmal zu vergessen, was eigentlich seine Aufgabe ist - nämlich neues Terrain zu betreten und die Welt weiter zu entwickeln.

7/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Constantin Film

Freitag, 7. Juli 2017

Resident Evil: The Final Chapter (2016)

http://www.imdb.com/title/tt2592614/

Die Menschheit kurz vor dem endgültigen Niedergang: Alice (Milla Jovovich) ist die einzige Überlebende der Gruppe, die sich in Washington D.C. gegen die Untoten gestellt hat. Jetzt muss sie dorthin zurück, wo der Albtraum begann, nach Racoon City, um das T-Virus endgültig zu stoppen. Dort versammelt die Umbrella Corporation unter Führung von Albert Wesker (Shawn Roberts) und Dr. Isaacs (Iain Glen) ihre Truppen, um auch die letzten Überlebenden der Apokalypse zu töten. In einem Wettlauf gegen die Zeit geht Alice ein Bündnis mit einer alten Bekannten ein: Claire Redfield (Ali Larter). Claire hat sich einer Gruppe von Überlebenden rund um Doc (Eoin Macken) angeschlossen und nur mit deren Hilfe kann Alice gegen die Horden von Untoten und neuen Mutanten in den Krieg zu ziehen und die Menschheit vor der absoluten Vernichtung bewahren...

Bevor Paul W.S. Anderson mit "Resident Evil: The Final Chapter" zum sechsten und angeblich letzten Mal in das von ihm selbst im Jahr 2002 erschaffene Filmuniversum eintaucht, schildert der Regisseur im Vorspann mithilfe von Voice-over seiner Partnerin und Hauptdarstellerin Milla Jovovich zunächst grobe Teile der bisherigen Handlung, um sämtliche Ereignisse bis zum Finale zu rekapitulieren. Man könnte es als gemeinen Wink mit dem Zaunpfahl an die Aufmerksamkeitsspanne der eigenen Zielgruppe auffassen, die einen ähnlich umstrittenen Ruf genießt wie der über die Jahre mehr und mehr in Verruf geratene Versuch von Anderson, ein ungemein populäres Videospiel-Franchise für die Leinwand zu adaptieren und dabei weitestgehend zu ignorieren, dass "Resident Evil" in spielerischer Form vor allem durch schleichenden Horror, ungewisses Grauen und brutale Schockmomente geprägt war, während der Regisseur eher auf Hochglanz-Action setzte. Und doch ist der sechste Teil wieder ein Schritt in die richtige Richtung und nicht mehr so lahm wie der direkte Vorgänger.


Prinzipiell spielt dieser Zwiespalt zwischen den Wurzeln der Videospiele und einer eigenen Vision im nunmehr sechsten Teil der Filmreihe aber kaum mehr eine Bedeutung. Spätestens mit "Resident Evil: Afterlife", bei dem er nach "Resident Evil" neben dem Drehbuch auch wieder selbst für die Regie verantwortlich war, hat sich Anderson ein völlig eigenes cinematisches Universum geschaffen, für das er Videospiel-Versatzstücke, kühnen Design-Wahn, dynamische Action-Setpieces und hölzerne C-Movie-Anleihen bezüglich Schauspiel und Dialoge zu einem fast schon avantgardistischen, auf pure Kinetik ausgelegten Ganzen formte. Dieser Formel folgt der Regisseur im Finale seiner Reihe ebenfalls, auch wenn "Resident Evil: The Final Chapter" zu Beginn vor allem ästhetisch geradezu der eigenen Vergangenheit hinterherhechelt. Das postapokalyptische Wüstensetting gab es bereits im besten Teil der Reihe, "Resident Evil: Extinction", zu bewundern, wobei den Machern auch hier kaum mehr einfällt, als seine stoische und zugleich graziöse Kampf-Amazone sowie unfreiwillige Klon-Kriegerin Alice mit müden Jumpscares aufzuscheuchen oder gegen leidlich beeindruckende Widersacher in Konfrontationen zu schicken, unter denen immerhin die Auseinandersetzung zwischen Alice und Isaacs auf einem wuchtigen Umbrella-Panzer hervorsticht.


Durch die vom Regisseur neu für sich entdeckte Montage, bei der jeder einzelne Schnitt in der Regel innerhalb einer Sekunde erfolgen muss, wobei die Bilder in diesem Film eher wie zerstörte Fragmente anmuten, die in unkontrollierter, rasender Frequenz am Betrachter vorbeirauschen, gelangt "Resident Evil: The Final Chapter" gefühlt schneller als wirklich erfolgt an den Ort, welcher den Ursprung der Saga darstellt. Im "Hive", dem Umbrella-Hauptquartier in Raccoon City, richtet Anderson die Architektur in tödlichen Variationen gegen die letzte Gruppe des Widerstands, die abgesehen von Alice so deutlich wie nie ohne jegliche Charakterisierung als gesichtsloses Kanonenfutter wie unbedeutende NPCs in einem Videospiel verheizt wird. Wenn sich die Protagonistin schließlich zwischen Isaacs, Albert Wesker, der "Red Queen" und einer weiteren überraschenden Person wiederfindet und mit Fragen über die eigene Identität konfrontiert wird, während sie nur Minuten vom Ende der Menschheit trennen, nutzt der Regisseur dieses Szenario keineswegs als tiefgründiges Charakterdrama.

"Resident Evil: The Final Chapter" endet so, wie "Resident Evil" begonnen hat und es ist bezeichnend, dass Anderson die eindringlichste Intensität lediglich in einem langen Korridor findet, dessen blaue Laserstrahlen schon damals im Jahr 2002 für den größten Gesprächsstoff nach dem Filmerlebnis sorgten. Albernen Trash ("Du bist gefeuert!") kann sich der Regisseur auch im auf hochtrabende Epik abzielenden Finale nicht verkneifen, doch Anderson führt auch im vermeintlich letzten Teil zusammen, was zusammengehört und trotzdem manchmal kaum zusammenpasst, so dass die Reihe zumindest höchst konsequent zu einem Abschluss gelangt, der viele zufriedenstellen dürfte, wenn auch nur aus Erleichterung, dass womöglich keine weiteren Teile mehr folgen dürften, auch wenn man das Ende als "leicht offen" bezeichnen könnte.

6/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Constantin Film
Poster/Artwork: Sony/Screen Gems/Impact Pictures

Donnerstag, 17. September 2026

Resident Evil (2026)

https://www.imdb.com/de/title/tt35538033/
https://letterboxd.com/film/untitled-resident-evil-reboot/

Für Kurierfahrer Bryan (Austin Abrams) beginnt der Tag mit einem Routineauftrag: Er soll ein biomedizinisches Paket an seinen Bestimmungsort bringen. Doch schon kurz nach der Übernahme der Lieferung gerät der Einsatz außer Kontrolle. Aus der vermeintlich gewöhnlichen Fahrt entwickelt sich innerhalb weniger Stunden ein Albtraum, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Mit jeder Station nehmen die Ereignisse eine bedrohlichere Wendung, während Bryan immer tiefer in eine Situation hineingezogen wird, deren Ausmaß er zunächst nicht begreift. Die geheimnisvolle Fracht löst eine Kette unvorhersehbarer Geschehnisse aus und macht die Nacht zu einem erbitterten Kampf ums Überleben. Je weiter der Transport voranschreitet, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Horror.

Zach Creggers "Resident Evil" ist der für mich bisher überzeugendste Versuch, den Geist der Videospielreihe ins Kino zu übertragen. Statt erneut die Geschichten von Chris Redfield, Jill Valentine oder Leon S. Kennedy nachzuerzählen, bringt Cregger eine eigenständige Geschichte: Der Uber-Kurier für medizinische Sachen Bryan (Austin Abrams) gerät auf einer letzten Fahrt nach Raccoon City mitten in einen Situation, die er gar nicht begreifen kann und muss eine geheimnisvolle biomedizinische Fracht durch eine Nacht voller Monster und Mutationen bringen. Und wie atmosphärisch das ist! Cregger, der mit "Barbarian" und "Weapons" bereits bewiesen hat, dass er Horror effektiv inszenieren kann, setzt hier weniger auf Dauerfeuer als auf Unsicherheit, Enge und Ressourcenknappheit. Genau das entspricht seiner Vorstellung von "Resident Evil" als Survival Horror und nicht als reiner Actionfilm. Munition und Heilmittel sind knapp, jeder Schuss hat Konsequenzen - ein ungewöhnlich konsequenter Versuch, eine typische Spielmechanik filmisch umzusetzen. Austin Abrams erweist sich dafür als passende Hauptfigur. Bryan ist kein übermenschlicher Actionheld, sondern ein gewöhnlicher Mensch, der zunehmend von den Ereignissen überfordert wird. Dadurch entsteht tatsächlich das Gefühl, dass jede Begegnung mit einem Gegner gefährlich sein könnte. Zudem versucht der Film erfreulicherweise nicht, seine Figuren durch permanente One-Liner künstlich cool erscheinen zu lassen. Und - man! - ist das spannend! Gerade weil die Hauptfigur ständig in Gefahr ist, fiebert man von Beginn an mit. Und man lacht über wiederkehrende Gags, wie zum Beispiel das Schlösser eben nicht so einfach zu knacken sind, wie es einem andere Filme weis machen wollen. Oder eben, dass Autos nicht das Allheilmittel sind, um irgendwo wegzukommen. Herrlich.

Auch die Monster funktionieren. Die Zombies (die im Film niemals so genannt werden) und mutierte Kreaturen sind nicht bloß digitale Zielscheiben, sondern werden als reale (und oft kreative) Bedrohung inszeniert. Cregger setzt dabei bewusst auf vertraute Elemente des Spiels - darunter den (hier nicht näher benannten) T-Virus, bekannte Heilgegenstände, Waffen und weitere Easter Eggs. Für Kenner gibt es einiges zu entdecken, ohne dass der Film für Neueinsteiger zu einem reinen Insidergag verkommt. Gerade diese Balance ist bemerkenswert, denn "Resident Evil" geht einen riskanten Weg. Cregger erzählt ausdrücklich keine direkte Adaption eines bestimmten Spiels. Die Handlung ist vielmehr eine neue Geschichte innerhalb des bekannten Universums und spielt zeitgenössisch in einem winterlichen Raccoon City. Das entfernt den Film zwar von der konkreten Ästhetik der ursprünglichen Spiele, gibt ihm gleichzeitig genug Freiheit, eine eigene Identität zu entwickeln.


Und das ist gut so. Creggers Entscheidung, die Geschichte in die Gegenwart zu verlegen, wirkt bodenständig, obwohl die Handlung trotz ihrer eigenständigen Ausgangslage ziemlich geradlinig verläuft. Einige Nebenfiguren bleiben eher funktional, manche sind notwendiges Übel und stören sogar etwas, sind aber wichtig für die entscheidende Information. Und sobald der Film stärker auf Action setzt, verliert er etwas von der beklemmenden Atmosphäre seiner ersten Hälfte. Trotzdem ist genau dieser Survival-Horror-Fokus das entscheidende Argument für den Film. Nach den Paul-W.S.-Anderson-Filmen, die sich zunehmend vom Horror zum bombastischen Actionkino entwickelten, und dem ebenfalls nur bedingt gelungenen Reboot "Welcome To Raccoon City" findet Cregger wieder zurück zu dem Gefühl, das die Spiele ursprünglich ausgezeichnet hat: Nicht der Held kontrolliert die Situation - die Situation kontrolliert den Helden. Selbst die bewusste Beschränkung auf einen kleineren Ausschnitt der umfangreichen "Resident Evil"-Mythologie ist deshalb eine gute Entscheidung. Cregger hat selbst erklärt, dass er sich nicht in der immer komplexer gewordenen Lore verlieren wollte, sondern die Atmosphäre und das grundlegende Konzept in den Mittelpunkt stellen wollte. Und das ist ihm vollauf gelungen. 

Handwerklich ist das Ganze erfreulich solide. Kamera, Produktionsdesign, Creature Effects und Sound arbeiten konsequent auf Atmosphäre hin. Besonders die winterliche Umgebung gibt Raccoon City einen passenden Look und verhindert, dass der Film wie eine bloße Kopie bekannter Spiele-Szenarien wirkt. Gleichzeitig bleiben genügend vertraute Details erhalten, damit Fans sofort erkennen, in welcher Welt sie sich befinden. Damit avanciert "Resident Evil" nicht zu der die perfekten Videospielverfilmung und schon gar nicht zu einer 1:1-Adaption. Dafür ist Creggers Film zu eigenständig. Aber gerade darin liegt seine Stärke. Er versteht, dass "Resident Evil" nicht primär von komplizierter Mythologie oder möglichst vielen bekannten Figuren lebt, sondern von Atmosphäre, Ressourcenknappheit, klaustrophobischer Spannung und dem unangenehmen Gefühl, nie wirklich vorbereitet zu sein. Austin Abrams trägt die Geschichte überzeugend, die Kreaturen machen Spaß und die zahlreichen spielerischen Details wirken meist organisch statt aufgesetzt. Lediglich die Begegnung im Mittelteil, die zweifelsohne wichtig für die Story ist, will für mich irgendwie nicht so recht passen. Und dennoch ist dies endlich wieder ein "Resident Evil", der sich wie "Resident Evil" anfühlt - und nicht wie ein gewöhnlicher Actionfilm mit Zombies. 

PS: Lieber Zach Cregger, sollten Sie das lesen... wie wärs mit "Dead Space"? 😉

8/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Constantin Film/Subconscious/Vertigo Entertainment/Davis Films/Columbia Pictures/PlayStation Productions/TriStar Pictures

Sonntag, 17. März 2013

Resident Evil: Retribution (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1855325/

Während das tödliche T-Virus weiter auf der Welt wütet und die Bevölkerung in fleischfressende Zombies verwandelt, erwacht Alice (Milla Jovovich) in der Zentrale der Umbrella Corporation. Dort lässt ihre einstige Freundin Jill Valentine (Sienna Guillory), mithilfe des Supercomputers Red Queen, in zahlreichen Simulationskammern unterschiedliche Waffen- und Systemtests durchführen. Der Weg in die Freiheit führt Alice und ihre Mitstreiter, darunter Spionin Ada Wong (Li Bingbing), einmal quer durch die mit grässlichen Monstern gespickte Zentrale. Gemeinsam kämpfen sich die neuen Verbündeten und alten Freunde durch die unterirdischen Großstadtsimulationen von Tokio, New York, Washington D. C. und Moskau, um einer feindseligen Welt am Rande des Zusammenbruchs zu entkommen. Der Countdown hat begonnen.


Eines muss man Regisseur Paul W. S. Anderson einfach lassen. Er zieht sein Ding durch, auch wenn es pure substanzlose Zeitverschwendung ist. Mit "Resident Evil: Retribution" beweist er erneut, dass er genau der Richtige ist, wenn es um Filme geht, die keine Story brauchen, aber audiovisuell die volle Dröhnung bieten. In "Resident Evil: Retribution" geht der Kampf der Amazone Alice (Milla Jovovich) weiter. Nachdem sie in einem verlassenen Fabrikkomplex aufwacht, entdeckt sie dort wichtige Hinweise zu ihrer Vergangenheit. Gleichzeitig breitet sich das Zombie-Virus der Umbrella Corporation über den gesamten Globus aus und verwandelt die Menschheit in seelenlose Untote. Um die Hintermänner der Seuche zur Rechenschaft zu ziehen, begibt sich Alice auf eine Verfolgungsjagd über verschiedene Kontinente. Sie reist nach Tokio, New York, Washington und schließlich zum Showdown nach Moskau. Doch hier erwartet sie eine Entdeckung, welche die Zukunft der Menschheit vor eine völlig neue Situation stellt.

Man kann durchaus behaupten, der fünfte Teil der Actionreihe präsentiert sich kolossal, bildgewaltig und episch. Das 3D-Gewand des Streifens macht durchaus Spaß und auch die blutigen Effekte finden Zuspruch. Allerdings trifft auf Teil 5 natürlich dasselbe zu, wie schon beim Vorgänger. Filmemachen bedeutet nicht nur, handwerklich was auf die Beine zu stellen. Es sollte auch was dahinter sein, zum Beispiel eine gute Story. "Resident Evil: Retribution" lässt diese fast völlig vermissen und ist so nur ein knapp 90 Minuten langer Videoclip, der fast an seiner Überdosis Action erstickt. Klar wird den Fans des Franchise bewusst sein auf was sie sich einlassen und allein Ada Wong ist Grund genug für die Testosteron-getriebene männliche Kinozuschauerschaft, sich den Film anzusehen. Warum laufen nicht eigentlich immer alle Frauen im Winter/Arktis in High Heels mit bis zu den Hüften geschlitztem Kleid rum? - eines der Rätsel der Menschheit.

Nüchtern betrachtet bietet also "Resident Evil: Retribution" ansonsten wenig sehenswertes Neues. Innerhalb der Levelbasiert aufgebauten Story bedient man sich bei sich selbst und läßt Episoden der bisherigen 4 Teile wieder aufleben. Die 3D-Effekte sind routiniert und bieten nur mittlerweile gängige/lahme dem Zuschauer um die Ohren fliegende Geschosse, etc. Die U-Boot-Basis, die ich lieber in einem James Bond-Film gesehen hätte, wird hier wie Perlen vor die Säue geschmissen. Schade. Am Ende ist die Story mit einem Mega-Cliffhanger wieder total offen und der Resident-Evil-Junkfood-Fan wird nach Teil 6 hungern. Naja.

5/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Constantin Film
Poster/Artwork: Sony/Screen Gems/Impact Pictures

Sonntag, 26. August 2018

バイオハザード ヴェンデッタ - Baiohazādo Vendetta - Resident Evil: Vendetta (2017)

https://www.imdb.com/title/tt5776208/

Der skrupellose Waffenhändler Glenn Arias will Rache für den Tod seiner Familie, weswegen er in New York einen hochgefährlichen Virus auf die Menschheit loslassen will. Die dadurch in Gang gesetzte Krankheit würde äußerst brutal und in der Regel tödlich verlaufen. Captain Chris Redfield von der Bioterrorism Security Assessment Alliance (kurz BSAA) wird damit beauftragt, die Katastrophe abzuwenden und den Todesboten dingfest zu machen. Aus persönlichen Gründen ist Chris auch ganz scharf darauf, Arias auszuschalten. Als Unterstützung holt er sich die Hilfe von Regierungsagent Leon S. Kennedy sowie Professor Rebecca Chambers vom Alexander Institute of Biotechnology. Gemeinsam wollen sie den Verantwortlichen in die Knie zwingen und die Bewohner des Big Apple vor dem drohenden Tod bewahren...

Im Gegensatz zu den Realfilmen halten die Animationsfilme von "Resident Evil" ein konstant gutes Level. "Resident Evil: Vendetta" ist wie die Vorgänger "Resident Evil: Degeneration" und "Resident Evil: Damnation" eine optisch bärenstarke Anekdote aus dem Universum der Spielreihe, die einige bekannte Figuren mitbringt und stylische Kampfeinlagen zu bieten hat. An der Gewaltschraube hat der Teil nochmal gedreht, der Bodycount ist höher als in den Vorgängern. Dafür wagt sich die Geschichte keinen Millimeter in neue Gefilde. Ein extrem bösartiger Antagonist, der einen Zombievirus freisetzt, um sich an der Regierung zu rächen. Chris Redfield und Leon Kennedy stellen sich dem entgegen. Das wars, Handlung erzählt. Der Film bläht das zum Glück nicht sonderlich auf, verwurstet zwar Berge an Klischees, geht aber immer zügig vorwärts. Leerlauf droht keiner, denn der nächste Zombie, der vorzugsweise mit einem Specialmove gekillt werden will, ist nie weit entfernt. Vielleicht nicht sehr kreativ, aber doch irre cool. Und vor allem schlägt hier tatsächlich das Herz der Spiele.

7/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Digital Frontier

Freitag, 2. Mai 2014

Resident Evil: Afterlife (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1220634/

In dem nun schon vierten Teil der Resident Evil-Reihe wurde schon fast die gesamte Menschheit in eine Horde lebendiger Untoter verwandelt. Diese sind stets auf der Suche nach dem inzwischen selten gewordenen Menschenfleisch und haben große Teile des Erdballs in Ödland verwandelt. Die inzwischen kampferprobte Power-Amazone Alice (Milla Jovovich) macht sich auf die Reise nach Los Angeles, in der Hoffnung sich dort mit einer Gruppe Überlebender niederzulassen und an einer gemeinsamen Zukunft feilen zu können. Doch weit gefehlt – auch hier hat sich der tödliche Virus der Umbrella Corporation längst ausgebreitet. Alice hat nun endgültig genug und entschließt sich dem skrupellosen Konzern ein für alle mal den Gar auszumachen.

Der Titel weist auf die Story des Films hin, welche nach den Vorgängen in "Resident Evil: Extinction" spielen. Allerdings ist die Handlung getränkt von Logikbrüchen, z.B wurde in Teil 3 allen weis gemacht erzählt, die Welt wäre eine Wüste geworden, hier, in "Resident Evil: Afterlife" sieht man aber beispielsweise Tokio in all seiner technologischen Pracht. Was hier and kreativer Handlung fehlt, wird natürlich mit genialen Effekten und einem Upgrade der Zombies ausgeglichen. Keine unnötige Zensur, dafür leider ein fürchterlicher Soundtrack. Zu Beginn hat man den Eindruck, Paul W. Anderson möchte nur ein paar schöne Bilder zeigen, die - das muss man zugeben - in 3D schon gut herüber kommen. Aber es nervt , dass in der ersten halben Stunde das der Film keine Dynamik aufbaut und sich so nur Optik an Optik reiht. Wenn man darüber hinweg sehen kann, wird der Film sogar zunehmende etwas besser und nimmt an Fahrt auf als dann die Zombies kommen. Er kann mit seinen Horror- und Actionszenen sogar überzeugen und damit den eingefleischten Fan ganz gut unterhalten. Ein sehr großer Kritikpunkt ist allerdings eine kopierte Szene aus dem Film "Matrix", in der eine Protagonistin einen Rückwärtssprung aus einem Gebäude macht.

Zusammenfassend kann man nur sagen: "Afterlife" bietet ein Spektakel an 3D-Effekten und reichlich Action, erzählt aber eine überflüssige und teils aus dem Zusammenhang gerissene Story, die nur wenig über die eigentliche "Resident Evil"-Zombie-Apokalypse aussagt und noch dazu mit einer seltsam unrunden Endszene abschließt. Ja na klar sollte das auf einen weiteren Teil hindeuten, aber so beendet man einfach keinen Film.

6/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Constantin Film
Poster/Artwork: Sony/Screen Gems/Impact Pictures

Sonntag, 10. Februar 2013

バイオハザード ダムネーション - Baiohazādo: Damunēshon - Resident Evil: Damnation (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1753496/

US-Special-Agent Leon S. Kennedy schmuggelt sich in ein kleines osteuropäisches Land ein, um Gerüchten nachzugehen, nach denen bioorganische Waffen (BOW) im Krieg eingesetzt werden. Kurz nach seiner Infiltration ruft ihn die amerikanische Regierung zur sofortigen Rückkehr auf. Doch Leon will die Wahrheit wissen, ignoriert den Befehl und stürzt sich entschlossen in den Kampf, um weitere Tragödien durch die BOW zu verhindern.


Der zweite Teil der "Resident-Evil"-Animationsfilme. Was gleich positiv auffällt: die Animation ist bei Weitem nicht mehr so hölzern wie noch im Vorgänger. Selbst die Umgebung wirkt nun noch realistischer durch bessere Light&Shade-Ausnutzung. Die Story ist auch ein wenig ausgefeilter und die vielen nicht gerade blutarmen Szenen wesentlich besser in Szene gesetzt. Insgesamt bringt dieser Teil das "Resident Evil"-Feeling wesentlich besser rüber und auch die Mutanten/Monster sind für "Resident Evil"-Verhältnisse nicht so maßlos übertrieben. Offenbar hat man im Animationssektor dazu gelernt und legt nun mehr Wert auf das drumherum. Bei den zahlreichen Actionszenen sind gerade die (passend eingesetzten) SlowMo-Sequenzen gigantisch. Gut so.

7/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Digital Frontier

Mittwoch, 23. April 2014

Resident Evil: Apocalypse (2004)

http://www.imdb.com/title/tt0318627/

Das tödliche Virus hat sich über Raccoon City ausgebreitet: Die Geschichte beginnt an der Stelle, an der der erste Teil endete. Alice (Milla Jovovich) wurde von der mächtigen Umbrella Corporation für ein biogenetisches Experiment missbraucht und hat durch Genmanipulation übernatürliche Kräfte entwickelt. Ihre Sinne wurden verschärft, ihre körperliche Gewandtheit optimiert. Diese Eigenschaften und einiges mehr sind jedoch auch unbedingt nötig, um in der verwüsteten Stadt überleben zu können. Alice ist jedoch nicht allein. Jill Valentine (Sienna Guillory), ein kürzlich degradiertes Mitglied der Umbrella Corporation-Spezialeinheit, schließt sich ihr an. Gemeinsam versuchen sie von dem Ort, der sich mehr und mehr zu einer Stadt der Toten entwickelt, zu fliehen. Keine leichte Aufgabe, denn sie müssen sich zusammen mit vier anderen Überlebenden ihren Weg durch die unnachgiebigen Angriffe der ausgehungerten Untoten erkämpfen. Aber auch die Umbrella Truppen, ausgestattet mit fürchterlichen Biowaffen, versuchen ihre Flucht zu verhindern. So lange es ihnen nicht gelingt, den von der Umbrella Corporation gezüchteten Riesen-Mutanten des Nemesis-Projektes zu besiegen, werden Alice und ihre Helfer diese Apokalypse nicht überleben.

Gegenüber des gelungenen Erstlings verliert "Resident Evil: Apocalypse" schon deutlich an Fahrt. Genauer knüpft der Film so halb ans Ende vom Vorgänger an, und zeigt wie eine Handvoll unvorsichtige Wissenschaftler dafür sorgen, dass die Seuche den Hive verlassen darf. Und dabei stimmt dieses Szenario eigentlich, um eine spannende Flucht aus Raccoon City und so einen fetzigen Action-Zombiethriller zu drehen, doch insgesamt kränkelt Teil 2 der Saga am unprätentiösen Auftreten Milla Jovovichs und der Tatsache, dass jetzt plötzlich zuviele potentielle Hauptfiguren in der Suppe herumrühren. Thomas Kretschmann als fieser Konzernchef hingegen war allerdings herausragend.

Letztlich ist "Resident Evil: Apocalypse" nicht der zu erwartende Horrorstreifen geworden, sondern - genau wie der Vorgänger - ein Sci-Fi-Zombie-Actioner, der durch schnelle Bildschnitte, etwas cooler gestylten Kampfszenen (ob mit Waffe oder ohne) und etlichen Explosionen und karg gesäter Bildgewalt aufwarten wollte. Funktioniert leider nur stückchenweise.

6/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Constantin Film
Poster/Artwork: Sony/Screen Gems/Impact Pictures

Dienstag, 22. April 2014

Resident Evil (2002)

http://www.imdb.com/title/tt0120804/

In einem geheimen Genforschungslabor der Umbrella Corporation wird bei einem biochemischen Unfall ein tödliches Virus freigesetzt. Sämtliche Mitarbeiter werden von dem mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten internen Zentralcomputer, Red Queen, per Nervengas eliminiert – um wenig später als mörderische Zombies wieder aufzuerstehen. Um die Verbreitung des Virus aufzuhalten, wagt sich ein Spezialkommando in die Katakomben. Angeführt wird das Team dabei von den Kampfbräuten Alice (Milla Jovovich) und Rain (Michelle Rodriguez). Alice ist als einzige Überlebende des tödlichen Vorfalls die entscheidende Waffe gegen den verheerenden Outbreak. Ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen eine Horde wildgewordener fleischfressender Untoter und Mutanten, beginnt.

Und das Endergebnis war zwar kein Kracher, aber immerhin ein Film, der so was wie ein Stückchen Unterhaltung zu bieten hatte. Storytechnisch orientiert sich der Streifen nur grob an seiner Videospielvorlage, die ich nur wenig kenne. Wenige Details wurden übernommen und einige Eigenidee hinzugefügt. In den ersten Minuten gelingt es dem Film sogar, die Atmosphäre des ersten Games einzufangen. Allerdings auch nur wirklich ein paar Minuten. Den Rest der Laufzeit präsentiert Regisseur Paul W.S. Anderson einen Action-Horror-Streifen, der kurzweilige und stellenweise eben auch gute Unterhaltung bietet. Um den Zuschauer auch bei der Stange zu halten, wurden ebenfalls einige nette Schockmomenten integriert, die aber ab einem gewissen Zeitpunkt etwas nerven. In Sachen Schauspieler bekleckert sich "Resident Evil" nicht gerade mit Ruhm, was man aber Angesichts des Genres auch kein Problem ist und man doch noch verschmerzen kann. Milla Jovovich wirkt in ihrer Rolle als Hauptfigur Alice noch etwas zögerlich, Michelle Rodriguez als knallhartes und taffes SWAT-Mitglied hingegen sorgt für einige coole Sprüche und hat ihrer Rolle besser unter Kontrolle.

Nicht sonderlich gute Arbeit hat auch die Spezial Effekt- Abteilung zu verbuchen. Die Effekte sehen nicht immer gut aus und auch das Zombie-Make-Up überzeugt nur bedingt. Zwar wurde sich im Bereich Spezial- Make-Up-Effekt ein Beispiel an Romero’s "Dawn Of The Dead" genommen, nur leider nicht ganz mit der nötigen Raffinesse. Als Fan schöner Zombie-Attacken vermisst man auch schmerzlich die deftigen Bluteinlagen, die hier eindeutig zu kurz kamen.

"Resident Evil" ist im Gesamtbild sicher keine extrem gut gelungene Videospieladaption oder ein einwandfreier Zombiefilm. Dafür ist er aber ein recht kurzweiliger, rasanter Action-Horrorfilm, mit coolem Soundtrack und spannender Story - mit kleinen Defiziten im Handwerk.

7/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Constantin Film
Poster/Artwork: Sony/Screen Gems/Impact Pictures

Samstag, 9. Februar 2013

バイオハザード:ディジェネレーション - Baiohazādo: Dijenerēshon - Residet Evil: Degeneration (2008)

http://www.imdb.com/title/tt1174954/

Sieben Jahre nach der Tragödie von Racoon City bringt ein Zombie-Angriff auf den Flughafen von Harvardville den Spezial-Agenten Leon S. Kennedy und die furchtlose Claire Redfield wieder zusammen. Doch dieser Vorfall ist nur der Anfang einer lebensgefährlichen Jagd nach dem Terroristen Curtis, der in Racoon City seine ganze Familie verloren hat und nun nach Rache sinnt. Nur wenige Eingeweihte wissen, dass bei WillPharma der G-Virus gelagert wird, der Menschen zu Monstern macht. Curtis schafft es, in die Hochsicherheitszone einzudringen und sich den Virus selbst zu injizieren. Können Claire und Leon den Amoklauf aufhalten, bevor sich die Geschichte wiederholt?

Bei den "Resident Evil"-Animationsfilmen wird ja schon gern mal "ein wenig" übertrieben, was die Mutanten und Monster (vor allem gegen Ende) angeht. Aber in diesem animiertem Filmchen wird das alles noch getoppt. Die Story an sich ist eines "Resident Evil" würdig und trotzdem verliert sich der recht brutale Film zunehmend in Klischeés und Vorhersehbarkeit. Man merkt auch quasi in jeder Actionszene (und davon gibt es viele), dass der Film aus Japan kommt. Die Animation reicht dabei von überwältigend (was zum Beispiel Explosionen und Brände, sowie Wassereinbrüche und Umgebungen angeht) bis gerade noch gut (was die noch recht steife Animation der Figuren an sich betrifft). Aber daran gewöhnt man sich schnell. Insgesamt also gar nicht mal so schlecht.

6,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Digital Frontier

Donnerstag, 24. April 2014

Resident Evil: Extinction (2007)

http://www.imdb.com/title/tt0432021/

Fast 99 Prozent der Erdbevölkerung sind mittlerweile durch das todbringende T-Virus der Umbrella Corporation infiziert. Bis an die Zähne bewaffnet, treten Carlos, L.J., Claire, K-Mart und Nurse Betty die Flucht aus den zerstörten Städten an, in der Hoffnung noch weitere nicht infizierte Überlebende zu finden. Alice folgt dem Convoy, bereit an der Seite ihrer Mitstreiter gegen die lauernden Untoten und düsteren Machenschaften der Umbrella Corporation zu kämpfen. Doch dies ist nicht Alices einziger Kampf: genetisch manipuliert von Dr. Isaacs Experimenten, kann sie sich selbst nicht mehr trauen. Ihr letzter Ausweg ist, die Umbrella Corporation endgültig zu vernichten.

Stapfte und stolperte sich der Cast im Vorgänger noch mehr oder weniger orientierungslos durch die Geschichte - was dem Film zu einem mehr oder minder guten Trash-Charakter verhalf - so weiß hier jeder um seine Rolle und füllt diese nach klassischer Manier bestens aus. Tiefgründig geschrieben ist das mal wieder nicht, wir befinden uns ja immernoch im Game-Adaption-Zombie-Horror-Virus-Terrain, welches Writer Paul W.S. Anderson mal wieder in bekannter Gewohnheit solide kartografiert. Originell geht (mal wieder) anders und zwischenzeitlich gleicht der Film einer Mischung aus "Mad Max" und "Die Vögel", aber Anderson lag einfach schon immer eher das Anwenden, denn das Kreieren.

Der angesprochene Trash-Faktor fällt in Runde drei wesentlich geringer aus: Zunächst ist der Soundtrack wieder erträglich und sogar zeitweise richtig gut, die Dialoge sind soweit reduziert, dass zum Kopfschütteln wenig übrig bleibt und Taschenspielertricks wie Nebel, Gewitter und ähnliche Banalitäten erspart uns Regisseur Russell Mulcahy durchweg. Stattdessen punktet "Resident Evil: Extinction" mit schön gezeichneten Kontrasten zwischen endzeitlich-heller Wüstenumgebung und den steril-beklemmenden Interieurs des verschiedenen Umbrella-Hives.

Dieses Konzept geht gut auf und auch sonst stimmt die Optik - im Vergleich zu den Vorgängern sind die Effekte und Infizierten-Designs noch ein Stück hochwertiger - und weiß mit langsamen Kamerafahrten und starker Fotografie zu überzeugen. Trotz mehreren vergangenen Jahren zwischen Teil 2 und 3 sind hier einige Bekannte aus dem Vorgänger an Bord. Demnach gibt es eher funktionales, als überwältigendes Schauspiel. Schön ist, dass die Geschichte schön weitergesponnen und von Film zu Film auf ein größeres Maß hochskaliert wurde: aus dem Hive in die Stadt, aus der Stadt in die Welt. Und was kommt jetzt? Aus der Welt in die Milchstraße? Für solchen Quark bedarf es wohl noch ein paar Durchgängen, immerhin: der Schluss legt den Grundstein für völlig überbordenden Action-Wahnsinn. Nett.

7,5/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Constantin Film
Poster/Artwork: Sony/Screen Gems/Impact Pictures

Donnerstag, 10. September 2026

バイオハザード: インフィニット ダークネス - Baiohazādo: Infinitto Dākunesu - Resident Evil: Infinite Darkness (2021)

https://www.imdb.com/de/title/tt13173144/
https://letterboxd.com/film/resident-evil-infinite-darkness/

Als Unbekannte auf geheime Daten des Weißen Hauses zugreifen, wird Bundesagent Leon S. Kennedy (Stimme im Original: Nick Apostolides) zum Sitz des US-Präsidenten entsandt, um den Vorfall zu untersuchen. Dort dauert es jedoch nicht lange, bis die Lichter ausgehen und Zombies das Gebäude angreifen. Kurz nachdem er die Attacke zusammen mit einigen anderen Agenten abwehren konnte, trifft Leon im Weißen Haus auf seine alte Bekanntschaft Claire Redfield (Stephanie Panisello), die nach wie vor Betroffene von Biowaffen-Anschlägen und anderen Katastrophen nach Kräften unterstützt. Claire zeigt ihm die mysteriöse Zeichnung eines Jungen vom anderen Ende der Welt, auf dem offenbar das Opfer einer Virus-Infektion zu sehen ist. Wie sich bald herausstellt, gibt es einen Zusammenhang zwischen dem rätselhaften Bild und dem Vorfall im Weißen Haus. Leon und Claire gehen der Sache auf den Grund...

https://www.imdb.com/title/tt13357924/
1. Episode 1(Episode 1)
Im Jahr 2000 wird ein US-Hubschrauber im Land Penamstan abgeschossen; die Besatzung wird von der einheimischen Bevölkerung angegriffen. Entgegen ihren Befehlen landet die Einheit „Mad Dogs“ und versucht, die Besatzung zu retten. Sechs Jahre später arbeitet Claire als Helferin in Penamstan und stößt auf Hinweise, dass die Überlebenden des anhaltenden Konflikts biologisch-organischen Waffen (B.O.W.s) ausgesetzt waren. Kurz darauf wird das Weiße Haus Ziel eines Hackerangriffs, woraufhin sich mehrere Mitarbeiter infizieren. Da Hinweise auf China hindeuten, werden Leon, Shen May und Jason – der Held von Penamstan - mit einem U-Boot auf eine Geheimmission geschickt. Vor dem Aufbruch trifft Leon im Weißen Haus auf Claire, die ihn über ihre Entdeckung informiert. - 6,5/10

https://www.imdb.com/title/tt14806446/
2. Episode 2 (Episode 2)
Leon, Jason und Shen May steuern ihr U-Boot in chinesische Gewässer, während Claire Nachforschungen über das Schicksal der "Mad Dogs" anstellt. Deren Mission wird in einer Rückblende gezeigt: Die "Mad Dogs" hatten zwar einen Überlebenden gerettet, konnten jedoch nur dessen infizierten Körper zurückbringen. An Bord des U-Boots greifen rattenartige B.O.W.s an und töten die Besatzung. Leon, Jason und Shen May verlassen das U-Boot gemeinsam in einer Rettungskapsel, kurz bevor es sich selbst zerstört. Verteidigungsminister Wilson schiebt die Schuld für die Zerstörung einer nahegelegenen chinesischen Flotte zu. In einem Unterschlupf in Shanghai kommt ans Licht, dass Shen May und Jason gemeinsam daran arbeiten, Wilsons Verwicklung in die Geschehnisse in Penamstan aufzudecken; dort waren die "Mad Dogs" infiziert worden, als sie die Erprobung von B.O.W.-Soldaten störten. Leon weigert sich, Jason und Shen May zu unterstützen. Als er sie zur Rede stellt, erschießt er scheinbar Jason, während Shen May die Flucht gelingt. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt14806448/
3. Episode 3 (Episode 3)
Claire untersucht das Haus des letzten Überlebenden der „Mad Dogs“ (neben Jason), doch dieser hat bereits Suizid begangen. Es kommt ans Licht, dass die Soldaten der Einheit während ihres Einsatzes in Penamstan infiziert wurden. Währenddessen folgt Leon Shen May zum Haus ihres Großvaters. Nachdem er sich gewaltsam Zutritt verschafft hat, stellt sich heraus, dass Shen Mays Bruder jener Soldat war, der von den "Mad Dogs" gerettet wurde; er war jedoch bereits mit dem Virus infiziert und verwandelte sich, als die "Mad Dogs" ihn zur Basis zurückbrachten. Shen Mays Großvater brachte ihn später nach China, und die "Mad Dogs" arbeiteten als Wilsons private Militärtruppe, um weiterhin mit Medikamenten versorgt zu werden, die den Ausbruch ihrer eigenen Infektion verhinderten. Shen May arbeitete mit Jason zusammen, um Wilson zu entlarven. Als Shen May Leon die Informationen anbietet, mit denen Wilson überführt werden könnte, wird das Haus zerstört; Shen Mays Großvater und ihr Bruder kommen dabei ums Leben. Leon und Shen May entkommen mit den Beweisen und bereiten sich darauf vor, Wilson bloßzustellen, während Claire von Wilsons Männern gefangen genommen wird, nachdem sie versucht hat, ihn wegen seiner Machenschaften zur Rede zu stellen. - 6,5/10

https://www.imdb.com/title/tt14806450/
4. Episode 4 (Episode 4)
Claire erwacht in einem Labor, nachdem sie von Wilsons Männern gefangen genommen wurde, während Präsident Graham ein Friedensabkommen mit der Regierung von Penamstan vorbereitet. Wilson enthüllt, dass er Supersoldaten züchtet, um sie gegen die Feinde der Vereinigten Staaten einzusetzen. Er versucht, Claire zur Zusammenarbeit zu bewegen, doch sie lehnt ab. Jason taucht wieder auf und verwandelt sich in eine B.O.W., gerade als Leon und Shen May eintreffen. Jason infiziert Wilson und kämpft gegen Leon und Shen May, während er versucht, seine Existenz der Welt zu offenbaren. Leon rettet Claire, nachdem Jason Shen May getötet hat. Gemeinsam versuchen sie zu verhindern, dass Jason sich der Öffentlichkeit preisgibt, während das Labor durch Säure zerstört wird. Leon und Claire entkommen, während Graham das Friedensabkommen mit Penamstan schließt. Wilson bleibt im Verborgenen und ist auf von Tricell bereitgestellte Hemmstoffe angewiesen. Nach ihrer Genesung trennen sich die Wege von Leon und Claire; Leon weigert sich, die Informationen über Wilsons Komplott zu veröffentlichen, schwört jedoch, sie zu nutzen, um den weiteren Einsatz von B.O.W.s zu unterbinden. - 6/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Netflix/Quebico/TMS Entertainment/Capcom

Dienstag, 12. Dezember 2023

Breach - Anti-Life: Tödliche Bedrohung (2020)

https://www.imdb.com/title/tt9820556/

Im Jahr 2242 verlässt das Raumschiff Herkules mit mehr als tausenden Überlebenden an Bord die Erde. Grund dafür ist eine verheerende Seuche. Auf einem fremden Planeten soll der Fortbestand der Menschheit gesichert werden, doch an Bord gibt es einen blinden Passagier: Ein fremdartiger Organismus. Dieser ergreift nach und nach Besitz von immer mehr Crew-Mitgliedern. Doch der hartgesottene Clay Young (Bruce Willis) stellt sich zusammen mit seiner Crew dem tödlichen Wesen entgegen. Die interstellare Arche darf nicht scheitern...

Wer schon immer mal wissen wollte, wie die zusammengetackerten Plots von "Alien", "Das Ding aus einer anderen Welt" und "Resident Evil" in einer mäßig budgetierten Verfilmung aussehen würden, kann bei "Anti-Life" einen Eindruck davon gewinnen. Der überschaubar spannende Film klaut sich munter alles zusammen was er so braucht und geht dabei noch nicht einmal besonders clever vor. Die Story ist seicht und jeder Darsteller zeigt eine "Sind wir hier bald fertig? Ich hab keine Lust mehr."-Attitüde. Physikalische Gesetze gelten im Weltraum anscheinend auch nicht mehr und vom logischen Standpunkt her braucht man gar nicht erst anfangen. Doch für ein B-Movie sind immerhin die Ausstattung und die Effekte passabel, etwas Action gibt es allerdings erst gegen Ende. Bis dahin regiert eher Langeweile, denn die Atmosphäre einer Nostromo erreicht dieses Schiff zu keiner Zeit. Der Cast aus (ehemals) namhaften Darstellern ist erstaunlicherweise keine völlige Mogelpackung. Bruce Willis mischt ziemlich umfangreich mit, kann seinen rapiden Niedergang aber mit diesem Auftritt allenfalls abbremsen, und das auch nur mit viel Wohlwollen. Thomas Jane, der nur ein paar Minuten bekommt, und Rachel Nichols, die eine bessere Nebenrolle begleitet, waren in der Vergangenheit auch schon mal besser unterwegs. Unterdurchschnittlicher Sci-Fi-Horror ohne eigene Ideen, dafür mit unverhohlener Trash-Attitüde.

3/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Koch Films
Poster/Artwork: Film Mode Entertainment

Montag, 17. August 2026

Worldbreaker (2025)

https://www.imdb.com/title/tt14264694/
https://letterboxd.com/film/worldbreaker/

Nachdem die Breakers aufgetaucht sind – Wesen, die ihre Opfer infizieren und verwandeln – bricht die bestehende Ordnung zusammen. Zunächst fallen die Männer, wodurch Frauen gezwungen sind, den bewaffneten Widerstand zu übernehmen. Willas (Billie Boullet) Mutter (Milla Jovovich) gehört zu den gefürchtetsten Kämpferinnen dieses Krieges, während ihr vom Erlebten gezeichneter Vater (Luke Evans) sich mit der Tochter auf eine abgelegene Insel zurückgezogen hat, um sie dort auf das Überleben vorzubereiten. Abgeschieden von der Außenwelt scheint ihr Alltag zunächst sicher, bis ein fremdes Mädchen an der Küste angespült wird. Aus dem Wunsch nach Nähe nimmt Willa sie heimlich bei sich auf. Als verborgene Wahrheiten ans Licht kommen, gerät der fragile Schutzraum in Gefahr.

Mit "Worldbreaker" versucht Regisseur Brad Anderson, aus einer klassischen Endzeitgeschichte über eine zerrüttete Welt, monströse Kreaturen und den Überlebenskampf einer Familie ein etwas persönlicheres Science-Fiction-Drama zu machen. Die Ausgangslage klingt durchaus reizvoll: Eine Katastrophe hat die Welt verändert, sogenannte „Breakers“ bedrohen die verbliebene Menschheit, und auf einer abgelegenen Insel bereitet ein vom Krieg gezeichneter Vater seine Tochter Willa auf das Überleben vor. Dazu kommen Milla Jovovich als kampferprobte Mutter und ein grundsätzlich interessantes Szenario, das irgendwo zwischen "Resident Evil" und klassischem Creature Feature angesiedelt ist. Leider bleibt von diesem Potenzial erstaunlich wenig übrig. Das größte Problem von "Worldbreaker" ist dabei nicht einmal sein vergleichsweise kleines Budget, sondern die Entscheidung, einen Großteil der Laufzeit nicht für das zu verwenden, was der Film seinem Publikum eigentlich verspricht. Wer aufgrund von Trailer und Prämisse einen temporeichen Endzeit-Actionfilm erwartet, muss sich zunächst auf eine lange Phase des Trainings und Zusammenlebens von Vater und Tochter einstellen. Luke Evans' Figur versucht, Willa auf die unausweichliche Konfrontation mit den Breakers vorzubereiten. Das besitzt durchaus einen nachvollziehbaren emotionalen Kern: Der Vater möchte seinem Kind die Fähigkeiten vermitteln, die es braucht, um in einer gefährlichen Welt selbstständig zu überleben. Genau diese Vater-Tochter-Beziehung gehört tatsächlich zu den interessanteren Bestandteilen des Films.

Billie Boullet ist entsprechend die große Entdeckung des Films. Als Willa vermittelt sie glaubwürdig den Übergang von einem behüteten Mädchen zu einer jungen Frau, die sich mit einer Welt auseinandersetzen muss, in der Sicherheit nur eine Illusion ist. Auch Luke Evans bringt genügend Präsenz mit, um den Vater als verletzlichen, aber entschlossenen Beschützer zu verkaufen. Ihre Chemie funktioniert besser, als das Drehbuch eigentlich verdient hätte. Milla Jovovich wiederum wird leider deutlich unter ihren Möglichkeiten eingesetzt. Wer nach ihrer jahrzehntelangen Erfahrung mit Action- und Science-Fiction-Stoffen eine zentrale Rolle erwartet, bekommt hier eher eine erweiterte Nebenfigur. Ihre Anwesenheit erinnert permanent daran, wie viel größer und spektakulärer dieser Film hätte werden können. Und damit sind wir beim eigentlichen Ärgernis: "Worldbreaker" besitzt eine Welt, die nach einem größeren Film verlangt. Die Geschichte der Breakers, der Zusammenbruch der Zivilisation, die offenbar veränderten gesellschaftlichen Machtverhältnisse und die militärischen Auseinandersetzungen werden angerissen, aber kaum vertieft. Gerade das Worldbuilding hätte dabei eine große Chance geboten. Die Breakers sind als Bedrohung grundsätzlich interessant, weil sie nicht einfach nur als weitere Zombies oder Monster gedacht sind. Doch der Film erklärt seine Welt nicht überzeugend genug und nutzt seine Kreaturen vor allem als gelegentliche Bedrohung. Statt ihre Herkunft, ihre Fähigkeiten oder die Auswirkungen ihres Auftretens wirklich auszuloten, konzentriert sich das Drehbuch auf die kleine Familiengeschichte. 

Besonders enttäuschend ist deshalb die Action. Ein Film mit Milla Jovovich, Luke Evans und einer Armee monströser Kreaturen müsste eigentlich mit einigen spektakulären Setpieces aufwarten können. Stattdessen wird die Action weitgehend auf wenige Abschnitte konzentriert. Handwerklich ist das Ganze allerdings nicht völlig misslungen. Brad Anderson, der mit Filmen wie "The Machinist" und "Session 9" bewiesen hat, dass er Atmosphäre und psychologischen Druck erzeugen kann, findet auch hier gelegentlich eindrucksvolle Bilder. Die abgeschiedene Insel bietet eine natürliche Kulisse für die Geschichte, und die Kamera fängt die Landschaft mit einer gewissen Härte und Schönheit ein. Das Problem ist vielmehr, dass die Bilder kaum durch eine entsprechend interessante Dramaturgie unterstützt werden. Die Inszenierung sieht stellenweise besser aus, als sich der Film anfühlt. Auch thematisch wäre mehr möglich gewesen. "Worldbreaker" beschäftigt sich mit Elternschaft, Schutz, Selbstständigkeit und der Frage, wann Beschützen in Bevormundung umschlägt. Interessant ist außerdem die ungewöhnliche gesellschaftliche Ausgangslage: Die Katastrophe hat insbesondere Männer stark dezimiert, während Frauen zunehmend die militärische Verteidigung übernehmen. Damit eröffnet der Film eine Diskussion über traditionelle Geschlechterrollen und moderne Vorstellungen von Männlichkeit. 

Nur leider bleibt auch diese Ebene größtenteils unausgeschöpft. Der Film deutet interessante Fragen an, stellt sie aber selten wirklich zur Diskussion. Dadurch wirkt manches eher wie Hintergrundmaterial für ein größeres Franchise als wie Bestandteil eines in sich geschlossenen Films. Hinzu kommt ein erhebliches dramaturgisches Problem. Nach einer langen Phase des Trainings und des Worldbuildings kommt der Film schließlich an den Punkt, auf den er die ganze Zeit vorbereitet hat - und wickelt den großen Konflikt vergleichsweise hastig ab. Damit entsteht der paradoxe Eindruck, dass "Worldbreaker" gleichzeitig zu langsam und zu kurz erzählt ist. Die rund 95 Minuten werden nicht optimal genutzt: Für den eigentlichen Konflikt bleibt zu wenig Zeit, während die Vorbereitung unverhältnismäßig viel Raum einnimmt. Im Vergleich zu anderen Endzeitfilmen wird diese Schwäche besonders deutlich. 
Das macht die Bewertung letztlich schwierig, denn der Film ist nicht völlig ohne Qualitäten. Billie Boullet ist überzeugend, Luke Evans funktioniert als Vaterfigur, die Landschaftsaufnahmen besitzen Atmosphäre und Brad Anderson versucht immerhin, aus dem bekannten Endzeitmaterial etwas Persönliches zu machen. Doch für einen Film, der mit Endzeit, Monstern, Krieg und Milla Jovovich wirbt, ist das schlicht zu wenig. "Worldbreaker" ist kein Totalausfall, aber ein Film über Möglichkeiten, die er fast nie nutzt. Er wirkt weniger wie der Beginn einer faszinierenden neuen Science-Fiction-Welt als wie ein ausgedehnter Prolog, der irgendwann abrupt endet. Selbst die positiven Ansätze – insbesondere die Vater-Tochter-Beziehung - werden durch ein Drehbuch ausgebremst, das seine eigene Welt nicht mutig genug erkundet. Brad Anderson versucht, den üblichen Creature-Feature-Mechanismen eine emotionale Ebene entgegenzusetzen, doch dafür ist die Geschichte zu dünn und die Welt zu wenig ausgearbeitet. Was als Auftakt zu einem größeren Science-Fiction-Abenteuer durchaus funktionieren könnte, enttäuscht als eigenständiger Film.

3,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: 23ten/Gramercy Park Media/Studio507/Amasia Entertainment/Peachtree Media Partners/Northern Ireland Screen/(Source Management + Production/Sugar Studios LA/Dark Castle Entertainment

Sonntag, 12. Juli 2020

Yummy (2019)

https://www.imdb.com/title/tt11054164/

Ein junges Paar fährt zu einen chirurgischen Eingriff in ein schäbiges osteuropäisches Krankenhaus. Die junge Frau möchte eine Brustverkleinerung. Und wenn man schon auf dem Weg ist, kommt ihre Mutter gleich mit, die sich ein Facelifting verpassen will. Auf seinem Weg durch die verlassene Stationen, stößt der Freund auf eine junge Frau, die geknebelt und auf einem Operationstisch festgeschnallt ist. Wie sich herausstellt, ist sie das Ergebnis einer experimentellen Verjüngungskur. Er befreit sie, merkt aber nicht, dass er gerade den Ausbruch eines Virus verursacht hat, der Ärzte, Patienten und seine Schwiegermutter in blutrünstige Zombies verwandelt...

Wenn man sich im Bereich des Horrorgenres umschaut, dann hat vor allem in den letzten Jahren das Zombie-Thema so ein klein wenig die Führung übernommen. Seit Anfang der 2000er Jahre hat eine wahre Flut an Zombie-Geschichten in die Kinos und Heimkinos Einzug gehalten. Ein paar davon sind echte Perlen, andere dienten nur dazu, das schnelle Geld zu machen. Doch mit Zombies lässt sich auch irgendwie immer etwas anfangen. Ob sie nun schnell rennen können oder sich langsam schlurfend durch dunkle Hallen fortbewegen... das Genre bietet einfach immer noch Treibstoff für neue Filme.

Lars Damoiseaux' Beitrag "Yummy" bedient sich hier am altbekannten Rezept des Fun-Splatters und mischt Elemente aus Horror mit Komödie. Der belgische Regisseur liefert dem Zuschauer eine Reise in ein osteuropäisches Krankenhaus, das sich auf plastische Chirurgie spezialisiert hat. Hier folgen wir F-Körbchen Alison (Maaike Neuville) und ihrem nerdig anmutenden Freund Michael (Bart Hollanders), sowie der durchweg von ihrem Schwiegersohn begeisterten Mutter Sylvia (Annick Christiaens). Die eine will eine Brustverkleinerung, die andere ein Facelift. Doch wie das immer in solchen Filme so ist, eskaliert die Situation schon kurz nachdem die Protagonisten etabliert, und die Prämisse des Films gesetzt ist. So beginnt eine intensive letzte Stunde, in der die genannten Hauptfiguren versuchen, mit ein paar Fremden im Schlepptau aus dem "Resident Evil"-Krankenhaus zu fliehen. Und das macht schlicht Spaß. Den Opfern zuzusehen, wie sie versuchen den Untoten zu entkommen, ist ein absoluter Knaller, kurzweilig und blutig. Natürlich wird auch hier das Rad nicht gänzlich neu erfunden, doch das Equipment des Krankenhauses, mit dem sich die Helden den Weg nach Draußen freikämpfen müssen, bietet einige leckere Szenen. Stichwort Fettabsaugung.

Jedes Zombie-Design ist zudem einzigartig, wodurch sich jede gruselige Begegnung von der letzten unterscheidet. All dies wäre sicher nicht möglich gewesen, wenn nicht viel Liebe zum Detail in diese schrecklichen Kreationen gesteckt worden wäre. Ob es eine zum Leben wiedererweckte Amphibie mit starkem Hunger oder ein beinloser Zombie, der sein eigenes Fleisch verzehrt, ist, das immense Talent hinter dem Kreaturendesign von "Yummy" lässt diesen Film wirklich "lebendig" werden. Da passt es auch, dass mit Blut- und Gore-Effekten maßlos übertrieben wird. Mägen platzen in einem Spektakel aus Haut und Blut, Eiter schießt aus den Wunden der Zombies, Köpfe werden zerhackt, Finger äußerst schmerzhaft abgeklemmt - um nur ein paar zu nennen.

Doch wie das fast immer so ist: wo Licht ist, ist auch Schatten. Denn mit den Effekten, dem Creature-Design und dem Humor fällt leider die Story hinten runter. Während natürlich der Löwenanteil des Films dem einfachen Akt des Überlebens folgt, versuchen die letzten 30 Minuten, eine Menge unnötiger Drehungen und Wendungen einzubringen, die sich sowohl unnatürlich als auch unglaublich verworren anfühlen. Und all dies führt zu einem Ende, das sich sowohl abrupt als auch gemäßigt unbefriedigend anfühlt. Aber selbst mit einer Geschichte, die etwas weniger aufregend ist, als man es sich von einem Zombie-Streifen erhoffen würden, kann man immer noch seinen Spaß mit "Yummy" haben.

6,5/10

Von BUSCH MEDIA kommt der Film im auf 2.000 Stück limitierten und nummerierten Mediabook. 


Quellen: 
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Busch Media/A Team Productions/Everystory Productions