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1750: Eine Gruppe Nonnen lebt innerhalb der eigentlich so sicher und ruhig erscheinenden Mauern eines katholischen Klosters in der spanischen Provinz. Doch dann verfällt die Oberin Schwester Águeda (Ana Álvarez) während einer Messe plötzlich in eine religiöse Ekstase. Die Frau weint unablässig blutige Tränen und gewinnt damit große Aufmerksamkeit bei den Gläubigen der Gegend, die schnell von einem Wunder sprechen. Inspiriert von Águeda treffen zwei junge Novizinnen ein, um sich in ihren und den Dienst Gottes zu stellen. Es dauert nicht lange, da wirbeln die Neuankömmlinge den klösterlichen Alltag mächtig auf. Während Lucía (María Mercado) ganz und gar Águeda verfallen ist, beäugt Ana María (Nahia Bergasa) deren Treiben ungleich skeptischer und vermutet einen sinistren Hintergrund. Sie denkt, dass hinter dem Deckmantel des Glaubens dunkle Mächte am Werk sein könnten...
Der übernatürliche Horrorfilm ist inspiriert von Ereignissen, die sich Mitte des 18. Jahrhunderts in einem Konvent im spanischen Corella (gelegen im äußersten Südwesten der heutigen autonomen Gemeinschaft Navarra) zugetragen haben sollen. Der Film von Luis Galindo und Ángel M. Chivite greift die Geschichte der satanischen Nonnen von Corella auf und verbindet sie mit klassischem religiösem Horror. Das Problem: Aus diesem wirklich interessanten Stoff macht der Film erstaunlich wenig. Lucía (María Mercado) und Ana María (Nahia Bergasa) kommen aus unterschiedlichen Gründen in das abgelegene Kloster. Während Lucía von Schwester Águeda (Ana Álvarez), der geheimnisvollen Oberin, und deren vermeintlichen Wundern fasziniert ist, bleibt Ana María skeptischer. Genau dieser Gegensatz ist eigentlich eine hervorragende Ausgangslage. Glaube trifft auf Zweifel, mystische Erfüllung auf blankes Überleben. Leider braucht "Der Konvent" ziemlich lange, um überhaupt in Gang zu kommen. Die erste Hälfte setzt vor allem auf Alltag, religiöse Rituale und die bedrückende Atmosphäre des Klosters. Das ist grundsätzlich nicht schlecht - im Gegenteil: Die Zurückhaltung hätte zu einem richtig schön langsamen, psychologischen Horrorfilm führen können. Nur fehlt es an Spannung. Statt einer stetig wachsenden Bedrohung bekommt man über weite Strecken vor allem sehr viel Warten. Dabei sieht das Ganze durchaus ordentlich aus. Die alten Gemäuer, engen Gänge, Kerzen, religiösen Symbole und das Spiel mit Licht und Schatten schaffen eine passende, klaustrophobische Atmosphäre. Kameramann Íñigo Hualde holt aus den begrenzten Schauplätzen einiges heraus. Gerade deshalb ist es schade, dass die Inszenierung diese visuelle Grundlage nur selten für wirklich starke Schreckmomente nutzt.
Auch die Darstellerinnen können nicht wirklich dafür sorgen, dass das Drehbuch seine Schwächen kaschiert. Ana Álvarez ist als Schwester Águeda zweifellos die auffälligste Erscheinung und verleiht der Oberin eine interessante Mischung aus Frömmigkeit und Unberechenbarkeit. María Mercado und Nahia Bergasa machen als gegensätzliche junge Frauen ebenfalls einen ordentlichen Job. Gerade ihre Figurenbeziehung hätte aber wesentlich mehr Tiefe vertragen können. Die beiden sind eher Funktionen der Handlung als wirklich komplex ausgearbeitete Charaktere. Und dann kommt das Drehbuch. Je näher "Der Kovent" seinem Finale kommt, desto mehr verabschiedet sich der Film von seinem zuvor halbwegs kontrollierten Ton. Aus dem historischen Psychothriller wird zunehmend ein sehr konventioneller Dämonenhorror, der seine Geschichte mit immer drastischeren Ideen zu Ende bringen möchte. Der finale Twist soll offenbar alles noch einmal herumreißen, wirkt aber eher wie ein hektischer Versuch, die zuvor ziemlich zähe Handlung mit einem großen Knall abzuschließen. Ohne zu spoilern: Für mich funktioniert das weder als Überraschung noch als wirklich befriedigende Auflösung. Besonders ärgerlich ist das, weil die reale Vorlage wesentlich interessanter ist. Die sogenannten satanischen Nonnen von Corella waren im 18. Jahrhundert tatsächlich Gegenstand eines Inquisitionsverfahrens. Der Film nimmt diesen historischen Hintergrund allerdings eher als Sprungbrett für seine Horrorstory, statt sich intensiver mit den damaligen gesellschaftlichen, religiösen und psychologischen Umständen auseinanderzusetzen. Eine historische Aufarbeitung wäre hier mindestens genauso spannend gewesen wie die übernatürliche Variante.Das macht "Der Kovent" letztlich zu einem Film mit einer besseren Idee als deren Umsetzung. Die Atmosphäre stimmt teilweise, die Schauplätze passen hervorragend und gerade die ersten Ansätze zwischen Glauben, Zweifel und religiösem Fanatismus machen neugierig. Aber das Tempo ist zu gemächlich, die Figuren bleiben blass und der Horror entwickelt zu wenig Wirkung. Wenn dann ausgerechnet das Finale völlig überzieht, ist das vorhandene Potenzial endgültig verschenkt. Damit hätte "Der Konvent" mit seinem historischen Hintergrund und dem abgeschotteten Klostersetting durchaus ein atmosphärischer, psychologisch interessanter Horrorfilm werden können. Stattdessen bekommt man einen stellenweise hübsch fotografierten, aber spannungsarmen Genrebeitrag, der seine interessantesten Ideen nicht konsequent verfolgt und sich zum Ende hin immer stärker in vorhersehbaren Horror-Klischees verliert.


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