Sonntag, 4. Oktober 2026

The Dive (2023)

https://www.imdb.com/de/title/tt13566172/
https://letterboxd.com/film/the-dive-2023/

Die Schwestern Drew (Sophie Lowe) und Mary (Louisa Krause) freuen sich darauf, an einem der entlegensten und schönsten Plätze der Welt tauchen zu gehen. Was als entspannter Ausflug geplant war, entpuppt sich schnell als ein Kampf um Leben und Tod, als bei einem Erdrutsch Felsen ins Meer stürzen und May in 28 Meter Tiefe einklemmen. Während ihr Sauerstoff immer knapper wird, versucht Drew allein eine Entscheidung über Leben und Tod zu fällen, denn Hilfe ist nicht in Sicht. So bleibt ihr nur die Möglichkeit, ihr eigenes Leben zu riskieren, um ihre Schwester zu retten.

"The Dive" reduziert den Survival-Thriller auf eine denkbar einfache Situation: Die Schwestern Drew (Sophie Lowe) und May (Louisa Krause) gehen an einem abgelegenen Küstenabschnitt tauchen, als ein Erdrutsch May in 28 Metern Tiefe unter einem Felsen begräbt. Während ihr Sauerstoff knapp wird, muss Drew immer wieder zur Oberfläche und zurück tauchen, um ihre Schwester zu versorgen und einen Weg aus der tödlichen Situation zu finden. Der Film ist dabei ein englischsprachiges Remake des norwegischen "Breaking Surface" von Joachim Heden. Wie schon beim Original funktioniert die Ausgangslage durchaus. Regisseur Maximilian Erlenwein konzentriert sich auf das Wesentliche und entwickelt aus Sauerstoffmangel, Kälte und zunehmender Erschöpfung einen klassischen Wettlauf gegen die Zeit. Sophie Lowe trägt dabei den körperlich anspruchsvolleren Part überzeugend, während Louisa Krause die zunehmend aussichtslose Lage ihrer Figur glaubwürdig vermittelt. Gerade die beiden Hauptdarstellerinnen verhindern, dass das Kammerspiel unter Wasser völlig mechanisch wirkt.

Kameramann Frank Griebe liefert beeindruckende Unterwasserbilder, die gleichzeitig die Schönheit und die Bedrohlichkeit der Tiefe vermitteln. Dunkelheit, Enge und die eingeschränkte Sicht erzeugen immer wieder ein beklemmendes Gefühl. Auch die vergleichsweise bodenständige Herangehensweise ist positiv: Statt ständig neue Monster oder völlig absurde Katastrophen aus dem Hut zu zaubern, bleibt der Film weitgehend bei seinem realistischen Überlebenskampf. Problematisch ist jedoch, dass aus dieser starken Ausgangssituation nicht durchgehend die erwartete Spannung entsteht. Der Film ist handwerklich solide und nachvollziehbar, wirkt aber stellenweise erstaunlich routiniert. Auch die Rückblenden in die schwierige Familiengeschichte der Schwestern sollen zusätzliche emotionale Tiefe schaffen, bleiben dafür aber zu vage. Man versteht, dass zwischen Drew und May einiges im Argen liegt - wirklich greifbar wird ihre Beziehung dadurch trotzdem nicht. Hinzu kommen einige fragwürdige Details bei der Darstellung des Tauchens. Für erfahrene Taucher sind bestimmte Abläufe und Entscheidungen durchaus diskutabel. Gleichzeitig gelingt es dem Film, die zentrale Gefahr grundsätzlich verständlich und körperlich spürbar zu vermitteln. Die dramatische Wirkung funktioniert daher besser als die technische Genauigkeit.

"The Dive" ist somit ein ordentlich gemachter, atmosphärischer Survival-Thriller, dem allerdings die entscheidende Portion Eigenständigkeit und Intensität fehlt. Sophie Lowe und Louisa Krause überzeugen, die Unterwasseraufnahmen sind teilweise großartig und die reduzierte Ausgangssituation besitzt durchaus Potenzial. Inhaltlich bleibt das Ganze jedoch ziemlich dünn und erreicht nur selten die beklemmende Spannung, die aus der Prämisse eigentlich entstehen könnte - und die das Original noch hatte.

5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Augenschein Filmproduktion/Falkun Films/Logical Pictures/MFG-Film/Protagonist Pictures/ZDF/Logical Content Ventures

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