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Die jungen Eheleute Emmy (Hera Hilmar) und Zach (Jeremy Irvine) sind auf Hochzeitsreise und wollen einen romantischen Trip mit einem Heißluftballon durch die majestätischen Dolomiten in Südtirol unternehmen. Als ihr Ballonführer (Kelsey Grammer) gerade die Leinen losmacht und starten will, springt in letzter Sekunde noch eine weitere Person in den großen Korb für die Fahrgäste. Die Frau ist sehr aufgebracht und aufgrund ihrer recht eindeutigen Äußerungen schließt Emmy, dass ihr Mann die sich immer unberechenbarer gebärdende Julia (Olga Kurylenko) kennen muss. Es dauert nicht lange, da stellt sich heraus, dass Emmy richtig liegt und der Neuankömmling durchaus Gründe dafür hat, nicht gut auf Zach zu sprechen zu sein. So wird aus dem Ausflug in die Wolken schnell ein bedrohliches Psychospiel ums Überleben. In fast fünf Kilometern Höhe kommen immer neue düstere Geheimnisse ans Licht und jedes Wort oder eine unbedachte Bewegung können über Leben und Tod entscheiden…
"Turbolence" nimmt eine eigentlich hervorragende Thriller-Idee: Ein Ehepaar startet mit einem Heißluftballon zu einem romantischen Ausflug über die Dolomiten - doch eine unerwartete dritte Passagierin verwandelt die Fahrt in einen Kampf ums Überleben. Emmy (Hera Hilmar) erkennt schnell, dass Julia (Olga Kurylenko) eine Verbindung zu ihrem Mann Zach (Jeremy Irvine) hat. Aus dem romantischen Ausflug wird ein psychologisches Katz-und-Maus-Spiel hoch über dem Boden. Und diese klaustrophobische Ausgangslage hätte viel Spannung hergegeben. Hätte. Regisseur Claudio Fäh beschränkt den Schauplatz fast vollständig auf den Ballon und nutzt die Höhe, die Enge und die fehlenden Fluchtmöglichkeiten grundsätzlich effektiv. Die Dolomiten liefern zudem spektakuläre Landschaftsbilder. Auch die Darsteller holen aus dem überschaubaren Material einiges heraus: Hilmar funktioniert als zunehmend unter Druck geratene Emmy, während Kurylenko als unberechenbare Julia zumindest zeitweise für Dynamik sorgt. Kelsey Grammer ist als Ballonpilot Harry eine sympathische Ergänzung. Aber das Drehbuch.... Die Figuren sind zu eindimensional, ihre Entscheidungen häufig konstruiert und die Enthüllungen nur selten überraschend. Besonders die Beziehung zwischen Emmy und Zach, die eigentlich das emotionale Fundament bilden müsste, bleibt erstaunlich oberflächlich. Auch Julias Motivation wird früh durchschaubar. Damit verpufft ein großer Teil des psychologischen Potenzials, das der Film mit seinem Dreiecksverhältnis eigentlich besitzt.
Auch technisch ist "Turbolence" eher zweckmäßig als beeindruckend. Die Aufnahmen der Dolomiten sind schön, doch die eigentlichen Ballonszenen können ihre künstliche Entstehung nicht immer verbergen. Der Film wurde aus Landschaftsaufnahmen und Studioaufnahmen mit Hintergrundprojektionen beziehungsweise Greenscreen kombiniert. Das funktioniert passabel, wirkt aber gerade in den gefährlicheren Momenten nicht immer besonders glaubwürdig. Spannung entsteht deshalb nur punktuell. Einige Situationen funktionieren durchaus und vermitteln ein unangenehmes Gefühl von Höhe und Ausweglosigkeit. Über weite Strecken bleibt die Inszenierung jedoch erstaunlich zahm. Wo Filme wie "Fall" aus einer simplen Extremsituation echten körperlichen Nervenkitzel entwickeln, verliert sich "Turbolence" zu häufig in Beziehungsdrama und vorhersehbaren Wendungen. Schade ist das vor allem deshalb, weil der Film durchaus Ambitionen erkennen lässt. Die Mischung aus Ehekrise, Erpressung, psychologischem Thriller und Survival-Szenario hätte als kleines, konzentriertes Kammerspiel funktionieren können. Stattdessen wirkt vieles wie ein routiniert abgearbeitetes Genre-Skript. Selbst die vergleichsweise kurze Laufzeit von rund anderthalb Stunden fühlt sich dadurch stellenweise länger an, als sie ist. "Turbolence" bleibt am Ende also ein grundsätzlich brauchbarer, aber enttäuschend spannungsarmer Thriller. Die außergewöhnliche Location, einige solide Darstellerleistungen und die interessante Grundidee reichen für ein paar ordentliche Momente. Für mehr fehlt es jedoch an glaubwürdigen Figuren, überraschenden Entwicklungen und vor allem an der nötigen Intensität.

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