Samstag, 3. Oktober 2026

GODZILLA 決戦機動増殖都市 - Gojira: Kessen Kidō Zōshoku Toshi - Godzilla: City On The Edge Of Battle - Godzilla: Eine Stadt am Rande der Schlacht (2018)

https://www.imdb.com/title/tt8015080/
https://letterboxd.com/film/godzilla-city-on-the-edge-of-battle/

Nachdem der Krieg gegen die Monster aussichtslos schien, kehrte die Menschheit - oder was davon übrig blieb - der Erde den Rücken zu. 20.000 Jahre später herrschen die sogenannten "Kaijus" über den blauen Planeten, ihrem Anführer dienend, dem König aller Monster - Godzilla. Als sich eine Gruppe von Menschen auf den Weg zurück auf die Erde macht, um den Planeten zurückzuerobern, müssen die Rückkehrer nicht nur die mächtigste aller Kreaturen bezwingen, sondern auch erkennen, dass sie doch nicht die letzten Menschen sind...

"Godzilla: Eine Stadt am Rande der Schlacht" macht genau dort weiter, wo "Godzilla: Planet der Monster" aufgehört hat: Haruo Sakaki (Mamoru Miyano) und seine Gefährten kämpfen auf der von Godzilla beherrschten Erde ums Überleben. Nach der verheerenden Schlacht stoßen sie auf die Houtua, Nachfahren der Menschen, die vor 20.000 Jahren auf der Erde zurückblieben. Ihre Waffen bestehen aus Nanometall - und damit aus dem Material des längst zerstört geglaubten MechaGodzilla. Die Idee ist eigentlich ziemlich cool. Ausgerechnet MechaGodzilla wird hier nicht einfach als riesiger Roboter präsentiert, sondern als technologisches Relikt, dessen Nanometall über Jahrtausende weiterexistiert. Daraus entwickelt der Film eine ungewöhnliche Mischung aus Kaiju-Film, Science-Fiction und postapokalyptischem Anime. Auch die Houtua bringen etwas mehr Leben in die zuvor ziemlich sterile Welt der Trilogie.

Leider bleibt "Godzilla: Eine Stadt am Rande der Schlacht" trotzdem auffällig langsam. Die Reise zum MechaGodzilla-Komplex wird mit viel Dialog, Erklärungen und philosophischen Diskussionen gefüllt. Manche davon treiben die Geschichte tatsächlich voran, vieles wirkt aber weiterhin wie ausgedehnte Vorbereitung auf den eigentlichen Film. Haruo bekommt immerhin etwas mehr Profil. Sein blinder Hass auf Godzilla wird zunehmend hinterfragt, und seine Beziehungen zu den anderen Figuren gewinnen an Bedeutung. Gerade dadurch wirkt die Geschichte stellenweise persönlicher als der Vorgänger. Gleichzeitig bleiben viele Nebenfiguren weiterhin erstaunlich blass, und auch die Liebesgeschichte zwischen Haruo und Yuko (Kana Hanazawa) entwickelt nicht die emotionale Wirkung, die sich der Film offenbar wünscht. Optisch ist das Ganze wieder eine Mischung aus Licht und Schatten. Die futuristische Erde, die riesigen Ruinen und die gewaltigen Maschinen können durchaus beeindrucken. Die CGI vermittelt außerdem ein gutes Gefühl für die enorme Größe von Godzilla. Bei menschlichen Figuren zeigen sich dagegen weiterhin steife Bewegungen und teilweise wenig ausdrucksstarke Gesichter. Selbst Godzilla bewegt sich relativ wenig – was zwar zu seiner Darstellung als nahezu unbewegliche Naturgewalt passen kann, aber nicht immer spektakulär aussieht.

Und genau das ist für einen Godzilla-Film ein Problem: Godzilla ist viel zu selten der eigentliche Star. Die Monster-Action wird zugunsten von Strategie, Technologie und Worldbuilding zurückgefahren. Wenn der Film endlich richtig loslegt, funktioniert das Geschehen deutlich besser. Die Vulture-Mechs, Nanometall-Technologie und die Auseinandersetzung mit Godzilla liefern einige schöne Science-Fiction-Ideen, aber über weite Strecken wartet man doch darauf, dass aus dem interessanten Konzept endlich ein großer Kaiju-Film wird. Dafür hat die Geschichte einen interessanten düsteren Grundton. Die Menschheit versucht nicht einfach, einen Monsterangriff abzuwehren, sondern ihre verlorene Heimat zurückzugewinnen. Gleichzeitig wird die Frage gestellt, ob die Menschen überhaupt noch in diese veränderte Erde gehören. Das gibt dem Film mehr thematische Tiefe als einem gewöhnlichen Monsterkampf, macht ihn aber auch ziemlich schwerfällig. Kritiker waren deshalb geteilter Meinung: Während manche das Worldbuilding und die stärkere Charakterorientierung lobten, kritisierten andere gerade die Ernsthaftigkeit, das fehlende Vergnügen und den Mangel an spektakulärer Kaiju-Action. Als Mittelteil einer Trilogie funktioniert der Film letztlich besser als als eigenständiges Abenteuer. Er erweitert die Welt sinnvoll, führt MechaGodzilla als zentrale Idee ein und bereitet das große Finale vor. Gleichzeitig merkt man ihm ständig an, dass er genau das tut: Er bereitet vor. Eine abgeschlossene Geschichte mit einem wirklich befriedigenden Höhepunkt bekommt man hier nicht.

5,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Polygon Pictures/TOHO

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