Samstag, 3. Oktober 2026

GODZILLA 怪獣惑星 - Gojira: Kaijū Wakusei - Godzilla: Planet Of The Monsters - Godzilla: Planet der Monster (2017)

https://www.imdb.com/title/tt5979874/
https://letterboxd.com/film/godzilla-planet-of-the-monsters/

Im letzten Sommer des 20. Jahrhunderts wurde die Menschheit mit einer gänzlich neuen Bedrohung konfrontiert: Riesige Monster, „Kaiju“ genannt, tauchten plötzlich auf und begannen unter der Führung von Godzilla den Planeten in Schutt und Asche zu legen. Die Menschen versuchten vergeblich, gegen die neue Übermacht anzukämpfen, aber 2048 müssen sie sich ihre Niederlage eingestehen – die Erde wird nun von den Monstern beherrscht. Deswegen planen sie, ein neues Zuhause im Weltall zu suchen und eine Gruppe Auserwählter, zu denen auch Haruo Sakaki (Stimme im Original: Mamoru Miyano) gehört, macht sich auf zu dieser verantwortungsvollen Mission. Als sich der Zielplanet als Reinfall entpuppt, bleibt nur noch eine Möglichkeit: Godzilla mit allen Mitteln zu bekämpfen und so die Kontrolle über die Erde zurückzuerlangen. Für Haruo eine Herzensangelegenheit - schließlich wurden seine Eltern von der Riesenechse getötet und nun sinnt er auf Rache…

Mit "Godzilla: Planet der Monster" wagt sich das japanische Monster-Urgestein erstmals in einen vollständig computeranimierten Spielfilm - und verlegt die Handlung gleich 20.000 Jahre in die Zukunft. Nachdem Godzilla und andere Kaiju die Erde verwüstet haben, flieht die Menschheit ins All. Als sich der vermeintliche Zufluchtsort als unbewohnbar erweist, kehren die Überlebenden unter Führung des verbissenen Haruo Sakaki (Mamoru Miyano) zur Erde zurück. Dort wartet allerdings keine vertraute Heimat mehr, sondern ein völlig neuer Planet, an dessen Spitze Godzilla steht. Die Grundidee ist tatsächlich reizvoll. Statt Godzilla erneut in einer modernen Großstadt wüten zu lassen, entwirft der Film eine postapokalyptische Science-Fiction-Welt mit interstellaren Reisen, fremden Spezies und einer Erde, die sich über Jahrtausende völlig verändert hat. Besonders die Vorstellung, dass die Natur nach dem Verschwinden der Menschen ein neues Gleichgewicht entwickelt hat, verleiht dem Film einen interessanten ökologischen Unterton.

Leider bleibt vieles davon an der Oberfläche. Das Drehbuch von Gen Urobuchi liefert zwar zahlreiche große Konzepte, verliert sich aber häufig in technischen Erklärungen, politischen Diskussionen und militärischen Planungen. Die Figuren wirken dagegen erstaunlich blass. Haruo ist als von Rache getriebener Held zunächst nachvollziehbar, wird durch seine kompromisslose Art aber schnell anstrengend. Die Nebenfiguren bleiben meist auf ihre Funktion innerhalb der Handlung reduziert, weshalb der emotionale Einsatz der Menschheit um ihre Rückkehr zur Erde nur begrenzt mitreißt. Optisch ist der Film durchaus interessant, aber nicht durchgehend überzeugend. Die 3D-CGI-Animation ermöglicht beeindruckende Größenverhältnisse und verleiht Godzilla eine gewaltige, fast naturkatastrophale Präsenz. Gerade die Kämpfe und die Darstellung des riesigen Godzilla Earth gehören zu den stärkeren Momenten. Gleichzeitig wirken Bewegungen und Gesichter teilweise steif, während die Figuren in manchen Szenen eher wie Spielfiguren aus einem Videospiel aussehen. Die technische Umsetzung ist ambitioniert, erreicht aber nicht immer die Ausdruckskraft klassischer 2D-Animation.

Wenn Godzilla schließlich ins Geschehen eingreift, funktioniert der Film am besten. Seine schiere Größe, die wuchtigen Attacken und die bedrohliche Präsenz vermitteln zumindest ansatzweise das Gefühl, es mit einer nahezu unbezwingbaren Naturgewalt zu tun zu haben. Allerdings wird Godzilla über weite Strecken eher als fernes strategisches Ziel behandelt denn als ständig präsente Bedrohung. Wer vor allem spektakuläre Monster-Action erwartet, muss sich deshalb in Geduld üben. Auch die Inszenierung schwankt zwischen atmosphärischer Science-Fiction und recht trockener Exposition. Die fremdartige Erde, die Ruinen und die riesigen Landschaften erzeugen gelegentlich starke Bilder. Dazwischen stehen jedoch lange Dialogpassagen, militärische Besprechungen und Erklärungen, die den Erzählfluss immer wieder ausbremsen. Der Film fühlt sich dadurch eher wie der Auftakt einer größeren Geschichte an als wie ein in sich vollständig befriedigendes Abenteuer.

Trotzdem ist "Godzilla: Planet der Monster" kein völlig misslungener Neustart. Die Verlegung in die Zukunft, die neue Interpretation Godzillas und die Verbindung aus Kaiju-Film und Weltraumoper zeigen Mut. Auch die Musik von Takayuki Hattori unterstützt die epische Dimension des Geschehens. Nur gelingt es dem Film nicht, seine interessante Welt mit entsprechend starken Charakteren und einer konstant packenden Dramaturgie zu verbinden.

5,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Polygon Pictures/TOHO

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