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Der in die Jahre gekommene, verschrobene, milliardenschwere Erdölmagnat Digger Rockwell (Tom Cruise) hat durch seine skrupellosen Geschäftstaktiken eine Umweltkatastrophe verursacht, die unter anderem das ewige Eis der Polarkappen schmelzen lässt und Tsunamis verursacht, die wiederum Atomkraftwerke beschädigen. Nun steht die Menschheit kurz vor dem Aus, die Welt versinkt im Chaos, alle bereiten sich schon auf die kurz bevorstehende Apokalypse vor, einzelne Nationen bringen Truppen in Stellung. Nun verlangt der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (John Goodman) von Digger Rockwell, die Suppe, die er allen eingebrockt hat, selbst auszulöffeln und den Planeten zu retten. Dieser nimmt die Herausforderung an, denn als Egomane käme es ihm ganz recht, als großer Retter der Menschheit dazustehen.
"Digger" ist alles andere als der typische Tom-Cruise-Film. Regisseur Alejandro González Iñárritu schickt den Superstar als exzentrischen Öl-Milliardär Digger Rockwell in eine absurde Weltuntergangssatire: Nachdem eine von Rockwells Unternehmungen eine globale Umweltkatastrophe ausgelöst hat, versucht ausgerechnet der Verantwortliche, sich zum Retter der Menschheit aufzuschwingen. Damit verbindet Iñárritu schwarze Komödie, Gesellschaftssatire und Katastrophenfilm zu einem ziemlich wilden Genre-Mix. Tom Cruise geht dabei sichtbar ins Risiko. Mit Bauch, Perücke, Prothesen und stark veränderter Stimme hat er mit seinem üblichen Leinwandimage kaum noch etwas gemeinsam. Entscheidend ist aber, dass die Verwandlung nicht bloß ein Gimmick bleibt: Cruise spielt Rockwell als selbstverliebten, größenwahnsinnigen und gleichzeitig erstaunlich verletzlichen Mann. Gerade diese ungewöhnliche Performance gehört zu den am häufigsten gelobten Elementen des Films.
Auch die Nebenrollen sind stark besetzt. Riz Ahmed, John Goodman, Sandra Hüller, Jesse Plemons und Sophie Wilde bekommen neben Cruise genügend Raum, wobei besonders Ahmed und Goodman für einen nachhaltigen Eindruck sorgen. Allerdings hat der Film ein grundsätzliches Problem mit seiner Figurenzeichnung: Viele Charaktere funktionieren eher als satirische Typen denn als wirklich ausgearbeitete Menschen. Das passt zum absurden Ansatz, kostet der Geschichte aber emotionale Tiefe. Visuell ist "Digger" dagegen eine Wucht. Emmanuel Lubezki fotografierte den Film komplett in VistaVision und entwickelt gemeinsam mit Iñárritu eine ungewöhnlich opulente, teilweise groteske Bildsprache. Produktionsdesign, Kostüme, Masken und Kameraarbeit sind ausgesprochen aufwendig und unterstreichen den surrealen Charakter der Geschichte.
Und trotz seiner Schwächen ist gerade dieser Mut bemerkenswert. Nach Jahren, in denen Tom Cruise vor allem mit spektakulärem Blockbusterkino verbunden wurde, liefert er hier eine ausgesprochen schräge Charakterrolle. Und Iñárritu geht nicht den sicheren Weg, sondern versucht, aus einem potenziellen Hollywood-Starvehikel etwas deutlich Eigenständigeres zu machen. Nicht jede Idee sitzt, aber "Digger" ist zumindest niemals langweilig oder beliebig. Am Ende bleibt eine visuell beeindruckende, hervorragend gespielte und angenehm riskante Satire, die ihre großen Ideen nicht immer elegant zusammenbekommt. "Digger" ist manchmal zu laut, zu bemüht und zu eigenwillig - gleichzeitig aber genau deshalb interessanter als ein weiterer glattpolierter Katastrophen-Blockbuster.





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